Buch oder Hörbuch?

Kennt ihr das, wenn ihr eine Idee für einen Beitrag habt, die Überschrift dafür aufschreibt und dann hängt der Beitrag ewig lang als Entwurf fest? So fängt jedenfalls die Entstehungsgeschichte dieses Beitrags an 🙂 …

Warum ich den Beitrag jetzt wieder hervorgeholt habe, hängt mit folgendem zusammen: Aktuell gibt es auf Lovelybooks eine Diskussion zum Thema Sinn bzw. Sinnhaftigkeit, bei Challenges Hörbücher auszuschließen.

Dabei tauchte ein interessanter Standpunkt auf: Sollten Hörbücher zu Challenges zugelassen werden, wenn sie ungekürzt vorliegen? Ist eigentlich nicht das Medium egal, wie ein Stoff seine Leser bzw. Hörer findet? Und wie ist es, wenn man an Challenges teilnehmen möchte, dazu aber auf Hörbücher angewiesen ist, weil man blind oder sehbehindert ist?

Als Sehende machen wir uns sehr oft keine Gedanken dazu – und da nehme ich mich gar nicht aus. Ich mag Hörbücher, seit ich denken kann, weil es für mich eine weitere Variante darstellt, Geschichten zu konsumieren. Für mich ist es das normalste der Welt, entscheiden zu können, ob ich einen Stoff als Hörbuch oder als Buch konsumiere …

Gerade wenn ich krank bin oder meine Augen müde sind, liebe ich es, mir vorlesen zu lassen. Da nehme ich auch in Kauf, wenn bei der Beschreibung “gekürzt” steht (Und seien wir mal ehrlich, wer von uns hat sich nicht wenigstens einmal gefreut, wenn er gesehen hat, dass er jetzt keine 20 Stunden oder mehr für das Hören aufwenden muss?).

Hörbücher sind für mich aber auch oft ein sichtbares Zeichen von Entschleunigung. Schon ein Buch erfordert Zeit, die man sich zum Lesen erst einmal nehmen muss. Aber in der Regel konsumiert man ein Buch schneller als dass man es hört. Ich würde jetzt für mich persönlich nicht meine Hand ins Feuer legen, dass es immer so funktioniert, aber beim Lesen ist es natürlich einfacher, querzulesen, Abschnitte zu überfliegen, wenn sie einem nicht so zusagen wie beim Hörbuch.

Das Hörbuch hat immer dasselbe Tempo (vorausgesetzt, man spielt es am iPod nicht mit erhöhter Geschwindigkeit ab), da weiß ich, wie lange ich brauche. Ich nutze es oft am Abend, wenn ich keine Lust auf Fernsehen habe und mich ein bisschen entspannen möchte (wobei ab und zu soll es auch schon vorgekommen sein, dass ich dabei eingeschlafen bin :D).

Mit einem Buch geht das natürlich auch, aber es ist anders. Lustigerweise bin ich noch nie über einem Buch eingeschlafen, weil ich da schon vorher immer gemerkt habe, jetzt lese ich die Zeile schon zum dritten Mal und weiß nicht, was da steht …

Wie steht’s bei euch? Welches Medium zieht ihr vor? Oder lebt ihr so wie ich in beiden Welten? Ich freue mich auf eure Kommentare :).

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10 Gedanken zu „Buch oder Hörbuch?

  1. Ein spannendes Thema! Ich bin für beides offen und lese gerne Bücher selbst, manche lasse ich mir aber genauso gerne vorlesen. Es ist wirklich manchmal einfacher und schneller, wenn man das Hörbuch (auch ungekürzt) anhört. Zu manchem Büchern habe ich tatsächlich einen besseren Zugang, wenn ich sie mir vorlesen lasse, weil ich genau weiß, dass ich es nie kontinuierlich durchhalten würde sie zu lesen. Aber die meisten Bücher lese ich allerdings immer noch selbst, weil ich dsnn mehr Zeit mit Ihnen verbringen kann.
    Trotzdem muss man mal sagen, dass Hörbücher was tolles sind! Gerade für Leute, die wirklich nicht gerne lesen, ist es eine Möglichkeit sich trotzdem den Geschichten zu widmen, die es in der Welt der Bücher zu entdecken gibt.

  2. Ich bin eindeutig Lesefixiert. Vor einigen Monaten hatte ich ein Hörbuch getestet und das kam bei mir gar nicht an. Ich fing oft an mit den Gedanken auszuschweifen und der Geschichte nicht mehr zu folgen, so spannend sie auch war! 🙁
    Auf der anderen Seite finde ich es super wichtig, den Menschen, die darauf angewiesen sind, aber auch denen, die darüber mehr Zugang zu den Büchern bekommen, diese Möglichkeit zu geben. Freunde von mir hören zum Beispiel für ihr Leben gern beim Autofahren. Lesen beim Autofahren, ist dagegen keine gute Idee.
    Lieben Gruß

  3. guten morgen!
    meinen Meinung kennst du ja… ein buch ist ein buch ist ein buch! egal wie oder was. man muss eben seinen Horizont öffnen, um zu erkennen, dass unter der Oberfläche weitere schichten versteckt liegen. da wir nicht alle gleich und gleich gesund sind, sollte man schon überlegen, warum man wen aus welchen gründen ausgrenzt. und ob es nötig ist?! wie gesagt, warum HB in ungekürzter Fassung nicht gleichwertig einem print oder ebook sind, wird sich mir nie erschließen…
    wünsch dir ne schöne Woche,
    glg monerl

  4. Bei mir hängt es auch sehr oft von der (erwarteten) Geschichte ab :). Manche Bücher möchte ich hören und hören und hören, da kann es gar nicht lang genug sein :D. Und manche möchte ich wieder lieber lesen.

    So richtig kann ich das selbst nicht erklären, aber es hängt sehr viel auch vom Sprecher ab. Manche Stoffe ziehe ich mittlerweile als Hörbuch wegen des Sprechers vor, habe ich gemerkt. Wenn der gut ist, kann ein Hörbuch aus einem Stoff noch viel mehr herausholen – dann wird eine Geschichte fast lebendig :).

  5. Auch das kann ich nachvollziehen :). Es gibt Hörbücher, die können wirklich anstrengend sein – und wenn man sich dann auch noch ganz genau drauf konzentrieren muss … Vielleicht bist du aber auch mehr der Hörspiel-Typ? Einige Romane gibt es mittlerweile als Hörspiele und als Lesungen – auch das ist sehr spannend, einfach um zu sehen, wie unterschiedlich beide Fassungen sind :).

    Liebe Grüße
    Ascari

  6. Liebe Monerl,

    eure Diskussion im Lovelybooks-Thread hat mich ja erst dazu angeregt, den Beitrag zu fertig zu schreiben :). So richtig bewusst ist mir das nämlich erst durch deine Antwort geworden, dass die Aussage "Hörbücher sind bei einer Challenge nicht zugelassen" eigentlich eine Ausgrenzung für jemanden darstellt, der auf Hörbücher angewiesen ist, um Inhalte zu konsumieren.

    Du bringst es mit deinem Satz "Ein Buch ist ein Buch ist ein Buch" eh schön auf den Punkt :). Das Hörbuch stellt ja nur ein anderes Medium dar, zumindest wenn wir von ungekürzten Lesungen sprechen …

    Liebe Grüße
    Ascari

  7. Warum ungekürzte Hörbücher von einer Challenge ausgeschlossen sind erschließt sich mir gerade auch gar nicht, eben auch aus dem Grund, dass jemand der blind oder schwer sehbehindert ist, ja nix dafür kann und der Inhalt ist ja der gleiche.

    Ich bin mit Hörbüchern bisher nicht so warm geworden, zumindest wenn ich was anderes nebenher mache, dann kriege ich Teile der Geschichte nicht mit, selbst wenn ich nur nebenher bügel oder das Zimmer streiche und mit gekürzten Fassungen kann ich gar nichts anfangen, weil ich mich dann ärgere, dass was fehlt. Also ich hab mal eine gekürzte Fassung von Hunger Games gehört und war entsetzt wie stark die gekürzt war… da kann man gleich in den Film gehen.
    Ich nehme mir mehr Zeit und Konzentration für die Geschichte, wenn ich sie wirklich lese, deswegen mag ich persönlich das lieber. Aber wie gesagt, jemand von einer Lesechallenge auszuschließen, weil er mit dem Hörbuch teilnehmen würde, das finde ich auch irgendwie unverständlich.

  8. Hallo,

    interessanter Beitrag! 🙂 Ich habe mir bis jetzt nie Gedanken darüber gemacht, ob Hörbücher bei Challenges zugelassen sind und wenn nicht, warum nicht. Aber deine Argumente würde ich jetzt genauso unterschreiben.

    Mein erstes Hörbuch habe ich erst dieses Jahr gelesen – und war angenehm überrascht. Dennoch bevorzuge ich das Buch zum Selberlesen. Ich habe einfach keine Beschäftigung, der ich während des Hörens nachgehen kann und nur rumliegen und zuhören ist zwar entspannend, aber manchmal auch ein wenig… weiß nicht. Mir vergeht da schneller die Lust. 😉
    Dennoch werde ich auch in Zukunft ab und an mal ein Hörbuch lesen.

    Liebe Grüße.

  9. Liebe Conja,

    Ablenkung spielt bei mir schon auch immer wieder eine Rolle, das hab ich gemerkt … Deswegen höre ich sie auch gern im Bad, wenn ich eine Zeit lang in der Badewanne liege zum Beispiel :).

    Was gekürzte Hörbücher angeht, ist das auch für mich ein zweischneidiges Schwert. Wenn man es raushört oder gar entscheidende Dinge rausgekürzt wurden, die für das spätere Verständnis wichtig sind, dann geht das gar nicht … Ich hatte aber auch schon gekürzte Fassungen, denen hat man es nicht so angemerkt.

    Liebe Grüße
    Ascari

  10. Hi!

    Hörbücher brauchen Zeit und man muss sich drauf einlassen können, sag ich da immer :). Mir ist aber auch völlig klar, dass das nicht jedem liegt. Da hat jeder seine eigenen Vorstellungen, was einem gefällt und was nicht.

    Liebe Grüße
    Ascari

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