Welche Bücher ich (meistens) meide

Die meisten von uns haben ihre Lieblingsgenres, ganz klar. Logischerweise sprechen und schreiben wir deswegen auch sehr, sehr gern über sie. Aus diesem Grund habe ich mir überlegt, das Ganze einmal von der anderen Seite her zu beleuchten – sprich: über die Genres zu schreiben, die sich bei mir nie oder nur ganz selten finden …

Denn seien wir einmal ehrlich: Auch wenn ich gerne betone, dass ich eine Querbeet-Leserin bin, gibt es doch auch Bücher, die ich nie und nimmer in die Hand nehmen werde, weil sie mir aus den unterschiedlichsten Gründen nicht liegen. Da können sie gehypt werden bis zum Umfallen, ich werde sie trotzdem nicht lesen.

Horror-Romane

Ganz oben auf dieser Liste steht das Horror-Genre. In der Hinsicht war ich meistens konsequent, weil ich auch Horror-Filme immer gemieden habe … Mein Unterbewusstsein sorgt in meinen Albträumen schon so für genügend Horror, da braucht es diesen Input nicht noch extra. Und ja, da lebt das Sensibelchen in mir auf und in Kombination mit der Eigenschaft, die Geschichten der Protagonisten quasi mitzuerleben, leide ich ziemlich mit.

Wobei ich fairerweise einräumen muss, dass es nicht immer ganz leicht ist einzustufen, was ich als Horror empfinde und was nicht. Viele Mystery- oder Gruselgeschichten haben Horror-Elemente – damit kann ich aber meist gut leben. Genauso auch Thriller. Es ist also nicht immer ganz eindeutig, was ich für mich persönlich schon als zu viel empfinde und was nicht.

Manche Autoren haben sich aus diesem Grund noch nicht sehr oft zu mir verirrt, wie beispielsweise Stephen King. Obwohl viele seiner Romane mittlerweile als Klassiker gelten und ich einige Fans kenne, meide ich seine Bücher großteils – ich habe nur “Die Arena” (wegen der TV-Serie “The Dome”) und “Dead Zone” (auch wegen der gleichnamigen TV-Serie) von ihm gelesen. Da konnte ich mir relativ sicher sein, was mich erwarten und dass ich das packen würde :).

Blutige Thriller

Das Sensibelchen hat irgendwann auch einmal eine Grenze aus den gleichen Gründen bei den Thrillern gezogen. Bestimmte Autoren gehen mir persönlich einfach zu viel ins Detail, was die Beschreibung von Folterungen, Verstümmelungen und anderen grausigen Dingen angeht. Natürlich geht es nicht ohne Blut, Mord und Totschlag, aber ich mag es nicht, wenn sich der Autor in dem verliert, was jemandem angetan wurde. Ich stelle mir das meist viel zu plastisch vor, daher lese ich solche Bücher nicht mehr sehr oft oder überblättere entsprechende Stellen dann auch.

Was ich auf jeden Fall beobachtet habe, ist, dass die blutigen Thriller seit etwa zehn Jahren am Vormarsch sind. Ich weiß nicht, ob ich mir das einbilde, aber ich habe das Gefühl, dass es früher nicht so viele Geschichten aus diesem Bereich gegeben hat … Stumpfen wir in dieser Hinsicht immer mehr ab, dass es notwendig wird, die Brutalitäten immer mehr zu steigern, um eine emotionale Reaktion zu provozieren?

Wie auch immer: Für mich sind gute Thriller solche, die die Angst im Kopf entstehen lassen. Die auf bestimmte Dinge verzichten, sie nicht beschreiben und den Rest der Phantasie überlassen. Das Kopfkino ganz bewusst aktivieren mit der Frage, was passiert sein könnte. Ein gutes Beispiel für diese Art Thriller ist meiner Meinung nach Andreas Gruber, der sehr gekonnt mit diesem Nicht-Wissen spielt (und natürlich seinem “Grumpy Cat”-Ermittler Maarten S. Sneijder 😄).

Reine Liebesromane

Ach ja, die Liebe. Gibt es eigentlich Statistiken oder Aufzeichnungen, wie viele Bücher es gibt, in die mal mehr, mal weniger eine Liebesgeschichte eingeflochten wurde? Das wäre ja mal interessant, wie hoch der Anteil im Bereich Belletristik wirklich ist. Und dann müsste man noch einmal auswerten, wie hoch der Anteil mit Happy-Ends ist … Wenn ich raten sollte, liegt er bestimmt bei 90 Prozent. Was auch irgendwie nachvollziehbar ist, denn wenn wir uns in andere Welten träumen wollen, wollen wir ja nicht erleben, dass es schlecht ausgeht.

Darin liegt meiner Meinung nach aber auch genau das Problem. Reine Liebesromane sind in den meisten Fällen vorhersehbar, wenn man an das Ende denkt. Daher muss schon der Weg zur großen Liebe irgendwie spannend verpackt sein, ansonsten greife ich nicht zu Liebesgeschichten. Es passiert zwar schon immer wieder mal, dass Bücher aus diesem Bereich bei mir landen, aber es geschieht selten. Wenn Liebe, muss sie bei mir mit irgendetwas verknüpft sein, einer Art Abenteuer, die die Figuren – und damit auch mich – auf Trab hält und in deren Verlauf sich die Protagonisten verlieben.

Was mich persönlich auch eher abstößt, ist das Gefühl, wenn der Autor absichtlich auf die Tränendrüse drückt. Wenn es für mich einfach zu gewollt ist, dass die Figuren Schicksalsschläge erlebt haben und diese nun überwinden müssen, um glücklich zu werden. Gerade im Jugendbuch-Bereich ist das ja im Moment sehr beliebt, wirkt auf mich aber häufig einfach nur noch übertrieben. Die Wirklichkeit sieht wahrscheinlich im Vergleich eher langweilig aus, ist aber natürlich nicht so gut geeignet, um mit den Figuren mitzuleiden.

“Literarische” Romane

Okay, ich gebe es zu, was meinen Lesegeschmack angeht, bin ich relativ einfach gestrickt. Ich lese, um mich unterhalten zu lassen – meistens. Ich möchte Geschichten, die es mir erlauben, abzuschalten, mich zu entspannen und ein paar Stunden gefühlt in die Haut der Protagonisten zu schlüpfen. Sie auf ihrem Abenteuer ein Stück zu begleiten, ihnen dabei über die Schulter zu schauen. Was ich aber nicht mag, sind Bücher, die ich nicht verstehe. Die mich ratlos zurücklassen, wo ich das Gefühl habe, dass ich nicht verstanden habe, was sie mir sagen wollten.

Viele dieser Bücher sind in dem Bereich zu finden, der von der Literatur-Szene als Kunst bejubelt wird. Wahrscheinlich kommt hier wahrscheinlich genau derselbe Ansatz zum Tragen, der mich auch an modernen Gemälden, Skulpturen und anderen Kunstwerken verzweifeln lässt: Ich verstehe sie nicht. Verstehe nicht, was an dem Buch oder Bild oder was auch immer Kunst sein soll. Im Museum ist das aber einfacher, da bin ich im Vergleich nicht so lange damit beschäftigt wie mit einem Buch.

Es ist nicht so, dass ich “literarischen” Büchern keine Chance geben will – ganz im Gegenteil. Ich nehme immer wieder mal Anläufe, in neue Genres hineinzuschnuppern und gewohnte Lesebahnen zu verlassen, aber viele Bücher machen es mir schwer. Weil ich keinen Zugang zu ihnen finde und dann erst wieder mit Querlesen und Überblättern anfange auf der Suche nach etwas, was ich verständlich und nachvollziehbar finde.


So, das wäre er mal, mein Versuch, ein wenig zu dokumentieren, welche Bücher und Genres sich eher selten oder gar nicht zu mir verirren. Wie sieht es bei euch aus, welche Geschichten sagen euch nicht so zu?

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Buchige Vorsätze für 2017

Vor etwa zwei Wochen habe ich gestöbert, welche Beiträge um den Jahreswechsel 2015/2016 hier online gegangen sind. Unter anderem habe ich einen gefunden, den ich im Nachhinein als Rückblick und als Vorschau bezeichnen möchte. Der Rückblick beinhaltete meine gelesenen Bücher, der Ausblick zeigte mir, was ich mir für 2016 vorgenommen hatte … Das war im Nachhinein ganz interessant zu sehen, daher bekommt ihr auch für 2017 eine kleine Zusammenfassung.

Im Vergleich zu 2015 habe ich 2016 sieben Bücher weniger gelesen, die Anzahl der Seiten hat Goodreads mit etwa 38.000 ausgewertet. Auch weniger als im Vorjahr, aber immer noch eine sehr beeindruckende Zahl, auf die ich stolz sein kann. Mehr Details findet ihr hier (vorausgesetzt ihr besitzt einen Goodreads Account).

Trotzdem habe ich mir für 2017 vorgenommen, es insgesamt gemütlicher anzugehen und meine Lesezahlen zu drücken. Gerade der Dezember hat mir deutlich gezeigt, dass es einfach nicht funktioniert, wenn ich mir selbst zu viel zumute. Ich liebe das Lesen, aber es ist kein Wettbewerb (den man sowieso nur verlieren kann).

Aus demselben Grund habe ich auch die Anzahl meiner Challenges runtergeschraubt, ich nehme nur noch an der Goodreads Challenge und bei Aleshanees “Motto Challenge” 2017 teil. Die Goodreads Challenge läuft sowieso nebenher mit, die bedeutet keine extra “Arbeit”, und Aleshanees Challenge habe ich schon 2016 gern mitgemacht. Ich werde zwar dieses Jahr wegen das fast auf null reduzierten SuBs nicht mehr so viele Bücher haben, die zum jeweiligen Monatsthema passen, aber darum geht es mir nicht :).

Vorgenommen hatte ich mir eigentlich auch, meine Teilnahme an Leserunden und das Anfragen nach Rezi-Exemplaren weiter zu reduzieren, bin aber gleich nach ein paar Tagen bei Netgalley rückfällig geworden :D. Versteht mich nicht falsch, Leserunden möchte ich auch 2017 gern wieder haben, aber nicht mehr mit diesem Gefühl im Rücken, dauernd kommentieren und rezensieren zu müssen. Eine einzelne Leserunde hier und da: gerne. Aber nicht mehr jeden Monat ein, zwei oder mehr – das ist mir jetzt einfach zu viel …

Dafür möchte ich meine Zeit lieber in etwas stecken, das ich im Dezember als neuen Zeitvertreib für mich entdeckt habe: das Knüpfen. Und damit meine ich nicht nur Freundschaftsbänder, sondern auch andere Dinge, die man dieser schönen Technik herstellen kann. Individuelle Lesezeichen zum Beispiel lassen sich sehr gut damit anfertigen. Es ist zwar recht zeitaufwendig, lässt sich aber sehr gut mit einem Hörbuch oder Hörspiel verbinden :).

Ansonsten bleibt eigentlich alles, wie es ist. Rezensionen wird es weiterhin gemischt mit anderen buchigen Beiträgen geben, weil mir das die Freiheit gibt, auch weniger zu lesen oder manche Bücher nicht zu rezensieren, euch dabei aber trotzdem nicht im Stich zu lassen ;).

Wie sieht’s bei euch aus? Wie viele Bücher habt ihr 2016 gelesen und was habt ihr euch für 2017 vorgenommen?

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Buchblogs abonnieren: So geht’s!

Obwohl das #litnetzwerk Wochenende jetzt schon eine Weile her ist, möchte ich noch einmal ein Thema daraus aufgreifen, das mir beim Lesen und Kommentieren der verschiedenen Buchblogs aufgefallen ist:

Es fehlt bei vielen Blogs die Möglichkeit, das Blog zu abonnieren!

Wer sich auskennt, tut sich natürlich leichter, die Daten zu finden, die er zum Abonnieren braucht, aber ich gehe jetzt nicht davon aus, dass jeder Blogger weiß, wie das funktioniert … Deswegen habe ich eine kleine Übersicht zusammengestellt, die euch helfen soll, für euch die richtige Methode zu finden.

Ins Detail gehe ich jetzt absichtlich dabei nicht, verweise dafür auf andere Seiten, weil es sonst einfach den Umfang dieses Artikels sprengen würde. Wenn ihr Fragen dazu habt, schreibt mir einfach einen Kommentar oder schickt mir übers Kontaktformular eine Nachricht, dann helfe ich gerne weiter. Wenn euch noch weitere Methoden zum Abonnieren einfallen: Ab damit in einen Kommentar!

Warum sollte ich eine Abo-Möglichkeit bieten?

Gegenfrage: Wollt ihr regelmäßige Leser? Wenn ja (wovon ich jetzt einmal ausgehe), macht es ihnen so leicht wie möglich, euch zu folgen! Je schneller man einen entsprechenden Link oder Button findet, desto besser. Damit könnt ihr auch jemanden leichter dazu bringen, euch zu folgen, wenn er vielleicht nicht ganz überzeugt ist und sich einfach eine Zeit lang mal anschauen will, was ihr schreibt. Weiterlesen »

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Gutes Deutsch: Was ihr in Buchblogs vermeiden solltet

Folgenden Text entdeckte ich vor ein paar Tagen auf Twitter:

Wenn ihr ernst genommen werden wollt, dann vermeidet auf Buchblogs bitte die Worte “Rezession” (Rezension!) und “Triologie” (Trilogie!)

— Susanne Kasper (@literaturschock) 11. August 2016

Ein Teil von mir begann nach dem Lesen fast automatisch darüber nachzudenken, was ich eigentlich sonst noch sehr häufig falsch gesehen habe – und schon war die Idee für diesen Text da :).

Auf diesem Weg möchte ich mich außerdem bei allen bedanken, die mir bei Facebook mit weiteren Beispielen unter die Arme gegriffen haben! Wenn euch noch weitere Beispiele einfallen – nur zu! Ich freue mich über jeden Kommentar, der diese Liste hier ergänzt :). Ein extra Dankeschön geht auch an Susanne, die mir das Foto zur Verfügung gestellt hat!

© Susanne Halbeisen / Schnulzen und Schwerter

Die folgende Auflistung ist übrigens eine ganz subjektive – ich traue mich gar nicht schätzen, welche Fehler häufiger auftreten als andere …

Rezession / Rezension

Wenn wir Buchblogger von einer Rezi sprechen, ist das eine Abkürzung für “Rezension”. Rezension mit N! Ja, die “Rezession” klingt ähnlich, aber wir sprechen ja auch von Rezensenten und Rezensentinnen, von Rezensionsexemplaren und wenn wir ein Buch besprechen, rezensieren wir es. Wie kommt man dann auf die Idee, ausgerechnet die Buchbesprechung mit dem Rückgang der Konjunktur zu verwechseln? Wenn ihr eine Idee dazu habt, verratet es mir …

Eine echte Rezession wird man im buchigen Kontext mit großer Wahrscheinlichkeit nur in BWL-Büchern finden – und selten bei Buchbesprechungen bzw. Buchbewertungen. In diesem Zusammenhang auch ein Appell meinerseits: Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob Rezession oder Rezension – verzichtet auf das Fremdwort! Bücher lassen sich auch hervorragend bewerten oder besprechen, wenn man sie nicht rezensieren möchte ;).

Covers / Cover

Schöne, heile Anglizismen-Welt :). Das schöne Wort Cover ist ja so dankbar, wo wir früher Titelbilder, Umschlagbilder oder Hüllen verwendet haben, nutzen wir heute Cover. Cover sind praktisch: Es gibt sie eigentlich überall, wo man etwas bedecken will. Und damit sind nicht nur Bücher gemeint, selbst mein E-Book-Reader hat ja nun ein neues Cover, sorry, ich meine natürlich eine neue Schutzhülle ;).

Covers als Mehrzahl ist in dem Fall ja nicht einmal komplett falsch – der Haken ist nur, dass das ins Deutsche eingewanderte Wort im Deutschen ein sächliches Geschlecht bekommen hat. Das Cover, das Vorbild für die Cover der Nachfolgeromane war: Diesem Umschlagbild sollte man somit den Vorzug geben :).

Mehrteiler

Auf meiner persönlichen Fehler-Hitliste kommen die Mehrteiler sehr weit vorne. Neben der “Rezession” gehören “Duologie”, “Triologie” oder “Quadrologie” zu den am häufigstens falsch geschriebenen Begriffen, die mir im Zusammenhang mit Rezensionen schon begegnet sind. Okay, ein Duo sind zwei Leute, die miteinander etwas tun (Man denke da etwa an das dynamische Duo Batman & Robin ;)), ein Trio sind entsprechend drei Leute. Die Vorsilbe verrät ja auch schon, um wie viele Personen es dabei geht – da hatten die alten Lateiner was mitzureden ;). Das Dumme dabei ist nur, dass die bei den Mehrteilern den Mund halten mussten – an diesen Fremdwörtern sind die alten Griechen schuld!

Der Wortstamm “-logie” leitet sich von dem griechischen Wort “logos” ab – und das bedeutet auf Deutsch “Wort”. Bücher haben ja bekanntlich jede Menge davon, vielleicht hilft das für eine Eselsbrücke? Die Vorsilben dazu, die die Menge der Einzelwerke eines Mehrteilers bezeichnen, kommen damit auch aus dem Griechischen! Also nix mit Quadro und so! Richtig heißt es daher: Dilogie für einen Zweiteiler, Trilogie für einen Dreiteiler, Tetralogie für einen Vierteiler, Pentalogie für einen Fünfteiler und so fort :). Wenn es euch ganz genau interessiert: In der Wikipedia gibt es sogar einen ziemlich langen Text dazu.

Klapptext / Klappentext

Hardcover und in manchen Fällen auch broschierte Bücher erhalten ihn immer wieder – den Schutzumschlag. Da das hier jetzt kein Ausflug in die einzelnen Bestandteile eines Buches werden soll (Sonst würde der Text doch etwas länger werden :D), nur so viel dazu: Ein Schutzumschlag besteht aus Vorder- und Rückseite, Rücken, einer vorderen und einer hinteren Klappe (Innen- und Rückenklappe) sowie den meist unbedruckten Innenseiten.

Die Klappen werden dabei heute gern dazu verwendet, um sowohl Roman als auch Autor vorzustellen: Der Text, den man dort findet, nennt man daher Klappentext. “Klapptext” mag zwar aus dem Kontext heraus stimmen, schließlich wird dieser Teil des Schutzumschlags tatsächlich um den Buchdeckel umgeklappt. Der Klappentext hat jedoch nichts mit Klappstühlen, Klapprädern oder ähnlichen anderen Gegenständen zu tun, die man zusammengeklappt im Auto transportieren kann :).

des Autoren / des Autors

Der Verfasser eines Buches hat es wirklich nicht leicht :). Da schreibt er mit Herzblut an einem neuen Werk, schuftet täglich mehrere Stunden, bis sein Roman fertig ist, wartet auf den Tag der Veröffentlichung – und dann? Ist es nun die Schuld des Autors oder des Autoren, wenn sich das Buch nicht gut verkauft? Das Wort jedenfalls ist ein exzellentes Beispiel dafür, dass Deutsch wirklich bescheuert sein kann. Der Autor ist nämlich die Ausnahme von der Ausnahme von der Regel – und wem schwirrt jetzt nicht der Kopf?

Okay, machen wir es leichter: Der Autor gehört in dieselbe Gruppe von Wörtern wie der Professor, der Doktor oder der Direktor. Der Duden erklärt das in seinem Newsletter so (Hab ich extra für euch nachgeschaut): Wenn die Silbe “-or” unbetont ist (Der Autor wird ja am “Au” betont), wird das Wort stark gebeugt. Es heißt also richtig “des erfolglosen Autors”, um auf das Beispiel am Beginn zurückzukommen ;). Meinetwegen auch noch “die Schuld der erfolglosen Autoren” in der Mehrzahl, aber standardsprachlich heißt es “des Autors” in der Einzahl. Punkt. Aus.

Seid / seit

Dieser Fehler (oder soll ich sagen: diese Verwechslung?) ist mir mittlerweile auch schon ein paar Mal aufgefallen. Wobei mir nicht ganz klar ist, wie es dazu kommt. “Seid” ist eine Form von “sein” – liebe Leser, ihr seid meine treuesten Begleiter zum Beispiel. Oder als Aufforderungsform gibt es “seid” auch noch: Seid so gut und lasst mir einen Kommentar da ;).

Seit mit T wird immer in einem zeitlichen Kontext verwendet (Vielleicht kann man sich das so merken – mit T wie temporal?). Seit einer Woche ist mein Beitrag online. Seit einem Monat liegt das Buch auf meinem SuB. So in der Art halt. Und mehr ist da nicht dahinter! Echt nicht!

dass / das

Dass und das ist, glaube ich, der häufigste Fehler überhaupt – und das nicht nur auf Buchblogs. Eigentlich ist der Unterschied nicht schwer, aber ab und zu stolpere ich auch darüber, so ist das nicht :). Das Buch, das mir gut gefallen hat. Dazu kann ich auch sagen: Das Buch, welches mir gut gefallen hat – das ist auch nach Jahren noch immer meine ganz persönliche Eselsbrücke, wenn ich mir nicht sicher bin ;).

Das einfache “Das” leitet in dem Fall ja einen Nebensatz ein, der sich unmittelbar auf den Begriff davor bezieht. Bei “Dass” oder früher “Daß” (für die älteren Semester unter uns) funktioniert das mit dem Einsetzen dagegen nicht: Ich weiß, dass die Buchbloggerin eine fleißige Leserin ist – wo sollte man hier sinnvoll “welches” ersetzen? Weitere Beispiele gibt es auf das-dass.de.

nach dem / nachdem

Nachdem ich das Buch beendet hatte, machte ich mich an das Schreiben der Rezension. Aber: Nach dem Lesen des Buches setzte ich mich hin, um die Rezension zu schreiben. “Nachdem” zusammengeschrieben bedeutet für mich einen Zusammenhang. Nachdem etwas passiert ist, erfolgte eine Reaktion. “Nach dem Lesen” könnte ich aber auch mit “nach der letzten Seite des Buches” ersetzen und der Satz wäre noch immer sinnvoll. “Nach dem” ist eigentlich nur eine Form von “Nach”: Nach der Pause oder nach dem Lernen ergab alles für mich Sinn. Bei Deutschlich gibt es noch ein paar Beispiele, wenn ihr mehr wissen wollt ;).

vorallem / vor allem

Das ist ein Fehler, wo ich mich selbst auch immer wieder in den Allerwertesten treten muss, ich gestehe es :). Richtig ist die Schreibweise “vor allem”. Hier überlege ich immer noch, wie ich mir das am besten merken kann. Vielleicht fällt euch eine gute Eselsbrücke ein?

SuB / TBR

Das Kürzel SuB ist das gebräuchlichste, was man auf Buchblogs findet. SuB steht für “Stapel ungelesener Bücher”. Nicht mehr und nicht weniger. Der SuB ist deswegen auch der SuB und nicht der “Sab”. Nana hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass viele anscheinend denken, dass SuB aus dem Englischen kommt. Stimmt aber nicht! Es sei dann, man hat ein bisschen zu viel Shades of Grey gelesen – dort kommt “Sub” aber von “Submissive” – und bedeutet etwas ganz anderes …

Und weil wir grad beim Englischen sind: Englische Buchblogger benutzen in der Regel das Kürzel TBR, wenn es um ihre ungelesenen Bücher geht. TBR steht für “to be read”, meint also im Prinzip dasselbe wie das deutsche Kürzel “SuB”, bezieht sich aber nicht auf Stapel, sondern nur auf die Menge der Bücher, die noch gelesen werden wollen :).

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Kindle Unlimited im Test Teil 2

Ihr Lieben, ich habe es euch vor gut einem Monat schon angekündigt, aber jetzt kommt er endlich, der zweite Teil meines Kindle Unlimited Tests! Interessanterweise bewirbt Amazon sein Prime-Angebot deutlich aggressiver, aber da ich nicht zu denjenigen gehöre, die dort übermäßig oft bestellen, habe ich mir das Angebot für uns Vielleser angesehen 🙂 …

 

Wie leihe ich Bücher?

Da der erste Monat gratis ist, habe ich versucht, in dieser Zeit möglichst viele unterschiedliche Bücher zu leihen und zu lesen. Das hat im Großen und Ganzen eigentlich auch sehr gut geklappt, alle Bücher, die mit dem Button “kindleunlimited” versehen sind, kann man ohne Probleme in sein “Inventar” übernehmen und von dort aus auf Handy, Tablet oder Kindle Reader übertragen.

Dazu klickt man einfach bei dem entsprechenden Buch auf “Kostenlos lesen” – fertig. Danach wird man gefragt, ob man den Einkauf im Kindle Shop fortsetzen will oder seine ausgeliehenen Bücher anschauen möchte. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, das Buch auf ein anderes Gerät als das Standard-Lesegerät zu übertragen.

Wo finde ich meine geliehenen Bücher?

Wenn man von einer anderen Seite kommt, findet man seine geliehenen Bücher am schnellsten, wenn man im Menü im dunklen Kopfbereich rechts oben auf “Mein Konto” und dann auf “Mein Kindle Unlimited” geht.

Bis zu zehn Bücher kann man so gleichzeitig ausleihen, wenn man möchte, ich habe es allerdings während des Probemonats nie ganz ausgereizt, gebe ich zu. Es passiert wirklich selten, wenn ich mehr als zwei oder drei Bücher gleichzeitig anfange, daher hatte ich auch nie so viele verschiedene Bücher ausgeliehen.

Wie sieht mein Bücher-Inventar aus?

Die ausgeliehenen Bücher zeigt Amazon schön ordentlich in einer Reihe an und stellt auch noch gleich ein paar Möglichkeiten zum Sortieren und zum Anzeigen zur Verfügung. Da ich wie gesagt allerdings nicht so viele Bücher in meinem Inventar hatte, habe ich diese Funktionen nicht genutzt.

 

Was kann ich mit den geliehenen Büchern tun?

Kommen wir jetzt zu dem Punkt, der mich beim Testen irritiert hat. Amazon stellt einem für jedes Buch drei Aktionen zur Verfügung: “Liefern”, “Rücksendung” und “Bitte lesen”. Was das bedeutet, hat sich mir eigentlich dann erst durchs Ausprobieren erschlossen, muss ich gestehen.

Beim Punkt “Liefern” kann man sich aussuchen, an welches Gerät das Buch geliefert werden soll. Das heißt, wenn man auf seinem Handy oder Tablet die Kindle-App nutzt, kann man das Buch auch an eines der genannten Geräte schicken lassen.

Mit “Rücksendung” ist schlicht und einfach die Rückgabe des Buches gemeint. Ehe man das Buch wirklich zurückgibt, weist einen Amazon allerdings noch darauf hin, dass die Notizen und die zuletzt gelesenen Seiten gespeichert werden, falls man das Buch noch einmal ausleihen oder kaufen möchte.

“Bitte lesen” war für mich schlussendlich die größte Überraschung, das gebe ich zu, da ich irgendwie nicht mitbekommen habe, dass es bei Amazon mittlerweile einen sogenannten Cloud Reader gibt. Vereinfacht heißt es, dass man nun alle geliehenen und gekauften Bücher auch online im Browser lesen kann. Ich bin zwar kein großer Fan davon, direkt am Rechner zu lesen, aber es funktioniert ohne Probleme :). Genau wie man es auch von den Geräten kennt, hat man Zugriff auf seine Lesezeichen und Amazon weiß auch, wo man zu lesen aufgehört hat.

Einen Wermutstropfen hat die Sache dennoch: Für externe Dokumente (Bücher?), die man zum Beispiel per Mail auf seine Lesegeräte übertragen kann, funktioniert das nicht …

Mein Fazit

Man merkt, dass Amazon sich hier Mühe gegeben hat, ein gut zu bedienendes System zu schaffen und dem Nutzer alles in die Hand zu geben, was er zum Lesen braucht. Lediglich die etwas merkwürdigen Menüpunkte bei den aufgelisteten Büchern sollte man meiner Meinung nach sinnvoller benennen (Ob das ein Übersetzungsfehler ist?).

Bleibt noch die Frage nach den Büchern, die man sich bei Amazon ausleihen kann: Wer viel Belletristik liest und Genres wie Liebe, Fantasy oder Krimi mag, hat reichlich Auswahl. Bekannte Namen findet man aber eher wenige, nach wie vor wird der deutsche Markt hier von Selfpublishern und jungen Autoren bedient, die erste Leser für ihre Werke suchen. So manche Perle lässt sich damit finden – genauso aber auch jede Menge Texte, wo ich mir nicht sicher bin, ob sie den Stempel “Literatur” wirklich verdient haben …

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Kindle Unlimited im Test Teil 1

Ich gebe zu, ich habe im Vorfeld zu Amazons “Kindle Unlimited“-Angebot sehr unterschiedliche Meinungen gelesen … Verständlicherweise ist das Lesen mit einer Flatrate umstritten (Ich verstehe alle Argumente, die dagegen sprechen!), neugierig war ich aber trotzdem schon einige Zeit lang, wie Amazon das umgesetzt hat.

Aus gegebenem Anlass (Weil ich jetzt ein Buch lesen will, das es dort im Abo gibt), habe ich beschlossen, den Testmonat in Anspruch zu nehmen. Das Aktivieren ist ziemlich einfach, ohne Amazon-Konto geht es allerdings verständlicherweise nicht. Im Menü unter “Mein Konto” gibt es den Punkt “Mein Kindle Unlimited”. Hat man noch kein Abo, klickt man einfach auf den gelben Button “30 Tage gratis testen” und schon kann es losgehen.

Bücher, die mit dem Format “Kindle Unlimited” gekennzeichnet sind, kann man nun kostenlos ausleihen und lesen. Ausleihen? Ja, allerdings, denn Kindle Unlimited entspricht mit der Flatrate nur einer Leihbücherei, man kann jedoch selbst entscheiden, wie lange man das Buch “ausleiht”.

Im Gegensatz zu Amazon Prime, wo man nur ein E-Book pro Monat leihen und dieses auch nur auf dem Kindle lesen kann, ist “Kindle Unlimited” etwas großzügiger. Hier kann man bis zu zehn Bücher gleichzeitig leihen und auch auf verschiedenen Geräten mit der Kindle-App lesen, nicht nur am Kindle selbst.

Ich habe mir als erstes von Stefanie Sargnagel “Binge Living” geholt und gestern einmal angefangen, darin zu lesen. Die Synchronisation zwischen Handy und Tablet funktioniert auf bewährte Weise (Ich muss bei mir die zwar immer händisch anstoßen, aber sonst klappt es ohne Probleme). Ich bin zwar kein großer Fan vom Lesen am Tablet oder am Smartphone, aber es funktioniert in bewährter Art und Weise, das E-Book von Amazon auf das Lesegerät zu schicken.

Tablet Handy

Wie bereits erwähnt, habe ich jetzt dreißig Tage Zeit, das Angebot gratis zu testen, danach werden 10 Euro im Monat dafür fällig. Schon vom Preis her ist das Angebot daher wohl eher für Vielleser interessant und für solche, die kein Problem damit haben, eher unbekannte Autoren zu lesen.

Dies ist übrigens nach wie vor einer der großen Kritikpunkte von “Kindle Unlimited” und hat sich auch seit der Einführung bei uns nicht groß geändert: Es gibt fast hauptsächlich Indie-Autoren (Okay, und einige wenige bekannte Autoren, Joanne K. Rowling zum Beispiel). Wer gerne auf Englisch liest, wird mit dem Angebot aber auch seine Freude haben.

Wenn ich jetzt vorab schätzen sollte, für wen sich das Angebot nun wirklich rentiert, sind das leidenschaftliche Leseratten, die gerne auch unbekannteren Autoren eine Chance geben wollen. Ich bin jedenfalls gespannt, was mir der Monat damit so bringen wird … Freut euch daher auf den zweiten Teil dieses Testberichts, wenn die 30 Tage um sind :).

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Was du bei einer Rezension beachten solltest

Bist du dabei, das erste Mal eine Rezension zu schreiben und weißt nicht, was du schreiben sollst? Dann bist du hier nicht ganz richtig. Das macht aber nichts, denn ich kann dir den Beitrag von Sandy auf Tintenmeer sehr empfehlen. Sie geht in ihrem Text darauf ein, was in eine Rezension hineingehört und worüber man schreiben sollte.

Was ich mit diesem Beitrag möchte, ist, auf ein paar Dinge hinzuweisen, die man beim Schreiben gern übersieht, die aber dem Leser das Leben erleichtern :). Ein paar Tipps & Tricks eben, wie man dafür sorgt, dass der Leser sich zurechtfindet und die Rezension gern liest!

1. Als Rezension kennzeichnen

Das klingt im ersten Moment ein bisschen merkwürdig, da doch die meisten von uns über den entsprechenden Blogbeitrag “Rezension” in der einen oder anderen Form darüberschreiben (Am beliebtesten sind wohl die rechteckigen Klammern, um zu kennzeichnen, was für eine Art Beitrag folgt). Ich habe aber auch schon gesehen, dass nur Autor und Titel darübergeschrieben wurde.

Warum das wichtig ist? Viele Rezensionen werden in Buchblogs nur kurz angerissen (angeteasert), dann kommt ein “Weiterlesen” oder “mehr”. Oft sind diese Teaserabsätze aber so kurz, dass man nicht erkennen kann, was in dem Beitrag auf einen wartet – ist es ein Buchtipp, eine Neuvorstellung oder eben eine Rezension? Wer nicht in den Titel “Rezension” schreiben möchte, kann aber mit Labels (bei Blogger) oder mit Kategorien bzw. Tags (bei WordPress) arbeiten.

2. Die Rezension strukturieren

Auch wenn Sandy es bereits in ihrem Beitrag geschrieben hat, möchte ich es noch einmal erwähnen: Eine Struktur ist wichtig! Gemeint ist, wie man den Beitrag aufbaut. Als Leser gewöhnt man sich irgendwann einmal daran, dass Rezensionen gewissen Prinzipien folgen. Bibliographische Angaben, Cover, einleitende Worte, Inhaltsangabe, Meinung, Fazit und Bewertung sind so die gängigen Elemente einer ordentlich aufgebauten Rezension. Manche Bloggern strukturieren ihre Rezensionen aber auch nach bestimmten Kriterien (Charaktere, Aufbau, Idee, Umsetzung, Gestaltung, Cover).

Dass ich selbst nicht alle diese Informationen in meinen Rezensionen verwende, ist mir bewusst, meine Struktur ist etwas vereinfacht: Einleitung – Cover – Inhalt – Meinung – Fazit – Bewertung. Auf bibliografische Angaben verzichte ich beispielsweise, sie sind in meinen Augen eine schöne Draufgabe, aber nicht zwingend notwendig. Viele Bücher erfahren im Lauf der Zeit oft Neuauflagen, die Daten sind also irgendwann veraltet und meiner Meinung nach nicht mehr aussagekräftig.

Was ich aber bei der Struktur als notwendig erachte, ist, dass man wenigstens zwischen Inhalt, Meinung, Fazit bzw. Bewertung beim Schreiben unterscheiden sollte. Ich habe mich mittlerweile selbst schon oft dabei ertappt, erst einmal ans Ende einer Rezension zu scrollen, das Fazit und die Bewertung zu lesen – und dann erst zum Anfang zu springen :). Häufig ist mir von einem Buch auch schon der Inhalt bekannt, dann interessiert mich nur noch die Meinung des Rezensenten und seine Bewertung.

Hält eine Rezension aber nicht bewusst diese Abschnitte auseinander, bin ich gezwungen, den ganzen Text von oben nach unten durchzulesen – und nicht immer habe ich dazu Lust oder Zeit (Die nächste Rezension zum gleichen Buch wartet vielleicht schon auf der nächsten Website!).

3. Das Buch übersichtlich bewerten

Ich weiß mittlerweile aus eigener leidvoller Erfahrung, dass es zeitweise wirklich enorm schwer fällt, ein Buch zu bewerten – ganz gleich, ob man Sterne, Grafiken oder was auch immer dazu verwendet. Es ist aber deutlich einfacher für den Leser, Lob und Kritik einzuordnen, wenn man beispielsweise ein Schulnotensystem verwendet.

Ich habe erst vor kurzem eine sehr schöne Rezension gelesen, die mir gut gefallen hat, aber ich hatte am Ende Probleme festzustellen, wie gut oder schlecht der Verfasserin das Buch wirklich gefallen hat. Eben aus dem Grund, weil sie sowohl Lob als auch Kritik verteilt hat, aber keine Bewertung hinterlassen hat. Zwischen 3 und 5 Sternen (um beim klassischen Bewertungssystem zu bleiben) hätte das alles sein können …

4. Die Lesbarkeit gewährleisten

Viele machen sich ja die Mühe, mit schönen großen Grafiken den Text zu gestalten – das ist wunderschön anzusehen (Hier machen sich viele wirklich richtig Mühe!), aber zumindest für das Verständnis des Textes nicht zwingend notwendig. Einfache Überschriften tun es auch (Höre ich ein Aufatmen aller, die mit Grafikprogrammen nicht so gern umgehen?).

In diesem Zusammenhang ein Tipp: Kontrolliert immer wieder einmal, wie eure Rezensionen auf dem Handy aussehen! Ich habe schon so oft erlebt, dass mir am Rechner ein wahres Feuerwerk einer toll gestalteten Rezi begegnet ist, während mir am Handy bei derselben Rezi alles vergangen ist … Nicht vergessen: Wir alle lesen immer mehr am Handy und unterwegs – da sollte eine Rezi auch am Handy gut zu lesen sein! Und lange Ladezeiten von Grafiken machen da keinen Spaß …


Auch wichtig: Macht ausreichend Absätze, einfach alles, was es einfacher macht, einen manchmal wirklich langen Text leichter zu lesen. Wenn mir eine Rezension als große, lange Textwüste entgegenspringt, vergeht mir schon beim Anblick die Lust, weil das einfach anstrengend ist (Und wie schon gesagt, am Handy noch viel mehr!).

In dieselbe Ecken gehört meiner Meinung nach auch das Thema Schriften. Ich habe schon viele Blogs gesehen, die gerne Schreibschriften oder ähnliches verwenden. Schön anzuschauen, aber wenn die Schrift klein ist, sind sie sehr, sehr schwer zu lesen! Wenn mich eine Rezension interessiert, schalte ich auf eine Standardschriftart zurück (Ja, das geht mit entsprechenden Helferlein im Browser), wenn nicht, bin ich weg – und das wollt ihr ja nicht, oder?

5. Die Rezension anteasern – ja oder nein?

Ich habe ein bisschen weiter oben bereits auf das “Weiterlesen” hingewiesen. Sowohl WordPress als auch Blogger ermöglichen es, einen Blogbeitrag nur anzureißen und den Rest auf der Startseite bzw. Blogseite nicht zu zeigen. Gerade bei langen Texten halte ich diese Funktion für durchaus sinnvoll. Nicht jeder ist an jedem Text auf einem Blog interessiert, manche Dinge überblättern wir eben.

Was ich allerdings nicht für klug halte, ist, generell jeden Text anzuteasern. Macht euch bewusst, dass in diesem Fall der Text, den der Leser sieht, sooooo spannend und interessant sein muss, dass der Leser auf das “Weiterlesen” auch tatsächlich klicken will, um den Rest zu sehen … Wenn aber der interessante Teil erst hinter dem “Weiterlesen” kommt, habt ihr schon verloren und der Leser ist weg, weil ihn der Anfang nicht neugierig genug gemacht hat.

Ich weiß ja nicht, wie es euch dabei geht, aber ich bin hier ein notorischer Faulpelz (besonders am Handy, wo das Anklicken eines Weiterlesen-Links oft genug ein kleines Abenteuer darstellt). Ich mache das wirklich nur, wenn der Anfang des Textes mir verspricht, dass da noch was Tolles / Geniales / Spannendes / Unterhaltsames kommt, das ich nicht versäumen darf :D.

6. Nachvollziehbar bewerten

Euch hat ein Buch nicht so gefallen? Seid mutig und traut euch, auch einmal ein Buch schlechter als mit vier Sternen zu bewerten! Ich bin jemand, der es sehr schätzt, wenn jemand offen seine Meinung zu einem Buch schreibt und dazu gehört es in meinen Augen auch, bestimmte Teile an einem Buch nicht zu mögen.

Ich habe schon so oft Rezensionen gelesen, deren Inhalt mich auf eine 2-Sterne- oder eine 3-Sterne-Rezension schließen hat lassen – einfach weil so viel Negatives erwähnt wurde – und am Ende standen erst wieder vier Sterne da! Daher mein Appell: Überlegt euch, was ihr gut findet und was nicht und gestaltet eure Bewertung so, dass der Leser versteht, warum ihr die Bewertung vergeben habt.

7. Warum werden Rezensionen gelesen?

Habt ihr euch schon einmal gefragt, warum Rezensionen so wenig Kommentare bekommen? Ich denke, es hängt damit zusammen, dass sie deutlich weniger oft gelesen werden als andere Blogbeiträge (zumindest sagen das meine Statistiken :)). Daher drängt sich natürlich auch die Frage auf, warum lesen wir Rezensionen. Für mich kann ich die Frage folgendermaßen beantworten:

  • Ich kenne den Verfasser und lese generell gern seine Blogbeiträge.
  • Ich kenne das rezensierte Buch und möchte wissen, was der Verfasser davon hält.
  • Ich kenne das rezensierte Buch noch nicht und möchte mir ein Bild machen, wie es bei anderen Lesern ankommt.
  • Ich bin auf der Suche nach Leseempfehlungen.

Punkt 4 ist meiner Meinung nach der Punkt, wo wir als Blogger ansetzen können. Wenn es uns gelingt, die Rezension so einzigartig zu schreiben, dass der Besucher unseres Blogs zu einem fixen Leser wird – dann STRIKE :). Daher: Ein gut formulierter, fehlerfreier und vielleicht auch lustiger Text wird uns mehr bewegen als eine lieblos herunter getippte Rezension, die vielleicht nur deswegen geschrieben wurde, weil der Verfasser das Buch als Rezi-Exemplar bekommen hat.

Mir ist hier durchaus bewusst, dass bei den Attributen “lustig” und “lieblos” die Meinungen auseinandergehen, aber glaubt mir, wenn ich sage, dass Texte deutlich lieber gelesen werden, wenn ein gewisser Humor und Persönlichkeit vorhanden ist. Gerade bei Romanen, die eine Zeit lang durch alle Bücherblogs die Runde machen, ist das unheimlich wichtig ;).


Wie schauen eure Erfahrungen aus? Welche Gedanken sind euch beim Lesen von Rezensionen schon durch den Kopf gegangen? Was fehlt auf meiner “Liste” noch?

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