(Kurz)Rezension Rob Hart – Der Store

Der Store Cover“Der Store” war für mich wieder einmal ein sehr gutes Beispiel dafür, wie schwer ich mich manchmal damit tue, mich für oder gegen ein Buch zu entscheiden. Letztlich hat der Austausch beim Bookopoly dazu geführt, dass ich mich doch an das Buch herangetraut habe – und ich habe es nicht bereut!

Der Klappentext:

Du bekommst alles im Store. Aber das hat seinen Preis …

Der Store liefert alles. Überallhin. Zu besten Preisen. Der Store ist Familie. Der Store schafft Arbeit und weiß, was wir zum Leben brauchen. Bis in den Tod.

Paxton und Zinnia lernen sich als Angestellte bei “Cloud” kennen, dem weltgrößten Onlinestore. Das Leben im Cloud-System ist perfekt geregelt, aber unter der Oberfläche brodelt es. Denn im Geheimen formiert sich der Widerstand gegen den übermächtigen Konzern. Auch Paxton muss sich bald die Frage stellen: Ist Zinnia die, die sie zu sein vorgibt? Kann er ihr trauen?

Packende Lesung mit vier hochkarätigen Stimmen: Simon Jäger als Paxton, Anna Carlsson als Zinnia, Frank Arnold als Patriarch, Gibson Wells, und Janine Stenzel als Stimme aus dem Off.

Meine Meinung:

Ganz ehrlich? Diese Geschichte gewinnt meiner Meinung nach als Hörbuch noch dazu, weil verschiedene Sprecher den unterschiedlichen Figuren Leben einhauchen. Paxton beispielsweise wird von dem unvergleichen Simon Jäger gesprochen, daber auch Anna Carlsson als Zinnia hat mir gut gefallen. Sie schaffen es vor allem, die Längen beim Plot, die sich langsam nach dem ersten Drittel einschleichen, zu überbrücken, da sie besonders die Dialoge viel lebendiger werden lassen.

Ich kenne zwar von dem Buch nur die Leseprobe, hatte aber schon bei den einleitenden Worten des Cloud-Gründers Gibson Wells das Gefühl, dass mich hier die Geschichte über die Ohren viel besser abholen konnte als der im Vergleich irgendwie kühl wirkende Text (zumindest, was die Leseprobe betrifft) …

An die “großen” Dystopien der Gegenwart kommt “Der Store” zwar nicht heran (Zeitweise wirkt die Kritik am nicht existierenden amerikanischen Sozialsystem meiner Meinung nach etwas plump), aber der Autor erlaubt sich ein interessantes Gedankenspiel mit der Tatsache, was wäre, wenn Konzerne wie Amazon unser Leben gänzlich bestimmen würden. Was wäre, wenn Menschen sich in die Sicherheit der Cloud flüchten würden, ihre Privatsphäre zugunsten eines geregelten und sauberen Lebens aufgeben würden? Das ist etwas, dessen erste Auswüchse wir heute schon in Form des Versand-Wahnsinns zu spüren bekommen.

Gibson Wells erscheint hier anfangs als der große Wohltäter, aber zwangsläufig ist nicht alles Gold, was glänzt – und das bekommen sowohl Zinnia als auch Paxton gerade in der zweiten Hälfte des Buches immer mehr zu spüren. Ins Detail möchte ich hier absichtlich nicht gehen, aber am Ende gab es dann schon eine gewisse Szene, wo es mir fast den Magen umgedreht hätte …

Das Ende ist relativ offen, lässt den Leser aber zumindest ein wenig Hoffnung. Das finde ich gut, denn Dystopien, die ein gutes, positives Ende haben, bedienen das Bedürfnis nach einem Happy-End doch ein wenig zu offensichtlich und sind für mich deswegen eher unglaubwürdig.

Mein Fazit:

“Der Store” ist in meinen Augen ein durchaus interessantes Gedankenspiel, das meiner Meinung nach als Hörbuch ein zusätzlicher Gewinn ist! Die Dialoge wirken dadurch deutlich lebendiger und lassen den Hörer die vorhandenen Längen bei der Handlung leichter überbrücken …

  • ★★★★
  • Hörbuch
  • 811 Minuten
  • Random House Audio
  • B07WGG5SFC
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(Kurz)Rezension Karen McManus – One of us is lying

One of us is lying CoverIch erinnere mich, als das Buch vor zwei Jahren erschienen ist, hat es mich damals nicht wirklich angesprochen. Aber wie heißt es doch so schön: Das richtige Buch zur richtigen Zeit! “One of us is lying” war aber trotzdem ein Zufallsgriff, da ihn die Onleihe gerade zur Verfügung hatte …

Der Klappentext:

Eine Highschool, ein Toter, vier Verdächtige …
An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt. Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln. Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen. Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg. Cooper glänzt als Baseball-Spieler. Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle. Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes.

Meine Meinung:

Ich gestehe, ich hatte keine allzu großen Erwartungen an dieses Buch. Ich lasse mich gerade von Jugendbüchern einfach gerne unterhalten, gerade wenn es in meinem Leben wirklich stressig zugeht. Was ich wusste, war, dass es als “Jugendthriller” verkauft wird und das war genau das, wonach mir der Sinn stand, als ich es ausgewählt habe.

Und ich muss sagen, ich war trotz einiger Längen und Lücken bei der Handlung positiv überrascht. Das liegt vor allem an den vier Hauptfiguren, die anfangs als ausgemachte Stereotype eingeführt werden. Sie alle entwickeln sich allerdings im Verlauf der Geschichte weiter und bekommen mehr Facetten bzw. Charakterzüge, die man ihnen zu Beginn gar nicht zugetraut hätte.

Das machte es trotz der bereits erwähnten Längen interessant, der Geschichte zu folgen, auch wenn der kriminalistische Aspekt meistens nur nebenher mitläuft (und ich als Bürger dieser Stadt definitiv nicht auf so stümperhaft arbeitende Polizei angewiesen sein möchte). Am besten hat mir daher auch Addy gefallen, da sie die deutlichste Veränderung durchgemacht hat.

Das Ende läuft typisch Jugendbuch zwar etwas zu sehr nach Schema F ab (alle weiteren Probleme werden mehr oder weniger rasch und einfach gelöst), jedoch habe ich lange nicht mit dem Motiv gerechnet, das dem Leser serviert wird. Eine gewisse Überraschung inklusive, auf die ich wegen Spoiler-Gefahr jetzt allerdings nicht eingehen möchte.

Alles in allem ist “One of us is lying” also ein Buch, das mich trotz gewisser Mängel für sich einnehmen konnte. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob die Autorin das Niveau mit der Fortsetzung halten kann, aber ich kann jetzt verstehen, warum das Buch bei vielen Lesern gut angekommen ist.

Mein Fazit:

Ich gebe zu, ich hatte mir einfach etwas Unterhaltung für zwischendurch erwartet, wurde aber tatsächlich positiv überrascht. Endlich mal ein Jugendbuch, das seine Figuren ernst nimmt und ihnen unerwarteten Tiefgang zugesteht! Dies geht zwar zu Lasten des Krimis, das ließ sich für mich aber verschmerzen …

  • ★★★★
  • E-Book
  • 448 Seiten
  • cbj
  • 978-3641204990
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Rezension Ralf Raabe – Adrian Blackwell. Im Reich der Schatten

Adrian BlackwellBereits das Cover machte mich neugierig, ich gestehe es, auch wenn ich nun nicht mehr unbedingt zur Zielgruppe des Buches gehöre.

Allerdings weiß ich noch sehr genau, dass ich in dem Alter mit zwölf, dreizehn alles verschlungen habe, was nur irgendwie mit Märchen, Mythen und Sagen zu tun hatte. Und auch jetzt als Erwachsene mag ich solche Geschichten, die in der Art eines Percy Jackson geschrieben sind, immer noch sehr gerne.

Gerade die griechische und die nordische Mythologie haben es mir da besonders angetan, deswegen hat es nicht viel gebraucht, um mich hier anzufixen :).

Der Klappentext:

Der 16-jährige Adrian Blackwell ist entschlossen, den Tod seines Vaters aufzuklären. Dabei gerät er zwischen die Fronten der letzten Götter Asgards und Hel, der Herrscherin des Totenreichs. Denn Adrian besitzt einen Schlüssel zu Hels Reich: den Runen-Code seines Vaters. Mit dessen Hilfe soll er den Göttern die lebensverlängernden Äpfel der Idun beschaffen. Auf der Jagd nach dem Schlüssel hetzt Hels Bruder, der mächtige Fenris-Wolf, Adrian durch halb London bis hinab ins Totenreich. Dort muss Adrian sich entscheiden, ob er sein eigenes Leben rettet oder die Götter Asgards vor dem Untergang bewahrt.

Meine Meinung:

Wie bereits eingangs erwähnt, war ich nach dem ersten Kapitel wirklich neugierig auf dieses Buch. Ein Held, der auf seine etwas tollpatschige Art einfach zum Gernhaben einlädt, der Tod des Vaters, den Adrian offensichtlich nicht verkraftet hat – und dann diese geheimnisvollen Leute, die auf einmal aus dem Nichts in Adrians Umfeld auftauchen … Das hat eigentlich alle Zutaten, um eine wirklich spannende Geschichte zu erzählen. Dachte ich.

So nach und nach kristallisierten sich allerdings zwei Dinge heraus, die für mich nicht so ganz schlüssig waren. Da ist einmal der Protagonist, der im Klappentext als 16jähriger beschrieben wird, den ich aber durch sein Verhalten eher auf dreizehn Jahre (das empfohlene Lesealter) schätzen würde. Ich will bewusst nicht ins Detail gehen, aber es gibt einige Situationen, wo ich das Gefühl hatte, ein 16jähriger würde sich so nicht verhalten …

Im Verlauf der Geschichte führt der Autor neben dem Love Interest Alison außerdem mit Bo eine weitere Figur in die Geschichte ein, deren Sinnhaftigkeit sich mir ebenfalls nicht so ganz erschlossen hat. Ich gebe zu, ich frage selten nach “Wofür ist die Figur gut”, aber hier hat sich die Frage dann doch aufgedrängt.

Denn Bo erschien mir eher wie jemand, mit dem der Autor zeigen wollte, dass er mit sozial- und gesellschaftskritischen Themen am Puls der Zeit ist. Man hätte das meiner Meinung nach aber auch anders lösen können, in dem man Alison (die neben dem ersten Liebesgeplänkel eigentlich keine weitere Funktion mehr hat) und Bo zu einer Figur verschmolzen hätte.

Einige Szenen dagegen waren durchaus ganz witzig, besonders die, in denen es um das Auftreten der nordischen Götter gegangen ist. Ich sage nur “Odin”, “Thor” und “Walküren”. Hier habe ich einige Male durchaus grinsen müssen, besonders wenn man die Götter ernsthafter und düsterer kennt. Zu viel will ich hier aber nicht verraten, um nicht zu spoilern.

Zur Handlung möchte ich ebenfalls noch etwas sagen: Verläuft der Plot anfangs noch relativ ruhig, zieht der Autor besonders in der zweiten Hälfte die Erzählweise ganz schön an. Manches erschien mir hier fast zu gehetzt, ein paar Details mehr zu der einen oder anderen Szene in der Totenwelt hätten sicher nicht geschadet. Vor allem wenn man bedenkt, dass das Buch kein Glossar besitzt, wo man als junge/r Leser/in vielleicht nachschlagen möchte.

Apropos Totenwelt: Der Klappentext verrät eigentlich fast schon zu viel von der Handlung, denn eine echte Überraschung stellt am Ende nur eine einzige Sache dar. Das ist irgendwie schon ein bisschen schade, denn damit wird man – gerade was die Handlung betrifft – ganz ordentlich gespoilert.

Mein Fazit:

Ich wollte dieses Buch mögen. Vor allem nach dem ersten Kapitel hatte ich wirklich das Gefühl, diese Geschichte kann was. Leider warf der Verlauf der Handlung dann immer mehr Fragen auf, die am Ende bei mir einen recht durchwachsenen Eindruck hinterlassen haben.

  • ★★★★★
  • Hardcover
  • 240 Seiten
  • wortweit-Verlag
  • 978-3903326002
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Rezension Colleen Oakes – The Black Coats

Colleen Oakes - The Black CoatsWie ihr (vielleicht) wisst, lese ich ab und zu auch auf Englisch Bücher. Einerseits macht es mir Spaß und ich kann etwas für mein Englisch-Verständnis tun, andererseits sind die englischen E-Book-Ausgaben oft auch preislich leistbarer.

Besonders häufig schleichen sich da die englischen Original-Ausgaben zu Jugendbüchern bei mir ein, die gerade in der deutschen Übersetzung auf den Markt gekommen sind. “The Black Coats” machte mich vor allem wegen seiner eher ungewöhnlichen Thematik neugierig. Frauen, die einen Geheimbund gründen, um Männer zu bestrafen, die ein Unrecht an Frauen begangen haben? Da konnte ich einfach nicht Nein sagen.

Sollte euch doch die deutsche Ausgabe mehr zusagen: Sie ist unter dem Namen “Black Coats” (ohne das “The”) Ende August bei Gulliver in der Verlagsgruppe Beltz erschienen.

Zum Inhalt:

Thea Soloman ist ein eher introvertiertes Mädchen, das sich in der Schule von den anderen abkapselt. Die Trauer um ihre ermordete Cousine macht es ihr schwer, mit der Vergangenheit abzuschließen. Da bekommt sie eines Tages eine Einladung einer geheimnisvollen Verbindung: Die “Black Coats” sind ein nur aus Frauen bestehender Geheimbund, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, gewalttätigen Männern eine Lektion zu erteilen. Anfangs ist Thea mit vollem Eifer bei der Sache, aber nach und nach schleichen sich erste Zweifel ein, denn Selbstjustiz ist nicht immer die richtige Antwort – und welche Ziele verfolgen die “Black Coats” wirklich?

Meine Meinung:

Ich gebe zu, ich habe etwas gebraucht, um in diese Geschichte reinzukommen. Aber nicht wegen der Sprache, sondern wegen der Hauptfigur Thea. Die Autorin schildert sie anfangs als eher zurückhaltenden Menschen, der sich lieber in sein Schneckenhaus verkriecht und der sich schwer tut, auf andere Menschen zuzugehen.

Mit diesem Wissen hatte ich einige Probleme, sie mir als so spontan vorzustellen, dass sie – ohne das zu hinterfragen – einfach so einer Einladung zu einem Geheimbund ähnlich einer Schnitzeljagd kreuz und quer durch die Gegend folgt, bei der sie unter Zeit Hinweise finden muss. Dazu stürzt sie sich unter anderem in einen Brunnen mit komplett verdrecktem Wasser, der ihr das Kennenlernen ihres Love Interests Drew beschert.

Ja, richtig gelesen, denn auch dieses Buch kommt nicht ohne Liebesgeschichte aus, obwohl diese nicht sehr viel zur weiteren Handlung beiträgt. Eher im Gegenteil, denn irgendwann fragt man sich doch, warum Drew eigentlich mit einem Mädchen zusammen sein möchte, dass ihn permanent stehen lässt und ganz offensichtlich Geheimnisse vor ihm hat.

Denn die unscheinbare Thea mausert sich bei den “Black Coats” ziemlich bald zur Anführerin ihrer kleinen Gruppe Mädchen, die ziemlich unterschiedliche Fähigkeiten mitbringen. Als Team erhalten sie erste Aufgaben, im Englischen “Balancings” genannt, die die Bestrafung eines Mannes nach sich ziehen.

Dieser Teil der Geschichte machte für mich ehrlich gestanden den meisten Reiz an diesem Buch aus, denn die Mädchen sind tough und als Team ziemlich gut aufeinander eingespielt, weshalb sie ihre “Balancings” erfolgreich erledigen. Wer es noch kennt: Mehr als einmal ließen mich diese Aktionen an die Serie bzw. die Filme “Drei Engel für Charlie” denken, wo die Frauen sehr erfolgreich ihre oft männlichen Zielobjekte austricksen, um ihre Ziele zu erreichen.

Erste Zweifel kommen Thea und ihren Freundinnen allerdings erst, als es darum geht, gewalttätige Männer ihrerseits mit Gewalt zu bestrafen. Und wer ist die Gruppe Frauen, die es offensichtlich auf den Vater von Drew abgesehen hat? Hier liegt vieles im Dunkeln, weshalb sich die zweite Hälfte des Buchs deutlich mehr dorthin verlagert, die Geheimnisse, die die “Black Coats” umgeben, ans Tageslicht zu bringen.

Gerade hier schwächelt das Buch meiner Meinung nach allerdings am meisten, denn die Auflösung fand ich letztlich einfach nur unbefriedigend. Bei der ganzen Geheimnistuerei anfangs hatte ich mir da einfach mehr erwartet, muss ich sagen. Da wäre deutlich mehr drin gewesen als das, was die Autorin uns da serviert.

In Summe bleibt daher leider nur ein ziemlich durchwachsener Eindruck, der durch einige offensichtliche Schnitzer beim Lektorat bzw. Korrektorat noch verstärkt wird. Beispielsweise wird eine Adresse auf zwei verschiedene Arten geschrieben, Buchstaben bei Namen werden vertauscht und einiges mehr – dies lässt darauf schließen, dass nicht sehr viel Sorgfalt beim Korrektur-Lesen an den Tag gelegt worden ist.

Abschließend möchte ich noch ein paar Worte zur deutschen Leseprobe verlieren, die mich ehrlich gestanden ziemlich erschreckt hat: Nicht nur taucht derselbe Adressfehler wie in der englischen Ausgabe auf, es werden unter anderem auch “Ballet Flats” (also Ballerinas) einfach mit “Balletschuhe” übersetzt. Ich bin ja keine professionelle Übersetzerin, aber wenn selbst mir solche Dinge auffallen, ist so etwas einfach nur peinlich und wirft kein gutes Licht auf die Qualität der Übersetzung …

Mein Fazit:

“The Black Coats” ist ein Jugendthriller, der durchaus mit einer spannenden Idee aufwarten kann. Bei der Umsetzung sehe ich allerdings einige gravierende Mängel, die ein ordentliches Lektorat vermutlich hätte ausmerzen können.

  • ★★★★★
  • E-Book
  • 400 Seiten
  • HarperTeen
  • B079DR5C1W
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Rezension Dennis Lehane – Shutter Island

Dennis Lehane - Shutter IslandIch gebe zu, ich wusste lange Zeit nicht, dass der Film “Shutter Island” aus dem Jahr 2009 in Wirklichkeit ein Buch war, das sechs Jahre vor dem Film erschienen ist. Der Film selbst beeindruckte mich seinerzeit vor allem durch seine tolle Besetzung und durch seine Umsetzung des Themas.

Gott sei Dank wusste ich allerdings nicht mehr sehr viel über den Inhalt, denn ansonsten neige ich dazu, permament Film und Buch zu vergleichen. So konnte ich mich beim Lesen ganz auf das Buch konzentrieren. Trotzdem konnte ich natürlich nicht umhin, nach dem Lesen mir dann nochmal den Film anzusehen – und der wartete dann tatsächlich am Ende noch mit einer Überraschung auf. Aber dazu später mehr …

Der Klappentext:

Die US-Marshals Daniels und Aule sollen im Fall einer Kindsmörderin ermitteln, die von der Gefängnisinsel Shutter Island geflohen ist. Als sie dort ankommen, erhalten sie verschlüsselte Botschaften, die sie immer tiefer in den düsteren Bau und die Machenschaften der Ärzte führen. Nichts ist so, wie es scheint. Dennis Lehanes raffiniert komponiertes Meisterwerk um Wahn und Angst in neuer Übersetzung.

Meine Meinung:

Ich habe nach dem Lesen ein wenig bei Goodreads gestöbert, wie meist, wenn mich interessiert, was andere Leute zu einem Buch zu sagen haben, das ich selbst gelesen habe. Spannend fand ich hier, dass vor allem eingefleischte Lehane-Fans von diesem Buch nicht so begeistert waren. Begründet wurde das oft mit seinem Schreibstil bzw. mit der fehlenden Beschreibung des Settings und den nicht existierenden Charakterisierung der Figuren.

Diese Kritikpunkte kann ich für mich persönlich durchaus nachvollziehen. Ich hatte aus diesem Grund anfangs wirklich einige Probleme, in die Geschichte hineinzukommen. Angesiedelt ist das Buch ja in den 50er Jahren, diese sehr dürftigen Beschreibungen ließen mich zwischendurch allerdings immer wieder darauf vergessen, wenn nicht wenigstens die Dialoge gewesen wären.

Die Dialoge sind in meinen Augen auch das, was die Stärke dieses Buchs für mich ausmacht. Da ich ein ausgemacht schlechtes Gedächtnis für Namen und Figuren habe, haben mir oft die Dialoge weitergeholfen, um beim Einstieg nicht komplett den Faden zu verlieren. Gleichzeitig blinzelt da auch der offensichtlich recht eigenwillige Humor des Autors durch, den man schon mögen muss. Mir hat er allerdings gut gefallen und er half mir auch, mich dann doch noch in das Buch hineinzufinden.

Dennis Lehane versteht es außerdem meisterhaft, jede Menge Rätsel dem Leser vor die Füße zu werfen und sich keinen Deut darum zu scheren, sie aufzulösen. Das ist sicher nicht jedermanns Sache, aber meine Neugier stachelt sowas meistens an. Da nehme ich dann schon die eine oder andere Ungereimtheit in Kauf, einfach um herauszufinden, worum es eigentlich geht.

Irgendwann erreichte ich außerdem den Punkt, wo mir der Gedanke kam, ob der Autor nicht absichtlich so wenig ins Detail geht, ob es nicht viel mehr seine Absicht ist, dem Leser vieles vorzuenthalten, damit er selbst seine Phantasie bemühen muss. So in der Art wie moderne Kunst, dessen Aussage sich ja oft nicht erschließt. Dies ließ viel Raum für Spekulationen und deswegen war ich umso mehr gespannt auf das Ende, das dann auch mit einem echten Knalleffekt aufwarten konnte.

Welch eine geniale Idee! Ich hatte zwar vom Film her noch in Erinnerung, dass da etwas war zum Schluss, wusste aber nicht mehr was. Ich will jetzt hier absichtlich nicht zu viel verraten, weil es sonst vermutlich in fast jeder Hinsicht ein Spoiler ist. Aber dieses Ende regt auf jeden Fall zum Nachdenken an, es lässt weiteren Spielraum zu Interpretationen zu, auf die man anfangs ganz bestimmt nicht gekommen wäre.

Mein Fazit:

“Shutter Island” ist in vielen Dingen etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem was den Schreibstil und die Beschreibungen von Setting und Figuren angeht. Die Dialoge, die dunkle und geheimnisvolle Atmosphäre und nicht zuletzt das Ende machen dieses Buch aber zu etwas, was auf seine Art aus dem Thriller-Angebot herausragt. 3,5 Sterne, die ich gerne auf 4 aufrunde.

Zum Film:

Normalerweise schreibe ich in meinen Rezensionen eigentlich selten etwas zu den Verfilmungen der Bücher, die ich lese. Buch ist schließlich Buch, Film ist Film. Trotzdem möchte ich dieses Mal ausnahmsweise noch etwas extra zum Film sagen.

Dass der Autor des Buchs Executive Producer des Films ist, hat der Verfilmung gut getan. Denn die Handlung hält sich bis auf einige kleine Details sehr genau an das Buch – mit dem Unterschied, dass der Film mir zwangsläufig das Eintauchen in die Zeit natürlich leichter gemacht hat. Und verständlicherweise gleichen die Schauspieler aus, was mir im Buch bei den Figuren gefehlt hat. Auch wenn ich kein ausgemachter Leonardo diCaprio-Fan bin, spielt er Teddy Daniels sehr, sehr gut, aber auch Ben Kingsley und Max von Sydow in den Rollen der Ärzte Cawley und Naehring haben mir gefallen.

Am spannendsten fand ich allerdings das Ende, denn Teddy sagt im Film einen Satz mehr als im Buch. Dieser eine Satz hat es aber in sich, denn er gibt der Gesamtsituation am Ende noch einmal eine ganz neue Bedeutung, die mir zwangsläufig ohne das Lesen des Buchs nie aufgefallen wäre. Daher: Am besten zuerst das Buch lesen und dann den Film gucken!

  • ★★★★
  • E-Book
  • 432 Seiten
  • Diogenes
  • 978-3257607055
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Rezension Jo Machedanz – Fleischmaler

machedanz-fleischmalerWenn man es genau nimmt, ist das erste Mal, dass ich auf dieses Buch aufmerksam wurde, einer Rezension zu verdanken, die Gabi vom Laberladen veröffentlicht hat.

Der Titel lässt zwar darauf schließen, dass es hier um eine recht blutige Geschichte geht, aber dem ist nicht so. Wer oder was der “Fleischmaler” ist, wird im Buch nämlich erklärt – und es hat absolut nichts mit dem zu tun, woran man beim ersten Lesen denkt.

Zum Inhalt:

In Berlin passiert ein Mord, das Opfer ist dem Ermittlerteam rund um Hauptkommissar Jürgen Grossmann zunächst unbekannt. Gleichzeitig gibt die gehörlose Kira Timm, genannt Kiki, eine Vermisstenanzeige bezüglich ihrer Freundin und WG-Mitbewohnerin Lena auf. In einem ziemlich heruntergekommenen Haus lebt außerdem der Aussteiger Paul, der sich mit einem Thriller einen Namen machen will. Und nicht zuletzt reist der amerikanische Privatdetektiv Adam Peppercorn im Auftrag eines zwielichtigen Mannes nach Berlin, um Akt-Gemälde aus der Nazi-Zeit aufzuspüren und zu erwerben.

Meine Meinung:

Vier unterschiedliche Menschen, vier unterschiedliche Leben und vier unterschiedliche Erzählebenen, die auf den ersten Blick kaum bis gar nichts miteinander zu tun haben. Dass dem nicht so ist, wird schon bald klar, als Kiki – von der Polizei ignoriert – beginnt, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Als begnadete Sprayerin macht sie nämlich auf ihre Art und Weise auf die vermisste Lena aufmerksam.

Dies setzt gleich mehrere Dinge in Gang, Dinge, die einem als Leser nicht gleich klar werden. Überhaupt ist “Fleischmaler” kein Buch, durch das man mal so eben durchrauschen kann. Die verschiedenen Personen werden nach und nach vorgestellt und es braucht etwas Zeit, bis man sich hier reingefunden hat, wer wer ist und wer welche Ziele verfolgt.

Den Einstieg in das Buch fand ich entsprechend ein klein wenig holprig, aber gerade die Ermittlungen von Adam Peppercorn hatten es mir von Anfang an angetan. Denn die Kunstszene der Nazi-Zeit ist nicht unbedingt etwas, womit ich mich bisher sehr ausführlich beschäftigt habe. Der Autor schafft es aber gekonnt, dass ich mich zu keiner Zeit von den Informationen zu diesem doch recht komplexen Thema überfahren gefühlt habe. Ganz im Gegenteil, denn nach dem Ende des Buchs war ich neugierig genug, ein wenig eigene Recherchen anzustellen.

Nach und nach hat mich die Geschichte daher immer mehr hineingezogen und ich habe gemerkt, dass es mir schwer gefallen ist, das Buch zur Seite zu legen. Ich wollte einfach wissen, wohin das Ganze führen würde, denn bei der ersten Leiche bleibt es nicht. Was ist so geheim, dass jemand wortwörtlich über Leichen geht, um zu verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt?

Gut finde ich in diesem Zusammenhang auch, wie die unterschiedlichen Handlungsebenen einander berühren bzw. ineinander aufgehen. Das ist alles sehr geschickt gemacht, auch wenn ich aus Spoiler-Gründen jetzt nicht näher darauf eingehen werde. In Verbindung mit den ungewöhnlichen Figuren hat es aber durchaus Spaß gemacht, dieser etwas komplexeren Geschichte zu folgen.

Ein wenig Kritik muss ich aber auch loswerden: Viele Nebenfiguren bekommen Namen, obwohl das für den Fortgang der Geschichte nicht notwendig ist, beispielsweise eine Kellnerin oder eine Zeugin, die die Polizei verhört. Das ist schön und gut, trägt aber nicht viel bei zum Verständnis. Gerade am Anfang, wo ich mich erst einmal in die Geschichte hineinfinden musste, verwirrte mich das ehrlich gestanden ein wenig.

Darüber hinaus verrät der Original-Klappentext für meinen Geschmack fast zu viel. Deswegen habe ich versucht, für diese Rezension eine eigene Inhaltsangabe zu schreiben, die weniger Informationen preisgibt. Mag sein, dass das für manche nicht störend ist, ich gehöre allerdings zu der Gruppe Leser, die nicht so viel vom Inhalt wissen wollen, das erste Viertel der Handlung anzuteasern reicht mir zum Beispiel völlig aus. Der ursprüngliche Klappentext spoilert aber bis weit in die Mitte des Buchs hinein …

Was mir ebenfalls aufgefallen ist: Offensichtlich mag der Autor Action-Szenen nicht so besonders. Hier hätte ich es nämlich besser gefunden, wenn diese nicht aus der Perspektive eines Zuschauers bzw. einer dritten Person geschrieben worden wären, sondern aus der Sicht der betroffenen Person selbst. Das hätte die Spannung sicherlich noch erhöht, so bremst es das beginnende Tempo gerade auf dem Weg ins Finale immer wieder etwas aus.

Das Motiv für die Verbrechen, das das Finale schlussendlich zutage fördert, ist mir persönlich außerdem ein bisschen zu schwach, als dass es rechtfertigen würde, dass so viele Menschen sterben müssen. Auch die Erklärung dafür, die der Drahtzieher im Hintergrund liefert, konnte ich nicht so ganz nachvollziehen.

Nichtsdestotrotz hat es Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen, da es mich schon aufgrund seiner Komplexität, seiner ungewöhnlichen Figuren und seines interessanten Themas fesseln konnte. Der Autor lässt in seinem Nachwort zwar offen, ob und wann es eine Fortsetzung geben wird, aber ich würde mich freuen, einen zweiten Teil mit diesen Protagonisten in naher Zukunft lesen zu dürfen.

Mein Fazit:

“Fleischmaler” ist ein Krimi, mit dem der Autor neue, ungewöhnlliche Wege geht. Eine intelligent aufgebaute Handlung, ungewöhnliche Protagonisten und das kunstgeschichtliche Thema haben dafür gesorgt, dass ich dieses Buch trotz gewisser Schwächen gerne gelesen habe. 3,5 Sterne, die ich daher auf 4 Sterne aufrunde.

  • ★★★★
  • Taschenbuch
  • 314 Seiten
  • Eigenverlag
  • 978-3982099613
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Rezension Margaret Atwood – Die Zeuginnen

Margaret Atwood: Die ZeuginnenIch gebe zu, ich habe den Hype und die Geheimhaltung, der rund um “Die Zeuginnen”, das “langerwartete Sequel” zu “Der Report der Magd” erst mitbekommen, als das Buch erschienen ist.

Erst dann habe ich das erste Mal mir die Mühe gemacht, mir einen Überblick darüber zu verschaffen, was alles in den Medien zu diesem Buch geschrieben worden ist. Und das war eine ganze Menge, die letztlich wie immer nur einem einzigen Zweck gedient hat – nämlich die Erwartungen in die Höhe zu schrauben.

Die Entstehung der Serie habe ich zugegebenermaßen mit einer gewissen Skepsis verfolgt, ich bin mittlerweile kein großer Fan mehr davon, wenn erfolgreiche Bücher um jeden Preis verfilmt werden müssen, weil die Verfilmungen fast immer hinter den Büchern zurückbleiben.

Trotzdem habe ich mir die erste Staffel vor einer Weile angesehen und musste am Ende einräumen, dass die Serie das Buch bzw. dessen Botschaft hervorragend ergänzt, wenn nicht sogar erweitert. Allerdings verspürte ich zu dem damaligen Zeitpunkt nicht das Bedürfnis, nach der ersten Staffel weiterzuschauen, da ich das offene Ende vom “Report” eigentlich nicht ruinieren wollte …

Der Klappentext:

“Und so steige ich hinauf, in die Dunkelheit dort drinnen oder ins Licht.” – Als am Ende vom Report der Magd die Tür des Lieferwagens und damit auch die Tür von Desfreds “Report” zuschlug, blieb ihr Schicksal für die Leser und Hörer ungewiss. Was erwartete sie: Freiheit? Gefängnis? Der Tod? Das Warten hat ein Ende! Mit “Die Zeuginnen” nimmt Margaret Atwood den Faden der Erzählung fünfzehn Jahre später wieder auf, in Form dreier explosiver Zeugenaussagen von drei Erzählerinnen aus dem totalitären Schreckensstaat Gilead.

Meine Meinung:

Der deutsche Klappentext beginnt tatsächlich mit dem letzten Satz aus dem Report, dem Satz, der offenließ, wie es um das Schicksal der Magd bestellt war. Dieser Satz suggeriert allerdings auch, dass man in der Lage ist, dem neuen Buch problemlos zu folgen, auch wenn man nur den “Report der Magd” als Buch kennt. Was – wie ich erst nach dem Hören festgestellt habe – eigentlich nicht den Tatsachen entspricht.

Denn um das unmissverständlich klarzusellen: In “Die Zeuginnen” geht es um einiges, das man als Fan der Serie kennt, als reiner Buchleser jedoch nicht, da das neue Buch auf vieles eingeht, was erst in der zweiten Staffel der Serie erzählt wird.

Aus diesem Grund ist man als reiner Leser bzw. Hörer gezwungen, sich vor allem am Anfang einiges zusammen zu reimen. Auch wird nicht sofort klar, wer die drei unterschiedlichen Personen sind, die in diesem Buch mehr oder weniger ihre Lebensgeschichte aus der Ich-Perspektive schildern.

Die Sprecherinnen für das Hörbuch wurden übrigens meiner Meinung nach in diesem Kontext nicht gut gewählt, da vor allem die beiden Sprecherinnen für die jungen Erzählerinnen fast zu ähnlich klingen. Da beim Wechsel der Perspektive außerdem nie der Name der Person fällt, der nun erzählt, habe ich mir mit der Zeit eine kleine Eselsbrücke gebaut, da das A aus dem einen Zeugenbericht auch gleichzeitig dem Anfangsbuchstaben des Names einer der Erzählerinnen entspricht. Damit wurde es leichter, der Geschichte zu folgen.

Der bereits erwähnte Perspektivenwechsel führt allerdings nach und nach doch zu einer gewissen Neugier, wie es weiter geht. Denn die Autorin versteht es recht geschickt, gerade bei interessanten Passagen zum nächsten Zeugenbericht überzugehen: Da ist einmal das Mädchen, das in Gilead aufwächst, kaum mehr Erinnerungen an seine (leibliche) Mutter hat, stattdessen mit einem Märchen groß wird, wie seine aktuelle Mutter es den bösen Hexen entrissen hat.

Dann gibt es ein weiteres Mädchen, das Gilead nur aus der Schule kennt, weil es in Kanada bei Pflegeeltern aufwächst. Und quasi dazwischengestreut den wohl interessantesten Anteil der Geschichte, nämlich den einer älteren Frau, die das grauenerregende System in Gilead bewusst mitträgt und damit am Leben erhält. Die Namen möchte ich jetzt bewusst nicht nennen, aber wer die Serie kennt, kann sich vermutlich sowieso zusammenreimen, um wen es geht.

Die erste Hälfte des Buchs baut damit gezielt eine gewisse Spannung auf, die allerdings in der zweiten Hälfte für meinen Geschmack recht lieblos aufgelöst wurde. Da geht auf einmal vieles zu glatt und zu einfach, gerade unter dem Gesichtspunkt, dass sich eine der drei Protagonistinnen wirklich sehr, sehr dumm verhält. In einem Gilead, das wir in “Der Report” erlebt haben, hätte sie vermutlich nicht mal einen Tag in Freiheit überlebt.

Was mir gegen Ende außerdem auch ein wenig sauer aufgestoßen ist, ist die Tatsache, dass eigentlich zu viele Fragen beantwortet wurden. Offene Fragen, offene Beziehungen, fast alles löst sich am Schluss in gewisses Happy End-Wohlgefallen auf, das vor allem der Original-Geschichte irgendwie unwürdig ist.

War “Der Report” in der Tradition der großen dystopischen Romane noch gesellschaftskritisch wie kaum ein anderes Buch in den 1980er Jahren, ist “Die Zeuginnen” in meinen Augen eher ein nett gemeinter Versuch, die angefangenen Geschichten (sowohl im Buch als auch in der Serie) zu einem lieben, netten und freundlichen Ende zusammenzuführen.

Aus diesem Grund ist “Die Zeuginnen” zwar nett zu lesen (bzw. zu hören), reicht aber lange nicht heran an das, was die Autorin seinerzeit mit “Der Report” geschaffen hat. Ich persönlich sehe es eher als eine Verbeugung der Autorin vor den vielen Fans der Geschichte, die vor allem durch die Serie entstanden sind. Daher: Man kann das Buch lesen, muss aber nicht.

Mein Fazit:

“Die Zeuginnen” ist ein nettes (Hör)Buch, das durchaus einige interessante Perspektiven zu Gilead ergänzt, die bisher in dieser Form nicht so bekannt waren. In Summe reicht es allerdings nicht an das Original aus den 1980ern heran, da vor allem das Ende für meinen Geschmack zu sehr eine Verbeugung vor den Fans darstellt.

  • ★★★★★
  • Hörbuch
  • 788 Minuten
  • HörbucHHamburg
  • 978-3869524337
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