Wider das Vergessen Challenge

Wie ihr wisst, halte ich mich mit Challenges ja mittlerweile eher zurück, weil ich meine Lesegewohnheiten ganz gut kenne. Aber Sabrina von Lesefreude hat mit ihrem Thema bei mir einen Nerv getroffen, weshalb ich mich jetzt doch dazu entschieden habe, “voll” einzusteigen.

Worum geht es bei dieser Challenge? Sabrina beschreibt sie auf ihrem Blog so:

Wider das Vergessen – für eine friedlichere Zukunft und ein solidarischeres Miteinander. Auch wenn ich mir selbst manchmal denke: „Muss den wirklich so oft über den zweiten Weltkrieg und die Deportation berichtet werden? Weiß nicht bereits jeder was damals geschehen ist?“ Ja, es muss berichtet und aufgearbeitet werden und nein, bei weitem nicht jeder kann das Ausmaß der Geschehnis fassen geschweige denn begreifen. Deshalb erkläre ich das Jahr 2018 zum Blog-Schwerpunkt „Wider das Vergessen“.

2018 stellt gerade für uns Ösis in dieser Hinsicht ein etwas trauriges Jubiläum dar, denn der sogenannte “Anschluss” an Nazi-Deutschland ist jetzt genau 80 Jahre her. Aus diesem Grund ist es aktuell ein Leichtes, sich entsprechend in den Medien zu informieren, aber es berührt auch einen Teil meiner eigenen Familiengeschichte …

Gedenkstätten / Museen

In Graz gibt es im Museum für Geschichte eine Ausstellung über das Schicksal zweier jüdischer Kinder, die in Graz aufgewachsen sind: Bertl & Adele.

Ich habe beim Besuch dieser Ausstellung mich mehrmals zusammenreißen müssen, um nicht loszuheulen, weil die Geschichte(n) der beiden so unheimlich traurig war …

Im Sommer habe ich eine Führung zu den Stolpersteinen mitgemacht, die bei uns in der Stadt verlegt wurden, und dabei einiges über dieses Projekt gelernt, das in jeder Stadt mittlerweile authark weitergeführt wird. Mittlerweile gibt es in Graz schon über 150 Stolpersteine und es werden noch immer mehr.

Dokumentationen

Es gibt gleich mehrere Dokumentationen, die ich mir angeschaut habe:

Hitlers Kreis des Bösen (Netflix)

Diese zwölfteilige Doku beschäftigt sich mit Hitlers “innerem Kreis”, also den Nazis, die Hitler auf dem Weg zur Macht begleitet und ihm auch nach 1933 sehr bereitwillig gedient haben …

Hier geht’s zum Trailer auf YouTube.

Kurzmeinung:
In zwölf Folgen wird der Aufstieg und Fall des dritten Reichs erzählt, die Eckdaten sind soweit nichts Neues. Was ich aber sehr interessant fand, waren die Einblicke in diesen Kreis. Namen wie Göring, Göbbels, Himmler oder so kennt man ja, aber Dietrich Eckart? Dabei hat er zu Beginn eine nicht unerhebliche Rolle bei Hitlers Aufstieg gespielt. Gut gefallen haben mir auch die Einblicke in das Haifischbecken um Hitler, Intrigen waren an der Tagesordnung, um andere im Kreis in Verruf zu bringen und loszuwerden.

Bewertung: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Auschwitz: The Nazis and the final Solution (Netflix)

Die wohl mit Abstand dunkelste Seite des Nazi-Regimes, ein Teil von mir hat bisher immer davor zurückgeschreckt, sich so intensiv mit den Konzentrationslagern auseinanderzusetzen.

Für diese Serie habe ich auf YouTube leider keinen Trailer finden können, ich verlinke daher stattdessen ein Video, dass die BBC mittels einer Drohne in Auschwitz angefertigt hat.

Kurzmeinung:
In sechs Folgen wird der Anfang und das Ende von Auschwitz erzählt. Was mir so noch nicht bewusst war, ist, dass es zum Schluss insgesamt drei Lager gab, in denen die Menschen zur Zwangsarbeit missbraucht, gequält und am Ende getötet wurden. Die Bilder, wie man sie so von Fotos kennt, zeigen nämlich verschiedene Lager. Der Ort mit dem Tor, über dem der zynische Spruch “Arbeit macht frei” steht, ist beispielsweise Auschwitz I (das Stammlager und älteste der drei), während das Foto mit den Gleisen und dem Gebäude mit dem Turm im Hintergrund Auschwitz II (Auschwitz-Birkenau) darstellt.

Die Doku erinnerte mich außerdem an vielen Stellen an “Der Junge im gestreiften Pyjama”, offensichtlich hat Boyne sich für seinen Roman direkt von Rudolf Höß und seiner Familie inspirieren lassen …

Darüber hinaus muss ich wohl nicht extra betonen, wie viele Taschentücher ich beim Schauen dieser Folgen verbraucht habe, oder?

Bewertung: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

What our Fathers did: A Nazi Legacy (Netflix)

Diese Doku ist übrigens auch vollständig auf Youtube zu finden, auf Netflix kann man noch deutsche Untertitel dazu schalten! Der Filmemacher ist selbst jüdischer Abstammung, trifft aber bei seiner Arbeit auf die Söhne zweier Nazis, die beide auf ganz unterschiedliche Weise mit dem “Erbe” ihres Vaters umgehen …

Trailer für “What our Fathers did” auf YouTube

Kurzmeinung:
Der Film brauchte etwas, bis er mich einfangen konnte, muss ich zugeben. Wirklich interessant wurde es für mich eigentlich erst, als gezeigt wurde, dass der eine Sohn hartnäckig die Verbrechen des Vaters leugnet bzw. kleinredet, obwohl er mit Beweisen bei Gedenkstätten konfrontiert wurde. Der andere Sohn dagegen konnte besser damit umgehen, man konnte ihm ansehen, dass er sich irgendwie dafür verantwortlich gefühlt hat, obwohl er eigentlich noch ein Kind war zu der Zeit.

Am Ende hat mich der Film ziemlich nachdenklich zurückgelassen, denn ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das sein muss, mit dem Wissen leben zu müssen, dass der eigene Vater – der daheim vielleicht liebevoll und freundlich war – gegenüber anderen Menschen ein Monster war. Aus diesem Grund konnte ich das hartnäckige Leugnen des einen Sohns sogar verstehen, auch wenn ich es persönlich nicht gutheiße.

Bewertung: ⭐️⭐️⭐️⭐️

Geheimnisse des dritten Reichs (Netflix)

Diese sechsteilige Dokuserie entdeckte ich durch die Vorschläge auf Netflix, jede Folge widmet sich dabei einem anderen Geheimnis. Manches davon war mir schon bekannt, manches auch nicht. Hitlers Familie beispielsweise, die der Führer immer im Hintergrund gehalten hat. Oder Hitlers Geld, denn er war alles andere als arm …

Auf YouTube sind einige der Folgen sogar in ganzer Länge zu finden, deswegen verlinke ich euch nur den Suchbegriff.

Kurzmeinung:
Nicht jede Folge fand ich gleich gut, aber den einen oder anderen Aha-Effekt hatte ich doch beim Schauen. Empfehlenswert, wenn ihr mal Dinge über die Zeit sehen wollt, die sonst eher in anderen Fokus zu kurz kommen.

Bewertung: ⭐️⭐️⭐️⭐️

Wir Geiseln der SS (Netflix)

Eine weitere Miniserie, die ich durch die Vorschläge entdeckte. Hier geht es um das Schicksal einiger Menschen, die die SS als Geiseln nahm, um ihre Angehörigen ruhig zu halten. Die Serie setzt ein, als die SS die Familien der Militärs verhaftet, die unter anderem am Attentat auf Adolf Hitler 1944 beteiligt waren. Aber auch Kurt Schuschnigg, der vor 1938 österreichischer Bundeskanzler war, wurde als Geisel gehalten (und taucht auch in der Serie auf).

Einige Ausschnitte sind auf YouTube zu finden.

Kurzmeinung:
Die Geschichte wird in zwei Teilen erzählt. Dabei wechseln sich szenisch gedrehte Episoden mit harten Fakten ab. Einige der Schauspieler sind auch keine Unbekannten, Tim Bergmann zum Beispiel oder Uwe Bohm. Da ich nicht wusste, wie die Geschichte ausgehen würde, zitterte ich hier wirklich mit, ob es den Leuten gelingen würde, in den letzten Tagen des Krieges unverletzt aus dem ganzen Wirrwarr herauszukommen.

Bewertung: ⭐️⭐️⭐️⭐️

Filme

An Filmen habe ich mir angesehen bzw. werde ich mir ansehen:

Die Geliebte des Teufels (Netflix)

Hier geht es um die tschechische Filmschauspielerin Lida Baarova, die in den 30ern nach Deutschland kommt, um groß rauszukommen. Dabei bleibt es nicht aus, dass sie Propaganda-Chef Josef Goebbels auffällt.

Zum Trailer auf YouTube

Kurzmeinung:
Dieser Film konnte ich ehrlich gestanden nicht so sehr begeistern. Gut, natürlich bleibt es nicht aus, dass bestimmte Dinge ausgelassen wurden, wenn man einen längeren Bereich eines Lebens erzählen will, aber gerade den Schluss fand ich eigentlich zu rasch erzählt. Auch mit Sympathien für Baarova tat ich mich schwer, denn zuerst wird sie von ihrem Ehrgeiz getrieben und dann von ihren Gefühlen für einen Mann, der sie fallenlässt, als es hart auf hart kommt.

Bewertung: ⭐️⭐️⭐️

Spiel um Zeit – Das Mädchenorchester in Auschwitz (Netflix)

Der Film ist eigentlich schon aus dem Jahr 1980, basiert aber auf wahren Tatsachen, denn dieses Orchester gab es wirklich.

“Spiel um Zeit” ist ein ziemlich langer Film, denn in zweieinhalb Stunden versucht er das Schicksal von Fania Fenelon zu beleuchten, einer jüdisch-stämmigen Sängerin, die zusammen mit einer ganzen enge anderer Leute von Frankreich nach Auschwitz verschleppt wird. Nach einiger Zeit Zwangsarbeit gelingt es ihr, im Mädchenorchester von Auschwitz aufgenommen zu werden, das von Alma Rosé, der Nichte von Gustav Mahler geleitet wird.

Zum Trailer auf YouTube

Kurzmeinung:
Ich habe mir diesen Film in zwei Teilen angesehen, mit dem Wissen aus der Doku “Auschwitz and the final Solution” tat ich mich beim Schauen auch zum Teil etwas leichter, da der Film erstaunlich wenig auf Aufschwitz und seine Gräuel eingeht. Natürlich ist die Angst immer da, aus Auschwitz nicht mehr lebend herauszukommen, aber der Film konzentriert sich eher auf das Miteinander zwischen den Häftlingen und den Aufsehern und Aufseherinnen. Dies sorgte für meinen Geschmack für viele Längen …

Bewertung: ⭐️⭐️⭐️

Schindlers Liste (Amazon Prime)

Ich glaube, zu dem Film muss man nicht so viel sagen, oder? Ich habe ihn das erste Mal gesehen, da gingen wir noch von der Schule aus in eine Vormittagsvorstellung …

Kurzmeinung: Es ist jedes Mal das Gleiche, spätestens wo der Satz “Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt” fällt, treten mir die Tränen in die Augen. Das Gleiche bei der Schlussszene, wo Schindler weinend zusammenbricht, dass er nicht noch mehr Menschen retten konnte. Ein Film, den man immer wieder schauen kann, egal wie viel Zeit verstreicht.

Bewertung: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Der Junge im gestreiften Pyjama (Amazon Prime)

Diese Verfilmung habe ich zwar auch schon einmal gesehen, aber das ist schon eine Weile her.

Kurzmeinung: Als ich den Film das erste Mal gesehen habe, war mir noch nicht klar, wie deutlich die Anspielungen auf Auschwitz sind, das gebe ich zu. Wie muss das wohl für die Familie von Höß gewesen sein, in unmittelbarer Entfernung zum Lager (Ich glaube, es war Lager II) zu leben und zumindest zu ahnen, was dort vor sich geht? Wie geht man mit dem Wissen um, dass der Vater bzw. der Ehemann für den Tod von so vielen Menschen verantwortlich ist? Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen …

Bewertung: ⭐️⭐️⭐️⭐️

Der Stellvertreter (Amazon Prime)

Wenn meine Erinnerung mich nicht im Stich lässt, habe ich das Stück vor Jahren einmal gelesen … Dass es auch eine Verfilmung gab, ist dabei dann wohl irgendwie an mir vorbeigegangen.

Kurzmeinung: –

Bewertung: –

Der Bankier des Widerstands (Netflix)

Dieser Film wurde mir vorgeschlagen, der Inhalt klingt jedenfalls ganz spannend, da er auf einer wahren Geschichte beruht.

Kurzmeinung: –

Bewertung: –

Bücher

2018 gelesen:

Dieter David Seuthe – Frankfurt verboten ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Ruth Kaufmann – Die lange Nacht der gelben Sterne ⭐️⭐️⭐️⭐️
Ellen Sandberg – Die Vergessenen ⭐️⭐️⭐️⭐️
Art Spiegelman – Maus ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Valentin Senger – Kaiserhofstraße 12 ⭐️⭐️⭐️⭐️
Heather Morris – Der Tätowierer von Auschwitz ⭐️⭐️⭐️⭐️
Andreas Eschbach – NSA ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️+

Der Vollständigkeit halber möchte ich aber auch noch andere Bücher, die ich nicht direkt zur Challenge gelesen habe (die aber zum Thema passen), hier auflisten:

John Boyne – The Boy at the Top of the Mountain
Jürgen Albers – Crossroads
Ken Follett – Die Leopardin
Kristin Hannah – Die Nachtigall
Philip K. Dick – The Man in the High Castle
Ken Follett – Winter der Welt

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14 Gedanken zu „Wider das Vergessen Challenge

  1. Das, was die Nazis angerichtet haben, ist in jedem Fall schrecklich, aber wenn es um Kinder geht, sind das auch für mich nochmal ganz neue Dimensionen des Grauens. Ich bin gespannt auf Deinen Bericht zu Bertl & Adeles Schicksal.

    Leider habe ich kein Netflix, aber vielleicht finden sich auch interessante Dokumentationen bei Youtube oder ähnlichem. Ich kann mir vorstellen, dass diese Dokus weit verbreitet und gut zugänglich sind, schließlich will man den Menschen, die sich informieren wollen, nicht so viele Steine in den Weg legen – ich werde da mal stöbern gehen.

    Schindlers Liste habe ich schon mehr als einmal gesehen, aber eine weitere Wiederholung lohnt sich auf jeden Fall.

    Ich habe Deine Challenge-Seite gleich mal bei mir verlinkt, denn ich werde bestimmt regelmäßig hier vorbeischauen.

    LG Gabi

    1. Liebe Gabi,

      stimmt, wenn es um Kinder geht, erreicht das Grauen eine ganz neue Dimension … Ich werde diesen Bericht wahrscheinlich eh relativ bald schreiben, weil ich die Eindrücke und Erinnerungen nicht verlieren möchte.

      Die Dokus habe ich jetzt mit passenden Videos und Trailern versehen, eine davon habe ich auf Youtube gefunden, die anderen nur in Ausschnitten. Aber vielleicht findest du sie ja auch auf Prime?

      Schindlers Liste gehört zu den Filmen, wo ich immer wieder weinen kann, egal wie oft ich ihn sehe. Die Musik und die Art, wie Spielberg die Geschichte erzählt, sind einzigartig. Abgesehen davon gibt es einfach ein paar wunderbar anrührende Zitate und Aussagen …

      Liebe Grüße
      Ascari

  2. Liebe Ascari,

    ich freue mich, dass du nun auch dabei bist! Deshalb habe ich dich auf MEINER SEITE auch verlinkt, damit jeder Besucher einen Überblick hat und sich auf die #GegenDasVergessen-Reise machen kann.
    Bin auf deine Beiträge gespannt!

    Ich habe meine Liste erweitert und werde alle möglichen Bücher zu Gräueltaten und Kriegen aufführen, die mir so über den Weg laufen, da ich finde, sie sollten alle nicht vergessen werden.

    “Schindlers Liste” habe ich mit der Schule gesehen. Wir sind damal gemeinsam ins Kino gegangen. Es war megavoll, sodass ich mir diesen Film in der zweiten Reihe von vorne anschauen musste. Somit habe ich ein doppeltes eindrückliches und unvergessliches Erlebnis mit dem Film gehabt; inhaltlich wie auch körperlich, da ich danach noch Nackenschmerzen vom Hochschauen hatte. 😉

    GlG vom monerl

    1. Liebe Monerl,

      dank der Challenge sind umgekehrt auch schon zwei Bücher auf meinen Merkzettel gelandet, die ich mir beizeiten zu Gemüte führen möchte. Die Liste ist im Moment also – wie meistens bei mir – nicht fix 😀 … Deine Idee, da noch weitere Bücher zu sammeln, finde ich auch gut. Was die anderen Teilnehmer angeht, werde ich wahrscheinlich eine kleine Blogroll in der Seitenleiste erstellen 🙂 .

      Na, so voll hab ich es bei unserem Kinogang nicht in Erinnerung. Aber das ist auch so etwas, was sich mir ins Gedächtnis eingebrannt hat, weil ich wohl die Einzige war, die in diesem Film wirklich gehen wollte (obwohl ich beim Gucken natürlich viel weinen musste).

      Liebe Grüße
      Ascari

  3. Hallo Ascari!

    Vielen Dank für deinen schönen Beitrag und ich bin froh, dass du dich nun doch für die Challenge entschieden hast.
    Die Dronenflug über Auschwitz lässt mich zittern hier sitzen. Ich fühle mich sofort zu meinem Besuch Anfang des Jahre zurückversetzt. Die Gefühle, die sich da in einem Auftürmen kann ich nicht beschreiben. Dieses Schrecken und Leid fühle ich nun beim Anblick der Bilder wieder.
    Liebe Grüße
    Sabrina

    1. Liebe Sabrina,

      ich bin auch froh, dabei zu sein. Ich will jetzt nicht sagen, dass es sich ergeben hat (Der Medienrummel der letzten Tage in Verbindung mit “80 Jahre Anschluss” war ja enorm), aber seit der Ausstellung hier in Graz, wo ich im Museum fast zu weinen begonnen hätte, habe ich mir vorgenommen, dem Thema hier auf meinem Blog doch etwas mehr Platz einzuräumen …

      Irgendwie kann man sich heute, wo man so viele Jahre danach geboren ist, nur mehr schwer vorstellen, wie schrecklich das gewesen sein muss, aber ich kann mich noch an das Gefühl erinnern, als ich als Teenager in Mauthausen war. Dieses Gefühl, an einem Ort zu stehen, wo so viele Menschen systematisch umgebracht wurden, vergisst man den Rest seines Lebens nicht mehr.

      Liebe Grüße
      Ascari

  4. Ich habe ja seit paar Tagen nun auch Netflix und ich habe mir sogar ein paar von Deinen vorgestellten Doku-Serien und Filmen auf die Liste gesetzt. Auch ich bin der Meinung, dass man diese Zeit auf keinen Fall vergessen sollte, einfach aus dem Grund, damit so etwas nicht wieder passiert.
    Von meinem Opa habe ich viel aus der Sicht eines jungen Soldaten erzählt bekommen. Von meiner Oma aus der Sicht der Daheimgebliebenen. Beide Geschichten gingen mir (und gehen auch immer noch) sehr nahe.
    Vielen Dank für den tollen Beitrag.
    LG Conny

    1. Liebe Conny,

      ich hatte beim Schauen auch einige Mal das Gefühl, dass da ein Teil meiner eigenen Familiengeschichte drin auftaucht … Viele Dinge weiß ich aber nur noch von den Erzählungen meiner Mutter und vieles wird jetzt wohl auch für immer vergessen sein …

      Trotzdem denke ich mir oft, dass wir Jungen es oft viel zu wenig schätzen, wie gut es uns heute eigentlich geht, was wir alles haben – und trotzdem sind wir nicht zufrieden (Lies mal Cay Rademachers “Trümmermörder”, das ging mir wegen des Settings auch sehr an die Nieren) und jammern ständig.

      Liebe Grüße
      Ascari

  5. Hallo Ascari,

    Schindlers Liste war sehr beeindruckend.
    Der Junge im gestreiften Pyjama habe ich auch gelesen.

    Das wir nicht aufhören dürfen, darüber zu reden, zeigt unsere politische Situation nur zu deutlich.

    Liebe Grüße
    Petrissa

    1. Liebe Petrissa,

      Schindlers Liste ist für mich in der Zwischenzeit zu einem Film geworden, wo ich jedes Mal beim Schauen wieder etwas Neues darin entdecke. Und ich muss auch jedes Mal wieder Taschentücher bereitlegen, denn gerade die Schlussszene, wo er weinend zusammenbricht, geht mir immer wieder ans Herz …

      “Der Junge im gestreiften Pyjama” kenne ich bis jetzt nur als Film, aber ich werde mir das Buch bestimmt trotzdem noch holen, auch wenn ich “Der Junge auf dem Berg” jetzt nicht so gelungen fand.

      Liebe Grüße
      Ascari

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