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Currently Listening: Das Buch des Totengräbers

Neue Woche, neues Glück. Und aus dem “Currently Reading” wird gleich einmal ein “Currently Listening”, aber so ist es eben bei mir. Gerade jetzt im Sommer liebe ich Hörbücher noch mehr als sonst, weil ich die einfach laufen lassen kann, ohne mir Sorgen machen zu müssen, dass beim Lüften irgendwelche Stechmücken oder sonstiges Getier hereinkommen können 😀 …

1. Was höre ich gerade?

“Das Buch des Totengräbers” von Oliver Pötzsch ist, wenn mich nicht täuscht, schon im Frühjahr erschienen. Für mich ist es mein erstes Buch von ihm, auch wenn mir seine Histo-Reihe “Die Henkerstochter” dem Namen nach schon bekannt war. Das Mittelalter-Setting mag ich mittlerweile aber nur noch in Ausnahmefällen lesen, es ist mir einfach schon zu ausgelutscht, deswegen habe ich mich mit diesen Büchern nie weiter beschäftigt.

Mit dem ersten Buch der Totengräber-Reihe geht der Autor jetzt aber neue Wege, neue Zeit und neues Setting, und hallo, hier sind für mich gerade als Ösi einige Berührungspunkte vorhanden 🙂 . Und: Ich sehe hier durchaus Parallelen zu der von mir sehr verehrten August Emmerich-Reihe von Alex Beer, auch wenn ihre Bücher gut 25 Jahre später in derselben Stadt spielen.

1893: Augustin Rothmayer ist Totengräber auf dem berühmten Wiener Zentralfriedhof. Ein schrulliger, jedoch hoch gebildeter Kauz, der den ersten Almanach für Totengräber schreibt. Seine Ruhe wird jäh gestört, als er Besuch vom jungen Inspektor Leopold von Herzfeldt bekommt.

Herzfeldt braucht einen Todes-Experten: Mehrere Dienstmädchen wurden ermordet – jede von ihnen brutal gepfählt. Der Totengräber hat schon Leichen in jeder Form gesehen, kennt alle Todesursachen und Verwesungsstufen. Er weiß, dass das Pfählen eine uralte Methode ist, um Untote unter der Erde zu halten.

Geht in Wien ein abergläubischer Serientäter um? Der Inspektor und der Totengräber beginnen gemeinsam zu ermitteln und müssen feststellen, dass sich hinter den Pforten dieser glamourösen Weltstadt tiefe Abgründe auftun…

Im Moment bin ich etwa bei einem Fünftel der insgesamt 15 Stunden und genieße es richtig, wenn der Sprecher den Wiener Dialekt nachahmt und Herzfeldt mit diversen Eingewöhnungsproblemen kämpfen lässt, die der junge Grazer mit deutschen Wurzeln im Umgang mit seinen Wiener Kollegen hat. Wien ist eben anders – das trifft hier wieder einmal ziemlich gut zu! 😀

2. Was möchte ich dazu loswerden?

Wie bereits erwähnt, ist das Buch schon vor ein paar Wochen erschienen, aber ich hatte bis vor kurzem noch keine Zeit, mich näher mit dem Buch zu beschäftigen. Als ich dann den Klappentext gelesen habe, dachte ich mir, hey, das musst du lesen bzw. hören. Einfach weil ich wissen will, wie gut ein deutscher Autor sich in dieses doch sehr österreichische Setting einfühlen kann.

Sehr viel kann ich im Moment zur Geschichte noch nicht sagen, außer dass die Morde ziemlich brutal sind. Die Frauen werden zwar gepfählt, aber nicht an der Stelle des Körpers, wohin man Vampire normalerweise sticht. Es ist jetzt gerade eine zweite Tote aufgetaucht, die ähnliche Verletzungen aufweist wie die erste (Grüße eines Serienmörders?). Herzfeldt bekommt nun die Chance, sich bei seinen neuen Kollegen zu beweisen, nachdem er sich bei ihrem ersten Aufeinandertreffen ungewollt ziemlich unbeliebt gemacht hat.

Den im Titel erwähnten Totengräber habe ich ebenfalls schon kennenlernen dürfen. Meine Güte, das ist ein Original! Da muss ich unbedingt einmal schauen, ob es diesen Menschen wirklich gegeben hat bzw. ob er ein historisches Vorbild hat. Am Zentralfriedhof arbeiten und ein Buch über Verwesung schreiben – das erlebt man auch nicht alle Tage!

Überhaupt ist das ausgehende 19. Jahrhundert eine sehr interessante Zeit gewesen, weil hier die Anfänge der modernen Kriminalistik liegen. Viele Dinge, die heute bei der Untersuchung moderner Kriminalfälle als selbstverständlich gelten, wurden damals erst entwickelt. Wer wie Herzfeldt moderne Methoden anwendet, wird dementsprechend eher misstrauisch beäugt. Hier fand ich gerade den Bezug zu Hans Gross, dem steirischen Vater der modernen Kriminalistik, sehr schön, weil Pötzsch Herzfeldt zu ihm in die Schule geschickt hat.

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15 Kommentare

  • Moni2506

    HEy Ascari,

    Schön, dass dir dieser Krimi so gut gefällt. Ich erinnere mich an einige problematische Inhalte, die von einigen angesprochen wurden, aber der grundsätzliche Tenor zum Buch ist sehr positiv. Ich bin nicht so der Krimi-Fan. Vielleicht verschlinge ich das alles in 10 Jahren, wenn ich doch noch auf den Geschmack gekommen bin.
    Das Genre ist so beliebt, ich fühl mich immer etwas komisch, weil ich da keinen Zugang zu finde. Irgendwann vielleicht.
    Dir wünsche ich auf jeden Fall viel Spaß beim Weiterhören.

    LG, Moni

    • Ascari

      Hi!

      Ich erinnere mich, ja, in dem Kontext eine sehr kritische Rezension gelesen zu haben. Trotzdem dachte ich mir, ich mache mir mal selbst ein Bild davon. Bis jetzt ist mir noch nichts aufgefallen, aber das will nichts heißen, ich stehe ja noch ziemlich am Anfang …

      Liest du Krimi eigentlich in Verbindung mit Histo? Oder generell nicht?

      Liebe Grüße
      Ascari

      • Moni2506

        Hey Ascari,

        Ich lese Krimis gar nicht, auch nicht im historischen Kontext. Ich mag die Ermittlungsarbeit nicht und das ist ja schon irgendwie neben den Morden das Hauptding an einem Krimi. Wenn mal Elemente eines Krimis in einem historischen Roman mit drin sind, dann stört es mich nicht und dann mag ich das sogar manchmal, aber einen ganzen Roman, in dem es darum geht, herauszufinden, wer der Täter ist, ist nicht meins. Mir wird dann schnell langweilig, wenn es zu brutal wird, wie hier mit dem pfählen, mag ich auch nicht unbedingt. Aber man soll niemals nie sagen. Geschmäcker ändern sich mit der Zeit ja auch mal.

        LG, Moni

  • Nordlicht liest

    Hey Ascari,

    Dein Buch habe ich schon öfters woanders gesehen. Ich muss gestehen, dass ich es nicht kenne und auch den Autor nur vom Sehen her. Der Inhalt könnte was für mich sein – müsste ich austesten. Ich les oder höre eigentlich nicht (mehr) historisch aber das ist nicht soweit weg in der Vergangenheit das könnte mich noch interessieren. Mal schauen was Du abschliessend sagst – ich habe es bei bookbeat glaube ich schon gesehen und könnte jederzeit hören.

    LG Tanja

    • Ascari

      Hallo Tanja!

      Na, dann geht es uns mit dem Autor ziemlich gleich 😄. Ich werde berichten, wie es mir gefallen hat, mal sehen, ob und wo ich diese Updates einbauen werde.
      Hat Bookbeat die gekürzte oder die ungekürzte Fassung drin? Hier gibt’s nämlich schon wieder zwei Varianten, ich hab dieses Mal ganz genau geschaut, dass ich die ungekürzte erwische 🤔.

      Liebe Grüße
      Ascari

      • Nordlicht liest

        oh das ist eine gute Frage es gibt nur eine Version und die hat 13,5 Stunden – ist das die komplette? Ich habs mir auf jeden Fall mal gespeichert – aktuell bin ich eigentlich in der romantischen Phase und werde eher aus diesem genre was hören, aber das wechselt bei mir immer mal wieder von daher mach eich mich keine Gedanken.

        LG

        • Ascari

          Okay, dann ist das die gekürzte Fassung. Die ungekürzte hat etwas mehr als 15 Stunden. Naja, ob’s romantisch wird, weiß ich noch nicht, aber unser junger Inspektor hat auf jeden Fall ein Auge auf eine Telefonistin geworfen, die im Gebäude der Polizei arbeitet 😀 😀 …

          Liebe Grüße
          Ascari

  • Anja

    Hallöchen Ascarai,

    deine Ausführungen zum Buch gefallen mir sehr gut. Das mit dem Totengräber klingt schon ziemlich makaber :-P. Die Anfänge der modernen Kriminalistik, die du schilderst, mit all den Hürden die noch zu meistern sind, klingt absolut interessant.
    Wenn ich aber lese, um was es geht, muss ich doch leider den Schwanz einziehen. Da bin ich denke ich zu zart besaitet. Nach dem Lesen/ Hören, würde ich wahrscheinlich nie wieder das Licht ausmachen =).

    LG
    Anja

    • Ascari

      Hallo Anja!

      Bis jetzt werden diese Passagen eher sachlich geschildert. Ich kann aber verstehen, dass das nicht jedem Geschmack entspricht. Es gibt auch für mich Autor:innen, wo ich sage, nein danke, das ist mir zu detailverliebt und zu brutal … Auf jeden Fall solltest du dann keinen Simon Beckett abends im Dunkeln hören, da ist mir bei der Lesung zeitweise auch anders geworden 😉 …

      Liebe Grüße
      Ascari

  • Andrea

    Huhu Ascari 🙂

    Auch eine schöne Idee, es einfach ein bisschen umzubenennen 😀 aber genau das soll es ja auch sein – jeder wie er mag und wie es gerade passt 😉
    Dein aktuelles Buch kenne ich vom sehen her, ist aber so gar nicht mein Genre. Allerdings kenne ich vom Autor seine Kinderbuchreihe “Die schwarzen Musketiere”, die mir wirklich gut gefallen hatte. Schade, dass es da nie mehr als die 2 Bände geben wird. Ich wünsche dir auf jeden Fall noch viel Freude beim Hören 😀

    Lieben Gruß
    Andrea

    • Sarah

      Huhu Ascari,
      Spontan vom Currently Reading zum Currently Listening umplanen klingt doch auch sehr schön. Ab und an habe ich auch eine Hörbuch Phase. Ich höre vor allem gerne, wenn ich alleine spazieren gehe oder aber auch den Haushalt mache und nicht gerade Musik hören möchte.

      Dein aktuelles Buch sagt mir leider nichts, wünsche dir aber viel Spaß beim weiter Hören.

      Liebe Grüße
      Sarah

      • Ascari

        Hi!

        Ja, das ist für mich auch eine wunderbare Abwechslung. Es gibt so viele Möglichkeiten, ein Hörbuch in den Alltag einzuflechten … Und ich sehe es für mich oft als gezielte Entschleunigung vom Alltag 🙂 .

        Liebe Grüße
        Ascari

    • Ascari

      Hi Andrea!

      Ja, von dieser Reihe hab ich auch schon mal gehört. Ist die an “Die drei Musketiere” von Alexandre Dumas angelehnt? Der Titel klingt ja fast so …

      Ich schätze, “Currently” wird außerdem ab und zu auch zu einem “Watching” werden, denn es hat dieses Jahr so viele Buch”verserierungen” gegeben, dass es fast schade wäre, dass nicht zumindest gelegentlich mal zum Thema zu machen 😉 .

      Liebe Grüße
      Ascari

      • Andrea

        Ein bisschen vielleicht angelehnt, aber dann auch wieder nicht^^
        Zu einem Watching kann man es natürlich auch machen 😀 warum auch nicht 😉 würde bei mir nur nichts werden, weil ich dafür einfach zu viel angefangen habe und momentan einfach zu wenig Zeit habe, da wirklich dran zu bleiben.

        Lieben Gruß
        Andrea

  • Tinette

    Hallo Ascari,
    danke, gestern ging es mir gar nicht gut. Deshalb war es schon richtig, die Aktion vorzuziehen. Heute habe ich nur noch Schmerzen im Arm.
    Dein aktuelles (Hör-)Buch kenne ich nicht. Der Autor ist mir aber ein Begriff, und ich habe mir immer vorgenommen, mal etwas von ihm zu lesen. Dieser historische Krimi hört sich sehr spannend an und könnte auch etwas für mich sein.
    Ich wünsche dir noch viel Spaß beim Lesen.
    Liebe Grüße
    Tinette

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