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Currently Reading: Enola Holmes and the Black Barouche

In diesem Monat ist es ja mein erklärtes Ziel, hauptsächlich Bücher von Frauen vorzustellen (und damit in weiterer Linie natürlich auch zu lesen). Aus diesem Grund möchte ich als Sherlock-Fan die Gelegenheit beim Schopf packen und die neue Enola Holmes ein bisschen genauer unter die Lupe nehmen. Neu? Ja, ganz richtig gelesen, Nancy Springer hat eine neue Geschichte geschrieben, einen siebten Band, der Ende August auf Englisch erschienen ist.

Nachdem Band sechs bei Knesebeck allerdings morgen offiziell auf Deutsch erscheint, bin ich zuversichtlich, dass dieses neue Buch ebenfalls übersetzt werden wird 🙂 .

1. Was lese ich gerade?

“Enola Holmes and the Black Barouche” ist wohl mit Abstand die größte Überraschung in diesem Jahr für mich gewesen, denn eigentlich hatte ich gedacht, dass die Geschichte mit dem sechsten Band auserzählt ist, auch wenn es mir letztes Jahr wirklich schwergefallen ist, Enola “gehen zu lassen”. Umso mehr habe ich mich auf das Erscheinen dieser Geschichte gefreut, denn Enolas selbständige, schlaue Art lässt sie zu einem Charakter werden, den ich wirklich gerne begleite.

Ich werde wieder einmal den englischen Klappentext übersetzen und damit zeigen, worum es in dem neuen Abenteuer geht:

Enola Holmes ist die deutlich jüngere Schwester ihrer berühmteren Brüder Sherlock und Mycroft. Aber sie steht ihnen in Sachen Charme, Witz und Spürsinn in nichts nach. Mit 15 ist sie eine junge unabhängige Frau und lebt alleine in Lindon.

Als eine junge, berufstätige Frau, Miss Letitia Glove, bei Sherlock vorspricht, um mehr über das Schicksal ihrer Zwillingsschwester zu erfahren, nimmt Enola den Fall an sich. Es sieht so aus, als ob Letitias Schwester den Earl von Dunhench geheiratet hat und gestorben ist. Letitia ist allerdings davon überzeugt, dass sie es spüren würde, wenn ihre Schwester wirklich tot wäre.

Um die Geheimnisse des Earls zu lüften, braucht Enola Hilfe – von Sherlock, von der Zwillingsschwester der verschwundenen Frau und von einem alten Freund, dem jungen Tewkesbury, mit dem sie schon ein Abenteuer erlebt hat.

Falls ihr euch fragt, was eine Barouche ist: Es ist eine Art offene Kutsche, ein Pferdewagen, der gegen Ende des 18. Jahrhunderts im 18. Jahrhundert in Frankreich aufgekommen ist. Ich habe es aber auch nicht gewusst, gebe ich zu, ehe ich angefangen habe, dieses Buch zu lesen. Mittlerweile bin ich bei etwa 80 Prozent und ganz verliebt in die Geschichte :).

2. Was möchte ich dazu loswerden?

Das Schöne ist, dass dieses Buch erstaunlich gut als Einzelband funktionieren könnte. Klar, es ist schön, wenn man die Vorgeschichte kennt, aber man braucht dieses Wissen nicht unbedingt, auch wenn die Autorin dort anknüpft, wo der sechste Band geendet hat. In gewisser Weise ist diese Geschichte auch ein kleines bisschen Fan-Service, denn ich habe mir immer gewünscht, dass Enola einmal mit ihrem berühmten Bruder ermittelt – und nicht nur parallel zu ihm.

Konnte man in den früheren Büchern verfolgen, wie die Beziehung zu Sherlock am Wachsen war, ist es nun so, dass er seine Schwester und ihre Fähigkeiten endgültig akzeptiert hat. Enola ihrerseits muss nicht mehr fürchten, von ihren Brüdern in eine Schule für junge Damen gesteckt und in weiterer Folge verheiratet zu werden. Sie steht nun mit beiden Beinen fest in ihrem (jungen) Leben und verfolgt unbeirrbar ihr Ziel, eine Finderin von “verlorenen Dingen” zu werden.

In diesem Zusammenhang kann sie auch auf Sherlocks Unterstützung zählen. Am deutlichsten merkt man, wie sehr sich ihr Verhältnis zueinander verbessert hat, als er ihr in einer brenzligen Situation zu Hilfe kommt.

Sehr gut gefallen hat mir aber auch gleich der Anfang, wo Watson Enola bittet, Sherlock aus einem seiner Tiefs herauszuhelfen, in die der berühmte Detektiv immer fällt, wenn er gerade keinen Fall hat. Es geht ihm dabei so schlecht, dass Enola kurzerhand einspringt und Sherlocks Klientin ihre Hilfe anbietet. Ich musste so grinsen, wie sie dabei mit ihm umspringt und ihm mehr oder weniger die Meinung geigt. Köstlich!

Mittlerweile zeichnet sich langsam ab, was das Finale bringen wird, aber ich bin gespannt, was noch auf mich wartet. Springers Bücher sind ja meistens nicht besonders dick, aber es ist ihr gelungen, eine Figur zu schaffen, die mit Witz und Köpfchen ihre Fälle löst und dabei ihren eigenen Weg geht, ohne sich von den Regeln der damaligen Gesellschaft unterkriegen zu lassen. Ich kann’s nicht anders sagen: Ich liebe diese Reihe einfach! 😊

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11 Kommentare

  • Andrea

    Guten Morgen Ascari 🙂

    Enola Holmes kenne ich durch den Film auf Netflix, der mir überraschend gut gefallen hatte 🙂 auch wenn ich immer noch der Meinung bin, dass man die Schauspieler von Holmes und Watson hätte tauschen sollen^^ aber die Idee fand ich gut. Zu den Büchern hab ich bisher noch nicht gegriffen. Ich lese sowas eher selten, ich schaue es lieber. Von den Sherlock-Geschichten hab ich auch keine gelesen, aber dafür die Serie geschaut^^
    Es klingt aber auf jeden Fall sehr interessant, was du erzählst und ich wünsche dir mit der Geschichte noch ganz viel Lesefreude 😀

    Lieben Gruß
    Andrea

    • Ascari

      Hallo Andrea!

      Ich finde das ja irgendwie ganz lustig, denn mir kommt vor, dass viele, die die Bücher nicht kennen, den Film mochten. Als jemand, der die Bücher aber schon vor dem Film gelesen hat, fand ich die Verfilmung ziemlich durchwachsen … Vor allem diese hineingedichtete Liebesgeschichte fand ich grausam (“Tewky” ist im Original eigentlich noch ein Kind!). Offensichtlich ist der Film aber gut genug angekommen, dass ein zweiter Teil folgen wird, mal sehen wie viel sie dort dann verbiegen werden … 😅

      Liebe Grüße
      Ascari

  • Moni2506

    Hey Ascari,

    Man merkt deine Liebe zu dieser Reihe in jedem Satz. Für mich würde es in diesem Fall wohl besser als Film passen. Ermittlungen in Büchern sind ja nicht so meine Sache, aber den Film mochte ich ganz gerne.
    Als Sherlock Holmes habe ich da tatsächlich Henry Cavill im Kopf. Die Serie mit Benedict Cumberbatch habe ich nie gesehen.
    Viel Spaß noch mit den letzten Seiten.

    LG, Moni

    • Ascari

      Hallo Moni!

      Ich habe mittlerweile nicht mehr so ein fixes Gesicht im Kopf für Sherlock, vermutlich habe ich einfach schon zu viele Adaptionen gesehen. Der beste Holmes war für mich allerdings Jeremy Brett aus der alten britischen Serie, aber der spielt sowieso auf einem ganz anderen Level 😁. Cavill war okay in der Rolle, wenn auch ein wenig steif. Kann aber auch sein, dass mit dem zweiten Film da noch mehr kommen wird, jetzt haben sie dann ja Zeit, sich auf andere Dinge zu konzentrieren. Bei der Buch-Reihe fand ich den zweiten Teil um einiges besser als den ersten, aber es hängt natürlich auch davon ab, wie viel sie wieder abändern werden …

      Liebe Grüße und danke!
      Ascari

      • Moni2506

        Hey Ascari,

        Krimis sind ja an sich nicht so meins. Ich muss ehrlich zugeben: Ohne Henry Cavill hätte ich den Film wohl nie geguckt und dafür war es dann unterhaltsam genug. 😅

        LG, Moni

  • Nico aus dem Buchwinkel

    Hey Ascari 🙂

    Enola ist echt cool! Und gut zu lesen, dass sich diese Geschichte auch als Einzelband eignet. Da ich bisher “nur” den Film und die Comics kenne, könnte das vielleicht ein prima Einstieg in die Bücher sein (sechs Bände hören sich erstmal nach viel Lesestoff an).

    Nebenbei: Ich finde es super toll, wie du Beiträge zum #femtember beisteuerst! Ich versinke gerade ungewollterweise in hauptberuflicher Arbeit, möchte nur noch schlafen und kann die mir gesetzten Ziele hinsichtlich Beiträgen wohl nicht erfüllen. Umso mehr freue ich mich, dass du mit dabei bist.

    Liebe Grüße,
    Nico

    • Ascari

      Hallo Nico!

      Naja, die Geschichten sind jetzt nicht so dick, als dass du nicht bei Band eins einsteigen könntest. Ich glaube, die Bücher haben so einen Umfang um die 250 Seiten herum 🤔 … Die Comics sind halt leider auch ein wenig gekürzt, das erste hab ich mir mal aus Neugier gekauft und gelesen.

      Vielen Dank für dein liebes Kompliment bezüglich #femtember! Ich hatte aber auch ein bisschen Glück, gerade weil ich im Juli und August viel Zeit zum Lesen hatte – da konnte ich einzelne Beitragstermine noch so schieben, dass sie alle erst im September herauskommen 😅. ich wünsche dir auf jeden Fall einen hoffentlich weniger stressigen Oktober!

      Liebe Grüße
      Ascari

  • Ti(a)na

    Hallo Ascari,

    oh cool! Der neuste Enola Holmes Band. Ich habe ganz verpeitl, dass letzte Woche der 6. Band im deutschen erschienen ist und dieser hier der überrachende 7. ist.
    Ich liebe die Reihe über die junge Holmes. Vielleicht könnte ich genau diese Reihe aus der Leseflaute holen? Band 6 muss unbedingt bestellt werden. Danke für die Erinnerung 😀

    Ich glaube, ich habe mich gerade etwas selbst gespoilert…upsi? Ach egal, so habe ich es mir irgendwie schon gedacht, aber das bedeutet nur, dass ich umso schneller zu dem vermeindlichen Abschluss (Was es ja nicht mehr ist) greifen muss.

    Ansonsten ist nur noch eines zu sagen:
    Guten Start in die neue Woche!

    Alles Liebe,
    Tiana

    • Ascari

      Hallo Tiana,

      oh, verflixt, daran hab ich selbt auch nicht gedacht, dass ja einige Leute den sechsten Band noch nicht gelesen haben dürften … Bei mir liegt das – weil Englisch – schon ein gutes Jahr zurück, da hab ich das selbst beim Schreiben verschwitzt 🙈. Aber okay, ich hoffe, ich habe nicht zu viel verraten?
      Abgesehen davon ist Enola perfekt geeignet, um aus einer Leseflaute aufzutauchen! Ich hatte selbst Anfang September eine leichte Flaute, die hat das Buch sehr zügig beendet 😁.

      Liebe Grüße
      Ascari

  • Livia

    Hallo liebe Ascari

    Ich habe mir den Film absichtlich noch nicht angesehen, damit ich zuerst die Bücher lesen kann, nur habe ich mir die Bücher immer noch nicht besorgt… Deine Begeisterung ist sehr gut spürbar und macht mich um so neugieriger.

    Hoffentlich laufen mir die Bücher bald über den Weg, dann kann ich zugreifen und bald reinlesen.

    Alles Liebe an dich
    Livia

    • Ascari

      Liebe Livia,

      das ist ein guter Plan! Ich fand den Film im Vergleich zu den Büchern nämlich ziemlich durchwachsen. Er war jetzt nicht schlecht, aber diese angedeutete Liebesgeschichte war für meinen Geschmack einfach nur unnötig …

      Liebe Grüße
      Ascari

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