Handlettering

Handlettering der Buchblogger / 02.2021

Ich gebe zu, dieses Mal hab ich mich mit dem Thema fürs Handlettering der Buchblogger von Tanja und Leni wieder ein bisschen schwerer getan … Lustigerweise gerade deswegen, weil ich – wenn man’s genau nimmt – zu viele Ideen hatte, was ich machen wollte. Der Blick ins eigene Regal hatte mir eine Idee in den Kopf gepflanzt, die ich am Ende dann aber verworfen habe, weil mir der Titel ehrlich gestanden ein bisschen zu lang war.

Auch ein bisschen aus Zeigründen ziehe ich derzeit kürzere Titel vor, wie ihr euch vorstellen könnt. Ich liege im Moment zwar gut im Zeitplan, aber der Februar ist eigentlich nur ein Durchschnaufen für den März, wo es dann dank des Berufspraktikums und des Studiums parallel wieder richtig rundgehen wird …

Das Thema lautete:
Lettere den Titel einer Geschichte, die in Deutschland spielt
(Märchen, die aus Deutschland kommen zählen wir auch dazu)

Aber zuerst mal zum Buch, für das mich nach einem Blick in meine Leseliste aus dem Vorjahr entschieden habe. Alex Beer ist ja Fans von historischen Krimis keine Unbekannte mehr und ich habe in der Vergangenheit hier schon das eine oder andere Buch von ihr rezensiert.

Nürnberg 1942:
Isaak Rubinstein, der ständig in Angst um seine Familie lebt, bittet eine Widerstandskämpferin um Hilfe.

Doch ihre Gegenforderung ist hart: Isaak soll die Gestapo infiltrieren und sich dazu als Sonderermittler Adolf Weissmann ausgeben – jenen Mann, der vom Führerhauptquartier beauftragt wurde, den Mord an einer berühmten Schauspielerin aufzuklären.

Was niemand weiß: Der Kriminalist hat den Anschlag, den die Widerstandsgruppe auf ihn verübt hat, überlebt. Mitten unter Wölfen zieht sich das Netz immer weiter zu und die Gefahr, enttarnt zu werden, ist allgegenwärtig …

Das Setting ist also ziemlich spannend, und auch wenn ich bei diesem ersten Band das eine oder andere Mal die Geschichte etwas realitätsfern empfunden habe, hab ich nicht aufgegeben – und der zweite Band, den ich auch im Herbst hier im Blog vorgestellt habe, konnte mich deutlich mehr begeistern.

Okay, aber genug der langen Vorrede, jetzt endlich zum Lettering.

Nachdem Leni letztes Mal ihr Lettering mit Bleistift gezeichnet hat, hatte ich dieses Mal ehrlich gestanden auch wieder Lust, etwas mit Bleistift bzw. mit Buntstiften zu zeichnen. Ich will jetzt nicht sagen, ich hatte es im Gefühl, aber je genauer sich die Idee in meinem Kopf abzeichnete, desto eher fraß sich auch auch der Gedanke fest, dass Bleistift und Buntstift dieses Mal die besser Wahl für die Umsetzung sein würden.

Das “Unter” habe ich mit einem Minenbleistift gezeichnet bzw. mehr skizziert als geschrieben. Da steckte die Idee dahinter, wenn jemand auf der Flucht ist bzw. im Untergrund lebt, hat er wohl nicht das perfekte Schreibwerkzeug bei der Hand und muss schauen, dass er überhaupt etwas findet, mit dem er schnell ein paar Buchstaben hinkritzeln kann.

Für das “Wölfen” dagegen habe ich mir ehrlich gestanden wieder eine Vorlage gesucht, denn so gut beherrsche ich diese alten Druckschriften wirklich nicht, als dass ich sie aus dem FF zeichnen könnte. Diese Schriftart nennt sich übrigens “Schwabacher” und wurde bis weit in die Nazizeit hinein verwendet, ehe sie als “jüdisch” abgestempelt und zugunsten der eher klassischen “Antiqua” abgeschafft wurde – das nur als interessantes Detail am Rande 😀 …

Den schwarzen und den grauen Buntstift hab ich dann verwendet, um die Buchstaben auszumalen bzw. mit einer Kontur zu versehen. Grau natürlich wegen der Fellfarbe. Den Buchstaben W habe ich bewusst analog zum kleinen F einen spitzen Fortsatz nach unten spendiert, weil ich damit zwei Reißzähne andeuten wollte. Ich bin mir nicht sicher, ob man das ohne Erklärung erkennt, vermutlich hätte ich die Zähne größer machen sollen, aber ich mag es so. Es erinnert mich ein bisschen an einen aufgerissenen Rachen, wo nur die Spitzen herausschauen – und es hat für mich damit durchaus etwas Bedrohliches.

Ich weiß, dieses Lettering ist wieder einmal etwas ganz anderes als das letzte Mal, aber mir stand der Sinn nach etwas Abwechslung. Was meint ihr? Gefällt’s euch?

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7 Kommentare

  • Aleshanee

    Huhu!

    Das gefällt mir heute auch wieder richtig gut! Vor allem das “Wölfen” und ich bin tatsächlich auch nicht drauf gekommen, was du damit meinst, aber nach deiner Erklärung macht das alles definitiv Sinn 😀 Ich finds auf jeden Fall super umgesetzt und das mit den Reißzähnen eine klasse Idee!

    Liebste Grüße, Aleshanee

  • Gabi

    Liebe Ascari,

    mal abgesehen davon, dass ich die Reihe “Unter Wölfen” sehr mag, passt es auch wunderbar, dass sie in Nürnberg, also ganz in der Nähe von Schwabach spielt. Vielleicht eine etwas weit hergeholte Parallele, aber mir gefällt sie. Und auch der aufgerissene Wolfsrachen ist sehr gelungen, ein sprechendes Bild.

    Liebe Grüße
    Gabi

    • Ascari

      Liebe Gabi,

      also, ich versichere dir, dass ich die Schrift nicht wegen der geographischen Nähe ausgesucht habe, einfach weil ich es nicht gewusst habe 😀 … Ich hatte anfangs auch an eine eher klassische Fraktur-Schrift gedacht, diese ist aber schmaler bei den Buchstaben, habe ich gesehen.
      Danke für dein liebes Kompliment!

      Liebe Grüße
      Ascari

  • Tanja von Der Duft von Büchern und Kaffee

    Hallo liebe Acari,
    ich finde die von dir gewählten Schriftarten richtig klasse. Besonders das Wölfen gefällt mir sehr. Es war auch sehr spannend deine Gedanken zu dem Lettering zu lesen. Dass das Unter ein wenig gehetzt wirken sollte und sich mit den nötigsten zur Verfügung stehenden Materialien zufrieden geben muss, fand ich klasse von der Idee her.
    Mir ist die kleine Aussparung beim W und F auch sofort ins Auge gefallen. Allerdings habe ich da nicht sofort an einen Zahn gedacht. Da hat deine Erklärung geholfen. Auch, dass du Grau wegen der Fellfarbe gewählt hast, finde ich eine sehr schöne Idee.

    Jetzt habe ich irgendwie auch Lust auf eine Bleistiftzeichnung! :o))))))))

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    • Ascari

      Hallo Tanja,

      freut mich, dass es dir gefällt! Wie gesagt, ich hätte die Zähne vermutlich größer machen sollen, aber auf die Idee bin ich erst hinterher gekommen, wo die Zeichnung schon fertig war.
      Ich freu mich schon auf deine Bleistiftzeichnung, wobei ich glaube, dass sich das mit einem Glitzer-Lettering wohl nicht vereinbaren lassen wird, oder? 😀 😀

      Liebe Grüße
      Ascari

  • Leni von Meine Welt voller Welten

    Hallo Ascari,

    ich bin ja ein wenig glücklich darüber, dass dich mein letztes Lettering ein wenig inspirieren konnte bzw. du auch direkt Lust hattest zum Bleistift zu greifen. Mir gefällt dein Lettering und deine Gedanken dazu wieder mal richtig gut. Sowohl, dass man während der Flucht vielleicht nicht das passende Werkzeug hat, als auch das Wort “Wolf” mit Reißzähnen auszustatten. Mir gefällt es gut, dass du die Spitzen einzelner Buchstaben weiß zulaufen lassen hast. Mich hat es erst an einen Wolfschwanz mit weißer Spitze denken lassen. Nachdem ich deine Worte gelesen habe, habe ich aber geradezu das Wolfsmaul vor mir gesehen. Die Schriftart ist auch super schön gewählt und ich mag es, dass ich bei deinen Letteringentwürfen immer wieder etwas neues zu Schriftarten lernen kann.

    Ein wunderschöner und informativer Beitrag! ♥

    Ganz liebe Grüße
    Leni =)

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