Handlettering der Buchblogger / 04.2018

In letzter Zeit hatte ich selten das Glück, dass mir auf Anhieb etwas Gutes zum monatlichen Handlettering-Thema eingefallen ist. Dieses Mal aber schon, juhu! Und ich hatte sogar etwas Zeit für eine “Fleißaufgabe”, aber dazu später mehr …

Eine erste Idee hatte ich ziemlich schnell, was ich lettern wollte, einfach aus dem Gedanken heraus, was bei mir die heftigsten Reaktionen beim Lesen hervorruft.

Das Thema lautete:
Lettern ein Gefühl, dass du beim Lesen eines Buchs empfunden hast.

Ich weiß, das klingt vermutlich auf den ersten Blick nicht schön, aber es sind im Grunde bei mir oft die negativ behafteten Gefühle, die mich am meisten mitreißen. Ich kann mich manchmal wirklich mit wahrer Leidenschaft über Bücher ärgern. Aber ich sehe das auch positiv. Denn selbst wenn mir das Buch nicht gefällt, wenn ich es grottenschlecht finde, ruft es doch bei mir eine Reaktion hervor. Das heißt, es hat mich trotzdem auf eine bestimmte Art und Weise berührt.

Aus diesem Grund habe ich mich zuerst mit dem Wort “Wut” beschäftigt. Ziemlich schnell war mir klar, dass ich diese Gefühl auch durch die Buchstaben selbst ausdrücken wollte, daher habe ich dafür zu einer sehr kantigen Schrift gegriffen. Als Draufgabe habe ich die Buchstaben (wieder einmal) rot gemacht, denn Rot steht für mich auch als Farbe für Aggression, also etwas, was oft mit Wut einher geht.

Der alte Perfektionist in mir hat hinterher natürlich wieder einmal festgestellt, dass der Weißraum vom Gefühl her zwischen dem U und dem T etwas zu groß ist. Aber dieses Mal war es mir tatsächlich egal 😀 …

Gearbeitet habe ich ein weiteres Mal mit meinen Stabilo Filzstiften auf Clairefontaine Druckerpapier.

Die bereits erwähnte Fleißaufgabe bestand dieses Mal daraus, dass ich mir überlegt habe, welches Gefühl in den letzten Wochen das stärkste war, dass ich beim Lesen empfunden habe. Auch hier kam ich relativ schnell zu einem Ergebnis und hatte auch eine Idee, wie ich das umsetzen wollte.

Zugegeben, die Buchstaben tanzen ein bisschen mehr aus der Reihe als gewollt, vor allem das T, aber dadurch ist es auch authentisch 😀 … Das Runde und Bauchige sprach mich für das Wort “Trauer” eigentlich sofort an, weil mich die Form ein wenig an Tränen erinnerte. Und Tränen sind für mich symbolisch für Trauer.

Ausgemalt habe ich die Buchstaben übrigens ebenfalls ganz bewusst nicht, weil a) mir das Wort so eigentlich besser gefällt und b) mir dann auch einfiel, dass ja nur bei uns die Farbe Schwarz für das Trauern steht, in Asien ist es die Farbe Weiß. Dieser Gedanke gefiel mir einfach, deswegen habe ich beschlossen, die Buchstaben so zu lassen, wie ich sie nach dem ersten Malen gesehen habe.

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12 Gedanken zu „Handlettering der Buchblogger / 04.2018

  1. Hey, ich beschäftige mich zwar nicht mit Handlettering, aber ich finde die beiden Wörter sind dir super gelungen! Und wie du die Buchstaben gemacht hast drücken auch sehr gut die Gefühle aus! Find ich super! 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee

    1. Vielen Dank, liebe Aleshanee!

      Ich gebe mir auch wirklich jedes Mal Mühe, stimmige Letterings zu schaffen, sodass Farben und Schriften zu dem passen, was ich ausdrücken möchte 🙂 .

      Liebe Grüße
      Ascari

  2. Huhu Ascari,

    das Thema hast du wirklich super umgesetzt. *-* Ich bin ein totaler Fan von dem Wort “Wut” und wie es heraussticht. Es ist ein starkes Gefühl und die Farben Rot und Schwarz, finde ich dafür passend gewählt. Die Schriftart ist genial, ein wenig kantig und in die Länge gezogen. Wütende Menschen werden im Buch auch oft beschrieben mit den Worten: “Ihr Gesicht war Wut verzerrt” und das greift dein Lettering, meiner Meinung nach, super auf!

    Das Wort “Traurig” ist dir auch total gelungen. Direkt musste ich an Tränen denken! Da freue ich mich echt, dass du dir noch so eine Fleißaufgabe auferlegt hast und das Wort ebenfalls noch lettern wolltest. <3

    Ganz liebe Grüße
    Leni =)

    1. Liebe Leni,

      vielen Dank! Oft tue ich mich mit den Vorgaben ja eher schwer, aber dieses Mal lief es wirklich wie geschmiert 😀 . Freue mich auch schon auf das neue Thema, obwohl ich dazu wahrscheinlich erst nach Pfingsten kommen werde …

      Liebe Grüße
      Ascari

  3. Huhu Ascari,
    ich bin ja ein großer Fan deiner Handlettingbilder. Beide Bilder finde ich einfach nur perfekt. Aber ich möchte doch nochmal kurz auf beide im Detail eingehen.

    Man merkt, dass du ein gutes Händchen für Farb- und Schriftwahl hast. Die Farben und auch den Schreibstil, den du für Wut verwendet hast, hätte man wohl kaum besser wählen können. Den räumlichen Unterschied zwischen U und T hätte ich niemals bemerkt. Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich ihn jetzt wirklich sehe. Die leicht kantige Schriftart verleiht dem Wort noch einmal alleine durchs Betrachten Ausdruck. Das gefällt mir wirklich sehr.

    Aber auch die Schriftart, die du für Trauer verwendet hast, passt perfekt. Die Tränenform ist auch mir sofort ins Auge gestochen. Ich habe allerdings bei dem Betrachten gleich daran gedacht, dass ein leichter Blauton hier auch ganz gut gepasst hätte (vermutlich, weil ich an Tränen und damit Wasser denken musste). Aber deine Begründung, dass man in Asien die Farbe weiß als Trauerfarbe verwendet finde ich sehr passend.

    Beide Bilder sind dir einfach nur perfekt gelungen. Mehr kann man dazu eigentlich gar nicht sagen <3

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

    1. Liebe Tanja,

      danke, danke 🙂 . Das mit dem Abstand ist oft auch nur ein Gefühl, aber ich habe gemerkt, dass ich mich da meistens schon darauf verlassen kann … Bei der Trauer habe ich tatsächlich überlegt, es noch mit einem hellblauen Buntstift einzufärben (Genau wie du sagst: Die Nähe zum Wasser), habe aber dann beim Arbeiten gemerkt, dass es mir in der schlichteren Variante – einfach nur schwarzweiß – doch besser gefällt.

      Liebe Grüße
      Ascari

  4. Deine “Trauer” hat mich nicht so angesprochen. Also nicht, dass ich das Thema schlecht umgesetzt finde, ich finde mein Empfinden beim Thema Trauer darin nur nicht unbedingt wieder. Aber das ist ja auch sehr individuell.
    Bei “Wut” bin ich voll und ganz dabei! Das spricht mich absolut an – sowohl, dass Bücher manchmal echt mega ärgerlich sein können, wenn sie schlecht geschrieben sind oder einen das Thema so mitnimmt, als auch die Umsetzung, die Du gewählt hast. Hattest Du dabei ein konkretes Buch im Sinn?

    LG Gabi

    1. Liebe Gabi,

      du hast recht, ich hatte bei der “Wut” tatsächlich ein bestimmtes Buch im Sinn … Wenn du dir meine letzten Tops & Flops ansiehst, kannst du es wahrscheinlich auch erraten, oder? Bei der “Trauer” ging es mir übrigens ähnlich, da kam mir “Frankfurt verboten” in den Sinn, bei dem Buch musste ich vor allem gegen Ende wirklich sehr viel weinen.

      Liebe Grüße
      Ascari

  5. Hey,
    wow, deine beiden Letterings sind wirklich toll. Das gezackte bringt die Wut gut zum Ausdruck und die tränenförmigen Buchstaben (schon bevor ich deinen Text gelesen habe, habe ich es damit assoziiert) die Trauer. Zuerst dachte ich, dass das Wort in einem hellen Blau gut passen würde, aber das wäre bestimmt wieder zu viel des Guten. Dass in Asien die Trauer weiß ist, wusste ich gar nicht, passt aber umso mehr für das Lettering, da es internationaler wird 😉
    lg, Tine =)

    1. Liebe Tine,

      ich habe bei der “Trauer” auch erst ans Einfärben gedacht, um die Nähe zum Wasser zu symbolisieren, aber irgendwie gefiel es mir dann doch in reinem Schwarzweiß besser 🙂 .

      Liebe Grüße
      Ascari

  6. Liebe Ascari,

    deine Letterings sind unglaublich gut umgesetzt. Wut ist so gigantisch ausdrucksstark und auch das Lettering Trauer, assoziiert alles, was die Emotion in Gedanken bereit hält.

    Wirklich sehr klasse! Und deinen Perfektionismus kann ich besonders gut nachempfinden ;-).

    Liebe Grüße

    Anja

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