Leserunde Gabriele Katz – Margarete Steiff

Ihr Lieben, heute möchte ich eine Leserunde auf meinem eigenen Blog ins Leben rufen. Ich habe zwar so etwas auch noch nie gemacht, halte es aber für eine ganz interessante Idee. Bisher sind wir zu zweit, aber wenn jemand das Buch auch da hat und noch lesen möchte, ist er herzlich eingeladen, sich mit Kommentaren zu beteiligen :).

Das Buch, um das es geht, liegt jetzt schon bald ein Jahr auf meinem SuB. Es ist die Biographie von Margarete Steiff, der Frau, die die Stofftiere mit dem Knopf im Ohr erfunden hat. Vor einiger Zeit gab es auch einen Film mit Heike Makatsch, die Biographie von Gabriele Katz hat aber nichts damit zu tun.

Klappentext:

Nach einer Kinderlähmung im Alter von zwei Jahren stand Margarete Steiff vor der Aufgabe, mit ihrer körperlichen Behinderung umzugehen. Die Lebensverhältnisse in einer Kleinstadt am Ostrand des Königreichs Württemberg sahen für sie keine andere Möglichkeit vor, als dass auch sie mit ihre Händen ihren Lebensunterhalt verdiente. 

Über ein Jahrzehnt hält die auf den Rollstuhl Angewiesene als Lohnnäherin durch. Dann entwickelt sie ihre erste eigene Geschäftsidee. Mit ihrem “Elefäntle” und anderen weichen Spieltieren betritt Margarete Steiff unternehmerisches Neuland. Wagemutig geht sie mit dieser bislang unbekannten Art des fantasievollen Spiels auf Expansionskurs. 

Ihr Neffe Richard Steiff kreiert schließlich den berühmten Teddy. Und der anhaltende Erfolg gibt dieser Geschäftsidee bis heute recht.

Wie ich mir die Leserunde vorstelle

Das Buch hat insgesamt zwölf Kapitel, das bedeutet, dass sich das Buch sehr leicht in vier Abschnitte unterteilen lässt. Ich werde unterhalb entsprechende Kommentare anfügen, zu denen wir dann diskutieren können, das ist wohl am einfachsten, denke ich mir.

Bewerbungsfrist gibt es keine, das soll einfach nur eine Leserunde für alle werden, die das Buch schon haben und bei denen es schon wie bei mir zu lange herumliegt :D.

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16 Gedanken zu „Leserunde Gabriele Katz – Margarete Steiff

  1. Hallo Ascari,
    tolle Idee! Ich wäre gerne dabei, habe aber leider eine lange Liste an "must reads" abzuarbeiten. Ich habe den Film über Frau Steiff gesehen. Eine sehr beeindruckende Biographie.
    Liebe Grüße und viel Spaß mit der Leserunde.
    loralee

  2. Huhu,

    also bis hierher find ich das Buch schon mal interessant. Besonders, wie auf die damalige Gesellschaft auch eingegangen ist. Was damals (z.B. mit dem Frauenbild) passiert ist.

    Mein Freund kommt von der Gegend. Sehr schön mit ihm über das Gelesene reden zu können oder einfach nur seine breiten (der Dialekt in der Gegend ist unwahrscheinlich breit) Kommentare zu hören (obwohl der Dialekt schon wieder anders ist) :).

    Schön find ichs auch, dass man erfährt, wo denn Margarete Steiff Anstöße und Vorbilder gesehen hat.

    Der Schreibstil ist ca. der einer Dokumentation oder eines guten Referats. Manchmal recht nüchtern. Aber man kann sich drauf einstellen.

  3. Ich finde den Schreibstil nach wie vor eher mühsam … Er wirkt irgendwie altbacken, als ob das Buch schon vor 50 Jahren oder so geschrieben worden wäre – und nicht erst 2011.

    Ganz schön kann man aber die Entwicklung der Zeit verfolgen – ohne die im 19. Jahrhundert beginnende Veränderung der Gesellschaft wäre es wohl für Margarete undenkbar gewesen, Unternehmerin zu werden.

    Dass sie über einen gewissen Eigensinn verfügt hat, habe ich auch schon vermutet – offensichtlich scheint der ihr bis zu einem gewissen Maß schon als Kund zu eigen gewesen zu sein :D.

  4. Margarete findet sich damit ab, nicht von ihrer Kinderlähmung geheilt werden zu können und gründet mit ihren Schwestern eine Damenschneiderei. Das muss für sie sicherlich hart gewesen sein, aufgrund ihrer Behinderung keine eigene Familie haben zu können…

    Ich vermute, dass sie sich dann wohl dazu entschlossen hat, mit etwas ganz anderem ihr Leben auszufüllen – mit ihrer Arbeit als Unternehmerin. Im Gegensatz zu anderen hat sie Glück und die richtigen Beziehungen, um zuerst mit ihrer Filzkleidung und später mit ihren Filzspielwaren Abnehmer zu finden.

    Die Exkurse zu Käthe Kruse verstehe ich allerdings nicht ganz: Die Autorin will offensichtlich die Gegensätze zwischen Kruse und Steiff herausarbeiten – aber ist das wirklich notwendig?

  5. Margarete baut erfolgreich ihr Unternehmen aus und wird für ihre Mitarbeiterinnen zu einer echten Patriarchin, die sich um ihre Angestellten kümmert. Sie ist eine Perfektionistin und legt Wert darauf, dass die Arbeit exakt gemacht wird, zahlt dafür aber auch gut. Das scheint zu jener Zeit, wo Frauen erstmals in Fabriken gearbeitet haben, nicht so selbstverständlich gewesen zu sein … Kinderarbeit wird ja auch erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts zuerst eingeschränkt, dann verboten.

    Trotzdem bleibt sie ihrer Familie fürsorglich verbunden, auch wenn sie sich interessanterweise dafür einsetzt, dass ihre Nichten eher traditionellen Rollenbildern folgen. Offensichtlich sieht sie sich wohl nur durch ihre Behinderung davon ausgeschlossen?

    Während in Giengen die ersten modernen Fabriken (Stichwort "Glashäuser") entstehen, hat der erste Steiff-Bär Premiere. Der erste Erfolg stellt sich allerdings erst nach der Jahrhundertwende ein – nicht zuletzt Theodore Teddy Roosevelt sorgt in Amerika für die Beliebtheit der ersten "Teddybären". Der Knopf im Ohr wird als Zeichen der Schutzmarke eingesetzt, ist aber für Steiff auch ein Gütesiegel … Die permanenten Kopien scheint Steiff ja heute im Griff zu haben, ich kenne jedenfalls heute keinen Stofftierhersteller, der ebenfalls so einen Knopf verwendet.

  6. Hier wird noch detailierter aufgezeigt, was in der damaligen Gesellschaft üblich war und was sich gerade verändert hat. Besonders in Bezug auf die Kindheit/Kindererziehung. Auch finde ich interessant, welche Bücher damals erschienen sind und wer noch so gelebt hat.

    Über die Gefühlswelt von Margarette Steiff erfährt man fast nichts. In ihrem Tagebuch hat sie fast nur beschrieben. Was ich schade finde, das hätte mich sehr interessiert wie es ihr dabei gegangen hat.

  7. Achja, was ich noch sagen wollte: Die Häkelanleitung auf Seite 80 versteh ich nicht ganz. Soll man da die feste Maschen in jede Masche stechen? Was unsinnig wäre. Wieviele Maschen soll man dann freilassen? Haben die das nach Gefühl gemacht? 🙂

  8. Hmm, die letzten drei Kapitel finde ich jetzt am schwächsten … Der "Bären-Boom" beschäftigt sich eigentlich nur mit den Briefen, die Margarete an ihre Familienangehörigen schreibt. Und irgendwie komme ich mit den ganzen Vornamen total durcheinander.

    Die Bilanz, naja, fand ich jetzt auch nicht so prickelnd .. Lediglich das letzte Kapitel ist noch einmal ganz interessant, wo zusammengefasst wird, was Steiff für eine bemerkenswerte Persönlichkeit war :). Wenn die Lungenentzündung nicht gewesen wäre, hätte sie bestimmt noch weitere 10 Jahre an der Spitze ihres Unternehmens gestanden :).

  9. Eigentlich ist erstaunlich wenig über sie bekannt, kommt mir vor. Außer dem Tagebuch und den Briefen gibt es kaum etwas – sie scheint wohl sehr auf ihr Privatleben bedacht gewesen zu sein …

    Die Häkelanleitung hab ich auch nicht so ganz verstanden, allerdings bin ich nicht besonders gut darin und hab schon Probleme, mir zu merken, wie die Maschen richtig heißen ^^.

  10. Also ich fand gerade die Bilanz interessant (was aber auch beruflich herkommt :)). Besonders die Aufgliederung. Die Firma hat zwar Aufträge ohne Ende gehabt, hat innerhalb von einigen Jahren auch 3x einen Neubau bzw. Anbau gemacht, aber durch die vielen Materialien, die auf Lager waren (fertig und unfertig), war diese auf die Zahlungen der Kunden abhänig.

    Was mir im Buch fehlt, ist einen Tabelle, wie es denn nach dem Tod der Margarete weiter ging. Ich hab grad mal nachgelesen. Durch den ersten Weltkrieg ist die Firma gekommen, indem sie Holzspielzeug gemacht hat. Was aber genauso gut zur Pleite hätte führen können. Auch schon Anfang des 20. Jahrhunderts hing der Krieg in der Luft. Was Adolf Glatz (der ihr zur Gründung einer GmbH riet, die auch früh umgesetzt wurde) oder Hans Hähnle (der international Geschäfte machte) vielleicht auch schon geahnt haben. Von daher ist es nochmal beachtlicher, wie Margarete Steiff ihren Weg immer weiter gegangen ist. Und es wäre noch interessanter ihre Gedanken dahinter kennenzulernen. In ihrem Tagebuch ist davon aber nichts vermerkt und auch sonst nicht erhalten.

    Um sich hat Margarete immer ihre Familie, die immer größer wurde, gehabt. Bemerkenswert auch, wie sie mit ihren Mitarbeitetern umgegangen ist. Ich denke, dass es damals nicht selbstverständlich war, dass diese Weihnachtsgeld bekommen haben.

  11. Ich denke, dass sie ihre Nichten erstmal versorgt gewusst haben wollte, daher mussten sie erstmal sich verheiraten. Ihre Nichte Eva hat dann, als sie verheiratet war, im Betrieb mitgeholfen.

    Der Knopf im Ohr ist übrigens seit 2014 nicht mehr geschützt. Aber ich denke, dass man Steiff Qualität von anderen trotzdem unterscheiden kann.

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