Leserunde oder nicht Leserunde?

Habt ihr schon mal bei einer Leserunde online mitgemacht? Wahrscheinlich schon, wenn ihr bei einem der aktuell beliebten Buchportale angemeldet seid. Gerade bei Lovelybooks laufen ja jede Woche Verlosungen und Leserunden zu aktuellen Büchern und Neuerscheinungen.

Als ich mich vergangenes Jahr bei Lovelybooks angemeldet hatte, war ich mehr oder weniger Feuer und Flamme dafür. Eine tolle Idee, mit anderen Leuten, die mit einem dasselbe Buch lesen, über den Inhalt dieses Buchs zu diskutieren – ich fand und finde es einfach super :). Am Anfang habe ich deswegen auch bei sehr vielen Leserunden mitgemacht – typisch ich halt *grins*.

In der Zwischenzeit bin ich allerdings etwas wählerischer geworden, was Leserunden angeht. Leserunden machen unheimlich viel Spaß, wie schon gesagt, aber sie brauchen auch Zeit. Die Zeit, die ich nicht immer habe, weil mir zwischendurch ganz unterschiedliche Dinge dazwischen kommen. Deswegen suche ich mir meistens nur noch eine oder zwei Leserunden pro Monat aus, mehr schaffe ich einfach nicht.

Aber zurück zu den Leserunden: In der Regel verpflichtet man sich am Ende, das Buch zu rezensieren und seine Meinung bei Lovelybooks, Amazon oder sonst wo zu posten. Auch das braucht Zeit, gar keine Frage, finde ich aber als Gegenleistung dafür, dass man das Buch häufig umsonst zum Lesen bekommt, völlig in Ordnung. Eine Hand wäscht die andere, ganz einfach :).

Was ich allerdings ein wenig befremdlich finde, ist die Art und Weise, wie manche Autoren mit den Lesern in den Leserunden umspringen. Ich gebe zu, ich habe noch keine wirklich unfreundlichen Diskussionen erlebt, aber es gibt auch andere Möglichkeiten, Leser zu vergraulen.

Beispielsweise dann, wenn der Autor zwar eine Leserunde zu seinem Buch ins Leben ruft, dann aber total desinteressiert wirkt, sich kaum in die Leserunde einbringt und auch erst nach mehreren Tagen auf Fragen der Leser reagiert. Bei der fraglichen Leserunde kam auch keine echte Diskussion auf, weil der Autor darauf verzichtete, das Buch in Leseabschnitte zu unterteilen … Das hatte zur Folge, dass kreuz und quer durcheinander einige Leute posteten, wie sie bestimmte Kapitel fanden, es war aber damit wirklich schwer, sich darüber zu unterhalten. Mit einem Wort – es war das totale Chaos.

Und ganz ehrlich? So etwas verstehe ich nicht! Im Grunde ist doch eine Leserunde eine einfache Werbung für den Autor und sein Buch. Wenn man sich also wenigstens für einen Monat immer wieder ein bisschen Zeit nimmt, den Lesern etwas Gutes tut und auf ihre Bedürfnisse und Fragen reagiert, kann man sich ohne Probleme eine treue Leserschaft und Fans “heranziehen” (Das weiß ich deswegen so genau, weil ich Gott sei Dank auch schon solche Leserunden hatte). Als Autor erhalte ich außerdem wertvolles Feedback, wie mein Buch bei meinen Lesern ankommt. Als Leser habe ich Spaß, direkt mit dem Autor Kontakt haben zu können. Im Idealfall profitieren also eigentlich alle  davon – sowohl Leser als auch Autor.

Deswegen ist es mir auch ein Rätsel, wie man diese (kostenlose!) Gelegenheit einfach so verstreichen lassen kann … Selbst wenn ich als Autor nicht weiß, wie eine Leserunde funktioniert, dann informiere ich mich doch vorher, schaue mir andere Leserunden an und picke mir heraus, was mir an ihnen gefällt und was nicht. Sicher pflegt hier jeder seinen ganz  eigenen Stil, keine Frage, das soll auch so sein. Aber ein gutes und faires Miteinander sollte doch das Minimum sein: Klare Angaben, ob man sich bei einer Verlosung für ein Printbuch oder ein E-Book bewirbt beispielsweise. Und wenn E-Book, dann in welchem Format. Das ist wichtig, denn als Leser entscheidet man sich in der Regel entweder für .mobi oder für .epub, wenn man einen E-Book Reader kauft!

Daher noch einmal mein Appell an alle Autoren bzw. Moderatoren einer Leserunde: Bitte informiert euch vorher, wie eine Leserunde abläuft und lasst nicht uns Leser eure Versuchskaninchen sein! Wir wissen es nämlich oft genauso wenig wie ihr, wenn wir das erste Mal dabei sind. Und nutzt eure Chance, euch mit uns Lesern auszutauschen und ignoriert sie nicht weitestgehend – das ist nicht der Zweck einer Leserunde!

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18 Gedanken zu „Leserunde oder nicht Leserunde?

  1. Upps … so etwas habe ich auch schon bei LB erlebt. Trotzdem ist meine Erfahrung mit Leserunden sehr positiv. Gerade jetzt erst wieder. Die Autorin ist so engagiert, antwortet auf jeden (!!!) Post und antwortet auf alle Fragen am gleichen Tag. Sie gibt uns sogar Einblicke per Bilder auf FB an welchen Orten das Buch spielt.

  2. Hey =)

    Ich habe sowas bisher noch nicht erlebt. Alle Leserunden, an denen ich teilgenommen habe waren gut strukturiert. Leserunden bedeuten eben Aufwand für beide Seiten, aber am Ende hat auch jeder seinen Nutzen daraus.

    Was mir zwischendurch schon öfter mal aufgestoßen ist, ist das einige Teilnehmer das Buch abgreifen, anschließend aber nicht zeitnah ihr Feedback zu einzelnen Kapiteln geben, sondern manchmal erst Wochen später. Das kann ich gar nicht verstehen. Oft sind die Kommentare zu einzelnen Kapiteln auch völlig sinnfrei und viel zu kurz. Da hab ich mich schon oft gefragt, ob derjenige überhaupt das Buch gelesen hat.

    Auf einem anderen Portal, ich möchte jetzt keine Namen nennen, wurden für Leserunden Mindestbeiträge mit Mindestlänge usw. definiert, sonst bekommt man zukünftig kein Exemplar mehr. Ich wurde doch tatsächlich mal angeschrieben, dass meine Beiträge zu kurz und zu wenig wären. Also darüber hab ich mich echt geärgert und seitdem auch an keiner Leserunde mehr teilgenommen. Wenn ich teilnehme, dann lese ich das Buch, gebe zeitnah mein Feedback und sage meine Meinung, ABER ich lass mich für ein Gratisexemplar nicht dermaßen geißeln! Das ist doch total blöd. Es kommt doch auf die Qualität der Rückmeldung zum Buch an und nicht auf die Masse. Klar kann ich zu jedem Abschnitt eine Nacherzählung schreiben und mir zusätzlich noch was aus den Fingern saugen, aber macht das wirklich Sinn??? Das liest doch eh kein Mensch.

    Ich hab schon ewig an keiner Leserunde auf Portalen mehr teilgenommen, weil mich der Zeitaufwand im Moment ein bisschen abschreckt.

    LG
    Anja

  3. Ich habe schon an sehr vielen Leserunden mitgemacht. Die meisten waren positiv von Lesern und Autoren her. Manche Autoren sind weniger präsent, aber das war mir immer egal. Eigentlich mag ich Leserunden ohne Autoren auch lieber, weil da niemand ein Buch gut redet, was es eigentlich nicht ist. Ich habe allerdings auch schon Leserunden mutgemacht, in denen die Leser sehr aggressiv gegenüber den Autoren waren, jede Kleinigkeit herausgepickt haben und dem Autor die Leserunde wirklich sehr schwer und unangenehm gemacht haben. Momentan mache ich keine Leserunden mehr mit, es nimmt viel Zeit und ich möchte Bücher lesen, die ich ausgewählt habe und sie dann lesen, wenn es mir am besten passt.
    Lg Lara

  4. Huhu,

    ich habe bis jetzt bei keiner Leserunde mitgemacht, bei der der Autor anwesend war. Ich kann mir vorstellen, dass sowas auch etwas hemmend auf die ehrliche Meinung der Leser wirkt.

    Ich habe in meiner letzten LR erlebt, wie viele den ersten Post einfach nur nachgeplappert haben und kaum fähig waren eine eigene Kritik zu posten.
    Meiner Meinung nach ist es nämlich in solchen Runden immer sehr wichtig, dass Buch ein wenig kritisch zu betrachten, damit der Autor auch weiß, wo er ansetzten kann.

    Naja mein Interesse an solchen LR ist momentan etwas abgesackt ^^

    LG
    Steffi♥

  5. Huhu, ich hab bisher nur an wenigen Leserunden teilgenommen und mach seither bspw. bei lovelybooks da nicht mehr mit. Da hab ich einfach auch zuviele schlechte Erfahrungen gemacht.
    Einzig und allein bei Bloggern, die ich schon lange kenne und schätze, da mache ich gerne mit. Allerdings bin ich auch nicht der Mensch, der während des Lesens über ein Buch sprechen muss, sondern ich mach sowas gerne erst danach. Und gerade bei dem LB Leserunden wird ja teilweise schon erwartet, dass man bei jedem Abschnitt was schreibt. Daher eher nichts für mich^^

    Aber du hast einen wirklich spannenden und lesenswerten Artikel geschrieben

    Viele liebe Grüße
    Nelly von Nellys Leseecke

  6. Das klingt toll! Bisher sind meine Erfahrungen eigentlich auch durchwegs positiv gewesen, das ist wohl im Posting ein bisschen untergegangen. Trotzdem hat mich dieser jüngste Fall daran erinnert, dass man aus vielen Leserunden deutlich mehr machen kann als es halt im Moment geschieht … Manche Leute haben das meiner Meinung nach einfach nicht verstanden und das finde ich sehr schade.

  7. Oh mein Gott! Ich glaub, wenn mir jemand vorschreiben wollte, wie lang und wie viel ich in einer LR zu schreiben hätte, würde ich auf diesem Portal meinen Account löschen … Das wär mir das beste Gratisexemplar der Welt einfach nicht wert – da würde ich mir das Buch lieber selbst kaufen und könnte dann wenigstens so darüber schreiben, wie mir der Sinn steht.

  8. Deinen Fall hatte ich noch nicht, aber ich habe schon davon gehört … Ich denke aber auch, dass ich mich in Zukunft nur noch auf ein paar wenige Leserunden beschränken werde (Einem ganz bestimmten Autor und seinen Leserunden möchte ich gerne die Treue halten, weil er wirklich ein ganz netter ist und sich sehr um uns Leser bemüht), es ist mir sonst einfach zu zeitaufwendig.

  9. Das glaube ich dir! Wobei ich bisher eigentlich nur gute Erfahrungen mit Leserunden gemacht habe, wo die Autoren anwesend waren. Bisher waren die meisten wirklich an dem interessiert, was die Leser zu sagen hatten – positiv und negativ. War zumindest mein Eindruck, aber diese jüngste Erfahrung jetzt hat mir doch ein bisschen einen Schlag in den Magen versetzt, muss ich gestehen.

  10. Danke für dein liebes Kompliment! Ja, dieses Thema hat mir jetzt wirklich am Herzen gelegen, eigentlich schon seit ich in Urlaub gefahren bin, aber ich hatte vorher keine Zeit mehr, mir meinen Frust von der Seele zu schreiben … Du bist aber nicht die einzige, die sich aus Leserunden zurückgezogen hat, ich habe es auch bei anderen bemerkt. Und jetzt kann ich immerhin verstehen, wieso. Es müssen wohl die richtigen Leute bzw. Leser zusammen kommen, damit eine Leserunde zu einer Bereicherung wird :).

  11. Hey 🙂
    Interessanter Beitrag. Ich mache nämlich auch gerne Leserunden mit.
    Dabei habe ich schon einiges erlebt. Von entspanntem Lesen ohne Abschnitte (somit keine Diskussion) bis hin zur mageren Beteiligung des Autors.
    Auf eine Leserunde hatte ich mich z.B. sehr gefreut. Allerdings war das Buch sehr dick und somit alle unterschiedlich schnell. So kam schon mal wenig Diskussion auf und vom Autor war außer 2-3 Posts nach der Gewinnerbekanntgabe nichts mehr zu lesen. Ärgerlich 🙁
    Dennoch finde ich Leserunden generell immer noch toll, weil man so viele Leute und deren Meinungen kennenlernt.
    Einmal habe ich es aber auch erlebt, dass der Autor total dabei war und immer neue Fragen gestellt hat. An sich positiv und regte auch zur Diskussion an. Aber ich denke mir immer, wenn ich alles abgearbeitet habe, eine Rezension geschrieben habe und bis auf 1 oder 2 Personen alle fertig sind, dann kann ich die Leserunde verlassen. Vielleicht sehen das manche anders, so in diesem Falle auch der Autor. Dort wurde sich dann nämlich beschwert, dann man 4 Wochen nach den Rezensionslinks in der Leserunde nicht mehr diskutiert.

    Heute kamen bei mir erst wieder 2 Bücher für Leserunden an. Die eine wird ganz entspannt. Das ist immer so bei dem Verlag und auf die andere freue ich mich sehr, weil die Autorin absolut sympathisch und engagiert war.

    Sorry, dass ich dein Kommentarfeld so zuspamme *rotwerd*
    Einen schönen Abend
    Sara von Sara`s etwas andere Bücherwelt

  12. Guten Morgen Agnes,
    danke für den interessanten Post. Ich mache auch gerne bei Leserunden mit, bin aber, wie du, wählerisch geworden. Den Fall, den du beschreibst, habe ich such schon zwei Mal erlebt. Das eine Mal herrschte absolutes Chaos, bis die Leser alle nicht mehr kommentierten, sondern einfach am Ende die Rezi posteten. Das andere Mal, hat der Autor sich von den Teilnemenden an der Leserunde beraten lassen und nachträglich die Leseabschnitte eingetragen. Dann wurde die Leserunde noch sehr schön. Am liebsten sind mir die Leserunden, die von den Autoren intensiv begleitet werden und es tatsächlich zu einem Dialog kommt. Und ich mag auch die Runden ohne Autoren, weil sie sehr entspannt sind.
    Ich schließe mich auf jeden Fall deinem Appell an die Autoren an. Schließlich nehmen die Leute an den Leserunden teil, weil es ihnen Spaß macht sich mit anderen über ein Buch auszutauschen.

    Lieben Gruß
    loralee

  13. Liebe Sara, spamme so viel du willst :). Ich freue mich ja, wenn mein Text euch seinerseits zu langen Antworten inspiriert! Dass der Autor sich beschwert, dass du vier Wochen später nichts mehr zur Diskussion beigetragen hast, finde ich auch etwas merkwürdig … Wer sagt dann, dass man hier ewig dranbleiben muss?

    Grundsätzlich bin ich aber ganz auf deiner Seite, ich habe dank der Leserunden einige sehr nette Leute kennengelernt und freue mich auch immer auf den Austausch mit ihnen :).

  14. So ist die von mir beschriebene LR am Ende auch ausgegangen: Alle haben am Ende ihre Rezis gepostet – und das war's. Schön, dass du einmal den Fall hattest, dass der Autor sich beraten hat lassen. Bei uns hat die Bitte nach Leseabschnitten leider nicht funktioniert *seufz* …

    Wenn ich so nachdenke, hatte ich bisher wohl mehr Runden mit Autoren als ohne, aber wie gesagt, ich habe sie bisher eigentlich immer als interessant erlebt. Ich hatte aber auch schon Runden ohne, allerdings waren das sehr dicke Bücher, da waren die Leute dann auch in sehr unterschiedlichen Abschnitten und es kam keine echte Diskussion auf … Anscheinend hab ich wohl die perfekte LR ohne Autor noch nicht für mich gefunden :D.

    Wie gesagt: Ganz aufgeben werde ich meine Teilnahme sicher nicht, aber sicher einschränken … Auf die "großen" Verlosungen verzichte ich mittlerweile auch, weil es mir das ganze "Regelwerk" (wann, wo und wie man Rezis posten soll und so) eigentlich nicht wert ist.

    Liebe Grüße
    Ascari

  15. Liebe Agnes,

    ich habe bisher nur bei einer Leserunde mitgemacht. Leider werden dort meistens nur ganz aktuelle Bücher angeboten und momentan hab ich so die Klassiker entdeckt. Hin und wieder gibt es dann auch Klassiker, die neu aufgelegt werden aber da hatte ich bisher dann leider kein Glück. Aber ich gebe dir Recht, die Idee ist echt gut und die Chance besonders für Autoren eine Bindung zu den Lesern aufzubauen sehr groß.

    Liebe Grüße
    Tobi

  16. Hi Tobi!

    Danke für deinen Kommentar! Leserunden sind in meinen Augen Werbung für das Buch und den Autor – deswegen finde ich es ja so schade, wenn es schiefgeht …

    Liebe Grüße
    Ascari

  17. Ich bin auch echt aus allen Wolken gefallen! Ich treibe mich seitdem auch nicht mehr auf dem Portal rum. Das hat einfach einen bitteren Nachgeschmack bei mir hinterlassen. Aber was soll's, auf den Blogs ist sowieso genug los =)

    LG
    Anja

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