Rezension Joyce Summer – Madeirasturm

Eigentlich schrieb mich Joyce bereits im Frühling an, ob ich ihr neuestes Buch “Madeirasturm” lesen wollte. Klar wollte ich, nur machte mir die FH aus Zeitgründen ziemlich deutlich einen Strich durch die Rechnung. Weswegen ich gezwungen war, das Buch erst einmal eine Weile zurückzustellen.

Aber jetzt sollte es endlich sein. Und was läge näher, ein Buch im Sommer zu lesen, das auf Madeira spielt? Urlaubsfeeling pur! Wobei Comissario Avila das wohl anders sieht 😀 …

Der Klappentext:

Stürmische Zeiten auf Madeira …
Ein Sturm zieht auf. Im Hafen von Funchal wird die Leiche eines Touristen angespült.
Madeira rüstet sich, um eine Katastrophe und weitere Tote zu verhindern. Leticia Avila hat dagegen andere Pläne. Sie überredet ihren Mann, mit ihr das Wochenende in einem romantischen Hotel in den Bergen zu verbringen.

Aber der scheinbar so idyllische Ort wird bald gestört: Eine Leiche treibt am Morgen im Hotelpool. Abgeschnitten von der Zivilisation versucht Comissário Avila, dem Sturm und den Machenschaften des Mörders zu trotzen. Wird es ihm gelingen, seine Familie zu beschützen?

Meine Meinung:

Mit “Madeirasturm” begleiten wir bereits ein zweites Mal den sympathischen Comissario, der gern ein bisschen zu viel isst und trinkt, auf seinen Ermittlungen, begleitet von seinem treuen Subcomissario Vasconcellos. Aus diesem Grund möchte ich jedem ans Herz legen, mit dem ersten Teil “Madeiragrab” zu starten. Nicht dass man diese Geschichte nicht auch ohne Vorkenntnisse lesen kann, aber die Autorin bezieht sich einige Male auf den ersten Teil, sowohl was die Handlung als auch die handelnden Figuren angeht …

Mittlerweile Vater einer kleinen Tochter, ist Avila zunächst alles andere als begeistert, als ein toter Tourist aufgefunden wird. Da es zunächst allerdings danach aussieht, als ob der Mann seinem Drogenkonsum zum Opfer gefallen ist, lässt er sich von seiner Frau überreden, einen Kurzurlaub zu machen. Nicht ahnend, dass er bald – von der Umwelt und seinen Kollegen abgeschnitten – erneut auf Mörderjagd gehen muss.

Ich gebe zu, das Szenario hört sich auf den ersten Blick nicht wirklich neu an, aber Joyce gelingt es, dem bekannten Setting einige interessante Aspekte abzugewinnen. Denn die Geschichte wird, als der Sturm erst einmal ausgebrochen ist, aus zwei Perspektiven erzählt. Avilas Subcomissario bekommt dabei mehr Verantwortung als bisher, wir lernen ihn dabei als einen umsichtig agierenden Mann kennen, der es versteht, die neuen Mitarbeiter – den jungen Polizeiaspiranten Baroso und den Hundeführer Fonseca – in sein Ermittlungsteam zu integrieren.

Von den Nebenfiguren ist es auch Fonseca, den ich hier am meisten mochte. Anfangs eher unfreundlich und besserwisserisch dargestellt, kann er in dieser misslichen Lage bald beweisen, dass er sein Herz doch am rechten Fleck hat. Ob wir in Zukunft mehr von ihm lesen dürfen? Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn er mit seinem belgischen Schäferhund Galina öfter auftauchen würde.

Sehr gut gefallen hat mir auch, dass sich Avilas Verhältnis sowohl zu seinem Chef Lobo als auch zu seinem Schwiegervater Oriol in dieser Geschichte verbessert, denn die gemeinsame Krise im Hotel schweißt alle zusammen. Hier gab es einige schöne Szenen, die Avila noch mehr von seiner privaten Seite als Familienmensch zeigten. Die Liebe zu seiner Frau und seiner Tochter beschreibt Joyce sehr anschaulich, sodass es mir nicht schwerfiel, mit ihm mit Angst zu haben, dass seiner Familie etwas zustoßen könnte.

Und wie schon beim letzten Mal hatte ich auch hier recht bald wieder das Gefühl, mit Avila auf Madeira zu sein, mit ihm durch die Straßen zu gehen, die einheimischen Getränke und Gerichte zu kosten… Einfach wunderbar! In diesem Sinn fand ich auch das Nachwort sehr gelungen, wo die Autorin darauf eingeht, welche (geografischen) Dinge im Buch erfunden sind und welche nicht.

Das Tüpfelchen auf dem i aber war wohl Joyce’ Anspielung auf eines ihrer früheren Bücher, indem sie den Comissario zu einem deutschen Krimi greifen lässt, dessen Cover ein Levadahäuschen ziert. Ein Schelm, wer hier nicht sofort an “Mord auf der Levada” denkt?

Mein Fazit:

“Madeirasturm” ist nach “Madeiragrab” das zweite Abenteuer, das Joyce Summer mit Comissario Avila als Hauptfigur auf der portugiesischen Insel spielen lässt. Meiner Meinung nach eine gelungene Fortsetzung, die Lust auf weitere Abenteuer auf Madeira macht!

  • ★★★★
  • E-Book
  • 332 Seiten
  • via tolino media
  • 978-3739445786
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Vom SuB befreit: Die Braut im Schnee

Jetzt im Juli lautet das Thema der Motto Challenge “SuB-Leichen”. Eigentlich eine Steilvorlage, wieder etwas mehr vom SuB zu lesen, aber wie der Teufel so will, dominieren in dem Monat Leserunden bzw. Bücher, die ich eigentlich schon im Frühling lesen und vorstellen wollte …

Trotzdem habe ich es geschafft, wenigstens ein Buch vom SuB zu lesen, das der Vorgabe (Es muss vor 2019 auf den SuB gewandert sein) entspricht. Was liegt da also näher, es hier in meiner SuB-Rubrik vorzustellen?

1. Welches Buch hast du gerade vom SuB befreit?

“Die Braut im Schnee” ist das zweite Buch einer Reihe um den Frankfurter Kommissar Marthaler aus der Feder von Jan Seghers. Mittlerweile wurden die Bücher (bis auf das letzte, soweit ich weiß) alle verfilmt, wenn auch nicht in der Reihenfolge, in der sie vom Autor verfasst wurden.

Klappentext:
Wo du hingehst, da werde ich dich finden. Wo du stirbst, da werde ich gewesen sein.
Eine junge Zahnärztin ist ermordet worden. Der Täter hat die Leiche auf widerwärtige Weise zur Schau gestellt. Der Frankfurter Kommissar Marthaler ist von dem Anblick zutiefst erschüttert. Er ahnt, dass sich der Mörder mit diesem einen Opfer nicht zufrieden geben wird.
Und er soll Recht behalten …

2. Warum ist das Buch auf deinen SuB gewandert?

“Die Braut im Schnee” erregte ehrlich gestanden wegen des Frankfurter Tatorts meine Aufmerksamkeit, als es darum ging, mir aus einem ziemlich großen Stapel Bücher mir etwas zum Lesen auszusuchen. Wie das aber so ist, landete das Buch erst einmal am SuB – und da blieb es jetzt dann auch mehr als ein Jahr drauf.

3. Weshalb hast du es jetzt gelesen?

Wie bereits erwähnt, geht es eigentlich darum, im Juli Bücher vom SuB zu befreien – und ich hatte mal wieder Lust auf einen etwas solideren Krime :).

4. Was hat dir an dem Buch gefallen / nicht gefallen?

Wirklich gelungen fand ich hier den Lokalkolorit. Ich kenne mich zwar nicht extrem gut in Frankfurt aus, aber es hatte schon etwas an sich, gleich am Anfang bei der Beschreibung des Fundorts der ersten Leiche draufzukommen, bei dem beschriebenen Haus schon einmal auf der Suche nach einem Geocache gewesen zu sein. Da bleibt dann nur die Frage, ob der Autor selbst einmal vor Ort war …

Weniger gut waren allerdings die Längen, die sich meiner Meinung nach im mittleren Drittel eingeschlichen haben. Da wirkte die Geschichte für meinen Geschmack fast etwas künstlich gestreckt. Aber das Finale – und damit die Auflösung – entschädigten dann doch wieder.

5. Wie hast du das Buch bewertet?

Würde ich halbe Sterne vergeben, wären es 3,5 Sterne geworden, so habe ich dank des “Hey, da war ich ja schon!” auf vier Sterne aufgerundet.

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Der Literaturplausch / 07.2019

Ihr Lieben, ich gebe zu, ich habe ein bisschen herumüberlegt, wie ich meinen ersten Beitrag nach der langen, ungewollten Blogpause gestalten soll. Eigentlich muss ich mich ja bei euch entschuldigen, denn normalerweise kündige ich diese Pausen an, aber das Sommersemester an der FH war bereits im März ein einziges, riesengroßes Tohuwabohu an Tests und Abgaben … Aus diesem Grund sind zu dem Zeitpunkt nur noch die vorbereiteten Beiträge online gegangen – und dann war’s das einfach.

Ich hatte zwar noch einen Funken Hoffnung, im April wieder aktiv werden zu können, nur ging es mir damals (sicher auch stressbedingt) net übermäßig gut, die Osterferien hab ich mehr krank als gesund verbracht. Und Ende April / Anfang Mai hat’s mich dann richtig vier Tage niedergeworfen.

Die #bbfliest Leserunde zu “The Mister” war wohl in der Zeit meine einzige buchige Aktion, aber nachdem wir Mitte Mai bereits die ersten Prüfungen geschrieben haben, hat mir dann auch hier leider die Energie gefehlt, mich aufzuraffen, dem Blog wieder etwas Leben einzuhauchen … Und vom Juni will ich erst gar nicht reden (Land unter – wieder einmal).

Man könnte also meinen, dass ich in der Zeit mehr gelernt als gelesen oder Serien geschaut habe, aber ein kleines bisschen ist doch zusammengekommen 🙂 …

#Gelesenes / #Gehörtes

Im März habe ich es gerade mal auf zwei Bücher gebracht, ein Drittes habe ich abgebrochen. Der April dagegen wurde – bis auf ein E-Book – ein reiner Audiomonat. Zu dieser Zeit habe ich nämlich die “Sherlock Holmes Chronicles” für mich entdeckt, eine Serie, die großteils Pastiches, zum Teil aber auch Originalstorys von Arthur Conan Doyle, vertont. Der Sprecher von Sherlock ist dabei beileibe kein Unbekannter, es ist die Synchronstimme von Kevin Spacey. Krankenstand und Ferien haben das dann tatsächlich ein bisschen eskalieren lassen, am Ende kam ich in dem Monat alleine auf 10 Hörspiele.

Der Mai verlief dann wieder ein wenig ausgeglichener, sowohl was die Medien als auch die gelesenen Genres anging. Eines meiner Ziele in diesem Jahr habe ich in dem Monat ebenfalls erfolgreich in Angriff genommen, nämlich die Percy Jackson-Reihe endlich zu beenden und wieder etwas für mein Englisch-Lesen zu tun. Im Juni habe ich ein bisschen was von meinem SuB weggelesen, da war eigentlich nur ein neues Buch dabei, nämlich “Der dunkle Bote” von Alex Beer, aber das konnte ich mir als Hörbuch einfach nicht entgehen lassen.

Zum Juli will ich erst mal nicht so viel sagen, außer dass ich bisher viel weniger gelesen habe, als ich eigentlich gedacht habe. Ferien haben heißt irgendwie noch immer nicht, automatisch mehr Lesezeit zu haben, weil ich mich nun um all die Dinge kümmern darf, die bisher liegengeblieben sind …

#Geschautes

In den Frühling ist ja immerhin die achte Staffel von “Game of Thrones” gefallen, die mir zwei Monate SkyTicket beschert hat, die ich natürlich auch dazu genutzt habe, dort in einige Serien hineinzuschnuppern …

Das Boot

Bis jetzt existiert nur eine einzige Staffel, aber die war für mich eine ausgemachte Überraschung. Ich kannte nur den Film, der auch schon einige Jahre zurückliegt. Die Serie geht Gott sei Dank neue Wege, erzählt nicht dieselbe Geschichte, spielt aber mit denselben Motiven (Das Leben der U-Boot-Fahrer im Zweiten Weltkrieg kann wirklich kein Zuckerschlecken gewesen sein). Darüber hinaus erfahren wir auch, was zur selben Zeit an Land in Frankreich während der Resistance passiert. Wie gesagt: Meine ganz persönliche Überraschung, ich hatte nämlich nicht damit gerechnet, dass ich die Serie wirklich mögen würde.

Charité

Nicht mehr ganz neu, aber ebenfalls wider Erwarten überraschend gut fand ich die deutsche Serie “Charité”. Gewöhnlich bin ich eigentlich kein Fan von Serien, die irgendwie mit Ärzten und Krankenhäusern zu tun haben, aber gerade die erste Staffel konnte mich wirklich einfangen. Mitzuerleben, wie im 19. Jahrhundert an diesem Krankenhaus Medizingeschichte geschrieben wurde, war schon irgendwie faszinierend …

#SuBventur

Nachdem ich ja keine richtigen SuBventur-Beiträge mehr schreibe, habe ich natürlich nicht mehr so genau im Blick, wie viele ungelesene Bücher sich bei mir so tummeln. Es ist aber im Großen und Ganzen ziemlich gleich geblieben. Ich habe zwar im letzten halben Jahr wenig vom SuB gelesen, in Stresszeiten sogar noch weniger, weil ich mich da eher aufs Hören verlegt habe. Trotzdem ist hier und da ein Buch wieder weggekommen, sodass ich zwischendurch mal bei 15 Büchern war. Jetzt – nach dem Ende der letzten Prüfungen – hab ich mir aber doch wieder ein paar Schätzchen gegönnt, sodass es wieder knapp 20 Bücher sind.

#Challenges

Motto Challenge 2019

Ich habe am Anfang gezögert, ob ich 2019 trotz FH noch einmal an der Challenge teilnehmen möchte, ich gebe es zu. Dann dachte ich mir, ist ja egal, probieren geht über studieren. Und bis jetzt habe ich es nicht bereut, ich habe zwar oft nur ein Buch zu einem Thema geschafft, aber das ist mehr, als ich generell erwartet habe :D.

Goodreads Reading Challenge 2019

Bei der Goodreads Jahreschallenge hatte ich mir eigentlich ein Ziel von 40 Büchern gesteckt. In der Zwischenzeit habe ich diese Zahl wieder verdoppelt. Warum? Weil ich, wie bereits früher einmal erwähnt, die Hörspiele (wieder) für mich entdeckt habe.

#zuguterLetzt

Ich freue mich, jetzt wieder etwas mehr Zeit zu haben für Dinge, die nicht irgendwie mit der FH zu tun haben. Leserunden zum Beispiel! Zeit fürs Blog! Zeit, ein paar Dinge socialmedia-mäßg umzukrempeln … Und Zeit, meine Handwriting Challenge wiederaufzunehmen!

Und: Neue Bücher von Ursula Poznanski und Andreas Gruber! Für jemanden wie mich, der ja wenig auf Erscheinungstermine schielt, ist das gleich ein doppelter Grund sich zu freuen, dass deren neue Bücher im August erscheinen – weil: Zeit zum Lesen! Und zwar mit gutem Gewissen.

Außerdem spiele ich (wieder einmal) mit dem Gedanken, ein Book Journal anzufangen. Nachdem ich nun ein Dreivierteljahr erfolgreich für die FH ein sehr simpel gehaltenes Bujo geführt habe, könnte es ja doch klappen, wieder auf Papier meine Bücher festzuhalten 🙂 .

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Leserunde Ursula Poznanski – Erebos

Ich glaube, es war DIE Schlagzeile für Fans im April, als Ursula Poznanski damit herausgerückt ist, dass es kein Scherz war, dass es zu “Erebos” dieses Jahr eine Fortsetzung geben würde. Das Buch, mit dem die Autorin ja quasi über Nacht zu einer der beliebtesten Jugendbuchautorinnen geworden ist (kann man glaube ich mit gutem Gewissen behaupten). Wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass es auch viele Erwachsene wie mich gibt, die ihre Jugendbücher lieben.

Erebos Leserunde Einladung

Aus diesem Grund haben wir – Mel von Bookrecession, Petrissa von Hundertmorgenwald und ich – uns entschlossen, Teil 1 noch einmal zu lesen, ehe es im August dann gemeinsam zu Teil 2 geht. Wer Teil 1 noch nicht kennt, ist selbstverständlich herzlich eingeladen mitzulesen!

Leseeindrücke teilen wir online unter dem Hashtag #ErebosLR. Bei Petrissa findet ihr einen entsprechenden Blogeintrag mit Kommentarabschnitten, wenn ihr dort eure Meinung sagen wollt. Ich für meinen Teil werde diesen Beitrag nun dazu nutzen, um meine ganz persönlichen Eindrücke zu notieren. Auch in gewisser Weise für mich etwas Neues, da ich ja bisher meistens als die “Gastgeberin” der Leserunden aufgetreten bin …

Ursula Poznanski – Erebos

Klappentext:
Erebos Cover Limited EditionTritt ein oder kehr um! Dies ist Erebos.
Nick ist besessen von Erebos, einem Computerspiel, das an seiner Schule von Hand zu Hand weitergereicht wird. Die Regeln sind äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance, Erebos zu spielen. Er muss dabei immer allein sein und darf mit niemandem über Erebos reden. Wer dagegen verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann das Spiel nicht mehr starten.

Was aber am merkwürdigsten ist: Erebos erteilt Aufträge, die in der realen Welt ausgeführt werden müssen. Und dann befiehlt das Spiel Nick, einen Menschen umzubringen.

Seit dem Erscheinen von Ursula Poznanskis abgründigem Thriller Erebos wissen nicht nur Gamer, was ein MMORPG ist, und warum Online-Rollenspiele so faszinieren. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis und mittlerweile zum modernen Klassiker avanciert, hat Erebos nichts von seiner Aktualität eingebüßt.

Meine Updates

Weiterlesen auf eigene Gefahr, da es durchaus zu Spoilern kommen kann! Wer das Buch also nicht kennt …

– Abschnitt 1: Kapitel 1 bis 6

Mein lieber Scholli, ich bin jetzt schon wieder begeistert. Weil mir schon wieder Dinge auffallen, die ich früher nicht wahrgenommen habe. Wie geschickt die Autorin es beispielsweise versteht, den Leser zusammen mit Nick in die Spielwelt zu locken.

Der Schreib- und Stilwechsel zwischen der realen Welt und der Spielwelt beispielsweise ist mir so noch nie bewusst gewesen, aber jetzt habe ich ihn bemerkt. Denn die reale Welt spielt sich im Präteritum ab, während man mit Nick, pardon, Sarius in der Spielwelt im Präsens unterwegs ist … Und während anfangs noch eine gewisse Distanz zu bemerken ist, merkt man spätestens nach dem ersten Ritus, dass Nick ganz in seiner neuen Rolle in der Spielwelt aufgeht, weil man mit ihm dann auf einmal IN dieser Welt drin ist.

Und wer ist dieser Mann mit Hut, der Sarius die ersten Hinweise gibt, worauf er im Spiel zu achten hat? Fragen über Fragen!

– Abschnitt 2: Kapitel 7 bis 11

Nick hat jetzt seinen ersten Auftrag in der realen Welt hinter sich. Und es ist erstaunlich, wie viel das Spiel über ihn weiß. Dinge, die es eigentlich nicht wissen darf. Einen Teil kann ich mir mit meinem IT-Wissen zusammenreimen (vor allem als Nick selbst etwas über das Spiel im Internet recherchiert und ihm das Spiel dafür auf die Finger klopft), ein anderer Teil muss aber durch die anderen Spieler an das Spiel weitergegeben worden sein.

Mein Highlight in diesem Abschnitt sind allerdings die Arena-Kämpfe! So erstaunlich realistisch, wie die Autorin diese schildert, hat man erneut das Gefühl, Sarius zu sein und mit ihm zusammen die anderen zu bekämpfen. Umso genialer die abrupte Unterbrechung durch die Realität, als Nicks Vater kommt und Nick fragt, ob er die Eltern ins Kino begleiten will.

– Abschnitt 3: Kapitel 12 bis 17

Mein lieber Scholli, mittlerweile ist Nick wirklich hochgradig süchtig nach dem Spiel. Denn jeder normale Mensch würde sich hier nur noch an den Kopf greifen bei dem, was mittlerweile abseits der Spielwelt vor sich geht.

Es ist einfach absurd, dass man als Spieler permanent am Bildschirm kleben muss, um nicht aus dem Spiel zu kleben. Das ist wohl die ultimativste Form von Manipulation, die einem überhaupt geboten wird. Aber dass es funktioniert, beweist ja auch die “Fear of missing out”, die Angst, etwas in den sozialen Medien zu verpassen, wenn man nicht regelmäßig seine Netzwerke checkt.

Die Szene am Friedhof kann man außerdem nur als Drohung verstehen, denn das Spiel zeigt Nick unmissverständlich, was passiert, wenn Nick zu sehr aus der Reihe tanzt. Gestorben wegen Neugier, Geschwätzigkeit, Verrat – die Liste lässt sich bestimmt noch eine Weile fortsetzen. Wer noch seine Sinne bei sich hat, würde wohl freiwillig aussteigen, aber das gelingt ja auch Nicks Mitschülern mittlerweile nicht mehr wirklich …

– Abschnitt 4: Kapitel 18 bis 23

Tja, so musste es ja kommen: Nick versucht, sich bei einem mehr als merkwürdigen Auftrag des Boten durchzumogeln und nur vorzutäuschen, dass er seinem Englisch-Lehrer dubiose Pillen in den Tee gegeben hat. Auch wenn das Spiel einmal mehr schlauer ist als er und ihn dafür bestraft, indem es ihn hinauswirft, kann ich nur sagen: Gott sei Dank!

Es bleibt aber auch so unheimlich, denn Nick muss miterleben, wie sein Freund Jamie einen Unfall mit seinem Fahrrad hat, kurz nachdem er und Nick sich gestritten haben. Hier hatte ich erstmals das Gefühl, dass Nick endgültig “geheilt” ist, obwohl er dem Spiel noch immer ein wenig hinterher trauert.

Ein Gutes hat das Ganze allerdings auch, denn Nick bekommt endlich mehr Kontakt zu Emily, die sich von Nick helfen lässt, selbst in das Spiel einzusteigen. Im Gegensatz zu Nick wirkt sie aber alles andere als angefixt, will offensichtlich endlich selbst herausfinden, was es mit den Gefahren des Spiels auf sich hat …

– Abschnitt 5: Kapitel 24 bis 28

Emily stellt Nick Victor vor, einem früheren Freund ihres toten Bruders, der offensichtlich selbst ein kleines Computergenie ist. Nick agiert nun wie die Verstärkung aus dem Hintergrund und kommt dabei Emily näher. Victor enthüllt ihnen dabei auch, dass der Entwickler von Erebos offensichtlich eine Vorliebe für griechische Mythologie hatte – ob ihnen das bei der Lösung des Rätsels um Ortolan helfen wird?

Gleichzeitig kommt heraus, wer für den Unfall von Jamie verantwortlich ist. Wusste ich es doch gleich, dass das kein Zufall war! Nick muss sich auf jeden Fall vorsehen, denn auch bei ihm landet ein Zettel mit einer Drohung.

Interessant finde ich hier aber auch, dass Victor, Emily und Victors Freund Speedy, der mittlerweile auch angeworben wurde, bislang unbehelligt spielen können. Bei der fast allmächtigen und allsehenden KI des Spiels verwundert das doch etwas …

– Abschnitt 6: Kapitel 29 bis Ende

Man könnte ja eigentlich meinen, ich würde gerade für das Finale länger brauchen, wo es doch ein Reread für mich ist. Aber nicht doch, nix da, ich hab mich wieder dabei ertappt, unbewusst das Lesetempo anzuziehen. Und das tue ich normalerweise nur bei Büchern, die mich so richtig bei der Stange halten können.

Trotzdem sehe ich hier am Ende für mich einen kleinen Wermutstropfen, denn ich fand das Ende schon früher nicht zu 100% schlüssig. Ein Spiel, das so schlau ist, das alles weiß, merkt nicht, dass es von Nick und seinen Freunden nun aufs Kreuz gelegt wird? Ich weiß nicht, ich hätte mir da irgendwie mehr erwartet, aber gut bei einem Buch, das insgesamt fast 500 Seiten hat, war es vielleicht auch notwendig, zügiger zu einem Ende zu kommen?

Auf jeden Fall sehe ich hier Potenzial, an das Ende anzuknüpfen, denn einiges bleibt doch offen. Und natürlich bin ich nun gespannt, ob Ursula Poznanski an genau diese offenen Fragen anknüpfen wird oder nicht.

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Rezension Ivar Leon Menger – Ghostbox. Staffel 1

Ivar Leon Menger hat sich offensichtlich mit Hörspielen wie der “Monster 1983”-Serie bereits erfolgreich eine treue Fangemeinde geschaffen, das beweisen die vielen begeisterten Rezensionen, die ich auf verschiedenen Plattformen im Internet gefunden habe.

“Ghostbox” war allerdings jetzt das erste Hörspiel aus seiner Feder, dessen Klappentext mich so richtig neugierig machen konnte. Der Phantastik-Fan in mir konnte gar nicht anders, als da mal hineinzuhören 🙂 …

Der Klappentext:

Schon seit Wochen ist Lena Gruenwald auf der Suche nach der perfekten Story, um endlich als Redakteurin beim Berliner Tagesspiegel übernommen zu werden. Dabei wird die junge Journalismus-Praktikantin von einem Thema ganz besonders angezogen: dem Jenseits. Auch auf Lenas privatem Youtube-Kanal dreht sich alles nur um Geister, Ouija-Boards oder Tarotkarten. Doch eines Tages kommt die Dreiundzwanzigjährige dem Tod näher, als sie geahnt hätte – beginnend mit einer unerwarteten Nachricht aus Heidelberg: Ihr Bruder, zu dem sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat, hat sich aus unerklärlichen Gründen das Leben genommen.

Widerwillig reist Lena in die romantische Touristenstadt am Neckar, um seinen Nachlass zu regeln. Dabei stößt sie auf ein dunkles Geheimnis – eine revolutionäre, hochgeheime Forschung an der Uniklinik Heidelberg, an der auch ihr Bruder mitgearbeitet hat. Um die Hintergründe seines Selbstmords besser zu verstehen, begibt sich Lena auf eine gefährliche Recherche-Reise, bei der sie nicht nur ihren Verstand zu verlieren droht, sondern auch ihr Leben …

Meine Meinung:

“Ghostbox. Staffel 1” stellte für mich das erste Hörspiel von Ivar Leon Menger dar – aber es wird sicher nicht das letzte sein! Selten habe ich so ein hochwertiges Hörspiel wie dieses gehört. Hier stimmt eigentlich alles: Der Plot, die Besetzung mit vielen bekannten Sprechern der deutschen Hörbuchszene und die Qualität selbst.

Es dauert zwar ein wenig, bis die Handlung in Gang kommt (eine gute Stunde sollte man dem Hörspiel schon Zeit geben), aber danach ist es nicht schwierig, sich in dieser Mischung aus Science, Science Fiction, Mystery, Thriller und Horror zu verlieren, wenn man diese Genres liebt. Zu viel möchte ich eigentlich gar nicht verraten, weil es sonst massiv den Spaß verdirbt.

Es spricht aber wohl für das Hörspiel, wenn ich sage, dass ich die gut 10,5 Stunden in knapp zwei Tagen, sprich einem Wochenende mehr oder weniger “erledigt” habe. Ich kann nur sagen: Absolute Sogwirkung, wenn man erst einmal angefixt ist! Da fiel es manchmal echt schwer, zwischendurch für gewisse menschliche Bedürfnisse auf die Pausetaste zu drücken 🙂 . Perfektes Kino für die Ohren!

Auch der Humor kommt nicht zu kurz, denn – okay, kleiner Spoiler – Sebastian Fitzek hat eine Gastrolle als Radiosprecher. Zwar nicht sehr groß, aber er nimmt sich dabei gleich einmal selbst auf die Schippe, sehr genial! Habe jedenfalls sehr schmunzeln müssen, als ich diese Stelle erreicht hatte.

Einen einzigen Wermutstropfen habe ich für mich persönlich entdeckt, denn für meinen Geschmack hätte die Auflösung, wer in diesem Verwirrspiel die Fäden zieht, ruhig erst etwas später kommen dürfen. Dadurch verliert das Hörspiel in meinen Augen etwa 2,5 Stunden vor Ende etwas, aber das Finale lässt einen dafür noch einmal richtig mitzittern …

Das Ende ist für meinen Geschmack gelungen: Auch wenn das Hörspiel den Untertitel “Staffel o1” trägt, ist es rund und stimmig, auch wenn es ganz klein wenig offen ausfällt. Ergo: Es ist schon eine Fortsetzung drin, aber man beendet das Hörspiel nicht mit dem nagenden Gefühl, dass da noch was kommen muss.

Mein Fazit:

Wer gut gemachte Hörspiele liebt und sich gern mit Genres wie Phantastik, Science Fiction oder Horror beschäftigt, kann hier mit gutem Gewissen zugreifen!

  • ★★★★★
  • Hörspiel
  • 630 Minuten
  • Audible Studios
  • B07M5M2KCR
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Zum Welttag der Poesie *

Wie ihr vielleicht gemerkt habt, ist hier schon lange kein Kreativbeitrag mehr online gegangen. Seit das Studium im Herbst angefangen hat, habe ich meine Handlettering-Beiträge mehr oder weniger eingestellt (wobei ich die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben habe, wenigstens im Sommer wieder Zeit dafür zu haben). In den letzten Wochen habe ich jedoch trotz des ganzen Stress gemerkt, dass sie mir fehlt, diese Zeit, mich hinzusetzen und mich nur auf das Zeichnen, Malen, Schreiben und Umsetzen eines Motivs zu konzentrieren …

Aus diesem Grund kam es für mich wie gerufen, als ich gefragt wurde, ob ich nicht Lust hätte, dieses Jahr am Welttag der Poesie teilzunehmen. Ich halte mich jetzt persönlich zwar nicht für eine Dichterin, aber ich mag es, Sprache und Schreiben zu verbinden, mit Sprache zu spielen, mit ihr Neues zu erschaffen und mit ihr kreativ zu sein. In gewisser Weise ist Sprache damit für mich etwas sehr Lebendiges, etwas, das mit unserem Menschsein und unserem Kulturgut eng verwoben ist.

Interessantes Detail dazu am Rande: Die UNESCO hat den 21. März bereits im Jahr 2000 zum Welttag ernannt und laut Wikipedia soll er an “die Vielfalt des Kulturguts Sprache und an die Bedeutung mündlicher Traditionen erinnern”. Ich bin also mit meiner Einstellung zur Sprache offensichtlich nicht alleine 🙂 …

Viking hat zu diesem Zweck bereits in den vergangenen Jahren mehrmals Blogger angeschrieben und ihnen wirklich wunderschöne Kreativ-Pakete geschickt, die ich immer mit leuchtenden Augen bewundert habe (alleine die Kalligraphie-Sets, ein Augenschmaus, sage ich euch). Ich gebe zu, ich war ein klein bisschen verblüfft, selbst gefragt zu werden (Ich hätte mich nie für interessant / wichtig genug gehalten), aber ich habe mich wirklich gefreut.

Und noch mehr habe ich mich gefreut, als ich das Paket vergangenes Wochenende beim Zusteller abgeholt und dann zuhause geöffnet habe, mir ist wirklich das Herz aufgegangen (Wo ist hier das Smiley mit den Herz-Augen, wenn man es braucht?). Danke Viking! Und logischerweise konnte ich natürlich nicht an mich halten, gleich einmal ein paar der Stifte auszuprobieren und loszulegen :D.

Gerade jetzt im Frühling schwelge ich natürlich am liebsten in Farben, daher durfte das erste Motiv gleich einmal sehr, sehr bunt werden. Das A steht in diesem Fall für Anfang, denn der 21. März markiert ja auch den kalendarischen Frühlingsbeginn, ein Datum, das mit der halbjährlichen Tag-und-Nacht-Gleiche eng verbunden ist.

Als zweites habe ich mir einen kleinen Spruch gesucht, der für mich zu dem A sehr gut dazu passt und gleichzeitig in meinen Augen etwas Poetisches an sich hat.

Wenn ihr noch mehr Bilder sehen möchtet, schaut am besten bei meinem Instagram-Account vorbei, das fertig kolorierte A macht sich beispielsweisweise auch in dem Bilderrahmen aus dem Paket sehr gut 😉 .

* Die genutzten Materialen wurden mir kostenlos von der Firma Viking zur Verfügung gestellt. Ihr findet Viking auf auf Facebook /VikingOsterreich und Twitter @AT_Viking. Unter dem Hashtag #VikingWorldPoetryDay könnt ihr weitere Ergebnisse dieses Projektes sehen.

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Rezension Ursula Poznanski – Vanitas

“Vanitas. Schwarz wie die Erde” ist das jüngste Buch aus der Feder von Erfolgsautorin Ursula Poznanski. Nach den letzten vier Kaspary-Wenninger-Büchern betritt allerdings nun eine ganz neue Protagonistin die Bühne, um die Leser- bzw. Hörerherzen zu erobern.

Eine, von der wir nicht einmal wissen, wie sie wirklich heißt. Denn Carolin, wie sie sich zur Zeit der Handlung nennt, hat offensichtlich in der Vergangenheit unter einem anderen Namen gelebt …

Der Klappentext:

Auf dem Wiener Zentralfriedhof ist die Blumenhändlerin Carolin ein so gewohnter Anblick, dass sie beinahe unsichtbar ist. Ebenso wie die Botschaften, die sie mit ihren Auftraggebern austauscht, verschlüsselt in der Sprache der Blumen – denn ihre größte Angst ist es, gefunden zu werden. Noch vor einem Jahr war Carolins Name ein anderer; damals war sie als Polizeispitzel einer der brutalsten Banden des organisierten Verbrechens auf der Spur. Kaum jemand weiß, dass sie ihren letzten Einsatz überlebt hat. Doch dann erhält sie einen Blumengruß, der sie zu einem neuen Fall nach München ruft – und der sie fürchten lässt, dass sie ihren eigenen Tod bald ein zweites Mal erleben könnte…

Meine Meinung:

Ehe es losgeht, die obligatorische Warnung: Diese Rezi kann Spuren von Spoilern enthalten! 😉

Da ich aktuell fast lieber höre als lese (Es lässt sich einfach besser mit meinem aktuellen Lebens- bzw- Lernrhythmus vereinbaren), habe ich mir nach “Thalamus” auch “Vanitas” als Hörbuch geholt. Und auch wenn mich der Klappentext jetzt nicht unbedingt sofort abholen konnte, dachte ich mir, eine neue Poznanski bedeutet endlich wieder ein neues Buch einer Lieblingsautorin.

“Vanitas” ist für mich allerdings der Beweis dafür, dass es manchmal auch mit den Büchern der Lieblingsautoren nicht so recht klappen will. Dabei hätte das Buch eigentlich alles, was es braucht, um eine tolle Geschichte zu erzählen. Eine Protagonistin, die in ihrer Vergangenheit offensichtlich etwas Schreckliches erlebt hat (wie man so nach und nach durch diverse Andeutungen erfährt), einen Krimi, wo es jede Menge Verdächtige gibt und einen wunderbaren Schreibstil, der es mir ermöglicht hat, die Geschichte relativ zügig durchzuhören.

Warum habe ich dann dieses Mal nicht so richtig in die Geschichte gefunden?  Ich vermute, es ist das, was ich vor allem bei Poznanskis Jugendbüchern so schätze – ein Geheimnis, wo man recht lange im Dunkeln tappt, worum es eigentlich geht. Diese Rätselspannung, dieses Mitfiebern wollte sich dieses Mal einfach nicht ergeben. Immer wieder tauchte der eine oder andere Spannungsmoment auf, nur um im nächsten Augenblick wieder zu verpuffen und im Geplänkel bzw. in einem Dialog mit einer der verdächtigen Figuren unterzugehen.

Apropos Figuren: Es ist selten, wenn ich das sage, aber ich habe es bei diesem Buch bis zum Schluss nicht geschafft, die männlichen Protagonisten, die alle irgendwie Dreck am Stecken haben, auseinanderzuhalten. Sie waren für mich einfach zu wenig greifbar, um sie dauerhaft verlässlich in mein Gedächtnis beim Hören einzuordnen.

Carolin selbst ist durchaus interessant angelegt, allerdings sind auch mir die Unstimmigkeiten aufgefallen, die bereits von anderen Bloggern bemängelt wurden. Eine Frau, die sich anfangs vor lauter Angst privat nicht mehr aus dem Haus traut und dann später in ihrem neuen “Job” immer wieder rausgeht, um Recherchen anzustellen? Wo waren da die Panikattacken, mit denen Carolin zu Beginn zu kämpfen hatte. Darüber hinaus konnte ich viele ihrer Entscheidungen einfach nicht nachvollziehen, denn wenn ich mich verstecken wollte, entscheide ich mich doch nicht dafür, als Gast auf eine Gala zu gehen, wo es vor Presse und Reportern nur so wimmelt?

Luise Helm als Sprecherin kannte ich bisher für Ursula Poznanskis Bücher noch nicht, aber sie macht ihre Sache gut, auch wenn noch Potenzial nach oben vorhanden ist (Ein klein wenig lebendiger hätte sie meiner Meinung nach die Figuren sprechen lassen können). Der sächsische Akzent für eine der Figuren war allerdings wirklich ein nettes Goodie, das hat mich einige Male zum Lächeln gebracht.

Lange Zeit habe ich geschwankt, ob ich drei oder vier Sterne vergeben soll (Ich runde ja in der Regel auf), aber das Finale hat es dann in meinen Augen reingerissen. Es tut mir leid, das schreiben zu müssen, aber das war für mich wie “Gas geben und dann den Motor abwürgen”, die Spannung war von einem Moment auf den anderen für mich komplett gestorben. Möglich, dass das damit zusammenhängt, dass “Vanitas” als Auftakt zu einer Reihe bezeichnet wird, aber ich kann mir im Moment nicht vorstellen, dass wir die verdächtige Familie aus diesem Buch im zweiten Teil wiedersehen werden, dafür gab es einfach zu viele Anspielungen auf Carolins Vorleben …

Alles in allem ist dieses Buch für mich ein etwas durchwachsener Start in eine neue Reihe, aber Carolin halte ich grundsätzlich für eine durchaus interessante Figur, die man noch ausbauen kann. Da ich außerdem weiß, wozu die Autorin in der Lage ist, bin ich geneigt abzuwarten, was der nächste Band bringen wird.

Mein Fazit:

Eigentlich tut es mir in der Seele weh, einem Buch von Ursula Poznanski “nur” drei Sterne zu geben, aber vier erscheinen mir hier einfach zuviel. Dafür gab es für mich dieses Mal leider zu wenig Spannung, zu viele Längen und Wiederholungen beim Plot und eine Hauptfigur, die für mich nicht immer stimmig war …

  • ★★★★★
  • Hörbuch
  • 695 Minuten
  • Argon Verlag
  • B07MXB1T21
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