Paperblog – ein faules Ei?

Ihr Lieben, heute möchte ich auf etwas hinweisen, das in der Blogosphäre schon des längeren die Runde macht – und zwar auf das Angebot von Paperblog.

Da landet in der Regel folgendes Mail in eurem Posteingang (so wie bei mir vergangene Woche geschehen) – entsprechend personalisiert, damit ihr euch auf jeden Fall angesprochen fühlt:

Hallo XXX,

ich habe Ihr Blog Blogname entdeckt und möchte Sie daher gerne dazu
einladen, sich unser Projekt Paperblog anzusehen. Paperblog ist eine neue
partizipative Internetseite für Blogger, die seit über vier Jahren online
ist.
Wir möchten mit unserem Projekt zum einen ein alternatives Medium aufbauen,
in dem auch Erfahrungen, Meinungen und Ereignisse ihren Weg in die
Öffentlichkeit finden, die in den klassischen, großen Medien eher wenig
Gehör finden.

Zum anderen bieten wir den Bloggern die Möglichkeit, zusätzlich zu ihrem
eigenen Blog, weitere Leser für ihre Beiträge zu interessieren. Um dies zu
erreichen, sortieren wir die Beiträge der Blogger nach thematischen
Ressorts.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass Sie an unserem Projekt teilnehmen und
würde mich freuen, wenn Sie unsere Seite https://de.paperblog.com besuchen,
um sich ein erstes Bild davon zu machen.
Schauen Sie sich die Seite in aller Ruhe an und wenn Ihnen unser Angebot
gefällt, dann schreiben Sie Ihr Blog bei Paperblog ein..

Ihr Blog entspricht genau unseren Qualitätskriterien für interessante und
gut geschriebene Artikel und ich bin überzeugt, dass Ihre Beiträge für die
Leser des Ressorts Blogtyp eine Bereicherung darstellen. Wenn Sie sich
dazu entschließen, bei unserem Projekt mitzumachen, werden Ihre Artikel
selbstverständlich immer mit einem Link auf Ihr Blog verweisen.
Besonders gute Artikel werden von unserem Team für die Startseite von
Paperblog ausgesucht.

Wir werden Sie noch einmal zur Erinnerung rekontaktieren, danach werden Sie
keine weiteren Emails von uns erhalten.
In der Hoffnung, dass Ihnen unser Projekt gefällt, stehe ich Ihnen
weiterhin bei allen Fragen oder Anmerkungen sowie Verbesserungsvorschlägen
zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,
Julia von Paperblog

Klingt auf den ersten Blick doch sehr toll und nützlich, stimmt’s? Gerade wenn man am Anfang seiner Bloggerkarriere steht und noch nicht so viele Leser hat … Ich erinnere euch in diesem Zusammenhang an das altbekannte Stichwort “Es ist nicht alles Gold, was glänzt”.

Wenn ihr beispielsweise bei Google nach “Paperblog” und “Erfahrungen” sucht, werdet ihr einige Beiträge finden, die mit dem Angebot von Paperblog sehr kritisch ins Gericht gehen. Danii von “Lecker Bentos und mehr” hat sich in einem Blogbeitrag beispielsweise die Mühe gemacht, die AGB dieses Anbieters etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Thobawoba hat ebenfalls einen meiner Meinung nach sehr guten Artikel dazu geschrieben (Ihr findet aber noch mehr) …

Beide kommen zu dem Schluss, dass Paperblog unsere Bloginhalte übernimmt, um damit auf ihrem Portal mit Werbung Geld zu verdienen. Der einzelne Blogger hat das Nachsehen, da er seine Inhalte mehr oder weniger verschenkt, einen Link auf sein Blog erst irgendwo auf einer Unterseite von Paperblog erhält und noch dazu noch Gefahr läuft, dass seine Inhalte bei Google erst weiter hinten in den Suchergebnissen auftauchen – wenn überhaupt.

Was alle diese Artikel gemeinsam haben: Sie warnen eindringlich davor, dieses Angebot anzunehmen, da man als kleiner Blogger hier nur auf der Verliererseite steht!

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, den im Mail angebotenen Link auf das eigene Blog zu suchen … Und damit haben beide Artikelschreiber auf jeden Fall recht, man muss sich tatsächlich erst ins Profil des Bloggers auf Paperblog vorarbeiten, um den im E-Mail erwähnten Link auf das eigene Blog zu finden.

Für mich heißt das: Ich habe mein Blog zwar mittlerweile in zwei Blogverzeichnisse eingetragen, auf das Angebot von Paperblog werde ich aber verzichten!

Und nachdem ich bestimmt nicht die Einzige bin, die dieses Mail jetzt erhalten hat, möchte ich euch bitten, diese Infos euren (Blogger)Freunden weiterzugeben. Jeder kann und soll für sich selbst entscheiden, ob er Paperblog nutzen will – aber bitte informiert euch vorher darüber!

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