Tag

Probleme eines Buchnerds – TAG

Langsam, aber sicher kommt mir vor, dass TAGs am Aussterben sind … Wo sind die Zeiten geblieben, wo man sie immer wieder mal auf Blogs fand und sich gefreut hat, dass man nominiert wurde? Aber wenigstens auf YouTube tauchen sie hin und wieder noch auf – und genau von dort hab ich mir auch einen gemopst, nämlich von “Marie’s Salon du Livre“.

1) Du hast 20.000 Bücher auf deinem SuB. Wie in aller Welt entscheidest du, was du als nächstes liest?

Wer mich näher kennt, wird vermutlich über diese Frage lachen. Aber es gab auch schon Zeiten, wo ich deutlich mehr als zehn ungelesene Bücher hier bei mir liegen hatte … Ich werde mich also geistig ein wenig in meine Vergangenheit zurückversetzen und mit einem “was wäre wenn” antworten: In der Regel lese ich spontan nach Lust und Laune. Schema hab ich eigentlich so gut wie nie, einzig und allein Abwechslung soll es sein, aus dem Grund lese ich selten mehr als zwei Bücher aus dem selben Genre hintereinander.

2) Du bist bei der Hälfte eines Buches und magst es einfach nicht. Hörst du auf oder liest du es in jedem Fall zu Ende?

Den Fall hatte ich gerade letztes Jahr wieder … Es passiert zwar nicht sehr oft, dass ich so weit in ein Buch hineinlese, um dann festzustellen, dass ich es nicht mag, aber ich bin niemand, der wirklich alles zu Ende liest, komme was da wolle. Dafür ist mir meine freie Zeit mittlerweile wirklich zu schade.

3) Das Ende des Jahres naht, und du bist soo nah dran und gleichzeitig weit entfernt davon, deine Lesechallenge für das Jahr zu knacken. Versuchst du, noch aufzuholen – wenn ja, wie?

Wenn man’s genau nimmt, versuche ich schon, meine Challenges zum Jahresende wirklich zu schaffen. Oft genug bin ich auch so versessen drauf, dass ich oft schon vorm Jahresende meine Leseziele erreicht habe 😀 … Es hat aber auch schon Challenges gegeben, die ich nicht beendet habe, weil ich irgendwann gemerkt habe, dass sie mir nicht Spaß machen, dass sie meinen Lesegewohnheiten nicht entgegenkommen etc. etc. Das sind dann Challenges, die ich bewusst abbreche und nicht beende.

Also, langer Rede, kurzer Sinn: Ja, ich versuche, sie fertig zu machen, aber es geht davon die Welt auch nicht unter, wenn ich das fragliche Ziel nicht erreiche. Wenn es passt, passt es, wenn nicht, halt nicht.

4) Die Cover einer deiner Lieblingsreihen passen nicht zusammen. Wie gehst du damit um?

Ich lese ja mittlerweile ziemliche viele Reihen digital, da fällt das natürlich nicht so ins Gewicht wie bei Prints, die ich mir ins Regal stelle. Aber gerade bei Reihen, denen man über längere Zeit treu bleibt, passiert das schon mal, dass dann die Cover immer wieder geändert werden.

Ein richtig “gutes” Beispiel dafür ist die “Rache”-Reihe von Andreas Gruber, jedes Buch aus dieser Reihe hat ein anderes Cover … Gut, das ist ein Extremfall, aber ich bin nicht der Typ, der deswegen die ganze Reihe nochmal kauft, nur damit sie im Regal zusammenpassen. Da schätze ich das wilde Durcheinander im Vergleich doch mehr, zeigen die Cover mir ja dann auch an, wann ich das Buch gekauft habe.

5) Absolut alle lieben ein Buch, das dir überhaupt nicht gefällt. Was tust du?

Wenn es mich überhaupt nicht anspricht, lese ich es auch nicht. Ganz einfach. In der Zwischenzeit kenne ich meinen Geschmack doch recht gut, und da mache ich eigentlich nur Ausnahmen, wenn ich dem Buch doch in irgendeiner Form etwas abgewinnen kann.

Ich bin beispielsweise kein ausgemachter King-Fan (Wie viele ich von seinen Büchern gelesen habe, kann ich immer noch an einer Hand abzählen), deswegen kann mir die halbe Welt vorschwärmen, wie toll sein neuestes Buch ist – wenn’s mich nicht anspricht, lese ich es trotzdem nicht.

6) Du liest ein Buch und bist drauf und dran, in aller Öffentlichkeit loszuheulen. Wie vermeidest du das?

Das ist eine Frage, die ich derzeit ja fast ausschließlich in der Vergangenheitsform beantworten muss … Ich hatte früher in den Öffis fast immer ein Buch dabei, aber meistens keines, wo ich das Gefühl habe, es wird mich emotional so aufwühlen, dass ich Taschentücher brauche. Ich hatte auch schon den Fall, dass ich dann aufgehört habe zu lesen, wenn ich gemerkt habe, das wird jetzt schlimm. Nicht dass es mir peinlich wäre, das nicht, aber wildfremden Leuten zu erklären, warum mich ein Buch jetzt so mitnimmt, muss ich nicht haben.

7) Es erscheint ein Folgeband einer Reihe, die du gern magst – allerdings hast du keine Ahnung mehr von der Handlung des Vorgängerbandes! Würdest du a) das vorherige Buch einfach nochmal lesen, b) die Fortsetzung nicht lesen, c) im Internet nach einer Zusammenfassung suchen oder d) in Frustration versinken?

Dass mir Details eines Buch entfallen, dass ich vielleicht vor einem Jahr oder länger gelesen habe, ist für mich ganz natürlich. Lese ich das Vorgängerbuch dann noch einmal? Es kommt drauf an. In den meisten Fällen lese ich Rezensionen zum Vorgängerband, um meine Erinnerungen aufzufrischen, da gilt dann Antwort C.

Ich hatte gelegentlich aber auch schon Antwort A, vor allem wenn sich der Reread in einer Leserunde abspielt, um dann zusammen auch den Nachfolgeband zu lesen. Da merke ich dann schon, dass es natürlich etwas bringt, den Vorgänger nochmal zu lesen, weil Namen und Figuren dann deutlich präsenter in meiner Erinnerung sind – damit fällt der Einstieg in den Nachfolger dann zwangsläufig einfacher.

8) Du willst, dass NIEMAND deine Bücher ausleiht. Was antwortest du, wenn jemand ein Buch von dir leihen will?

“Niemand” ist schon ein bisschen hart. Aber ich muss zugeben, ich habe angefangen einzuschränken, wem ich meine Bücher leihe. Einfach weil ich gemerkt habe, ich bin da zeitweise sehr penibel, vor allem bei meinen signierten Büchern. Da habe ich wirklich keine Freude, wenn die mit mehr Lesespuren zu mir zurückkommen, als sie vorher hatten.

In der Regel bin ich aber ehrlich und sage, dass ich keine Freude daran habe, Bücher zu verleihen, weil ich nicht mag, wie die meisten Menschen Bücher behandeln. Vor allem bei neuwertigen Büchern bin ich da sehr kritisch, bekomme ich sie selbst gebraucht, bin ich in der Regel aber etwas großzügiger. Ich weiß, das mag jetzt vielleicht etwas arrogant klingen, aber ich halte es da meistens mit Gollum aus “Herr der Ringe”, meine Bücher sind meine Schätze 🙂 .

9) Du steckst in einer massiven Leseflaute. Wie befreist du dich daraus?

Oje, ich muss gestehen, ich habe da kein Patentrezept. Wenn ich aber eines gelernt habe, ist es zu akzeptieren, dass es mit meiner Lust und Laune auf Bücher nicht immer weit her ist. Wenn ich kaum Zeit habe, wenn ich müde bin, wenn ich es als zu anstrengend empfinde, mich auf ein Buch zu konzentrieren – warum soll ich mich zwingen? Ich vertraue einfach darauf, dass diese Stressphasen irgendwann vorbei gehen und die Lust dann von ganz alleine zurückkommt.

10) Dieses Jahr erscheinen sooo viele neue Bücher, die du unbedingt lesen willst. Wie viele liest du wirklich?

Das erste, was ich mir abgewöhnt habe, ist, die Neuerscheinungen aktiv zu verfolgen. Früher oder später machen gewisse Bücher in der Szene sowieso die Runde, da finden interessante Titel quasi von allein zu mir. Ausnahmen mache ich nur bei Lieblingsautoren, da schaue ich schon, ob und wann es etwas Neues gibt und notiere die Erscheinungstermine. Das sind jetzt allerdings nicht so viele, als dass mir das in irgendeiner Form Druck macht.

Abgesehen davon bin ich mittlerweile sehr wählerisch geworden, ich lasse mittlerweile nicht mehr alles bei mir sofort einziehen, nur weil es gerade interessant klingt. Vieles wandert davon auch erst mal auf die Wunschliste – und wenn es mich ein halbes Jahr später oder so noch immer anspricht, dann hat es auch gute Chancen, wirklich irgendwann einzuziehen.

11) Wenn du diese Bücher gekauft hast, wie lange dauert es, bis du sie auch wirklich liest?

Schwierig. Manches lese ich sofort, manches landet dann aber aus Zeitgründen doch erst mal auf meinem Mini-SuB. Im Großen und Ganzen schaffe ich es aber mittlerweile, dass Bücher nicht mehr länger als ein Jahr bei mir ungelesen herumliegen, darauf bin ich auch sehr stolz. Echte SuB-Leichen habe ich aus dem Grund mittlerweile eigentlich keine mehr …

So, das war’s. Wie schaut’s bei euch aus? Lust auf einen TAG? Wer mag, darf ihn sich auf jeden Fall gern mitnehmen 🙂 .

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13 Kommentare

  • Nicole

    Hallo Ascari,

    das ist ja mal ein netter Einblick. Und Respekt, dass du gar keine SuB-Leichen mehr hast. Dem Ziel nähere ich mich langsam an. Wobei ich bis zu zwei Jahren – für mich – nicht so schlimm finde. Aber länger sollten meine Bücher wirklich nicht mehr warten müssen.

    Auch toll, dass dein SuB mittlerweile so mini ist. Hast du das Gefühl, dass du immer ausreichend Auswahl zur Hand hast oder gab es Momente, wo du dir gedacht hast, irgendwie hast du derzeit nicht das richtige Buch zur Hand?

    Liebe Grüße,
    Nicole

    • Ascari

      Hi!

      Das ist definitiv der Vorteil meines Mini-SuBs, Bücher liegen bei mir nicht mehr so lange ungelesen herum wie früher noch. Wobei es schon mal passieren kann, dass ich irgendwo aus dem Bücherschrank was mitnehme, wo ich mir denke, hey, das klingt interessant, und dann bleibt es liegen, weil ich dann permanent zu anderen Büchern greife oder auch spontan neue Titel einziehen lasse 😀 .

      Lustigerweise hab ich das Gefühl eigentlich nicht, zu wenig Auswahl zu haben. Ich hab ja meine Wunschliste, da schaue ich dann nach, was ich dort gespeichert habe, und wenn ich Lust habe, darf wieder ein Buch einziehen. Klar funktioniert das natürlich weniger gut mit Prints, aber in den vergangenen Monaten war ich durch Corona so wenig in meiner Buchhandlung wie schon lange nicht mehr. Nicht unbedingt schön, ich weiß, aber es fehlt mir derzeit dank Online-Unterricht und Berufspraktikum auch die Zeit dafür …

      Liebe Grüße
      Ascari

  • Janna | KeJasWortrausch

    Huhu meine Feine :-*

    Stimmt, wirklich viele TAGs, wenn überhaupt, entdecke ich nciht mehr. Wo sind sie hin? Nicht mehr schick für einen Blog? Vielleicht behalte ich sowas mal wieder im Blick und mach im Verlauf des Jahres auch einen mit, ist echt lange her.

    Bei der SuB-Zahl bin ich zwar nicht, aber bei über 300 Titeln ist die Entscheidung auch nciht leicht. Ich greif einfach rein, was bei dir ja eher nicht möglich ist, du bist ja das totale Gegenteil von mir XD

    Was Cover und Reihentitel angeht, bin ich da voll bei dir! Aber es ist auch schön, wenn die Optik im gesamten stimmig ist (= Und auch beim Lesen sind wir uns einig, was mich nciht reizt, wird nciht gelesen! Und wenn mir ein buch null zusagt nach Beenden udn alle anderen begeistert sind, ja und? Wie soll ich damit wohl umgehen? Es ist mir wurscht und ich sag ganz klar, was mir nicht gefiel. Und Neuerscheinungen habe ich auch nciht im Blick, eher durch Zufall.

    Interessante Fragen und immer wieder schön, etwas merh vomMmenschen hinter dem Blog zu erfahren (=

    Muckelige Grüße!

    • Ascari

      Hallo Janna,

      du weißt ja, ich nehme mittlerweile einfach etwas von meiner Wunschliste, wenn mir der Sinn nach etwas steht, was ich nicht da habe. Das ist auf jeden Fall der Vorteil von E-Books und Hörbüchern, da kann man online auch recht spontan auswählen 😀 .

      Das mit der stimmigen Optik verstehe ich schon auch. Eigentlich war das auch der Hauptgrund, warum ich meine alte Erebos-Ausgabe gegen die neue Spezialausgabe 2019 getauscht habe, weil ich wollte, dass beide Bücher nebeneinander im Regal den gleichen Look haben. Wie man sieht, ganz frei bin ich daher davon auch nicht, aber ich mache das wirklich nicht bei jedem Buch. Eigentlich nur bei solchen, die einen ganz bestimmten Stellenwert bei mir haben 🙂 .

      Liebe Grüße
      Ascari

  • LeseWelle

    Hallo!
    Das ist ein cooler TAG. Werde ich mir notieren und dann auch mal die Fragen beantworten. Du hast vollkommen recht, leider gibt es die TAGs nicht mehr. Fand das immer recht lustig. 🙂

    Ich hasse es, wenn Reihentitel auf einmal ganz anders aussehen. Ist vor kurzem bei der Reihe von Yrsa Sigurdardóttir passiert, da sind die von HC auf Taschenbuch umgestiegen. Das finde ich total ärgerlich, weil es im Regal so unschön aussieht. Bin da sehr nerdig und habe es gerne einigermaßen geordnet im Regal. 😀

    Liebe Grüße
    Diana

    • Ascari

      Liebe Diana,

      okay, solche Sachen sind wirklich ärgerlich, das verstehe ich, wenn man da nen Frust bekommt, den hätte ich da bestimmt auch. Bis jetzt hatte ich da Glück … Und ich geb zu, das ist für mich auch so eine Sache, wo ich wirklich genervt wäre, da bei mir die Bücher eigentlich auch ein bisschen nach gleicher Höhe und Reihe zusammen im Regal stehen …

      Liebe Grüße
      Ascari

    • Ascari

      😀

      Meinst du Lesechallenges? Wenn ja, ich hab die, an denen ich teilnehme, hier im Menü unter “Challenges” drin 😉 . Allerdings schreibe ich wenig darüber …

  • Nomnivor

    Genau die meine ich, allerdings (früher war eben mehr Lametta) waren die vor ein paar Jahren ganz anders und viel größer.

    Ich erinnere mich z.B. daran, dass ich 2016 an einer Märchenchallenge teilgenommen habe, mit 70 Aufgaben (30 feste und 5 pro Monat). Das fand ich damals eigentlich ganz lustig und es hat mir auch geholfen, neue Bücher zu finden und mit meinen Leser*Innen zu agieren, die mir Bücher für die (teilweise echt schwierigen) Aufgaben empfohlen haben.

    Die heutigen Challenges habe ich bis gerade gar nicht wirklich als Challenge registriert (steht ja nur im Namen… ) 😓

    • Ascari

      Okay, ich denke, ich weiß, was du meinst. Die ersten Challenges dieser Größe hab ich damals noch auf Lovelybooks kennengelernt … Da gab’s ja auch jede Menge Challenges für jeden Lesegeschmack 🤔.
      Wobei ich bei solchen Challenges schon aus Zeitgründen meist ausgelassen hab …

  • Petrissa

    Liebe Ascari,

    ich habe mich jetzt doch für einen anderen TAG entschieden. Aber ich freue mich, dass ich durch dich mal wieder einen ausgefüllt habe.
    Ich muss sagen, bei eigentlich allen Antworten stimme ich mit dir überein. Nur kein Druck, wir sind ja nicht bei der Arbeit. xD
    Ich verleihe Bücher eigentlich nur an wenige Menschen mit gutem Gefühl. Was mir leider immer mal wieder passiert (ich arbeite daran xD), dass ich in meiner Euphorie dem anderen von dem Buch vorschwärme und sage, ich kann es ihm ja mal leihen und dann denke… oh, das will ich ja eigentlich gar nicht. Dann versuche ich es meistens, so hinauszuzögern oder ihm etwas anderes schmackhaft zu machen, bis er vergisst, dass er sich das Buch von mir leihen wollte. xD

    Liebe Grüße
    Petrissa

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