Rezension Adam Christopher – Empire State

Wie ihr wisst, habe ich eine Kooperation mit dem Papierverzierer Verlag und habe daher auch den Newsletter des Verlags abonniert. Vor nicht allzu langer Zeit trudelte dabei eine Werbung für “Empire State” von Adam Christopher herein und ich war nach dem Lesen des Inhalts sofort neugierig auf das Buch :).

Zum Inhalt:

New York in den 30er Jahren. Gewaltverbrechen, Schmuggel und Flüsterkneipen blühen dank der Prohibition auf. Die Superhelden der Stadt, Skyguard und Sciencepirate, bekämpfen sich lieber gegenseitig, als gegen die Kriminalität vorzugehen. Als Rex, ein kleiner Gauner, dahinterkommt, wer Sciencepirate in Wirklichkeit ist und sie tötet, ahnt er noch nicht, welche Folgen das für ihn und viele andere New Yorker haben wird …

Meine Meinung:

Ich gebe zu, ich habe mich dieses Mal wirklich anstrengen müssen, eine Inhaltsangabe zu schreiben, die nicht so viel vom Inhalt verrät wie der eigentliche Klappentext. Aber ich rate hier dringend davon ab, den vorab zu lesen! Er erleichtert zwar das Verständis für einige, etwas verwirrende Ereignisse am Anfang des Buchs, jedoch nimmt er in Summe fast die Hälfte der gesamten Geschichte vorweg – und das sollte dann ja doch nicht sein … Nehmt es also ruhig hin, dass ihr euch am Anfang erst eimmal nicht auskennt, die Auflösung ist dann nur umso genialer :).

Neben Rex, den wir gleich am Anfang kennenlernen, taucht übrigens noch ein zweiter Charakter auf, der den Leser die längste Zeit im Buch begleitet: der Privatdetektiv Rad Bradbury. Wie in einem ganz klassischen Krimi neigt er dazu, zu viel zu trinken und zu wenig Geld zu haben. Bis eine Unbekannte auftaucht, die ihm einen Aufrtag gibt, eine verschwundene Frau zu suchen. Pech für Brad, dass er diese zusammen mit einem Freund schon recht bald als Leiche findet …

“Empire State” ist damit also nicht nur ein Mix aus Science Fiction und Steampunk (Einige technische Dinge tauchen auf, die es so in dieser Zeit eigentlich gar nicht geben dürfte), sondern mischt auch Elemente aus dem guten alten Schwarzweiß-Krimi hinein, wo es so richtig zur Sache geht :).

Schon diese Mischung alleine macht es schwer, “Empire State” wirklich einzuordnen, im Gegenteil, eigentlich stellt der Roman einen wilden Genre-Mix dar, den man wohl am ehesten noch lose in den Bereich der Phantastik einsortieren sollte. Der Autor Adam Christopher war mir bisher zwar nicht bekannt, jedoch werde ich ihn ganz bestimmt, im Auge behalten, da ich diese Mischung in einem Roman wirklich sehr, sehr genial fand!

So ganz nebenbei lernt man auch einiges über die Stadt New York, wo der Roman spielt. Der Titel des Romans – “Empire State” – ist so etwas wie der Spitzname der Stadt (falls ihr euch schon mal gefragt haben solltet, warum das Empire State Building eigentlich so heißt, wie es heißt). Die Szenerie ist meiner Meinung auch einer der Pluspunkte des Romans. Mehr als einmal hatte ich beim Lesen nämlich das Gefühl, an der Seite des Detektivs durch das dunkle und finstere New York zu spazieren und damit ein Stück Geschichte der Stadt kennenzulernen!

Ein wenig Kritik muss ich allerdings auch anbringen. Brads Charakter war für mich auch nicht immer stimmig, das fiel mir besonders an einer ganz bestimmten Stelle auf, wo er eine Information bekommt, die mehr oder weniger alles über den Haufen wirft, woran er bisher geglaubt hat, bleibt er erstaunlich cool. Kein ungläubiges Abstreiten oder sonst irgendwie eine emotionale Reaktion, die man in diesem Moment für normal gehalten hätte, nein, ist halt auf einmal alles ganz anders und gut so. Als Detektiv hätte ich ihn mir einfach anders vorgestellt, kritischer – und vor allem neugieriger …

Auch der Schluss konnte mich nicht so ganz begeistern. Es ist zwar sehr spannend umgesetzt, weil man nicht weiß, wie Christopher sich das “Happy End” vorstellt, trotzdem ist das Ende auf einmal recht abrupt da. Alles löst sich für einige Hauptcharaktere ziemlich schnell in Wohlgefallen auf, während das Schicksal einiger Nebenfiguren im Dunkeln bleibt, von denen ich trotzdem gern gewusst hätte, was mit ihnen passiert …

Mein Fazit:

Der Auftakt des Romans ist unheimlich stark, vieles ist zwar bis zur Mitte des Buches unklar, was aber der Spannung keinen Abbruch tut. Man fragt sich die ganze Zeit, was eigentlich los ist und begleitet Rad Bradbury nur zu gern durch die Geschichte. Allerdings gab es für mich an einigen Stellen auch einige Schwächen und auch der Schluss hätte für mich besser ausgearbeitet sein können. Da “Empire State” allerdings der Debutroman von Adam Christopher ist, bin ich zuversichtlich, dass wir hier noch Verbesserungen erwarten dürfen und vergebe gerne 4 Sterne :).

  • ★★★★
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Ein Gedanke zu „Rezension Adam Christopher – Empire State

  1. Das Buch klingt echt interessant. Ist auf jeden Fall was für mich. Ich liebe die Serie "Boardwalk Empire". Das klingt ja sehr ähnlich. Und auf Steampunk steh ich auch. Definitiv was für meine Wunschliste =)

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