Rezension Andreas Winkelmann – Deathbook

Das Cover und der Titel machten mich ziemlich rasch neugierig. Deathbook als Anspielung auf Facebook? Auch die Leseprobe gefiel mir und als ich dann auch noch entdeckte, dass es bei Audible eine umgekürzte Fassung des Buch gab, das von Simon Jäger gelesen wird, wusste ich sofort, das wird mein nächstes Hörbuch :).

Zum Inhalt:

Kathi, die Nichte des Autors Andreas Winkelmann, wird von einem Güterzug überfahren. Der Autor glaubt aber nicht an einen Selbstmord des Mädchens und beginnt zu recherchieren. Recht bald tauchen im Internet erste Hinweise auf ein mysteriöses Netzwerk der Toten namens Deathbook auf …

Meine Meinung:

Simon Jäger ist einer meiner absoluten Lieblingssprecher in Sachen Hörbuch, er versteht es einfach wunderbar, den Figuren durch seine Art zu lesen Leben einzuhauchen. Mehr als einmal musste ich beim Hören an die Bücher von John Katzenbach denken, denen er ebenfalls seine Stimme geliehen hat (Nach wie vor ist “Der Patient” eines meiner absoluten Lieblingshörbücher). Auch hier gelingt es ihm wunderbar, den Hörer in die Geschichte zu ziehen, sodass man fast nicht anders kann, als zu hören, zu hören und nochmal zu hören.

Es passiert mir nicht sehr oft, dass ich wirklich jede freie Minute dazu nutze, um ein Hörbuch weiter zu hören, aber hier konnte ich einfach nicht anders. Winkelmann versteht seine Arbeit, schafft es, den Leser mit seiner Geschichte bei der Stange zu halten – und irgendwann wollte ich nur noch wissen, wer der perverse kranke Typ ist, der auf so perverse Weise die Jugendlichen tötet.

Das Thema Tod im Internet kommt dabei in sehr vielen Spielarten vor, zum Teil sogar ein wenig philosophisch angehaucht, mehr als einmal ist beispielsweise die Rede vom Tod 3.0 (wohl als Anspielung auf das Web 2.0).

Interessant fand ich auch die Idee, dass der Autor sich selbst zum Helden in der Geschichte macht, der Rest ist aber Gott sei Dank erfunden. Winkelmann hat zwar auch im wirklichen Leben eine Nichte, sie heißt aber nicht Kathi.

Ein paar Dinge haben mir allerdings bei aller Liebe zu dem wirklich spannenden Buch nicht gefallen: Mehr als einmal stolpert Winkelmann mehr als blauäugig durch die Szenen. An einigen Stellen so sehr, dass man ihn am liebsten packen und kräftig durchschütteln mag … Die Krönung ist eine Szene am Schluss, wo ein Mädchen eine Warnung bekommt, etwas Bestimmtes nicht zu tun, da es lebensgefährlich sein könnte (Ich verrate jetzt absichtlich nicht was, sonst ist es doch ein wenig ein Spoiler) – und was macht es? Na genau das, was es nicht tun soll *Kopf auf den Tisch*. Diese Klischees eines Thrillers hätte es wirklich nicht gebraucht, nein!

Mein Fazit:

Ein sehr spannender Thriller im Umfeld des allgegenwärtigen Internet, der als Hörbuch durch die Lesung des unvergleichlichen Simon Jäger noch einmal dazugewinnt. Ich vergebe fünf Sterne mit Bauchweh, da leider einige meiner Meinung nach unnötige Klischees auftauchen … Aber wie schon gesagt: Simon Jäger rettet (fast) alles ;).

  • ★★★★★
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2 Gedanken zu „Rezension Andreas Winkelmann – Deathbook

  1. Hallo Steffi!

    Ja, das stimmt, das war schon ungewöhnlich, dass der Autor sich selbst zur Hauptfigur gemacht hat :). Man wird sehr, sehr rasch in die Geschichte reingezogen, wenn mal angefangen hat, kann ich dir versichern!

    Liebe Grüße
    Ascari

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