Rezension Anna Friedrich – Holly “Die verschwundene Chefredakteurin”

Vor ab gleich einmal ein Dankeschön, dass ich bei der Leserunde auf Lovelybooks ein E-Book gewinnen und lesen durfte. Ich hatte vorab bei uns in einer Buchhandlung bereits die Werbung gesehen und war durch den kleinen Flyer bereits neugierig geworden.

“Die verschwundene Chefredakteurin” ist der erste von insgesamt sechs Teilen, die bis Sommer monatlich erscheinen werden. Jede Ausgabe ist im Stil eines Frauenmagazins gestaltet.

Zum Inhalt:

“Holly” gilt als das angesagteste Frauenmagazin weit und breit. Chefredakteurin Annika Stassen hält das Heft in der Hand und steuert bis ins kleinste Detail jede Ausgabe des Magazins. Simone Pfeffer, von der Verlegerin als Change-Managerin eingesetzt, soll die Abläufe im Magazin analysieren und auf Vordermann bringen. Sie ist allerdings kaum einen Tag an ihrem neuen Arbeitsplatz, als Stassen unter mysteriösen Umständen verschwindet …

Meine Meinung:

Goldmann bewirbt die neue Buchreihe sehr reißerisch als den neuen Lesekult schlechthin. Jetzt im Nachhinein denke ich, dass dem Buch etwas weniger Marketing-Sprech gut getan hätte, denn die Werbung hat bei mir Erwartungen geweckt, die das Buch nur zum Teil erfüllt. Ich dachte nämlich an eine Geschichte, die sich zwischen “Der Teufel trägt Prada” und einer Daily Soap bewegt. Also viel Mode, viele Klamotten, viel Zickenkrieg, gewürzt mit der ganzen Palette an Emotionen, die entsteht, wenn viele unterschiedliche Personen zusammen an einem Projekt arbeiten.

Nun, zumindest den Daily Soap-Charakter kann das Buch vorweisen, von Mode erfährt der Leser in diesem ersten Buch aber nicht viel. An einigen Stellen wird beschrieben, was die einzelnen Mitarbeiterinnen tragen, eine Fashion Week wird erwähnt, das war’s aber auch schon.

Die Idee, das Buch wie ein Frauenmagazin zu gestalten, hat mir schon vor dem Lesen sehr gut gefallen. Das Buch sticht dadurch deutlich hervor, wenn ich auch die Farbgebung mit dem Grau im Hintergrund als nicht so gelungen empfinde.

Der Schreibstil ist einfach, entspricht daher großteils der Vorstellung, die ich mir in dieser Hinsicht gemacht hatte. Auffallend ist die Kamera, die immer wieder in das Geschehen eingreift und die Erzählung auf einmal in ein Drehbuch verwandelt. Sehr eigenwillig! Ich konnte mich allerdings nach der Hälfte ca. daran gewöhnen und habe es dann als nicht mehr so störend wahrgenommen. Am Anfang und ca. in der Mitte gibt es außerdem zwei Dialoge, wo sich ein Er und eine Sie direkt unterhalten, man weiß bis zum Schluss nicht, wer diese beiden sind, nur, dass sie immer wieder miteinander Sex haben.

Die Geschichte selbst ist für mich sehr schwierig zu bewerten. Auf meinem Reader hat das Buch nur knapp 100 Seiten, die ich sehr rasch durchgelesen habe. Nach nur einem Sechstel der Handlung allerdings eine Meinung abzugeben, fällt mir wirklich schwer. Würde das Buch komplett vorliegen, würde ich bestimmt noch weiterlesen, da ich im Moment nur schwer einschätzen kann, wohin sich die Handlung entwickeln wird. Ansich hat das Buch alles, was es braucht, um eine interessante Geschichte in Gang zu setzen, nur ist die Umsetzung zum Teil ziemlich misslungen.

Mehrere Charaktere werden vorgestellt und tragen eine eigene kleine Geschichte zum Roman bei, man hat aber als Leser noch keine Vorstellung, weshalb und was sie zur Haupthandlung beitragen werden. Einen Teil habe ich deswegen sogar nur überflogen, weil ich nicht wusste, was ich mit diesem Teil im Zusammenhang mit dem Roman anfangen sollte.

Selbst der Schluss ist irgendwie merkwürdig. Eigentlich habe ich einen Cliffhanger erwartet, der mich dazu bringt, dem nächsten Teil entgegen zu fiebern. Nichts dergleichen ist geschehen. Das Buch ist einfach aus und ich dachte im ersten Moment, dass die letzten Seite fehlt …

Mein Fazit:

Eigentlich eine interessante Geschichte, die aber für meinen Geschmack leider nicht sehr gelungen umgesetzt worden ist. Da hätte man definitiv mehr herausholen können (oder die Werbung dafür anders gestalten sollen). Ob ich weiterlesen und an der Verlosung für die weiteren Teile teilnehmen möchte, steht daher für mich noch total in den Sternen …

  • ★★★★★
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2 Gedanken zu „Rezension Anna Friedrich – Holly “Die verschwundene Chefredakteurin”

  1. Hallo,
    was diese Rezension angeht muss ich sagen, dass ich sie nicht nur gelungen finde, sondern dir auch nochabsolut zustimmen muss. Dieser angebliche Kultfaktor, den die Reihe besitzen soll, ist mir irgendwie entgangen und auch sonst finde ich an dem Buch wenig mehr gut als die Grundidee. Die Umsetzung ist zum Haare raufen.
    Liebe Grüße und ein Vögelchen
    Sabrina

  2. Hi!

    Ich weiß nicht, ob du es gesehen hast, aber ich habe ja auch noch den zweiten Teil dazu als Hörbuch gelesen. Es geht im Großen und Ganzen munter so weiter wie im ersten Teil, allerdings habe ich dem Hörbuch einen Stern mehr gegeben, weil die Sprecherin wirklich einen tollen Job macht. Dabei habe ich mir erst recht wieder gedacht, dass es schade ist, denn die Geschichte hätte schon Potenzial, aber bei der Umsetzung wollte wohl jemand auf Biegen und Brechen besonders kreativ (oder soll ich sagen: innovativ) sein.

    Liebe Grüße
    Ascari

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