Rezension Annika Dick – Der Ritter und die Bastardtochter

Annika Dicks “Der Ritter und die Bastardtochter” entdeckte ich das erste Mal schon vor einigen Wochen auf Blogg dein Buch und setzte es mal auf meine WuLi (Noch ist mein Blog ja nicht alt genug und daher traute ich mich nicht, mich dort damit zu bewerben). Umso erfreuter war ich, als ich es bei Lovelybooks wieder entdeckte – und eine Leserunde gleich dazu :).

Auf diesem Weg gleich einmal vielen Dank dafür, dass ich zu den glücklichen Gewinnern gehört und ein Rezensionsexemplar bekommen habe!

Zum Inhalt:


Die junge Rayne ist der Hexerei angeklagt und soll auf einem Scheiterhaufen verbrannt werden. Im letzten Moment taucht Nicholas Kendall, Earl von Ravenglass, auf und rettet sie. Allerdings nicht, weil er sie so sympathisch findet, sondern weil er sie braucht, um seinen kranken Bruder zu heilen. Rayne ihrerseits ist von ihrer verstorbenen Mutter dahingehend erzogen worden, die Burg von Ravenglass um jeden Fall zu meiden, dementsprechend wenig begeistert ist sie davon …

Der Klappentext:

“Brenne, du Hexe!” Mit Todesverachtung steht Rayne auf dem glimmenden Holzhaufen, der ihr Schicksal bedeutet. Die Menge schreit nach ihrer Hinrichtung. Gleich lodern die Flammen hoch, fressen sich in ihre zarte Haut – da kämpft sich ein fremder Krieger vor, zerschlägt ihre Fesseln und reitet mit ihr davon. Nur zu welchem Preis? Rayne spürt seinen finsteren Blick auf ihrer Haut. Nicholas Kendall, der Earl of Ravenglass, weiß genau, wie sie ihm die Freiheit vergelten kann. Er zwingt sie, seinen Bruder zu heilen! Wütend folgt sie ihm auf seine Burg – doch eines schwört sie sich: dem Ritter zu zeigen, wie widerspenstig Hexen wirklich sind …

Meine Meinung:

Das Cover und der Klappentext versprachen einen schönen historischen Roman im Mittelalter, eine Heldin, die als Hexe verschrien und dementsprechend unkonventionell ist und natürlich den Ritter als Retter, in den sie sich nach einigem Hin und Her verliebt.

Ich rede jetzt nicht lange um den heißen Brei herum: Diese Erwartungen sind für mich zum Teil erfüllt worden, zum Teil nicht. Der Roman spielt nicht im Mittelalter, sondern eigentlich am Ende der Renaissance, zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Diese Information habe ich allerdings in der Ausschreibung der Leserunde übersehen, ich habe mich hier wohl ein wenig zu viel vom Cover blenden lassen, wo die beiden Protagonisten mittelalterliche Kleidung tragen (Sie sieht zumindest für mich danach aus :D).

Die einzelnen Kapitel lassen sich rasch und flüssig lesen. Einzelne Tippfehler sind vorhanden, kann man aber beim Lesen gut ignorieren. Rayne und Nicholas als Charaktere habe ich rasch liebgewonnen, ebenfalls Nicholas’ Freund Niall. Seine Seitenhiebe auf die Engländer (Er selbst wird als Schotte beschrieben, der mit Nicholas im Krieg war) waren mehr als einmal wirklich zum Schießen!

Was ich nicht so überzeugend fand, war die im Klappentext erwähnte Widerspenstigkeit Raynes. Davon habe ich eigentlich nur sehr wenig gemerkt. Sie wirkte auf mich eher wie jemand, der sich relativ schnell mit der neuen Situation abfindet, trotzdem aber sehr vorsichtig und zurückhaltend auf die Umgebung reagiert. Was aber aufgrund ihrer Herkunft und dem ekelhaften Verhalten der Bediensteten verständlich ist – wer als Hexe verschrieen war, hatte es wohl wirklich nicht leicht in dieser Zeit. Nur: Mit Widerspenstigkeit hat das wenig zu tun, finde ich.

Im Roman werden Rayne und Nicholas relativ rasch ein Liebespaar. Dafür dass sie am Anfang eigentlich gar nicht mit ihm mitgehen will, von ihm mehr oder weniger gezwungen wird, hätte ich mir hier ein paar Funken sprühende Wortgefechte mehr durchaus gewünscht :). Auch die erste Liebesszene kam in diesem Zusammenhang recht schnell.

Spannend fand ich übrigens in diesem Zusammenhang, wie unterschiedlich die Leser in der Leserunde darauf reagiert haben. Ich hatte ein paar Mal das Gefühl, dass die doch recht detailliert beschriebenen Sexszenen nicht allen gefallen haben. Offensichtlich ist es doch (noch) nicht üblich, in historischen Liebesromanen so ins Detail zu gehen wie in erotischen?

Den Schluss war in meinen Augen leider ein wenig vorhersagbar, hier hätte ich mir noch ein paar Verwicklungen mehr gewünscht, ehe es zum Showdown kam. Aber gut, bei einer Länge von 190 Seiten auf meinem Sony Reader darf ich jetzt nicht die Details und die Tiefe eines herkömmlichen Romans erwarten, denke ich. Trotz dieser Dinge hat es mir nämlich Spaß gemacht, das Buch zu lesen und darüber in der Leserunde zu diskutieren – und ich konnte dabei dank der Autorin sogar noch etwas über die Herkunft des Anstoßens beim Trinken lernen :).

Mein Fazit:

Ein schöner, historischer Roman mit einer liebevoll gezeichneten Heldin, die sich gegen die Vorurteile und Intrigen ihrer Umgebung erfolgreich durchsetzt. Sternchen-Abzug gibt es aber für den Klappentext, der in Verbindung mit dem Cover andere Schlüsse auf die Handlung und das Zeitalter zulässt, und dafür, dass der Plot an einigen Stellen für meinen Geschmack etwas abwechslungsreicher hätte sein können.

  • ★★★★★
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