Rezension Anthony Horowitz – Der Fall Moriarty

Ich habe dieses Buch im Rahmen meiner ersten Leserunde auf Lovelybooks gewonnen und möchte mich noch einmal nachdrücklich dafür bedanken! Normalerweise gewinne ich nämlich nur ganz selten irgendetwas, das ist dann wirklich etwas besonderes für mich :)).

Zum Inhalt:

Horowitz beginnt seinen Roman “Der Fall Moriarty” mit einer Aufarbeitung der Ereignisse an den Reichenbachfällen. Wer die Original Sherlock Holmes-Geschichten von Arthur Conan Doyle gelesen hat, weiß, was das bedeutet: Holmes und sein Gegenspieler Moriarty kämpfen miteinander und stürzen beide in die tosenden Fluten. Sind beide nun tot? Oder nur einer von ihnen? Oder vielleicht gar keiner? Inspektor Athelney Jones von Scotland Yard und Frederick Chase von der Pinkerton-Agentur in New York gehen diesen Dingen auf den Grund – und schon bald überschlagen sich die Ereignisse … Mehr möchte ich eigentlich zur Handlung nicht verraten :).

Meine Meinung:

Und eines muss ich gleich mal vorab gestehen: Ich mag Horowitz’ Schreibstil. In meinen Augen versteht er es wirklich ausgezeichnet, mit seinen Romanen an die klassischen Geschichten anzuschließen – und zwar ohne dass man das Gefühl hat, dass er Doyle verändert, im Gegenteil, man hat einfach das Gefühl, dass er dort anknüpft, wo Doyle aufgehört hat. Die Kurzgeschichte “Die drei Königinnen”, die gleichzeitig mit “Der Fall Moriarty” erschienen ist, wird beispielsweise gleich zweimal im Buch erwähnt.

Horowitz hat für Fans mehrere Leckerbissen eingebaut: So ist Jones beispielsweise ein Charakter, den Doyle bereits mit “Das Zeichen der Vier” eingeführt hat. Während der Roman in Fahrt kommt, tauchen auch noch einige andere Figuren auf, die bei Doyles Geschichten bereits einmal eine Rolle gespielt haben.

Auch für das Ende hat Horowitz sich eine interessante Wendung einfallen lassen, die die Ereignisse im Buch auf einmal aus einer ganz anderen Perspektive beleuchten. Neu ist das zwar nicht (Habe gelesen, dass bereits Agatha Christie darauf zurückgegriffen hat), erklärt aber einige Dinge, die man sich beim Lesen bereits gestellt hat.

Mein Fazit:

Ein Muss für alle, die die Welt von Sherlock Holmes mögen! Auch wenn Holmes (möglicherweise?) nicht vorkommt, fügt sich das Buch tadellos in den Kanon um ihn ein. Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen und ich werde sicher wieder etwas von Horowitz lesen, sollte er weitere Sherlock-Romane veröffentlichen :). Warum ich auf den 5. Stern verzichte, hat einen einfachen Grund: Eine Sache hat mir am Schluss nicht gefallen, auf die will ich hier aber nicht weiter eingehen, weil sie doch einen gewaltigen Spoiler auf die Handlung bedeutet …

  • ★★★★
  • Gebunden
  • 341 Seiten
  • Insel
  • 978-3458176121
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5 Gedanken zu „Rezension Anthony Horowitz – Der Fall Moriarty

  1. Hallo Du 🙂

    Sehr schöne Rezension! Hab das Buch leider noch nicht gelesen, aber
    hab es meinem Bruder zu Weihnachten als Hörbuch geschenkt, da er gerne Geschichten
    um Sherlock Holmes mag! Ich hör nur Bruchstücke aus seinem Zimmer 😛
    Aber ich hoffe ihm gefällt es 🙂

    Schönen Sonntag!
    Liebe Grüße, Lisa

  2. Liebe Lisa,

    ich habe mir parallel zum Lesen auch das Hörbuch angehört (Sie hatten es freundlicherweise in der Onleihe gerade verfügbar). Es ist aber im Vergleich zum Buch eine gekürzte Lesung, daher fehlen zum Teil sogar längere Passagen.

    In den meisten Fällen fällt es nicht auf, aber ich erinnere mich, dass sie bei einer Stelle einen Schnitzer gemacht haben. Wenn man kürzt, sollte man es halt so tun, dass man nicht an einer späteren Stelle etwas hört, was Bezug nimmt auf etwas, was man weiter vorne entfernt hat … Ich kann dir nur jetzt nicht mehr sagen, was genau es war.

    In diesem Fall ist meinem Empfinden nach auf jeden Fall das gedruckte Buch vorzuziehen!

    Liebe Grüße
    Ascari

  3. Das Buch habe ich auch schon seit einer Weile im Auge. Bestimmt werde ich es auch noch irgendwann lese, da ich Sherlock Holmes eigentlich sehr gerne mag (in erster Linie jedoch die Darstelung in der BBC-Serie Sherlock ;)) Aber auch die Geschichten von Arthur Conan Doyle mag ich, auch wenn ich noch nicht alle gelesen habe. Schöne Rezi.

    GLG,
    Sky 🙂

  4. Mit dem modernen Sherlock haben die Bücher von Horowitz nicht viel zu tun. Aber wenn du dich für die klassischen Geschichten erwärmen kannst, ist das Buch empfehlenswert :). Und in dem Zusammenhang ist dann wahrscheinlich auch Horowitz' Erstling im Doyle-Universum – "Das Geheimnis des weißen Bandes" – für dich interessant?

    Liebe Grüße
    Ascari

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