Rezension Cay Rademacher – Der Trümmermörder

Amazon hat dieses Buch vor gut zwei Jahren bei seiner E-Book-Aktion verschenkt, solange hat es seine Zeit in der Kindle App gefristet. Vergangenes Jahr habe ich schon mal einen Anlauf genommen, das Buch zu lesen, habe dann aber nach einem Drittel abgebrochen … Da es ein guter Freund von mir jetzt gelesen hat, habe ich es jetzt wieder aus der Versenkung geholt – und nun zu Ende gelesen.

Zum Inhalt:

Der Winter 1946/47 ist einer der kältesten überhaupt. In den Ruinen von Hamburg wird eine nackte Frauenleiche entdeckt, Hinweise auf den Mörder gibt es keine. Oberinspektor Stave soll mit der Hilfe eines Kollegen und eines britischen Verbindungsoffiziers den Fall aufklären. Während die Ermittlungen eher stockend in Gang kommen, werden weitere Personen ermordert und es deutet alles darauf hin, dass in Hamburg in Serienmörder umgeht.

Meine Meinung:

Ich kann mittlerweile gut nachvollziehen, warum so viele Leute von diesem Roman so begeistert sind. Die Atmosphäre jener Zeit, dieser harte, kalte Winter in den Trümmern von Hamburg – man hat beim Lesen wirklich das Gefühl, dort zu sein, mit dem Oberinspektor auf der Spur des Trümmermörders zu sein … Diese Beschreibung hat der Autor wirklich exzellent umgesetzt – und ginge es um das allein, hätte das Buch auch von mir volle fünf Sterne verdient.

Was mir allerdings weniger gefallen hat, war der Krimi selbst. Die Geschichte kommt in meinen Augen einfach nicht so richtig in Fahrt, was wohl auch der Grund sein dürfte, warum ich bereits einmal mittendrin aufgehört habe. Darüber hinaus ist der Roman in der Gegenwart geschrieben, eine Zeitform, wo ich jedes Mal etwas Zeit brauche, um ihn quasi zu “überlesen”, ihn also als nicht mehr störend wahrzunehmen.

Schade eigentlich, denn die Idee des Buchs ist schon deswegen spannend, weil sie einen realen Hintergrund hat (worauf der Autor am Ende des Buches verweist): Den Trümmermörder und seine Opfer hat es wirklich gegeben! Mit dem kleinen Unterschied, dass in der Realität der Fall nie aufgeklärt wurde …

Ich nehme mir jetzt zum Schluss noch die Freiheit, an dieser Stelle auf die Rezension bei der Histo-Couch zu verweisen, da ich mich sehr gut mit ihr identifizieren konnte: https://www.histo-couch.de/cay-rademacher-der-truemmermoerder.html

Mein Fazit:

“Der Trümmermacher” hat in meinen Augen, was Atmosphäre und die Beschreibung jener Zeit angeht, eigentlich fünf Sterne verdient. Warum es letztendlich doch nur drei geworden sind, hängt damit zusammen, dass die Geschichte in meinen Augen viel zu lange braucht, um wirklich spannend zu werden. Eigentlich erst ab der Hälfte hab ich mich bei dem Gedanken ertappt, dass ich wissen möchte, wie es ausgeht.

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2 Gedanken zu „Rezension Cay Rademacher – Der Trümmermörder

  1. Genauso ging es mir auch, als ich das Buch gelesen habe. Es ist zwar schon mindestens ein Jahr her, aber woran ich mich jetzt noch erinnere, ist die Beschreibung der Zustände in dem eiskalten Nachkriegswinter in Hamburg, die üblen Lebensbedingungen und nicht der Kriminalfall. Das sagt schon alles über dieses Buch. Schade.

  2. Hi!

    Tja, manchmal macht Atmosphäre die Handlung dann doch nicht wett … Trotzdem habe ich mich bei dem Gedanken ertappt, wie wohl das zweite Buch ist :). Einfach um zu wissen, ob es eine Verbesserung gegegen hat …

    Liebe Grüße
    Ascari

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