Rezension

Rezension Claudia Rossbacher – Steirertanz

Claudia Rossbacher und ihre “Steirer”-Krimis prägen die Szene der österreichischen Regiokrimis jetzt schon seit mehr als zehn Jahren – ist das zu glauben? Ich denke, ich habe vor fünf Jahren etwa das erste Buch der Autorin gelesen, die Reihe damals aber nicht verfolgt.

Allerdings erhielt ich “Steirerstern”, den Vorgänger zu “Steirertanz”, letztes Jahr geschenkt – und der Cliffhanger am Ende war derart böse, dass ich mir dachte, ich MUSS wissen, wie es weitergeht. Tja, so kann’s gehen … Und jetzt werde ich vermutlich doch so nach und nach die restlichen Bücher lesen müssen, denn so einen Reihen-Durcheinander, nein, das kann nicht wirklich was.

Der Klappentext:

Die LKA-Ermittler Sandra Mohr und Sascha Bergmann werden ins tiefwinterliche Ausseerland gerufen. Am Grundlsee ist eine altehrwürdige Villa bis auf die Grundfesten abgebrannt und mit ihr eine der beiden Zwillingsschwestern, die diese bewohnte. Der Verdacht, dass Luise Lex gewaltsam ums Leben kam, bevor das Feuer gelegt wurde, bestätigt sich. Wer aber hatte ein Motiv, die Inhaberin einer Trachtenmanufaktur zu töten? Die Spur der Neider und Feinde führt über Bad Aussee bis zum »Steirerball« nach Wien.

Meine Meinung:

Das Schöne an Claudias Büchern ist, dass man hier einsteigen kann, ohne zu wissen, was in den früheren Büchern passiert ist. Es ist zwar hilfreich, die Bücher zu kennen, da die Autorin immer wieder mal Anspielungen darauf einbaut, aber kein Muss zum Verständnis der aktuellen Geschichte.

Dieses Mal verschlägt es das Ermittlerduo in den steirischen Teil des Salzkammerguts in die Gegend um Bad Aussee bzw. Altaussee. Im Verlauf der Geschichte baut die Autorin einiges Interessantes zur Region ein, von den Eigentümlichkeiten seiner Bewohner bis hin zu einigen Dialogen im Dialekt (Aber keine Angst, es gibt wie immer ein Glossar am Ende, das einige Begriffe und Ausdrücke erklärt).

Selbst in der fünften Generation zählte man hier noch zu den Zwoaheimischen oder zu den Zugroasten.

Rossbacher über Aussee

Als eingespieltes Ermittlerduo gelingt es Sandra und Sascha schon sehr bald, erste Fortschritte zu erzielen. Dies zeigt sich vor allem an der Form der Dialoge, die mich dieses Mal doch das eine oder andere Mal auflachen ließen, die eine oder andere Szene war wirklich sehr, sehr unterhaltsam. Es findet sich sogar eine Anspielung auf die Verfilmung von Rossbachers Büchern in den sogenannten “Landkrimis”, wo ich gar nicht anders konnte, als vor mich hin zu grinsen. Ich denke, das darf man damit doch als gewissen Fan-Service sehen …

Nicht zum ersten Mal fiel ihr auf, dass sie sich wie ein altes Ehepaar verhielten. Wenngleich sie nicht unterwegs in den Urlaub waren, sondern zu einem Einsatzort […].

Sandra über die Arbeit mit Sascha

Das ist meiner Meinung auch die Stärke des Buchs – der Humor. Denn den Fall werden vermutlich geübte Krimileser ziemlich zügig lösen können (Ich sehe mich da nicht gerade als Expertin, aber sogar ich wusste kurz nach der Hälfte, worauf die Story hinauslaufen würde).

Ein klein wenig gewöhnungsbedürftig fand ich an der einen oder anderen Stelle auch die Ausdrucksweise der Autorin und die Art und Weise, wie sie die Infos zur Region in die Geschichte einflicht. Mir ist bewusst, dass das eine sehr subjektive Wahrnehmung meinerseits ist, aber manches kam bei mir schon etwas dozierend, wie mit einem Zeigefinger erhoben, an.

In ihrem Vorwort weist die Autorin außerdem daraufhin, dass sie das Buch quasi ein Jahr in die Zukunft versetzt hat, in eine Post-Corona-Ära, wo wieder alles relativ normal läuft. Das liest sich zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch etwas merkwürdig, vor allem wenn man weiß, dass die Kombinationen aus Wochentag und Datum (Freitag, 8. Jänner beispielsweise) zu Beginn eines Kapitels nur 2021 stimmen können.

Lässt man dieses kleine Verwirrspiel aber erst einmal außer Acht, bekommt man eine sehr unterhaltsame und kurzweilige Geschichte serviert, die sich ratzfatz weglesen lässt und die vor allem mit ihrem Humor punkten kann.

Mein Fazit:

“Steirertanz” ist mittlerweile bereits der elfte Krimi aus der Feder von Claudia Rossbacher, mit dem die Autorin beweist, dass sie ihren Stil gefunden hat, der aus einem eingespielten Team, einer interessanten steirischen Region und mittlerweile einem gewissen Fan-Service besteht.

  • ★★★★
  • E-Book
  • 282 Seiten
  • Gmeiner Verlag
  • 978-3-8392-2861-6
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