Rezension Fredrik T. Olsson – Das Netz

Fredrik T. Olsson ist mir schon mit seinem Roman “Der Code” aufgefallen. Mittlerweile ist bereits das zweite Buch von ihm – “Das Netz” – bei Piper erschienen, welches ich jetzt dank Netgalley als Rezensionsexemplar lesen durfte … Vielen Dank dafür!

Zum Inhalt:

William Sandberg, ehemaliger Kryptologe beim schwedischen Militär, bekommt eine mysteriöse Nachricht, dass er sich am Bahnhof mit jemandem treffen soll. Wer derjenige ist und warum er um ein Treffen bittet, ist mysteriös. Als William am Bahnhof eintrifft, ist alles ganz anders: Der Unbekannte taucht nicht auf, dafür aber die Polizei, die Sandberg verhaftet. Und noch während Sandberg verhört wird, fällt in ganz Südschweden der Strom aus …

Meine Meinung:

Ich gebe zu, ich hatte am Anfang so meine Probleme, in die Geschichte einzusteigen. Olsson pflegt einen recht eigenwilligen Schreibstil, verwendet recht ungewöhnliche Metaphern, die mich mehr als einmal beim Lesen innehalten ließen und überlegen, ob ich das auch so sagen würde …

Darüber hinaus bleiben viele Dinge relativ lange im Dunkeln. Wer ist beispielsweise der Mann, der ganz am Anfang im Prolog umkommt? Und warum? Die Antwort auf diese Frage bekommt der Leser, aber erst relativ spät.

Dafür nimmt sich Olsson viel Zeit, die Charaktere einzuführen. Der Hauptcharakter William Sandberg erinnerte mich zeitweise an die depressiven und gebrochenen Kommissare der Skandinavienkrimis (Hier scheint Olsson wohl von Krimi schreibenden Kollegen geprägt worden zu sein?). Seine Ehe ist kaputt, seine Frau Christina von Zuhause ausgezogen und die gemeinsame Tochter lebt auf der Straße und hat keinen Kontakt zu den Eltern mehr.

Kommt die erste Hälfte des Romans eher ruhig und bedächtig daher, obwohl immer wieder mit Action-Sequenzen durchsetzt, wird es in meinen Augen erst ab der zweiten Hälfte so wirklich interessant, weil man nun die ersten Antworten auf die Fragen bekommt.

Das war für mich auch der Zeitpunkt, wo ich merkte, dass es mir immer schwer fiel, das Buch wegzulegen. Da die einzelnen Kapitel nicht übermäßig lang waren, ging mir immer wieder der Gedanke “Ein Kapitel geht schon noch” durch den Kopf 🙂 … Denn ab hier nimmt die Geschichte dann auf einmal eine Wendung, die ich so persönlich nicht kommen habe sehen. Zu sehr ins Detail will ich jetzt nicht gehen, weil das sonst einem Spoiler gleich kommen würde, aber ich musste mehrmals an einen sehr bekannten SF-Action-Film der 80er Jahre denken :).

Das Ende war irgendwie nicht ganz nach meinem Geschmack, gebe ich zu. Es war zwar realistisch, denn ja, so würden wir Menschen uns verhalten, aber ein Teil von mir hat sich trotzdem gewünscht, dass es anders – positiver – enden würde. Nichtsdestotrotz hat es mich nachdenklich zurückgelassen und ich habe ein wenig darüber nachgedacht, was wohl wäre, wenn so etwas wirklich passieren würde :).

Mein Fazit:

Ein ungewöhnlicher Roman, bei dem auch ein klein wenig SF in die Geschichte vermischt ist, dem man aber vor allem am Anfang viel Zeit geben muss. Es braucht eine Weile, ehe man wirklich versteht, worauf der Autor am Ende hinaus will.

  • ★★★★
Loading Likes...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.