Rezension

Rezension Hera Lind – Männer sind wie Schuhe

Sind Männer wie Schuhe? Die interessante Frage stellt Hera Lind zumindest mit dem Titel ihres aktuellen Romans. Und ja, was soll ich sagen, das hat ausgereicht, um mal meine Neugier zu wecken 🙂 … Allerdings hat die Geschichte außer dem Prolog net extrem viel mit Schuhen zu tun, der Vergleich von Männern mit Schuhen ist ein netter Teaser, mehr aber auch nicht.

Zum Inhalt:

Zwei Frauen sind die Heldinnen, Lotta und Anita, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die eine – Lotta – hat drei kleine Kinder, ist Direktorin einer Musikschule, hat einen biederen Lebensgefährten, nervige Verwandtschaft und wohnt in einer Kleinstadt namens Heilewelt (Der Ort heißt wirklich so im Buch!). Die andere – Anita – ist blond, schlank, verheiratet und hat zwei Töchter im Teenager-Alter bzw. nervige Nachbarn.

Anhand des Wortes “nervig” erkennt man schnell mal, worauf’s hinaus läuft: Beide sind nicht in der Lage, zu ihrer Familie / ihren Nachbarn auch einmal nein zu sagen. Eine Verbindung zwischen den beiden wird hergestellt, als Christian, der Ehemann von Anita, Lotta bei einem Schülerkonzert kennen und in weiterer Folge lieben lernt. Und obwohl Christian und Lotta beide gar nicht aus ihren Beziehungen ausbrechen wollen, sorgen die nervigen Nachbarn auf der einen Seite dafür, dass Anita einen Scheidungsantrag unterschreibt bzw. der biedere und extrem eifersüchtige Lebensgefährte dafür, dass Lotta und Christian sich näher kommen …

Meine Meinung:

Man sieht, der Inhalt ist schnell erzählt. Ich muss zugeben, ich hab schon lange kein Buch mehr von Hera Lind gelesen, sonst wüsste ich wohl noch, ob der Schreibstil immer so “einfach” gehalten ist. Was das angeht, könnte man die Geschichte auch in einem Cora-Heft veröffentlichen, einen Unterschied sehe ich höchstens in der Länge der Geschichte. Und eins muss ich auch noch zugeben: Ich bin mit beiden Frauen absolut nicht warm geworden. Die eine war charakterisiert als Mittdreißigerin, die andere mit einem Alter um die Vierzig.

Mehrmals hab ich mich beim Lesen dabei ertappt, dass ich sie am liebsten kräftig durchgeschüttelt und ihnen links und rechts eine Ohrfeige gegeben hätte. Hera Lind beschreibt da zwei Frauen, wie sie unselbständiger und dümmer gar nicht sein können … Von dem Wort “Emanzipation” haben beide Figuren wohl noch nie gehört. Und im Verhältnis merken beide erst ziemlich spät (im Buch so ca. 50 Seiten vorm Schluss), dass sie aus ihrem alten Leben ausbrechen und ein neues anfangen können …

Worüber ich mich fast unfreiwillig amüsiert habe, sind die Namen der Figuren und Orte. “Heilewelt” habe ich ja schon erwähnt, weiters gibt es eine Sekretärin namens Brunhilde Zweifel, der Lebensgefährte heißt Jürgen Immekeppel, ein Journalist namens Justus Schaumschläger, der droht, die “Affäre” publik zu machen und ein Bäckermeister namens Gerngroß, der durch seine aufdringliche Art die ganze Geschichte überhaupt erst ins Rollen bringt. Herrje, fallen Frau Lind keine interessanteren Namen ein?

Mein Fazit:

Ich hatte mir schon im Vorfeld nicht viel erwartet, dass es so simpel gestrickt sein würde, hatte ich aber doch nicht erwartet. Und ich frage mich, wer die Zielgruppe von Frau Linds Romanen ist – Frauen um die Dreißig anscheinend nicht … Das Buch ist wie Popcorn-Kino: Hat man es konsumiert, kann man es auch schon wieder getrost vergessen.

  • ★★★★★
  • Gebunden
  • 384 Seiten
  • Diana
  • 978-3453291225
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