Rezension Jennifer Wellen – Katerfrühstück mit Aussicht

Chick Lit gehört normalerweise in einen Bereich, wo ich eher selten Romane lese. Zu vorhersehbar sind mir die meisten Geschichten, ehrlich gestanden … Eines allerdings gleich vorneweg: “Katerfrühstück mit Aussicht” ist eine wohltuende Ausnahme :).

Zum Inhalt:

Marie steht kurz vor dem Ende ihres Biologiestudiums, als sie eines Tages einen streunenden Kater mit dem Rad anfährt und ihn mit nach Hause nimmt. Nikolas, ihr Nachbar, ist recht wenig erbaut davon, besonders weil der Kater immer wieder zu einem ungebetenen Gast auf seinem Balkon wird. Marie ihrerseits hält ihn für einen gefühllosen Weiberhelden. Mister Scruffy sorgt allerdings dafür, dass die beiden sich immer wieder über den Weg laufen …

Meine Meinung:

Ganz wie es sich für Chick Lit gehört, können sich die beiden Helden im Buch am Anfang nicht besonders ausstehen. Die Katze mausert sich hier damit zu einer Art Liebesbote, so weit klar. Die Art und Weise, wie die beiden zusammenfinden, wird aber sehr charmant erzählt.

Da ist einmal der wirklich sehr eigenwillige Kater, der sich wirklich absolut nichts sagen lässt und seine Sympathien recht rasch deutlich macht. Auf der anderen Seite erzählt Jennifer Wellen die Geschichte mit viel Humor und einem gewissen Augenzwinkern, die mich sogar mein sonst so ungeliebtes Präsens vergessen haben lassen (Hab ich schon gesagt, dass ich es nicht mag, wenn Romane in der Gegenwart geschrieben werden?). Im Gegenteil, hier passt es irgendwie einfach.

Ich fand es auch sehr angenehm, dass Marie nicht als großer Schussel und Tollpatsch dargestellt wird, deren Leben einfach nur chaotisch ist. Irgendwie scheint das in letzter Zeit bei vielen Chick Lit Romanen Mode geworden zu sein – es spricht aber überhaupt nicht an. Diese Art von Humor geht an mir total vorbei, im Gegenteil, ich denke mir oft, wie solche Frauen überhaupt ihr Leben meistern können.

Marie ist Gott sei Dank nicht so. Sie wirkt wie eine ganz normale junge Frau, die einfach ein bisschen viel Pech in der Liebe gehabt hat und gleichzeitig ein wenig schüchtern ist, auf andere Menschen aktiv zuzugehen. Gegen Ende sorgt dies zwar auch dafür, dass ich mir gedacht habe “Mädchen, das sieht ja ein Blinder mit Krückstock, dass der Mann in dich verliebt ist”, aber okay, das Buch wäre natürlich sonst etwas früher aus gewesen :D.

Der Schreibstil ist nicht besonders auffällig, aber passend. Die Geschichte lässt sich rasch und flüssig lesen und es macht Spaß, am Anfang den Wortgefechten der beiden unterschiedlichen Charaktere zu folgen, ehe die Liebesgeschichte beginnt.

Mein Fazit:

Ein netter, lustiger und rasch zu lesender Chick Lit Roman, in dem der tierische Mitbewohner den Liebesboten mimt. Ein wunderbarer Zeitvertreib für zwischendurch!

  • ★★★★
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