Rezension Jo Nesbø – Der Sohn

Mein erster Nesbø! Der Name ist ja Thriller-Lesern hinlänglich bekannt, umso mehr freute ich mich, einen Nesbø zu lesen, der ohne seinen bekannten Kommissar auskommt. Dachte mir eben, dass das einfacher ist für einen Einstieg :).

Zum Inhalt:

Sonny Lofthus sitzt seit 12 Jahren im Gefängnis. Eines Tages erfährt er durch einen Mitgefangenen, dass sein Vater gar nicht korrupt und deswegen unschuldig zu Tode gekommen ist. Das Ergebnis: Er bricht aus und startet einen beispiellosen Rachefeldzug an denen, die er für die Schuldigen am Tod seines Vaters hält …

Meine Meinung:

Die Idee eines Anti-Helden, der auf eigene Faust loszieht, Bösewichter auszuschalten und sich dabei nicht an das Gesetz hält, ist uralt. Man denke da nur an gewisse Westernfilme 😉 …. Trotzdem fand ich die Idee interessant genug, dass ich beschloss, “Der Sohn” als meinen ersten Nesbø auszuwählen.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir allerdings etwas schwer gefallen, aber nicht wegen des Schreibstils, der eigentlich relativ einfach gehalten ist. Nein, was mir Schwierigkeiten bereitete, waren die vielen für die Handlung an sich eher unbedeutenden Charaktere, die Nesbø nutzt, um Sonnys Weg in Freiheit nachzuzeichnen.

Zeitweise erinnerte mich das Buch an diverse Tarantino-Filme, ob Nesbø und Tarantino sich kennen? Ich traue mich zwar zu wetten, dass bei Tarantino noch mehr Blut spritzt als bei Nesbø, aber zartbesaitet darf man bei diesem Buch auch nicht sein. Zeitweise geht Lofthus auf jeden Fall richtig brutal vor, um seine Opfer zu bestrafen (Und wieder lassen die Anti-Helden der Westernfilme grüßen!).

Ab der Mitte des Romans wird es dann richtig spannend. Da Sonny nicht als eiskalter Killer gezeichnet wird, entwickelt man trotzdem rasch Sympathien für ihn und man wünscht sich, dass er sein Ziel erreicht und die Mörder seines Vaters bestraft …

Ganz gut hat mir auch eine bestimmte Wendung gegen Ende gefallen, auch wenn ich sie im letzten Drittel bereits kommen sehen habe. In gewisser Weise war diese Wendung notwendig, denn wer sollte sonst die Rolle des Maulwurfs bei der Polizei innegehabt haben?

Mein Fazit:

“Der Sohn” ist ein mitreißender Roman, der aber am Anfang durch die unterschiedlichen Perspektiven etwas verwirrend ist. Erst später geht Nesbø dazu über, diese nicht mehr so oft zu wechseln, dann endlich nimmt das Buch an Fahrt auf und wird zu einem Thriller, den man nicht mehr aus der Hand legen kann.

  • ★★★★★
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