Rezension Josephine Angelini – Starcrossed

Ich gebe zu, die “Göttlich”-Trilogie von Josephine Angelini wollte ich schon länger lesen, irgendwie sollte es aber in den letzten Monaten nie so richtig sein … Jetzt bekam ich aber bei der “Ich entscheide, was du liest”-Challenge auf Lovelybooks den ersten Teil ausgesucht, daher gab es jetzt keine Ausflüchte mehr :).

Zum Inhalt:

Helen wächst auf Nantucket, einer Insel vor Massachusetts, sehr behütet auf. Ihre Mutter hat sie verlassen, als sie noch ein Baby war, ihre Bezugspersonen sind daher ihr Vater Jerry und ihre beste Freundin Claire.

Obwohl sehr hübsch, ist Helen eher schüchtern und hasst es, die Aufmerksamkeit ihrer Umgebung zu erregen. Dies alles ändert sich jedoch, als eines Tages die Delos-Familie auf die Insel zieht und Helen auf einmal einen unbändigen Hass auf Lucas Delos verspürt, diesen zu töten …

Meine Meinung:

Ich wurde auf diese Reihe hauptsächlich durch die vielen Rezensionen aufmerksam, die ich auf unterschiedlichen Bücherblogs gelesen hatte. Daher war mir auch bewusst, dass Angelini sich bei der griechischen Götter- und Sagenwelt bedient hatte, um ihre Geschichte zu erzählen. Da ich vor allem als Schüler solche Sagen unheimlich gern hatte, dachte ich mir, dass dies sicher eine spannende Basis für eine Reihe abgeben würde.

“Starcrossed”, wie “Göttlich verdammt” im Original heißt (Ich habe dieses Mal wieder zur englischen Ausgabe gegriffen), erzählt die Geschichte eines Mädchens, dem von Anfang an klar ist, dass sie anders ist als ihre Umgebung. Außer ihrer Freundin Claire weiß niemand davon, wie anders.

Das wird erst klar, als sie auf die neuzugezogene Familie Delos trifft und diese ihr eröffnen, dass sie – genau wie die Delos-Familie – ein Abkömmlung der griechischen Götter ist, ein sogenannter Halbgott. Helen muss nun also lernen, damit umzugehen, dass sie Fähigkeiten wie eine Superheldin besitzt und dass sie offensichtlich das Interesse von jemandem erregt hat, der sie lieber tot als lebendig sehen möchte.

Angelini erzählt die Geschichte von Helen und ihren neuen Freunden hauptsächlich aus der dritten Person. Obwohl ich nicht jedes Mal die Ich-Form in einem Buch brauche, hätte es mir dieses Mal tatsächlich mehr zugesagt, denn damit wäre der widersprüchliche Charakter Helens vielleicht leichter zu erklären gewesen … Mal schüchtern, mal heldenhaft, das war an manchen Stellen nur schwer nachzuvollziehen.

Auch die Liebesgeschichte fand ich nicht plausibel: Die längste Zeit war für mich nicht einmal erkennbar, dass die beiden ein Paar abgeben sollten, da sie für meinen Geschmack viel zu lange einfach nur freundschaftlich miteinander umgegangen sind. Dann wollen die beiden doch zusammensein, aber frei nach Romeo und Julia darf es nicht sein, da die beiden nichts anderes als einen zweiten trojanischen Krieg mit ihrer Beziehung auslösen könnten.

Und damit wären wir schon bei meinem persönlich größten Kritikpunkt, der Mythologie. Angelini hat nämlich für meinen Geschmack sehr viel davon in die Geschichte hineingearbeitet – allerdings ohne sie groß zu erklären. Angefangen bei den Erinnyen, den drei Rachegöttinnen über das Orakel von Delphi über den trojanischen Krieg bis hin zu den Fähigkeiten und Eigenschaften der Götter, von denen die Charaktere abstammen.

Wenn man hier nicht ein bestimmtes Vorwissen mitbringt (das ich zumindest zum Teil noch hatte), dürfte es einem wirklich schwerfallen, sich von all diesen Fakten nicht ein wenig erschlagen zu fühlen.

Und dem nicht genug, erfindet Angelini noch einige zusätzliche Dinge, die es in den Sagen nicht gab, die dann noch zusätzlich für Verwirrung sorgen. Zwischendurch hatte ich sogar den Eindruck, dass es diese ganzen “Regeln” nur deswegen gibt, damit die Charaktere nur auf eine bestimmte Art und nicht anders handeln können.

Nichtsdestotrotz lässt sich “Starcrossed” auf Englisch rasch und flüssig lesen und ich konnte der Geschichte gut folgen. Die Spannung baut sich langsam und kontinuierlich auf, was zur Folge hatte, dass ich vor allem gegen Ende nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Auf einigen Blogs war außerdem zu lesen, dass im Deutschen der Stil nicht besonders gut gewesen sei, dies ist mir allerdings nicht in der englischen Ausgabe aufgefallen. Möglicherweise doch eine Sache der Übersetzung? Ich weiß es nicht.

Mein Fazit:

Auch wenn die “Göttlich”-Reihe recht oft mit den “Biss”-Büchern von Stephenie Meyer verglichen wird, war für mich der Auftakt durchaus interessant und spannend. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass der mythologische Hintergrund ein wenig besser erklärt und nicht so viele Dinge auf einmal in das Buch hineingestopft worden wären.

Auch ein wenig mehr Tiefe bei den Charakteren wäre schön gewesen. Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten und ich werde dieses Jahr wohl noch die beiden weiteren Teile lesen, um herauszufinden, wie es weitergeht.

  • ★★★★★
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4 Gedanken zu „Rezension Josephine Angelini – Starcrossed

  1. Hallo Sonja!

    Bei mir hätte das Buch wohl auch noch ne Weile rumgesubbt, wenn die Challenge nicht gewesen wäre … Und jetzt sind erst mal noch ein paar andere Bücher dran, die Vorrang haben, daher wird es wohl etwas dauern, ehe ich dazu komme.

    Liebe Grüße
    Ascari

  2. Hallo Sarah!

    Da muss ich dir recht geben! Vor allem finde ich es deutlich stimmiger als das deutsche, wo (wieder einmal) einfach nur ein Gesicht abgebildet ist …

    Liebe Grüße
    Ascari

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