Rezension

Rezension Juliane Käppler – Von Herzen

“Von Herzen” ist der erste Krimi aus der Feder von Juliane Käppler, den ich im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks kennenlernen durfte. Vielen Dank dafür!

Zum Inhalt:

Natalie Sperling und Markus Svoboda leben und arbeiten in Berlin also Kripo-Beamte. Eines Morgens werden sie zu einer Leiche in Friedrichshain gerufen. Der Tote war zu Lebzeiten Arzt und offensichtlich jemand, der bei der Damenwelt sehr beliebt war. Sperling und Svoboda werden mit mehreren Frauen konfrontiert, von denen jede ein Mordmotiv hatte …

Meine Meinung:

Wenn ich es richtig verstanden habe, hat Juliane Käppler bisher nur Jugendbücher geschrieben, mit “Von Herzen” ist nun ihr erster Krimi erschienen. Ihre Hauptperson Natalie wächst einem rasch ans Herz: Sie ist jung, unverheiratet und lebt statt mit einem Mann mit einem Stoffhasen zusammen. Dieser Hase hört auf den Namen Mister Harvey und ist so etwas wie das Gewissen und die Intuition der Kommissarin, da Natalie mit dem Hasen immer wieder Zwiegespräche führt.

Aber auch ihre Kollegen haben ein paar charmante Macken, obwohl die Charakterisierung ein wenig ins Klischee abdriftet: Da ist einmal ihr Kollege Markus, der noch immer bei seiner Muter lebt und nicht so wirklich von ihr loskommt, der ewig mies gelaunte Kollege Daniel Wozniak (Ob das eine Anspielung an Steve Wozniak sein soll? :D), der die IT-technischen Ermittlungen unter sich hat und der Vorgesetzte, der einmal deutlich die Nerven verliert und Daniel wegen seiner Inkompetenz zusammenstaucht.

Der Krimi entwickelt sich langsam, aber stetig. Die Geschichte lässt sich gut und flüssig lesen, wenn mir auch an einigen Stellen ein paar Fehler und Ungereimtheiten aufgefallen sind, dazu gleich mehr. Für den Fortgang der Handlung kann man sie gut ignorieren und sich stattdessen darauf konzentrieren, zu überlegen, wer von den in den Fall verwickelten Verdächtigen nun der Täter sein konnte. Obwohl ich in dieser Hinsicht nicht übermäßig bewandert bin (Ich habe oft keine Idee, wer es sein könnte), hatte ich hier immerhin etwa 40 Seiten vor Schluss eine Idee – und diese hat sich am Ende dann sogar bewahrheitet :).

Nun zu den Fehlern. Ich gebe zu, dass mir viele Details wahrscheinlich wegen meines Lesetempos oft entgehen, allerdings gab es schon eine Stelle, wo ich mir dachte, da stimmt etwas nicht:

Seidel verneinte und betrachtete eine Fliege, die sich von der Tischdecke erhob, ein paar Mal um ihre Köpfe surrte und auf Markus’ Brillenrand landete.”Angeblich war die Luft raus”, erzählte der Restaurantbesitzer und verscheuchte die Fliege von seinem Hemdsärmel.

Ich gestehe, ich weiß bis heute nicht, wo die Fliege in diesem Moment wirklich war …

Darüber hinaus sind mir auch einige Rechtschreibfehler und Formulierungen aufgefallen, die ich befremdlich fand. Kann man Überstunden wirklich schrubben (Seite 106)? Oder ist das berlinerisch? An zwei Stellen tauchte auch “Ich trampel auf der Stelle auf”(Seite 88 und 161) – soweit ich weiß, heißt das doch richtig “Ich trete auf der Stelle”? Und sagt man in Berlin “Ich erkundige mich zu Neuigkeiten” (Seite 97)? Bisher war ich der Meinung, das heißt “sich nach Neuigkeiten erkundigen” …

Mein Fazit:

Ein sehr unterhaltsamer Krimi für zwischendurch, der vor allem von den Charakteren und den Schrullen der ermittelnden Kommissare lebt. Das macht Gott sei Dank auch die Fehler wett, die mir beim Lesen aufgefallen sind.

  • ★★★★
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