Rezension Kevin J. Anderson – Resurrection Inc.

Ich hatte Anfang dieses Jahres angekündigt, dass ich eine Kooperation mit dem Papierverzierer Verlag eingegangen bin. Vielleicht erinnert ihr euch? Mittlerweile habe ich das erste Buch gelesen, das mir der Verlag zur Verfügung gestellt hat: “Resurrection Inc.” von Kevin J. Anderson.

Der Autor selbst ist im Phantastik- bzw. SF-Bereich schon lange kein Unbekannter mehr. Wenn ihr die “Dune”-Reihe kennt, werdet ihr auch schon von ihm gehört bzw. gelesen haben. Der Autor hat aber auch diverse Star Wars- und Akte X-Romane veröffentlicht (und ich vermute, durch letztere wurde ich wohl auf den Autor aufmerksam).

“Resurrection Inc.” ist sein erstes Werk, das im Original 1988 erschien, aber nie auf Deutsch übersetzt wurde – bis der Papierverzierer Verlag sich des Buches annahm :).

Zum Inhalt:

In naher Zukunft leben die Menschen in großen Metroplex-Gemeinschaften, wo die Kluft zwischen Arm und Reich sehr, sehr deutlich aufklafft. Die beliebteste Religion stellt nicht mehr das Christentum, sondern der Neo-Satanismus. In dieser Umgebung hat das Unternehmen Resurrection Inc. einen Prozess entwickelt, mit dem es gelingt, verstorbene Menschen mittels Mikrochip und Prozessor in eine Art lebende Tote zu verwandeln.

Eine entsprechende Programmierung sorgt dafür, dass sie gehorsam die Befehle ihrer neuen Besitzer ausführen – sie werden zu perfekten Dienern. Danal ist einer von ihnen, aber mit ihm stimmt etwas nicht, denn er hat auf einmal Erinnerungen an früher und an seinen gewaltsamen Tod. Nun stellt sich die Frage, wer ihn tot sehen wollte und warum …

Meine Meinung:

Zu Beginn erzählt Anderson die Geschichte aus der Perspektive von drei Personen, dem Techniker Rodney Quick, dem Soldaten Jones und dem Diener Danal. Jones ist derjenige, der Danals toten Körper findet und zu Resurrection Inc. bringt, während Rodney dafür verantwortlich ist, dass Danal mit einem neuen synthetischen Herz als Diener wiederauferstehen kann.

Die Geschichte wird also anfänglich aus der Perspektive dieser drei Personen erzählt, erst später kommen noch andere Figuren hinzu, während andere sterben (Dies hatte für mich ein wenig Ähnlichkeit mit den verschiedenen Blickwinkeln, mit denen “Das Lied von Eis und Feuer” erzählt wird).

Nach und nach wird der Leser in diese dystopische Welt hineingezogen, in der einzelne Menschen extrem reich und mächtig sind und dadurch die Gesellschaft manipulieren können, wie sie wollen. Mit den zunehmenden Erinnerungen von Danal erfährt der Leser immer mehr, wie Religion und Kapitalismus miteinander verwoben sind, um die Menschen von ihren wirklichen Problemen abzulenken und unter Kontrolle zu halten.

Was ich wirklich großartig fand, war, dass Anderson mit diesem Roman seiner Zeit eigentlich weit voraus war. Auch wenn das Internet in dem Roman nicht mit Tablets und anderen mobilen Geräten genutzt wird, sondern nur mit Terminals, darf man nicht außer Acht lassen, wann der Roman entstanden ist. 1988 war das Internet gerade mal auf wenige Menschen beschränkt, die dazu überhaupt Zugang hatten …

Weniger gut gefallen hat mir jedoch, dass ich das Gefühl hatte, dass der Autor die Spannung nicht durchgehend halten konnte. Einzelne Szenen fand ich sehr, sehr interessant und fesselnd, andere habe ich eher überflogen, da ich das Gefühl hatte, dass sich Anderson immer wieder in Details verloren hat. Ein klein wenig Straffung und Konzentration auf den Hauptstrang der Handlung um Danal (Warum kann er sich erinnern? Wer war er früher?) hätte dem Roman gut getan, auch hätte die Auflösung um Danals Identität für meinen Geschmack durchaus erst etwas später kommen dürfen.

Eine Sache muss ich leider auch noch bemängeln – und zwar ist das das zum Teil wirklich befremdlich klingende Deutsch. Manche Sätze waren für meinen Geschmack sehr verworren und umständlich, ich kann aber nicht beurteilen, ob dies durch die Übersetzung kam oder ob diese Ausdrucksweise schon im Original auftauchte.

Auch den Schluss fand ich nicht so extrem gelungen, muss ich gestehen. Zwar wurden für mich alle offenen Fragen beantwortet, doch kam er für meinen Geschmack fast ein bisschen abrupt. Ein, zwei Sätze zum Abrunden haben mir hier einfach gefehlt.

Mein Fazit:

Anderson erzählt eine wirklich faszinierende, zum Teil sogar visionäre Geschichte, die es durchaus Wert ist, gelesen zu werden. Allerdings gibt es sowohl beim Handlungsaufbau als auch in der deutschen Übersetzung einige Mängel, die für mich den Lesespaß an einigen Stellen getrübt haben.

  • ★★★★★
Loading Likes...

5 Gedanken zu „Rezension Kevin J. Anderson – Resurrection Inc.

  1. Halli Hallo!
    Den Verlag kannte ich bisher noch gar nicht, werde ihn mir aber gleich mal genauer anschauen. Der Klappentext klingt wirklich spannend, schade das dich das Buch nicht ganz überzeugen konnte …

    Liebe Grüße
    Justine

  2. Liebe Justine!

    Als alter Phantastik-Fan konnte ich hier einfach nicht nein sagen, als mir die Kooperation angeboten wurde :).
    Und wenn du das Buch interessant findest, lass dich nicht abhalten! Ich bin immer dafür, dass sich jeder selbst ein Bild machen sollte. Bei Amazon beispielsweise ist auch eine ganz begeisterte Rezi online :).

    Liebe Grüße
    Ascari

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.