Rezension Lucy Hepburn – Alle meine Schuhe

Dieses Buch habe ich seinerzeit in der Onleihe entdeckt und ausgeliehen. Der Titel hat mich bezogen auf den Inhalt im Grunde allerdings etwas ganz anderes vermuten lassen, als dann tatsächlich herausgekommen ist.

Zum Inhalt:

Amy ist eine Schuhliebhaberin, wie sie im Buche steht. Jedes einzelne ihrer Paare hat eine Geschichte und ist mit einer bestimmten Erinnerung in ihrem Leben verbunden. Ihr kostbarster Schatz ist dabei ein Paar Ballettschuhe, das sie von ihrer Mutter, einer früheren Prima-Ballerina, geerbt hat. Zusammen mit zwei Freundinnen arbeitet sie in einem Online-Reisebüro, wohnt seit einiger Zeit mit ihrem Freund Justin zusammen und geht mit der Mutter ihres Freundes einkaufen, die im selben Haus zwei Stockwerke unterhalb lebt.

Es könnte also alles gut laufen, tja, wenn da nicht die Angst von Justin wäre, betrogen zu werden … Und als ein kleines Geheimnis von Amy ans Tageslicht kommt, wirft Justin Amy Hals über Kopf aus dem Haus und verkauft über Ebay Amys geliebte Schuhe. Nach dem ersten Schock fasst Amy den Beschluss, sich ihre Schätze nach und nach zurück zu holen.

Meine Meinung:

Was wie ein typischer Frauen-Unterhaltungsroman beginnt (Sanft vor sich hin plätschernde Lektüre mit einer Prise Humor), entwickelt sich rasch in eine ganz andere Richtung, als Amy die neuen Besitzer ihrer Schuhe und deren Leben kennenlernt. Mit jedem einzelnen Paar, das sie wiederfindet, findet sie auch mehr und mehr zu sich selbst – am Ende lernst sie sogar noch etwas über ihre Familie und ihre Herkunft, die nicht das sind, was sie zu sein scheinen. Wer sich bei diesem Buch also Unterhaltung im Chick Lit-Stil erwartet, wird herbe enttäuscht sein.

Lässt man sich beim Lesen aber erst mal drauf ein, dass etwas ganz anderes dabei heraukommt, als man gedacht hat, entwickelt das Buch durchaus seine Stärken, besonders bei der Zeichnung der Charaktere. Gleichzeitig sehe ich an diesem Punkt aber auch eine Schwäche: Fast ausnahmslos begegnet Amy Personen, die nett und freundlich zu ihr sind und die sie bei ihrer Suche unterstützen, fast so, als ob sie nichts anderes in ihrem Leben zu tun hätten.

Besonders gegen Ende wird diese Schwäche immer deutlicher, das Happy-End zeichnet sich damit recht früh schon ab (Zu sehr möchte ich hier nicht ins Detail gehen, will ja niemandem die Spannung verderben 🙂 ) …

Mein Fazit:

Wer sich ein Buch erwartet, wo es um die Beziehung von Frauen zu Schuhen geht, sollte diesen Roman lieber nicht lesen, da die Schuhe eigentlich nur am Anfang eine Rolle spielen und – bis auf die Ballettschuhe – zum Schluss gar nicht mehr vorkommen. Wer eine Beziehungsgeschichte im Stil von Rosamunde Pilcher oder Inga von Lindström lesen will, wird schon eher auf seine Kosten kommen.

  • ★★
  • Taschenbuch
  • 400 Seiten
  • Heyne
  • 978-3453580442
Loading Likes...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.