Rezension Melanie Raabe – Die Falle

Dank Vorablesen habe ich vor einiger Zeit ein signiertes Exemplar von “Die Falle” gewonnen. Nochmal nachträglich vielen Dank dafür, denn es ist mir schon lange nicht mehr passiert, dass ich ein Buch tatsächlich innerhalb eines Tages ausgelesen habe :).

Zum Inhalt:

Linda Conrads, erfolgreiche Schriftstellerin, lebt seit über 10 Jahren sehr zurückgezogen in ihrem Haus am Starnberger See. Seit ihre Schwester ermordet wurde, vermeidet sie den Kontakt zu anderen Leuten, so gut es geht, und lässt sich alles, was sie zum Leben braucht, ins Haus bringen.

Eines Tages wird sie allerdings aus diesem Leben herausgerissen, als sie den Mörder ihrer Schwester im Fernsehen sieht. Da sie ihr Haus nicht mehr verlässt, fasst sie den Entschluss, dem Mörder eine Falle zu stellen und ihn zu einem Geständnis zu zwingen …

Meine Meinung:

Der Roman beginnt fast leise und sehr langsam, der Leser erfährt, wie Linda sich ihr Leben in dem Haus eingerichtet hat, das sie schon so lange nicht mehr verlassen hat. Dann die TV-Sendung und Linda bekommt einen kleinen Schock – der Mörder ihrer Schwester ist im Fernsehen!

Spätestens hier ist der Zeitpunkt, wo man beginnt, mit Linda mitzufiebern. Gelingt es ihr, den Mann aus ihren Erinnerungen zu einem Geständnis zu bewegen? Oder sieht die Wirklichkeit ganz anders aus? Linda ist traumatisiert, an vielen Stellen merkt man das als Leser ganz deutlich.

Die Darstellung der Gefühle der “Heldin” ist meiner Meinung nach auch eine der ganz großen Stärken des Buchs. Die Art und Weise, wie man Dramatik und Spannung erzeugt, beherrscht Melanie Raabe ganz vorzüglich. Lange, lange Sätze, zum Teil kurz und abgehackt, immer nur durch Beistriche getrennt – das erzeugt einen Sog, dem man sich als Leser nicht entziehen kann. Auch wenn ich persönlich nicht auf solche “Bandwurmsätze” stehe, konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen, bin schneller und schneller durch die Seiten geflogen …

Was mir nicht so gut gefallen hat, muss ich gestehen, war der Aufbau der Handlung. Eine erste Klimax hat der Roman etwa zu Beginn des letzten Drittels. Danach war ich erst einmal ratlos … Was würde jetzt noch kommen? Zuerst verläuft die Handlung eher ruhig, bis man zusammen mit Linda herausfindet, dass Wahrheit nicht immer Wahrheit bedeutet.

Der Schluss hat mir persönlich jetzt auch nicht so zugesagt, im Gegenteil, zum Rest des Buches war diese Ende fast ein bisschen … klischeehaft. Ein bisschen 0815-Krimi eben – und an einer ganz bestimmten Stelle habe ich sogar laut “Nein” geschrien, von wegen das passiert jetzt aber nicht wirklich, wo doch der Anfang sooo genial war.

Mein Fazit:

Ein wunderbar spannendes Buch, dessen Inhalt mich wirklich richtig gefesselt hat. Der Schluss ist zwar nicht nach meinem Geschmack, aber das tut meinem insgesamt sehr positiven Eindruck keinen Abbruch. Klare Leseempfehlung!

  • ★★★★
Loading Likes...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.