Rezension Nadine Erdmann – CyberWorld 6.0 “Anonymous”

Kaum zu glauben, aber wahr: Die phantastische Reihe rund um unsere jugendlichen Helden Jemma, Jamie, Zack, Will, Ned, Charlie steuert langsam, aber unerbittlich auf ihr Finale zu. Denn laut Autorin wird mit dem siebten Band das Ende erreicht sein.

Wie jedes Mal versteht es schon das Cover neugierig zu machen, denn zwangsläufig fragt man sich gleich einmal, was es mit diesem Haus und dem in Großbuchstaben geschriebenen “Help us” an der Wand auf sich hat.

Der Klappentext:

Eigentlich läuft gerade alles sehr gut im Leben von Zack, Ned und dem Rest der Clique. Nach den schrecklichen Erlebnissen in CyberLondon ist der Alltag wieder eingekehrt und die Freunde testen ihr eigenes CyberGame, um es für die Veröffentlichung fertigzustellen.

Doch dann tauchen Zacks Eltern überraschend in London auf und in der CyberWorld sucht ein Unbekannter die Aufmerksamkeit der Freunde – mit äußerst drastischen Mitteln. Wer verbirgt sich hinter Anonymous und was will er von Ned, Will und ihren Freunden?

Meine Meinung:

Nach dem letzten Band, der mir trotz der längeren Pause noch sehr gut in Erinnerung ist, geht die Autorin es dieses Mal wieder etwas ruhiger an. Sehr gut so, denn ich bin mir nicht sicher, ob ich nach dieser Achterbahnfahrt im fünften Teil (Rezi dazu hier) weitere Aufregungen vertragen hätte. Wobei das aber nun nicht heißen soll, dass absolut gar nichts passiert, ganz im Gegenteil.

Nadine Erdmann konzentriert sich in diesem Band erstmals auf eine Figur, die bisher eher als ruhiger Gegenpol zu Jamie in Erscheinung getreten ist: Zack. Zack, der von Anfang damit zu kämpfen hatte, dass er seinen Eltern so gar nichts bedeutet. Als diese nach London kommen und Zack nach New York mitnehmen wollen, zwingen sie ihn damit nun endgültig dazu, sich mit seinem Verhältnis zu ihnen auseinanderzusetzen. Auf diese Weise lernen wir Leser auch eine Seite von Zack kennen, eine, die bisher eher im Hintergrund geblieben ist.

Dies mag auf den ersten Blick erschrecken, hat mir aber sehr gut gefallen, denn jeder Mensch hat mit seinen Dämonen zu kämpfen, man sieht es ihnen in der Regel nur nicht an. Diese Entwicklung verleiht der Figur nun deutlich mehr Tiefe als bisher, wo der Schwerpunkt eher auf Jamie gelegen hat, der mit den Folgen seines Unfalls leben muss.

Der zweite Teil widmet sich dem Rätsel in der Geschichte, denn wer ist Anonymous und was will er? Offensichtlich ist er ein echtes As am Computer, weil es ihm mühelos gelingt, die Sicherheitsmaßnahmen von Will und Ned für ihr neues Cybergame zu umgehen. Nachdem lange Zeit nicht klar ist, ob er in Verbindung zu den Terroristen R.A.T.s (die wir in Teil 5 kennenlernen durften) steht, müssen unsere Helden sehr vorsichtig zu Werke gehen.

Im Vergleich zu Zacks Geschichte fand ich diesen Teil jedoch den schwächeren, weil die Idee zur Auflösung (die für mich eigentlich früh auf der Hand lag) für unsere Helden erst recht spät auftaucht – und im Verhältnis dann ziemlich zügig erzählt wird. Das ging mir persönlich einfach ein klein bisschen zu schnell, auch wenn hier einige sehr, sehr herzige Szenen auftauchen, die vor allem das jüngere Lesepublikum sicher mögen wird.

Trotzdem bin ich selbstverständlich gespannt auf den letzten Teil, der hoffentlich die verbliebenen, noch offenen Handlungsstränge zu einem zufrieden stellenden Ende führen wird. Die Autorin gibt netterweise im Nachwort einen kleinen Hinweis, was uns erwarten wird (weshalb ich jetzt erst recht neugierig bin, logisch).

Mein Fazit:

“CyberWorld 6.0” habe ich im Vergleich zu den beiden vorigen Bänden als etwas schwächer empfunden, was aber nicht heißt, dass der Autorin nicht trotzdem eine sehr lesenswerte Geschichte gelungen ist. Vor allem Fans von Zack werden dieses Mal auf ihre Kosten kommen, diese sehr persönlichen Szenen waren für mich in diesem Band das absolute Highlight!

  • ★★★★
  • E-Book
  • 284 Seiten
  • Greenlight Press
  • 978-3958343108
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2 Gedanken zu „Rezension Nadine Erdmann – CyberWorld 6.0 “Anonymous”

  1. Oje, schon wieder eine Reihe die sich für mich toll und interessant anhört.
    Tolle Rezension, die Lust auf mehr macht und mich jetzt grübelnd zurück lässt – beginnen oder nicht beginnen, das ist hier die Frage 🧐

    Bussi,
    Conny

    1. Hihi, na dann ist das Ziel der Rezi ja schon halb erreicht :). Ich mag Nadines Reihe jedenfalls, sie hat mich schon mit dem ersten Band rumgekriegt … Allerdings mag ich CyberGame-Storys seit Erebos sowieso, da hatte sie leichtes Spiel :D. Lies doch mal einfach das erste an – wozu gibt’s Leseproben schließlich ;).

      Liebe Grüße
      Ascari

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