Rezension

Rezension Nancy Springer – Der Fall des geheimnisvollen Fächers

Mit “Der Fall des geheimnisvollen Fächers” erleben wir bereits den vierten Fall um die sympathische, unabhängige und quirlige Enola Holmes. Und auch in diesem Abenteuer darf sie wieder zeigen, was in ihr steckt. Gleichzeitig begegnen wir auch einer Figur, die wir schon in Band 2 kennenlernen durften und der sich Enola sehr verbunden fühlt: Lady Cecily.

Im englischen Original trägt das Buch den Namen “The Case of the Peculiar Pink Fan” (Hier enthält jeder Titel eine Alliteration, worauf im Deutschen leider verzichtet wurde). Dieser pinkfarbene Fächer ist es auch, der in der Geschichte eine tragende Rolle spielt …

Der Klappentext:

Lady Cecily wendet sich mit einer verzweifelten verschlüsselten Botschaft an Enola. Sherlock Holmes‘ kleine Schwester begreift sofort, dass sie ihrer Freundin helfen muss, bevor es zu spät ist – aber wie? In ihrem bisher kompliziertester Fall geht Enola in ganz London auf Spurensuche, bis sie die abscheuliche Wahrheit entdeckt: Lady Cecily wird gefangen gehalten und soll gegen ihren Willen verheiratet werden! Enola muss ihre eigene Freiheit riskieren und sich mit ihrem Bruder Sherlock zusammentun, um ihre Freundin zu retten. Kann Enola ihrem Bruder vertrauen? Und können sie Cecily rechtzeitig befreien?

Meine Meinung:

Der Start in diese Geschichte gestaltet sich durchaus amüsant, denn Enola trifft Cecily ausgerechnet an “einem öffentlichen Ort” wieder (Gemeint ist eine öffentliche Damen-Toilette). Dabei lässt Cecily wie aus Versehen einen pinkfarbenen Fächer in Enolas Schoß fallen, ehe sie von ihren Begleiterinnen hinauseskortiert wird. Enola erkennt, dass etwas nicht in Ordnung ist und versucht ihr zu folgen, läuft dabei aber ausgerechnet ihrem älteren Bruder Mycroft in die Arme. Um zu entkommen, tritt sie ihm kurzerhand ins Schienbein und macht, dass sie wegkommt.

“I knew what it was like to be a young female utterly at the mercy of relatives and legal guardians, forced into obedience. Only my mother’s cleverness had saved me.”

Enola über ihre Gründe, Cecily helfen zu wollen

Wie man sieht, hat die Autorin nun endgültig in die Figur hineingefunden, Action und Humor halten sich das ganze Buch hindurch wunderbar die Waage. Enola läuft dabei zu Hochform auf, um zu ermitteln, wer Lady Cecily festhält und warum. Und auch wenn dieses Mal wieder der Genosse Zufall ein kleines bisschen mit im Spiel ist, macht es trotzdem einfach sehr viel Spaß zu verfolgen, welche Verkleidungen Enola nutzt, um auf der einen Seite ihren Brüdern aus dem Weg zu gehen und auf der anderen Seite Lady Cecily zu finden.

“I could not be corseted, either literally or figuratively, into any conventional feminine mould.”

Enola über ihre Freiheit

Dabei kommt es auch wieder zu einer wirklich sehr witzigen Szene mit Sherlock, die wohl mein absolutes Highlight in diesem Buch darstellt, da sie auch offenlegt, wie sehr Enola an ihrem Bruder hängt, obwohl sie ihm aus dem Weg geht, um ihre Freiheit nicht zu verlieren.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, dass ausgerechnet der stolze Sherlock Holmes sich von seiner jüngeren Schwester aus einem Graben heraushelfen lassen muss, in den er gestürzt ist. Da er sich dabei außerdem den Fuß verletzt hat, ist er gezwungen, sich auf sie zu stützen, während sie ihn zu seinem Wagen zurückbringt. Ich habe die ganze Zeit beim Lesen sowas von gegrinst, ich kann’s gar nicht anders ausdrücken 😀 😀 .

Das Finale empfinde ich in diesem Buch wieder als etwas spannender als im letzten Teil. Wobei ich sogar hier wieder etwas zu lachen hatte … Aber was genau, wird nicht verraten.

“‘But surely – Enola – you cannot intend to spend your life as a spinster.’ This from a confirmed bachelor.”

Enolas Gedanke zu Sherlocks Aussage

Ich gebe zu, überhaupt tue ich mich dieses Mal schwer, eine möglichst spoiler-freie Rezension zu schreiben. Vieles, was mir in diesem Buch wirklich gut gefallen hat, würde bedeuten, etwas zum Inhalt zu erzählen – und das möchte ich eigentlich gar nicht.

Auf jeden Fall kann ich nur eins sagen: Band 4 und Band 2 sind im Moment ex aequo auf Platz 1, was meine Lieblinge dieser Reihe angeht. Und puh, jetzt will ich erst recht wissen, wie es weiter geht, ein Jahr warten, bis die restlichen deutschen Übersetzungen herauskommen, würde mir wohl wirklich schwerfallen. Schätze, man kann nun endgültig sagen: Ich bin süchtig nach dieser Reihe! 😀

Mein Fazit:

Band 4 ist wohl nach Band 2 mein neuer Lieblingsband aus der Enola Holmes-Reihe. Hier stimmt einfach alles, die Spannung, der Humor, die Figuren – sie ergeben eine wunderbare Mischung, die auch dieses Mal die kleinen Kritikpunkte am Fall selbst mit Schwung beiseite wischt. Absolute Empfehlung!

Gebunden
176 Seiten
Knesebeck
978-3-95728-263-7
★★★★★

The Case of the Peculiar Pink Fan
E-Book
204 Seiten
Puffin Books
B001FA0LQC

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3 Kommentare

  • Aleshanee

    Hey!

    Das freut mich echt sehr dass du von der Reihe auch so begeistert bist!
    Ich mag die Bücher auch wirklich sehr und kann den nächsten Band kaum erwarten 😀

    Hast du eigentlich den Film zum ersten Buch gesehen?

    Liebste Grüße, Aleshanee

  • Janna | KeJas.Wortrausch

    Huhu Mrs. Holmes, hihi

    Ich bin ja eher Team Serie/Film bei der Holmes-Familie, frag mich nicht warum. Dafür ist es bei Hercule von Christie andersherum … Ich habe die Verfilmung um Enola geschaut und zum Gucken war es nett, aber ich glaube zum Lesen wäre es nicht die richtige Reihe für mich, zu jund die Protagonistin vielleicht? Ich weiß es nicht, aber wie fein das dich ein Folgeband so begeistern konnte – bei einer Reihe ist dies ja eher selten der Fall.

    Mukkelige Grüße!

  • Livia

    Hallo meine Liebe

    Über die Reihe lese ich so viel Gutes, die muss ich mir definitiv auch bald einmal gönnen. Auf die Wunschliste gepackt habe ich sie mir auf jeden Fall schon einmal 🙂

    Alles Liebe
    Livia

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