Rezension

Rezension Nancy Springer – The Case of the Gypsy Good-bye

Tja, da ist er nun, der sechste und finale Band aus dieser Reihe, die ich mit der Zeit immer mehr liebgewonnen habe. Und irgendwie fühlt sich diese Rezension wie ein Abschied an, den ich eigentlich noch gar nicht nehmen möchte … Wie sagt man so schön? Ich habe dieses Buch mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen, wohl wissend, dass es mit dieser Reihe nun unwiederbringlich zu Ende geht. Aber: Es bedeutet auch Zeit dafür, mit einem Reread irgendwann noch einmal Details zu entdecken, die mir vielleicht beim ersten Mal noch gar nicht so augefallen sind :).

Zum Inhalt:

Während Enola auf der Suche nach der verschwundenen Lady Blanchefleur del Campo ist, stellt sie fest, dass ihr Bruder Sherlock ebenfalls versucht, Enola zu finden. Und dieses Mal ist es dringend, denn er hat ein Päckchen bekommen, das offensichtlich eine Nachricht ihrer verschollenen Mutter enthält, die nur Enola entziffern kann. Zusammen mit Mycroft folgt er ihr in die dunklen Tunnel von London, um ein dreifaches Rätsel zu lösen: Was ist ihrer Mutter zugestoßen? Was Lady Blanchefleur? Und was hat das alles mit Mycroft zu tun, der noch immer Enolas Zukunft in seinen Händen hält?

Meine Meinung:

In gewisser Weise erinnert dieser letzte Band ein wenig an den allerersten, denn hier nehmen sowohl Enolas Privatleben als auch die Suche nach verschwundenen Lady einen ziemlich gleich großen Anteil an der Geschichte ein. Im Vergleich haben sich die letzten Bände ja eher auf den Fall konzentriert.

Enola kann sich aber nicht länger um die Tatsache drücken, dass sie herausfinden muss, wie es um ihre Mutter steht. Zu lange hat sie von ihr keine Nachrichten bekommen … Und die andauernde Flucht vor ihren Brüdern nagt ebenfalls an ihr. Zwar ist ihr ihre Freiheit nach wie vor wichtig, aber man merkt, dass sie sich nach fast einem Jahr im Untergrund nach einer Familie und nach Freunden sehnt, um ihrer Einsamkeit zu entkommen.

“‘Ah! There is method in her madness!’ With great good spirit Sherlock echoed the phrase that had often been applied to himself.”

Sherlock über Enola

Sherlock dagegen ist mit der Tatsache konfrontiert, dass auf dem Anwesen der Familie, wo seinerzeit im ersten Band alles angefangen hat, ein mysteriöses Päckchen eingegangen ist, dass offensichtlich an Enola adressiert ist. Schon ahnend, dass er ihre Hilfe braucht, um diese Botschaft zu entschlüsseln, greift er zu einem Trick, um Enola endgültig zu finden – und dieses Mal hat er Erfolg …

“Please allow yourself no illusions of my ever becoming a traditional woman. Finding the lost is my passion, my life’s calling. I am a perditorian.”

Enola über ihre Zukunft

Zwangsläufig enthält dieser Band mehr Szenen mit Enolas Brüdern als bisher. Und man merkt, dass Sherlock nach der langen Zeit endlich verstanden hat, worauf es ankommt, wenn sie eine Familie werden wollen. Ich muss gestehen, ich fand diese Szenen wirklich sehr schön, nicht übertrieben rührselig, aber man merkt einfach, dass auch Sherlock sich weiter entwickelt hat. Da wünscht man sich einfach, dass es zu einem zufriedenstellenden Ende in der ungleichen Familie kommen wird …

Der Humor kommt aber auch dieses Mal nicht zu kurz, situationsbedingt ergeben sich auch hier einige sehr witzige Szenen, wo ich während des Lesens herzlich lachen konnte. Wären doch nur alle Sherlock Holmes-Pastiches so lustig und unterhaltsam wie diese, kann ich da nur sagen.

Über das Ende kann man vermutlich diskutieren, ob man es passend findet oder nicht. Persönlich hätte ich es mir tatsächlich ein bisschen anders gewünscht, aber gut, man kann ja nicht alles haben. Und grundsätzlich bin ich zufrieden, so wie es endet, obwohl ein Teil von mir am liebsten noch weitere sechs Bücher lesen würde. Liebe Frau Springer, da geht noch was! Es geht doch – wenn man es genau nimmt – jetzt erst so richtig los :D.

Mein Fazit:

Der letzte Band einer Reihe macht mich immer wehmütig, besonders wenn ich eine Figur so ins Herz geschlossen habe wie Enola Holmes. Es war mir wirklich eine ganz besondere Freude, noch ein allerletztes Mal ein Abenteuer mit dieser außergewöhnlichen Protagonistin zu bestreiten.

  • ★★★★★
  • E-Book
  • 177 Seiten
  • Puffin Books
  • B003L784D4
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2 Kommentare

  • Aleshanee

    Schönen guten Morgen!

    Es freut mich ja so sehr, dass auch der letzte Band überzeugen konnte und dich begeistert hat!
    Ich bin ja noch nicht so weit, da ich die deutschen Übersetzungen lese und ich muss mich jetzt erstmal auf den vorletzten Band freuen – und warten ^^
    Aber ich kann gut verstehen, dass du ein bisschen wehmütig wirst, wenn man die Charaktere so ins Herz geschlossen hat ist es immer schade, wenn eine Reihe zu Ende geht.

    Liebste Grüße und einen schönen Sonntag!
    Aleshanee

    • Ascari

      Hi!

      Ja, Geduld ist offensichtlich wirklich gefragt, weil der Verlag die deutschen Veröffentlichungstermine anscheinend jetzt ganz schön auseinander gezogen hat … Wenn ich ehrlich bin, finde ich das schon etwas gemein, das sind immer die Dinge, wo ich mir denk, es lohnt sich, Englisch zu können 🙂 .

      Auf jeden Fall bin ich gespannt, was du zu den restlichen Bänden schreiben wirst!

      Liebe Grüße
      Ascari

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