Rezension Ursula Poznanski & Arno Strobel – Invisible

Als 2016 “Anonym”, das zweite Buch aus der Feder von Ursula Poznanski und Arno Strobel, erschien, war ich Feuer und Flamme. Das Buch hatte ich am Stück innerhalb von sechs Stunden ausgelesen., so sehr fesselte es mich.

Dementsprechend war ich natürlich sehr gespannt auf die neue Geschichte, die eine Fortsetzung mit dem sehr genialen Ermittlerduo Nina Salomon und Daniel Buchholz versprach.

Zum Inhalt:

Innerhalb kurzer Zeit passieren in Hamburg eine ganze Menge an unterschiedlichen Morden. Einen gemeinsamen Nenner gibt es trotzdem, denn die Mörder stehen jedes Mal innerhalb kurzer Zeit fest.

Trotzdem ist nicht alles, wie es scheint, denn bald zeichnet sich ein Muster ab: Die Mörder fühlten sich von ihren Opfern in irgendeiner Form bedroht. Salomon und Buchholz beschließen, an der Sache dranzubleiben und nach den Hintergründen zu suchen – und bald zeigt sich, dass dies eine kluge Entscheidung war …

Meine Meinung:

Ich weiß, es ist eigentlich ein Fehler, an ein Buch hohe Erwartungen zu haben. Besonders wenn eine Lieblingsautorin mit im Spiel ist. Trotzdem freute ich mich darauf, dass es endlich wieder etwas Neues von den beiden Autoren geben würde und ließ mir das Buch zurücklegen. Kaum hatte ich es auch in Händen, begann ich auch schon …

Die Geschichte startet zügig und – wie man es schon von “Anonym” gewohnt ist – nicht zimperlich. Als ob die Mordserie aber nicht erschütternd genug wäre, kämpfen Salomon und Buchholz auch bald mit anderen Problemen, die Stimmung im Team ist schlecht, beim kleinsten Zwischenfall gibt es Streit.

Buchholz hat darüber hinaus auch noch privaten Stress, der ihn – den Pedanten – ein wenig aus dem Gleichgewicht bringt. Zumindest zwischen Nina und Daniel läuft es allerdings wie gewohnt: Als Leserin entlockten mir die kleinen Reibereien zwischen den beiden auch dieses Mal ein Lächeln, ich finde die beiden dadurch so richtig menschlich.

Im Vergleich zu “Anonym” brauchte ich dieses Mal etwas länger, um in die Geschichte hineinzufinden, sei es wegen der angespannten Stimmung im Ermittlerteam, sei es, weil ich nach etwa 100 Seiten den Eindruck hatte, dass die Geschichte ein wenig auf der Stelle trat, so ganz genau kann ich es gar nicht sagen.

Irgendwie begleitete mich einfach ein mulmiges Gefühl … Aus diesem Grund fiel es mir wohl dieses Mal auch nicht so schwer, nach 50, 60 Seiten das Buch wieder hinzulegen und mich anderen Dingen zu widmen.

Trotzdem habe ich natürlich weitergelesen, denn neugierig war ich schon. Und dies war eine gute Entscheidung, denn zu Beginn des letzten Drittels nimmt die Handlung an Fahrt auf und ich konnte endlich so in der Geschichte versinken, wie ich es von Anfang an wollte. Kurve erfolgreich gekratzt – das trifft es in diesem Fall für mich wohl am besten.

Besonders gut gefallen hat mir in diesem Buch auch die Idee, die dahinter steht. Ins Detail kann ich selbst verständlich jetzt nicht gehen (Das wäre ein böser Spoiler), aber wenn man sich damit auseinandersetzt, ergibt sich ein interessantes Gedankenspiel. Aufgrund der Thematik vermute ich, dass sie von Arno Strobel stammt.

Der Schreibstil ist flott und man kommt gut durch das Buch, auch wenn ich mich einige Male durch die Überlegung, wer von den beiden Ermittlern das neue Kapitel in der Ich-Form erzählt, kurz ausgebremst fühlte. Ob in diesem Fall das Hörbuch besser wäre, kann ich nur vermuten, aber zwei verschiedene Sprecher machen die Umstellung sicher einfacher.

Ein bisschen Kritik muss ich auch in Richtung des Antagonisten loswerden, dieser überzeugte mich dieses Mal nicht so ganz, obwohl ich hier ein kleine Überraschung erlebte, als ich herausfand, wer es war. Wie bereits bei “Anonym” gibt es auch hier einzelne Kapitel, die aus seiner Sicht geschrieben sind, die aber nicht unbedingt Aufschluss darüber geben, wer der Gegner sein könnte.

Das Finale lässt für mich keine Wünsche offen, ich konnte das Buch zufrieden zuklappen, obwohl einige kleine Handlungsfäden aus dem Privatleben der Ermittler offenbleiben. Es ist also zu vermuten, dass wir nicht das letzte Mal einen Fall zusammen mit den beiden Ermittlern lösen werden.

Mein Fazit:

Der neue Fall ist in meinen Augen nicht ganz so gut wie “Anonym” (Dieses Buch hat aber auch die Messlatte für mich sehr hoch gelegt), trotzdem hat es mir sehr viel Freude bereitet, Nina Salomon und Daniel Buchholz bei ihren neuen Ermittlungen zu begleiten. Sollte die Serie weitergehen, werde ich sicherlich wieder dabei sein.

  • ★★★★
  • Broschiert
  • 368 Seiten
  • Wunderlich
  • 978-3805200158
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15 Gedanken zu „Rezension Ursula Poznanski & Arno Strobel – Invisible

  1. Hallöchen.
    Wow, da warst du ja fix mit der Rezension. Also nu hast du mich mit deinen Worte doch wieder sehr neugierig auf das Buch gemacht. Für interessante Thematiken habe ich ja eine Schwäche. Das hat mir bei “Anonym” auch schon so gefallen.
    Das mit den Perspektivwechseln fand ich ja beim Vorgängerband auch schon eher verwirrend und ein bisschen nervig. Schade, dass da nicht einfach immer der entsprechende Name über das Kapitel geschrieben wird. Aber das ist vielleicht auch ein bisschen meckern auf hohem Niveau. 🙂
    Jetzt bin ich ganz hin- und hergerissen, ob ich mir das Buch kaufen soll, oder nicht…
    Na mal sehen. Gerade habe ich eh noch so viel auf dem “to read” Stapel. Vielleicht warte ich einfach noch ein bisschen und schaue dann mal.
    Vielen Dank auf jeden Fall für deine Einschätzung.
    Liebste Grüße, Julia

    1. Liebe Julia,

      na, und du warst ganz fix mit deinem Kommentar 😀 . Ich hoffe ja, dass sich nicht auf anderen Seiten irgendwelche Spoiler bezüglich des Themas einschleichen, denn das würde dem Buch einen Großteil der Spannung nehmen. Man ermittelt mit den beiden Protas ja dieses Mal nicht unbedingt die Täter (Die sind ja bekannt), sondern das, was dahintersteht.

      Also, wenn du “Anonym” mochtest, würde ich es an deiner Stelle lesen, aber halt einfach auch drauf gefasst machen, dass es “Anonym” nicht so ganz toppen kann.

      Liebe Grüße
      Ascari

  2. Hallo liebe Ascari,

    ah, was für eine schöne Rezension!
    Als erstes musste ich mir mal den Klappentext von Anonym durchlesen und wunderte mich, warum ich es noch nicht gelesen haben. ^^ Um fremd (das habe ich ja dann doch im Dezember oder so gelesen) und Anonym habe ich als einen Bogen gemacht, weil es mir zu gruselig schien. Im Moment weiß ich nicht warum. 🙂
    Nach dem großen Lob muss ich mir wohl als nächstes Anonym kaufen. (Ich habe diesen Monat eh so wenig Bücher gelesen, dass ich schon dachte, ich brauch gegen Ende nochmal ein, zwei Bücher, die ich ruck zuck ausgelesen habe, damit meine Statistik nicht das Heulen bekommt.)

    Und nach Deiner Warnung werde ich absolut keine Rezi mehr zu dem hier lesen. Den mein Vertrauen, dass die Leute nicht spoilern, ist äußerst gering. Ich kann manchmal nur den Kopf schütteln, was da verraten wird.

    Sei lieb gegrüßt
    Petrissa
    (wann kommt das nächste Poznanski Buch raus? 🙂 ♥)

    1. Liebe Petrissa,

      in “Anonym” geht es schon zum Teil recht brutal zu, Gott sei Dank besteht das Buch aber nur aus einzelnen Szenen, die so “anschaulich” beschrieben sind. Der Fokus liegt auf der Ermittlerarbeit, deswegen war es für mich vertretbar. Wenn du “Invisible” lesen willst, würde ich aber zuerst zu “Anonym” greifen, denn es gibt in dem Buch einige Anspielungen auf “Anonym”.

      Das mit dem Spoilern finde ich auch ziemlich schlimm, deswegen bemühe ich mich immer, nicht zu viel zu verraten. Zugegeben, es ist manchmal auch ein Drahtseilakt, denn wie soll man über seine Gefühle und Gedanken etwas schreiben, wenn man nicht verraten kann, was diese Gefühle ausgelöst hat, aber ich bemühe mich 😀 .

      Bis jetzt hat Ursula noch nix verraten, wann ihr nächstes Buch rauskommt, leider, aber ich hoffe wenigstens noch auf ein neues Jugendbuch dieses Jahr 🙂 .

      Liebe Grüße
      Ascari

      1. Bei Loewe kommt voraussichtlich im August ein neuer Jugendthriller raus. Den kaufe ich auch blind, ohne den Klappentext zu kennen. 😀
        Hoffentlich kommt der nächste mit Arno Strobel dann gleich in einem Jahr. Ich hätte am liebsten einfach gleich weitergelesen.

        Liebe Grüße,
        Mona

  3. Nachdem “Invisible” sowieso schon auf meiner Liste steht, habe ich sehr gespannt auf die ersten Meinungen dazu gewartet. Wie schön, dass Dich das Buch trotz kleiner Kritikpunkte doch überzeugt hat – das beruhigt mich und ich freue mich weiter darauf, es bald zu lesen.
    Wenn die Gefahr besteht, dass man etwas Entscheidendes durch Spoiler in Rezensionen (zu früh) erfahren könnte, dann lasse ich wohl erstmal besser die Finger von weiteren Meinungen zum Buch, so lange ich es nicht selbst gelesen habe.

    LG Gabi

    1. Liebe Gabi,

      dann wünsche ich dir viel Spaß beim Lesen! 🙂
      Mona von Tintenhain hat ihre Rezension in dem Zusammenhang auch gut geschrieben, finde ich. Uns haben da sogar zum Teil dieselben Punkte angesprochen, habe ich herausgelesen 😀 .

      Liebe Grüße
      Ascari

  4. Witzig! Ich hab gedacht, die Idee kommt bestimmt von Ursula. 😀
    Wobei ich zugeben muss, von Arno Strobel noch nichts gelesen zu haben. Nur die Bücher, die er mit Ursula gemeinsam geschrieben hat.
    Deine Rezension gefällt mir sehr gut – nichts verraten! Das scheint einigen ja schwer zu fallen. Ich mochte dieses Mal den Humor so gern, ich hab mich richtiggehend wohl gefühlt – trotz der miesen Stimmung im Team.
    Deine Rezension verlinke ich noch. Ich wundere mich, wieso ich sie im Reader nicht angezeigt bekommen habe.

    Liebe Grüße,
    Mona

    1. Ich geb zu, ich hab von Arno auch noch nichts gelesen, aber der Gedanke drängte sich auf, als ich Arnos Autorenbiografie gesehen habe 🙂 .

      Welche Adresse hast du denn im Reader gespeichert? Ich bin mit dem Blog ja vor gut vier Wochen auf WP umgezogen, wenn du aber die Feedburner-Adresse gespeichert hast, hätte es bei dir eigentlich auftauchen müssen …

      Liebe Grüße
      Ascari

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