Rezension

Rezension Ralf Raabe – Adrian Blackwell. Im Reich der Schatten

Bereits das Cover machte mich neugierig, ich gestehe es, auch wenn ich nun nicht mehr unbedingt zur Zielgruppe des Buches gehöre.

Allerdings weiß ich noch sehr genau, dass ich in dem Alter mit zwölf, dreizehn alles verschlungen habe, was nur irgendwie mit Märchen, Mythen und Sagen zu tun hatte. Und auch jetzt als Erwachsene mag ich solche Geschichten, die in der Art eines Percy Jackson geschrieben sind, immer noch sehr gerne.

Gerade die griechische und die nordische Mythologie haben es mir da besonders angetan, deswegen hat es nicht viel gebraucht, um mich hier anzufixen :).

Der Klappentext:

Der 16-jährige Adrian Blackwell ist entschlossen, den Tod seines Vaters aufzuklären. Dabei gerät er zwischen die Fronten der letzten Götter Asgards und Hel, der Herrscherin des Totenreichs. Denn Adrian besitzt einen Schlüssel zu Hels Reich: den Runen-Code seines Vaters. Mit dessen Hilfe soll er den Göttern die lebensverlängernden Äpfel der Idun beschaffen. Auf der Jagd nach dem Schlüssel hetzt Hels Bruder, der mächtige Fenris-Wolf, Adrian durch halb London bis hinab ins Totenreich. Dort muss Adrian sich entscheiden, ob er sein eigenes Leben rettet oder die Götter Asgards vor dem Untergang bewahrt.

Meine Meinung:

Wie bereits eingangs erwähnt, war ich nach dem ersten Kapitel wirklich neugierig auf dieses Buch. Ein Held, der auf seine etwas tollpatschige Art einfach zum Gernhaben einlädt, der Tod des Vaters, den Adrian offensichtlich nicht verkraftet hat – und dann diese geheimnisvollen Leute, die auf einmal aus dem Nichts in Adrians Umfeld auftauchen … Das hat eigentlich alle Zutaten, um eine wirklich spannende Geschichte zu erzählen. Dachte ich.

So nach und nach kristallisierten sich allerdings zwei Dinge heraus, die für mich nicht so ganz schlüssig waren. Da ist einmal der Protagonist, der im Klappentext als 16jähriger beschrieben wird, den ich aber durch sein Verhalten eher auf dreizehn Jahre (das empfohlene Lesealter) schätzen würde. Ich will bewusst nicht ins Detail gehen, aber es gibt einige Situationen, wo ich das Gefühl hatte, ein 16jähriger würde sich so nicht verhalten …

Im Verlauf der Geschichte führt der Autor neben dem Love Interest Alison außerdem mit Bo eine weitere Figur in die Geschichte ein, deren Sinnhaftigkeit sich mir ebenfalls nicht so ganz erschlossen hat. Ich gebe zu, ich frage selten nach “Wofür ist die Figur gut”, aber hier hat sich die Frage dann doch aufgedrängt.

Denn Bo erschien mir eher wie jemand, mit dem der Autor zeigen wollte, dass er mit sozial- und gesellschaftskritischen Themen am Puls der Zeit ist. Man hätte das meiner Meinung nach aber auch anders lösen können, in dem man Alison (die neben dem ersten Liebesgeplänkel eigentlich keine weitere Funktion mehr hat) und Bo zu einer Figur verschmolzen hätte.

Einige Szenen dagegen waren durchaus ganz witzig, besonders die, in denen es um das Auftreten der nordischen Götter gegangen ist. Ich sage nur “Odin”, “Thor” und “Walküren”. Hier habe ich einige Male durchaus grinsen müssen, besonders wenn man die Götter ernsthafter und düsterer kennt. Zu viel will ich hier aber nicht verraten, um nicht zu spoilern.

Zur Handlung möchte ich ebenfalls noch etwas sagen: Verläuft der Plot anfangs noch relativ ruhig, zieht der Autor besonders in der zweiten Hälfte die Erzählweise ganz schön an. Manches erschien mir hier fast zu gehetzt, ein paar Details mehr zu der einen oder anderen Szene in der Totenwelt hätten sicher nicht geschadet. Vor allem wenn man bedenkt, dass das Buch kein Glossar besitzt, wo man als junge/r Leser/in vielleicht nachschlagen möchte.

Apropos Totenwelt: Der Klappentext verrät eigentlich fast schon zu viel von der Handlung, denn eine echte Überraschung stellt am Ende nur eine einzige Sache dar. Das ist irgendwie schon ein bisschen schade, denn damit wird man – gerade was die Handlung betrifft – ganz ordentlich gespoilert.

Mein Fazit:

Ich wollte dieses Buch mögen. Vor allem nach dem ersten Kapitel hatte ich wirklich das Gefühl, diese Geschichte kann was. Leider warf der Verlauf der Handlung dann immer mehr Fragen auf, die am Ende bei mir einen recht durchwachsenen Eindruck hinterlassen haben.

  • ★★★★★
  • Hardcover
  • 240 Seiten
  • wortweit-Verlag
  • 978-3903326002
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One Comment

  • Anett

    Hallöchen, da komme ich doch gleich mal auf Gegenbesuch vorbei 🙂
    Ja ich glaube auch, dass wir da ähnlich liegen und das Selbe gut und schlecht finden.
    Da war so viel Potenzial drin, schade, dass es nicht komplett genutzt wurde!

    Liebe Grüße Anett.

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