Rezension Sabaa Tahir – Elias & Laia “Eine Fackel im Dunkel der Nacht”

Als der erste Teil dieser Reihe erschien, machte er mich sofort neugierig. Die Geschichte war neu, frisch und die beiden Protagonisten einmal nicht sofort über beide Ohren verliebt. Die Welt, die Tahir entwirft, ist eine Mischung aus römischer und arabischer Kultur – und sie ist alles andere als einfach.

Für ein Jugendbuch kommt sie sogar verhältnismäßig brutal daher, Folter, Kampf und Tod sind an der Tagesordnung … Gerade deswegen fand ich dieses Setting aber so interessant und konnte es gar nicht erwarten, bis der zweite Teil im Herbst erschien. Als ich “Eine Fackel im Dunkel der Nacht” dann bei Netgalley entdeckte, gab es kein Zögern :).

Zum Inhalt:

“Eine Fackel im Dunkel der Nacht” führt die Geschichte aus dem ersten Teil unmittelbar fort. Elias und Laia fliehen zusammen vor den Martialen und deren neuem Herrscher Markus – mit dem Ziel, Laias Bruder Darin aus dem Gefängnis von Kauf zu befreien. Das Wissen, das er gesammelt hat, bietet den Kundigen (das Volk, dem Laia und Darin angehören) eine Chance, den drohenden Völkermord seitens der Martialen zu überleben. Ganz klar, dass die Reise durch unbekannte und gefährliche Gegenden führt, die unseren beiden Helden recht bald alles abverlangt …

Meine Meinung:

Wie bereits erwähnt, habe ich auf diesen zweiten Band wirklich hingefiebert. Meine Lesezeit allerdings war vor Weihnachten dieses Jahr wirklich sehr knapp bemessen, weshalb ich mich erst einmal auf andere Bücher konzentrieren musste. Trotzdem schaffte ich das erste Viertel relativ rasch, ehe ich dann gezwungenermaßen eine etwas längere Pause einlegen musste. Erst zu Weihnachten fand ich Zeit weiterzulesen – und dann wollte es auf einmal nicht so recht klappen. Selbst jetzt, wo ich mir Gedanken darüber gemacht habe, bin ich mir nicht so sicher, ob es an der Geschichte selbst oder meiner Unlust aufs Lesen lag.

Gerade der Mittelteil gestaltete sich für mich einfach nicht fesselnd genug, um wirklich dranzubleiben. Und das, obwohl die Autorin ihren guten und flüssigen Schreibstil beibehalten hat. Durch eine gewisse Entwicklung in der Handlung ist eigentlich alles da, um den Leser bei der Stange zu halten – und trotzdem ertappte ich mich zwischendurch dabei, stellenweise mehr über die Seiten zu fliegen, als sie wirklich zu lesen.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Autorin recht ausführlich die Reise zum Gefängnis beschreibt. Die Gefahren auf dem Weg dorthin waren für mich nicht so richtig greifbar, weil ich mir permanent dachte, dass sie sowieso dort ankommen werden, um Laias Bruder zu befreien. Ob das der Grund ist, warum ich eine Zeit lang mit dem Buch einfach nicht weiterkam?

Das Ende nämlich gestaltete sich wieder wie gewohnt spannend – dieses konnte ich innerhalb kürzester Zeit lesen. Und hier dreht die Autorin noch einmal so richtig auf und lässt uns wieder mit einem kleinen Cliffhanger zurück, der aber nicht so ausgeprägt ist wie der des ersten Teils.

Bei der Erzählweise bleibt die Autorin ihrem Schema aus dem ersten Teil treu, führt aber noch eine dritte Perspektive ein. Sie erzählt nun auch aus der Sicht von Helena, Elias’ Freundin aus Ausbildungstagen, die jetzt als Elite-Kriegerin und -Anführerin dem Imperator der Martialen dienen muss. Diese Kapitel wurden mir bald die liebsten, weil man auf diese Weise erfährt, wie es im Martialen-Imperium weitergeht, aus dem Elias und Laia geflohen sind. Und: Diese Kapitel erinnerten mich wieder daran, warum mir der erste Teil so gut gefiel.

Meine Gefühle jetzt am Ende sind ein wenig widersprüchlich. Ich will nicht sagen, dass das Buch schlecht ist, beileibe nicht, aber wäre es nicht ein Rezi-Exemplar gewesen, hätte ich es vermutlich nach dem ersten Viertel eine Weile beiseite gelegt, um mich anderen Stoffen zu widmen. Manchmal muss ein Buch bei mir auch zur richtigen Zeit ankommen, mich in der richtigen Stimmung erwischen, um seine Wirkung voll entfalten zu können. Dies war jetzt über Weihnachten, wo ich den Kopf recht lange mit anderen Dingen voll hatte, leider nicht der Fall.

Mein Fazit:

Im Vergleich zum ersten Teil empfand ich dieses Buch als schwächer, wobei ich aber unsicher bin, ob nicht die äußeren Umständen verhindert haben, dass ich dieses Buch so richtig genießen konnte. Auf jeden Fall ist es gut geschrieben, erzählt das Abenteuer unserer Helden weiter und hält sein erzählerisches Niveau. Ich werde daher dem dritten Teil ganz sicher eine Chance geben, um zu sehen, was sich die Autorin für uns ausgedacht hat.

  • ★★★★★
  • Gebunden
  • 512 Seiten
  • Bastei Lübbe (one by Lübbe)
  • 978-3846600382
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2 Gedanken zu „Rezension Sabaa Tahir – Elias & Laia “Eine Fackel im Dunkel der Nacht”

  1. Liebe Janna,
    wenn du ihr die Bücher gibst, dann am besten alle am Stück, denn es gibt eigentlich keine Rückblende am Anfang – nach einem Jahr Pause braucht man da bestimmt etwas Zeit, wieder hineinzufinden (vor allem die Nebencharaktere vergesse ich immer viel zu schnell) …
    Liebe Grüße
    Ascari

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