Rezension Sabaa Tahir – Elias & Laia “Die Herrschaft der Masken”

“Elias & Laia” fiel mir schon relativ früh auf, das Cover mit den geheimnisvoll blickenden Augen war für mich schon ein deutlicher Hingucker. Als es jetzt herauskam, entschied ich mich für die ungekürzte Hörfassung (Es gibt nämlich auch eine gekürzte!) mit Marie Bierstedt und Maximilian Artajo als Sprecher.

Zum Inhalt:

Laia ist eine sogenannte Kundige und lebt zusammen mit ihrem Bruder und ihren Großeltern in relativer Sicherheit in ihrem Viertel. Bis zu dem Tag, als Masken ihre Familie überfallen, die Großeltern töten und den Bruder gefangen nehmen. Auf der anderen Seite ist Elias, Schüler auf Schwarzkliff, der Akademie, wo die Masken mit unnachahmlicher Härte ausgebildet werden. Da Laia ihren Bruder aus dem Gefängnis befreien will, treffen die beiden aufeinander – und das Schicksal nimmt seinen Lauf …

Meine Meinung:

Der deutsche Titel ist leider wieder einmal eher unglücklich gewählt, “An Ember in the Ashes” trifft es wesentlich besser (Wenn ihr das Buch kennt, wisst ihr, was ich meine). Elias & Laia hingegen lässt darauf schließen, dass es um eine Liebesgeschichte gehen wird – das ist aber nicht der Fall. Die beiden Protagonisten entwickeln zwar Gefühle füreinander, haben aber auch Sympathien für andere Charaktere in ihrem Umfeld. Ob man das mag, sei einmal dahingestellt, ich fand es jedenfalls eine wohltuende Abwechslung :D.

Die Welt, in der Elias & Laia leben, hat mir persönlich sehr gut gefallen. Manche Dinge erinnerten an die altrömische Gesellschaftsstruktur, die Welt von Elias ist geprägt von mächtigen Familien, sogenannten Gentes, die zu einem Kaiser aufsehen (müssen). Lateinisch klingende Namen, angefangen bei den Namen der Charaktere bis zu den Priestern, den Auguren, bestimmen die Welt der Martialen (Auch hier erinnert der Name nicht zufällig an Mars, den Gott des Krieges). Gewalt, Zerstörung und Kampf bestimmen das Leben von Elias.

Von den Martialen unterworfen leben die Kundigen, zu denen Laia gehört. Diese Welt erinnerte mich ein wenig an die Märchen aus 1001er Nacht, da hier auch Dschinns, Geister und Ghule auftauchen. Überhaupt ist die Welt der Kundigen bestimmt von Stämmen, die arabische Namen haben und nomadisierend durch die Wüste ziehen. Einige von ihnen leben aber auch in Städten, so wie Laia es tut.

Die Handlung des Buchs beginnt unmittelbar, man wird sofort hineingezogen und tut sich schwer aufzuhören. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Laia und Elias erzählt, man taucht also abwechselnd in beide Blickwinkel ein. Worauf man sich auf jeden Fall gefasst machen muss: Die Welt von “Elias & Laia” ist gnadenlos brutal, das zeigt sich vor allem bei den vielen Szenen, die in Schwarzkliff spielen. Normalerweise gebe ich eigentlich keine Altersempfehlungen hab, aber ich denke, dieses Buch bzw. Hörbuch ist nichts für sanfte Gemüter. Wäre es ein Film, würde er wahrscheinlich eine Freigabe ab 16 Jahren bekommen, denke ich.

Die Hörbuchfassung zeichnet sich dadurch aus, dass Bierstedt die Stellen von Laia liest, während Artajo Elias eine Stimme gibt. Beide machen ihre Sache sehr gut, vor allem Bierstedt bringt die Angst und Verzweiflung von Laia sehr, sehr überzeugend rüber.

Warum ich trotzdem nur vier Sterne vergebe, hängt damit zusammen, dass es auch einige Punkte gab, die mich gestört haben. Vor allem Laia fand ich am Anfang ein wenig zu ängstlich, muss ich gestehen. Die Umstände, unter denen Laia aufgewachsen ist, machen es mir schwer, nachzuvollziehen, warum sie ist, wie sie ist. Gerade am Anfang wirkt sie wie jemand, der noch nie mit den Gräueltaten der Masken in Berührung gekommen ist …

Es gab auch einige Szenen, die ich eher überflogen habe, da mich die Beschreibungen der Kämpfe und Schlachtenszenen jetzt nicht so angesprochen haben, aber das ist mein ganz persönlicher Geschmack, das weiß ich.

Das Ende des Romans lässt einige Dinge offen, in der Zwischenzeit ist allerdings bekannt geworden, dass es weitergehen wird. Wir dürfen also für 2016 guter Dinge sein :).

Mein Fazit:

Ein wirklich fesselnder Roman, der durch die wechselnde Perspektive gekonnt in die Fantasy-Welt einführt, ohne den Leser zu langweilen. Die Menge an Gewalt ist allerdings sicher nicht für jeden geeignet.

  • ★★★★
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3 Gedanken zu „Rezension Sabaa Tahir – Elias & Laia “Die Herrschaft der Masken”

  1. Huhu Ascari,

    schön, dass dir das Buch ebenso wie mir gefallen hat. Ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung, die aber wahrscheinlich noch auf sich warten lässt, so wie es aussieht.

    LG
    Steffi♥

  2. Hey 🙂

    Ich bin ja schon froh, dass es überhaupt weitergeht, muss ich sagen. Das scheint ja nicht fix gewesen zu sein, wenn ich das richtig verstanden habe … Da nehme ich das Warten im Gegenzug gern in Kauf :).

    Liebe Grüße
    Ascari

  3. Huhu Ascari, =)
    ich fand den deutschen Titel ja auch total unpassend. Wenn man den liest rechnet man wirklich eher mit einer Liebesgeschichte. Aber ansonsten fand ich es gar nicht schlecht, wobei es mir genau so erging mit Laia wie dir. Im Allgemeinen bin ich eigentlich genau deiner Meinung! ='D
    Liebe Grüße
    Leni =)

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