Rezension Sarah Elise Bischof – Panthertage

Durch Lovelybooks bzw. Sarah Bischofs Online-Lesung wurde ich auf das Buch aufmerksam und kämpfte mich einen Tag später durch unsere Buchhandlungen, um wenigstens ein Exemplar von Panthertage zu ergattern …

Zum Inhalt:

Sarah ist 20, als sie die Diagnose erhält, dass sie Epilepsie hat. Zehn Jahre und mehrere Antiepileptika später ist sie zu einer selbstbewussten jungen Frau herangewachsen, die nicht mehr bereit ist, mit den Vorurteilen und Einschränkungen zu leben, die die Gesellschaft ihr auferlegt …

Meine Meinung:

Schon bei der Lesung war ich restlos begeistert, sowohl von Sarahs humorvoller und charmanter Lesung als auch von dem Buch selbst. Leider wanderte das Buch danach direkt auf den SuB, da ich noch einige Rezi-Exemplare und andere Dinge vorziehen musste …

Anfänglich erwartete ich, dass Sarah ihr Leben beschreibt, all die Dinge, die einem im Alltag als Epileptiker begegnen. Dies passiert in dem Buch auch – aber man bekommt wesentlich mehr, sogar eine Liebesgeschichte, wie sie nur das Leben selbst schreiben kann … Und das alles mit einfachen, berührenden Worten geschildert, die einem direkt ans Herz gehen.

Mehr als einmal dachte ich mir beim Lesen, dass man sich das als “normaler”, gesunder Mensch überhaupt nicht vorstellen kann, wie es einem mit dieser Krankheit geht, deren Anfälle sich ja nicht ankündigen und auf die man eigentlich immer gefasst sein muss – jederzeit, ausnahmslos, 365 Tage im Jahr.

Umso bemerkenswerter finde ich den Umstand, wie souverän Sarah mittlerweile damit umgeht, dass sie sich nicht unterkriegen lässt, ihre Träume zu verfolgen, ganz gleich wieviele Stolpersteine ihr bewusst oder unbewusst zwischen die Beine geworfen werden (Alleine die Szene beim Arbeitsamt, ich hätte schreien mögen, so viel Unverständnis, Dummheit und Ignoranz auf einem Haufen).

Eines sollte man sich beim Lesen auf jeden Fall bewusst machen: Sarah möchte nicht über die Krankheit selbst, sondern über ihr Leben damit aufklären. Dass es nicht leicht ist, sieht man in jedem Kapitel mit all den kleinen Details, die Sarah fast nebenbei einstreut, wo man sich mehr als einmal an den Kopf greift. Und trotz all dieser Dinge hat Sarah ihren Humor nicht verloren, sodass ich beim Lesen mehrmals am liebsten gleichzeitig gelacht und geweint hätte …

Der Schluss ist nüchtern betrachtet vielleicht ein wenig kitschig, allerdings litt ich zu diesem Zeitpunkt bereits so sehr mit, dass mir beim Lesen mehrmals die Tränen kamen. Gleichzeitig war es tröstlich, dass es Menschen gibt, die über diese Krankheit hinwegsehen und trotzdem den Menschen und nicht den Behinderten in den Vordergrund stellen.

  • ★★★★★
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6 Gedanken zu „Rezension Sarah Elise Bischof – Panthertage

  1. Hallo,
    Wow, das Buch klingt interessant. Ich bin auf Grund des Covers davon ausgegangen, dass es ein 0815 Liebesroman oder Chicklit ist. Dass sich so etwas dahinter verbirgt hätte ich nicht gedacht. Danke für die Aufklärung!
    LG
    loralee

  2. Danke erstmal für die tolle Rezension. Ich bin total berührt!!! Wirklich tausend Dank!

    Ich persönlich hatte am Anfang ganz andere Vorstellungen von der Covergestaltung, doch mein Verlag fand die Idee schön, dass ich selbst für meine Geschichte stehe und somit meinem Buch und auch der Epilepsie ein Gesicht gebe, da ich durch das Buch ja doch in gewisser Weise zu einer Botschafterin geworden bin. Ich habe die Idee lange in meinem Kopf abgewägt und mich schließlich darauf eingelassen. Nun bin ich doch sehr zufrieden mit dem Cover.

    Liebe Grüße,
    Sarah Elise

  3. Hi,
    also ich bin selber Epileptikerin und meine Oma hat das Buch zufällig gesehen und mir mit gebracht es war wirklich sehr schön zu lesen, und wenn ich ehrlich bin habe ich mich mit dem sehr gut identifizieren können und es verstanden weil ich all das auch schon alles durchgestanden habe und weiß genau wie hart es ist. Verallem wenn man in manchen Momenten so hilflos ist aber wie gesagt es gibt Panter tage und es Einhorn Tage und jeder tag lohnt es sich zu genießen und ihn so schön zu leben , auch wenns mal ein scheiß tag ist

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