Rezension Ursula Poznanski – Stimmen

“Fünf” und “Blinde Vögel” habe ich bereits vor einer ganzen Weile gelesen, aber bei Ursula Poznanskis neuem Werk habe ich beschlossen, auf die Hörfassung zu wechseln, weil ich Andrea Sawatzkis markante Stimme schon seit ihrer Lesung von “Gut gegen Nordwind” sehr gern habe :).

Zum Inhalt:

Beatrice Kaspary und Florian Wenninger, das unverwechselbare Entwickler-Duo, hat einen neuen Fall, dieses Mal in einem psychiatrischen Krankenhaus. Einer der Ärzte wird tot aufgefunden, drapiert mit allerlei merkwürdigen Gegenständen, auf die sich die Ermittler zunächst keinen Reim machen können. Und bei einem Toten bleibt es auch nicht …

Meine Meinung:

Die Hörfassung von “Stimmen” mit einer Spieldauer von knapp acht Stunden ist leider nur eine gekürzte Version des Romans, dementsprechend fällt es mir schwer zu sagen, ob jetzt etwas Interessantes im Vergleich zum Roman fehlt oder nicht. Ich hatte allerdings nur ein- oder zweimal das Gefühl, dass wirklich gekürzt wurde, das ist Argon hoch anzurechnen …

Andrea Sawatzki liest das Hörbuch sehr ruhig und professionell, ihre Sprechweise passt hervorragend zur Geschichte. Denn auch wenn der Stoff durchaus Material für einen Thriller hergibt, würde ich ihn doch eher als Krimi bezeichnen.

Die typischen spannenden und nervenaufreibenden Szenen eines Thrillers fehlen nämlich total bzw. kommen erst gegen Schluss auf, die meiste Zeit kommt die Geschichte sehr langsam und fast traditionell rüber. Die Polizisten, die vor Ort eintreffen, die Ärzte und Patienten vernehmen, mit den Angehörigen sprechen – das alles hat mehr von einem Krimi.

Die Handlung braucht dementsprechend auch etwas Zeit, ehe sie in Fahrt kommt. Ich weiß jetzt nicht, wie das beim Lesen auf mich gewirkt hätte (vielleicht ein wenig langweilig, ich weiß nicht genau), aber Andrea Sawatzki versteht es, den Hörer bei der Stange zu halten – man hört ihr einfach gern zu – und das überbrückte einige Stellen, die ich beim Lesen möglicherweise als Längen empfunden hätte.

Warum das Buch eigentlich den Titel “Stimmen” trägt, wurde mir bis zum Schluss nicht ganz klar, spielen diese Stimmen eigentlich doch nur bei einem der Nebencharaktere eine Rolle … Passender hätte ich beispielsweise “Tarot” gefunden, aber vielleicht ist damit auch die Art und Weise gemeint, wie es Kaspary und Wenninger gelingt, die ersten Hinweise im Krankenhaus zu bekommen.

Mein Fazit:

“Stimmen” ist in meinen Augen nicht ganz so stark wie seine beiden Vorgänger, aber trotzdem eine spannende Geschichte, die von Andrea Sawatzki sehr gekonnt vorgelesen wird. Hörempfehlung für Krimi-Fans!

  • ★★★★
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7 Gedanken zu „Rezension Ursula Poznanski – Stimmen

  1. Hallo Ascari!

    Ich bin auch ein großer Fan von Andrea Sawatzki und habe schon einige Hörbücher gehört, die sie eingelesen hat – z.B. die "Chroniken der Unterwelt". "Stimmen" möchte ich mir daher auch noch gerne anhören. 🙂

    Eine schöne Rezension hast du übrigens geschrieben! 🙂

    Lieben Gruß von Tina

  2. Hallo Tina!

    Wenn du Andrea Sawatzki sehr magst, dann kannst du mit der Hörfassung von "Stimmen" nichts falschen machen :). Danke auch für dein liebes Kompliment bezüglich meiner Rezi, das freut mich sehr!

    Liebe Grüße
    Ascari

  3. Hätte vielleicht besser mal die Hörbuchversion versuchen sollen. Ich hab das Buch hier, ich habs inzwischen drei Mal zu lesen begonnen und … aus Langeweile wieder abgebrochen.
    Von Poznanski kenne ich bis jetzt nur die Jugendbücher und die fand ich alle durchwegs spannend. Aber bei STIMMEN quäle ich mich wirklich rein. Bis auf die ersten Seiten Langeweile pur.
    Hab das Buch aber noch nicht ganz aufgegeben. Und bei vier Sternen deinerseits und der Hoffnung, dass die Spannung später kommt, werde ich wohl noch einen vierten Versuch starten.
    Liebe Grüße, Iris

  4. Hi!

    Ich glaube auch, dass Poznanskis Stärke bei ihren Jugendbüchern liegt, ehrlich gestanden. "Fünf" und "Blinde Vögel" haben meiner Meinung nach sehr stark von den Themen profitiert (Geocaching und Facebook), die Poznanski in den beiden bisherigen Kaspary /Wenninger-Romanen angeschnitten hat.

    "Stimmen" ist in diesem Zusammenhang ganz anders, ich habe diesen Roman eigentlich hauptsächlich deswegen gelesen, weil ich wissen wollte, wie es mit den beiden Protagonisten weitergeht – nicht unbedingt wegen der Story.

    Als Print-Buch hätte ich dem Roman wahrscheinlich nur drei Sterne gegeben, aber wie schon gesagt: Sawatzki reißt einiges raus und ich gebe Hörbüchern oft wegen des Sprechers / der Sprecherin bessere Noten, wenn ich es für gerechtfertigt halte :).

    Ich kann dir eigentlich nur raten: Halte durch, denn ab der Mitte ca. wird es in meinen Augen besser :).

    Ganz liebe Grüße
    Ascari

    PS: Wie geht es dir? Würde mich sehr freuen, bald wieder von dir lesen zu dürfen! Egal, ob im Blog oder auf Twitter ;).

  5. Hallo Ascari,
    liegt vielleicht dann am Thema, dass STIMMEN nicht ganz so Poznanski-Thrill ist? Werde aber auf alle Fälle noch mal zum Buch greifen. (Und durchhalten 🙂 )

    Bei Twitter bin ich bald wieder zurück. Vermisse die dortigen Diskussionen und News schon sehr.
    Tja und der Blog. Im Moment werde ich eher nicht weiterbloggen. Aber wer weiß, eines Tages … mal sehen.

    Dir auch ganz liebe Grüße,
    ein schönes entspanntes Wochenende, Iris

  6. Hi!

    Es ist auf jeden Fall anders als die beiden bisherigen Bücher von ihr, wenn du das meinst :). Vielleicht solltest du "Stimmen" erstmal beiseite legen und stattdessen "Fünf" versuchen?

    Freu mich schon, wenn du wieder da bist :)).

    Ganz liebe Grüße
    Ascari

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