Rezension Alia Cruz – Art Hunter “Gestohlenes Herz”

Die bibliophile Befreiungsfront alias BBF hat wieder zugeschlagen! Unter diesem Namen hat sich eine kleine, aber feine Gruppe von Leuten auf Twitter zusammengetan, um gemeinsam Bücher zu lesen und zu besprechen. Unter dem Hashtag #bbfliest fassen wir gewöhnlich unsere Eindrücke zu den Büchern zusammen … In diesem Zusammenhang landete Art Hunter “Gestohlenes Herz” auf unserem Radar, der erste Teil einer Reihe.

Der Klappentext:

Sie sind Kunstdiebe und nennen sich die ‘Art Hunter’.
Doch sie stehen auf der Seite des Gesetzes und stehlen im Auftrag von Museen, um Sicherheitslücken aufzudecken. Das Besondere daran? Jeder von ihnen ist mit einer ganz speziellen Fähigkeit ausgestattet.

Kunstdiebe planen die Mona Lisa zu stehlen. Art Hunter Christophe Ledoux wird daher als Wachmann in den Louvre eingeschleust. Dort trifft er auf die Touristenführerin Claire und die Funken sprühen auf Anhieb. Doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern, denn Christophe muss seine wahre Identität vor ihr verbergen und Claire hütet ein tödliches Geheimnis. Als die Mona Lisa gestohlen wird, glaubt Claire, dass Christophe der Dieb sei und ist tief enttäuscht von ihm. Als sie jedoch in tödliche Gefahr geraten muss sie sich entscheiden ob sie ihrem Herzen, oder ihrem Verstand folgen soll.

Meine Meinung:

Schon der Klappentext ließ darauf schließen, ein ganz besonderes Schmankerl der Unterhaltungsliteratur vorzufinden. Kunstdiebe, Louvre, Liebesgeschichte, Tod und Gefahr – und spezielle Fähigkeiten? Ein bunter Mix, auf den wir uns dieses Mal einlassen wollten. Ich sage absichtlich “wollten”, denn bereits nach den ersten Seiten war klar, was uns hier erwarten würde.

Um es gleich mal vorab zu sagen: Wer sich etwas Neues erwartet, ist fehl am Platz. Das geht so weit, dass ich gerade bei den erotischen Szenen das Gefühl hatte, die eine oder andere Formulierung doch schon in anderen Büchern gelesen zu haben. Hervorschnellende Zungen, Blitze im Unterleib und Penisse, die jeden Uterus sprengen würden – schon bei Audrey Carlan fand ich diese Wendungen nicht erotisch, beim besten Willen nicht.

[SPOILER Anfang]
Nachdem es aber hier nicht nur um Liebe und Sex geht, bedient sich die Autorin noch munter weiter bei anderen Genres, ein klein bisschen X-Men (Die Art Hunter haben zwar alle Fähigkeiten, dürfen sie aber nicht wirklich einsetzen?), ein bisschen Thriller im Stil von Hannibal Lecter (ja, auch der Serienkiller darf nicht fehlen!) und ein im Geheimen agierenden Gegner, der geistig ein bisschen gaga ist und natürlich die Art Hunter alle komplett vernichten will (Blofeld aus James Bond lässt grüßen).
[SPOILER Ende]

Dieser bunte Mix kann aber nicht verhindern, dass man bereits nach den ersten Seiten erahnen kann, wie die Geschichte enden wird. Der eher platte Schreibstil trägt außerdem sein Scherflein dazu bei, dass man schon bald Lust bekommt, zu blättern, zu blättern und noch mehr zu blättern … Hölzerne Dialoge, Protagonisten, die blaß und farblos bleiben, keinerlei Tiefe bekommen, und Nebenfiguren, die zu reinen Stichwortgebern degradiert werden – so in etwa kann man meiner Meinung nach zusammenfassen, was einen hier erwartet.

Dies alles trägt nicht dazu bei, dass man sich in diesem Buch wirklich wohlfühlen kann. Schade eigentlich, denn ich finde, man hätte aus der Geschichte schon etwas machen können. Die fragwürdigen Fakten, die uninspirierten Sexszenen und dieser wilde, unausgegorene Genre-Mix sorgen allerdings dafür, dass ich kein weiteres Buch dieser Reihe lesen werde.

Mein Fazit:

Aus der Idee zu “Art Hunter” hätte man sicherlich etwas machen können, so aber wirkt der Roman eher lieblos aus anderen Genres zusammenkopiert und hat mich nicht wirklich ansprechen können.

  • ★★★★
  • E-Book
  • 300 Seiten
  • Sieben Verlag
  • 978-3864436253
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Rezension Erin Watt – Paper Princess

An diesem Buch derzeit vorbeizukommen, fällt echt schwer. Kunststück bei dem Hype, der um die (Noch)Trilogie gemacht wird. Ein Grund mehr, in einer gemeinsamen #bbfliest Leserunde das Buch genauer unter die Lupe zu nehmen.

Zum Inhalt:

Die 17jährige Ella schlägt sich nach dem Tod ihrer Mutter allein durchs Leben durch. Um finanziell über die Runden zu kommen, strippt sie in einschlägigen Bars, ehe Callum Royal – bester Freund ihres verstorbenen Vaters – sie als ihr Vormund nicht ganz freiwillig zu sich holt.

In der noblen Villa lernst sie Callums fünf Söhne Gideon, Reed, Easton, Sebastian und Sawyer kennen. Obwohl sich das neue Leben für Ella nicht wirklich als Zuckerschlecken entpuppt, ist Ella fest entschlossen, die Zeit zu nutzen, um ihren Schulabschluss zu machen …

Meine Meinung:

Schon als Paper Princess als Print-Ausgabe erschien, habe ich mal dank der Leseprobe online in das Buch reingelesen … Und bereits der Anfang mit Ellas Leben als Stripperin bescherte mir ein  Aufwärmtraining für meinen Augenroll-Nerv. Gibt es wirklich nichts anderes, um als Minderjährige nach der Schule Geld zu verdienen, um Arztrechnungen oder die Miete zu bezahlen? Und so jagt ein merkwürdiges Detail das nächste, je weiter man sich in diese Geschichte vorantastet.

Am Ende habe ich aufgehört zu zählen, wie oft ich bestimmte Dinge einfach nicht verstanden habe. Ganz egal ob es um ihre natürlich supertoll und heiß aussehenden neuen Brüder, den Vater, die Freundin des Vaters oder ihre neuen Schulkollegen geht: Alle verhalten sich Ella gegenüber mies. Die Brüder, die Ella am liebsten gleich wieder loswerden wollen, der Vater, der Ella mit einer Entführung gleich am Anfang zu ihrem Glück zwingt, die Freundin des Vaters, die die Söhne vor Ella begrapscht, und die neuen Schulkollegen, die Ella am liebsten gar nicht an der Schule haben wollen – alle haben irgendwie einen an der Waffel.

Als Persiflage könnte das alles, gespickt mit jeder Menge Klischees, ja noch witzig sein, aber meiner Meinung nach versucht dieses Buch tatsächlich, sich ernstzunehmen. Und unter diesem Gesichtspunkt sind viele Dinge zu verurteilen, die in diesem Buch entweder angerissen oder verharmlosend beschrieben werden. Ich könnte hier jetzt viele Beispiele nennen, für mich persönlich am schlimmsten war allerdings [Spoiler]die versuchte Vergewaltigung von Ella mittels MDMA. Die einzige Konsequenz, die gezogen wird, ist ein Streich, den die Royals dem potenziellen Vergewaltiger spielen – weder werden die Erwachsenen verständigt noch die Polizei informiert[/Spoiler].

Da wir uns auf Twitter zu dem Buch ausgetauscht haben, kam auch heraus, dass die Übersetzung zum Teil einige sehr grobe Schnitzer enthielt. An einer Stelle fiel mir auch ein falscher Name auf. Der Stil generell ist eher leicht und locker, zum Teil im Deutschen in meinen Augen auch gewollt flapsig. Bestimmte Metaphern entlockten mir zum Teil sogar ein unfreiwilliges Grinsen, denn der Vergleich einer männlichen Eichel mit einer Kugel Eis – darauf muss man erst mal kommen.

Wer sich von diesem Buch außerdem eine Handlung erwartet, wird herbe enttäuscht werden. Im Grunde ist es eine Aneinanderreihung an Szenen, wo man sich fragt, wozu man das eigentlich erzählt bekommt. Abgesehen davon, dass ich mit der Zeit immer weniger nachvollziehen konnte, warum Ella auf Reed, den mit Abstand miesesten Typen der ganzen Familie, steht.

Ganz im Gegenteil: Je mehr von der Familie offengelegt wurde, desto mehr grauste es mir vor dieser Sippe. Jeder normal denkende Mensch würde sich hier früher oder später denken, dass es das ganze Geld nicht wert ist, das Callum gleich zu Beginn Ella anbietet.

Einziger Lichtblick war zumindest am Anfang Ella, da sie eigentlich nicht auf den Mund gefallen ist. Aber sobald es um Reed mit seinen köstlichen Schrägmuskeln und seiner goldbraunen Haut geht, reagiert sie wie ein schüchternes, fast verschrecktes Huhn, das nicht mehr klar denken kann. Und wieder einmal musste ich mich fragen, was ist das bloß für ein Frauenbild, wo es einzig und allein darum geht, dass Männer und Jungs Geld und gutes Aussehen haben und natürlich die Superstars im Bett sind?

Neben diesen Äußerlichkeiten wies das Buch auch einen bemerkenswert hohen Level an Gewaltbereitschaft auf. Weder Ella noch die Royal-Jungs sind zimperlich, wenn es darum geht jemand anderen zu schlagen. Dass danach nicht einmal darüber gesprochen wird, warum es dazu kam, empfand ich wirklich als schlimm. Gewalt ist kein Weg – in keiner Form. In diesem Buch ist es aber ganz normal, sich zu prügeln, um Probleme zu lösen.

Noch ein paar Worte zum Schluss: Er überraschte mich nur bis zu einem gewissen Maß, denn auch dieses Buch folgt den mehr oder weniger ungeschriebenen Regeln, die Shades of Grey mit seinem Handlungsaufbau aufgestellt hat. Wer die Bücher gelesen hat, wird wissen, was ich meine.

Mein Fazit:

Mir erschließt sich ehrlich gestanden überhaupt nicht, warum dieses Buch so viele positive Bewertungen bekommen hat. Viele moralisch und ethisch mehr als verurteilenswerte Dinge werden in diesem Buch verharmlost und nicht richtig gestellt. Man kann es daher drehen und wenden, wie man will, aber mir fällt tastsächlich niemand ein, dem ich dieses Buch empfehlen würde …

Weitere Rezensionen:

Jürgen Albers
Monis Zeitreise
Laberladen.com
Kitsunes Welt der Bücher
I am Jane
Bücherverschlingen

  • ★★★★
  • Klappenbroschur
  • 384 Seiten
  • Piper
  • 978-3492060714
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Rezension James Frey – Endgame “Die Auserwählten”

Bei diesem Buch handelt es sich um den ersten Teil einer Trilogie, der letztes Jahr im Herbst erschienen ist. Seither ist es ungelesen auf meinem SuB gelegen, bis ich es jetzt für den Juli bei der “Ich entscheide, was du liest”-Challenge ausgesucht bekommen habe.

Zum Inhalt:

Die Welt steht am Abgrund, denn 12 Meteoriten rasen auf die Erde zu und schlagen an verschiedenen Stellen auf unserem Planeten ein. Mit ihnen kommt die Erkenntnis, dass Endgame begonnen hat – das ultimativ letzte Spiel, das bestimmt, wer lebt und wer stirbt. Warum? Weil 12 Spieler nun gegeneinander antreten müssen, die jeweils eines der ältesten Menschheitsgeschlechter repräsentieren. Am Ende gibt es nur einen Sieger, der damit bestimmt, welches Geschlecht überleben wird …

Meine Meinung:

Zugegeben, der Inhalt klingt so kurz beschrieben schon ein wenig abgefahren, aber es hörte sich für mich trotzdem spannend an, da ich wusste, dass die Spieler in dem Roman auch verschiedene kryptographische Rätsel lösen und eine Aufgabe erfüllen müssen, um zu gewinnen. Diese Aufgabe besteht darin, als erster drei verschiedene Schlüssel zu finden … Erwartet habe ich mir daher ein interessantes, intelligentes und abwechslungsreiches Jugendbuch, in dem die Jugendlichen gegeneinander antreten müssen, um zu gewinnen.

Bekommen habe ich eine Geschichte, die mich aus verschiedenen Gründen sehr enttäuscht hat – ich war zwischendurch sogar fast so weit, das Buch (bzw. den E-Book Reader) in die Ecke zu pfeffern und stattdessen um ein neues Buch für die Challenge zu bitten. Das nur vorab zur Info, wie sehr ich mich geärgert habe!

Der Schreibstil war das erste, der mich abstieß. Ich meine, ich erwarte hier keine hochkünstlerische Literatur, aber die Art und Weise, wie Frey den Roman angelegt hat, erinnert mehr an den Stil eines Grundschülers als an einen Autor, der sein Handwerk versteht. Zitat gefällig? Dies ist der Anfang eines der Kapitel:

“Marcus Loxias Megalos langweilt sich. Er kann sich nicht erinnern, dass er sich mal nicht gelangweilt hat. Die Schule ist langweilig. Die Mädchen sind langweilig. Fußball ist langweilig.” (ca. Seite 9)

Kurze, einfache Sätze, soweit das Auge reicht. Verständlicherweise leicht zu lesen, aber ich hatte mir doch ein bisschen mehr erwartet, muss ich gestehen.

Als nächstes fiel mir der Zahlentick auf – auch hier ein kleines Zitat, um zu verdeutlichen, worauf man sich einstellen muss:

“Sarah und Jago finden sich in demselben Raum wie Kala wieder. Es ist 3:29:54 Uhr morgens. Kala ist vor genau 10 Minuten und 14 Sekunden gesprungen.” (ca. Seite 117)

Anfänglich noch schräg, nervt das zusehends – denn es taucht immer wieder auf. Ich erinnere mich auch an eine Beschreibung, wo das Alter der Erde erwähnt wird. Die Zahl 4,5 Milliarden wird hier ausgeschrieben – und das ist eine Zahl mit einigen Nullen hinten dran …

Aber jetzt zur Handlung. Der Autor wechselt relativ rasch die Blickwinkel, da jedes Kapitel aus dem Blickwinkel eines anderen Spielers erzählt wird. Da bald die ersten Bündnisse gebildet werden, muss man sich nach einer bestimmten Zeit eigentlich nur fünf der insgesamt 12 Namen merken – das geht dann Gott sei Dank etwas besser. Anfänglich hatte ich aber Probleme, mir die einzelnen Charaktere vorzustellen, da sie alle bis auf einen relativ eindimensional blieben.

Obwohl jeder Spieler am Anfang einen Hinweis bekommen hat, wie der erste Schlüssel zu finden ist, konzentrieren sich einige der Spieler relativ rasch darauf, die anderen Kontrahenten auszuschalten – das bedeutet, es wird gekämpft, geschossen und gerungen, was das Zeug hält.

Zeitweise hatte ich das Gefühl, mitten in den Kampfszenen eines Actionfilms gelandet zu sein. Einige Male musste ich dabei auch an das Schlachten beim Beginn der Spiele in “Die Tribute von Panem” denken … Ich traue mich sogar zu sagen, dass diese Gewaltszenen vor allem ab der Hälfte den Roman komplett dominieren. Dies sorgt zwar für sehr viel Dramatik, war mir irgendwann aber einfach zu anstrengend. Einige Szenen, wo man auch als Leser dazwischen einfach ein bisschen Luft holen konnte, fehlten komplett, so wirkte die Geschichte von Kapitel zu Kapitel immer hektischer.

Die bereits erwähnten Rätsel kommen zwar vor (für den Leser in Form von Koordinaten, Links und Rätselbildern), werden aber wenig in den Roman integriert. Der Leser erfährt beispielsweise nicht, warum einzelne Spieler eine Lösung und damit eine weitere Station auf ihrer Reise finden. Mitraten gibt es nur in Form der bereits angesprochenen Text- und Bilderrätsel, die aber – wenn man nun mitraten will – den Lesefluss unterbrechen. Entweder lesen oder rätseln – beides geht (eigentlich) nicht.

Selbst mit dem Schluss konnte ich mich nicht wirklich anfreunden. Er wirkte wie aus einem schlecht gemachten Science-Fiction-Film, da der Autor einen der bekanntesten mystischen Orte der Welt als Showdown für seinen Roman gewählt hat. Was genau passiert, verrate ich natürlich nicht – aber dieses Ende passte zum restlichen Buch, setzte dem Ganzen für mich einfach nur noch die Krone auf …

Mein Fazit:

Wer bei diesem Buch eine Schnitzeljagd rund um den Erdball im Stil von Dan Brown (oder in dem Fall wohl eher Indiana Jones) erwartet, liegt völlig daneben. Stattdessen bekommt man ein Buch gewordenes Gemetzel, kaum Tiefgang und lieblos beschriebene Charaktere.

Ich habe lange überlegt, für wen dieses Buch wirklich interessant sein könnte – vielleicht fühlen sich hier männliche Leser eher angesprochen? Für mich war das jedenfalls ein ganz gewaltiger Griff ins Klo, wie er mieser gar nicht sein konnte …

Den einen Stern bekommt das Buch von mir, weil zumindest die Print-Ausgabe wirklich wunderschön gestaltet ist. Ich hatte sie mittlerweile zweimal in der Hand, der goldene Umschlag und die Prägung mit dem Logo und den kleinen antik aussehenden Buchstaben ist wirklich sehr edel! Daher finde ich es umso trauriger, dass der Inhalt meiner Meinung nach so wenig dem Äußeren entsprechen kann.

  • ★★★★
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Rezension Richard Castle – Frozen Heat “Auf dünnem Eis”

“Castle” ist ursprünglich eine TV-Serie, die bereits einiger Zeit sehr erfolgreich bei uns läuft. Richard Castle ist darin ein erfolgreicher Krimiautor, der zusammen mit der Polizistin Kate Beckett Mordfälle aufklärt und die als Basis für seine Romane dienen. Quasi als Gag gibt es nun genau diese – eigentlich fiktiven -Romane auch in der Wirklichkeit. Und ganz der Tradition der Serie folgend, wird Richard Castle als Autor angegeben.

Frozen Heat “Auf dünnem Eis” ist der vierte Teil dieser mittlerweile gerade bei den Fans sehr beliebten Romane, man kann die Romane aber auch sehr gut lesen, wenn man die Serie wenig bis gar nicht gesehen hat (Wobei Fans hier natürlich der Meinung sind, dass man dann einige Anspielungen aus den Büchern nicht so gut verstehen kann). Ich selbst zähle genau zu dieser Kategorie, ich kenne “Castle” zwar, habe aber nur einzelne Folgen gesehen. Der Funke wollte da bei mir nie so recht überspringen …

Zum Inhalt:

Das erfolgreiche Team (bestehend aus der Polizistin Nikki Heat und dem Journalist Jameson Rook) ermittelt ein weiteres Mal. Dieses Mal wird es aber richtig brenzlig, denn das aktuelle Mordopfer war mit der Mutter von Nikki befreundet, deren Mord schon 10 Jahre zurückliegt und wo die Umstände ihres Todes nie geklärt werden konnten … Im Lauf der Ermittlungen verdichten sich die Hinweise, dass sowohl Nikkis Mutter als auch die neue Tote von ein- und demselben Täter umgebracht worden sind.

Meine Meinung:

Ich habe dieses Buch mir als Hörbuch angehört, weil ich David Nathan und seine Stimme wirklich sehr gern habe. Nathan macht seine Sache auch in gewohnter Manier ganz hervorragend, trotzdem hatte ich hier wirklich Probleme, mich bis zum Ende durchzukämpfen. Vielleicht weil ich jetzt doch irgendwie das Gefühl habe, dass die Geschichten eigentlich immer nach dem gleichen Muster gestrickt sind?

Der erste Teil jedenfalls war spannend, spritzig, rasent und unterhaltsam – das hat mich auch Teil 2 und 3 vergangenes Jahr rasch lesen bzw. hören lassen. Hier dagegen hatte ich zwischendurch wirklich das Gefühl, dass sich die Story wie zäher Kaugummi dahingezogen hat … Noch nie hatte ich den Eindruck, dass 14 Stunden und 37 Minuten so lang sein können wie hier. Wobei die Geschichte eigentlich alles hat, um spannend zu sein: Mord, Sabotage bei den Ermittlungen, Mordanschläge auf Nikki, Spionage, Verschwörung …

Ich frage mich auch jetzt noch, während ich die Rezension schreibe, warum dieses Buch für mich so viel schlechter ist als die früheren Teile. Vielleicht wäre es ja sinnvoll, den “Ghostwriter” auszuwechseln? Mittlerweile bin ich schon so weit, dass ich den Satz “Nikki zog die Kappe vom Stift” nicht mehr ausstehen kann, weil sie immer wieder exakt in derselben Form auftaucht. Und wenn mir schon so etwas auffällt – warum merkt das Lektorat nicht so etwas? Ich fürchte, das wird wohl mein letztes Buch aus dieser Reihe gewesen sein, denn jetzt finde ich diese Wiederholungen nur noch langweilig.

Mein Fazit:

Ich bin mir ehrlich gestanden nicht sicher, ob ich nicht abgebrochen hätte, wenn ich mich nicht bei der Hörbuch-Challenge bei Lovelybooks angemeldet hätte.

  • ★★★★
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