#Buchpassion – Edition: Lieblingsautorinnen und -autoren

Auch dieses Jahr ist es wieder soweit, Janine von Kapri-zioes ruft zur #Buchpassion auf. Was ist das? #Buchpassion ist es eine Blogparade, wo jeder Teilnehmer zwischen dem 29. September und dem 1. Oktober seiner Leidenschaft für das Gedruckte Ausdruck verleihen kann.

Dieses Jahr gibt es erstmals ein Thema – es geht um unsere Lieblingsautorinnen und -autoren. Also diese ganz besonderen Autoren, denen wir Leser sehr oft eine Wildcard geben und von denen wir so gut wie alles lesen, was uns von ihnen in die Finger kommt :).

Deswegen habe ich recht spontan beschlossen, alles niederzuschreiben, was ich schon in diesem Zusammenhang gefühlt und getan habe …


1) Ich weiß das Erscheinungsdatum des nächsten Romans (Das ist bei mir nicht selbstverständlich, weil ich mir so gut wie nie Vorschauen ansehe).

2) Ich warte sehnsüchtig darauf, dass ein neues Buch erscheint.

3) Ich warte manchmal sogar jahrelang, bis ein neues Buch erscheint. Und verzweifle dabei geistig zwischendurch, nur um mich daran zu erinnern, dass gut Ding eben Weile braucht …

4) Ich gehe mit dem ganz besonderen, gespannten Gefühl in die Buchhandlung, um es zu holen.

5)  Ich bin bereit, dafür mehr Geld auf den Tisch zu legen als üblich, nur um dieses Buch in die Finger zu bekommen.

6) Ich suche nach Leserunden, an denen der Autor teilnimmt und melde mich dafür auch auf neuen Seiten / Portalen / Foren etc. an.

7) Ich lasse alles liegen und stehen, manchmal sogar Rezensionsexemplare, um mich auf das neueste Buch einer Lieblingsautorin / eines Lieblingsautors zu stürzen.

8) Ich verfolge die Webseiten / Social Media-Seiten der AutorInnen recht aufmerksam, um herauszufinden, wann neue Bücher erscheinen bzw. ob es Lesungen in meiner Nähe gibt.

9) Ich fahre einige hundert Kilometer, nur um die AutorInnen einmal live erleben zu können.

10) Ich könnte immer und überall über die Bücher meiner LieblingsautorInnen reden. Noch mehr, als ich sonst über Bücher reden kann.

11) Würde ich im Buchhandel arbeiten, würde ich wahrscheinlich meine Lieblingsautoren häufiger empfehlen als andere.

12) Ich halte meinen LieblingsautorInnen auch die Treue, wenn sie einmal ein Buch geschrieben haben, das mir nicht so gut gefallen hat.

13) Ich konsumiere das Buch einer Lieblingsautorin / eines Lieblingsautors oft in verschiedenen Ausgaben, am häufigsten einmal als Hörbuch und einmal als Print-Ausgabe.


Was macht ihr für eure LieblingsautorInnen? Ich bin schon gespannt auf eure Kommentare, da ich bestimmt einige Dinge vergessen habe :D.

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Blogparade: Meine #Geheimtipps

Bei Aleshanee läuft noch bis 30. Juni eine Blogparade zum Thema “buchige Geheimtipps”. Gemeint sind damit Bücher, die abseits vom Mainstream liegen, die nicht gehypt oder groß beworben wurden – und die damit eher wenig bekannt sind.

Ich muss gestehen, dass ich mir nicht so ganz sicher bin, ob die Bücher wirklich Geheimtipps sind, die ich jetzt vorstellen werde. Auf jeden Fall habe ich sie allerdings noch eher selten auf Buchblogs gesehen, daher ist die Chance auf einen Geheimtipp zumindest ein bisschen gegeben :).


Autor: Kevin Brooks
Titel: iBoy

Klappentext:
Was tust du, wenn du alle Macht der Welt hast? Wenn du alles weißt und alles kannst? Versuchst du, die Welt vor dem Bösen zu bewahren? Oder willst du einfach nur die retten, die du liebst?

Eben war Tom noch ein ganz normaler Junge. Jetzt ist er iBoy – ein Superheld, allwissend und unbesiegbar. Ein iPhone hat seinen Schädel zertrümmert und ist mit seinem Gehirn eine Verbindung eingegangen, die es Tom erlaubt, jede Sekunde online zu sein und sich in alle Datenbanken der Welt zu hacken. Mit seiner iHaut als Schutzpanzer und den Elektroschocks, die er austeilt, ist er den Typen gewachsen, die sein Viertel terrorisieren und Lucy überfallen haben, in die er verliebt ist.

Für Tom zählt nur eins: Er will den Überfall auf Lucy rächen und sie beschützen – mit allen Mitteln. Aber sein Rachefeldzug bringt Lucy in tödliche Gefahr. Um sie zu retten, braucht es mehr als seine iBoy-Kräfte …

Mittlerweile habe ich dieses Buch schon mehrmals hier auf dem Blog präsentiert, aber ich werde nicht müde, es zu erwähnen :). Es ist jetzt schon ein bisschen älter, hat es aber schon zu einer sechsten Auflage gebracht. Das Cover hat nun einem grünen Schriftzug statt eines blauen, habe ich gesehen.

Für mich ist es auf jeden Fall eines der wenigen Jugendbücher, das ich tatsächlich mehr als einmal gelesen habe (einmal auf Englisch und einmal auf Deutsch). Dem Autor gelingt es in meinen Augen ganz ausgezeichnet, Technik, SciFi (Superhelden!) und Sozialkritik zu vermischen, ein paar Mal erinnerte mich Tom auch an Spiderman, den Jungen, der durch den Spinnenbiss eher zufällig zum Helden wird …


Autor: Oliver Henkel
Titel: Kaisertag

Klappentext:
Es ist das Jahr 1988. In Deutschland herrscht Kaiser Wilhelm V., die Soldaten tragen Pickelhauben, wer es sich leisten kann, reist mit dem Zeppelin in die Kolonien, während es für alle übrigen die Platzkonzerte der Militärkapellen gibt. Das ist die Welt des Hamburger Privatdetektivs Friedrich Prieß. Als ihm Franziska Diebnitz einen Auftrag anbietet, zögert er zunächst. Alles deutet darauf hin, daß ihr Mann sich das Leben genommen hat, aber sie ist davon überzeugt, daß er ermordet wurde. 

Prieß soll die Wahrheit herausfinden – doch Detektive meiden Leichen, besonders wenn der Verstorbene ein Offizier des allmächtigen Militärgeheimdienstes war. Schließlich überwindet Prieß seine Bedenken und fährt nach Lübeck, um Nachforschungen anzustellen. Gemeinsam mit seiner früheren Verlobten Alexandra Dühring, jetzt Polizeipräsidentin der Hansestadt, findet er heraus, daß Oberst Diebnitz tatsächlich Opfer eines Mordes wurde. Und diese Entdeckung bringt sie auf die Spur von etwas, wogegen sich ein Mord beinahe harmlos ausnimmt…

Oliver Henkel ist, denke ich, wirklich ein Geheimtipp. Der Autor schreibt sogenannte “Alternate History”-Romane, also Geschichten, die mit der Idee spielen, wie sich unsere Gegenwart entwickelt hätte, wenn in der Vergangenheit etwas anders passiert wäre. In “Kaisertag” geht es darum, was sein könnte, wenn 1914 der österreichische Thronfolger Franz-Ferdinand nicht ermordet worden wäre.

Da das Buch aus dem Jahr 2002 stammt, ist es als Print vergriffen, als E-Book kann man es aber noch erwerben.


Autor: Siegfried Langer
Titel: Alles bleibt anders

Klappentext:
Schlimm genug für Frank Miller, dass er sein Gedächtnis verloren hat. Doch nicht nur das – er wurde offiziell für tot erklärt! Als ihn nicht einmal seine Verlobte Claire wiedererkennt, verwandelt sich sein rätselhaftes Schicksal endgültig in eine Tragödie.

Es ist das Jahr 2008 und Franks langsam zurückkehrende Erinnerungen konfrontieren ihn mit einer unglaublichen Realität: mit einem Dritten Reich, das das Jahr 1945 überlebt hat, mit einer NSDAP, die mächtiger und grausamer ist als jemals zuvor. Über ganz Europa weht die Flagge mit dem Hakenkreuz.

Franks Suche nach seiner Identität führt ihn in die deutsche Hauptstadt Germania, erbaut nach den tollkühnen Entwürfen Hitlers und Speers. Dort erfährt er, dass er kämpfen muss – um sein Leben, um seine Liebe zu Claire und um das Schicksal vieler anderer.

Siegfried Langer ist Krimi- und Thriller-Fans sicherlich kein Unbekannter. Was aber weniger bekannt ist, ist die Tatsache, dass er auch Bücher im Phantastik-Bereich geschrieben hat. “Alles bleibt anders” wurde mir seinerzeit wegen Oliver Henkel bei Amazon empfohlen – und bis heute habe ich es nicht bereut, dieses Buch bestellt zu haben.


Autor: Glenn Kleier
Titel: Der letzte Tag

Klappentext:
In der israelischen Wüste wird ein geheimes Forschungslabor zerstört. Den rauchenden Überresten entsteigt eine junge Frau, die sich als Tochter Gottes zu erkennen gibt. Religiöse Hysterie und blanke Furcht breiten sich aus. Wird Jesa die Menschheit retten – oder ist sie die Vorbotin des Jüngsten Gerichts?

Das Erscheinungsdatum von “Der letzte Tag” liegt mittlerweile auch schon einige Jahre zurück, das Buch ist dem Thema nach ein typischer Milleniumsroman. Trotzdem war ich überglücklich, als ich es auf einem Flohmarkt wiederentdeckte, da ich das Thema mehr oder weniger zeitlos finde (zumindest solange die katholische Kirche an ihren Dogmen weiterhin so hartnäckig festhält).

Kleier spielt meiner Meinung nach sehr gekonnt mit der Idee, was sein könnte, wenn Jesus heute wieder auf unserem Planeten existieren würde (und noch dazu in Form einer Frau!). Wie die Menschheit mit ihr umgeht, ist aber alles andere als positiv. Ich erinnere mich noch sehr gut, dass da einiges vorkam, wo ich mir dachte, ja, genau so würde es ablaufen …


Autor: Thomas Finn
Titel: Der Funke des Chronos

Klappentext:
Den Zeitreisenden Tobias verschlägt es aus dem 21. Jahrhundert ins Jahr 1842. Im alten Hamburg kommt er einer teuflischen Verschwörung auf die Spur. Ein unheimlicher Serienkiller schleicht durch die dunklen Gassen der Hafenstadt. 

Freimaurer, Alchimisten und Erfinder knüpfen ein bedrohliches Netz um den jungen Mann aus der Zukunft. Tobias’ Suche nach seiner verlorenen Zeitmaschine wird zu einer Achterbahnfahrt voll tödlicher Überraschungen – bis sich mit einem gewaltigen Feuer die Pforten der Hölle öffnen. Wird Tobias den Verlauf der Geschichte ändern können?

Dieses Buch habe ich eigentlich zuerst als Hörbuch gehört, war aber dann so begeistert, dass ich es mir noch einmal als Print-Ausgabe bestellt habe, um es ins Regal zu stellen :).

Das Buch ist ein Mix aus SF und Thriller: Wenn man sich für das Thema Zeitreisen und den Roman “Die Zeitmaschine” von H.G. Wells begeistern kann, kann ich dieses Buch nur empfehlen! Und bereits nach den ersten zwanzig, dreißig Seiten zieht der Autor das Tempo ganz schön an, dass man fast nicht anders kann, als Tobias auf der Jagd nach dem Serienkiller zu begleiten …

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Blogparade: Starke Frauen

Nomnivor hat vor einiger Zeit zu einer Blogparade zum Thema “Starke Frauen” aufgerufen. Was für eine tolle Idee! Denn nach der recht heftigen Diskussion um Pseudo-Liebesromane und das Frauenbild, das in diesen Büchern gezeichnet wird, reizte es mich schon sehr, darüber nachzudenken, ob es nicht auch Romane gibt, in denen Frauen anders dargestellt werden …

Worum geht es in dieser Blogparade? Der Einfachheit halber zitiere ich einfach mal aus dem Blog:

Schreibt einen Blogpost über (bis zu) 10 Bücher mit starken Frauen darin. Wenn ihr nur über eine einzige Protagonistin schreiben wollt, ist das ebenfalls in Ordnung. Ihr könnt auch Nebencharaktere nennen. Schreibt, warum ihr gerade diese Frau so stark findet. Alle Genres sind erlaubt.

Als ich mit diesem Beitrag angefangen habe, war ich mir nicht sicher, ob ich zehn Charaktere finden würde … Aber: Herausforderung angenommen! Also durchforstete ich meine gelesenen Bücher online, schaute mein Regal daheim durch und überlegte auch sonst, was zu dem Thema passen würde.

Ich beschränke mich jetzt ausschließlich auf fiktive Figuren, denn man könnte mit entsprechenden Sachbüchern über bekannte Frauenpersönlichkeiten wahrscheinlich noch einen extra Beitrag füllen (Waris Dirie, Malala, Margaret Thatcher etc.).


Autorin: Kristin Hannah
Titel: Die Nachtigall

Klappentext:
Zwei Schwestern. Die eine kämpft für die Freiheit. Die andere für die Liebe.

Zwei Schwestern im von den Deutschen besetzten Frankreich: Während Vianne ums Überleben ihrer Familie kämpft, schließt sich die jüngere Isabelle der Résistance an und sucht die Freiheit auf dem Pfad der Nachtigall, einem geheimen Fluchtweg über die Pyrenäen. Doch wie weit darf man gehen, um zu überleben? Und wie kann man die schützen, die man liebt?

In diesem epischen, kraftvollen und zutiefst berührenden Roman erzählt Kristin Hannah die Geschichte zweier Frauen, die ihr Schicksal auf ganz eigene Weise meistern.

“Die Nachtigall” war nicht umsonst mein Jahreshighlight 2016. Ein Buch, in das ich so gut eintauchen konnte wie selten in eines. Vianne und Isabelle sind zwei sehr unterschiedliche Frauen, die beide auf ihre Weise im Krieg einen Weg finden, um zu überleben und diejenigen zu retten, an denen ihnen etwas liegt. Die beiden Heldinnen sind zwar erfunden, die Autorin betont aber, dass sie sich an geschichtlichen Vorbildern bei der Schaffung ihrer Figuren orientiert hat. Ein in meinen Augen ein sehr wichtiger Roman, der ein Kapitel (Frauen)Geschichte beleuchtet, das oft zu kurz kommt …


Autor: George R.R. Martin
Titel: Das Lied von Eis und Feuer

Klappentext:
Eddard Stark, der Herr von Winterfell, wird an den Hof seines Königs gerufen, um diesem als Berater und Vertrauter zur Seite zu stehen. Doch Intriganten, Meuchler und skrupellose Adlige scharen sich um den Thron, deren Einflüsterungen der schwache König nichts entgegenzusetzen hat. 

Während Eddard sich von mächtigen Feinden umringt sieht, steht sein Sohn, der zukünftige Herrscher des Nordens, einer uralten finsteren Macht gegenüber. Die Zukunft des Reiches hängt von den Herren von Winterfell ab!

Schätze, hier wundert sich niemand, wenn ich diese Reihe nenne, oder? Aber die weiblichen Charaktere, die Martin hier geschaffen hat, sind wohl aufgrund ihrer unterschiedlichen Art fast einzigartig. Angefangen bei der schüchternen Dany, die sich im Lauf der Geschichte zu einer echten Königin mausert, über die intrigante und machtversessene Cersei bis hin zu den weiblichen Starks – jede wächst auf ihre Art und Weise an den Ereignissen, in die sie verwickelt wird. Noch ist zwar nicht absehbar, wer wirklich lebend aus dem Ganzen hervorgehen wird, aber es bleibt spannend :).


Autorin: Kerry Drewery
Titel: Marthas Widerstand

Klappentext:
Im Zweifel gegen die Angeklagte.

Martha ist des Mordes angeklagt und sitzt in der ersten von sieben Zellen. Sieben Tage lang stimmt das gesamte Volk darüber ab, ob sie freigesprochen oder in eine kleinere Zelle verlegt wird. Die siebte und letzte Zelle ist klaustrophobisch klein, und genauso klein sind Marthas Chancen auf einen Freispruch. Denn die Umfragen zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will …

Doch was wäre, wenn Martha genau darauf spekuliert. Um dem Volk zu zeigen, dass es nicht in einer perfekten Demokratie lebt, sondern von den Machthabern perfide manipuliert wird? Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, bei dem viel mehr als ein einzelnes Menschenleben auf dem Spiel steht …

Spannende Mischung aus Thriller und Dystopie rund um ein packendes Gedankenspiel: Was wäre, wenn nur noch über Fernsehvotings Recht gesprochen würde?

Das Buch habe ich erst vor kurzem gelesen, war aber sehr beeindruckt, endlich mal eine Heldin zu finden, die so erfrischend anders ist als das, was einem derzeit im Dystopie-Genre vorgesetzt wird. Martha stammt aus eher ärmlichen Verhältnissen, lässt sich aber trotzdem kein X für ein U vormachen. Sie ist nicht unbedingt eine Kämpfernatur, nutzt aber ihren Verstand, um ihren Lieben zu helfen. Und es gelingt ihr dabei, Mitstreiter zu finden, die sie dabei unterstützen wollen, das korrupte System zu Fall zu bringen.


Autorin: Donna W. Cross
Titel: Die Päpstin

Klappentext:
Im bitterkalten Winter des Jahres 814 bringt die heidnische Frau des Dorfpriesters ein Mädchen zur Welt: Johanna. Sie wächst in einer Welt düsteren Aberglaubens auf, gegen den ihr Vater grausam zu Felde zieht; er läßt sogar die Hebamme des Ortes als Hexe verfolgen. 

Ein Mensch erkennt bei Johanna besondere Gaben: Aeskulapius, der Pädagoge aus dem fernen Byzanz, weist sie als einziges Mädchen in die Lehren der Philosophie und Logik ein. Doch beinahe wird Johanna ihr Wissensdurst zum Verhängnis. Nur der Ritter Gerold, ihr Freund und späterer Liebhaber, vermag sie vor dem grausamen Magister Odo zu bewahren. 

Nach einem verheerenden Feldzug der Normannen weiß sie endgültig: Frauen wie sie überleben in dieser Welt nicht. So geht sie als Mönch verkleidet ins Kloster Fulda. Als Medicus betritt sie Jahre später Rom, die Stadt des Papstes – wo die Wechselfälle des Schicksals sie schließlich selbst auf den heiligen Stuhl bringen.

Egal ob der Roman nun wahre Tatsachen erzählt oder nicht: Er zeigt schön, dass es immer wieder Frauen in der Geschichte gab, die sich mit dem ihnen vorbestimmten Leben nicht abfinden wollten. Leider pass(t)en sie nicht in das männlich dominierte Weltbild bzw. in die entsprechende Geschichtsschreibung, weswegen viele Frauen erst heute aus dem Dunkel des Vergessens befreit werden. Johanna ist in meinen Augen jedenfalls ein gutes Beispiel dafür, was Frauen erreichen können, wenn sie es nur wollen.


Autor: Arthur Golden
Titel: Die Geisha

Klappentext:
Nach dem Tod ihrer Mutter wird Chiyo in ein Geisha-Haus nach Kyoto verkauft. Nach leidvollen Lehrjahren wird sie in die hermetische Gesellschaft der Geisha aufgenommen und ist bald die begehrteste und mächtigste von allen. Doch ihr Traum vom privaten Glück erfüllt sich erst nach jahrelangen Wirren und dem Untergang der alten Geisha-Kultur gegen Ende des verlorenen Zweiten Weltkrieges.

Arthur Golden öffnet die Tür zu einer geheimnisvollen Welt und läßt den Fremden etwas spüren von jenen gefährlich-schönen und machtvoll stilisierten gleichwohl versklavten Frauen, wie es sie in dieser Art und Weise nur in Japan gab.

Der Roman ist schon vor ein paar Jahren erschienen und wurde dann auch verfilmt. Man kann jetzt dahingestellt lassen, ob sich Sayuri – so wird sie dann als Geisha genannt – aus eigener Kraft befreien kann oder erst der Krieg dazu führt, ihr eigenes Leben zu führen. Trotzdem merkt man ihr schon als Kind an, dass sie nicht bereit ist, sich von der intriganten Geisha des Hauses Hatsumomo unterkriegen zu lassen … Der Krieg sorgt schließlich dafür, dass sie dieses Kapitel ihres Lebens hinter sich lassen und sich auf das konzentrieren kann, was sie wirklich möchte.


Autorin: Annelie Wendeberg
Titel: Teufelsgrinsen

Klappentext:
In einer Zeit, in der nur Männer an Universitäten zugelassen sind, schneidet sich Anna Kronberg die Haare ab, zieht Hosen an und studiert Medizin. Als angesehener Arzt Dr. Anton Kronberg gerät sie in das Zentrum einer monströsen Verschwörung – und selbst in tödliche Gefahr, der sie nur mithilfe ihres scharfen Verstandes und dem Beistand von Sherlock Holmes, entkommen kann.


London, Ende des 19. Jahrhunderts, eine Stadt, die regelmäßig von Seuchen heimgesucht wird; Zehntausende leben in bitterster Armut. Im Londoner Wasserwerk wird ein Cholera-Opfer entdeckt. Dr. Anton Kronberg, Englands führender Epidemiologe, wird hinzugezogen und findet heraus, dass der Tote absichtlich mit tödlichen Bakterien infiziert wurde. 

Während Scotland Yard den Fall nur halbherzig verfolgt, begegnet Kronberg dem beratenden Detektiv Sherlock Holmes. Er entdeckt im Handumdrehen Kronbergs Geheimnis und Identität. Im Gegenzug beginnt Anna – sehr zu dessen Verdruss – Holmes’ kompliziertes Innenleben zu analysieren. Doch die beiden ungleichen und intellektuell ebenbürtigen Partner müssen sich zusammentun, um eine Verschwörung aufzudecken, die so monströs ist, dass sie die Taten von Jack the Ripper in den Schatten stellt …

Schon Arthur Conan Doyle schuf mit Irene Adler eine Frau, der es gelang, Sherlock Holmes auszutricksen. Wendeberg geht hier allerdings noch einen Schritt weiter und lässt Holmes auf eine Frau treffen, die ihn aktiv bei seinen Untersuchungen unterstützt.

“Teufelsgrinsen” ist übrigens der Auftakt zu einer Trilogie, in dessen Verlauf Anna auch auf Moriarty trifft – und dann geht es erst so richtig los :). Unbedingt lesen, wenn man Sherlock und starke Frauenfiguren mag!


Autorin: Nikola Hahn
Titel: Die Detektivin

Klappentext:
Frankfurt am Main, 1882: “Glashaus” nennen die Kinder die Orangerie, die Dr. Könitz seiner Frau vor vielen Jahren als Hochzeitsgeschenk bauen ließ. Dass das imposante Gebäude nicht nur der Lieblingsplatz von Sophia Könitz ist, sondern ein schreckliches Geheimnis birgt, ahnt niemand, als nach einem fröhlichen Volksfest die 15-jährige Dienstmagd Emilie verschwindet.

Während der preußische Kriminalkommissar Richard Biddling von einem Vermisstenfall ausgeht, ist Victoria, die Nichte von Dr. Könitz, die zum Entsetzen ihrer Mutter lieber Mordgeschichten von Edgar Allan Poe und Abhandlungen über Leichenerscheinungen liest, statt sich Klavierspiel und Stickarbeiten zu widmen, davon überzeugt, dass Emilie eines gewaltsamen Todes gestorben ist.

Als unter mysteriösen Umständen eine Frauenleiche aus dem Main geländet wird, führen die Spuren plötzlich in die Vergangenheit: Gibt es eine Verbindung zwischen der unbekannten Toten, dem verschwundenen Dienstmädchen und den grausamen Taten des »Stadtwaldwürgers«, der vor zehn Jahren in Frankfurt sein Unwesen trieb und nie gefasst werden konnte? Warum weigern sich Dr. Könitz und seine Frau, über einen Unfall zu sprechen, den Victorias Schwester im Glashaus hatte? Und was sind das für geheimnisvolle Stimmen, die nachts im Garten zu hören sind? Ein blutiger Fingerabdruck scheint auf die richtige Fährte zu führen, aber niemand außer Victoria erkennt, welche entsetzliche Geschichte diese Spur erzählt.

Ich lese eigentlich selten historische Romane aus dieser Zeit, aber dieses Buch hat deutlich mehr zu bieten als das, was man in einem historischen Krimi gewöhnlich findet. Der Autorin gelingt es, sowohl das alte Frankfurt mit seinen alten Häusern und verwinkelten Gässchen wiederauferstehen zu lassen als auch eine interessante Frauenfigur zu schaffen, die sich nicht mit den vorherrschenden gesellschaftlichen Regeln abfinden will und ihre eigenen Wege geht.


Autorin: Sarah J. Maas
Titel: Throne of Glass

Klappentext:
Celaena Sardothien ist jung, schön und zum Tode verurteilt. Doch dann taucht Chaol Westfall, Captain der Leibgarde, auf und bietet ihr eine einzige Chance zum Überleben. 

Kronprinz Dorian hat sie dazu ausersehen, einen tödlichen Wettkampf zu bestreiten: Wenn es ihr gelingt, für ihn 23 kampferprobte Männer zu besiegen, wird sie ihre Freiheit wiedererlangen. Beim gemeinsamen Training mit Captain Westfall findet sie immer mehr Gefallen an dem jungen, geheimnisvollen Mann. Und auch der Kronprinz lässt sie nicht kalt. Zeit, über ihre Gefühle nachzudenken, bleibt ihr allerdings nicht. Denn etwas abgrundtief Böses lauert im Dunkeln des Schlosses – und es ist da, um zu töten.

Sarah J. Maas hat mit ihrer Throne of Glass-Reihe eine Fantasy-Heldin geschaffen, die so ganz anders ist als viele Figuren, die derzeit im Jugendbuch-Bereich beliebt sind. Celaena ist eine Kämpferin, die sich nichts gefallen lässt – und das bekommen ihre Gegner auch zu spüren. Darüber hinaus ist sie aber auch eine junge Frau, die sich verliebt und für ihre Freunde einsteht.

Zugegeben: Die Autorin liebt ihre Serie und steuert mittlerweile auf den siebten Band zu, aber mit jedem Band dringt man weiter in die Welt von Erilea vor und lernt Celaena immer wieder von einer neuen Seite kennen.


Autor: Andreas Gruber
Titel: Todesfrist

Klappentext:
Ein Serienmörder treibt sein Unwesen – und ein altes Kinderbuch dient ihm als grausame Inspiration.

“Wenn Sie innerhalb von 48 Stunden herausfinden, warum ich diese Frau entführt habe, bleibt sie am Leben. Falls nicht – stirbt sie.” Mit dieser Botschaft beginnt das perverse Spiel eines Serienmörders. Er lässt seine Opfer verhungern, ertränkt sie in Tinte oder umhüllt sie bei lebendigem Leib mit Beton. 

Verzweifelt sucht die Münchner Kommissarin Sabine Nemez nach einer Erklärung, einem Motiv. Erst als sie einen niederländischen Kollegen hinzuzieht, entdecken sie zumindest ein Muster: Ein altes Kinderbuch dient dem Täter als grausame Inspiration – und das birgt noch viele Ideen …

“Todesfrist” ist der erste Teil der erfolgreichen Todes-Reihe von Andreas Gruber. Und auch wenn die meisten die Bücher vor allem wegen seines misanthropischen männlichen Ermittlers Sneijder lieben, ist mir auch seine Partnerin Sabine Nemez mittlerweile sehr ans Herz gewachsen.

Gerade im ersten Teil muss sie gleich mit einem ziemlichen Verlust fertig werden, sie verzweifelt darüber aber nicht, ganz im Gegenteil. Im Verlauf der Geschichte gelingt ihr sogar, was die meisten Menschen in Sneijders Umfeld nicht schaffen: von ihm respektiert zu werden und mit ihm zusammen herauszufinden, wer für die Morde verantwortlich ist.


Autor: Alexandre Dumas
Titel: Die drei Musketiere

Klappentext:
Im Jahre 1625 verlässt der junge, aus verarmtem Landadel stammende d´Artagnan seine gascognische Heimat und zieht nach Paris, um sich in den Dienst König Ludwigs XIII. zu stellen. In dessen Garde schließt er Freundschaft mit den drei unzertrennlichen Musketieren Athos, Porthos und Aramis. Gemeinsam bestehen sie im Kampf gegen den machthungrigen Kardinal Richelieu gefährliche Abenteuer. Als die Ehre der Königin durch eine infame Intrige des Kardinals und der teuflischen Lady Winter bedroht wird, stehen die Helden vor ihrer schwierigsten Aufgabe.

Der Roman, 1844 in Frankreich zunächst in Fortsetzungen erschienen, wurde zu einem Welterfolg. Zahlreiche Vertonungen, Fernsehserien und Verfilmungen zeugen vom zeitlosen Charme dieses populären Werks.

Ganz ohne Klassiker geht es nicht :). Und auch wenn die starke Frau hier nur eine Nebenrolle hat, habe ich sie doch immer bewundert: Lady de Winter. Diese geheimnisvolle Frau, die für den Kardinal arbeitet, damit also auf Seiten des Feindes steht, die aber trotzdem genau weiß, was sie will und wie sie es bekommt. Eine Figur mit Geheimnissen, die sich nicht in die Karten schauen lässt und die ihre eigenen Ziele verfolgt.

Moderne Verfilmungen haben aus ihr auch gern eine liebende Frau und eine Kämpferin gemacht (Ich denke da gerne an Milla Jovovich oder Rebecca de Mornay), sie ist also definitiv jemand, dessen Charakter nicht so eindeutig ist, was Platz für jede Menge Interpretation lässt.

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#NYCBlogparade: New York in der Literatur

Ihr Lieben, ich beteilige mich wieder an einer Blogparade – und zwar geht es dieses Mal um das Thema “New York”. Organisiert wird sie von Silvia und Astrid von Leckere Kekse – mein ganz herzlicher Dank geht auch auf diesem Weg an euch beide, dass ihr euch die Mühe gemacht habt, die Blogparade auf die Beine zu stellen!

Zu gewinnen gibt es übrigens auch etwas, das erfahrt ihr auf ihrer Website (Was ich dazu beitrage, verrate ich euch ein bisschen später) :).

Freut euch auf jeden Fall schon auf die Themen, denn es sind ganz unterschiedlich ausgerichtete Blogs dabei, die euch alle etwas zur Stadt, die niemals schläft, präsentieren werden (Zur Vorschau) :). Was das ist, durften wir nämlich selbst entscheiden. Da ich ein Buchblog habe, habe ich mich entschieden, zwanzig Bücher vorzustellen, die mit New York zu tun haben.

Bevor es losgeht, möchte ich noch eines sagen: Ich bin wirklich erstaunt, wie viele Schriftsteller über New York schreiben bzw. geschrieben haben. Da sind Namen dabei, die kennt man einfach, und manche, da denkt man sich “Ach, dieses Buch spielt in New York?”. Und ich hätte deutlich mehr Titel auf meine Liste setzen können, wollte den Beitrag aber dann doch nicht zu lang werden lassen … Diese Liste ist übrigens chronologisch absteigend sortiert, die Neuerscheinungen kommen also zuerst, nicht dass ihr euch über die Reihenfolge wundert ;).

Garth Risk Hallberg – City on Fire
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2016
ISBN 9783100022431
Gebunden, 1080 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext:
New York City, Neujahr 1977. Ein Schneesturm zieht über die Stadt, Feuerwerk erleuchtet den Himmel und im Central Park fallen Schüsse. Die Ereignisse der Nacht bringen eine Gruppe unvergesslicher Figuren zusammen: Die schwerreichen Erben William und Regan Hamilton-Sweeney, Mercer, der am großen amerikanischen Roman schreibt, die Punk-Kids Sam und Charlie aus der Vorstadt, den besessenen Magazin-Reporter Richard und den Cop Larry. Sie alle leben und lieben hier, in der großen Stadt, die bankrott und gefährlich ist und zugleich vor Energie platzt. Als dann am 13. Juli 1977 die Lichter ausgehen, gerät New York City in den Ausnahmezustand – und nach dem Stromausfall ist kein Leben wie zuvor …

Kommentar:
Ich gestehe, dieses Buch ist mir erst während der Entstehungszeit dieses Beitrags aufgefallen, weil die aktuelle Ausgabe vom Büchermagazin recht groß darüber berichtet.

Richard Price – Die Unantastbaren
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2015
ISBN 9783100024169
Gebunden, 432 Seiten, 24,99 EUR

Klappentext:
Billy Graves ist ein ruheloser Cop in New York City. Energy-Drinks und Zigaretten halten ihn wach, während er in den frühen Morgenstunden die Blocks abfährt. Wie seine vier Kollegen hat auch er einen “Unantastbaren”, einen skrupellosen Mörder, den er nie dingfest machen konnte. Als einer der Unantastbaren tot aufgefunden wird, beginnt Billy, seine engsten Vertrauten zu verdächtigen. Ein fesselnder New York-Roman, knallhart und gnadenlos gut.

Kommentar:
Falls euch dieses Buch bekannt vorkommen sollte: Dennis Scheck hat es in der Januar-Ausgabe von “Druckfrisch” vorgestellt und auch ein Interview mit dem Autor geführt, das ich euch gern verlinke *klick*.

Frederic Beigbeder – Oona und Salinger
Piper Verlag, München 2015
ISBN 9783492054157
Gebunden, 304 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext:
Eines Nachts im verrauchten Stork Club im New York City der 40er-Jahre. Der aufstrebende Schriftsteller J.D. Salinger begegnet einer Frau, deren mystische Schönheit ihn in seinen Bann zieht: der fünfzehnjährigen Oona O’Neill. Einen Sommer dauert ihre Liebesgeschichte, bis der Zweite Weltkrieg ihr ein Ende setzt. 
Jerry meldet sich zur Armee, und Oona geht nach Hollywood. Die glühenden Liebesbriefe des jungen Autors bleiben unbeantwortet, denn Oona lernt den späteren Vater ihrer acht Kinder kennen: Charlie Chaplin. Jerry wird Oona nie vergessen – war sie gar die Inspiration für seinen Welterfolg “Der Fänger im Roggen”?

Kommentar:
Es gibt wohl niemanden, dem Salinger nicht etwas sagt, schätze ich, oder? Selbst wenn ihr es nicht im Englisch-Unterricht lesen musstet, ist “Der Fänger” einfach bekannt. Was ich hingegen nicht wusste, war, dass diese Geschichte um Salinger und Oona offensichtlich auf wahren Tatsachen beruht. Drei Schicksale, die letztendlich durch New York einander kennengelernt haben …

Joanna Rakoff – Lieber Mr. Salinger
Albrecht Knaus Verlag, München 2015
ISBN 9783813505153
Gebunden, 304 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext:
Von ihnen gibt es Hunderte: blitzgescheite junge Frauen, frisch von der Uni und mit dem festen Vorsatz, in der Welt der Bücher Fuß zu fassen. Joanna Rakoff war eine von ihnen. 1996 kommt sie nach New York, um die literarische Szene zu erobern. Doch zunächst landet sie in einer Agentur für Autoren und wird mit einem Büroalltag konfrontiert, der sie in eine längst vergangen geglaubte Zeit katapultiert. Joanna lernt erst das Staunen kennen, dann einen kauzigen Kultautor – und schließlich sich selber.

Kommentar:
Und noch einmal Salinger, aber dieses Buch musste einfach mit auf die Liste, da ich mich erinnere, dass es letztes Jahr auf einigen Blogs vorgestellt wurde. Mich persönlich spricht zwar das Cover jetzt nicht so an, aber ich kann schon verstehen, warum es seine Leser gefunden hat :).

Meg Wolitzer – Die Interessanten
DuMont Verlag, Köln 2014
ISBN 9783832197452
Gebunden, 608 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext:
Nach dem Tod ihres Vaters will Julie Jacobson nur noch eins: raus aus der Tristesse ihres provinziellen Zuhauses. Das Sommercamp an der Ostküste eröffnet ihr eine neue Welt. Eine Welt der Kunst, Kreativität und Freiheit, verkörpert durch die interessantesten Menschen, denen sie je begegnet ist: Ethan, Jonah, Cathy, Ash und Goodman, fünf junge New Yorker, die Julie ihrer Schlagfertigkeit und ihres schwarzen Humors wegen in ihre privilegierte Clique aufnehmen. 
Die Jahre und Jahrzehnte vergehen, aber nicht jeder der “Interessanten”, wie sie sich selbst halb ironisch nennen, kann aus seinen Begabungen das machen, was er sich als Jugendlicher erträumte. Was bestimmt das Leben Talent, Glück oder das Resultat der eigenen Entschlossenheit?

Kommentar:
Über dieses Buch habe ich erst vor kurzem eine sehr interessante Rezension gelesen, in Erinnerung geblieben ist es mir allerdings wegen des sehr farbenfrohen Covers, gestehe ich.

Matt Ruff – Mirage
dtv, München 2014
ISBN 9783423280211
Gebunden, 496 Seiten, 21,90 EUR

Klappentext:
Bagdad, 9.11.2001 – Was, wenn alles genau anders herum passiert wäre?
Das Attentat erschüttert die Vereinigten Arabischen Staaten (VAS) bis ins Mark: Am 9.11.2001 steuern christliche Fundamentalisten zwei Flugzeuge in die Türme des Welthandelszentrums von Bagdad, ein drittes ins arabische Verteidigungsministerium in Riad, während mutige Passagiere das vierte, für Mekka bestimmte in der Wüste zum Absturz bringen. Die wirtschaftliche Supermacht sagt dem Terror daraufhin den Kampf an und besetzt die Ostküste von Amerika – Entwicklungsland und mutmaßliche Heimat der Terroristen. 
Acht Jahre später neigt sich der Krieg dort seinem Ende zu. Die Terrorgefahr ist allerdings nicht gebannt. Von einem verhafteten Selbstmordattentäter erfahren Mustafa, Samir und Amal, Bundesagenten für Innere Sicherheit, Unglaubliches: In Wahrheit sei Amerika die Großmacht, die arabischen Staaten hingegen rückwärtsgewandte Dritte-Welt-Länder. Die ‘New York Times’ vom 12.9.2001, die beim Attentäter gefunden wird, scheint dies zu bestätigen. Bald entdecken Mustafa und sein Team, dass auch noch andere von dieser vermeintlichen Parallelwelt wissen und vor nichts zurückschrecken, um die Wahrheit darüber zu verschleiern …

Kommentar:
Wer kennt das Buch? Ich fand es ja vom Thema her sofort ansprechend, weil ich ein großer Fan von “Was wäre wenn”-Geschichten bin. New York ist hier einmal nicht zwingend Schauplatz, aber doch maßgeblich wichtig für den Plot, vermute ich :).

Colson Whitehead – Zone One
Carl Hanser Verlag, München 2014
ISBN 9783446244863
Gebunden, 302 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext:
New York nach der Apokalypse: Es gibt nur noch zwei Sorten von Menschen, Nicht-Infizierte und Infizierte, die als Zombies ihr Unwesen treiben. In Zone One, dem südlichen Teil von Manhattan, soll Mark Spitz, ein Held von konkurrenzloser Mittelmäßigkeit, mit einem Trupp Zivilisten die Zombies bekämpfen und die Menschheit retten. Doch ist er vielleicht selbst schon einer von ihnen? Colson Whitehead hat eine grandiose Persiflage des Horror-Genres geschrieben, in der sich Trash-Talk mit feinstem Humor verbindet, ein Porträt der Megapole New York – wie sie werden könnte oder bereits schon ist.

Kommentar:
Ich weiß nicht, ob ich persönlich das Buch lesen würde, aber ich könnte mir vorstellen, dass es auf jeden Fall etwas für Zombie-Fans ist :). Das Cover ist für den Hanser Verlag recht ungewöhnlich, Fotos verwendet er meines Wissens nach nicht übermäßig oft …

David Levithan – Das Wörterbuch der Liebenden
Graf Verlag, Berlin 2010
ISBN 9783862200047
Gebunden, 212 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext:
Von A wie atemberaubend bis Z wie Zenit – was liegt näher, als die Liebe enzyklopädisch zu erzählen? Diese poetische Manhattan-Love-Story in ungewöhnlicher, verspielter Lexikon-Form ist ein Herzensbuch für jeden, der verliebt ist oder sich verlieben möchte. Hast du gemerkt, dass ich mich in meinem Internet-Profil zwei Jahre jünger gemacht habe? – Welch pure Seligkeit, als wir den Küchentisch unter den bestirnten Himmel stellten, um alfresco zu essen. – Ob es eine gute Idee ist, zusammenzuziehen? Sollen nicht wenigstens unsere Bücher eigene Regale behalten? – Du wirst doch nicht etwa Doisneaus Kuss aufhängen. Ich will es nicht wissen, wenn du mir sagst, du hättest mir etwas zu sagen… 
Ein Wörterbuch der anderen Art: Jeder Eintrag erzählt einen Schritt der Annäherung, der immer größer werdenden Nähe, aber damit auch der Verletzlichkeit. Literarisch raffiniert und romantisch, frisch und modern fängt es die beinahe alltäglichen Gefühlsstürme der Liebe ein: Momente des größten Glücks und des Genervtseins, großer Erwartung und kleiner Ernüchterung, und der einzigen Gewissheit, dass Liebe nun mal das Flüchtigste auf der Welt ist.

Kommentar:
Obwohl ich von dem Autor noch nie etwas gelesen habe, klingt dieses Buch wie eine einzige Liebeserklärung – an das Leben und die Liebe selbst. Vielleicht ein wenig kitschig, aber mir gefällt der Klappentext. Und das Cover sowieso :).

Candace Bushnell – One fifth Avenue
DuMont Verlag, Köln 2009
ISBN 9783832180980
Gebunden, 510 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext:
Die Nummer 1 auf der Fifth Avenue ist die vielleicht beste Adresse von New York. Dort wacht die Eigentümergemeinschaft mit Argusaugen darüber, wen man in die illustren Reihen aufnimmt. Als die Gesellschaftskönigin Louise im biblischen Alter von 99 Jahren mit den Füßen zuerst aus dem Haus getragen wird, entbrennt ein erbitterter Kampf um ihr legendäres Penthouse.
Während noch auf der Beerdigung der alten Dame darum geschachert wird, hat Charlene Diamond andere Sorgen. Sie ist nach ein paar gescheiterten Ehen und einer beachtlichen Hollywood-Karriere aus L. A. in das alte Art-Deco-Hochhaus zurückgekehrt, um in New York die Hauptrolle in einer Serie zu übernehmen. Fast zwangsläufig begegnet sie dort ihrer großen Liebe wieder, dem Drehbuchautor Philip, der immer noch hier lebt. Der allerdings wird derart von Lola, seiner blutjungen, frischgebackenen Assistentin, in Beschlag genommen, dass er Charlenes Ankunft kaum bemerkt.

Kommentar:
Sollte euch der Name der Autorin irgendwie bekannt vorkommen: Sie ist die Erfinderin der Kult-Serie “Sex and the City”! Und “One fifth Avenue” ist nicht ihr einziger Roman, der in und um New York spielt. Wenn ihr mit einem gewissen Augenzwinkern tiefere Einblicke in die Welt der Bewohner dieser Stadt bekommen wollt, würde ich die Bücher dieser Autorin empfehlen ;).

Don DeLillo – Falling Man
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2007
ISBN 9783462039207
Gebunden, 304 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext:
Ein kühnes Meisterwerk – Don DeLillos großer Roman über den 11. September New York am 11. September. Eine Stadt in Asche und Rauch. In eindringlichen Bildern zeichnet Don DeLillo den Ablauf der Ereignisse nach: von den Tätern zu den Opfern, von Hamburg nach New York. 
Erzählt wird das Leben einer Familie, die berührende Geschichte einer Liebe, der Alltag nach der Katastrophe. Keith Neudecker, der im World Trade Center gearbeitet hat, kann sich am 11. 9. aus einem der brennenden Türme retten. Er sieht, was geschieht, ohne es zu begreifen, und schlägt sich wie in Trance zu seiner Ex-Frau Lianne und seinem kleinen Sohn Justin durch. In ihrer Verzweiflung klammern sich Keith und Lianne aneinander, sie wollen aus der Einsamkeit der Angst in ein gemeinsames Leben zurückfinden. 
Gespräche, vor allem in Liannes Familie, kreisen um den Schock, um den Terrorismus als ständige Bedrohung. Justin und seine Freunde versuchen im Spiel ihre Angst vor den Terroristen zu überwinden. Keith durchlebt immer wieder das Trauma der Flucht aus den Türmen, und Lianne irrt ziellos durch die Stadt. Und dann sieht sie voller Entsetzen Falling Man, einen Performance-Künstler. Nur mit einem Seil gesichert, stürzt er sich als Chronist des Zeitalters des Terrors hoch oben von den Wolkenkratzern in die Tiefe. Der Terror bestimmt die Realität.

Kommentar:
Der Autor hat mit “Falling Man” die Ereignisse rund um den 11. September verarbeitet. Laut Wikipedia (Ja, das Buch hat einen eigenen Eintrag dort!) basiert es auf zwei Bildern, die in dieser Zeit um die Welt gingen … Und auch wenn diese schlimmen Ereignisse bald 15 Jahre zurückliegen und sich vor allem die Jüngeren unter euch wahrscheinlich gar nicht daran erinnern werden, sind die Folgen dieser Katastrophe immer noch zu spüren.

Truman Capote – Frühstück bei Tiffany
Kein & Aber Verlag, Zürich 2006
ISBN 3036951598
Gebunden, 174 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext:
Die 18-jährige Holly Golightly lässt sich in New York vom Strom des leichten Lebens treiben. Mit unverschämtem Charme und überraschendem Einfallsreichtum schlägt sie sich durch zwischen Bohemiens, Playboys, Gins und Rosen und bleibt sich und ihrem Herzen dennoch immer treu. Und manchmal, wenn sie das “rote Grausen”, diese unbestimmte Furcht, packt, dann hilft ihr nur eins: schleunigst zum Juweliergeschäft Tiffany an der Fifth Avenue zu gehen.

Kommentar:
Was wäre eine Liste über Bücher, die in New York spielen, ohne dieses hier? Und Audrey Hepburn in der gleichnamigen Verfilmung ist sowieso unvergessen … Laut Wikipedia erschien die erste deutsche Übersetzung übrigens 1959 bei uns. Seither war vor allem das Taschenbuch, das bei Rowohlt herauskam, ein absoluter Renner. Ich habe euch hier die letzte Ausgabe aus dem Jahr 2006 aufgelistet, wo es zu einer Neuübersetzung durch Heidi Zerning kam.

Jonathan Safran Foer – Extrem laut und unglaublich nah
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2005
ISBN 9783462036077
Gebunden, 432 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext:
Oskar Schell ist neun Jahre alt. Wie er auf seiner Visitenkarte mitteilt, ist er Pazifist, Erfinder, Schmuckdesigner, Tamburinspieler. Vor allem aber ist er tief traurig und verstört über den Tod seines Vaters. Mit dem Tamburin läuft Oskar durch New York, auf der Suche nach einem Türschloss, in das ein geheimnisvoller Schlüssel aus den Hinterlassenschaften des Vaters passen könnte. 
Auf dieser Odyssee begegnet Oskar, der den Grund für den sinnlosen Tod des Vaters herausfinden will, vielen ungewöhnlichen Menschen und gerät in aberwitzige Abenteuer. Verbunden mit Oskars Geschichte ist die seiner deutschen Großeltern, die nach der Bombardierung Dresdens, gezeichnet von Trauer und Verlust, nach New York geflüchtet sind.

Kommentar:
Wie man sieht, liegt das Erscheinungsdatum dieses Buches schon ein wenig zurück. Trotzdem erinnere ich mich noch gut daran – vor allem wegen seines ungewöhnlichen Covers. Dies war übrigens das erste Buch für mich, wo ich mir dachte “Ach, das spielt in New York”?

Jerome D. Salinger – Der Fänger im Roggen
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2003
ISBN 9783462032185
Gebunden, 272 Seiten, 15,00 EUR

Klappentext:
Holden Caulfield ist eine Kultfigur der amerikanischen Literatur. Er ist sechzehn Jahre alt und irrt durch New York, traurig, krank, verwirrt. Generationen von Lesern haben sich in ihm wiedererkannt, in seinen Träumen und Hoffnungen, in seinen Ängsten und Schwierigkeiten, erwachsen zu werden. Nun spricht er mit einer neuen deutschen Stimme – frech und witzig, traurig und provozierend, ehrlich.

Kommentar:
Falls ihr schon darauf gewartet habt, dass ich das Buch aufliste – hier ist es :). Die Geschichte zu diesem Roman liest sich übrigens auch sehr spannend: 1954 erschien auf Deutsch eine sehr verfälschte Fassung (die 50er Jahre halt!), weswegen es 1962 bei KiWi zu einer Neuauflage kam, die von Heinrich Böll durchgesehen wurde. Erst danach wurde es zu dem Klassiker, der es heute ist.

Philip Roth – Das sterbende Tier
Carl Hanser Verlag, München 2003
ISBN 9783446202733
Gebunden, 164 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext:
David Kepesh, ein in Ehren ergrauter bekannter Kulturkritiker, der regelmäßig im Fernsehen auftritt und eine Dozentur an einem New Yorker College hat, ist über sechzig, als er die wohlerzogene Studentin Consuela Castillo kennen lernt, Tochter reicher kubanischer Exilanten, die sein Leben in erotische Turbulenzen stürzt.
Als in den sechziger Jahren die sexuelle Revolution begann, hat Kepesh Frau und Kind verlassen, und seither hat er mit einer Lebensweise experimentiert, die bestimmt ist durch das, was er als “männliche Emanzipation” bezeichnet. Im Lauf der Zeit hat er den Protest und die Freizügigkeit dieser Jahre in ein geordnetes Leben integriert, das ganz und gar seinen erotischen und ästhetischen Leidenschaften gewidmet ist. Doch Consuela stellt mit ihrer Jugend und Schönheit all seine Gewissheiten in Frage, und eine quälende sexuelle Besessenheit stürzt ihn in die Abgründe einer verzehrenden Eifersucht.

Kommentar:
Gerhard Roth, Josef Roth und Philip Roth – ihr könnt euch vorstellen, dass ich recht lange gebraucht habe, um diese drei Autoren auseinanderzuhalten, oder? Philip Roth ist allerdings der einzige amerikanische Autor dieses Nachnamens und er wurde bereits einmal für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen, den er allerdings nicht erhalten hat.

Nicola Kraus / Emma McLauglin – Die Tagebücher einer Nanny
Manhattan Verlag, München 2003
ISBN 9783442545537
Gebunden, 345 Seiten, 21,90 EUR

Klappentext:
Für Nanny war ein Job als Kindermädchen bisher immer der beste Weg, ihr Studium in New York zu finanzieren. Als sie von den Eltern des vierjährigen Grayer angeheuert wird, ahnt sie jedoch nicht, worauf sie sich eingelassen hat. 
Schon bald ist sie für die Organisation des Alltags der so reichen wie neurotischen Mutter zuständig und muss nebenbei auch noch die Spitzenunterwäsche der Geliebten des Vaters entsorgen. Gäbe es da nicht den attraktiven Harvard-Studenten, der im selben Haus wie Grayers Familie wohnt und in den sich Nanny Hals über Kopf verliebt hat, sie würde in diesem Alptraum den Verstand verlieren…

Kommentar:
An dieses Buch bzw. Hörbuch erinnere ich mich noch gut. Das erschien nämlich etwa zu der Zeit, wo “Sex and the City” bei uns in aller Munde war. Und ich weiß auch noch, dass ich mir dachte, dass das wirklich pervers ist, wie diese reichen New Yorkerinnen ticken. Das Kind tat mir so leid! So aufzuwachsen ist wirklich eine Strafe …

Siri Hustvedt – Was ich liebte
Rowohlt Verlag, Reinbek 2002
ISBN 9783498029715
Gebunden, 277 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext:
New York, 1975. Der Kunsthistoriker Leo Hertzberg entdeckt in einer der zahlreichen Galerien der Stadt ein Gemälde des Malers William Wechsler – das Bild einer jungen Frau mit dem rätselhaften Titel “Selbstporträt”. Der Theoretiker Leo und der Künstler Bill werden enge Freunde, ziehen in das gleiche Haus, in dem sie die Erfahrungen von Heirat, Ehe, Vaterschaft und Trennung teilen. 25 Jahre später erzählt Leo davon.

Kommentar:
Ich schätze, zu Siri Hustvedt brauche ich auch kaum Worte verlieren, oder? Jedes Mal, wenn ein neues Buch der Autorin erscheint, wandert es mit schöner Regelmäßigkeit durch die Besprechungen und Feuilletons der renommierten Zeitungen. “Was ich liebte” zählt für manche sogar als bestes Buch, welches die Autorin bisher geschrieben hat.

Jonathan Franzen – Die Korrekturen
Rowohlt Verlag, Reinbek 2002
ISBN 9783498020866
Gebunden, 736 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext:
Nach fast fünfzig Jahren als Ehefrau und Mutter ist Enid Lambert entschlossen, ihr Leben ein wenig zu genießen. Alles könnte so angenehm sein, gemütlich, harmonisch – einfach schön. Doch die Parkinsonsche Krankheit hat ihren Mann Alfred immer fester im Griff, und die drei Kinder haben das traute Familienheim längst verlassen – um ihre eigenen tragikomischen Malaisen zu durchleben. 
Der älteste, Gary, stellvertretender Direktor einer Bank und Familienvater, steckt in einer Ehekrise und versucht mit aller Macht, seine Depressionen kleinzureden. Der mittlere, Chip, steht am Anfang einer vielversprechenden Karriere als Literaturprofessor, aber Liebestollheit wirft ihn aus der Bahn, und er findet sich in Litauen wieder als verlängerter Arm eines Internet-Betrügers.Und das jüngste der Lambert-Kinder, die erfolgreiche Meisterköchin Denise, sinkt ins Bett eines verheirateten Manne und setzt so, in den Augen der Mutter zumindest, Jugend und Zukunft aufs Spiel.
In dem Wunsch, es sich endlich einmal so richtig gutgehen zu lassen – und Alfredaus seinem blauen Sessel zu locken, in dem er immer schläft -, verfolgt Enid nun ein hochgestecktes Ziel: Bald nach der Luxus-Kreuzfahrt, zu der sie voller Vorfreude mit Alfred aufbricht, möchte sie die ganze Familie zu einem letzten Weihnachtsfest zu Hause um sich scharen.

Kommentar:
Laut buecher.de ist dieses Buch das erfolgreichste Buch in den USA. Und ich erinnere mich noch gut daran, was für einen Wirbel es bei uns damals ausgelöst hat … Franzen hat es auf jeden Fall damit geschafft, in eine Autorenriege aufzusteigen, wo es jedes Mal ein ganz ordentliches Medienrauschen gibt, wenn ein neues Buch erscheint :).

Salman Rushdie – Die Wut
Kindler Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783463404066
Gebunden, 384 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext:
Malik Solanka, 55 Jahre alt und Professor für Kulturgeschichte in Cambridge, wird in letzter Zeit immer häufiger von unerklärlichen Wutausbrüchen heimgesucht. Um seine Frau und seinen Sohn vor diesen Anfällen zu schützen, läßt er die beiden in London zurück und zieht allein nach New York. Doch auch dort holt ihn die Vergangenheit wieder ein…

Kommentar:
Ich denke, dieser Autor ist wohl jedem bekannt, seit er sich für sein Werk “Die satanischen Verse” den Unmut des iranischen Revolutionsführers Chomeini zuzog. Obwohl sich der Iran 1995 offiziell von der Todesdrohung distanzierte, fordern ultrakonservative Kreise noch immer seinen Tod und haben das Kopfgeld auf den Autor erhöht. Nach über zehn Jahren im Verborgenen lebt Rushdie heute offiziell in New York, habe ich gelesen. Ist das nicht schlimm? Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das ist, immer in Angst leben zu müssen …

E. L. Doctorow – City of God
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2001
ISBN 9783462030310
Gebunden, 400 Seiten, 22,96 EUR

Klappentext:
New York am Ende des 20. Jahrhunderts. Aus der episkopalischen Kirche im East Village ist das große Messingkreuz gestohlen worden. Thomas Pemberton, der von tiefen Glaubenszweifeln gequälte Pfarrer, erfährt bald darauf, dass das Kreuz auf dem Dach einer Synagoge an der Upper West Side entdeckt wurde. Ob nun frevlerisch oder symbolhaft, dieser Vorfall führt Thomas mit den Rabbinern Joshua und Sarah Gruen zusammen. Sie diskutieren über die Frage, welchen Wert die Religion noch in einem Jahrhundert haben kann, das so barbarisch war wie das zwanzigste …

Kommentar:
Anfangs habe ich den Autor mit Cory Doctorow verwechselt, ich gestehe es :). Bei genauerem Hinschauen habe ich dann allerdings gemerkt, dass es sich um einen ganz anderen Autor handelt, der auch andere Themen behandelt hat. Leider ist er vergangenes Jahr gestorben …

Anna Mitgutsch – Haus der Kindheit
Luchterhand Literaturverlag, München 2000
ISBN 9783630870649
Gebunden, 320 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext:
Seit Kindertagen hat Max die Fotografie des Hauses vor Augen, das seine Mutter in Österreich verlassen musste. Es bindet ihn an das Europa seiner jüdischen Vorfahren, obwohl er seit seiner Kindheit in New York lebt. Als er sich aber bemüht, in den Besitz dieses Hauses zurückzugelangen, muss er sich fragen, was er eigentlich sucht: ein Gebäude; Menschen, mit denen er sein Leben teilen möchte; eine Heimat, verschüttet unter den Überresten der Geschichte. Oder möchte er dem einzigen Traum seiner Mutter zur Wirklichkeit verhelfen?

Kommentar:
Es war mir wirklich eine Freude, als ich gesehen habe, dass sogar eine heimische Autorin zu dem Thema “New York” ein Buch geschrieben hat. Daher musste es natürlich in diese Liste mit hinein, keine Frage :).

Zu guter Letzt stelle ich noch ein weiteres Buch vor, das für mich eigentlich außer Konkurrenz läuft:

Paul Auster – Mein New York
Rowohlt Verlag, Reinbek 2000
ISBN 9783498000547
Gebunden, 114 Seiten, 15,24 EUR

Klappentext:
New York: eine der großen Metropolen dieser Welt, rastlos, kreativ und unüberschaubar – viel beschriebenes Sinnbild futuristischer Visionen und pulsierender Gegenwart. Der Schriftsteller und Filmemacher Paul Auster, dort aufgewachsen, hat sich von ihr inspirieren lassen wie kaum ein Künstler zuvor. New York ist ein Schlüssel zu seinem Werk und umgekehrt hat er den Schlüssel zur Stadt. Aber es ist nicht der goldene Schlüssel, der im Rathaus auf rotem Samt liegt, sondern ein Dietrich zu den versteckten Gassen, unterirdischen Kavernen und leer stehenden Häusern, die sonst kaum jemand bemerkt.Nennen wir dieses Terrain Austeralien, eine Unter- und Nebenwelt voll merkwürdiger Figuren und Ereignisse, ein antipodisches Negativ des Glitzers von Times Square und Fifth Avenue, so in der Stadt lokalisiert, wie das Nervensystem den Körper durchzieht.

Kommentar:
Hier konnte ich leider das Originalcover nicht mehr finden, sondern nur noch das des Taschenbuchs … Bücher.de schreibt über dieses Buch folgendes: “‘Mein New York’ ist ein schmaler, wunderschöner Band über die Stadt der Städte. Ein absolutes Muss für die Leser von Paul Auster, für New-York-Schwärmer und bibliophile Geister”. Muss ich mehr sagen, warum ich genau dieses als allerletztes ausgesucht habe? 🙂


Und nun zum Abschluss komme ich noch einmal zum eingangs erwähnten Gewinnspiel :). Notiert euch das nachfolgende Wort in meinem Blog und kombiniert es mit den Wörtern, die ihr den Beiträgen der anderen Teilnehmer findet. Am Ende bekommt ihr einen vollständigen Lösungssatz, mit dem ihr bei Silvia und Astrid gewinnen könnt!

Der zweite Teil des Lösungssatzes lautet: „wird“.

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Wie läuft das mit dem Bücherbloggen?

Unter diesem Titel hat Tobi auf lesestunden.de einen interessanten Blogbeitrag zu unseren Bloggergewohnheiten veröffentlicht. Jeder, der mag, ist aufgerufen, sich ebenfalls dazu Gedanken zu machen. Und damit uns das Ganze leichter fällt, hat er freundlicherweise einen ganzen Sack Fragen dagelassen :).

Wie entscheidest du, ob du über ein Buch bloggst oder nicht?

So eine Art 0815-Regel habe ich da gar nicht. Oft fällt die Entscheidung recht spontan aus dem Bauch heraus, weil ich das Gefühl habe, zu diesem Buch möchte ich etwas sagen. Das passiert zwangsläufig natürlich mit Büchern, die ich sehr gut oder sehr schlecht finde – in beiden Fällen bewegen sie etwas in mir. Eine Ausnahme sind natürlich Rezensionsexemplare oder Bücher, die über Portale wie Blogg dein Buch zu mir finden – logisch. Und dann natürlich noch Bücher, die ich für Challenges lese, wo es nachher eine Rezi zu schreiben gilt. 

Woher nimmst du deine Inspiration für neue Beiträge?

Das ist eigentlich auch ganz verschieden. Manchmal springen mich die Themen einfach an durch das, was ich lese, sehe oder höre. Oft sind auch Beiträge auf anderen Blogs interessant genug, dass ich mir Gedanken dazu mache und diese dann veröffentliche. 

Was willst du mit deinem Blog erreichen?

Ich schreibe gern. Und ein Blog ist für mich eine gute Möglichkeit, das zu tun. Natürlich freue ich mich aber auch darüber, wenn jemand anderem mein Geschreibsel so gut gefällt, dass er es gern liest (Auch wenn wir Blogger keine Autoren im eigentlichen Sinn sind). Wer will denn nicht gelesen werden?

Wie viel Zeit nimmst du dir für das Verfassen eines neuen Beitrags?

Das ist sehr unterschiedlich. Wenn mir ein Beitrag am Herzen liegt, kann es lange dauern, sicher zwei Stunden oder so. Manche schreibe ich aber auch schneller wie beispielsweise die Montagsfrage, wenn ich mich an dieser Aktion beteilige. Da brauche ich dann nur 30 oder 45 Minuten. Manche Beiträge brauchen auch Zeit zum Reifen. Das ist so ein bisschen wie Wein. Da schreibe ich ein wenig daran, mache Pause, schreibe wieder weiter, wenn ich Zeit habe. Solche Beiträge können dann schon auch mal länger im Entwurfsstatus verharren :).

Wie oft erscheint in deinem Blog ein Beitrag?

Etwa alle drei bis vier Tage, wenn es gut läuft. Wenn es nicht gut läuft, kann der Abstand zwischen zwei Beiträgen aber auch mal fünf Tage bis zu einer Woche sein.

Bloggst du regelmäßig und hast feste Tage bzw. Abstände in denen Beiträge erscheinen?

Die Frage sollte eigentlich fast ein bisschen Hand in Hand gehen mit der vorigen :). Eigentlich möchte ich ja regelmäßig schreiben, aber wer mein Blog liest, wird schon gemerkt haben, dass mir das nicht immer gelingt. Manchmal erscheint fünf Tage kein Beitrag, dann dafür wieder zwei Tage hintereinander einer. Ich bewundere in dem Zusammenhang alle Leute, die es schaffen, einen Redaktionsplan zu haben und dann zu festgelegten Zeiten diese Texte dann auch zu schreiben und zu veröffentlichen. Als Vollzeit-Arbeitende reiße ich mir die Zeit oft einfach irgendwo raus und schreibe, wenn es passt …

Hast du einen festen Tag, an dem du Blogbeiträge schreibst und dich um deinen Blog kümmerst?

Nein, leider nicht. Häufig nehme ich mir am Wochenende Zeit, aber auch das klappt nicht immer.

Hast du mehrere Beiträge fertig verfasst als Entwurf, oder veröffentlichst du jeden Beitrag sofort?

Wenn man es genau nimmt: Weder – noch :D. Denn meine Beiträge sind normalerweise immer nur im Entwurf, wenn ich sie noch nicht fertig geschrieben habe. Wenn sie fertig sind, veröffentliche ich sie auch. Da aber immer nur ein Beitrag auf einmal fertig wird, gibt es auch meistens immer nur einen Beitrag pro Tag …

Hast du Hilfsmittel, wie einen Planer, eine App oder irgendein Gadget?

Eigentlich nicht. Ich nutze aber den Entwurfsstatus gerne, um Ideen für Beiträge zu sammeln. Ein Beitrag ist ja gleich mal angelegt, da gebe ich oft einen  Arbeitstitel ein – und das war’s dann erst mal. Erst beim Ausarbeiten wird dann daraus ein echter Text, den ich veröffentliche.

Schreibst du deine Beiträge direkt in WordPress bzw. der Blogsoftware, oder zuerst auf Papier oder in anderer Software?

Fast immer direkt online. Heutzutage ist ja Online-Zeit nicht mehr so teuer wie früher einmal, da tippe ich das gleich direkt in den Editor :D.

Schreibt du die Beiträge auf einmal, oder in mehreren Schritten?

Manchmal ja, manchmal nein. Meine Rezensionen schreibe ich fast immer am Stück herunter, da mir sonst häufig entfällt, was ich sagen möchte. Beiträge wie diesen Fragenkatalog mache ich aber auch mit Pausen dazwischen.

Hast du schon einmal einen Beitrag komplett verworfen, weil du mit der Qualität nicht zufrieden warst?

Nicht wirklich. Eher fange ich an, ihn umzuschreiben. Verwerfen wäre zwar kein Problem, aber das fällt dann unter das bereits erwähnte “Der Beitrag muss reifen” :D.

Wo schreibst du deine Beiträge (z.B. immer auf dem iPad Pro in der Badewanne)? Gibt es ein Bild von deinem „Blogarbeitsplatz“?

Total unterschiedlich. Ich schreibe eigentlich immer da, wo ich grad einen Rechner und Zeit habe. Das kann zuhause sein, unterwegs, wo es halt gerade zeitlich passt :). Am Tablet oder Handy ist mir aber zu mühsam, ich ziehe es vor, eine normale Tastatur vor mir zu haben, denn gerade bei langen Beiträgen bin ich da einfach schneller.

Bloggst du alleine oder mit anderen zusammen?

Ich habe früher einmal mit jemandem zusammen ein Blog gehabt, das hat aber nur mäßig gut funktioniert. Die meiste Zeit kamen die Beiträge doch wieder von mir, weswegen ich mittlerweile meistens alleine blogge. Der Leseratz hier war aber von Anfang an mein eigenes Baby – und das wird er auch bleiben ;).

Machst du für deine Beiträge eigene Fotos? Wenn ja, welche Rolle spielen sie für dich und wie bereitest du sie auf? Wie viel Zeit investierst du für deine Fotos?

Manchmal. Ich gebe zu, ich hätte oft gern mehr Zeit dafür, wenn ich die hübschen Fotos sehe, die andere Buchblogger online stellen, aber abends ist das Licht meistens zu schlecht, um wirklich schöne Bilder zu machen … Und tagsüber habe ich nur am Wochenende Zeit und dann auch nicht oft, weil ich dann auch gerne rausgehe und andere Sachen mache. Aber ich bemühe mich zumindest, immer wieder schöne Bilder rauszusuchen, mit denen ich Beiträge wie diesen hier ein wenig aufhübschen kann (Wenn es jemanden interessiert: Die Fotos in diesem Beitrag stammen von meinem Instagram-Account ;)).

Besprichst du auch Rezensionsexemplare und wie gehst du damit um?

Ja, das mache ich. Ich habe zwar immer wieder mit dem Gedanken gespielt, darauf zu verzichten, aber so ganz loslassen kann ich dann doch wieder nicht … Ich habe es mir aber zur Angewohnheit gemacht, genau zu kommunizieren, ob ich Zeit habe, Rezensionsexemplare zu lesen oder nicht. Und normalerweise nehme ich bei meiner knappen Lesezeit auch nur ein bis zwei Exemplare pro Monat an, damit noch Zeit ist für Bücher von meinem SuB :).

Wie wichtig sind für dich Social Media Kanäle und wie viel Zeit und Aufwand verbringst du, sie zu pflegen?

Ich gebe zu, im Moment habe ich damit ein kleines Problem, weil ich mittlerweile auf vier verschiedenen Kanälen – Facebook, Google+ (zwangsläufig), Twitter und Instagram – angemeldet bin, mich aber gefühlt zu wenig um die Plattformen kümmere. Das ist nicht unbedingt böse Absicht, aber ich hab derzeit einfach nicht die Zeit dafür … Ich habe aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es wieder besser wird und ich mich wieder mehr kümmern kann :). Also, seht es mir nach, wenn ich aktuell vielleicht ein wenig schweigsamer als sonst bin.

Wie viel Zeit investierst du in technische Anpassungen und Pflege deines Blogs?

In letzter Zeit eigentlich eher wenig, interessanterweise. Ist wahrscheinlich wohl auch meinem Zeitmangel zuzuschreiben, fürchte ich. Ich sollte mir aber mal wieder meine Seitenleiste vornehmen, denke ich, das ist so meine liebste Baustelle, weil ich da immer das Gefühl habe, da könnte man noch etwas optimieren.

Was recherchierst du, bevor du ein Buch rezensierst?

Unterschiedlich. Nachdem ich in der Regel auf bibliographische Angaben verzichte, fällt diese Recherche meistens weg. Wenn ich allerdings ein Hörbuch rezensiere, schaue ich meistens nach, wie lange es dauert, weil ich das gerne angebe. Auch zur Sprecherin oder zum Sprecher sage ich gern etwas. Liegt ein Buch nur als E-Book vor, gebe ich das auch an.

Lese ich ein Buch auf Englisch, schreibe ich mittlerweile auch den deutschen Titel dazu, weil die meisten mit dem mehr anfangen können (Vorausgesetzt, das Buch gibt es auch schon auf Deutsch). Ich versuche also, die Besonderheiten ein wenig herauszuarbeiten, wenn es welche gibt.

Machst du auch einmal eine längere Pause vom Bloggen?

Was ist länger? Eine Woche? Ein paar Wochen oder Monate? Ich weiß nicht genau, wie ich das beantworten soll :D. Ich bin eigentlich schon ein wenig der “Ganz oder gar nicht”-Typ. Sprich: Entweder ich blogge, weil ich es möchte oder ich lasse es bleiben. Pausiert in dem Sinn, dass das Blog eine längere Zeit lang brachliegt, habe ich eigentlich nie …

Beeinflussen dich andere Blogger oder Verlage über Themen oder Bücher zu schreiben? Wie groß ist dieser Einfluss?

Verlage weniger, aber Blogger schon. Besonders dann wenn wieder ein neuer Hype zu einem bestimmten Buch losgetreten wird, werde ich schon neugierig, warum ein einzelnes Buch bei so vielen Leuten so gut ankommt. Es gibt aber auch Titel, wo ich mich nicht anstecken lasse, besonders dann wenn ich weiß, dass das Buch thematisch mich absolut nicht anspricht. Es muss also schon bestimmtes Grundinteresse da sein, dass ich mich von dem Sog mitziehen lasse :).

Wie entscheidend ist für dich die Aktualität eines Buches? Schreibst du lieber über aktuelle Bücher oder ist der Erscheinungszeitpunkt egal?

Wenn ich jetzt sagen würde, dass die Aktualität gar keine Rolle spielt, wäre es gelogen. Ab und zu gefällt es mir schon, auch mal bei den ersten zu sein, die ein bestimmtes Buch vorstellen. Aber es muss nicht um jeden Preis so sein. Ich stelle auch gerne Bücher vor, die schon etwas älter sind. Warum nicht? Vieles hat Aufmerksamkeit auch dann noch verdient, wenn der Reiz des Neuen schon lange verflogen ist. Genauso gern stelle ich auch mal Bücher vor, die eher ein Nischendasein führen. Deswegen bin ich Indie-Autoren auch grundsätzlich gegenüber aufgeschlossen, es gibt schließlich überall Schätze zu entdecken :).

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Was macht einen guten Krimi aus?

Genau diese Frage stellt Joyce Summer bei ihrer Blogparade auf ihrem Blog (Ihr erinnert euch vielleicht an ihr Buch “Mord auf der Levada”, ich habe es hier rezensiert). Da konnte ich natürlich nicht nein sagen und haben mir ebenfalls ein paar Gedanken dazu gemacht, wie für mich der ideale Krimi aussieht.

Lieber Cosy oder Hard Core?

Muss ein Krimi vor Blut und Leichen nur so überquellen? Oder darf es auch gemütlich zu gehen? Wollt ihr den Tod in all seiner Deutlichkeit beschrieben haben? Soll ein Krimi Gänsehaut und schlaflose Nächte bereiten?

Blut und Leichen überlasse ich ehrlich gestanden lieber dem Thriller-Genre. Da passt es (meistens) hin. Beim Krimi mag ich es lieber etwas beschaulicher. Ein Tote(r) sollte natürlich dabei sein, ansonsten hat der oder die ErmittlerIn ja keinen Grund, aktiv zu werden. Aber deswegen muss es kein spektakulärer Mord sein, wo man vielleicht hinterher den Toten nur noch in Einzelteilen findet.

Jedes Detail brauche ich da auch nicht, ein kleines bisschen darf hier ruhig der Phantasie überlassen sein. Selbst bei meinen Thrillern muss das nicht sein, da ich nach wie vor der Meinung, dass der Thrill im Kopf entsteht – und nicht alleine durch detailverliebte mörderische Beschreibungen … Die Gänsehaut überlasse ich hier auch lieber den Thrillern, das finde ich, ist in diesem Genre besser aufgehoben.

Wie sollen die Charaktere sein?

Brauche ich Protagonisten, mit denen ich mich identifizieren kann? Oder kann der Kommissar, Ermittler oder – wer auch immer das Verbrechen aufklären will – unsympathisch, gebrochen oder sogar selber kriminell sein?

Die Charaktere spielen meiner Meinung nach eine wichtige Rolle! Egal, ob es nun um den (noch) unbekannten Antagonisten oder die ermittelnde Person geht, ich möchte mit diesen Figuren mitleben. Der oder die MörderIn muss deswegen auch per se nicht böse sein, es gibt viele Gründe, warum man tötet, da finde ich es auch in Ordnung, wenn ich am Ende Sympathien für den Antagonisten entwickle (Vielleicht weil die getötete Person wirklich ein Ekelpaket war oder so).

Die Figuren müssen deswegen auch keine Superhelden sein (Okay, ein bisschen Grips sollten sie schon haben, nur mit Glück die Lösung zu finden, ist ein wenig unglaubwürdig), dürfen Fehler machen und ihre Ecken und Kanten haben, solange sie liebenswürdig bleiben. Ich weiß, gerade seit Mankell ist der grüblerische oder grantelnde Kommissar sehr IN, aber ich habe mich mittlerweile an diesen Charakteren satt gelesen. Genauso wie ich die ewige Sozialkritik bei den Plots nicht mehr sehen oder hören mag (Die hab ich im echten Leben und in den Medien schon kiloweise).

Welche Rolle spielt der Ort des Geschehens?

Wie wichtig ist euch der Ort des Geschehens? Soll der Autor den Ort genau beschreiben? Oder spielt er eher eine untergeordnete Rolle? Mögt ihr lieber Krimis, die in warmen Ländern spielen?
Oder den Krimi, der in der Heimat, im Ort um die Ecke spielt, so dass man vielleicht etwas wiedererkennt? Oder doch lieber den klassischen Skandinavien Krimi?

Beim Ort hab ich keine durchgängige Meinung. Das hängt sehr stark davon ab, zu welcher Art Krimi ich greife. Wenn es ein Regiokrimi ist, dann erwarte ich schon, auch etwas von der Gegend zu lesen, wo der Krimi spielt. Dann möchte ich das Gefühl haben, dort zu sein, Land und Leute kennenzulernen, beim Lesen die kulinarischen und kulturellen Genüsse zu erfahren. Einfach im Geiste reisen :). Und dabei dürfen es auch durchaus Orte sein, wo vielleicht bisher noch kein Krimi gespielt hat – Verbrechen gibt es schließlich überall.

Ich mag aber auch Krimis, wo der Ort eher in den Hintergrund tritt. Katharina Peters beispielsweise schreibt solche Krimis. Die spielen zwar alle in Deutschland, aber nicht immer am selben Ort, weil die Autorin die Kommissarin reisen lässt. Und in der Regel steht auch der Fall, an dem die Ermittlerin arbeitet, im Vordergrund – und nicht der Ort.

Zu den nordischen Krimis muss ich auch sagen, dass ich von denen wieder abgekommen bin. Dieses düstere Element, dass diese Bücher wie ein roter Faden durchzieht, ist derzeit nicht meins. Was aber nicht heißen soll, dass sich das nicht wieder irgendwann ändert oder ich vielleicht eine Ausnahme mache :).

Und was ist mit der Stimmung?

Soll der Krimi eher düster sein? Oder darf es auch mal mit einem Augenzwinkern zu gehen?

Okay, bei der Antwort auf die Frage hab ich jetzt wohl schon ein wenig vorgegriffen … Düster finde ich nicht wirklich schlecht, ich habe nur das Gefühl, dass das mittlerweile schon so abgegriffen ist, dieses Stilelement, dass es mich einfach nicht mehr anspricht.

Da bin ich im Vergleich tatsächlich lieber auf der humorvollen Seite zuhause. Natürlich ist ein Krimi nicht primär eine Komödie, aber so richtig bierernst muss es auch nicht die ganze Zeit zugehen. Selbst der Kommissar darf Humor haben, finde ich, solange er im richtigen Moment wieder ernst wird :).

Wollt ihr einen realen Bezug?

Kann der Krimi völlig der Fantasie des Autors entspringen, oder mögt ihr es lieber, wenn es einen realen Bezug auf reale Ereignisse und Personen gibt?

Den realen Bezug finde ich spannend, warum auch nicht? Aber er muss dann auch wirklich exzellent recherchiert und gut in die Geschichte eingebaut sein, damit es nicht zu konstruiert und an den Haaren herbeigezogen wird. Daher ist mir das nicht so wichtig, auch wenn ich es mag. Die Geschichte selbst muss stimmen, der reale Bezug ist da eher sekundär.

Seid ihr Mitrater?

Wie steht es damit? Soll der Täter eine der Hauptfiguren sein? Die Hinweise im Text so, dass man die Chance hat mitzuraten? Oder spielt das keine Rolle und auch wenn der Mörder jemand ist, der erst am Ende des Buches eingeführt wird, nehmt ihr das dem Autor nicht übel?

Mitrater bin ich fast immer :). Das ist mir mittlerweile schon so in Fleisch und Blut übergegangen, dass das fast unbewusst passiert. Ich bin hier auch entsetzlich schlecht, das weiß ich, deswegen freut es mich nie, wenn sogar ich vor dem Ende weiß, wer der Täter ist, denn war der Plot in meinen Augen zu einfach konstruiert. Ich rätsle eben unheimlich gern mit, lasse mich aber auch mindestens genauso gern von einer unerwarteten Wendung überraschen, die der Geschichte eine ganz andere Richtung gibt!

Im echten Leben dürfte der Mörder wahrscheinlich meistens tatsächlich jemand sein, denn der ermittelnde Beamte nicht am Radar hat. Trotzdem ist das für mich als Leserin meistens unbefriedigend, weil ich da irgendwie das Gefühl habe, ein wenig an der Nase lang geführt worden zu sein. So nach dem Motto: Ziehen wir noch schnell das Kaninchen aus dem Hut, ehe die Zaubervorstellung zu Ende geht. Daher sollte der Täter schon auch in dem Buch vorgekommen, darf aber ruhig lange eine Nebenfigur bleiben, ehe der Ermittler ihn überführt.

Vielleicht fallen euch noch ganz andere Dinge ein, die für euch einen guten Krimi ausmachen. Ich bin gespannt.

Ich finde die Handlung unheimlich wichtig! Deswegen stelle ich es mir auch so schwer vor, einen richtig guten Krimi zu schreiben. Warum wird jemand dazu getrieben, so eine furchtbare Tat wie einen Mord zu begehen? Wie sieht das Umfeld der getöteten Person aus? Wer hatte ein Motiv, die Person zu töten? Wie sieht es mit der Mordmethode aus? Das muss in meinen Augen alles stimmig und herleitbar sein, damit ich der Geschichte gut folgen kann – inklusive ein paar Überraschungen, die mich bei der Stange halten und mitfiebern lassen :).

Wobei wenn ich ehrlich sein will, glaube ich nicht, dass es den perfekten Krimi wirklich gibt. Dazu sind mittlerweile einfach zu viele unterschiedliche Typen von Krimis auf dem Markt. Das ist aber auch gut so, denn damit hat jeder von uns die Chance, den Krimi zu finden, der ihm wirklich gefällt :). Was meint ihr? Wie sieht für euch ein guter Krimi aus?

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