Rezension Shana Gray – Diamond Men “Mr. Monday”

“Diamond Men – Versuchung pur” von Shana Gray ist im Original unter dem Titel “Working Girl” erschienen. Die Geschichte erscheint bei uns auf zwei Arten, entweder als Taschenbuch Anfang Dezember oder als siebenteilige Reihe als E-Book.

Die E-Book Ausgaben sind sehr kurz, jede enthält etwa 50 Seiten und beschreibt jeweils einen Wochentag bzw. einen der “Diamond Men”.

Klappentext laut Verlag:

Sieben Tage – sieben Prüfungen – sieben unwiderstehliche Männer! Für wen wird Tess sich entscheiden?

Tess‘ einziger Wunsch? Rache! Diamond Enterprises hat ihren Vater ruiniert und sie will es dem Konzern heimzahlen. Deshalb bewirbt sie sich als Assistentin des Firmenbosses. Eine Woche soll sie nun täglich bei einem anderen Chef vorstellen.

Teil 1:
Das erste Bewerbungsgespräch mit dem faszinierenden Mr. Monday, der sie in einem Helikopter entführt, lenkt Tess gefährlich von ihren Vergeltungsplänen ab …

Meine Meinung:

Nachdem diese Reihe für Fans von “Calendar Girl” beworben wird, ist eigentlich ziemlich klar, worauf man sich hier beim Lesen einlässt. Wer meine Rezensionen verfolgt hat, weiß, dass “Calendar Girl” für mich in gewisser Weise ein rotes Tuch darstellt, aber so ganz so weltfremd liest sich der Auftakt zu “Diamond Men” im Vergleich Gott sei Dank doch nicht. Ich wurde in gewisser Weise sogar positiv überrascht, aber dazu später mehr.

Dass die Protagonistin Tess heißt, erfahren wir eigentlich nur aus dem Klappentext, da die Geschichte komplett in der Ich-Person erzählt wird. Recht ausführlich wird beschrieben, welche Absichten Tess verfolgt, sich bei Diamond Enterprises zu verfolgen (Für meinen Geschmack für die Kürze dieses E-Books fast ein bisschen zu oft). Darüber hinaus gibt es die üblichen Beschreibungen ihrer Kleidung, ihres Taschen-Ticks und so weiter (lediglich die ultrahohen High Heels habe ich vermisst).

Der Schreibstil ist einfach, die knapp über 50 Seiten lassen sich daher sehr rasch lesen. Wer sich in Sachen Erotik vom Stil her etwas Neues erwartet, wird bestimmt aber herb enttäuscht werden, denn Shana Gray verwendet die mittlerweile schon fast üblichen Beschreibungen dafür, wie heiß “Mr. Umwerfend” doch ist (Wie er wirklich heißt, erfahren wir in diesem ersten Teil nicht).

“Ich schnappte nach Luft, als ich den Mann dort erblickte. Mein Herz begann heftig zu klopfen, und meine Nerven flatterten”.
8%

Ich schätze, ihr könnt euch vorstellen, was ich meine.

[SPOILER ANFANG]
Überrascht hat mich allerdings doch etwas: Obwohl sich Tess – wie anscheinend alle Erotik-Protagonistinnen – bei seinem Anblick in einen sabbernden Teenager verwandelt, kommt es doch nicht zum Äußersten – vielleicht weil das E-Book einfach zu kurz ist?
[SPOILER ENDE]

Dem Ende merkt man deutlich an, dass dieses E-Book nur ein Siebtel einer Geschichte ist, es hört eigentlich mitten in einer Szene auf, um den Leser dazuzubringen, sich den nächsten Teil zu holen. Die knapp über 50 Seiten sind daher eher als Auftakt zu einer Handlung zu verstehen, die erst noch in Fahrt kommen muss.

Mein Fazit:

Diamond Men “Mr. Monday” ist erste Teil einer Reihe, die vom Aufbau her an “Calendar Girl” angelehnt ist. Wer gerne Erotik liest und für zwischendurch ein bisschen was Prickelndes zum Abschalten sucht, kann mit der Reihe vermutlich nicht viel falsch machen.

  • ★★★★★
  • E-Book
  • 52 Seiten
  • MIRA Taschenbuch
  • 978-3955767655
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Rezension Erin Watt – Paper Princess

An diesem Buch derzeit vorbeizukommen, fällt echt schwer. Kunststück bei dem Hype, der um die (Noch)Trilogie gemacht wird. Ein Grund mehr, in einer gemeinsamen #bbfliest Leserunde das Buch genauer unter die Lupe zu nehmen.

Zum Inhalt:

Die 17jährige Ella schlägt sich nach dem Tod ihrer Mutter allein durchs Leben durch. Um finanziell über die Runden zu kommen, strippt sie in einschlägigen Bars, ehe Callum Royal – bester Freund ihres verstorbenen Vaters – sie als ihr Vormund nicht ganz freiwillig zu sich holt.

In der noblen Villa lernst sie Callums fünf Söhne Gideon, Reed, Easton, Sebastian und Sawyer kennen. Obwohl sich das neue Leben für Ella nicht wirklich als Zuckerschlecken entpuppt, ist Ella fest entschlossen, die Zeit zu nutzen, um ihren Schulabschluss zu machen …

Meine Meinung:

Schon als Paper Princess als Print-Ausgabe erschien, habe ich mal dank der Leseprobe online in das Buch reingelesen … Und bereits der Anfang mit Ellas Leben als Stripperin bescherte mir ein  Aufwärmtraining für meinen Augenroll-Nerv. Gibt es wirklich nichts anderes, um als Minderjährige nach der Schule Geld zu verdienen, um Arztrechnungen oder die Miete zu bezahlen? Und so jagt ein merkwürdiges Detail das nächste, je weiter man sich in diese Geschichte vorantastet.

Am Ende habe ich aufgehört zu zählen, wie oft ich bestimmte Dinge einfach nicht verstanden habe. Ganz egal ob es um ihre natürlich supertoll und heiß aussehenden neuen Brüder, den Vater, die Freundin des Vaters oder ihre neuen Schulkollegen geht: Alle verhalten sich Ella gegenüber mies. Die Brüder, die Ella am liebsten gleich wieder loswerden wollen, der Vater, der Ella mit einer Entführung gleich am Anfang zu ihrem Glück zwingt, die Freundin des Vaters, die die Söhne vor Ella begrapscht, und die neuen Schulkollegen, die Ella am liebsten gar nicht an der Schule haben wollen – alle haben irgendwie einen an der Waffel.

Als Persiflage könnte das alles, gespickt mit jeder Menge Klischees, ja noch witzig sein, aber meiner Meinung nach versucht dieses Buch tatsächlich, sich ernstzunehmen. Und unter diesem Gesichtspunkt sind viele Dinge zu verurteilen, die in diesem Buch entweder angerissen oder verharmlosend beschrieben werden. Ich könnte hier jetzt viele Beispiele nennen, für mich persönlich am schlimmsten war allerdings [Spoiler]die versuchte Vergewaltigung von Ella mittels MDMA. Die einzige Konsequenz, die gezogen wird, ist ein Streich, den die Royals dem potenziellen Vergewaltiger spielen – weder werden die Erwachsenen verständigt noch die Polizei informiert[/Spoiler].

Da wir uns auf Twitter zu dem Buch ausgetauscht haben, kam auch heraus, dass die Übersetzung zum Teil einige sehr grobe Schnitzer enthielt. An einer Stelle fiel mir auch ein falscher Name auf. Der Stil generell ist eher leicht und locker, zum Teil im Deutschen in meinen Augen auch gewollt flapsig. Bestimmte Metaphern entlockten mir zum Teil sogar ein unfreiwilliges Grinsen, denn der Vergleich einer männlichen Eichel mit einer Kugel Eis – darauf muss man erst mal kommen.

Wer sich von diesem Buch außerdem eine Handlung erwartet, wird herbe enttäuscht werden. Im Grunde ist es eine Aneinanderreihung an Szenen, wo man sich fragt, wozu man das eigentlich erzählt bekommt. Abgesehen davon, dass ich mit der Zeit immer weniger nachvollziehen konnte, warum Ella auf Reed, den mit Abstand miesesten Typen der ganzen Familie, steht.

Ganz im Gegenteil: Je mehr von der Familie offengelegt wurde, desto mehr grauste es mir vor dieser Sippe. Jeder normal denkende Mensch würde sich hier früher oder später denken, dass es das ganze Geld nicht wert ist, das Callum gleich zu Beginn Ella anbietet.

Einziger Lichtblick war zumindest am Anfang Ella, da sie eigentlich nicht auf den Mund gefallen ist. Aber sobald es um Reed mit seinen köstlichen Schrägmuskeln und seiner goldbraunen Haut geht, reagiert sie wie ein schüchternes, fast verschrecktes Huhn, das nicht mehr klar denken kann. Und wieder einmal musste ich mich fragen, was ist das bloß für ein Frauenbild, wo es einzig und allein darum geht, dass Männer und Jungs Geld und gutes Aussehen haben und natürlich die Superstars im Bett sind?

Neben diesen Äußerlichkeiten wies das Buch auch einen bemerkenswert hohen Level an Gewaltbereitschaft auf. Weder Ella noch die Royal-Jungs sind zimperlich, wenn es darum geht jemand anderen zu schlagen. Dass danach nicht einmal darüber gesprochen wird, warum es dazu kam, empfand ich wirklich als schlimm. Gewalt ist kein Weg – in keiner Form. In diesem Buch ist es aber ganz normal, sich zu prügeln, um Probleme zu lösen.

Noch ein paar Worte zum Schluss: Er überraschte mich nur bis zu einem gewissen Maß, denn auch dieses Buch folgt den mehr oder weniger ungeschriebenen Regeln, die Shades of Grey mit seinem Handlungsaufbau aufgestellt hat. Wer die Bücher gelesen hat, wird wissen, was ich meine.

Mein Fazit:

Mir erschließt sich ehrlich gestanden überhaupt nicht, warum dieses Buch so viele positive Bewertungen bekommen hat. Viele moralisch und ethisch mehr als verurteilenswerte Dinge werden in diesem Buch verharmlost und nicht richtig gestellt. Man kann es daher drehen und wenden, wie man will, aber mir fällt tastsächlich niemand ein, dem ich dieses Buch empfehlen würde …

Weitere Rezensionen:

Jürgen Albers
Monis Zeitreise
Laberladen.com
Kitsunes Welt der Bücher
I am Jane
Bücherverschlingen

  • ★★★★
  • Klappenbroschur
  • 384 Seiten
  • Piper
  • 978-3492060714
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Der Leseratz nagt an: Trinity “Verzehrende Leidenschaft”

Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen. Schon “Calendar Girl” aus der Feder derselben Autorin war für mich nicht gerade ein Highlight. Es passiert aber auch mir äußerst selten, dass ich keine Erwartungen habe – und die Wirklichkeit noch schlimmer ist …

Jetzt im Nachhinein weiß ich eigentlich auch nicht mehr so genau, was mich geritten hat, dieses Buch für eine Leserunde vorzuschlagen. Es kann eigentlich nur unser Gespräch zu Erotik-Büchern gewesen und der Gedanke, vielleicht kann die Autorin auch anders … Ob ich es beendet hätte, wenn es nicht ein Rezi-Ex gewesen wäre? Ich weiß es nicht. Aber kommen wir zum Buch, das ich anfangs als E-Book, am Ende dank unserer Bücherei als Print gelesen habe :).


 

Das Buch

Autorin: Audrey Carlan
Titel: Trinity “Verzehrende Leidenschaft”

Klappentext:
Ich liebe dich. Ich will dich. Ich werde dich nie verlassen. Beim Gedanken an diese Worte bekommt Gillian Callahan Panik. Jahrelang wurde sie von ihrem gewalttätigen Ex-Freund misshandelt. Jetzt ist sie frei und arbeitet für Safe Haven, die Hilfsorganisation, der sie ihre Rettung verdankt. Das Thema Männer hat sie abgehakt. Bis sie bei einer Konferenz den Vorsitzenden von Safe Haven, Chase Davis, kennenlernt. Der attraktive Milliardär ist so sexy, dass Gillian schwindelig wird. Außerdem bekommt er immer, was er will – und er will Gillian. In ihr kämpfen Lust und Angst gegeneinander. Wird sie Chase vertrauen können? Ist sie bei ihm wirklich sicher? Und wie gefährlich ist ihre dunkle Vergangenheit?

Die “Trinity”-Reihe ist ursprünglich eigentlich eine Trilogie gewesen, aber wie es in dem Genre anscheinend immer üblicher wird, erscheinen dieses Jahr noch zwei (wer weiß das schon so genau) weitere Bände, die das Schicksal von Gillians Freundinnen beleuchten werden.


An dieser Stelle folgt meine übliche Spoiler-Warnung (Lesen auf eigene Gefahr!), wer das Buch selbst noch lesen möchte, sollte vielleicht an dieser Stelle lieber aufhören.


 

Eines noch vorab

Da wir dieses Buch in einer größeren Runde gelesen haben, haben wir uns auch rege auf Twitter darüber ausgetauscht. Mit den Hashtags #bbfliest bzw. #trinity sollte eigentlich das meiste zu finden sein, was uns beim Lesen aufgefallen ist. Weitere Rezensionen zum Buch findet ihr bei Crumb, Kasin, Kitsune, Laberladen, Jürgen und AberRush.

 

Das Kennenlernen

Gillian lernt Chase in der Bar eines Hotels kennen, in dem sie für Safe Haven absteigt, die Stiftung, für die sie arbeitet. Er fällt ihr sofort auf, weil gutaussehend, tolle Figur, tolle Augenfarbe – eh schon wissen.

“Er bräuchte nur ein Streichholz, und ich würde in Flammen aufgehen wie ein Haufen vertrocknetes Laub”.
ca. 5%

Dann das erste Gespräch inklusive einem unmoralischen Angebot, das sie zu diesem Zeitpunkt aber noch ablehnt.

Ach, Milliardär ist er?

Genauso wie Mia aus “Calendar Girl” ist auch unsere gute Gillian, genannt Gigi, nicht die hellste, ansonsten würde sie nicht gar so belämmert aus der Wäsche schauen, als Mr. Superman (ihre Worte) sich auf einmal als Chef der ganzen Stiftung, Besitzer des Hotels und Besitzer von was weiß ich noch alles herausstellt. Also auch nichts Neues, außer dass man natürlich durch ein auf der Toilette belauschtes Gespräch ein weiteres Mal erfährt, wie attraktiv der “Chef” doch ist. Aber: Mit dem eigenen Chef in die Kiste springen? Nee, nee, das geht nicht …

“Hinter mir höre ich zwei Frauen kichernd zur Sitzecke gehen.
‘Hast du gesehen, wie perfekt die Hose an seinem knackigen Hintern sitzt?’, fragt eine von ihnen.
‘Wie könnte man das übersehen? Da will man sich doch direkt auf den Cowboy setzen und ihn die ganze Nacht reiten!’, sagt die andere mit Südstaatenakzent.”
ca. 11%

 

Hiebe für die Triebe

Wie es sich für einen “guten” Erotikroman gehört, kann sie natürlich trotzdem nicht anders, als sich ihren Chase zu krallen und bei jeder sich bietenden Gelegenheit Sex mit ihm zu haben. So weit, so gut – wenn da nicht dieser klitzekleine Punkt mit der üblen Vergangenheit in Form eines gewalttätigen Ex-Freundes wäre, der sie geschlagen und vergewaltigt hat.

Aber kaum taucht Mr. Superman auf, ist natürlich alles vergessen und sie erlebt offensichtlich eine Persönlichkeitsspaltung. Wie sonst lässt sich so ein absolut haarsträubendes Verhalten sinnvoll erklären? Denn wenn Chevy, äh, Chase loslegt, fühlt sie sich geborgen und in Sicherheit … Ah, und er ist ja überhaupt der beste und schönste, sowieso.

Till I lose control

Ja, wo die eine permanent die Kontrolle über sich abgibt (wo sich ja geschworen hat, dass ihr das nie mehr mit einem Mann passieren soll), ist natürlich auch der andere, der diese Kontrolle permanent ausübt. Er schlägt sie zwar nicht, taucht aber uneingeladen in ihrem Hotelzimmer auf, liest ihre SMS am Handy, überwacht, wo sie hingeht und ist auch sonst krankhaft eifersüchtig.

Das geht so weit, dass er ihr auch immer wieder seine Lust auf Sex aufzwingt – egal ob sie will oder nicht. Da sie ihm allerdings zu diesem Zeitpunkt schon hörig ist, macht ihr das alles nichts aus. Und hinterher darüber reden? Pfff, wer braucht denn reden? Einmal schön Sex haben oder shoppen gehen, und erledigt ist die Angelegenheit.

Der Sex

Chase ist natürlich der Sexgott schlechthin (Habt ihr was anderes erwartet?). Und ganz gleich, was er mit seinen “magischen” Fingern anstellt, Gillian ist immer mit Begeisterung dabei. Da reicht es auch, wenn er vorher ein paar mal ihre Brustwarzen zupft und kneift. Totaaaal glaubwürdig, nicht?

“Mein Körper reagiert wie der Pawlowsche Hund auf die Glocke. In Sekundenschnelle bin ich lüstern und willig und schmiege mich an ihn.”
ca. 44%

Selbstverständlich beschert er ihr mit seinem Schwert einen Orgasmus nach dem anderen, wenn er sie aufspießt und mit seiner Leidenschaft ihre Klitoris zerquetscht (auch hier: Nicht meine Wortwahl!).

“Chase packt besitzergreifend meine Hüften und spießt mich mit einem schnellen Stoß auf.”
ca. 42%

Die E-Book-Suche ist in diesem Zusammenhang übrigens gnadenlos und fördert alle Wiederholungen zutage, derer sich die Autorin bei der Beschreibung der Sexszenen bedient:

“[…] da tippt auch schon die breite Spitze seines Schwanzes gegen meinen Eingang und spießt mich mit einem harten Stoß auf.”
ca. 90%

Ganz ehrlich? Bei so einem Sexpartner landet man am Ende einfach nur im Krankenhaus – und ganz sicher nicht vorm Traualtar 🙈. Nicht zuletzt deswegen, weil er – obwohl in der Vergangenheit äußerst umtriebig – sie natürlich nur fragt, ob sie die Pille nimmt. Geschlechtskrankheiten? Banal, sowas kann doch einem Sexgott nicht passieren.

Und bevor wir es vergessen: Die “blumigen” Metaphern für den Orgasmus findet man auch hier. Chase beschert Gillian dadurch sowohl einen Ausflug in den Weltraum als auch den Sturz über eine Klippe …

“Das war’s. Ich fliege ins All. Die Lust schießt durch meine Mitte, hinter meinen Augen explodieren Lichter, und in meinen Ohren donnert es.”
ca. 22%

Ein unfreiwilliger Running Gag hat sich hier übrigens auch eingestellt: Die dauerfeuchten Höschen. Er braucht sie nur anzuschauen und sie wird schon feucht und muss die Beine zusammenkneifen. Da wundert es mich auch nicht, dass er ihr immer wieder neue Sachen kaufen (muss?), weil die alten Sachen kann sie ja nicht mehr tragen 😜.

Die Freundinnen

Jetzt könnte man als wohlmeinender Leser ja noch vermuten, dass es das war. Pustekuchen! Da haben wir noch Gillians Freundinnen, die alle samt und sonders einem Hochglanzmagazin entstiegen sein könnten. Da ist einmal die rassige Latina, die sich mit Tanzen ihr Geld verdient (Flashdance?), das blonde California-Girl mit Haaren bis zum Hintern, die Yoga unterrichtet, und die Kostüm- und Modedesignerin, die natürlich total talentiert ist, von der ich aber das Aussehen vergessen habe.

Im Verlauf der Geschichte verkuppelt Gillian außerdem noch eine der Freundinnen mit einem Cousin von Chase, die zweite mit ihrem besten Kumpel aus früheren Tagen, die dritte kommt mit dem Schrecken davon, weil sie schon einen Freund hat … Und logisch, dass die natürlich auch nichts besseres zu tun haben, als sofort mit ihren neuen Bekanntschaften ins Bett zu hüpfen und sich permanent über Sex zu unterhalten.

Die Handlung

Ähhhh? Handlung? Wozu braucht man in einem Erotikroman denn sowas? Reicht es nicht, dass Gillian und Chase eigentlich nur zwei Dinge können? Irgendwas in der Öffentlichkeit tun (wo man nicht in die Kiste miteinander springen kann) und dann gleich wieder Sex haben. Mann, Mann, Mann, solche Ansprüche …

Ach ja, ganz zum Schluss passiert tatsächlich doch noch etwas: Gillian erhält SMS und Blumen von einem Stalker, der sie offensichtlich ganz für sich haben will. Was unseren krankhaft eifersüchtigen Mr. Superman soweit auf die Palme bringt, dass er den Geheimdienst einschalten möchte.

Die Sprache

Ich weiß gar nicht, wie oft aus Chase’ Mund Sätze mit Besitzen, Eigentum oder “mein sein” kamen … Irgendwann habe ich nur noch den Augenrollnerv bemüht. Liebe Autorin, das ist nicht erotisch, beim besten Willen nicht! Man kann von mir aus zu jemandem gehören, aber man gehört niemandem! Und in einer Zeit, wo Frauen als Sexsklavinnen gehalten und misshandelt werden, drehen mir solche Formulierungen einfach nur den Magen um:

“‘Ich muss dich jetzt vögeln’, sagt er. ‘Dich markieren, als mein Eigentum.’ Ich nicke und verstehe dieses Verhalten völlig. Wir können beide wahnsinnig besitzergreifend sein […].”
ca. 90%

Von ihrer besitzergreifenden Art hab ich übrigens den ganzen Roman über nichts gemerkt, nur um das klarzustellen!

Die Charaktere

Hätte die Autorin bei Gillian auf den Hintergrund mit der Misshandlung verzichtet, hätte ich vielleicht manches ja noch verstanden, aber so war es irgendwann einfach nur schizophren, wenn Carlan Gillian beispielsweise folgendes denken lässt:

“Vor Jahren habe ich mir bei der Gruppentherapie hoch und heilig geschworen, dass ich mich nie wieder von einem Mann kontrollieren lassen werde. Bei Chase steht das gar nicht zur Debatte. Er nutzt seine Macht nicht, um mir zu schaden. […] Benutzt er mich? Ja, das tut er. Oft und auf extrem angenehme Weise. Er benutzt meinen Körper und meine Liebe, um Trost und Freude zu finden, und nicht als Sandsack, um sich abzureagieren oder sich männlicher zu fühlen.”
ca. 85%

Tja, da liegt dann wohl der Hase im Pfeffer, denn auch wenn Chase selbst ein Trauma mit sich herumschleppt, dass seine Kontrollsucht zumindest ein wenig erklärt, ist es absolut inakzeptabel, wie er sie mit Sex permanent manipuliert. Das geht so weit, dass er sie am Ende mehr oder weniger zu Sex nötigt, wo sie gerade vorher von einem Mann angegriffen wurde. So ein Mistkerl! Und das war nicht die einzige Stelle, wo ich ihm am liebsten für dieses egoistische Verhalten eine gescheuert hätte …

Erst ihm und dann ihr, dass sie so dumm ist, sich derart herumschubsen zu lassen, wo sie doch am Anfang als starke Frau beschrieben wird, die sich ihre Unabhängigkeit hart erkämpft hat. Wie war das nochmal mit der Persönlichkeitsspaltung? Und egal, was Chase tut, sie ist natürlich total begeistert:

“[…] ich mag seine eifersüchtige und besitzergreifende Art. Ein bisschen davon braucht jede frau, damit sie sich begehrenswert fühlt. Solange er es auf ein Minimum beschränkt, sollte er das kein Problem sein”.
ca. 54%

Ansonsten wird Chase eigentlich nur als Sexgott charakterisiert mit einem Penis, den sie weder umfassen kann und der bei Bedarf immer länger und härter wird, damit er damit auf jeden Fall ihren Muttermund erreicht.

“Mein Gott, er ist riesig. Noch härter und länger, als ich ihn in Erinnerung hatte. Ich lecke mir voller Vorfreude die Lippen”.
ca. 48%

Davon träumt ja schließlich jede Frau, oder nicht?

Das Korrektorat

Ich gebe zu, dass es mir beim Lesen nicht aufgefallen ist, dafür aber AberRush. Aber auch hier deckt die Suchfunktion im E-Book tadellos auf, wie häufig die Schreibung von Gigis Arbeitgeber, Safe Haven, wechselt. Steht beim Klappentext noch die richtige Fassung, wechselt die Schreibung im Text munter zwischen “Save Haven”, “Safe Hafen”, “Save Hafen” und “Safe Haven” – so nach dem Motto: Probieren wir mal alles durch? Dass so etwas einem bekannten Verlag wie Ullstein passiert, ist schon eher peinlich und wirft kein gutes Licht auf die Leute, die die Korrektur zu verantworten haben …

Das Wort zum Schluss

Wer mit “Trinity” auf einen Erotikroman hofft, der zumindest ein klein wenig plausibel ist, sollte lieber zu einem anderen Buch greifen. Sowohl Gillian als auch Chase verhalten sich zeitweise so hirnrissig, dass man a) am liebsten Buch oder Reader genervt ins Eck pfeffern oder b) nur noch lachen möchte.

Welche Variante man wählt, hängt wohl von den Voraussetzungen ab, unter denen man dieses Buch liest. Wie bereits erwähnt, hatte ich nach “Calendar Girl” keine großen Erwartungen, aber dass ich ab der Hälfte des Buches so dermaßen genervt war von den beiden, ist mir auch schon lang nicht mehr passiert. Mein Augenrollnerv war am Ende jedenfalls perfekt trainiert 😋.

Natürlich ist mir klar, dass auch Erotikromane im Grunde nur Märchen in modernem Gewand sind, aber ich möchte beim Lesen das Gefühl haben, dass es wenigstens so passieren könnte. Dass es zumindest möglich wäre, dass der Märchenprinz auf sein Aschenputtel so abfährt, dass er nichts anderes im Sinn hat, als sie zu seiner Prinzessin zu machen.

Was ich aber nicht möchte, ist dieses total verzerrte Frauenbild, dass aus einer anfangs als intelligent und stark beschriebenen Frau ein willenloses Weibchen macht, das nicht mehr klar denken kann, kaum dass der Märchenprinz seinen Penis aus der Hose zieht. Und das sich deswegen auch seine krankhafte Kontrollsucht gefallen lässt, weil der Sexgott persönlich zu ihr ins Bett steigt.

Abschließend kann ich daher nur sagen: Lesen auf eigene Gefahr! Erste Agressionsschübe hatte ich nämlich bereits nach den ersten zwei Kapiteln – und es wurde im Verlauf der Geschichte auch nicht besser … Besorgt euch daher im Zweifelsfall lieber die Papierausgabe (so ihr nach diesem Rant nicht aufs Lesen verzichten wollt), die hält es besser aus, wenn ihr sie mal frustriert irgendwohin werfen wollt 😉.

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Der Leseratz nagt an: Calendar Girl “Verführt”

Ihr Lieben, es hilft nichts, es musste eine neue Rubrik hier im Blog her, sonst platze ich! Eine normale Rezension wird “Calendar Girl” einfach nicht gerecht, daher habe ich mir für euch “Der Leseratz nagt an” ausgedacht.

Es ist ja nicht so, dass ich nicht gewarnt worden wäre, aber eine gewisse Restneugier bleibt bei mir immer, wenn ein Buch sich längere Zeit bei uns in den Taschenbuch-Bestsellerlisten hält … Da will ein Teil von mir offensichtlich einfach zu hartnäckig wissen, was die Leute daran gut finden. Mein Freund grinst sich mittlerweile schon immer eins, wenn ich wieder mit einem Erotik-Buch aus der Bib komme – ich schätze, das sagt eh schon alles :).


Das Buch

Autorin: Audrey Carlan
Titel: Calendar Girl “Verführt”

Klappentext:
Mia Saunders braucht Geld. Viel Geld. Eine Million Dollar, um ihren Vater zu retten. Er liegt im Krankenhaus, weil er seine Spielschulden nicht begleichen konnte. Um die Summe aufzutreiben, heuert Mia bei einer Agentur an und lässt sich als Begleitung buchen. Ihre Gesellschaft kostet 100.000 Dollar pro Monat. Sex ist ausdrücklich nicht Teil des Deals – leicht verdientes Geld! Und der Liebe hat Mia sowieso abgeschworen. Als sie ihrem ersten Kunden, dem Hollywood-Autor Wes Channing, gegenübersteht, ist schnell klar: Zwischen den beiden knistert es gewaltig. Vor ihnen liegt ein Monat voll heißer Leidenschaft. Doch Mia darf sich nicht verlieben. Denn Wes ist nur Mr Januar…

“Calendar Girl” ist eigentlich eine zwölfteilige Reihe, die in den USA ursprünglich monatlich erschien. Im Deutschen sind für die Veröffentlichung als Print-Ausgabe vier Bücher vorgesehen (die jeweils drei Monate enthalten), während die Monate in der E-Book-Ausgabe auch einzeln zu haben sind (genauso wie die Hörbuch-Fassungen).


Bevor wir anfangen: Hier noch die übliche Spoiler-Warnung (Und das ist eine wirklich eine Warnung, denn ich nehme mir kein Blatt vor den Mund!), ich werde sowohl über die Charaktere als auch die Handlung und einzelne Szenen des Buches schreiben – lesen also auf eigene Gefahr!


Eines noch vorab

Da ich mir nicht viel von dem Buch erwartet habe, dachte ich mir, das wird lustig, du markierst ein paar Stellen mit Post-its und schreibst ein paar beißende Bemerkungen auf Twitter … Tja, der Plan ging leider nicht auf. Denn am Ende hatte ich so viele Post-its in dem Buch kleben, dass ich mir gedacht habe, das wird nix, da werd ich ja zum Spammer, wenn ich das alles raushaue :D.

Wahre Liebe gibt es nicht

Das ging schon gleich auf der ersten Seite mit der Figur von Mia selbst los. Wer vier Mal die große Liebe (angeblich) gefunden hat und noch immer nicht dazugelernt hat – tja, dem ist nicht zu helfen. Wie hat das jemand so treffend in einer Rezension formuliert? Ach ja: Sie ist nicht “die hellste Kerze auf der Torte” … Und Mias Freundin Ginelle (Beste Grüße aus einem Porno-Film bei dem Namen) scheint nach ähnlichem Muster gestrickt zu sein:

“Wenn du den Escort-Job annimmst, musst du doch einfach nur hübsch aussehen und viel Sex haben, oder?”
Seite 11

Klar, Mia, den Job schaffst du! Einfach nur locker bleiben! Dann klappt das schon, dass du mal eben dich für Sex mit fremden Männern verkaufst …

Bei der Familie …

Wie praktisch, dass gleich die eigene Tante, die Augen wie grüne Amethyste hat (Amethyste sind übrigens lila, das nur am Rande!), eine Agentur hat, wo man mir nichts, dir nichts anheuern kann, um quasi nebenbei 100.000 Dollar zu verdienen – Sex nicht inklusive. Denn den müssen die Herrschaften nämlich extra bezahlen. Besten Dank auch, liebe Tante, dass du nix Besseres zu tun hast, als deine eigenen Familienmitglieder zu prostituieren … Bei so einer Familie braucht man tatsächlich keine Feinde mehr.

Der Job

Mia nimmt den Job also an, mit dem Vorsatz, den Job zu erledigen – und fällt dann gleich mal aus allen Wolken, als sie erfährt, dass ihr altes Leben vorbei ist:

“Mir dämmerte jetzt, dass mein bisheriges Leben vorbei war. Keine normalen Dates mehr.”
Seite 21

Ja, Mädel, was hast du denn erwartet? Wenn du quasi rund um die Uhr bei deinen Kunden klebst, dass du daneben noch ein Privatleben hast?

Die Regeln

Nächster Punkt: Die Escort-Regeln. Kurz zusammengefasst: Alles machen, was der Kunde will, schön aussehen, keine Dinge aus dem Privatleben erzählen (Das klang sogar relativ realistisch für mich) – so weit, so gut. Dass Mia natürlich nix besseres zu tun hat, als gleich im ersten Monat ihrem Kunden quasi ihre Lebensgeschichte auf die Nase zu binden, tja … Die Regeln gelten halt anscheinend für alle andern, nur für sie nicht (Kunststück, wenn die Tante die Agentur-Besitzerin ist).

Die Kunden

Die Kunden sind natürlich – O-Ton – Sahneschnittchen. Auch klar. Einer wie der andere, angefangen beim surfenden Filmemacher über den Künstler bis zu den beiden schwulen Jungs, zu denen sie im März geschickt wird. Mia fängt schon bei ihrem Anblick regelrecht zu sabbern an … Und natürlich reicht ein Blick, eine kleine Berührung aus, um ihr eine gewisse Hitze zwischen den Beinen zu bescheren.

“[…] Seine nackte Brust schimmerte goldbraun im Schein des Kaminfeuers. Gott, er war das reinste Kunstwerk. Der Feuerschein flackerte über die Berge und Täler seines Waschbrettbauchs, und die wohlgeformten, festen Brustmuskeln ließen mir das Wasser im Mund zusammenlaufen.”
Seite 52

Der Sex

Wobei wir endlich bei dem Punkt wären, wo ich mir gedacht habe, das gibt’s nicht, das glaub ich nicht: die Sex-Szenen. Jeden, der mir erzählt, er möchte beim Orgasmus in den Orbit kommen oder wie ein Flugzeug abheben, werde ich mal eben schief anschauen. Absolute Highlights waren auch die Vergleiche mit dem Efeu (Der Orgasmus hat sie wie Efeu überzogen) oder – mein absoluter Liebling – der Vergleich mit Häcksler:

“Mit einem Grinsen biss er mich in die Brustwarze. Das war’s. Mehr brauchte es nicht. Der Orgasmus zerfetzte mich wie ein Häcksler einen Baum.”
Seite 238

Ernsthaft: Welche normale Frau will denn solche Orgasmen? Mal abgesehen, dass sie irgendwie lebensgefährlich klingen … Daneben waren die unzähligen Wiederholungen, wie ihr jeweiliger Sexpartner sie rammte / nahm / sich steinhart gegen sie presste, eigentlich noch harmlos. Glaubt ihr mir, dass ich irgendwann nicht mehr anders konnte, als laut zu lachen?

Was ist Botanik?

Dass Mia nicht die Schlaueste ist, stellt sie meiner Meinung nach während des Buchs mehr als einmal unter Beweis. Ich meine, gut, manche Fremdwörter sind schwierig, aber wenn sie mit dem Begriff “forensische Pathologie” etwas anfangen kann, dann aber einen Moment später nicht weiß, was Botanik ist, kommt das schon etwas meeeeerkwürdig rüber.

Limo fahren

Genauso befremdlich fand ich die Szene, als sie im Begriff ist, bei der falschen Tür in die Limousine einzusteigen. Ich bin auch noch nie mit einer gefahren, würde aber trotzdem nicht auf der Beifahrerseite bei der Front-Tür einsteigen (Noch nie im TV gesehen, wie das geht, liebe Mia?) … Schräg war das übrigens schon deswegen, weil eigentlich ein Chauffeur hier parat steht, der ihr die Tür zum Einsteigen öffnet, aber gut, was weiß ich denn schon :D.

Alles Schizo oder was?

An einer Stelle flippt sie so richtig aus, als sie erfährt, dass ihr Mr. Januar und Mr. Februar den Bonus bezahlt haben. Ach nein, die Typen waren so toll, da hat sie gern mit ihnen geschlafen – und nein, sie ist doch keine Hure! Sie doch nicht.

“Du hast mich für Sex bezahlt, das ist das Problem! […] Ich bin nicht deine Hure! Das ist heute schon das zweite Mal, dass mich ein Mann behandelt, als wäre ich sein verdammtes Callgirl. Ich hatte doch nicht wegen des Geldes mit dir Sex! Himmel, warum sind Männer nur so blöd?!”
Seite 228

Die Szene war schon deswegen besonders spaßig, weil sie noch am Anfang des Buches sich genau als das bezeichnet. Ja, ist sie nun eine Hure oder nicht? Vielleicht hätte sie sich doch mal informieren sollen, was ein Escort-Girl so macht, ehe sie bei ihrer Tante den Vertrag unterschrieben hat … Es gibt da so Dinge, die nennt man Internet und Suchmaschine, schon mal gehört davon, liebe Mia?

Die Beziehung zur BFF

Der schizophrene Charakter von Mia kommt auch bei anderen Dingen noch deutlich heraus. Sie und ihre Freundin bezeichnen sich beispielsweise gegenseitig als Miststücke (Weil das ja eine ganz besondere Freundschaft ist, die alles verträgt), ääääh, jaaaa? Ich weiß ja nicht, wie ihr das macht, aber …

Die Beziehung zu Vater und Schwester

Nach und nach wird auch Mias Familie vorgestellt, wobei der Vater als Säufer und Opfer ihres Kredithai-Exfreundes eigentlich nicht gut wegkommt – aber eh klar, es ist ja ihr “Pops”, da geht sie doch gern als Escort-Girl, um die Schulden für ihn abzuarbeiten. Genauso zum Kopfschütteln ist aber auch das Verhältnis zu ihrer 19jährigen Schwester:

“Auf keinen Fall würde meine süße, unschuldige Schwester einen Typen um ein Date bitten. Ich war stolz auf sie. Und mit noch viel größerem Stolz erfüllte mich, dass sie mit neunzehn immer noch Jungfrau war.”
Seite 197

Tja, nur weil du, liebe Mia, nicht den Richtigen fürs erste Mal gefunden hast, muss das nicht heißen, dass alle in deinem Umfeld für immer und ewig enthaltsam bleiben sollen bzw. wollen (Als Escort-Girl solltest du da den Mund lieber nicht zu weit aufreißen – oder doch? >:)).

Hure oder nicht Hure?

Damit die Geschichte nicht schon gleich nach dem Januar zu Ende ist, sagt Mia Nein, als Mr. Januar (dem sie ja haarklein ihren “Werdegang” als Escort erzählt hat) ihr anbietet, ihr das Geld für ihren Vater zu geben … Da möchte sie lieber noch weitere 11 Monate als Escort arbeiten und unabhängig bleiben.

Tja, Mia, du bist vielleicht keine Hure, hast aber offensichlich Spaß dran, dich wie eine zu verhalten und dich für deine Gesellschaft – oder was auch immer – bezahlen zu lassen. Oder wie soll man dieses Nein sonst verstehen? Du hättest dir das Geld nämlich auch vorstrecken lassen können und als Schauspielerin / Kellnerin / Was-du-sonst-noch-gemacht-hast abarbeiten können, wenn du den Job wirklich sooooo schrecklich gefunden hättest, wie du getan hast.

Das Wort zum Schluss

Ich glaube, ich habe mich schon lang nicht mehr so schwer getan wie hier, ein Buch zu bewerten. Oft genug dachte ich, das gibt’s nicht, das les ich da jetzt nicht, das ist nicht wahr … Klar, natürlich, das Buch ist kein Ernest Hemingway oder ähnlich Literarisches, das hab ich mir nicht erwartet, Groschenroman trifft es wohl eher, aber dieses Buch hier war schon wirklich ne Liga für sich! Von der Anhäufung der Klischees will ich jetzt gar nicht reden …

Kennt ihr das, dass ein Buch so schlecht ist, dass es schon wieder witzig wird? Wobei ich so den Verdacht habe, dass Frau Carlan keine Parodie schreiben wollte – nur kann man es mit einigermaßen Verstand im Kopf nur noch so lesen! Charakterentwicklung? Tiefe? Fehlanzeige. Dafür viele unfreiwillig komische Sexszenen und eine Protagonistin, deren Verhalten für mich am Ende nur noch schizophren war … Das Thema Prostitution wird außerdem bis zum Umfallen verherrlicht bzw. verharmlost – schade, dass ich die Autorin nicht fragen kann, was sie sich DABEI gedacht hat.

Ergo: Am besten aufs Klo mitnehmen, dort ablachen und dann am besten für immer aus dem Gedächtnis löschen – für alles andere ist das Buch nicht wirklich zu gebrauchen!

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Rezension E.L. James – Grey

Es ist das wohl am meisten in letzter Zeit in den Medien diskutierte Buch: “Grey – Fifty Shades of Grey as told by Christian” von E.L. James. Fast alle namhaften Medien haben bzw. schrieben einen Artikel, als die englische Ausgabe des Buches Mitte Juni erstmals erschien. Fast das übliche, wenn ein Buch erscheint, wo der Name der Autorin darauf prangt? Egal ob man Shades of Grey mag oder nicht – seither ist es auf jeden Fall nichts Verwerfliches mehr, wenn man erotische Literatur kaufen möchte.

Ich gebe zu, ich hatte mit diesem Stoff schon von Anfang an so meine Probleme, deswegen war ich relativ lang skeptisch, ob ich mir dieses Buch wirklich antun wollte.Ein kleiner Teil hoffte jedoch, dass die Geschichte auf Englisch vielleicht aus seiner Sicht mehr hergeben und interessanter sein würde als aus ihrer.

Falls ihr die Trilogie noch nicht kennt und sie noch lesen wollt, empfehle ich euch, hier lieber mit Lesen aufzuhören, da ich doch an einigen Stellen über einige Details aus dem ersten Buch plaudere … Für Nichtkenner gilt daher: Spoilergefahr! 😉

Zum Inhalt:

Da die Geschichte spätestens seit der Verfilmung wohl hinlänglich bekannt sein dürfte, poste ich ausnahmsweise wieder einmal den Klappentext:

See the world of Fifty Shades of Grey anew through the eyes of Christian Grey.
In Christian’s own words, and through his thoughts, reflections, and dreams, E L James offers a fresh perspective on the love story that has enthralled millions of readers around the world.

Christian Grey exercises control in all things; his world is neat, disciplined, and utterly empty—until the day that Anastasia Steele falls into his office, in a tangle of shapely limbs and tumbling brown hair. He tries to forget her, but instead is swept up in a storm of emotion he cannot comprehend and cannot resist. Unlike any woman he has known before, shy, unworldly Ana seems to see right through him—past the business prodigy and the penthouse lifestyle to Christian’s cold, wounded heart.

Will being with Ana dispel the horrors of his childhood that haunt Christian every night? Or will his dark sexual desires, his compulsion to control, and the self-loathing that fills his soul drive this girl away and destroy the fragile hope she offers him?

Meine Meinung:

Ich möchte gleich einmal vorneweg sagen, dass dieses Buch von Anfang an sehr zwiespältige Gefühle in mir ausgelöst hat. Die gleiche Geschichte noch einmal, nur aus seiner Sicht? Und das soll jemand kaufen? Ich konnte mir das beim besten Willen einfach nicht vorstellen (In der Zwischenzeit belehren uns die Verkaufszahlen des deutschen Marktes allerdings wieder einmal eines Besseren – aber das ist eine andere Geschichte :)).

Fairerweise muss ich außerdem einräumen, dass dieses Buch mich auf eine emotionale Achterbahn sondersgleichen geschickt hat, das ist mir schon relativ lang nicht mehr passiert. Wer meine ersten Kommentare auf Lovelybooks gelesen hat, die ich kurz nach der ersten Hälfte geschrieben habe, weiß, wovon ich rede :D.

Christian ist einfach ein kranker Typ, das kann man nicht anders sagen, Controlfreak, Stalker, Besessener. Denkt vor allem am Anfang zu jeder Tages- und Nachtzeit daran, wie und wo er Ana am besten f*cken kann (Ich mag das Wort nicht einmal hinschreiben, ganz ehrlich, weil es mich soooo anwidert).

Ich habe zwischendurch wirklich eine brennende Lust verspürt, mit dem Wort “f*ck” Bullshit-Bingo zu spielen – glaubt ihr mir das? Allerdings war dies auch die einzige Lust, die ich beim Lesen des Buches verspürt habe, die Qualität der Erotik-Szenen lässt meiner Meinung nach noch immer zu wünschen übrig …

Zugegeben: Man erfährt etwas mehr über Christian als Mensch, aber lang nicht so viel, wie die Werbung verspricht. Ja, Christian trifft sich mit Elena (Mrs. Robinson), tauscht E-Mails mit ihr aus. Aber warum sie einmal eine Beziehung hatten, wie Christian seine Zeit als Sub bei ihr erlebt hat – nichts. Leila, seine frühere Sub, nimmt gegen Ende einen größeren Teil ein, man erfährt durch Christians Gedankensprünge einzelne Bruchstücke, wie diese Beziehung aussah, aber auch nicht mehr.

Genauso wenig erfährt man über die Beziehung zu seiner leiblichen Mutter, immer wieder hat er Albträume, in denen sie vorkommt – aber das ist schon alles. Die großen Erkenntnisse, warum er ist, wie er ist, darf man sich von diesem Buch nicht erwarten! Die meiste Zeit beschränkt sich James darauf zu erzählen, was Christian tut, mit wem er spricht, was er arbeitet und so weiter – auf gewohnt einfache Art und Weise, weswegen das Buch auch für mich auf Englisch keine große Herausforderung dargestellt hat.

Die Handlung des Buchs folgt im Großen und Ganzen dem ersten Teil der SoG-Reihe, weswegen bei mir keine große Spannung aufkam (Kunststück auch, wenn man schon weiß, was als nächstes passieren wird). Das Buch plätschert einfach dahin, die Dialoge sind gewohnt einfach. Ob sie jetzt wirklich identisch sind mit denen aus dem ersten Teil, kann ich nicht beurteilen, weil ich den ersten Teil der Reihe auf Englisch nicht besitze. Die ausgetauschten E-Mails dürften allerdings identisch sein, würde ich vom Gefühl her sagen.

Exakt aus diesen Gründen war mir mehr als einmal danach, das Buch einfach hinzuschmeißen, muss ich gestehen. So knapp davor, ein Buch abzubrechen, war ich schon lange nicht mehr … Das einzige, was mich wirklich nach der ersten Hälfte weiterlesen ließ, war die Tatsache, dass ich das Buch bei der “Ich entscheide, was du liest”-Challenge ausgesucht bekam – und ich unbedingt diese Rezi hier schreiben wollte (Und nachdem ich zu abgebrochenen Büchern grundsätzlich keine Rezis schreibe, war ich damit in einer kleinen Zwickmühle).

Also habe ich mich quasi selbst in den Allerwertesten getreten und mich weitergekämpft. Und dann passierte etwas wirklich Merkwürdiges: Christian entwickelte auf einmal Züge, die ihn sympathisch werden ließen. Man merkt als Leser, dass er sich in Ana verliebt, ohne es zu wollen. Merkt, dass es ihm gut tut, wenn Ana bei ihm ist – und ein Teil von mir bekam auf einmal Mitleid mit ihm und hat sich für ihn gefreut, dass er endlich lernt, was Liebe ausmacht. Ein Teil von mir hätte ihm am liebsten zugerufen, dass er aufhören soll, sich so im Selbstmitleid zu suhlen (Ach ja, du arme, dunkle und gemarterte Seele!) und um Ana kämpfen soll …

Der Schluss überraschte mich ebenfalls: Endete das erste Buch eigentlich damit, dass Ana Christian verlässt, weil sie das Gefühl hat, dass sie nicht zusammenpassen, geht “Grey” noch ein Stückchen weiter und beschreibt einiges, was erst im zweiten Teil der Original-Trilogie vorkommt (glaube ich zumindest, so gut hab ich das nicht mehr in Erinnerung). Das Ende ist zwangsläufig offen, erscheint mir aber runder und gelungener als das Ende des ersten Teils von SoG.

Mein Fazit:

“Grey” ist ein Roman, der es mir wirklich schwer macht, ihn zu beurteilen. Selten habe ich mit einem Buch so gekämpft wie mit diesem, wollte eigentlich schon nach der ersten Hälfte abbrechen … Die zweite Hälfte hat mich dann im Verhältnis wieder etwas versöhnt.

Wirklich interessant sind allerdings in meinen Augen nur die letzten fünf Kapitel, als es darum geht, wie Christian mit der Situation umgeht, Ana verloren zu haben … Geeignet ist das Buch meiner Meinung nach daher nur für Hardcore-Fans oder für Leute, die “Shades of Grey” noch nicht kennen, alle anderen können mit gutem Gewissen auf das Buch verzichten.

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Rezension Anna Todd – After Passion

Ich gebe zu, ich war neugierig. So viele – zum Teil sehr unterschiedliche – Rezensionen waren einfach zu verführerisch, um mir selbst ein Bild zu machen. Also forderte ich das E-Book über das Bloggerportal an :). Vielen Dank übrigens auf diesem Weg, dass das so unkompliziert geklappt hat!

Zum Inhalt:

Tessa Young ist 18 und kommt auf der Uni das erste Mal raus von ihrem behüteten Zuhause. Dort lernt sie durch ihre Mitbewohnerin im Studentenheim Hardin kennen, einen Jungen, der tätowiert und gepierct ist und der bei Mädels nichts anbrennen lässt. Trotz oder gerade deswegen beginnt sie, sich für ihn zu interessieren.

Meine Meinung:

Aufgrund der unterschiedlichen Rezensionen hatte ich meine Erwartungen an das Buch sehr nach unten geschraubt und erwartete eigentlich eine Neuauflage von “Shades of Grey” (woran die Leseprobe zu “After passion” nicht ganz unschuldig war). Dass dies nicht so ist, merkte ich schon relativ bald. Tessa und Hardin sind gänzlich andere Charaktere als Ana und Christian – Gott sei Dank.

Die Charaktere sind meiner Meinung nach auch die Stärke des Buchs. Anna Todd hat sich hier wirklich Mühe gegeben, recht bald hatte ich das Gefühl, dass Tessa – obwohl manchmal naiv und sexuell unerfahren – einen recht impulsiven und eigensinnigen Charakter hat, der im Lauf des Romans immer mehr hervortritt.

Hardin hingegen, obwohl als Bad Boy dargestellt, erschien mir recht bald als in Wirklichkeit sehr unsicherer und unglücklicher Junge, der sich nur hinter einer Fassade aus Abweisung, Zorn und Hass versteckte.

Aus diesem Grund fiel es mir auch nicht schwer, mit den beiden mitzufühlen. Tessa macht im Grunde alle Gefühle durch, die sie eigentlich schon in ihrer Pubertät durchleben hätte müssen (Die Mutter wurde mir deswegen auch immer unsympathischer), während Hardin von ungewohnten Gefühlen überwältigt wird und lernen muss, mit ihnen klarzukommen.

Die Sexszenen fand ich anfänglich sehr gut in Szene gesetzt, sie passten im Ausmaß gut ins Buch und waren auch viel weniger “künstlich” als in SoG.

In der zweiten Hälfte des Buchs kippte die Story allerdings – eine Weiterentwicklung der Charaktere war nicht zu erkennen, Liebe, Sex, Streiten, Versöhnung wechselten einander ab, ohne dass es wirklich zur Handlung beitrug. Gerade in der zweiten Hälfte hätte man einige dieser Szenen rausnehmen können, ohne dass es in meinen Augen groß einen Unterschied gemacht hätte.

Der Schluss ist natürlich ein Cliffhanger, damit man als Leser zum nächsten Band greift. Ob ich persönlich das tun werde, weiß ich noch nicht. Dafür habe ich im zweiten Teil des Buchs zu viele Stellen einfach nur noch quergelesen oder übersprungen, weil ich nur noch zum Ende kommen wollte.

Mein Fazit:

“After passion” ist der Auftakt zu insgesamt vier Bänden um die Liebesgeschichte von Tessa und Hardin. Die Story und seine Charaktere haben mir gut gefallen, jedoch weist schon der erste Band in meinen Augen zu viele Längen auf – und drei weitere Bände zu mindestens 700 Seiten versprechen noch viel mehr davon …

  • ★★★★★
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Rezension A. R. Torre – Kill Girl

Auf “Kill Girl” wurde ich ca. vor einem Monat aufmerksam, als es hieß: Dexter auf Stilettos :). Zur Erklärung: Dexter ist ein Serienmörder, der versucht, nur Mörder zu töten, um mit seinem Trieb wenigstens etwas Gutes zu tun. Als TV-Serie ist der Stoff recht bekannt geworden, der Serie liegen aber mittlerweile eine ganze Reihe von Büchern zugrunde.

Zum Inhalt:

Deanna Madden ist 21, hat seit drei Jahren ihre Wohnung nicht mehr verlassen und verdient ihre Brötchen als Webcam-Girl mit Cybersex. Von ihrem Nachbarn lässt sie sich nachts regelmäßig einschließen, da sie Angst hat, ihre Triebe nicht zu beherrschen und jeden in ihrem Umfeld umzubringen. Eines Tages gerät sie jedoch an einen Kunden, der ihre Vorsätze ins Wanken bringt, da dieser offensichtlich Gewaltphantasien mit Kindern ausleben will …

Meine Meinung:

Der Inhalt hörte sich in meinen Augen sehr spannend an, deswegen wollte ich nach dem Erscheinen des Buchs einfach nicht warten. Und als ich bei Audible die Hörfassung entdeckte, gelesen von der dt. Synchronstimme von Sarah Jessica Parker, war es um mich geschehen :).

Die erste Hälfte des Buchs hatte ich im Nu durch. Irina von Bentheim bringt meiner Meinung nach den Charakter und die Sprechweise von Deanna ziemlich gut rüber, auch die Sexszenen waren für mich überzeugend (Die verführerische Art, wie Deanna mit ihren Kunden spricht, hui, da kann einem sogar als Frau ein bisschen anders werden :D).

Am Anfang nimmt sich Torre viel Zeit, um Deanna, ihre Beweggründe, sich einzusperren, ihre Kunden, ihre “Arbeit” vorzustellen (In diesem Zusammenhang tauchen die expliziten Szenen auf, aber nur in diesem Zusammenhang!).

Ab der Hälfte kam allerdings für mich der große Durchhänger. Die im Klappentext angesprochene Handlung setzt zwar ein, wird dann aber auf einmal sehr rasch, fast hektisch abgehandelt und Deanna handelt fast unter Zwang, um ihr Ziel zu erreichen … Auch der Schluss überzeugte mich nicht, leider. Da wäre definitiv noch mehr drin gewesen, finde ich.

Mein Fazit:

Ein wirklich tolle Idee für einen Thriller, die die Autorin aber für meinen Geschmack besser umsetzen hätte können. Die im Klappentext erwähnte Handlung setzt viel zu spät ein und Deanna überzeugte mich als krankhafte Serienmörderin nicht wirklich … Den dritten Stern gibt es aber für die gute Lesung von Irina von Bentheim :).

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