Rezension Ralf Raabe – Adrian Blackwell. Im Reich der Schatten

Adrian BlackwellBereits das Cover machte mich neugierig, ich gestehe es, auch wenn ich nun nicht mehr unbedingt zur Zielgruppe des Buches gehöre.

Allerdings weiß ich noch sehr genau, dass ich in dem Alter mit zwölf, dreizehn alles verschlungen habe, was nur irgendwie mit Märchen, Mythen und Sagen zu tun hatte. Und auch jetzt als Erwachsene mag ich solche Geschichten, die in der Art eines Percy Jackson geschrieben sind, immer noch sehr gerne.

Gerade die griechische und die nordische Mythologie haben es mir da besonders angetan, deswegen hat es nicht viel gebraucht, um mich hier anzufixen :).

Der Klappentext:

Der 16-jährige Adrian Blackwell ist entschlossen, den Tod seines Vaters aufzuklären. Dabei gerät er zwischen die Fronten der letzten Götter Asgards und Hel, der Herrscherin des Totenreichs. Denn Adrian besitzt einen Schlüssel zu Hels Reich: den Runen-Code seines Vaters. Mit dessen Hilfe soll er den Göttern die lebensverlängernden Äpfel der Idun beschaffen. Auf der Jagd nach dem Schlüssel hetzt Hels Bruder, der mächtige Fenris-Wolf, Adrian durch halb London bis hinab ins Totenreich. Dort muss Adrian sich entscheiden, ob er sein eigenes Leben rettet oder die Götter Asgards vor dem Untergang bewahrt.

Meine Meinung:

Wie bereits eingangs erwähnt, war ich nach dem ersten Kapitel wirklich neugierig auf dieses Buch. Ein Held, der auf seine etwas tollpatschige Art einfach zum Gernhaben einlädt, der Tod des Vaters, den Adrian offensichtlich nicht verkraftet hat – und dann diese geheimnisvollen Leute, die auf einmal aus dem Nichts in Adrians Umfeld auftauchen … Das hat eigentlich alle Zutaten, um eine wirklich spannende Geschichte zu erzählen. Dachte ich.

So nach und nach kristallisierten sich allerdings zwei Dinge heraus, die für mich nicht so ganz schlüssig waren. Da ist einmal der Protagonist, der im Klappentext als 16jähriger beschrieben wird, den ich aber durch sein Verhalten eher auf dreizehn Jahre (das empfohlene Lesealter) schätzen würde. Ich will bewusst nicht ins Detail gehen, aber es gibt einige Situationen, wo ich das Gefühl hatte, ein 16jähriger würde sich so nicht verhalten …

Im Verlauf der Geschichte führt der Autor neben dem Love Interest Alison außerdem mit Bo eine weitere Figur in die Geschichte ein, deren Sinnhaftigkeit sich mir ebenfalls nicht so ganz erschlossen hat. Ich gebe zu, ich frage selten nach “Wofür ist die Figur gut”, aber hier hat sich die Frage dann doch aufgedrängt.

Denn Bo erschien mir eher wie jemand, mit dem der Autor zeigen wollte, dass er mit sozial- und gesellschaftskritischen Themen am Puls der Zeit ist. Man hätte das meiner Meinung nach aber auch anders lösen können, in dem man Alison (die neben dem ersten Liebesgeplänkel eigentlich keine weitere Funktion mehr hat) und Bo zu einer Figur verschmolzen hätte.

Einige Szenen dagegen waren durchaus ganz witzig, besonders die, in denen es um das Auftreten der nordischen Götter gegangen ist. Ich sage nur “Odin”, “Thor” und “Walküren”. Hier habe ich einige Male durchaus grinsen müssen, besonders wenn man die Götter ernsthafter und düsterer kennt. Zu viel will ich hier aber nicht verraten, um nicht zu spoilern.

Zur Handlung möchte ich ebenfalls noch etwas sagen: Verläuft der Plot anfangs noch relativ ruhig, zieht der Autor besonders in der zweiten Hälfte die Erzählweise ganz schön an. Manches erschien mir hier fast zu gehetzt, ein paar Details mehr zu der einen oder anderen Szene in der Totenwelt hätten sicher nicht geschadet. Vor allem wenn man bedenkt, dass das Buch kein Glossar besitzt, wo man als junge/r Leser/in vielleicht nachschlagen möchte.

Apropos Totenwelt: Der Klappentext verrät eigentlich fast schon zu viel von der Handlung, denn eine echte Überraschung stellt am Ende nur eine einzige Sache dar. Das ist irgendwie schon ein bisschen schade, denn damit wird man – gerade was die Handlung betrifft – ganz ordentlich gespoilert.

Mein Fazit:

Ich wollte dieses Buch mögen. Vor allem nach dem ersten Kapitel hatte ich wirklich das Gefühl, diese Geschichte kann was. Leider warf der Verlauf der Handlung dann immer mehr Fragen auf, die am Ende bei mir einen recht durchwachsenen Eindruck hinterlassen haben.

  • ★★★★★
  • Hardcover
  • 240 Seiten
  • wortweit-Verlag
  • 978-3903326002
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Rezension Alia Cruz – Art Hunter “Gestohlenes Herz”

Die bibliophile Befreiungsfront alias BBF hat wieder zugeschlagen! Unter diesem Namen hat sich eine kleine, aber feine Gruppe von Leuten auf Twitter zusammengetan, um gemeinsam Bücher zu lesen und zu besprechen. Unter dem Hashtag #bbfliest fassen wir gewöhnlich unsere Eindrücke zu den Büchern zusammen … In diesem Zusammenhang landete Art Hunter “Gestohlenes Herz” auf unserem Radar, der erste Teil einer Reihe.

Der Klappentext:

Sie sind Kunstdiebe und nennen sich die ‘Art Hunter’.
Doch sie stehen auf der Seite des Gesetzes und stehlen im Auftrag von Museen, um Sicherheitslücken aufzudecken. Das Besondere daran? Jeder von ihnen ist mit einer ganz speziellen Fähigkeit ausgestattet.

Kunstdiebe planen die Mona Lisa zu stehlen. Art Hunter Christophe Ledoux wird daher als Wachmann in den Louvre eingeschleust. Dort trifft er auf die Touristenführerin Claire und die Funken sprühen auf Anhieb. Doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern, denn Christophe muss seine wahre Identität vor ihr verbergen und Claire hütet ein tödliches Geheimnis. Als die Mona Lisa gestohlen wird, glaubt Claire, dass Christophe der Dieb sei und ist tief enttäuscht von ihm. Als sie jedoch in tödliche Gefahr geraten muss sie sich entscheiden ob sie ihrem Herzen, oder ihrem Verstand folgen soll.

Meine Meinung:

Schon der Klappentext ließ darauf schließen, ein ganz besonderes Schmankerl der Unterhaltungsliteratur vorzufinden. Kunstdiebe, Louvre, Liebesgeschichte, Tod und Gefahr – und spezielle Fähigkeiten? Ein bunter Mix, auf den wir uns dieses Mal einlassen wollten. Ich sage absichtlich “wollten”, denn bereits nach den ersten Seiten war klar, was uns hier erwarten würde.

Um es gleich mal vorab zu sagen: Wer sich etwas Neues erwartet, ist fehl am Platz. Das geht so weit, dass ich gerade bei den erotischen Szenen das Gefühl hatte, die eine oder andere Formulierung doch schon in anderen Büchern gelesen zu haben. Hervorschnellende Zungen, Blitze im Unterleib und Penisse, die jeden Uterus sprengen würden – schon bei Audrey Carlan fand ich diese Wendungen nicht erotisch, beim besten Willen nicht.

[SPOILER Anfang]
Nachdem es aber hier nicht nur um Liebe und Sex geht, bedient sich die Autorin noch munter weiter bei anderen Genres, ein klein bisschen X-Men (Die Art Hunter haben zwar alle Fähigkeiten, dürfen sie aber nicht wirklich einsetzen?), ein bisschen Thriller im Stil von Hannibal Lecter (ja, auch der Serienkiller darf nicht fehlen!) und ein im Geheimen agierenden Gegner, der geistig ein bisschen gaga ist und natürlich die Art Hunter alle komplett vernichten will (Blofeld aus James Bond lässt grüßen).
[SPOILER Ende]

Dieser bunte Mix kann aber nicht verhindern, dass man bereits nach den ersten Seiten erahnen kann, wie die Geschichte enden wird. Der eher platte Schreibstil trägt außerdem sein Scherflein dazu bei, dass man schon bald Lust bekommt, zu blättern, zu blättern und noch mehr zu blättern … Hölzerne Dialoge, Protagonisten, die blaß und farblos bleiben, keinerlei Tiefe bekommen, und Nebenfiguren, die zu reinen Stichwortgebern degradiert werden – so in etwa kann man meiner Meinung nach zusammenfassen, was einen hier erwartet.

Dies alles trägt nicht dazu bei, dass man sich in diesem Buch wirklich wohlfühlen kann. Schade eigentlich, denn ich finde, man hätte aus der Geschichte schon etwas machen können. Die fragwürdigen Fakten, die uninspirierten Sexszenen und dieser wilde, unausgegorene Genre-Mix sorgen allerdings dafür, dass ich kein weiteres Buch dieser Reihe lesen werde.

Mein Fazit:

Aus der Idee zu “Art Hunter” hätte man sicherlich etwas machen können, so aber wirkt der Roman eher lieblos aus anderen Genres zusammenkopiert und hat mich nicht wirklich ansprechen können.

  • ★★★★
  • E-Book
  • 300 Seiten
  • Sieben Verlag
  • 978-3864436253
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Rezension Mary E. Pearson – Die Gabe der Auserwählten

“Die Gabe der Auserwählten” stellt bei den “Chroniken der Verbliebenen” so etwas wie eine Ausnahmeerscheinung dar. Dieses Buch gibt es in dieser Form nur im deutschsprachigen Raum. Bastei-Lübbe hat sich nämlich entschieden, das englische Original und das Finale der Reihe – “The Beauty of Darkness” – in zwei Hälften aufzuteilen.

“Die Gabe der Auserwählten” beinhaltet die erste Hälfte, die zweite Hälfte wird unter dem Namen des Originals erst Anfang nächsten Jahres erscheinen. Aus diesem Grund gibt es für diesen Band auch ein neues Cover :).

Wer die früheren beiden Bände noch nicht gelesen hat: Vorsicht, denn es ist unvermeidlich, dass nun größere und kleinere Spoiler zur Handlung folgen!

Zum Inhalt:

Band 3 setzt dort ein, wo wir Lia, Rafe und Kaden verlassen haben: Bei ihrer Flucht aus Venda. Während Lia mit ihren Verletzungen zu kämpfen hat, die sie sich am Ende von “Das Herz des Verräters” zugezogen hat, versucht Rafe alles, um unbeschadet Dalbreck zu erreichen, um sich und Lia in Sicherheit zu bringen. Die Gefühle der beiden werden erstmals auf eine Probe gestellt, als es darum geht, welchem Schicksal Lia nun folgen will …

Meine Meinung:

Ursprünglich wollte ich eigentlich nicht warten und nach dem zweiten Band den Schluss auf Englisch lesen. Oft kommt es aber doch anders, als man denkt, und ich hatte auf einmal die Gelegenheit, “Die Gabe der Auserwählten” auf Deutsch zu bekommen …

Der Schreibstil ist wie schon auch in den früheren Bänden leicht und flüssig zu lesen und man hat keine Probleme, die Flüchtlinge auf ihrer Reise zu begleiten. Anfangs ist ihr Schicksal ungewiss, denn niemand weiß, ob der Komizar Lias Anschlag überlebt hat oder nicht und ob es zum Krieg mit den Nachbarländern Morrighan und Dalbreck kommt.

Rafe versucht dabei alles, um Lia zu beschützen. Lia dagegen zweifelt, ob sie schon dafür bereit ist, mit Rafe als seine Königin in sein Land zu reisen. Konflikte sind also vorprogrammiert, vor allem dann, als Kaden die Gruppe einholt.

In Band 2 hatte ich das Gefühl, dass sowohl Lia als auch Rafe im Angesicht der Gefahr Reife bewiesen haben. Hier dagegen kam mir vor allem Lia wieder das junge, naive und vor allem dickköpfige Mädchen vor, dass sie noch in Band 1 war. Diesen Rückschritt – wenn man so will – fand ich nach den ganzen Ereignissen von Band 2 nicht besonders plausibel. Rafes weitere Entwicklung dagegen erschien mir hier stimmiger, weil nachvollziehbarer.

Wie bereits erwähnt, ist “Die Gabe der Auserwählten” eigentlich nur ein halber Band. Dies zeigt sich in meinen Augen sehr deutlich in der Geschichte selbst, denn sie wirkt die meiste Zeit wie ein Auftakt für etwas, was nicht kommt bzw. wahrscheinlich erst im vierten Band kommt. Ich sage es nicht gerne, aber eigentlich passiert nicht viel in diesem dritten Band … Der Fokus liegt hauptsächlich auf Lias und Rafes Flucht, selbst die Nebenhandlung, die durch Pauline erzählt wird, tritt deutlich in den Hintergrund.

Aus Neugier habe ich dann einmal in Kapitel 41 hineingelesen, das in der deutschen Ausgabe dem letzten Kapitel entspricht, im englischen Original gerade einmal in der Mitte ist. Man stelle sich meine Überraschung vor, als ich entdecken musste, dass dieses Kapitel wortwörtlich übersetzt wurde.

Hat hier nicht der Verlag verkündet, dass die Autorin etwas Neues schreiben würde, um einen runderen Übergang in den letzten Band zu schaffen? Mir ist jedenfalls in diesem Teil keine Änderung aufgefallen, was mich schon etwas verwundert zurückgelassen hat. Dies erklärt allerdings, warum dieses Ende für mich im Vergleich zu den früheren Büchern nicht so rund rüberkommt … Vieles bleibt offen und wird wohl erst im allerletzten Band zufriedenstellend beantwortet werden.

Mein Fazit:

Der dritte Band führt fort, wo der zweite geendet hat, aber das Aufteilen der Geschichte im Deutschen sorgt dafür, dass ich als Leserin das Gefühl hatte, eigentlich nur einen Auftakt für ein Finale zu bekommen, das erst im nächsten Band erfolgt.

  • ★★★★★
  • E-Book
  • 349 Seiten
  • Bastei Entertainment
  • 978-3-32549443
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Rezension Jennifer Wellen – Zum Teufel mit dir und der Liebe

Jennifer Wellen und ich – wir kennen uns schon seit ihrem Erstling “Katerfrühstück mit Aussicht”. Ich mag Jennifers lustigen und lockeren Schreibstil, deswegen hat es mich auch sehr gefreut, ihr neues Buch “Zum Teufel mit dir und der Liebe” zu lesen.

Zum Inhalt:

Luciana Angeli arbeitet als Assistentin für den Teufel. Obwohl es gewöhnlich ihre Aufgabe ist, Verträge mit Möchtegern-Schauspielern, Sportlern und anderen ehrgeizigen Menschen abzuschließen, trägt ihr der Teufel auf einmal auf, zu verhindern, dass Aaron Selbstmord begeht.

Aaron ist ein junger Arzt und hat vor einiger Zeit seine Familie verloren, deswegen sieht er keinen Sinn mehr im Leben. Obwohl Luciana die Gründe für diese neue Aufgabe nicht versteht, erfüllt sie sie gewissenhaft. Und schon bald kommt ihr Aaron näher, als sie wahrhaben will …

Meine Meinung:

“Zum Teufel mit dir und der Liebe” ist für mich der erste Roman, in dem Jennifer Wellen das gewohnte ChickLit-Genre verlässt. Denn Engel, Dämonen und Teufel finden sich gewöhnlich in diesem Bereich eher selten.

Aber schon auf den ersten Seiten hat mich die Autorin erfolgreich abgeholt: Gewohnt spritzig und unterhaltsam erzählt sie Lucianas Geschichte, wie diese zu ihrem Job bei Sam, dem Teufel, kam. Und auch der Teufel konnte durchaus gleich am Anfang einige Sympathiepunkte sammeln :).

Der Schreibstil wechselt in der Regel die Perspektive zwischen Luciana und Aaron. Aus diesem Grund fällt es einem nicht schwer, sich mit den beiden zu identifizieren und sie liebzugewinnen. Luciana macht den Job beim Teufel beispielsweise, weil sie ihre Tochter Rory ins Leben zurückholen wollte. Aaron dagegen ist vor allem am Anfang so unglaublich traurig, dass man ihn einfach nur in den Arm nehmen und ihn trösten möchte.

Jennifer Wellen gestaltet aber auch ihre Nebenfiguren sehr sympathisch, vor allem die Nachbarin Wendy und Tochter Rory tragen zeitweise ein ganz schönes Stück der Geschichte mit. Ein paar Dinge werden zwar recht vereinfacht dargestellt (dass sich Luciana und Aaron eigentlich über ein paar Ecken bereits kennen könnten), hinterlassen aber keinen zu konstruierten Eindruck.

Wer gerne Krimis liest, wird sich übrigens ebenfalls freuen, denn sogar ein paar Krimi-Elemente hat Jennifer in die Geschichte hineingepackt. Diese spielen zwar nur am Rande eine Rolle, sorgten aber dafür, dass ich als Fan des Genres zusätzlich bei der Stange gehalten wurde.

Lediglich mit dem letzten Viertel der Geschichte konnte ich mich nicht so recht anfreunden. Dieser Plottwist wirkte auf mich ein bisschen zu gewollt und zu dramatisch, um wirklich glaubhaft zu sein. Die Komik auf den allerletzten Seiten versöhnte mich dann allerdings wieder, weshalb ich das Buch trotzdem mit einem guten Gefühl beenden konnte.

Mein Fazit:

“Zum Teufel mit dir und der Liebe” ist eine romantische und spritzige Liebesgeschichte im Urban-Fantasy-Bereich, bei der aber auch die Komik nicht zu kurz kommt. Perfekt für heiße Sommertage, wenn man etwas Lockeres und Leichtes lesen möchte! Lediglich der letzte Plottwist sagte mir nicht so sehr zu …

  • ★★★★
  • E-Book
  • 243 Seiten
  • Feelings
  • 978-3426445051
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Rezension Lauren Oliver – Wenn du stirbst …

Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie – das ist der vollständige Titel dieses Buches und gleichzeitig der erste Satz :). Persönlich bin ich ja kein Fan dieser überlangen Titel, aber neugierig machte mich die Geschichte bereits zu dem Zeitpunkt, als der Film zu dem Buch ins Kino kam.

Als ich das Buch bei uns in der Bücherei entdeckte, wollte ich mir eigentlich die Print-Ausgabe ausleihen, aber das gebundene Buch war dummerweise in einem eher beklagenswerten Zustand … Daher wurde es dann doch das (gekürzte) Hörbuch.

Zum Inhalt:

Samantha Kingston gehört zur angesagten Clique auf ihrer High School. Zusammen mit ihren Freundinnen fiebert sie dem ersten Mal mit ihrem Freund entgegen. Der 12. Februar fängt dabei an wie jeder andere Tag auch, sie geht zur Schule, fragt sich, wie viele Rosen sie wohl am (vorgezogenen) Valentinstag bekommen wird, geht am Abend auf eine Party von Kent, einem Schulfreund. Auf der Fahr nach Hause passiert es: Sie stirbt bei einem Autounfall – nur um am Morgen desselben Tages wieder aufzuwachen und denselben Tag noch einmal zu durchleben … Hat sie eine zweite Chance bekommen, ihr Leben zu retten?

Meine Meinung:

Anfangs dachte ich bei diesem Buch ja an eine Wiederholung des Stoffes aus “Und täglich grüßt das Murmeltier”. Die Idee, den Helden oder die Heldin einen Tag immer wieder durchleben zu lassen, wurde ja schon öfter aufgegriffen. Das Prinzip ist sich jedenfalls relativ ähnlich: Der Protagonist lernt immer mehr über sein Umfeld, lernt seine Mitmenschen näher kennen und verändert sich dadurch.

“Wenn du stirbst …” bildet hier nicht unbedingt eine Ausnahme. Sam gehört zwar zur Clique der beliebten Mädels, kommt aber selbst alles andere als sympathisch rüber. Sie hält ihr gesamtes Umfeld eher auf Distanz (auch ihre Familie), ist streckenweise sehr unfreundlich zu ihren Mitmenschen und eine typische Mitläuferin, was die “Chefin” der Clique – Lindsay – betrifft. Da Sam die meiste Zeit mit ihren drei Freundinnen verbringt, konnte ich mich gerade am Anfang lange nicht entscheiden, wen ich schlimmer fand – Sam oder Lindsay.

Einen großen Raum nimmt in der Geschichte das Thema Mobbing ein. Juliet, eine Mitschülerin, wird von den vieren regelmäßig verhöhnt und beschimpft, niemand traut sich, etwas zu sagen. Bei Kents Party am Abend eskaliert die Angelegenheit, als Juliet auftaucht und jedem der Mädchen “Miststück” an den Kopf wirft …

Im Verlauf der Geschichte versucht Sam, ihr Schicksal zu ändern und wird von Mal zu Mal verzweifelter, als sie feststellen muss, dass sie schon wieder am selben Tag aufwacht. Was tun? Mit diesem Hintergrund ist es bis zu einem gewissen Maß verständlich, dass sie eine Zeit lang eine “Mir ist alles egal”-Mentalität an den Tag legt, die sie einige befremdlichen Dinge tun lässt. Die Autorin lässt dabei allerdings nichts aus … Dies war für mich ein Punkt, wo ich ernsthaft überlegt habe, abzubrechen, weil es schon ans Absurde grenzte, was Sam auf einmal alles tut.

Trotzdem (oder Gott sei Dank?) habe ich aber weitergehört – und stellte wider Erwarten fest, dass es besser wurde. Ich konnte zwar nicht unbedingt nachempfinden, warum Sam doch noch ihr Gewissen entdeckte. Ich ertappte mich aber auf einmal dabei, mit ihr mitzufühlen, mit ihr mitzufiebern, ob es ihr nun gelingen würde, ihren Tod abzuwenden oder nicht. Manche Stellen ließen meine Augen sogar ein bisschen feucht werden …

Worauf es am Ende hinausläuft, ist bis zu einem gewissen Maß nicht gerade eine große Überraschung. Überrascht hat mich aber zumindest die Art und Weise, wie es geschieht. Ich verstehe durchaus, dass das Ende polarisiert, dass viele sich ein anderes Ende gewünscht haben. Aber ich fand es trotzdem zur Geschichte passend, auch wenn ich noch die eine oder andere Antwort auf einzelne Fragen gehabt hätte.

Das Hörbuch ist – wie bereits erwähnt – gekürzt, mir sind allerdings beim Hören keine wirklich gröberen Schnitzer aufgefallen, die immer wieder durch Kürzungen entstehen. Anna Thalbach kenne ich bereits seit der Zeit, wo sie mit ihrer Mutter Katharina “Die Nebel von Avalon” gelesen hat. Sie erzählt die Geschichte professionell (wenn auch ein Fehler bei der Aussprache eines Fremdworts drin war) und es machte Spaß, ihr zuzuhören.

Mein Fazit:

“Wenn du stirbst …” hat mir beim Hören ein gewaltiges Gefühlskarussell beschert. Wäre ich meinem Instinkt gefolgt, hätte ich wahrscheinlich abgebrochen, so aber wurde ich aber doch noch mit einem Ende belohnt, dass die Geschichte für mich herausgerissen und zu etwas Besonderem gemacht hat. Einen zusätzlichen Stern gibt es für die gut gemachte Lesung der Sprecherin.

  • ★★★★
  • Hörbuch
  • 447 Minuten
  • Silberfisch
  • 978-3867420716
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Rezension Mary E. Pearson – Das Herz des Verräters

“Das Herz des Verräters” ist der zweite Teil der “Remnant Chronicles”-Trilogie. Sorry, dass ich den englischen Titel verwende, aber die deutsche Formulierung “Die Chroniken der Verbliebenen” finde ich im Vergleich eher sperrig …

Wer den ersten Teil “Der Kuss der Lüge” noch nicht kennt, sollte hier eher nicht weiterlesen, da Spoiler auf die Handlung aus dem ersten Teil nicht ausbleiben werden …

Zum Inhalt:

Lia ist die Gefangene des Königreichs Venda. Von Kaden verschleppt und vom Komizar gefangen gehalten, ist es nun an ihr, alle ihre Fähigkeiten inklusive ihrer Gabe zu nutzen, um am Leben zu bleiben und die Flucht vorzubereiten. Erschwert wird das dadurch, dass Rafe, ihre große Liebe, ebenfalls nach Venda verschleppt wird. Lia sieht sich gezwungen, ihre Gefühle geheimzuhalten und gleichzeitig auf Kaden zuzugehen …

Meine Meinung:

Ich fand ja im Gegensatz zu vielen anderen den ersten Teil dieser Trilogie nur mäßig spannend. Die Autorin verzettelte sich für meinen Geschmack vor allem in der ersten Hälfte viel zu sehr in der Liebesgeschichte … Daher war ich entschlossen, mir mein endgültiges Urteil erst nach dem zweiten Teil zu bilden, ob mich diese Geschichte fesseln könnte.

Im Vergleich zum ersten Teil haben wir hier allerdings eine Lia vor uns, die bereits durch ihre Erlebnisse gewachsen ist. Das naive Mädchen macht einer jungen Frau Platz, die sich bewusst ist, dass ihr Leben nur an einem seidenen Faden hängt. Die abwägen muss, was sie sagt und tut, um nicht unter die Räder zu kommen. Gleichzeitig ist sie gezwungen, ihre Gefühle für Rafe in der Öffentlichkeit geheimzuhalten, um sich und ihn zu schützen.

Auf der anderen Seite steht Kaden, der dem Komizar zu Diensten ist und für den zumindest anfangs Venda immer an erster Stelle steht. Seine bereits im ersten Teil angedeuteten Gefühle für Lia werden hier stärker und man kann gut mit ihm mitfühlen, in welchem Konflikt er sich befindet. Der Antagonist dieses Buch schließlich ist der Komizar, der Vendas Geschicke lenkt und der Lia für seine Ziele einspannen will.

Wer sich von diesem Band mehr Action als im ersten Band erwartet, wird herbe enttäuscht werden. Auch die Liebesgeschichte nimmt im Vergleich keinen großen Raum ein (Gott sei Dank). Stattdessen geht es um Politik, Gewalt, Freundschaften, Geheimnisse, Intrigen und die Manipulation der einzelnen Figuren. Die Beziehungen stehen definitiv im Vordergrund. Man lebt und lernt mit Lia, sich an das Leben in Venda anzupassen. Der Feind hat viele Gesichter, nicht nur die offensichtlichen – das muss Lia im Verlauf der Geschichte mehr als einmal lernen.

Gerade deswegen gefiel mir dieses Buch aber deutlich besser als der erste Teil. Der Fokus rückt ab von den Gefühlen der Helden. Stattdessen werden jede Menge neuer Fragen gestellt, die neugierig machen. Was beispielsweise hat der Komizar vor? Inwiefern sind Lia, Kaden und Rafe davon betroffen? Welche Rolle spielt der Kanzler von Morrighan, der ja schon in Band 1 sehr undurchsichtig dargestellt wurde? Manche dieser Fragen werden beantwortet, einige bleiben offen …

Wie schon in Teil eins zeigt Pearson auch hier, dass sie gut schreiben kann. Die Seiten flogen nur so dahin – und hier hatte ich nicht wirklich das Gefühl, mit Längen konfrontiert zu werden. Im Gegenteil, die Autorin konnte die Spannung für mich deutlich besser halten als noch in “Der Kuss der Lüge”, auch wenn sie eher subtil eingesetzt wird.

Das Ende beinhaltet wieder einen Cliffhanger, der in meinen Augen deutlich schlimmer ausfällt als in Teil 1 – wenn nicht das allerletzte Kapitel wäre. Das nahm das gefühlte “Mir bleibt das Herz stehen” dann doch wieder heraus 😅 …

Mein Fazit:

“Das Herz des Verräters” hat mir im Vergleich zu Teil eins deutlich besser gefallen, da der Fokus der Geschichte sich endlich auf die Dinge konzentriert, die in “Kuss der Lüge” nur angedeutet wurden. Politik, Intrigen, Gewalt sind in Venda an der Tagesordnung – und bringen die Geschichte auf ein neues, interessanteres Level als bisher.

  • ★★★★
  • E-Book
  • 527 Seiten
  • Bastei Entertainment
  • 978-3732540808
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Rezension Kendare Blake – Der schwarze Thron “Die Schwestern”

Wer nur ein klein bisschen in den letzten Wochen in den sozialen Netzwerken unterwegs war, konnte an diesem Buch eigentlich nicht vorbei kommen. Eine ausgedehnte Bloggeraktion hat dafür gesorgt, dass das Buch einen guten Monat vor dem Erscheinunsdatum der Print-Ausgabe fast täglich im Gespräch war … Grund genug, um es im Rahmen einer #BBFliest Leserunde ein bisschen genauer unter die Lupe zu nehmen :).

Zum Inhalt:

Auf der Insel Fennbirn wachsen die Drillinge Arsinoe, Katharine und Mirabella getrennt voneinander auf. Jede der drei hat eine bestimmte Gabe, die sie bis zu ihrem sechzehnten Geburtstag perfektionieren muss. Der Grund dafür ist, dass nur eine von ihnen Herrscherin der Insel werden kann – und dazu ihre beiden Schwestern töten muss …

Meine Meinung:

Ich gebe zu, dass meine Erwartungen trotz des Werbedauerfeuers nicht besonders hoch waren. Warum? Weil ich mir im Vorfeld einige der Rezensionen auf Goodreads zu diesem ersten Teil einer Tetralogie durchgelesen habe. Dort konnte man sich ein recht gutes Bild machen, was einen erwarten würde. Trotzdem habe ich der Leserunde zugestimmt, weil sich die Geschichte eigentlich interessant anhörte und wer weiß? Ich freue mich immer darüber, positiv überrascht zu werden.

Der Anfang war auch wirklich stark, wow! Was Katharine da als Angehörige des Giftmischer-Clans mitmachen muss, ist schon ziemlich starker Tobak, mit dem ich nicht unbedingt gerechnet hatte. Schon gar nicht in einem Jugendbuch … Die ersten 60 Seiten flogen damit nur so dahin – aber dann: der große Dämpfer!

Was wirklich spannend begonnen hatte, entwickelte sich zu einem sanften Dahinplätschern, das mit der Zeit immer langweiliger wurde. Jede der drei zukünftigen Königinnen wird mit ihrem Umfeld ausführlich vorgestellt – und auch der Liebe wird ein sehr, sehr großes Feld eingeräumt. Das nahm mir leider nach dem starken Anfang recht schnell die Spannung raus und ich fragte mich immer öfter, wo denn die vielbeworbene düstere Atmosphäre geblieben wäre … Stattdessen bekam ich viel (Liebes)Geplänkel, einen Hauch Sex, ein kleines bisschen Intrigen – und das war’s auch schon.

Beworben wird das Buch außerdem mit dem Etikett “High Fantasy”. Auch wenn ich nun nicht die große Fantasy-Leserin bin, bin ich mir nicht sicher, ob diese Geschichte wirklich High Fantasy entspricht. Dafür tauchen einfach viel zu viele “irdische” Dinge auf, beispielsweise wird Champagner getrunken, sehr reale Tiere wie Mittelmeerskorpione, Korallenottern oder Pumas werden immer wieder erwähnt.

Überhaupt hatte ich beim Lesen immer wieder Probleme, die Geschichte einzuordnen. Sowohl indianische, keltische als auch französische Kultur-Eigenheiten werden bunt miteinander vermischt, bis ich mich am Ende gefragt habe, bei welchen Vorbildern sich die Autorin nicht bedient hat. Beltane, die Göttin und die Insel, die im Nebel liegt, erinnerten mich beispielsweise an vielen Stellen an Marion Zimmer-Bradleys Avalon-Reihe …

Der recht einfache Schreibstil ist im Präsens gehalten, was für einen Fantasy-Roman doch eher ungewöhnlich ist. Die Perspektive wächselt dabei immer wieder zwischen den Erlebnissen der drei Mädchen hin und her. Die Erzählweise in der dritten Person habe ich anfangs begrüßt, später allerdings nicht mehr, da sie mehr und mehr verhinderte, dass ich eine engere Beziehung zu den Mädchen aufbauen konnte.

Keine der drei wuchs mir beim Lesen wirklich ans Herz, die Nebenfiguren blieben bis auf einige wenige sehr blaß. Daher hatte ich auch immer wieder Schwierigkeiten, einige der Namen entsprechend zuzuordnen – was mir normalerweise eigentlich nach dem ersten Drittel eines Romans nicht mehr passiert.

Dies führte leider auch dazu, dass mich das Buch im letzten Viertel, wo es tatsächlich wieder etwas spannender wurde, überhaupt nicht mehr abholen konnte. Selbstverständlich endet das Buch mit einem Cliffhanger, der von der Art her einem Buch des New Adult-Genres entnommen sein könnte: Rasch eingeleitet, wirft er eben mal einiges über den Haufen – und dann Ende, um den Leser zu animieren, sich auch den nächsten Band zu kaufen.

“Der schwarze Thron” ist für mich somit der klassische Fall einer Mogelpackung, ein Buch, das mehr verspricht, als es halten kann. Vielleicht schafft es die Autorin, in den kommenden Romanen dieses Versprechen einzulösen – im Moment sieht es aber nicht so danach aus, als ob ich die drei Königinnen weiter auf ihrer Reise begleiten werde.

Mein Fazit:

Ich habe mir definitiv mehr von diesem Buch erwartet. Die Inhaltsangabe verspricht einen düsteren und spannenden Fantasy-Roman, der Leser bekommt aber die meiste Zeit etwas ganz anderes vorgesetzt. So ist “Die Schwestern” bestenfalls als Vorgeschichte, als Auftakt zu sehen zu dem, was vielleicht in den drei Folgebänden noch kommen wird …

  • ★★★★★
  • Paperback, Klappenbroschur
  • 448 Seiten
  • Penhaligon
  • 978-3764531447
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