Rezension George R.R. Martin – Das Lied von Eis und Feuer “Das offizielle Malbuch”

Schon als ich es das erste Mal gesehen habe, war ich sofort Feuer und Flamme für dieses Malbuch :). Ich bin zwar erst seit kurzem unter die Ausmaler gegangen, aber es macht wirklich großen Spaß – und ich habe in der Zwischenzeit auch schon ein bisschen Geld in mehr Farben bzw. Buntstifte gesteckt … Daher konnte ich auch nicht anders, als dieses Buch beim Bloggerportal anzufordern, als ich es dort endeckt habe. Auf diesem Weg vielen Dank für die prompte Zusendung!

Der Klappentext:

Ein Königreich für mehr Farbe!
Die spannendsten Charaktere und die faszinierendsten Szenen aus Das Lied von Eis und Feuer warten in diesem Buch darauf, durch Farbe zum Leben erweckt zu werden. Dabei sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt. Die detailreichen Zeichnungen ermöglichen einen ganz neuen Zugang zur Welt von Eis und Feuer und bieten für jeden etwas – opulente Festmahle, prächtige Gewänder, weite Landschaften und vieles mehr. Ein außergewöhnliches und beeindruckendes Malbuch für die Fans des erfolgreichsten Epos unserer Zeit.

Meine Meinung:

Dieses Malbuch ist wirklich sehr, sehr hochwertig, das kann ich nicht anders sagen! Insgesamt fünf Illustratoren haben mit ihren Motiven dazubeigetragen, dass es sehr viele unterschiedliche Schwarzweißzeichnungen zum Ausmalen gibt. Manche gefallen mir sogar schon im nicht-ausgemalten Zustand, da bin ich stark am Überlegen, ob ich diese Bilder überhaupt kolorieren möchte :D.

Die Motive selbst reichen von den Wappen der Häuser, über einzelne Hauptcharaktere und Bewohner von Martins Welt bis hin zu einzelnen Szenen, die in den Romanen vorkommen. Alle Zeichnungen sind jeweils auf der rechten Seite des Buches, während links kurze Texte bzw. Zitate aus den dazupassenden Romanen abgedruckt sind.

Das nachfolgende Motiv ist übrigens eines, wo ich mir noch nicht sicher bin, ob ich es wirklich ausmalen will – sieht es nicht toll aus in Schwarzweiß?

Da ich bereits am Anfang Probleme hatte, mich zu entscheiden, mit welchem Motiv ich anfangen sollte, habe ich am Ende einfach das erste genommen – das Wappen der Starks:

Da ich mich gerne beim Malen an die Vorlagen halte, so es welche gibt, habe ich mich bewusst dafür entschieden, den Hintergrund des Schilds weiß zu lassen. Das Originalwappen zeigt nämlich einen grauen Schattenwolf auf weißem Grund :). Hier natürlich noch das fertige Bild, das wollte ich euch nicht unterschlagen:

In der Zwischenzeit habe ich übrigens schon mit dem nächsten Wappen weitergemacht, dem der Baratheons … Man kann irgendwie ganz schön süchtig werden danach, kommt mir vor :). Trotzdem muss ich mich jetzt wohl oder übel ein wenig einbremsen, da ich auch noch andere Bücher bei mir liegen habe, die gelesen werden wollen.

Einen kleinen Kritikpunkt muss ich bei aller Begeisterung aber doch anbringen: Gerade die Motive der Personen und der Szenen (siehe Fotos oberhalb) reichen bis an den Rand. Dort schön auszumalen, stelle ich mir schon etwas schwierig vor – da kommt man doch mit den Stiften nur gut hin, wenn man das Buch mit aller Gewalt aufdrückt … Und ob das für den Rücken auf Dauer gut ist, wage ich ehrlich gestanden zu bezweifeln.

Mein Fazit:

Dieses Malbuch ist einfach top! Und ich empfehle es allen, die “Game of Thrones” mögen UND gerne malen :). Das einzige, was ich nicht so gut gelöst finde, ist die Art der Herstellung des Buches. Hier wäre es sinnvoller gewesen, zu einer anderen Bindung zu greifen, damit man an den Rand der Motive besser herankommt.

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Rezension Jennifer L. Armentrout – Dark Elements “Eiskalte Sehnsucht”

Nachdem ich den ersten Teil der Trilogie – “Steinerne Schwingen” durchaus begeistert beendet habe, hatte ich Gott sei Dank durch Blogg dein Buch und HarperCollins ya! gleich die Gelegenheit, mit dem zweiten Teil fortzufahren.

Dieser zweite Teil setzt kurze Zeit nach den Geschehnissen von Teil 1 ein und führt die Geschichte fort. Wer Teil 1 (Rezi hier) noch nicht kennt, sollte hier eher nich weiterlesen, weil meine Rezension unweigerlich Spoiler auf die Handlung aus “Steinerne Schwingen” enthält.

Zum Inhalt:

Layla ist am Boden zerstört, weil Roth sich am Ende des ersten Teils für sie geopfert hat. Doch ihre Trauer währt nur kurz, denn auf einmal steht Roth wieder vor ihr – und gibt ihr zu verstehen, dass ihre Beziehung zueinander nichts Ernsthaftes war. Doch Layla hat keine richtige Zeit, das zu verdauen, stehen doch weitere Entwicklungen in Sachen Lilin an. Und Zayne, bisher eher zurückhaltend, beginnt endlich Interesse an ihr zu zeigen …

Meine Meinung:

“Eiskalte Sehnsucht” ist der zweite Teil einer Trilogie. Dementsprechend führt Armentrout die Entwicklung aus Band 1 weiter, während sie gleichzeitig einige neue Dinge präsentiert. Die Dreiecksgeschichte beispielsweise nimmt hier einen deutlich größeren Rahmen ein als noch in Teil 1. Und auch wenn ich mittlerweile das Wort “Dreiecksgeschichte” nicht mehr wirklich mag, gelingt es Armentrout, dem Ganzen einige interessante Entwicklungen hinzuzufügen. Zayne bekommt endlich mehr Tiefe und als Leserin konnte ich deutlich besser verstehen, warum Layla sich in ihn verschaut hat :).

Trotzdem bleibt Roth nicht außen vor und wir dürfen nicht zuletzt dank ihm Layla auch einmal in einer weniger braven Szene erleben, wo sie auch einmal ihre nicht ganz so brave, dämonische Seite leben lassen darf … Und damit meine ich nicht den Sex ;).

Und wo wir schon einmal dabei sind: In diesem Teil geht Armentrout deutlich mehr zur Sache als noch im ersten Teil! Besonders mit Zayne geht es einige Male meiner Meinung nach wirklich heiß her … Eine dieser Szenen wird übrigens am Ende noch einmal aus Zaynes Sicht erzählt – und ich kann gut verstehen, warum die Autorin genau diese Stelle gewählt hat, fand ich sie persönlich auch die anregendste Stelle des Buchs :)))). Ich hatte zwar nicht damit gerechnet, dass es dieses Mal so explizit zur Sache gehen würde, trotzdem habe ich es durchaus genossen, diese Szenen zu lesen. Frau darf schließlich auch genießen – und schweigen :D.

Nichtsdestotrotz kommt die Haupthandlung nicht zu kurz, da Layla, Zayne und Roth sich auf der Suche nach einem weiteren Kind von Laylas Mutter Lilith, einer Lilin, machen. Da nicht klar ist, wer die Lilin nun ist, sind die drei dazu gezwungen, auf die Veränderungen an der Schule mit Detektivarbeit zu reagieren. Einzige Szenen waren hier wirklich amüsant zu lesen, da sie mich wieder einmal sehr an die TV-Serie “Buffy” erinnerten – und der Witz ist, dass sogar die Autorin selbst einmal auf “Buffy” anspielt. Ich sage nur: High School und Höllenschlund – wer die Serie kennt, weiß genau, was ich meine ;).

Der einfache und lockere Schreibstil Armentrouts macht es auch dieses Mal nicht schwer, die Geschichte rasch zu lesen. Hätte ich nicht so viele andere Dinge um die Ohren gehabt, hätte ich das Buch wohl deutlich schneller beendet, aber was will man machen. Der Humor kommt ebenfalls nicht zu kurz, besonders in den Dialogen zwischen Layla und Zayne bzw. Layla und Roth. Die Rivalität der Jungs sorgte ebenfalls einige Male dafür, dass ich beim Lesen nicht anders konnte, als vor mich hinzugrinsen.

Der Schluss stellt fast schon wie Armentrout üblich einen Cliffhanger dar, von dem man recht bald erahnen kann, wie er aussehen dürfte. In diesem Fall rate ich übrigens unbedingt dazu, nicht zur letzten Seite vorzublättern (Es ist mir versehentlich passiert, weil ich wissen wollte, auf welcher Seite die Geschichte wirklich endet)!!

Mein Fazit:

Armentrout ist ein weiteres Mal eine unterhaltsam zu lesende, stellenweise an Buffy erinnernde Geschichte gelungen, die mich jetzt schon auf den dritten Teil hin fiebern lässt. Viele Handlungselemente sind zwar nicht neu, besonders nicht das Dreieck Layla – Zayne – Roth, aber der Autorin gelingt es trotzdem, den Plot spannend und fesselnd weiter zu erzählen. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf Band 3, der allerdings auf Deutsch erst im August erscheinen wird …

  • ★★★★
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Rezension Jennifer L. Armentrout – Dark Elements “Steinerne Schwingen”

Jennifer L. Armentrout ist mittlerweile auch mir keine Unbekannte mehr, wenn es um Jugendbücher geht :). Da ich schon vor einer Weile mit ihrer “Lux”-Reihe angefangen habe, war ich auch neugierig auf ihre “Dark Elements”-Trilogie.

Diese drei Bücher sind im Gegenteil zur “Lux”-Reihe rein im Fantasy-Bereich angesiedelt, ansonsten bleibt Armentrout sich und ihrem Stil aber treu.

Zum Inhalt:

Layla ist ein Mischling, halb Gargoyle, halb Dämon. Von einer Gargoyle-Familie großgezogen, hegt sie schon seit langer Zeit tiefe Gefühle für ihren Ziehbruder Zayne.

Da sie aufgrund ihres dämonischen Erbes aber niemanden küssen darf, der eine Seele besitzt (Sie hat die Fähigkeit, diese durch einen Kuss zu rauben), bleibt ihr diese Beziehung verwehrt. Für Ablenkung sorgt indes bald der Dämon Roth, der neu an Laylas Schule kommt. Und da Dämonen keine Seele haben 😉 …

Roth ist auch derjenige, der die Handlung ins Rollen bringt. Da Layla darüber hinaus nämlich die Fähigkeit besitzt, die Seelen von Lebewesen zu sehen, erkennt sie sehr schnell, was Roth ist. Der wiederum ist fasziniert von ihr und schlüpft relativ bald in die Rolle des Beschützers, da Layla nach ihrem Geburtstag auf einmal von jeder Menge Dämonen gejagt wird …

Meine Meinung:

Im Vergleich zur “Lux”-Reihe gelingt Armentrout meiner Meinung nach der Einstieg deutlich besser. Roth ist ein typischer Dämon, dem man allerdings recht schnell anmerkt, dass er etwas für Layla übrig hat. Layla wiederum erscheint mir als ein recht vernünftiges Mädchen, das sich nicht so schnell von Sprüchen und Macho-Gehabe blenden lässt.

Vor allem das erste Drittel des Buchs lebt daher von den Dialogen zwischen Layla und Roth, da diese sich von ihm nicht wirklich etwas gefallen lassen will. Ich musste hier wirklich einige Male beim Lesen grinsen, da man recht rasch merkt, dass Layla sich von Roth angezogen fühlt, es sich aber nicht eingestehen will :).

Wie derzeit anscheinend üblich, wartet auch dieses Buch wieder mit einer Dreiecksgeschichte auf, die aber nicht so ausgeprägt ist. Man merkt Layla zwar an, dass sie immer noch für Zayne schwärmt, aber wenn Roth auf den Plan tritt, ist erst einmal alles andere vergessen. Verständlicherweise gibt es auch eine etwas ausführlichere Liebesszene, die Armentrout relativ jugendfrei gestaltet hat. Warum das so ist, erfährt der Leser bereits kurze Zeit später …

So richtig viel möchte ich jetzt zum Verlauf der weiteren Handlung gar nicht mehr sagen (Viel zu viel Spoiler!), außer dass es mir nicht schwer gefallen ist, das Buch innerhalb von fünf Tagen zu lesen. Auch wenn ich den Ausdruck “Inhalieren” bei einem Buch nicht gern verwende (Kommt mir irgendwie immer komisch vor), trifft es das wohl dieses Mal am besten :). Der Schreibstil ist leicht und flüssig, daher fällt es einem nicht schwer, durch die Seiten zu fliegen und das Schicksal Laylas und ihrer Freunde bzw. Gargoyle-Familie zu verfolgen.

Wermutstropfen habe ich für mich persönlich eigentlich nur einen einzigen entdeckt und das war die Art und Weise, wie wenig Layla bei Roth nachgehakt hat. Offensichtlich weiß er mehr über sie, als er zu sagen bereit ist, trotzdem akzeptiert sie das relativ bereitwillig – und das, obwohl sie dank ihres Unwissens einige Mal in gefährliche Situationen stolpert …

Ich vermute aber auch, dass Armentrout uns absichtlich noch einiges verschwiegen hat, es gibt ja schließlich noch einen zweiten und dritten Teil, in dem bestimmt noch einige Hintergrundinfos auf uns warten werden :).

Das Ende wartet mit dem schon von Armentrout hinlänglich bekannten Cliffhanger auf, den ich persönlich aber nicht so schlimm empfinde. Das mag aber auch damit zusammenhängen, dass ich den zweiten Teil schon bei mir liegen habe :D.

Mein Fazit:

“Steinerne Schwingen” ist ein sehr unterhaltsam zu lesender Auftakt zur “Dark Elements”-Trilogie. Er bringt alles mit, was ich mir von einem Jugenbuch erwarte und macht neugierig darauf, weiter zu lesen. An manchen Stellen konnte ich mich mit dem Verhalten von Layla zwar nicht anfreunden, aber das hat dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan!

  • ★★★★
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Rezension Josephine Angelini – Starcrossed

Ich gebe zu, die “Göttlich”-Trilogie von Josephine Angelini wollte ich schon länger lesen, irgendwie sollte es aber in den letzten Monaten nie so richtig sein … Jetzt bekam ich aber bei der “Ich entscheide, was du liest”-Challenge auf Lovelybooks den ersten Teil ausgesucht, daher gab es jetzt keine Ausflüchte mehr :).

Zum Inhalt:

Helen wächst auf Nantucket, einer Insel vor Massachusetts, sehr behütet auf. Ihre Mutter hat sie verlassen, als sie noch ein Baby war, ihre Bezugspersonen sind daher ihr Vater Jerry und ihre beste Freundin Claire.

Obwohl sehr hübsch, ist Helen eher schüchtern und hasst es, die Aufmerksamkeit ihrer Umgebung zu erregen. Dies alles ändert sich jedoch, als eines Tages die Delos-Familie auf die Insel zieht und Helen auf einmal einen unbändigen Hass auf Lucas Delos verspürt, diesen zu töten …

Meine Meinung:

Ich wurde auf diese Reihe hauptsächlich durch die vielen Rezensionen aufmerksam, die ich auf unterschiedlichen Bücherblogs gelesen hatte. Daher war mir auch bewusst, dass Angelini sich bei der griechischen Götter- und Sagenwelt bedient hatte, um ihre Geschichte zu erzählen. Da ich vor allem als Schüler solche Sagen unheimlich gern hatte, dachte ich mir, dass dies sicher eine spannende Basis für eine Reihe abgeben würde.

“Starcrossed”, wie “Göttlich verdammt” im Original heißt (Ich habe dieses Mal wieder zur englischen Ausgabe gegriffen), erzählt die Geschichte eines Mädchens, dem von Anfang an klar ist, dass sie anders ist als ihre Umgebung. Außer ihrer Freundin Claire weiß niemand davon, wie anders.

Das wird erst klar, als sie auf die neuzugezogene Familie Delos trifft und diese ihr eröffnen, dass sie – genau wie die Delos-Familie – ein Abkömmlung der griechischen Götter ist, ein sogenannter Halbgott. Helen muss nun also lernen, damit umzugehen, dass sie Fähigkeiten wie eine Superheldin besitzt und dass sie offensichtlich das Interesse von jemandem erregt hat, der sie lieber tot als lebendig sehen möchte.

Angelini erzählt die Geschichte von Helen und ihren neuen Freunden hauptsächlich aus der dritten Person. Obwohl ich nicht jedes Mal die Ich-Form in einem Buch brauche, hätte es mir dieses Mal tatsächlich mehr zugesagt, denn damit wäre der widersprüchliche Charakter Helens vielleicht leichter zu erklären gewesen … Mal schüchtern, mal heldenhaft, das war an manchen Stellen nur schwer nachzuvollziehen.

Auch die Liebesgeschichte fand ich nicht plausibel: Die längste Zeit war für mich nicht einmal erkennbar, dass die beiden ein Paar abgeben sollten, da sie für meinen Geschmack viel zu lange einfach nur freundschaftlich miteinander umgegangen sind. Dann wollen die beiden doch zusammensein, aber frei nach Romeo und Julia darf es nicht sein, da die beiden nichts anderes als einen zweiten trojanischen Krieg mit ihrer Beziehung auslösen könnten.

Und damit wären wir schon bei meinem persönlich größten Kritikpunkt, der Mythologie. Angelini hat nämlich für meinen Geschmack sehr viel davon in die Geschichte hineingearbeitet – allerdings ohne sie groß zu erklären. Angefangen bei den Erinnyen, den drei Rachegöttinnen über das Orakel von Delphi über den trojanischen Krieg bis hin zu den Fähigkeiten und Eigenschaften der Götter, von denen die Charaktere abstammen.

Wenn man hier nicht ein bestimmtes Vorwissen mitbringt (das ich zumindest zum Teil noch hatte), dürfte es einem wirklich schwerfallen, sich von all diesen Fakten nicht ein wenig erschlagen zu fühlen.

Und dem nicht genug, erfindet Angelini noch einige zusätzliche Dinge, die es in den Sagen nicht gab, die dann noch zusätzlich für Verwirrung sorgen. Zwischendurch hatte ich sogar den Eindruck, dass es diese ganzen “Regeln” nur deswegen gibt, damit die Charaktere nur auf eine bestimmte Art und nicht anders handeln können.

Nichtsdestotrotz lässt sich “Starcrossed” auf Englisch rasch und flüssig lesen und ich konnte der Geschichte gut folgen. Die Spannung baut sich langsam und kontinuierlich auf, was zur Folge hatte, dass ich vor allem gegen Ende nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Auf einigen Blogs war außerdem zu lesen, dass im Deutschen der Stil nicht besonders gut gewesen sei, dies ist mir allerdings nicht in der englischen Ausgabe aufgefallen. Möglicherweise doch eine Sache der Übersetzung? Ich weiß es nicht.

Mein Fazit:

Auch wenn die “Göttlich”-Reihe recht oft mit den “Biss”-Büchern von Stephenie Meyer verglichen wird, war für mich der Auftakt durchaus interessant und spannend. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass der mythologische Hintergrund ein wenig besser erklärt und nicht so viele Dinge auf einmal in das Buch hineingestopft worden wären.

Auch ein wenig mehr Tiefe bei den Charakteren wäre schön gewesen. Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten und ich werde dieses Jahr wohl noch die beiden weiteren Teile lesen, um herauszufinden, wie es weitergeht.

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Rezension Wolfgang & Heike Hohlbein – Das Buch

“Das Buch” ist das erste Buch von Wolfgang (und Heike) Hohlbein, das ich nach mehreren Jahren Hohlbein-Abstinenz gelesen habe. Ich habe seine Bücher früher eigentlich sehr gerne verschlungen, bis ich irgendwann das Gefühl hatte, er hat sein Kreativitätspulver verschossen, da kommt nicht mehr wirklich etwas Neues …

Da ich “Das Buch” aber durch ein Gewinnspiel erhalten und dann bei der “Ich entscheide, was du liest” Challenge ausgesucht bekommen habe, habe ich wieder einmal einen Hohlbein gelesen.

Ausnahmsweise zitiere ich für den Inhalt heute wieder einmal den Klappentext, wenn ihr weiterlest, wisst ihr gleich warum :).

Klappentext:

Seit Jahrhunderten wachen die geheimnisvollen Hüterinnen über das Archiv, in dem das Leben der Menschen aufgezeichnet wird. Doch jetzt ist die Ordnung der Dinge in Gefahr, da Unbekannte in das Bücherlabyrinth eindringen und die Vergangenheit und damit die Gegenwart umschreiben. Leonie, die junge Erbin einer Buchhandlung, begreift nur langsam, dass auch sie der uralten Gemeinschaft der Hüterinnen angehört und dazu ausersehen ist, die Wirklichkeit zu retten.

Meine Meinung:

Ich war noch nie so froh, dass Bücher Klappentexte haben, das dürft ihr mir glauben! Denn ansonsten hätte ich vor allem am Anfang einige Dinge nicht verstanden, wäre wahrscheinlich noch verwirrter gewesen, als ich es so schon war.

Das Buch, dass dem Roman seinen Namen gibt, bietet nämlich die Möglichkeit, das Schicksal der Menschen umzuschreiben, quasi die Vergangenheit zu ändern. Und Leonies Eltern machen davon vor allem am Anfang recht viel Gebrauch davon – nur weiß man das als Leser nicht. Man wundert sich nur die ganze Zeit, warum sich bestimmte Hintergrundinformationen (Interessen, Lebenslauf etc.) von Leonie andauernd ändern …

Hinweise darauf bekommt man aber erst, was eigentlich los ist, nachdem man sich durch knapp ein Drittel des Buches gekämpft hat. Wenn ich nicht durch den Klappentext schon ein bisschen was gewusst hätte, hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht mal weitergelesen, glaube ich, weil es mich zunehmend nervte, wie oft der Vater Änderungen vornahm. Änderungen, die zum Teil auch total merkwürdig waren (Mittelalter in der Gegenwart?), die aber nicht mal die Hauptprotagonistin groß in Frage stellte.

Überhaupt stolperte die Heldin für meinen Geschmack viel zu sehr durch die Handlung, als dass sie sie selbst aktiv mitgestaltet hätte. In manchen Szenen spielten sich sogar die Dialoge mehr oder weniger über ihren Kopf hinweg ab. Ehe Leonie also selbst aktiv wird, vergeht sehr, sehr viel (Lese)Zeit.

Ich will aber nicht nur kritisieren, sondern auch ein bisschen loben: Hohlbein hat mittlerweile Routine beim Schreiben, das merkt man. In Folge kann man die Geschichte auch sehr rasch und flüssig lesen, ohne auf große Hindernisse zu stoßen. Hätte ich mich also etwas mehr dahinter geklemmt, hätte ich die 880 Seiten wahrscheinlich schon früher beenden können.

Auch die Idee zu dem Buch hat mir eigentlich sehr gut gefallen, aber die Umsetzung war nicht so meins. Viele Details und viele Wiederholungen bei der Beschreibung des Archivs führten dazu, dass ich das Gefühl hatte, das weiß ich schon, das kenne ich schon, warum lese ich das schon wieder.

Hätte Hohlbein den Plot um ca. die Hälfte gestraft und weniger Änderungen bei den Realitäten eingebaut, wäre aus diesem Buch meiner Meinung nach wirklich etwas geworden – auch weil ich den Schluss dann wieder für gelungen hielt. Er hätte zwar vielleicht noch ein bisschen ausführlicher, spannender sein dürfen, aber er war in Ordnung (Und das will etwas heißen, weil ich vor allem bei meinen früheren Hohlbein-Büchern meistens mit dem Schluss nicht zufrieden war).

Mein Fazit:

“Das Buch” hat einen sehr guten Hintergrund, die Idee finde ich auch jetzt noch toll. Aber die Umsetzung ist leider in meinen Augen ziemlich daneben gegangen, viele Wiederholungen und weitschweifige Details machen das Buch vor allem in der Mitte zu einem etwas anstrengenden Lesevergnügen. Weniger ist mehr, das hätte Hohlbein meines Erachtens durchaus berücksichtigen dürfen.

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Rezension George R.R. Martin – Westeros

Wer meine Rezensionen regelmäßig liest, wird wissen, dass ich normalerweise kein großer Fan davon bin, als Inhaltsangabe einfach den Klappentext bzw. Buchtext hinzuzufügen. Bei “Westeros” möchte ich aber einmal eine Ausnahme machen, weil es mir ehrlich gestanden schwerfällt, Meinung und Inhaltsangabe zu trennen. Ich hoffe, ihr verübelt mir das nicht 🙂 …

Rückentext:

Die Sieben Königreiche von Westeros – das bedeutet epische Schlachten, erbitterte Feindschaften und tödliche Intrigen. Diese Chronik enthält gesichertes Wissen, Spekulationen und überlieferte Sagen vom Zeitalter der Ersten Menschen über die Ankunft von Aegon dem Eroberer bis zu Robert Baratheons Rebellion gegen den wahnsinnigen König Aerys II. Targaryen. Und alle diese Ereignisse führten zu George R.R. Martins Meisterwerk “Das Lied von Eis und Feuer” und zu der Fernsehserie “Game of Thrones”.

Meine Meinung:

Ich möchte hier gleich einmal etwas vorausschicken: Ich schaue leidenschaftlich gern die TV-Serie “Game of Thrones” an. “Das Lied von Eis und Feuer” kenne ich aber bisher nur als Hörbuch (die Audible-Ausgabe mit den englischen Namen und Begriffen), hier habe ich es aber nicht weiter als bis zum Ende des ersten Buches geschafft …

Trotzdem finde ich die Welt, die Martin hier nach und nach geschaffen hat, bemerkenswert. So viele Namen und Details – und jedes Jahr ertappe ich mich dabei, dass ich mich genau danach frage, wenn eine neue Staffel beginnt :). Da finde ich es umso interessanter, wie Martin es schafft, den Überblick über seine Welt zu behalten.

Eine Antwort auf diese Frage bekommen wir mit “Westeros”, einem Buch, das ich grob in die Rubrik “Sekundärliteratur” zu “Game of Thrones” einsortieren würde. Grob deswegen, weil das Buch nicht wie ein Sachbuch geschrieben ist.

Im Gegenteil, man bekommt die Vorgeschichte dieses Fantasy-Epos als Erzählung von Maester Yandel präsentiert, der sich die Mühe gemacht hat, eine Chronik für König Tommen zu erstellen. Und genau wie eine Chronik sieht das Buch auch aus. Angefangen bei dem etwas vergilbten Look, der an die aktuelle Ausgabe der deutschen Taschenbücher von “Das Lied von Eis und Feuer” erinnert, über die bräunlichen Seiten bis hin zu den Illustrationen, die die einzelnen Informationen begleiten.

Auf etwa 330 Seiten erfährt man als Leser alles, was man schon immer über das “Game of Thrones”-Universum wissen wollte. Die Anfänge, die ersten Menschen, die Andalen, der Bau der Mauer, das alte Valyria oder die Herrschaft der Targaryens (jeder einzelne König bekommt ein Kapitel!) – alles wird von Maester Yandel beschrieben.

Darüber hinaus werden die freien Städte in Essos und die einzelnen Regionen in Westeros vorgestellt, der Abschnitt über die Bewohner jenseits der Mauer ist allerdings ein bisschen kurz, da hätte ich mir ein paar Details mehr gewünscht (Vielleicht ist aber auch vorgesehen, dass man das alles erst beim Lesen von “Das Lied von Eis und Feuer” lernt, wer weiß?). Spannend fand ich auch die Stammbäume am Schluss, leider sind aber nicht alle Familien von Westeros darin vertreten.

Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist der Schreibstil. Natürlich entspricht er einer Chronik, das ist keine Frage, aber an manchen Stellen wird er meiner Meinung nach etwas weitschweifig. Und ganz in der Tradition von “Das Lied von Eis und Feuer” bekommen wir nocheinmal jede Menge neuer Namen an den Kopf geworfen (welcher Maester jetzt was geschrieben hat, da bin ich recht großzügig drübergeflogen). Gleichzeitig werden einem Gott sei Dank aber auch einige Dinge klarer, einige Zusammenhänge tun sich durch “Westeros” auf.

Worauf ich gut verzichten hätte können, waren die zahlreichen kleinen Exkurse. Ich gebe zu, ich mag so etwas nicht besonders, weil ich nie weiß, wann ich die lesen soll, ob am Anfang oder am Ende des Haupttextes. Wenn ich sie am Ende gelesen habe, war es oft auch mit Zurückblättern verbunden, weil die Hauptgeschichte dann schon mal über mehrere Seiten ging. Habe ich sie davor gelesen, habe ich sie meist (noch) nicht verstanden …

Eine kleine Kritik möchte ich auch zum Index anbringen, der sich ganz am Ende des Buches befindet: Die Schriftgröße ist ziemlich klein! Da hätte ich lieber ein oder zwei Seiten mehr im Buch gehabt und etwas bessere Lesbarkeit, da ich schon das Buch in Zukunft auch als Nachschlagewerk benutzen möchte. Was ich mir auch gewünscht hätte, wäre eine Karte von Essos, die ähnlich detailliert die Städte und Regionen des Ostens zeigt wie bei den sieben Königslanden – hier musste eine Google-Suche am Ende für eine Übersicht herhalten …

Ihr seht schon, “Westeros” ist kein Buch für eben mal zwischendurch, das ist schon dem extra großen Format geschuldet. Für dieses Buch muss man sich Zeit nehmen! Es hat aber auch den Vorteil, dass man nicht Kapitel für Kapitel chronologisch lesen muss, sondern bis zu einem gewissen Maß auch zwischen den Abschnitten hin- und herspringen kann.

Mein Fazit:

Wer schon leidenschaftlicher Fan der Bücher oder der TV-Serie ist, für den ist dieses Buch ein Muss! Alle anderen bekommen mit diesem Buch einen guten Einstieg in das Martinsche Universum, der einem das Verständnis für “Das Lied von Eis und Feuer” vor allem am Anfang sicherlich erleichtert.

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Rezension Sabaa Tahir – Elias & Laia “Die Herrschaft der Masken”

“Elias & Laia” fiel mir schon relativ früh auf, das Cover mit den geheimnisvoll blickenden Augen war für mich schon ein deutlicher Hingucker. Als es jetzt herauskam, entschied ich mich für die ungekürzte Hörfassung (Es gibt nämlich auch eine gekürzte!) mit Marie Bierstedt und Maximilian Artajo als Sprecher.

Zum Inhalt:

Laia ist eine sogenannte Kundige und lebt zusammen mit ihrem Bruder und ihren Großeltern in relativer Sicherheit in ihrem Viertel. Bis zu dem Tag, als Masken ihre Familie überfallen, die Großeltern töten und den Bruder gefangen nehmen. Auf der anderen Seite ist Elias, Schüler auf Schwarzkliff, der Akademie, wo die Masken mit unnachahmlicher Härte ausgebildet werden. Da Laia ihren Bruder aus dem Gefängnis befreien will, treffen die beiden aufeinander – und das Schicksal nimmt seinen Lauf …

Meine Meinung:

Der deutsche Titel ist leider wieder einmal eher unglücklich gewählt, “An Ember in the Ashes” trifft es wesentlich besser (Wenn ihr das Buch kennt, wisst ihr, was ich meine). Elias & Laia hingegen lässt darauf schließen, dass es um eine Liebesgeschichte gehen wird – das ist aber nicht der Fall. Die beiden Protagonisten entwickeln zwar Gefühle füreinander, haben aber auch Sympathien für andere Charaktere in ihrem Umfeld. Ob man das mag, sei einmal dahingestellt, ich fand es jedenfalls eine wohltuende Abwechslung :D.

Die Welt, in der Elias & Laia leben, hat mir persönlich sehr gut gefallen. Manche Dinge erinnerten an die altrömische Gesellschaftsstruktur, die Welt von Elias ist geprägt von mächtigen Familien, sogenannten Gentes, die zu einem Kaiser aufsehen (müssen). Lateinisch klingende Namen, angefangen bei den Namen der Charaktere bis zu den Priestern, den Auguren, bestimmen die Welt der Martialen (Auch hier erinnert der Name nicht zufällig an Mars, den Gott des Krieges). Gewalt, Zerstörung und Kampf bestimmen das Leben von Elias.

Von den Martialen unterworfen leben die Kundigen, zu denen Laia gehört. Diese Welt erinnerte mich ein wenig an die Märchen aus 1001er Nacht, da hier auch Dschinns, Geister und Ghule auftauchen. Überhaupt ist die Welt der Kundigen bestimmt von Stämmen, die arabische Namen haben und nomadisierend durch die Wüste ziehen. Einige von ihnen leben aber auch in Städten, so wie Laia es tut.

Die Handlung des Buchs beginnt unmittelbar, man wird sofort hineingezogen und tut sich schwer aufzuhören. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Laia und Elias erzählt, man taucht also abwechselnd in beide Blickwinkel ein. Worauf man sich auf jeden Fall gefasst machen muss: Die Welt von “Elias & Laia” ist gnadenlos brutal, das zeigt sich vor allem bei den vielen Szenen, die in Schwarzkliff spielen. Normalerweise gebe ich eigentlich keine Altersempfehlungen hab, aber ich denke, dieses Buch bzw. Hörbuch ist nichts für sanfte Gemüter. Wäre es ein Film, würde er wahrscheinlich eine Freigabe ab 16 Jahren bekommen, denke ich.

Die Hörbuchfassung zeichnet sich dadurch aus, dass Bierstedt die Stellen von Laia liest, während Artajo Elias eine Stimme gibt. Beide machen ihre Sache sehr gut, vor allem Bierstedt bringt die Angst und Verzweiflung von Laia sehr, sehr überzeugend rüber.

Warum ich trotzdem nur vier Sterne vergebe, hängt damit zusammen, dass es auch einige Punkte gab, die mich gestört haben. Vor allem Laia fand ich am Anfang ein wenig zu ängstlich, muss ich gestehen. Die Umstände, unter denen Laia aufgewachsen ist, machen es mir schwer, nachzuvollziehen, warum sie ist, wie sie ist. Gerade am Anfang wirkt sie wie jemand, der noch nie mit den Gräueltaten der Masken in Berührung gekommen ist …

Es gab auch einige Szenen, die ich eher überflogen habe, da mich die Beschreibungen der Kämpfe und Schlachtenszenen jetzt nicht so angesprochen haben, aber das ist mein ganz persönlicher Geschmack, das weiß ich.

Das Ende des Romans lässt einige Dinge offen, in der Zwischenzeit ist allerdings bekannt geworden, dass es weitergehen wird. Wir dürfen also für 2016 guter Dinge sein :).

Mein Fazit:

Ein wirklich fesselnder Roman, der durch die wechselnde Perspektive gekonnt in die Fantasy-Welt einführt, ohne den Leser zu langweilen. Die Menge an Gewalt ist allerdings sicher nicht für jeden geeignet.

  • ★★★★
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