Rezension Jennifer Wellen – Traumtänzerküsse

Traumtänzerküsse CoverIch gebe zu, als ich das Cover gesehen habe, musste ich sofort an eines der früheren Bücher von Jennifer Wellen denken: Sternschnuppenwünsche. Da lag die Vermutung nahe, dass es vielleicht eine Fortsetzung sein würde, aber nein, dem ist nicht so. Allerdings – und ich denke, das darf ich schon verraten – ist eine nette Anspielung auf “Sternschnuppenwünsche” in der Geschichte versteckt :). Treue Leser von Jennis Büchern dürfen sich freuen!

Zum Inhalt:

Mila ist eine junge, durchaus erfolgreiche Eiskunstläuferin, die mit ihrem Freund und Partner Roman auf Tournee gehen möchte. Ehe es losgeht, besucht sie allerdings noch einmal ihre Familie in Essen, die sie schon länger nicht gesehen hat. Vor Ort wird sie von Leon, ihrem früheren Partner auf dem Eis, gebeten, die Vertretung bei einer Eis-Show zu übernehmen. Dem Freund zuliebe sagt sie zu, nicht ahnend, welche Folgen diese Zusage mit sich bringen wird …

Meine Meinung:

Ich weiß, ich habe in letzter Zeit öfter den Klappentext gepostet, um zu beschreiben, worum es im Buch (oder Hörbuch) geht. Aber hier ist der Klappentext nicht besonders gut gelungen, da er in meinen Augen viel zu viel von der Handlung verrät. Daher lasst euch lieber überraschen, wenn ihr zu diesem Buch greift!

Wer Jennifer Wellens Bücher allerdings schon kennt, weiß, was er hier bekommt, nämlich eine lustig leichte Liebes- und Lebensgeschichte, also genau das Richtige für Urlaubstage, die man am liebsten mit Faulenzen, Nichtstun und ein bisschen Tagträumen verbringt.

Protagonistin dieser Geschichte ist Mila, die nach dem Ende ihrer Profi-Karriere ihren Traum vom Eislaufen bei einer Tournee fortsetzen möchte und dafür sehr vieles in ihrem Leben zurückgestellt hat. Wie viel das ist, erfährt man gleich zu Beginn, als klar wird, dass sie sich schon früh in ihrem Leben von ihrer Familie entfremdet hat. Dementsprechend frostig fällt die Begrüßung zuhause aus, vor allem der Vater lässt Mila deutlich spüren, was er von ihrer Entscheidung hält, dem Eis immer wieder den Vorzug zu geben.

Auch ihre neue Bekanntschaft Finn ist von ihrer Passion fürs Eislaufen wenig begeistert und zieht sie gnadenlos damit auf, was im Verlauf der Geschichte immer wieder zu sehr netten und lustigen Wortgefechten führt. Trotzdem merkt Mila bald, dass er ihr nicht gleichgültig ist – und es fällt ihr zunehmend schwerer, sich für ihr altes Leben – und damit ihre Karriere auf dem Eis – zu entscheiden.

Sehr gut gefallen haben mir auch die kleinen Informationshäppchen, die die Autorin dem Leser zu Beginn jeden Kapitels serviert. Ich weiß ehrlich gestanden nicht besonders viel übers Eislaufen, aber ich fand es beispielsweise durchaus spannend zu erfahren, wer denn nun eigentlich dafür verantwortlich ist, dass Eislaufschuhe heute Zacken an den Spitzen haben (was nicht immer so war!).

Einen kleinen Kritikpunkt sehe ich dieses Mal allerdings bei der verwendeten Sprache. Und damit meine ich nicht unbedingt den Dialekt aus dem Ruhrpott, sondern die flapsigen Ausdrücke, die die Autorin Mila in den Mund legt. “Yippie-Ya-Yeah, Schweinebacke” gehört für mich jetzt persönlich nicht unbedingt zu einem Vokabular, dass ich mit einer ehemaligen Olympia-Eiskunstläuferin verbinden würde. Aber davon abgesehen mochte ich Milas Charakter. Ihr Ehrgeiz und ihr Wille, sich nicht unterkriegen zu lassen, machen sie trotz ihrer anfänglich sehr ich-bezogenen Art zu einem doch sympathischen Menschen, mit dem man mitleben und -lieben kann.

Das Ende birgt dann tatsächlich noch einmal eine kleine Überraschung, die dem Ganzen noch zusätzlichen Charme verleiht. Aber lest einfach selbst!

Mein Fazit:

Wie gewohnt serviert Jennifer Wellen uns auch mit “Traumtänzerküsse” eine weitere humorvolle Geschichte, die gespickt mit Jennis unvergleichlichem Humor eine schöne Unterhaltung darstellt. Leseempfehlung für alle, die auf der Suche nach Urlaubslektüre sind!

  • ★★★★
  • E-Book
  • 356 Seiten
  • dotbooks Verlag
  • 978-3966550321
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Rezension Jennifer Wellen – Drei Küsse für ein Cottage

Was läge näher, als im Sommer lockerleichte und humorvolle Romane zu lesen? Egal, ob Urlaub oder nicht: Jennifer Wellen trägt dazu bei, mich gerade in der warmen Jahreszeit einfach mal geistig fallen lassen zu können … Seit ihrem Erstling “Katerfrühstück mit Aussicht” verfolge ich mittlerweile, was die Autorin veröffentlicht. Deswegen habe ich mich auch gefreut, als ich erfahren habe, dass es dieses Jahr wieder etwas Neues aus ihrer Feder geben würde.

Der Klappentext:

Milly kann ihr Glück kaum fassen: Endlich ist ihr Traum vom eigenen Cottage zum Greifen nahe! Doch die Sache hat einen Haken – den ebenso charmanten wie dreisten Besitzer Nolan, der das Häuschen lieber gewinnbringender verkaufen will. Allerdings schlägt er sich gerade mit einem lästigen Problem herum: Seine Familie in New York will ihn schon lange unter der Haube sehen, da käme eine Scheinfreundin für die Geburtstagsfeier seines Bruders also genau recht. Milly ist bereit, ihm auszuhelfen, natürlich ohne Küsse oder sonstige Verpflichtungen! Doch beide haben ihre Rechnung ohne die Liebe gemacht – und dass Gefühle immer alles viel komplizierter machen als geplant …

Meine Meinung:

Bereits auf den ersten Seiten lernen wir Milly als resolute junge Frau kennen, die weiß, was sie will, und die aus ihrem Leben etwas machen will. Auch wenn sie aus finanziellen Gründen immer noch zuhause mit Stiefvater und Stiefschwester zusammenlebt, die beide auf ihre Art absolut nichts auf die Reihe bekommen. Die Schwester ist es deswegen auch, der Milly die nähere Bekanntschaft zum männlichen Protagonisten des Buchs – Nolan – verdankt.

So weit, so gut. Unmoralische Angebote kennen wir ja spätestens seit Robert Redford und Demi Moore, dieses Mal geht es immerhin um eine Reise nach New York, zu der Milly nicht Nein sagen kann. Spätestens hier ist klar: “Drei Küsse für ein Cottage” ist ein Sommermärchen, denn in der Realität wäre wohl Schluss, denn seien wir ehrlich, welche Frau würde wohl mit einem wildfremden Mann in ein anderes Land fliegen, den sie nicht kennt?

Aber wenn man sich darauf einlassen kann, stehen einem einige unterhaltsame Seiten bevor, wenn auch die Autorin für meinen Geschmack dieses Mal tiefer als sonst in die Klischeekiste greift. Hier hätte ich mir tatsächlich ein bisschen mehr Grau und weniger Schwarzweiß bei den Figuren gewünscht. Denn die nette und freundliche Familie von Nolan, obwohl sie reich sind, die zickige und biestige Ex-Freundin, die sowohl Milly als auch Nolan das Leben schwer macht – das sind alles Charakterisierungen, die wir in der einen oder anderen Form schon in vielen Liebesromanen hatten.

Trotzdem blinzelt an der einen oder anderen Stelle immer wieder der Humor der Autorin durch, den ich bereits bei ihrem ersten Buch lieben gelernt habe, manch einem mag es vielleicht kitschig erscheinen, aber ich fand es irgendwie niedlich, dass Milly den Grübchen ihres Angebeteten Namen gibt – Ernie und Bert werden mich jetzt wohl noch eine Weile verfolgen :).

Sehr gut gefallen hat mir auch, quasi nebenbei einiges über Orchideen zu lernen. Zwar kenne ich natürlich die “Standard”-Blumen, die man wirklich überall zu kaufen bekommt, allerdings war mir nicht klar, wie viele verschiedene Orchideen-Arten es gibt, auch wenn mir zumindest die Arten, die bei uns in den Alpen wachsen, bekannt sind. Wobei ich es dabei doch in einem Roman vorziehe, normale deutsche und nicht ihre fachwissenschaftlichen Namen zu lesen …

Den Schluss des Romans fand ich insgesamt etwas zwiespältig, es war irgendwie fast ein bisschen zu gewollt, das allerletzte Drama, das eigentlich hätte vermieden werden können, wenn sich unsere Milly ein klein wenig vernünftiger und nicht gar so kleinmädchenhaft benommen hätte. Das passte in meinen Augen irgendwie nicht so ganz zu der Frau, als die sie anfangs vorgestellt wurde …

Mein Fazit:

Im Vergleich zu den früheren Romanen fällt “Drei Küsse für ein Cottage” wegen der übermäßigen Klischees ein wenig ab, aber es hat trotzdem Spaß gemacht, Milly und Nolan auf ihrem Weg zueinander zu begleiten. Perfekte Urlaubslektüre für Fans von Liebesgeschichten!

  • ★★★★★
  • E-Book
  • 283 Seiten
  • dotbooks Verlag
  • B07PBDP9PZ
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Rezension Jennifer Wellen – Wenn der Winter dich küsst

Eine zauberhafte Geschichte, so herzerwärmend wie eine Tasse heiße Schokolade mit Schuss – so wirbt dp Digital Publishers für die neueste Geschichte aus der Feder von Jennifer Wellen. Ich weiß zwar nicht, ob ich diesen Vergleich so in der Form gezogen hätte, aber herzerwärmend war die Geschichte wirklich :).

Der Klappentext:

Alessa könnte ihr Leben verfluchen: Es gibt wirklich Schöneres, als bei Minusgraden in Minirock und High Heels an einer Bushaltestelle zu sitzen und zu frieren. Frisch verlassen, ohne Kreditkarte und ohne Plan, wie es weitergehen soll. Und das ausgerechnet an Heiligabend! Deshalb erscheint ihr der attraktive Soldat, der sie in seinem Auto mitnehmen will, wie ein Geschenk des Himmels.

Während der Fahrt stellen beide schnell fest, dass ihnen nicht nur die Sympathie gemein ist, sondern auch eine seelische Last, die beide seit Längerem mit sich herumtragen. Doch dann geschieht auf der langen Fahrt etwas, das die beiden unverhofft zusammenschweißt …

Meine Meinung:

Jennifer Wellen stellt uns in dieser Weihnachtsgeschichte Alessa und Sandro vor, zwei Menschen, die eigentlich nur durch Zufall aufeinandertreffen und die beide ihr Päckchen zu tragen haben, weswegen sie dem Fest der Liebe eher mit gemischten Gefühlen entgegenblicken.

Welche Päckchen das sind, erfährt der Leser allerdings erst so nach und nach, obwohl zwischen den Beiden von Anfang Funken sprühen. Doch gerade wegen dem, was ihnen widerfahren ist, sind sowohl Alessa als auch Sandro erst einmal zurückhaltend, was den anderen betrifft.

Da die Geschichte allerdings wechselweise mal aus der Perspektive von Alessa, dann wieder von Sandro erzählt, erfährt man Stück für Stück, was passiert ist. Dinge, die einen Menschen schon mal aus der Bahn werfen können, Dinge, wo man nicht weiß, wie man damit umgehen geschweige denn sie wieder gerade biegen kann. Aber auch Dinge, wie sie jedem Menschen dort draußen irgendwann einmal passieren können.

Aus diesem Grund fiel es mir nicht schwer, sowohl für Alessa als auch für Sandro Sympathien zu entwickeln und mit ihnen mitzufühlen. Ja, mitfühlen, denn ich habe doch beim Lesen das eine oder andere Tränchen verdrückt, vor allem dann, wenn wieder ein Geheimnis mehr gelüftet wurde, warum beide so sind, wie sie sind. Vor allem Sandro tat mir hier wirklich sehr, sehr leid …

Natürlich wäre es aber keine Weihnachtsgeschichte, wenn nicht auch ein klein bisschen der winterliche Kitsch regieren würde. Trotzdem versteht es Jennifer Wellen hier sehr gut, den “Zucker” nicht überquellen zu lassen. Ganz im Gegenteil: Irgendwann wünscht man als Leser Alessa und Sandro einfach nur das bisschen Glück und die Romantik, wonach sie sich beide sehnen.

Und auch wenn das Ende einen gewissen Teil der Handlung betreffend eher traurig ausfiel, hatte ich trotzdem das Gefühl, dass es so sein muss, so und nicht anders. Es wirkte damit einfach realistischer und nicht überfrachtet, auch wenn mir eine gewisse Szene auch einen großen Lacher entlockte (Ich sage nur “Rentier”, für die, die die Geschichte vielleicht schon kennen).

Einen kleinen Wermutstropfen hat die Geschichte, aber er ist zu vernachlässigen: Der Länge des Buchs ist es wohl geschuldet, dass sich einige Dinge bei der Handlung recht rasch entwickeln, dies störte mich allerdings nach dem ersten Drittel nicht mehr so wirklich.

Mein Fazit:

Wer auf der Suche nach einer schönen weihnachtlichen (und doch ein klein bisschen realistischen) Liebesgeschichte ist, kann mit diesem Buch nicht viel falsch machen!

  • ★★★★
  • E-Book
  • 143 Seiten
  • dp DIGITAL PUBLISHERS
  • 978-3960875840
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Rezension Kristina Günak – Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt

Wer mich kennt, weiß, dass ich mit vielen Liebesgeschichten oft auf Kriegsfuß stehe, weil ich sie oft für übertrieben und unrealistisch halte.

Die liebe Nise von Kitsunebooks hat diesen Roman allerdings schon vor einer Weile empfohlen, weswegen ich jetzt beschlossen habe, dieser Geschichte eine Chance zu geben, mich von sich zu überzeugen.

Der Klappentext:

Bea Weidemann kann es nicht fassen: schlimm genug, dass ihr kleiner Verlag in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Aber dass sie nun als Tim Bergmanns persönliche Anstandsdame abgestellt wird und mit ihm den Verlag retten soll, ist einfach zu viel für die junge PR-Referentin.

Denn der schwierige Bestseller-Autor lässt sich von nichts und niemandem etwas vorschreiben – und ist genau die Sorte Mann, um die Bea sonst einen weiten Bogen macht. Herzklopfen hin oder her. Doch während sie versucht, das Chaos von Tim – und sich – abzuwenden, merkt sie bald, dass auch die Liebe absolut nichts von ihren Plänen hält.

Meine Meinung:

Der Klappentext gibt in meinen Augen eigentlich nur unzulänglich wieder, was den Leser (oder in meinem Fall den Hörer) bei diesem Roman erwartet. Denn er lässt darauf schließen, doch nur einen der vielen Chicklit-Romane zu bekommen, die den Markt schon so lange dominieren. Die Wirklichkeit sieht Gott sei Dank ganz anders aus.

“Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt” ist meiner Meinung nach endlich mal eine Liebesgeschichte, die so in dieser Form wirklich passieren könnte. Eine Geschichte, die nicht schon nach den ersten Seiten in Instalove und Gefühlsschmalz ertrinkt.

Eine Geschichte von zwei Menschen, die beide aufgrund ihrer Erfahrungen ihr Päckchen zu tragen haben, die auf ihre Weise aber das Beste aus der Situation gemacht haben. Zwei Menschen, die sich unter normalen Umständen nie und nimmer begegnet wären und die sich anfangs auch nicht leiden können, sich dann aber aneinander gewöhnen und schließlich lieben lernen.

Wer hier die ganz großen Gefühle erwartet, wird enttäuscht werden. Wer aber auf die leisen Töne der Liebe steht und gerne verfolgt, wie die Liebe zwischen zwei Menschen langsam entsteht, wird hier seine Freude haben. Gewürzt wird das Ganze durch eine wunderbare Prise Humor, ein ganz klein bisschen Chicklit (Ganz ohne Klischees kommt der Roman nicht aus, aber es hält sich in meinen Augen in Grenzen) und die zum Teil etwas schrulligen, aber sympathischen Nebenfiguren.

Einzig und allein ein bisschen mehr Länge hätte ich mir bei der einen oder anderen Szene gewünscht. So manches kam dabei etwas kurz, was mehr Tiefe verdient hätte. Gerade über Beas Familie hätte ich gerne ein bisschen mehr erfahren, genauso kam mir auch Tims Hintergrund ein bisschen zu kurz. Aber die Chemie zwischen den beiden Protagonisten machte das durchaus wett und es war mir wirklich eine Freude, Beas und Tims Dialoge zu verfolgen (vor allem am Anfang musste ich sehr, sehr viel grinsen :D).

Das Hörbuch ist bei Audible als ungekürzte Fassung erhältlich. Die Sprecherin macht eine gute Arbeit und ihre Stimme passt zur Hauptfigur, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird. Beas Art unterstützt sie dabei sehr gekonnt, besonders die Gefühle in den Dialogen fand ich überzeugend vorgetragen.

Mein Fazit:

“Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt” ist meiner Meinung nach eine wohltuende Abwechslung in dem unendlichen Meer der Liebesromane. Wer sich wie ich einen Roman wünscht, in dem das Entstehen der Liebe realistisch beschrieben wird, kann mit diesem Buch nichts falsch machen.

  • ★★★★
  • Hörbuch
  • 439 Minuten
  • Audible Studios
  • B0783Q89RZ
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Rezension Alia Cruz – Art Hunter “Gestohlenes Herz”

Die bibliophile Befreiungsfront alias BBF hat wieder zugeschlagen! Unter diesem Namen hat sich eine kleine, aber feine Gruppe von Leuten auf Twitter zusammengetan, um gemeinsam Bücher zu lesen und zu besprechen. Unter dem Hashtag #bbfliest fassen wir gewöhnlich unsere Eindrücke zu den Büchern zusammen … In diesem Zusammenhang landete Art Hunter “Gestohlenes Herz” auf unserem Radar, der erste Teil einer Reihe.

Der Klappentext:

Sie sind Kunstdiebe und nennen sich die ‘Art Hunter’.
Doch sie stehen auf der Seite des Gesetzes und stehlen im Auftrag von Museen, um Sicherheitslücken aufzudecken. Das Besondere daran? Jeder von ihnen ist mit einer ganz speziellen Fähigkeit ausgestattet.

Kunstdiebe planen die Mona Lisa zu stehlen. Art Hunter Christophe Ledoux wird daher als Wachmann in den Louvre eingeschleust. Dort trifft er auf die Touristenführerin Claire und die Funken sprühen auf Anhieb. Doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern, denn Christophe muss seine wahre Identität vor ihr verbergen und Claire hütet ein tödliches Geheimnis. Als die Mona Lisa gestohlen wird, glaubt Claire, dass Christophe der Dieb sei und ist tief enttäuscht von ihm. Als sie jedoch in tödliche Gefahr geraten muss sie sich entscheiden ob sie ihrem Herzen, oder ihrem Verstand folgen soll.

Meine Meinung:

Schon der Klappentext ließ darauf schließen, ein ganz besonderes Schmankerl der Unterhaltungsliteratur vorzufinden. Kunstdiebe, Louvre, Liebesgeschichte, Tod und Gefahr – und spezielle Fähigkeiten? Ein bunter Mix, auf den wir uns dieses Mal einlassen wollten. Ich sage absichtlich “wollten”, denn bereits nach den ersten Seiten war klar, was uns hier erwarten würde.

Um es gleich mal vorab zu sagen: Wer sich etwas Neues erwartet, ist fehl am Platz. Das geht so weit, dass ich gerade bei den erotischen Szenen das Gefühl hatte, die eine oder andere Formulierung doch schon in anderen Büchern gelesen zu haben. Hervorschnellende Zungen, Blitze im Unterleib und Penisse, die jeden Uterus sprengen würden – schon bei Audrey Carlan fand ich diese Wendungen nicht erotisch, beim besten Willen nicht.

[SPOILER Anfang]
Nachdem es aber hier nicht nur um Liebe und Sex geht, bedient sich die Autorin noch munter weiter bei anderen Genres, ein klein bisschen X-Men (Die Art Hunter haben zwar alle Fähigkeiten, dürfen sie aber nicht wirklich einsetzen?), ein bisschen Thriller im Stil von Hannibal Lecter (ja, auch der Serienkiller darf nicht fehlen!) und ein im Geheimen agierenden Gegner, der geistig ein bisschen gaga ist und natürlich die Art Hunter alle komplett vernichten will (Blofeld aus James Bond lässt grüßen).
[SPOILER Ende]

Dieser bunte Mix kann aber nicht verhindern, dass man bereits nach den ersten Seiten erahnen kann, wie die Geschichte enden wird. Der eher platte Schreibstil trägt außerdem sein Scherflein dazu bei, dass man schon bald Lust bekommt, zu blättern, zu blättern und noch mehr zu blättern … Hölzerne Dialoge, Protagonisten, die blaß und farblos bleiben, keinerlei Tiefe bekommen, und Nebenfiguren, die zu reinen Stichwortgebern degradiert werden – so in etwa kann man meiner Meinung nach zusammenfassen, was einen hier erwartet.

Dies alles trägt nicht dazu bei, dass man sich in diesem Buch wirklich wohlfühlen kann. Schade eigentlich, denn ich finde, man hätte aus der Geschichte schon etwas machen können. Die fragwürdigen Fakten, die uninspirierten Sexszenen und dieser wilde, unausgegorene Genre-Mix sorgen allerdings dafür, dass ich kein weiteres Buch dieser Reihe lesen werde.

Mein Fazit:

Aus der Idee zu “Art Hunter” hätte man sicherlich etwas machen können, so aber wirkt der Roman eher lieblos aus anderen Genres zusammenkopiert und hat mich nicht wirklich ansprechen können.

  • ★★★★
  • E-Book
  • 300 Seiten
  • Sieben Verlag
  • 978-3864436253
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Rezension Shana Gray – Diamond Men “Mr. Monday”

“Diamond Men – Versuchung pur” von Shana Gray ist im Original unter dem Titel “Working Girl” erschienen. Die Geschichte erscheint bei uns auf zwei Arten, entweder als Taschenbuch Anfang Dezember oder als siebenteilige Reihe als E-Book.

Die E-Book Ausgaben sind sehr kurz, jede enthält etwa 50 Seiten und beschreibt jeweils einen Wochentag bzw. einen der “Diamond Men”.

Klappentext laut Verlag:

Sieben Tage – sieben Prüfungen – sieben unwiderstehliche Männer! Für wen wird Tess sich entscheiden?

Tess‘ einziger Wunsch? Rache! Diamond Enterprises hat ihren Vater ruiniert und sie will es dem Konzern heimzahlen. Deshalb bewirbt sie sich als Assistentin des Firmenbosses. Eine Woche soll sie nun täglich bei einem anderen Chef vorstellen.

Teil 1:
Das erste Bewerbungsgespräch mit dem faszinierenden Mr. Monday, der sie in einem Helikopter entführt, lenkt Tess gefährlich von ihren Vergeltungsplänen ab …

Meine Meinung:

Nachdem diese Reihe für Fans von “Calendar Girl” beworben wird, ist eigentlich ziemlich klar, worauf man sich hier beim Lesen einlässt. Wer meine Rezensionen verfolgt hat, weiß, dass “Calendar Girl” für mich in gewisser Weise ein rotes Tuch darstellt, aber so ganz so weltfremd liest sich der Auftakt zu “Diamond Men” im Vergleich Gott sei Dank doch nicht. Ich wurde in gewisser Weise sogar positiv überrascht, aber dazu später mehr.

Dass die Protagonistin Tess heißt, erfahren wir eigentlich nur aus dem Klappentext, da die Geschichte komplett in der Ich-Person erzählt wird. Recht ausführlich wird beschrieben, welche Absichten Tess verfolgt, sich bei Diamond Enterprises zu verfolgen (Für meinen Geschmack für die Kürze dieses E-Books fast ein bisschen zu oft). Darüber hinaus gibt es die üblichen Beschreibungen ihrer Kleidung, ihres Taschen-Ticks und so weiter (lediglich die ultrahohen High Heels habe ich vermisst).

Der Schreibstil ist einfach, die knapp über 50 Seiten lassen sich daher sehr rasch lesen. Wer sich in Sachen Erotik vom Stil her etwas Neues erwartet, wird bestimmt aber herb enttäuscht werden, denn Shana Gray verwendet die mittlerweile schon fast üblichen Beschreibungen dafür, wie heiß “Mr. Umwerfend” doch ist (Wie er wirklich heißt, erfahren wir in diesem ersten Teil nicht).

“Ich schnappte nach Luft, als ich den Mann dort erblickte. Mein Herz begann heftig zu klopfen, und meine Nerven flatterten”.
8%

Ich schätze, ihr könnt euch vorstellen, was ich meine.

[SPOILER ANFANG]
Überrascht hat mich allerdings doch etwas: Obwohl sich Tess – wie anscheinend alle Erotik-Protagonistinnen – bei seinem Anblick in einen sabbernden Teenager verwandelt, kommt es doch nicht zum Äußersten – vielleicht weil das E-Book einfach zu kurz ist?
[SPOILER ENDE]

Dem Ende merkt man deutlich an, dass dieses E-Book nur ein Siebtel einer Geschichte ist, es hört eigentlich mitten in einer Szene auf, um den Leser dazuzubringen, sich den nächsten Teil zu holen. Die knapp über 50 Seiten sind daher eher als Auftakt zu einer Handlung zu verstehen, die erst noch in Fahrt kommen muss.

Mein Fazit:

Diamond Men “Mr. Monday” ist erste Teil einer Reihe, die vom Aufbau her an “Calendar Girl” angelehnt ist. Wer gerne Erotik liest und für zwischendurch ein bisschen was Prickelndes zum Abschalten sucht, kann mit der Reihe vermutlich nicht viel falsch machen.

  • ★★★★★
  • E-Book
  • 52 Seiten
  • MIRA Taschenbuch
  • 978-3955767655
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Rezension Jennifer Wellen – Lost in Pain

“Lost in Pain” ist im Vergleich zu den früheren Büchern von Jennifer Wellen anders. Anders in dem Sinn, dass wir hier nicht eine Liebesgeschichte vorgesetzt bekommen, die fluffig und leicht ist. Im Gegenteil, in dieser Geschichte geht es auch durchaus um ernste Themen, um Menschen, die es im Leben nicht leicht hatten.

Bisher kenne ich die Autorin ja ausschließlich durch ihre ChickLit-Romane wie “Katerfrühstück mit Aussicht” oder “Liebe ist wie eine Goodie-Bag”, aber es hat Spaß gemacht, mich mit der Autorin auch einmal auf neue Pfade zu begeben.

Zum Inhalt:

Catlin ist in Waisenhaus aufgewachsen und schlägt sich mehr schlecht als recht durchs Leben: Mit kleinen Betrügereien finanziert sie ihr Leben, bleibt nie lange an einem Ort.

Eines Tages erhält sie einen Brief, der ihr einen Hinweis gibt, wo sie ihre Mutter finden kann. Da sie aber aufgrund ihrer Klaustrophobie es nicht lange in engen Räumen aushält, stöbert sie ihren früheren Freund Nick aus dem Heim auf und überredet ihn, mit ihr quer durch die USA zu fahren. Verfolgt von einem Catlins Opfer, beginnt für die beiden ein Roadtrip quer durchs Land, der sowohl Catlins als auch Nicks Gefühle gehörig durcheinander bringt …

Meine Meinung:

Jennifer Wellen steigt zügig in die Geschichte ein: Wir lernen Catlin kennen, wie sich an eines ihrer Opfer heranmacht und ihm unter anderem einen wertvollen Ring entwendet. Dazu ist ihr jedes Mittel recht, als Leser merkt man aber schon bald, dass sich unter der abgebrühten Fassade eine empfindsame Frau verbirgt, die verschiedene Wunden aus ihrer Vergangenheit noch nicht verarbeitet hat.

In Schwung kommt die Handlung, als sie mit Nick sich auf den Weg macht, um ihre Mutter zu finden. Nick war bereits während ihrer gemeinsamen Zeit im Heim in Catlin verliebt und hat seine Gefühle für sie nie wirklich aufgegeben. Catlin dagegen wehrt sich gegen die Gefühle – und ihre Erinnerungen. Trotzdem bleibt Nick ihr innerer Zwiespalt nicht lange verborgen und versucht, ihr zu helfen.

Catlins Opfer Will nimmt im Verhältnis eine eher kleinere Rolle ein, setzt aber alle Hebel in Bewegung, um Catlin aufzuspüren, um seinen Ring wiederzukommen. Er geht dabei nicht unbedingt zimperlich vor und entpuppt sich im Verlauf der Handlung als ziemlich unsympathischer Mensch. Es bereitete mir daher beim Lesen immer wieder diebische Freude zu beobachten, wie wenig seine Versuche, Catlin zu finden, von Erfolg gekrönt sind.

Nachdem wir hier einen Liebesroman vor uns haben, verwundert es natürlich nicht, dass Catlin und Nick sich gegenseitig noch immer attraktiv finden. Ein klein wenig hat es mich aber doch überrascht, dass die beiden bereits nach dem ersten Drittel der Handlung miteinander Sex haben. Aufgrund von Catlins Problemen hätte ich eigentlich mit weniger Sex und mehr Gefühlen gerechnet, aber das tat der Lesefreude keinen Abbruch.

Es machte mir wirklich Spaß, die beiden zu beobachten, Nicks freundliches Wesen, das er sich trotz der Enttäuschungen bewahrt hat, und Catlin, die langsam, aber sicher auftaut, sich aber schwer tut, sich ihre eigenen Gefühle einzugestehen.

Als Leser ist man Nick nach einer gewissen Weile voraus, was Catlins Verschlossenheit angeht, denn man erfährt, was sie als Mädchen und junge Frau alles in dem Waisenhaus erdulden musste … Unter diesem Gesichtspunkt wird einem als Leser vieles klarer und ich bewunderte Catlin insgeheim sogar dafür, dass aus ihr so eine starke Persönlichkeit geworden ist.

Das Ende gefiel mir persönlich sehr gut, wenn es auch etwas anderes ausfiel als gedacht. Der Krimi-Aspekt rückte hier noch einmal in den Vordergrund und lässt sogar die Möglichkeit einer Fortsetzung zu. Ich bin gespannt, ob Jennifer Wellen uns diesen Gefallen tut.

Mein Fazit:

“Lost in Pain” ist eine wunderbare Liebesgeschichte, die zwei sehr interessante Figuren in den Vordergrund rückt. Der Krimi-Aspekt gibt der Geschichte noch eine zusätzliche spannende Note, die auch Raum für eine Fortsetzung lässt, auch wenn die Geschichte grundsätzlich abgeschlossen ist.

  • ★★★★
  • E-Book
  • 336 Seiten
  • dp Digital Publishers
  • 978-3960875185
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