Zum Welttag der Poesie *

Wie ihr vielleicht gemerkt habt, ist hier schon lange kein Kreativbeitrag mehr online gegangen. Seit das Studium im Herbst angefangen hat, habe ich meine Handlettering-Beiträge mehr oder weniger eingestellt (wobei ich die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben habe, wenigstens im Sommer wieder Zeit dafür zu haben). In den letzten Wochen habe ich jedoch trotz des ganzen Stress gemerkt, dass sie mir fehlt, diese Zeit, mich hinzusetzen und mich nur auf das Zeichnen, Malen, Schreiben und Umsetzen eines Motivs zu konzentrieren …

Aus diesem Grund kam es für mich wie gerufen, als ich gefragt wurde, ob ich nicht Lust hätte, dieses Jahr am Welttag der Poesie teilzunehmen. Ich halte mich jetzt persönlich zwar nicht für eine Dichterin, aber ich mag es, Sprache und Schreiben zu verbinden, mit Sprache zu spielen, mit ihr Neues zu erschaffen und mit ihr kreativ zu sein. In gewisser Weise ist Sprache damit für mich etwas sehr Lebendiges, etwas, das mit unserem Menschsein und unserem Kulturgut eng verwoben ist.

Interessantes Detail dazu am Rande: Die UNESCO hat den 21. März bereits im Jahr 2000 zum Welttag ernannt und laut Wikipedia soll er an “die Vielfalt des Kulturguts Sprache und an die Bedeutung mündlicher Traditionen erinnern”. Ich bin also mit meiner Einstellung zur Sprache offensichtlich nicht alleine 🙂 …

Viking hat zu diesem Zweck bereits in den vergangenen Jahren mehrmals Blogger angeschrieben und ihnen wirklich wunderschöne Kreativ-Pakete geschickt, die ich immer mit leuchtenden Augen bewundert habe (alleine die Kalligraphie-Sets, ein Augenschmaus, sage ich euch). Ich gebe zu, ich war ein klein bisschen verblüfft, selbst gefragt zu werden (Ich hätte mich nie für interessant / wichtig genug gehalten), aber ich habe mich wirklich gefreut.

Und noch mehr habe ich mich gefreut, als ich das Paket vergangenes Wochenende beim Zusteller abgeholt und dann zuhause geöffnet habe, mir ist wirklich das Herz aufgegangen (Wo ist hier das Smiley mit den Herz-Augen, wenn man es braucht?). Danke Viking! Und logischerweise konnte ich natürlich nicht an mich halten, gleich einmal ein paar der Stifte auszuprobieren und loszulegen :D.

Gerade jetzt im Frühling schwelge ich natürlich am liebsten in Farben, daher durfte das erste Motiv gleich einmal sehr, sehr bunt werden. Das A steht in diesem Fall für Anfang, denn der 21. März markiert ja auch den kalendarischen Frühlingsbeginn, ein Datum, das mit der halbjährlichen Tag-und-Nacht-Gleiche eng verbunden ist.

Als zweites habe ich mir einen kleinen Spruch gesucht, der für mich zu dem A sehr gut dazu passt und gleichzeitig in meinen Augen etwas Poetisches an sich hat.

Wenn ihr noch mehr Bilder sehen möchtet, schaut am besten bei meinem Instagram-Account vorbei, das fertig kolorierte A macht sich beispielsweisweise auch in dem Bilderrahmen aus dem Paket sehr gut 😉 .

* Die genutzten Materialen wurden mir kostenlos von der Firma Viking zur Verfügung gestellt. Ihr findet Viking auf auf Facebook /VikingOsterreich und Twitter @AT_Viking. Unter dem Hashtag #VikingWorldPoetryDay könnt ihr weitere Ergebnisse dieses Projektes sehen.

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Handlettering der Buchblogger / 09.2018

So wie es im Moment aussieht, ist das heute wohl auf absehbare Zeit das letzte Handlettering, das ich für die Aktion verlässlich beisteuern kann. Im Oktober beginnt schließlich mein FH-Studium und ich tue mich derzeit noch etwas schwer einzuschätzen, wie viel Zeit mir daneben zum Lettern bleiben wird …

Trotzdem möchte ich es mir nicht nehmen lassen, euch heute zum September-Thema etwas zu zeigen, was mir sehr viel Spaß gemacht hat beim Erstellen :). Tanja und Leni haben sich dieses Mal in die Welt der Fantasy begeben, es Gott sei Dank aber offengelassen, was man genau machen möchte.

Das Thema lautete:
Lettere ein Fantasywesen

In gewisser Weise wieder eine kleine Challenge, denn meine Freihand-Zeichenkünste sind einfach nicht so das Wahre … Zwerge, Orks, Einhörner oder sonstige Wesen sehen mir bei mir nur ordentlich aus, wenn ich sie irgendwo abzeichnen oder abpausen kann. Dementsprechend habe ich mir überlegt, was ich denn mit meinen Fähigkeiten anstellen kann, um trotzdem etwas Hübsches zu zaubern.

Am Ende habe ich beschlossen, mich wieder ein wenig der Mythen- und Sagenwelt zu bedienen. Dieses Mal aber der germanischen Sagenwelt, die neben den Göttern ja ebenfalls reich an Tieren ist, die bestimmte Fähigkeiten mitbringen. Nebenher auch ein wunderbarer Grund, mich ein klein bisschen mehr mit den geheimnisvollen Runen zu beschäftigen, die die Germanen als Schriftzeichen verwendet haben.

Entschieden habe ich am Ende für den Fenriswolf, der durch seine Größe und Stärke sogar den Göttern ein Dorn im Auge war. Am Ende war ihm allerdings ein eher trauriges Los beschieden. Nichts Neues, wenn sich irgendwo irgendwer von irgendwem bedroht fühlt … Falls ihr mehr über den Wolf wissen wollt: Die Wikipedia ist – wie meistens – unser bester Freund.

Das Lettering besteht dieses Mal aus drei Teilen, den Wörtern “Fenris” bzw. “Wolf” und einem kleinen Icon in Form eines Wolfskopfs, das ich verwenden wollte, um die Runen voneinander abzugrenzen. Da ich wie bereits erwähnt, kein wirkliches Zeichengenie bin, habe ich im Internet nach einer frei nutzbaren Vorlage gesucht und bin schließlich bei Icons8 fündig geworden.

Gearbeitet habe ich wieder einmal mit meinen Stabilo-Stiften und meinem Tonpapier. Für das Lettering der Buchstaben habe ich ein dunkles Grau verwendet, was allerdings jetzt auf dem Foto wohl eher wie ein Schwarz wirkt, aber ihr seht es ja an den Stiften :).

Zu den Runen möchte ich auch noch gerne etwas loswerden: Dass es verschiedene Formen des sogenannten Futhark (So nennt man die Gesamtheit der Runen nach den ersten Buchstaben des Alphabets) gegeben hat, war mir am Rande gerade noch bewusst. Was ich allerdings nicht gewusst habe, ist, dass dieses Alphabet in seiner jüngsten Form in den nordischen Ländern noch bis ins 15. Jahrhundert hinein existiert hat.

Für mein Lettering habe ich mich allerdings der Runen des älteren Futhark bedient, wie sie im sechsten Jahrhundert geschrieben wurden. Dieses Alphabet bestand aus 24 Zeichen und jeder Buchstabe hatte neben dem Laut auch noch einen Namen. In diesem Zusammenhang erlangten viele Runen eine recht traurige Berühmtheit, da sie für die verdrehten Ariervorstellungen der Nazis herhalten mussten.

Interessant finde ich auch, dass das Runenalphabet Teil der Unicode-Zeichen geworden ist. Kennt man die entsprechenden Kodierungen, kann man Runen also auch ohne das Installieren einer entsprechenden Schrift auf seinem Computer schreiben :).

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Handlettering der Buchblogger / 08.2018

Dieses Mal bin ich wieder pünktlich mit meinem neuen Handlettering, da ich mir einfach die Zeit genommen habe, es in Ruhe auszuarbeiten. Wofür nicht zuletzt ein Wochenende, das nicht mit Durchschnittstemperaturen um die 30 Grad aufgewartet hat, verantwortlich ist :).

Die Idee zu diesem Lettering kam mir dieses Mal aber erst, als ich meine gelesenen Bücher in diesem Jahr durchforstet habe, muss ich gestehen. Ich bin ja nicht unbedingt im Genre Liebe & Beziehungen zuhause, deswegen sind diese Romane bei mir eher die Ausreißer als die Norm … Da Tanja und Leni allerdings mit ihrem Thema schon in die Richtung gehen, habe ich mir die Mühe gemacht, nachzuschauen, was ich dieses Jahr in diesem Bereich schon gelesen habe.

Das Thema lautete:
Lettere die zwei Namen eines Buchpärchens

Okay, Buchpärchen. Na gut, Challenge accepted. Nachdem ich mich nicht so recht entscheiden konnte, welche zwei Namen ich wählen sollte, habe ich mich schlussendlich eher spontan für die beiden Protagonisten aus Mona Kastens “Save”-Reihe entschieden: Ruby & James.

Ich kenne zwar  bisher nur Band 1, Band 2 liegt noch ungelesen hier, aber wenigstens kann ich die Bücher dann am Stück beenden, da Band 3 ja noch im August erscheinen wird …

Okay, aber zurück zum Thema. Ich habe mir dieses Mal einfach Gedanken gemacht, wie wohl die Unterschriften der beiden aussehen würden. Ruby habe ich aufgrund ihres Interesses fürs Bullet Journaling recht schnell mit einer etwas “klassischen” Handlettering-Schrift in Verbindung gebracht. Und ihr Name (Rubine haben bekanntlich eine wunderbare Farbe) war natürlich ein Aufleger für die Schriftfarbe.

Bei James habe ich etwas länger gebraucht, bis ich eine Vorstellung für seine Unterschrift hatte. Aufgrund seines zum Teil ungestümen und wilden Verhaltens wollte ich auch eine Schrift haben,  die das widerspiegelt. Etwas, wo man schon an den Buchstaben merkt, dass man hier einen Menschen vor sich hat, der im Grunde mit seinem Leben nicht zufrieden ist und aus ihm ausbrechen will … Bei der Farbe habe ich zu klassischem Schwarz gegriffen, das gefiel mir für seinen Charakter einfach am besten.

Dass diese beiden Gefühle für einander entwickeln, ist im echten Leben zwar ziemlich unwahrscheinlich, hat aber im Buch eigentlich sehr viel Spaß gemacht. Zumindest im ersten Band konnte man schön sehen, wie die zwei sich langsam aufeinander zu bewegen, deswegen habe ich auch zwei Herzen eingefügt, die quasi noch auf dem Weg zu einem Miteinander sind, eines für Ruby und eines für James.

Und wie beim letzten Mal habe ich wieder Tonpapier für den Hintergrund verwendet, dieses Mal aber mit anderen Stiften gearbeitet. Das Papier ist zwar relativ rau, kommt aber mit den Stabilo-Stiften sehr gut klar, lässt keine Farbe durch. Das Pink mag vielleicht etwas kitschig sein, ich fand es aber dem Anlass angemessen.

Wie ihr seht, ist das vom Thema her die totale Kehrtwendung vom letzten Mal, wo es ja eher technisch zuging, aber es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mich wieder an etwas anderem zu versuchen, auch wenn ich mich im Bereich Liebe nicht so “heimisch” fühle :).

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Handlettering der Buchblogger / 07.2018

Aufgrund der SuBventur ist mein monatliches Handlettering der Buchblogger dieses Mal wieder ein bisschen später dran. Aber das passt schon, denn die Idee für das neue Lettering hatte ich zwar schon recht früh, aber nicht so recht Lust, sie unmittelbar danach auszuarbeiten. Was in gewisser Hinsicht ein Fehler war …

Warum? Weil ich mich die letzten Tage auf ein neues Thema konzentriert habe, was zwar in enger Verbindung mit dem Handlettering steht, mir aber recht viel Zeit auf YouTube gestohlen hat: Bullet Journaling.

Aus diesem Grund habe ich mich dieses Mal auch nur auf das eigentliche Thema von Tanja und Leni  konzentriert, die Fleißaufgabe außen vorgelassen (obwohl ich die Idee super finde, das können wir gern beibehalten!).

Das Thema lautete:
Lettere ein Wort, das dir beim Lesen deines aktuellen/letzten Buches ganz besonders gut gefallen hat.

Das Wort stammt zwar nicht aus meinem letzten Buch und das Buch selbst hat mir auch nicht gefallen, aber das Wort hat sich mir beim Lesen doch irgendwie eingebrannt: Superintelligenz.

Aufgetaucht ist es in Frank Schätzings “Die Tyrannei des Schmetterlings”. Und ich glaube, es ist hängengeblieben, weil ich es bisher eigentlich nur aus der SF-Serie “Perry Rhodan” kannte.

Okay, worum geht es in Schätzings Buch?

Kalifornien, Sierra Nevada. Luther Opoku, Sheriff der verschlafenen Goldgräberregion Sierra in Kaliforniens Bergwelt, hat mit Kleindelikten, illegalem Drogenanbau und steter Personalknappheit zu kämpfen. Doch der Einsatz an diesem Morgen ändert alles. Eine Frau ist unter rätselhaften Umständen in eine Schlucht gestürzt. Unfall? Mord?

Die Ermittlungen führen Luther zu einer Forschungsanlage, einsam gelegen im Hochgebirge und betrieben von der mächtigen Nordvisk Inc., einem Hightech-Konzern des zweihundert Meilen entfernten Silicon Valley. Zusammen mit Deputy Sheriff Ruth Underwood gerät Luther bei den Ermittlungen in den Sog aberwitziger Ereignisse und beginnt schon bald an seinem Verstand zu zweifeln. Die Zeit selbst gerät aus den Fugen. Das Geheimnis im Berg führt ihn an die Grenzen des Vorstellbaren – und darüber hinaus.

Die Wikipedia geht sogar noch ein bisschen darüber hinaus: “Das Thema des 2018 erschienenen Science-Fiction-Thrillers sind die Möglichkeiten und Gefahren der Künstlichen Intelligenz.

Aus diesem Grund habe ich mich für mein Lettering dieses Mal wieder von etwas IT-lastigem inspirieren lassen, einer Platine:

(© by Blickpixel / Pixabay.com)

Die Umsetzung meines Letterings hat mir allerdings gezeigt, dass Idee und Umsetzung sich wieder einmal ganz gewaltig widersprechen. Und mir war auch nicht klar, dass sich Lineal bzw. Geodreieck und Signo Penroller nicht unbedingt mögen … Kleine Patzer und Schmierer sind das Resultat, die aber jetzt trotzdem drin bleiben. Perfektionist, du bist halt einfach mal ruhig! 😀

Für den dunkelgrünen Hintergrund habe ich mir einen Tonpapierblock mit verschiedenfarbigen Blättern gekauft. Es ist zwar nicht unbedingt fürs Handlettering mit Brush Pens geeignet (Dafür ist es zu rau), aber alle anderen Stifte (Buntstifte, Filzstifte, Fineliner) kann man getrost verwenden. Mit 130 g/m2 brauche ich mir auch keine Sorgen machen, dass es allzu rasch durchscheint …

Bei der Gestaltung habe ich eine Weile überlegt, wie ich es halten will. Am Ende entschied ich mich das “Super” von Superintelligenz über die “Intelligenz” zu stellen. Das fand ich einfach passend, weil “super” ursprünglich aus dem Lateinischen kommt und dort schlicht und einfach “über” bedeutet.

Wer es übrigens ganz stimmig haben will, sollte sich folgenden Song anhören (oder zumindest im Kopf haben), während er sich das Lettering anschaut: Den Main Title aus dem Soundtrack zu dem (zugegebenermaßen schon recht alten) Film “Nummer 5 lebt”. Frei nach dem Motto: Bild und Ton als künstlerische Symbiose 😀 .

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Handlettering der Buchblogger / 06.2018

Nicht mehr lange und 2018 ist auch schon wieder zur Hälfte um. Manchmal frage ich mich wirklich, wo die Zeit hingeht … Im Vergleich zum Mai-Lettering hatte ich dieses Mal aber wieder etwas mehr Ruhe, um mich mit dem neuen Thema fürs Handlettering auseinanderzusetzen.

Deswegen gibt es dieses Mal auch wieder eine Fleißaufgabe, sprich ein zweites Lettering, weil ich mich einfach nicht entscheiden konnte, welcher Idee ich den Vorzug geben sollte.

Tanja und Leni haben das Thema ja bewusst nicht genauer formuliert, deswegen bin ich für eine Antwort auf diese Frage erst mal auf Goodreads gegangen …

Das Thema lautete:
Lettere den Titel deines Halbjahreshighlights 2018.

Nachdem ich eine ziemlich kritische Leserin bin, habe ich festgestellt, dass ich dieses Jahr tatsächlich erst zweimal 5 Sterne für einen Titel vergeben habe … Und zwar waren das folgende Bücher:

“Am berühmten Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt wird die junge Elise Hermann zur Pianistin ausgebildet. Ihre große Begabung verspricht eine glänzende Zukunft, und in Max von Hochem findet sie die Liebe ihres Lebens. Doch dann ändert sich alles, als Hitler an die Macht kommt. Elises Debüt-Konzert im März 1933 wird verboten, wie öffentliche Auftritte jüdischer Künstler generell verboten werden. Die junge Frau muss um ihr berufliches und bald auch persönliches Überleben kämpfen.

Vor der Kulisse des historischen Frankfurt am Main erzählt dieser Roman vom glücklichen und leidvollen Weg einer jungen jüdischen Frau zwischen 1929 und 1936.”

Falls euch das Buch näher interessiert: Eine Rezension zu dem Buch findet ihr hier :).

Der zweite Titel ist ein Comic. Und zwar “Maus” von Art Spiegelman. Dieses habe ich zwar nicht extra rezensiert, aber bei meinen monatlichen Tops & Flops erwähnt.

“Die Geschichte von Maus veränderte über Nacht die Geschichte des Comic Strips – aus Kult wurde Kunst.

Berichtet wird die authentische Lebensgeschichte des polnischen Juden Wladek Spiegelman. In Queens, New York, schildert er seinem Sohn die Stationen seines Lebens: Polen und Auschwitz, Stockholm und New York, er erzählt von der Rettung und vom Fluch des Überlebens. Art Spiegelman hat diese Geschichte aufgezeichnet, indem er das Unaussprechliche Tieren in dem Mund legt: Die Juden sind Mäuse, die Deutschen Katzen.

»Ein Jahrhundertwerk!«
taz”

Wie bereits erwähnt konnte ich mich anfangs nicht entscheiden, welchen Titel ich lettern sollte. Also nahm ich mir einmal den vor, zu dem ich rascher eine Idee hatte. Um diese Idee umzusetzen, brauchte es allerdings erst einmal eine Recherche. Denn irgendwo in meinem Kopf schlummerte da eine recht verkümmerte Erinnerung, dass es in Deutschland ja eine Zeitlang auch ganz besondere Handschriften gegeben hat …

Selbstverständlich landet man meistens als erstes bei der Wikipedia, aber ich finde, einen sehr guten, nicht zu langen und vor allem verständlichen Text zum Thema “Alte deutsche Schreibschriften” findet man auch bei Ramona von Kallimagie :). Schaut mal vorbei, wenn ihr die Unterschiede zwischen Sütterlin, Kurrent und der Offenbacher kennenlernen wollt!

Für das Lettering für “Frankfurt verboten” entschied ich mich schließlich für die Sütterlinschrift, denn der Gedanke, dass Elise in der Schule wohl diese Schrift gelernt haben müsste, hätte sie denn wirklich existiert, war naheliegend. Da ich allerdings mir nicht wirklich zutraue, auf einem weißen Blatt Papier die Buchstaben möglichst gerade und ordentlich zu schreiben, suchte ich mir eine Vorlage. Und fand gleich (wieder einmal) einen ganzen Stapel von tollen Schriften, die ich mir speicherte :).

Um auf Nummer sicher zu gehen, fertigte ich mir also eine Vorlage an und pauste sie ab. Da die Schriftvorlage aber nicht ganz authentisch ist, habe ich den Schriftzug nachbearbeitet – fallen euch die kleinen Unterschiede auf?

Eine Feder mit schwarzer Tinte besitze ich leider nicht, also musste wieder einmal einer meiner Filzstifte aushelfen. Ich glaube, sie heißen Fibreline, der Rest lässt sich leider nicht mehr so gut lesen …

Beim Foto machen hab ich dann am Handy noch einmal ein bisschen nachgearbeitet, damit es möglichst authentisch aussieht. So, als ob es in der Zeit wirklich jemand geschrieben haben könnte …

Das zweite Lettering entstand eigentlich verhältnismäßig spontan, einfach aus dem Gedanken heraus, jetzt hast du so schöne viele alte Handschriften als Vorlage gefunden … Ganz besonders gut gefällt mir ja auch die Kurrentschrift, auch wenn sie im Lauf der Zeit einige Veränderungen durchgemacht hat.

Deswegen habe ich diese Schrift genommen und mit ihr den Schriftzug für das zweite Lettering gestaltet, mit den Farben angelehnt an das Cover von “Maus”. Deswegen auch die rote Schrift mit dem weißen Rahmen drum herum, den ich mit meinem neuen Sigma Paintball Gelroller gezeichnet habe (Ja, Anja, ich hab endlich ein Schreibwarengeschäft gefunden, das ihn verkauft ;)).

Gezeichnet habe ich für dieses Lettering auf einem Transparentpapier, dass ich zum Fotografieren auf einen schwarzen Untergrund gelegt habe. Damit kam das Grau vom Cover des Comics wieder schön heraus, finde ich.

Hier noch einmal das Lettering ohne die Stifte im Vordergrund:

Ganz zum Abschluss muss ich noch folgendes loswerden: Ich glaube, ich bin verliebt! So schöne Schriften! Und ich finde es wirklich schade, dass wir Jungen diese Schriften immer weniger lesen können …

Alte Briefe, alte Postkarten, alte Dokumente von unseren Großeltern und Urgroßeltern wurden fast ausschließlich so geschrieben. Für mich ein Grund mehr, mich etwas mehr damit zu beschäftigen und nun zu versuchen, diese Schriften wenigstens lesen (und vielleicht auch ein klein bisschen schreiben) zu lernen :).

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Handlettering der Buchblogger / 05.2018

Und wieder ist ein weiterer Monat um und ein neues Handlettering ist fällig :). Mittlerweile bin ich wirklich froh, dass das Thema im Vorhinein bekannt gegeben wird, denn die letzte Zeit war bei mir mehr als chaotisch und stressig!

Trotzdem wollte ich es mir nicht nehmen lassen und habe mir am Wochenende mehr oder weniger die Zeit rausgerissen, um zum neuen Thema von Tanja und Leni etwas zu gestalten.

Das Thema lautete:
Zeig uns ein DIY-Lettering mit einem buchbezogenen Thema.

Nachfolgendes Motiv ist schon ein bisschen nerdig, aber keine Angst, ich erkläre schon, was es damit auf sich hat. Die, die sich auskennen, wissen vielleicht schon, auf welches Buch ich anspiele? 😉

Handlettering 05/2018 Bild #1

Die Nullen und die Einsen stehen für das binäre Zahlensystem. Das Zahlensystem, mit dem jeder Computer arbeitet. Wenn man die Zahlenkolonne in unser dezimales System übersetzt, erhält man als Ergebnis 42.

42? Einige Leute werden jetzt bestimmt schon aufhorchen. Und ja, es geht genau um das Buch: Um Douglas Adams und sein “Per Anhalter durch die Galaxis”.

42 ist für Nerds berühmt-berüchtigt, denn es gibt eine Szene in dem Buch, wo ein Alien-Volk seinen Supercomputer nach dem Sinn des Lebens befragt. Der Computer rechnet jahrelang herum, bis er irgendwann fertig ist. Am Ende sind alle sehr, sehr gespannt, was das Ergebnis sein wird. Und die Enttäuschung ist riesengroß, als der Computer eben nur genau diese Zahl als Antwort auf die Frage nennt :).

Handlettering 05/2018 Bild #2

Noch kurz zum Lettering: Man sehe es mir nach, dass ich in Sachen Material oder Untergrund dieses Mal keine Experimente gemacht habe,  aber dafür hat die Zeit einfach nicht gereicht … Wie schon beim letzten Mal habe ich daher wieder mit Clairefontaine-Papier und meinen Stabilo-Stiften gearbeitet. Das Grün habe ich deswegen genommen, weil die alten, frühen Computerschriften (so wie im “Matrix”-Film) oft grün auf schwarzem Hintergrund dargestellt wurden.

Der Lesbarkeit halber habe ich auf Weiß aber lieber zu einem dunkleren Grün gegriffen. Die Schrift selbst ist – weil alte Computerschrift – absichtlich sehr pixelig gewählt. Ihr wisst schon, ich bemühe mich ja immer, meine Letterings möglichst stimmig zu gestalten.

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Handlettering der Buchblogger / 04.2018

In letzter Zeit hatte ich selten das Glück, dass mir auf Anhieb etwas Gutes zum monatlichen Handlettering-Thema eingefallen ist. Dieses Mal aber schon, juhu! Und ich hatte sogar etwas Zeit für eine “Fleißaufgabe”, aber dazu später mehr …

Eine erste Idee hatte ich ziemlich schnell, was ich lettern wollte, einfach aus dem Gedanken heraus, was bei mir die heftigsten Reaktionen beim Lesen hervorruft.

Das Thema lautete:
Lettern ein Gefühl, dass du beim Lesen eines Buchs empfunden hast.

Ich weiß, das klingt vermutlich auf den ersten Blick nicht schön, aber es sind im Grunde bei mir oft die negativ behafteten Gefühle, die mich am meisten mitreißen. Ich kann mich manchmal wirklich mit wahrer Leidenschaft über Bücher ärgern. Aber ich sehe das auch positiv. Denn selbst wenn mir das Buch nicht gefällt, wenn ich es grottenschlecht finde, ruft es doch bei mir eine Reaktion hervor. Das heißt, es hat mich trotzdem auf eine bestimmte Art und Weise berührt.

Aus diesem Grund habe ich mich zuerst mit dem Wort “Wut” beschäftigt. Ziemlich schnell war mir klar, dass ich diese Gefühl auch durch die Buchstaben selbst ausdrücken wollte, daher habe ich dafür zu einer sehr kantigen Schrift gegriffen. Als Draufgabe habe ich die Buchstaben (wieder einmal) rot gemacht, denn Rot steht für mich auch als Farbe für Aggression, also etwas, was oft mit Wut einher geht.

Der alte Perfektionist in mir hat hinterher natürlich wieder einmal festgestellt, dass der Weißraum vom Gefühl her zwischen dem U und dem T etwas zu groß ist. Aber dieses Mal war es mir tatsächlich egal 😀 …

Gearbeitet habe ich ein weiteres Mal mit meinen Stabilo Filzstiften auf Clairefontaine Druckerpapier.

Die bereits erwähnte Fleißaufgabe bestand dieses Mal daraus, dass ich mir überlegt habe, welches Gefühl in den letzten Wochen das stärkste war, dass ich beim Lesen empfunden habe. Auch hier kam ich relativ schnell zu einem Ergebnis und hatte auch eine Idee, wie ich das umsetzen wollte.

Zugegeben, die Buchstaben tanzen ein bisschen mehr aus der Reihe als gewollt, vor allem das T, aber dadurch ist es auch authentisch 😀 … Das Runde und Bauchige sprach mich für das Wort “Trauer” eigentlich sofort an, weil mich die Form ein wenig an Tränen erinnerte. Und Tränen sind für mich symbolisch für Trauer.

Ausgemalt habe ich die Buchstaben übrigens ebenfalls ganz bewusst nicht, weil a) mir das Wort so eigentlich besser gefällt und b) mir dann auch einfiel, dass ja nur bei uns die Farbe Schwarz für das Trauern steht, in Asien ist es die Farbe Weiß. Dieser Gedanke gefiel mir einfach, deswegen habe ich beschlossen, die Buchstaben so zu lassen, wie ich sie nach dem ersten Malen gesehen habe.

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