Rezension Shana Gray – Diamond Men “Mr. Monday”

“Diamond Men – Versuchung pur” von Shana Gray ist im Original unter dem Titel “Working Girl” erschienen. Die Geschichte erscheint bei uns auf zwei Arten, entweder als Taschenbuch Anfang Dezember oder als siebenteilige Reihe als E-Book.

Die E-Book Ausgaben sind sehr kurz, jede enthält etwa 50 Seiten und beschreibt jeweils einen Wochentag bzw. einen der “Diamond Men”.

Klappentext laut Verlag:

Sieben Tage – sieben Prüfungen – sieben unwiderstehliche Männer! Für wen wird Tess sich entscheiden?

Tess‘ einziger Wunsch? Rache! Diamond Enterprises hat ihren Vater ruiniert und sie will es dem Konzern heimzahlen. Deshalb bewirbt sie sich als Assistentin des Firmenbosses. Eine Woche soll sie nun täglich bei einem anderen Chef vorstellen.

Teil 1:
Das erste Bewerbungsgespräch mit dem faszinierenden Mr. Monday, der sie in einem Helikopter entführt, lenkt Tess gefährlich von ihren Vergeltungsplänen ab …

Meine Meinung:

Nachdem diese Reihe für Fans von “Calendar Girl” beworben wird, ist eigentlich ziemlich klar, worauf man sich hier beim Lesen einlässt. Wer meine Rezensionen verfolgt hat, weiß, dass “Calendar Girl” für mich in gewisser Weise ein rotes Tuch darstellt, aber so ganz so weltfremd liest sich der Auftakt zu “Diamond Men” im Vergleich Gott sei Dank doch nicht. Ich wurde in gewisser Weise sogar positiv überrascht, aber dazu später mehr.

Dass die Protagonistin Tess heißt, erfahren wir eigentlich nur aus dem Klappentext, da die Geschichte komplett in der Ich-Person erzählt wird. Recht ausführlich wird beschrieben, welche Absichten Tess verfolgt, sich bei Diamond Enterprises zu verfolgen (Für meinen Geschmack für die Kürze dieses E-Books fast ein bisschen zu oft). Darüber hinaus gibt es die üblichen Beschreibungen ihrer Kleidung, ihres Taschen-Ticks und so weiter (lediglich die ultrahohen High Heels habe ich vermisst).

Der Schreibstil ist einfach, die knapp über 50 Seiten lassen sich daher sehr rasch lesen. Wer sich in Sachen Erotik vom Stil her etwas Neues erwartet, wird bestimmt aber herb enttäuscht werden, denn Shana Gray verwendet die mittlerweile schon fast üblichen Beschreibungen dafür, wie heiß “Mr. Umwerfend” doch ist (Wie er wirklich heißt, erfahren wir in diesem ersten Teil nicht).

“Ich schnappte nach Luft, als ich den Mann dort erblickte. Mein Herz begann heftig zu klopfen, und meine Nerven flatterten”.
8%

Ich schätze, ihr könnt euch vorstellen, was ich meine.

[SPOILER ANFANG]
Überrascht hat mich allerdings doch etwas: Obwohl sich Tess – wie anscheinend alle Erotik-Protagonistinnen – bei seinem Anblick in einen sabbernden Teenager verwandelt, kommt es doch nicht zum Äußersten – vielleicht weil das E-Book einfach zu kurz ist?
[SPOILER ENDE]

Dem Ende merkt man deutlich an, dass dieses E-Book nur ein Siebtel einer Geschichte ist, es hört eigentlich mitten in einer Szene auf, um den Leser dazuzubringen, sich den nächsten Teil zu holen. Die knapp über 50 Seiten sind daher eher als Auftakt zu einer Handlung zu verstehen, die erst noch in Fahrt kommen muss.

Mein Fazit:

Diamond Men “Mr. Monday” ist erste Teil einer Reihe, die vom Aufbau her an “Calendar Girl” angelehnt ist. Wer gerne Erotik liest und für zwischendurch ein bisschen was Prickelndes zum Abschalten sucht, kann mit der Reihe vermutlich nicht viel falsch machen.

  • ★★★★★
  • E-Book
  • 52 Seiten
  • MIRA Taschenbuch
  • 978-3955767655
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Rezension Jennifer Wellen – Lost in Pain

“Lost in Pain” ist im Vergleich zu den früheren Büchern von Jennifer Wellen anders. Anders in dem Sinn, dass wir hier nicht eine Liebesgeschichte vorgesetzt bekommen, die fluffig und leicht ist. Im Gegenteil, in dieser Geschichte geht es auch durchaus um ernste Themen, um Menschen, die es im Leben nicht leicht hatten.

Bisher kenne ich die Autorin ja ausschließlich durch ihre ChickLit-Romane wie “Katerfrühstück mit Aussicht” oder “Liebe ist wie eine Goodie-Bag”, aber es hat Spaß gemacht, mich mit der Autorin auch einmal auf neue Pfade zu begeben.

Zum Inhalt:

Catlin ist in Waisenhaus aufgewachsen und schlägt sich mehr schlecht als recht durchs Leben: Mit kleinen Betrügereien finanziert sie ihr Leben, bleibt nie lange an einem Ort.

Eines Tages erhält sie einen Brief, der ihr einen Hinweis gibt, wo sie ihre Mutter finden kann. Da sie aber aufgrund ihrer Klaustrophobie es nicht lange in engen Räumen aushält, stöbert sie ihren früheren Freund Nick aus dem Heim auf und überredet ihn, mit ihr quer durch die USA zu fahren. Verfolgt von einem Catlins Opfer, beginnt für die beiden ein Roadtrip quer durchs Land, der sowohl Catlins als auch Nicks Gefühle gehörig durcheinander bringt …

Meine Meinung:

Jennifer Wellen steigt zügig in die Geschichte ein: Wir lernen Catlin kennen, wie sich an eines ihrer Opfer heranmacht und ihm unter anderem einen wertvollen Ring entwendet. Dazu ist ihr jedes Mittel recht, als Leser merkt man aber schon bald, dass sich unter der abgebrühten Fassade eine empfindsame Frau verbirgt, die verschiedene Wunden aus ihrer Vergangenheit noch nicht verarbeitet hat.

In Schwung kommt die Handlung, als sie mit Nick sich auf den Weg macht, um ihre Mutter zu finden. Nick war bereits während ihrer gemeinsamen Zeit im Heim in Catlin verliebt und hat seine Gefühle für sie nie wirklich aufgegeben. Catlin dagegen wehrt sich gegen die Gefühle – und ihre Erinnerungen. Trotzdem bleibt Nick ihr innerer Zwiespalt nicht lange verborgen und versucht, ihr zu helfen.

Catlins Opfer Will nimmt im Verhältnis eine eher kleinere Rolle ein, setzt aber alle Hebel in Bewegung, um Catlin aufzuspüren, um seinen Ring wiederzukommen. Er geht dabei nicht unbedingt zimperlich vor und entpuppt sich im Verlauf der Handlung als ziemlich unsympathischer Mensch. Es bereitete mir daher beim Lesen immer wieder diebische Freude zu beobachten, wie wenig seine Versuche, Catlin zu finden, von Erfolg gekrönt sind.

Nachdem wir hier einen Liebesroman vor uns haben, verwundert es natürlich nicht, dass Catlin und Nick sich gegenseitig noch immer attraktiv finden. Ein klein wenig hat es mich aber doch überrascht, dass die beiden bereits nach dem ersten Drittel der Handlung miteinander Sex haben. Aufgrund von Catlins Problemen hätte ich eigentlich mit weniger Sex und mehr Gefühlen gerechnet, aber das tat der Lesefreude keinen Abbruch.

Es machte mir wirklich Spaß, die beiden zu beobachten, Nicks freundliches Wesen, das er sich trotz der Enttäuschungen bewahrt hat, und Catlin, die langsam, aber sicher auftaut, sich aber schwer tut, sich ihre eigenen Gefühle einzugestehen.

Als Leser ist man Nick nach einer gewissen Weile voraus, was Catlins Verschlossenheit angeht, denn man erfährt, was sie als Mädchen und junge Frau alles in dem Waisenhaus erdulden musste … Unter diesem Gesichtspunkt wird einem als Leser vieles klarer und ich bewunderte Catlin insgeheim sogar dafür, dass aus ihr so eine starke Persönlichkeit geworden ist.

Das Ende gefiel mir persönlich sehr gut, wenn es auch etwas anderes ausfiel als gedacht. Der Krimi-Aspekt rückte hier noch einmal in den Vordergrund und lässt sogar die Möglichkeit einer Fortsetzung zu. Ich bin gespannt, ob Jennifer Wellen uns diesen Gefallen tut.

Mein Fazit:

“Lost in Pain” ist eine wunderbare Liebesgeschichte, die zwei sehr interessante Figuren in den Vordergrund rückt. Der Krimi-Aspekt gibt der Geschichte noch eine zusätzliche spannende Note, die auch Raum für eine Fortsetzung lässt, auch wenn die Geschichte grundsätzlich abgeschlossen ist.

  • ★★★★
  • E-Book
  • 336 Seiten
  • dp Digital Publishers
  • 978-3960875185
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Rezension Jennifer Wellen – Zum Teufel mit dir und der Liebe

Jennifer Wellen und ich – wir kennen uns schon seit ihrem Erstling “Katerfrühstück mit Aussicht”. Ich mag Jennifers lustigen und lockeren Schreibstil, deswegen hat es mich auch sehr gefreut, ihr neues Buch “Zum Teufel mit dir und der Liebe” zu lesen.

Zum Inhalt:

Luciana Angeli arbeitet als Assistentin für den Teufel. Obwohl es gewöhnlich ihre Aufgabe ist, Verträge mit Möchtegern-Schauspielern, Sportlern und anderen ehrgeizigen Menschen abzuschließen, trägt ihr der Teufel auf einmal auf, zu verhindern, dass Aaron Selbstmord begeht.

Aaron ist ein junger Arzt und hat vor einiger Zeit seine Familie verloren, deswegen sieht er keinen Sinn mehr im Leben. Obwohl Luciana die Gründe für diese neue Aufgabe nicht versteht, erfüllt sie sie gewissenhaft. Und schon bald kommt ihr Aaron näher, als sie wahrhaben will …

Meine Meinung:

“Zum Teufel mit dir und der Liebe” ist für mich der erste Roman, in dem Jennifer Wellen das gewohnte ChickLit-Genre verlässt. Denn Engel, Dämonen und Teufel finden sich gewöhnlich in diesem Bereich eher selten.

Aber schon auf den ersten Seiten hat mich die Autorin erfolgreich abgeholt: Gewohnt spritzig und unterhaltsam erzählt sie Lucianas Geschichte, wie diese zu ihrem Job bei Sam, dem Teufel, kam. Und auch der Teufel konnte durchaus gleich am Anfang einige Sympathiepunkte sammeln :).

Der Schreibstil wechselt in der Regel die Perspektive zwischen Luciana und Aaron. Aus diesem Grund fällt es einem nicht schwer, sich mit den beiden zu identifizieren und sie liebzugewinnen. Luciana macht den Job beim Teufel beispielsweise, weil sie ihre Tochter Rory ins Leben zurückholen wollte. Aaron dagegen ist vor allem am Anfang so unglaublich traurig, dass man ihn einfach nur in den Arm nehmen und ihn trösten möchte.

Jennifer Wellen gestaltet aber auch ihre Nebenfiguren sehr sympathisch, vor allem die Nachbarin Wendy und Tochter Rory tragen zeitweise ein ganz schönes Stück der Geschichte mit. Ein paar Dinge werden zwar recht vereinfacht dargestellt (dass sich Luciana und Aaron eigentlich über ein paar Ecken bereits kennen könnten), hinterlassen aber keinen zu konstruierten Eindruck.

Wer gerne Krimis liest, wird sich übrigens ebenfalls freuen, denn sogar ein paar Krimi-Elemente hat Jennifer in die Geschichte hineingepackt. Diese spielen zwar nur am Rande eine Rolle, sorgten aber dafür, dass ich als Fan des Genres zusätzlich bei der Stange gehalten wurde.

Lediglich mit dem letzten Viertel der Geschichte konnte ich mich nicht so recht anfreunden. Dieser Plottwist wirkte auf mich ein bisschen zu gewollt und zu dramatisch, um wirklich glaubhaft zu sein. Die Komik auf den allerletzten Seiten versöhnte mich dann allerdings wieder, weshalb ich das Buch trotzdem mit einem guten Gefühl beenden konnte.

Mein Fazit:

“Zum Teufel mit dir und der Liebe” ist eine romantische und spritzige Liebesgeschichte im Urban-Fantasy-Bereich, bei der aber auch die Komik nicht zu kurz kommt. Perfekt für heiße Sommertage, wenn man etwas Lockeres und Leichtes lesen möchte! Lediglich der letzte Plottwist sagte mir nicht so sehr zu …

  • ★★★★
  • E-Book
  • 243 Seiten
  • Feelings
  • 978-3426445051
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Rezension Mary E. Pearson – Das Herz des Verräters

“Das Herz des Verräters” ist der zweite Teil der “Remnant Chronicles”-Trilogie. Sorry, dass ich den englischen Titel verwende, aber die deutsche Formulierung “Die Chroniken der Verbliebenen” finde ich im Vergleich eher sperrig …

Wer den ersten Teil “Der Kuss der Lüge” noch nicht kennt, sollte hier eher nicht weiterlesen, da Spoiler auf die Handlung aus dem ersten Teil nicht ausbleiben werden …

Zum Inhalt:

Lia ist die Gefangene des Königreichs Venda. Von Kaden verschleppt und vom Komizar gefangen gehalten, ist es nun an ihr, alle ihre Fähigkeiten inklusive ihrer Gabe zu nutzen, um am Leben zu bleiben und die Flucht vorzubereiten. Erschwert wird das dadurch, dass Rafe, ihre große Liebe, ebenfalls nach Venda verschleppt wird. Lia sieht sich gezwungen, ihre Gefühle geheimzuhalten und gleichzeitig auf Kaden zuzugehen …

Meine Meinung:

Ich fand ja im Gegensatz zu vielen anderen den ersten Teil dieser Trilogie nur mäßig spannend. Die Autorin verzettelte sich für meinen Geschmack vor allem in der ersten Hälfte viel zu sehr in der Liebesgeschichte … Daher war ich entschlossen, mir mein endgültiges Urteil erst nach dem zweiten Teil zu bilden, ob mich diese Geschichte fesseln könnte.

Im Vergleich zum ersten Teil haben wir hier allerdings eine Lia vor uns, die bereits durch ihre Erlebnisse gewachsen ist. Das naive Mädchen macht einer jungen Frau Platz, die sich bewusst ist, dass ihr Leben nur an einem seidenen Faden hängt. Die abwägen muss, was sie sagt und tut, um nicht unter die Räder zu kommen. Gleichzeitig ist sie gezwungen, ihre Gefühle für Rafe in der Öffentlichkeit geheimzuhalten, um sich und ihn zu schützen.

Auf der anderen Seite steht Kaden, der dem Komizar zu Diensten ist und für den zumindest anfangs Venda immer an erster Stelle steht. Seine bereits im ersten Teil angedeuteten Gefühle für Lia werden hier stärker und man kann gut mit ihm mitfühlen, in welchem Konflikt er sich befindet. Der Antagonist dieses Buch schließlich ist der Komizar, der Vendas Geschicke lenkt und der Lia für seine Ziele einspannen will.

Wer sich von diesem Band mehr Action als im ersten Band erwartet, wird herbe enttäuscht werden. Auch die Liebesgeschichte nimmt im Vergleich keinen großen Raum ein (Gott sei Dank). Stattdessen geht es um Politik, Gewalt, Freundschaften, Geheimnisse, Intrigen und die Manipulation der einzelnen Figuren. Die Beziehungen stehen definitiv im Vordergrund. Man lebt und lernt mit Lia, sich an das Leben in Venda anzupassen. Der Feind hat viele Gesichter, nicht nur die offensichtlichen – das muss Lia im Verlauf der Geschichte mehr als einmal lernen.

Gerade deswegen gefiel mir dieses Buch aber deutlich besser als der erste Teil. Der Fokus rückt ab von den Gefühlen der Helden. Stattdessen werden jede Menge neuer Fragen gestellt, die neugierig machen. Was beispielsweise hat der Komizar vor? Inwiefern sind Lia, Kaden und Rafe davon betroffen? Welche Rolle spielt der Kanzler von Morrighan, der ja schon in Band 1 sehr undurchsichtig dargestellt wurde? Manche dieser Fragen werden beantwortet, einige bleiben offen …

Wie schon in Teil eins zeigt Pearson auch hier, dass sie gut schreiben kann. Die Seiten flogen nur so dahin – und hier hatte ich nicht wirklich das Gefühl, mit Längen konfrontiert zu werden. Im Gegenteil, die Autorin konnte die Spannung für mich deutlich besser halten als noch in “Der Kuss der Lüge”, auch wenn sie eher subtil eingesetzt wird.

Das Ende beinhaltet wieder einen Cliffhanger, der in meinen Augen deutlich schlimmer ausfällt als in Teil 1 – wenn nicht das allerletzte Kapitel wäre. Das nahm das gefühlte “Mir bleibt das Herz stehen” dann doch wieder heraus 😅 …

Mein Fazit:

“Das Herz des Verräters” hat mir im Vergleich zu Teil eins deutlich besser gefallen, da der Fokus der Geschichte sich endlich auf die Dinge konzentriert, die in “Kuss der Lüge” nur angedeutet wurden. Politik, Intrigen, Gewalt sind in Venda an der Tagesordnung – und bringen die Geschichte auf ein neues, interessanteres Level als bisher.

  • ★★★★
  • E-Book
  • 527 Seiten
  • Bastei Entertainment
  • 978-3732540808
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Rezension Renée Ahdieh – Rache und Rosenblüte

“Rache und Rosenblüte” ist der zweite Teil einer Dilogie, die in etwas modernisierter Form die Geschichte von Scheherazade erzählt. Der erste Teil “Zorn und Morgenröte” erschien bereits letztes Jahr, den ich auch hier rezensiert habe. “Rache und Rosenblüte” setzt direkt dort fort, wo der erste Teil aufgehört hat. Wer den ersten Teil also nicht kennt: Spoilergefahr ist gegeben!

Zum Inhalt:

Sharzad und Chalid sind getrennt. Während Shahrzad nun bei ihrer Schwester und ihrem Vater in einem Chalid feindlich gesinnten Lager in der Wüste lebt, versucht Chalid, seine Stadt nach der Zerstörung wieder aufzubauen. Während sich Chalids Feinde zusammentun, um den Kalifen zu vernichten, versucht Shahrzad einen Weg zu finden, wie man den Fluch von Chalid nehmen kann …

Meine Meinung:

Ohne große Rückblenden knüpft die Autorin dort an, wo der erste Teil endete. Das ist wahrscheinlich von Vorteil, wenn man Teil eins und zwei kurz hintereinander liest. Bei mir führte es aber anfangs zu einigen Verwirrungen, weil ich das Ende von Teil eins im Detail nach einem Jahr nicht mehr im Kopf hatte.

Ein klein wenig dauerte es auch, bis ich die Nebencharaktere wieder zuordnen konnte. Nachdem einige von ihnen dieses Mal allerdings einen größeren Anteil an der Handlung bekommen, ging diese Verwirrung irgendwann Gott sei Dank vorüber. Besonders Shahrzads Schwester Irsa rückt in den Vordergrund und zeitweise mochte ich ihren Handlungsstrang fast lieber als den von Shahrzad.

Shazi (wie sie von Chalid auch genannt wird) macht im Vergleich nämlich deutlich weniger Entwicklung durch als viele andere Charaktere. Fand ich ihre temperamentvolle und hitzige Art im ersten Teil zeitweise durchaus passend, wirkte sie hier an vielen Stellen einfach nur merkwürdig, fast aufgesetzt. Durch ihre selbstgestellte Aufgabe hatte ich eigentlich erwartet, dass sie im Verlauf der Handlung charakterlich wachsen würde, aber gerade gegen Ende überzeugte mich ihr Handeln und Reden nicht besonders.

Was die Autorin jedoch in meinen Augen auch in diesem zweiten Band sehr gut geschafft hat, ist die Beschreibung der Atmosphäre. Die Wüste, die Magie, das Geheimnisvolle, die Menschen, die Shazi begegnen, verwebt Ahdieh zu einem großen Ganzen, mit dem es mir nicht schwer gefallen ist, beim Lesen durch Raum und Zeit zu reisen. Auch wenn sich die Handlung hier weniger an den klassischen Märchen orientiert als im ersten Teil, gefiel es mir trotzdem, neue Orte in diesem Buch kennenzulernen.

Den Verlauf der Handlung sehe ich im Vergleich zum ersten Teil allerdings als einen der Schwachpunkte des Romans, denn die Autorin nimmt sich vor allem am Anfang sehr viel Zeit, Shahrzads neues Leben im Lager zu erzählen. So richtig in Schwung kommt die Geschichte erst, als Shazi beschließt, mit ihren neuen Fähigkeiten auf die Suche nach einer Lösung für Chalids Problem zu gehen. Der Fluch, um den sich vor allem im ersten Teil fast die gesamte Handlung gedreht hat, spielt hier nur noch eine untergeordnete Rolle. Die Beseitigung ist dementsprechend unspektakulär, da hatte ich mir doch etwas mehr erhofft.

Richtig spannend wird die Geschichte leider erst im letzten Drittel, da fiel es mir wirklich schwer, den Reader zur Seite zu legen. Hier entfesselt die Autorin wirklich alles, was sie von Beginn an eingeführt hat, und es war ein Ende, wie man es gerne in einem Jugendbuch lesen möchte. Vielleicht ein klein wenig voraussehbar, aber das hat mir nichts ausgemacht.

Mein Fazit:

“Rache und Rosenblüte” knüpft unmittelbar an die Ereignisse aus “Zorn und Morgenröte” an, schwächelt aber an einigen Stellen für meinen Geschmack etwas. Das Setting in der Wüste ist auch hier wieder wunderbar beschrieben, wiegt aber nicht auf, dass die Handlung manchmal vor sich hinstolpert …

  • ★★★★★
  • E-Book
  • 432 Seiten
  • One by Bastei Entertainment
  • 978-3732540013
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Rezension Mary E. Pearson – Der Kuss der Lüge

Auch wenn ich von dem Hype um die Buchreihe der “Remnant Chronicles” wieder mal nur wenig mitbekommen habe, war ich doch neugierig genug, dieses Buch lesen zu wollen. “Die Chroniken der Verbliebenen” bestehen aktuell aus drei Büchern und einer Novelle, die die Vorgeschichte erzählt. Im englischsprachigen Raum ist die Trilogie bereits vollständig erschienen.

Zum Inhalt:

Prinzession Arabella, die am liebsten nur Lia gerufen werden möchte, flieht am Tag ihrer Hochzeit aus dem Königspalast ihrer Eltern, weil die Ehe arrangiert wurde und sie ihren zukünftigen Mann nie kennengelernt hat. In einem weit entfernten Küstenstädtchen findet sie mit ihrer Freundin Pauline Unterschlupf und beginnt, als Schankmädchen zu arbeiten. Ihr auf den Fersen sind gleich zwei Männer, der Prinz, den sie eigentlich heiraten sollte, und ein Attentäter aus einem verfeindeten Königreich …

Meine Meinung:

Die Inhaltsangabe hört sich jetzt nicht besonders spektakulär an. Und das ist auch das, was die meisten kritischen Rezensionen diesem Buch ankreiden: Dass einmal nach dem recht actionreichen Anfang relativ lang eher wenig passiert. Dem kann ich nicht einmal widersprechen, verstehe daher auch recht gut, warum manche das Buch noch vor der Hälfte abgebrochen haben.

Weshalb ich persönlich trotzdem recht gut über die erste Hälfte des Buches kam, ist dem Schreibstil der Autorin geschuldet: Er ist nicht besonders anspruchsvoll, aber er hat etwas an sich, was mich wirklich durch die Seiten fliegen hat lassen. Und etwa ab der Hälfte wird man für die Geduld belohnt, die Handlung kommt wieder in Schwung – nicht zuletzt durch die Entscheidungen, die Lia zu treffen gezwungen ist.

Lia selbst macht im Verlauf des Buches die meiste Wandlung durch: Erschien sie mir am Anfang eher wie ein rebellischer Teenager, der sich von seinen Eltern keine Ehe aufzwingen lassen will, beginnt sie sich doch noch ihrer Verantwortung als Prinzessin und den daraus resultierenden Aufgaben bewusst zu werden.

Die beiden Jungs dagegen, die ihr zur Seite gestellt werden, empfand ich allerdings eher als farblos. Ich konnte sie am Anfang nicht einmal auseinander halten, tat mich daher mit dem Rätselspiel, wer von ihnen der Attentäter und wer der Prinz ist, eher schwer – und habe es dann irgendwann aufgegeben. Und nach der ersten Hälfte erschloss es sich mir dann eh von selbst :).

Während ich die Gefühle des Prinzen zumindest nachvollziehen konnte (Er zollt ihr Respekt dafür, dass sie den Mut hatte, sich der ungewollten Heirat zu widersetzen), fand ich den Attentäter absolut nicht glaubhaft. Dafür handelt er viel zu irrational, denn welcher gedungende Mörder nimmt schon die Strapatzen auf sich, die flüchtige Prinzessin zu finden und quartiert sich dann erst mal gemütlich in dem Gasthaus ein, wo sie arbeitet? Aber das musste wohl so eingebaut werden, damit das fast schon obligatorische Love Triangle aufgebaut werden kann …

Dies hat mir beim Lesen vor allem am Anfang einige zwiespältige Gefühle bereitet, die erst in der zweiten Hälfte etwas besänftigt wurden, als klar wird, dass es um weitaus mehr geht als um die persönlichen Gefühle unserer drei Hauptfiguren. Hier gelingt es der Autorin in meinen Augen durchaus, noch einmal das Ruder herumzureißen und eine Geschichte zu konstruieren, die neugierig macht, wie es weitergeht.

Zu viel möchte ich hier gar nicht mehr sagen, da das wahrscheinlich alles als Spoiler auszulegen ist. Ich kann mich jedenfalls nur wiederholen: Lia mausert sich langsam, aber sicher und beginnt eigene Entscheidungen zu treffen – gleichzeitig erfahren wir etwas mehr über die Welt, in der Lia lebt und wie es mit der Magie darin bestellt ist. Gleichzeitig kommt auch die Geschichte um einen bestimmten Gegenstand in Schwung, der weitere Fragen und Rätsel aufwirft. Was es damit auf sich hat, werden wir wohl erst in einem der Nachfolgebände erfahren …

Das Ende ist natürlich wie meist üblich in einer Trilogie relativ offen, kam aber für mich nicht so sehr als Schocker rüber wie in anderen Trilogien. Einen echten Cliffhanger hat die Autorin hier nicht geschaffen, die Neugier auf die Fortsetzungen entsteht für mich eher dadurch, was generell in der zweiten Hälfte des Buches an Themen aufgebracht wurde. Da der zweite Teil aber eh schon recht bald auf Deutsch erscheint, ist die Qual der Wartezeit jedenfalls nicht ganz so lang wie bei anderen Mehrteilern.

Mein Fazit:

Um dieses Buch zu mögen, muss man schon erfolgreich die Hürde der ersten Hälfte nehmen, anders kann ich es tatsächlich nicht ausdrücken. Erst danach nimmt die Geschichte Fahrt auf und vermag zu fesseln. Trotzdem hat das Buch Potenzial, das die Autorin hoffentlich in den weiteren Bänden noch erfolgreicher ausschöpfen kann.

  • ★★★★★
  • Hardcover
  • 559 Seiten
  • One
  • 978-3846600368
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Rezension Lisa McAbbey – Der Spion mit dem Strumpfband

Ich gebe zu, in letzter Zeit treibe ich mich gern bei Netgalley herum. Die Auswahl der E-Books wird mittlerweile immer größer und es ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Daher fand auch Lisa McAbbeys “Der Spion mit dem Strumpfband” über diese Plattform zu mir. Wer das Buch noch lesen möchte: Meine Rezension enthält einige Spoiler, daher aufpassen!

Zum Inhalt:

Clarissa Greenly, Tochter eines englischen Baronets, ist gezwungen, selbst Geld zu verdienen, um die Schulden ihres Vaters abzuzahlen. Aus diesem Grund arbeitet sie als Spionin für die sogenannte “Spinne”. Ihr nächster Auftrag: Ein Notizbuch zu beschaffen, das Beweise für den Verrat des Earls von Hawkhurst enthalten soll. Eigentlich ein Kinderspiel, wären da nicht die ungewohnten Gefühle, die der Earl in ihr auslöst …

Meine Meinung:

Ich mag historische Romane eigentlich sehr gern. Aber die richtig “großen” Geschichten sind für mich selten geworden, weil das Genre für meinen Geschmack viel zu sehr auf Liebesgeschichten in historischem Setting fixiert ist. Der “Spion mit dem Strumpfband” hörte sich für mich ebenfalls nach einer solchen Geschichte an, versprach allerdings neben der Liebe auch einen Abenteuer- bzw. Spionageroman.

Um es gleich mal vorab zu sagen: Ich hatte mir ein bisschen mehr erwartet, als ich bekommen habe. Die Autorin hat einen guten und flüssigen Schreibstil, der es mir leicht gemacht hat, durch die Seiten zu fliegen. Er wirkt zwar an manchen Stellen etwas altmodisch (“Sapperment” beispielsweise habe ich auch schon sehr lange nicht mehr in einem Buch gelesen), passte aber sehr gut zu der Geschichte, die ja Mitte des 18. Jahrhunderts angesiedelt ist. Auch die einzelnen Begegnungen der Protagonisten bzw. die Liebesszenen waren durchaus anregend und nicht zu detailliert beschrieben.

Was mir weniger gefallen hat, ist die Art, wie sich die Handlung entwickelt: Die Vorgeschichte, warum Clarissa Spionin geworden ist, wird auf den ersten Seiten sehr rasch abgehandelt, dann hat auch schon der Earl seinen ersten Auftritt, mit dem er Clarissa gleich mal gewaltig durcheinander bringt. Dann wechselt die Perspektive und man bekommt einen Einblick in die Gedankenwelt des Earls, der sich von den etwas unzüchtig gezeigten Beinen der Dame verwirren lässt … In weiterer Folge wird immer wieder abwechselnd aus seiner und ihrer Sicht erzählt, wobei seine Gedanken im Verhältnis aber eher zu kurz kommen – außer es geht um Clarissa.

Da der erste Versuch scheitert, an das Notizbuch zu kommen, unternimmt Clarissa zwangsläufig weitere Anläufe, das Buch zu finden. Das führt dazu, dass sie immer wieder auf den Earl trifft und wieder scheitert, weil ihre stärker werdenden Gefühle ihr einen Strich durch die Rechnung machen. Anfangs konnte ich diese emotionalen Verwirrungen noch nachvollziehen, aber mit jeder Wiederholung wurde es für meinen Geschmack unglaubwürdiger.

Clarissa wurde anfangs als gut ausgebildete Spionin beschrieben, die bisher alle Aufträge erfolgreich erledigt hat – und dann passiert ihr ein Schnitzer nach dem anderen? An manchen Stellen erschien mir ihre Art auch arg naiv. Ein gutes Beispiel dafür ist, dass ihr kein einziges Mal der Gedanke kommt, dass man sie trotz ihrer verschiedenen Verkleidungen an ihrer auffälligen Augenfarbe (Sie sind veilchenblau!) erkennen kann. Im Gegensatz zum Earl natürlich, der dadurch sofort alle ihre Verkleidungen durchschaut.

In die Geschichte eingebettet finden sich auch einzelne Hinweise auf die englische Politik zu jener Zeit, mit denen ich mich allerdings schwergetan habe, da mir entsprechende Vorinformationen beim Lesen gefehlt haben. Erst das Nachwort erklärt hier einige Zusammenhänge … Hier hätte ich mir tatsächlich noch ein paar Seiten mehr gewünscht, um dem Roman mehr Tiefe zu geben und den Leser noch besser in die Zeit damals zu versetzen. So blieb die Geschichte für mich leider an vielen Stellen viel zu sehr an der Oberfläche, um mich richtig packen zu können.

Mein Fazit:

Wer auf historische Romane im Stil der “Historicals” aus dem Cora-Verlag steht, ist mit diesem Roman bestimmt bestens bedient. Für mich war das Buch aber ein wenig zu oberflächlich, um mich wirklich richtig begeistern zu können. Ein bisschen mehr historische Tiefe und weniger Liebestaumel hätten der Geschichte nicht geschadet.

  • ★★★★★
  • E-Book
  • 259 Seiten
  • beHEARTBEAT by Bastei Entertainment
  • 978-3732535958
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