(Kurz)Rezension Andreas Gruber – Ghost Writer

“Ghost Writer” ist mittlerweile schon der fünfte Band aus dem Luzifer Verlag, in dem die Kurzgeschichten von dem Andreas Gruber aus dem Phantastik-Bereich neu aufgelegt bzw. neu herausgegeben werden (Ja, es sind auch jedes Mal neue Geschichten dabei!).

Der Klappentext:

Diesmal entführt Andreas Gruber Sie mit seinen Horror-geschichten in das Leipzig des Jahres 1840, nach New Orleans um 1908 und in das Wien des Jahres 1945. Wir treffen auf elektronische Spinnen, einen krimineller Zahnarzt, einen verrückten Erfinder in einem Kellerlabor und ein ungewöhn-liches Brüderpaar, das an einer seltenen Krankheit leidet.

Erfahren Sie mehr über einen erschreckenden archäologischen Fund bei Athen, eine Lovecraft-Hommage über die Miskatonic-Universität in Arkham, sowie eine teuflische Weihnachtsgeschichte direkt aus der Hölle.

Und freuen Sie sich nicht zuletzt auf ein Wiedersehen mit Edgar Allan Poe und Jack the Ripper.

Meine Meinung:

Die schriftstellerischen Wurzeln von Andreas Gruber liegen in der Phantastik. Dies merkt man auch diesem Band ein weiteres Mal sehr deutlich an. Denn der Autor wartet mit einem ziemlich bunten Potpourri an Geschichten auf: Historischer Gruselroman im Stil von Edgar Allan Poe trifft auf Urban Fantasy trifft auf Horror / Gruselgeschichte – und das ist nur ein. kleiner Anteil dessen, was auf den Leser zukommt.

Einiges davon hätte in meinen Augen auch das Potenzial, als längerer Roman zu unterhalten (“Medusa” zum Beispiel oder “Mesmeristische Experimente”). Meine absolute Lieblingsgeschichte war allerdings dieses Mal “Ghost Writer”, gerade weil das Ende doch ein bisschen anders ist, als man vom Autor gewohnt ist. Aber ich will nicht zu viel verraten, macht euch am besten selbst ein Bild.

Auch wenn mich nicht jede Geschichte fesseln konnte, überzeugte der Band auf der ganzen Linie. Einmal mehr zeigt der Autor, wie wandelbar er ist, was Schreibstil, Ideen und Umsetzung angeht: Auch wenn der Schwerpunkt auf den Schauergeschichten liegt, kommen auch jede Menge historische und futuristische Elemente zum Tragen.

Mein Fazit:

Wer in der Phantastik zuhause ist, sollte sich die gesamte Reihe nicht entgehen lassen. Andreas Gruber-Fans dagegen werden den Autor von einer neuen Seite kennenlernen, denn der Autor hat noch viel mehr drauf, als “nur” Thriller zu schreiben!

  • ★★★★
  • Klappenbroschur
  • 372 Seiten
  • Luzifer Verlag
  • 978-3958353091
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Rezension Dan Vyleta – Smoke

Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch bereits durch eine Leserunde bei Lovelybooks, so richtig erwischte mich die Neugier allerdings, als ich vom Verlag ein Mail erhielt mit einigen Presseinformationen …

Zum Inhalt:

“Smoke” spielt im viktorianischen England – mit einem großen Unterschied: Die Menschen beginnen zu rauchen, wenn sie aus irgendeinem Grund schlechte Dinge tun oder denken. Für Charlie und Thomas, die zu jener Zeit in einem englischen Internat unterrichtet werden, ist es ganz normal, jederzeit darauf zu achten, möglichst wenig Rauch zu produzieren. Eines Tages entdeckt Charlie bei einem Schulausflug jedoch einen Mann, der nicht raucht. Diese Erkenntnis stellt für die Freunde alles bisher Gelernte auf den Kopf und sie wollen diesen Geheimnissen auf den Grund gehen …

Meine Meinung:

Der Klappentext machte ich mich ehrlich gestanden sofort neugierig – und das, obwohl auch im englischsprachigen Raum die Bewertungen für dieses Buch recht unterschiedlich ausgefallen sind. Diese Mischung aus Phantastischem und alternativer Geschichte war einfach zu verführerisch, als dass ich zu diesem Angebot Nein sagen konnte.

Der Anfang war für mich auch noch total faszinierend. Das Leben mit dem Rauch ist für die Menschen ganz normal, auch wenn niemand eigentlich so genau weiß, warum der Rauch da ist und warum er immer wieder andere Formen und Farben annimmt. Angefangen bei hellgrauem, dampfähnlichen Rauch bis zu pechschwarzem, öligem Ruß ist alles dabei. Die Menschen geben diesen Rauch über ihre Körperöffnungen ab und können dies nicht unterdrücken, es sei denn, es gelingt ihnen, ihre negativen Emotionen zu kontrollieren.

Dieses Setting bot gleich am Anfang Platz für mehrere spannende Fragen: Woher kommt der Rauch? Gab es ihn schon immer? Und warum gibt es Menschen, die nicht rauchen? Charlie und Thomas stellen diese Dinge anfangs nicht in Frage, bis Charlie zum ersten Mal jemanden sieht, der nicht raucht. Verständlich, dass hier auch der Leser neugierig wird und sich nur allzu bereitwillig mit den beiden auf eine Reise begibt, um herauszufinden, was hier abläuft.

Der Autor macht es einem dabei einfach, in diese bekannte und zugleich unbekannte Welt einzutauchen, da er sich Zeit nimmt, die Geschichte zu entwickeln. Der Rauch steht fast sinnbildlich für eine Gesellschaft, die lügt, betrügt, mordet und stiehlt. Menschen sind bereits nach der Geburt erst einmal schuldig und müssen danach streben, sich zu verbessern. Nicht zuletzt dank der Protagonisten bleibt die Hoffnung auf eine bessere Welt, da die Dinge offensichtlich nicht so zu sein scheinen, wie man es bisher gedacht bzw. geglaubt hat.

Auch den Schreibstil und den Wechsel von der dritten Person in die erste für einzelne Figuren fand ich durchaus interessant. Der Autor versteht es, seine Welt sehr bildhaft in Szene zu setzen, die Zeitreise in diese Welt fiel mir daher wirklich einfach. London als düsterer Ort, wo mehr Unheil als sonstwo auf der Welt geschieht – das hat der Autor wirklich phantastisch rübergebracht.

Umso bedauerlicher, dass mich das Buch am Ende doch noch “verloren” hat. Denn ab dem letzten Drittel etwa konnte ich nicht mehr nachvollziehen, warum die Figuren bestimmte Dinge getan haben. Auch wenn die Perspektive immer wieder wechselt, fehlte mir der Zugang, das Verständnis. Einzelne Personen waren auf einmal unvorstellbar grausam, fielen sogar dem Wahnsinn anheim. Warum, hat sich mir einfach nicht erschlossen.

Aus demselben Grund wurde ich auch mit dem Schluss nicht so wirklich warm, denn obwohl ich den Plottwist an dieser Stelle durchaus mochte, erschloss er sich mir nicht, ich habe ihn schlicht und einfach nicht verstanden. Daher blieb ich nach dem Zuklappen des Buches zum Teil ratlos, zum Teil unbefriedigt zurück. Warum? Ich hatte das Gefühl, im Regen stehen gelassen worden zu sein, was die Antwort auf einige Fragen anging. Nicht jede Frage braucht für mich eine Antwort, aber wenn ich das Gefühl habe, dass die wichtigste von allen offen geblieben ist, dann gefällt mir das nicht.

Mein Fazit:

“Smoke” startet unheimlich stark, driftete aber im letzten Drittel für meinen Geschmack zu weit ab, um mich wirklich bis zum Schluss bei der Stange zu halten. Das tolle Setting und der bildhafte Schreibstil konnten dies leider nur zum Teil kompensieren.

  • ★★★★★
  • Klappenbroschur
  • 624 Seiten
  • carl’s books
  • 978-3570585689
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Rezension Andreas Suchanek – Das Erbe der Macht “Aurafeuer”

Im Bereich der Phantastik ist Andreas Suchanek mittlerweile ja beileibe kein Unbekannter mehr. Sein Verlag Greenlight Press vertreibt mittlerweile mehrere Serien, die im Bereich SF, Fantasy, Steampunk, NearFuture und Krimi zuhause sind. Seit bald zwei Jahren lese ich die meisten davon, daher war ich natürlich neugierig, was Andreas uns mit “Das Erbe der Macht” bringen wird.

Zum Inhalt:

Alex’ Welt gerät von einem Moment auf den anderen komplett aus den Fugen. Er erfährt, dass er ein sogenannter Lichtkämpfer ist und magische Fähigkeiten verliehen bekommen hat. Zusammen mit anderen Magiern kämpft er gegen die Dunkelheit, die alles daran setzt, die magische Barriere, die die Aktivitäten der Magier vor den Blicken der normalen Menschen verbirgt, zu zerstören …

Meine Meinung:

Andreas versteht es wie immer blendend, den Leser sofort in die Geschichte hineinzuziehen. Man stolpert quasi an der Seite von Alex in eine komplett neue Welt hinein, die erst einmal total fremd ist. Lichtkämpfer, Schattenkämpfer, geheimnisvolle Unsterbliche, ein Wall, der die Magie vor den Blicken der Menschen verbirgt. und eine dritte Partie, wo man im Dunkeln gelassen wird, auf wessen Seite sie eigentlich steht – das alles erwartet einen in der neuen Urban-Fantasy-Serie.

Es ist damit eigentlich auch alles da, um eine tolle, spannende Geschichte mit interessanten Charakteren zu schaffen. Irgendwie hatte ich beim Lesen aber immer wieder das Problem, dass mich das Tempo überforderte. Neue Figuren, neue Geheimnisse, sehr, sehr viel Information – darauf sollte man sich auf jeden Fall einstellen, wenn man diesen Band in die Hand nimmt. Jetzt im Nachhinein habe ich allerdings das Problem, das alles geistig zu “sortieren”. Mehr als einmal dachte ich mir, wow, toll, genial – nur um dann wieder das Gefühl zu haben, das geht mir jetzt zu schnell.

Wäre hier vielleicht doch ein Doppelband besser gewesen, um die neue Welt etwas langsamer vorzustellen? Ich habe jedenfalls im Vorfeld absichtlich vermieden, auf Facebook genauere Details nachzulesen (Ich habe nicht einmal die Leseprobe weit gelesen, weil ich mir die Spannung erhalten wollte), um die Spoiler-Gefahr weitestgehend zu reduzieren. Vielleicht hätte ich es aber doch tun sollen, denn – wie bereits gesagt – ich habe mich an manchen Stellen etwas “überfahren” gefühlt.

Ich weiß, ein Einstiegsband in eine neue Serie ist nie leicht. Einerseits sollen die Figuren vorgestellt, die Welt eingeführt, erste Geheimnisse erwähnt und noch der Leser mit einer spannenden Handlung bei der Stange gehalten werden. Geheimnisse und spannende Handlung bekommt von mir 5 Sterne, die Charaktere kamen mir aber ingesamt etwas zu kurz. Manche werden überhaupt nur kurz erwähnt, tauchen noch gar nicht auf …

Als verkappte Germanistin sind mir hier auch ungewohnt viele Tippfehler und holprige Wendungen aufgefallen, die ich sonst so von Andreas eigentlich gar nicht kenne. Dies hat bei mir den Eindruck verstärkt, dass dieser erste Band ein wenig unter Zeitdruck entstanden ist.

Ich möchte jetzt allerdings nicht nur kritisieren, denn das Setting beispielsweise gefällt mir sehr gut. Da bin ich mir sicher, dass sich da noch einige interessante (Teil)Geschichten ergeben werden, während gleichzeitig das große Ganze Stück für Stück weitererzählt wird. Dies hat Andreas schon eindrucksvoll bei “Heliosphere 2265” und bei “Ein M.O.R.D.s-Team” unter Beweis gestellt, daher bin ich mir sicher, dass wir hier noch eine Steigerung, ach was sage ich, Steigerungen erwarten dürfen :).

Mein Fazit:

“Aurafeuer” ist der Auftaktband zur neuen Urban-Fantasy-Serie von Andreas Suchanek, der in meinen Augen zwar einige Schwächen aufweist, wo ich mir aber sicher bin, dass wir insgesamt eine interessante und spannende Geschichte erwarten dürfen.

  • ★★★★★
  • E-Book
  • 120 Seiten
  • Greenlight Press
  • B01K5J6LEE
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Rezension Amie Kaufman & Meagan Spooner – These broken Stars

Ich weiß gar nicht mehr, wann mir “These broken Stars” das erste Mal in der Bloggerwelt begegnet ist … Das blaugrüne Originalcover mit den beiden schwebenden Helden ist mir jedenfalls im Gedächtnis geblieben, weil es definitiv herausragt. Als ich daher entdeckt habe, dass es das Buch bei Netgalley als E-Book gibt, musste ich sofort anfragen – die Neugier war einfach zu groß :). Vielen Dank daher sowohl an das Portal als auch an Carlsen, dass ich das Buch auf meinem Reader bzw. Tablet lesen durfte!

Zum Inhalt:

Major Tarver Merendsen und Lilac LaRoux verbindet eigentlich nicht viel. Sie ist das einzige Kind eines mächtigen und einflussreichen Mannes, während er sich im Krieg ausgezeichnet hat. Was sie allerdings zusammenschweißt, ist der Flug bzw. der Absturz des Raumschiffs Icarus. Auf einem unbekannten Planeten sind sie auf einmal aufeinander angewiesen und müssen sich helfen, um zu überleben …

Meine Meinung:

Ich gebe zu, dass ich mir anfangs nicht sicher war, ob ich das Buch wirklich lesen wollte. Es klang mir ein wenig zu vorhersehbar – Junge und Mädchen müssen wie Robinson Crusoe sich zusammentun und was passiert bei so einem Szenario in einem Jugendbuch? Na klar, sie verlieben sich :). Warum ich das Buch jetzt doch gelesen habe, ist allerdings leicht erklärt: Ich habe mich (wieder einmal) vom Hype anstecken lassen :D. Und da ich SciFi ja nicht ablehnend gegenüberstehe, ganz im Gegenteil, war es an der Zeit, dem Buch eine Chance zu geben :).

Die Geschichte wird immer abwechselnd aus der Sicht von Lilac und Tarver erzählt, angefangen bei ihrem ersten Treffen auf der Icarus. Dazwischen gestreut sind kurze Dialoge, wo man schon recht bald erkennt, dass Tarver zu den Ereignissen auf dem Planeten befragt wird. Mit wem er spricht, wurde er mir allerdings erst im Lauf der Handlung wirklich klar, daher sage ich jetzt einmal dazu auch nichts weiter 😉 …

Dass zwei Autorinnen an dem Buch geschrieben haben, merkt man als Leser eigentlich nicht wirklich. Zumindest mir ist es nicht aufgefallen, der Schreibstil ist einfach und klar und das Buch lässt sich sehr rasch und flüssig lesen – ich hatte es mehr oder weniger innerhalb von zwei Tagen durch :).

Was mir auch sehr gut gefallen hat, sind die Bilder, die die beiden in meinem Kopf entstehen haben lassen: Die Beschreibungen der Landschaft, der Stimmungen und der Gefühle waren für mich zum Teil sogar fast ein bisschen poetisch, ich hatte mehrmals beim Lesen das Gefühl, mich in einem Gedicht zu bewegen. Action und Dramatik gibt es in diesem Buch zwar schon auch, aber eigentlich nur am Anfang und ein wenig am Ende, das Buch lebt viel mehr von dem, was zwischen den Zeilen zwischen den beiden Figuren passiert.

Wobei es mir vor allem Lilac am Anfang nicht leicht gemacht hat: Reich, verwöhnt und zickig ist noch harmlos … Gott sei Dank bleibt das allerdings nicht so – und man bekommt relativ bald einen Blick auf ihr wahres Wesen, das deutlich freundlicher ist. An manchen Stellen tat sie mir dann sogar fast ein bisschen leid, es muss schon schwer sein, wenn man immer im Hinterkopf überlegen muss, ob es das Gegenüber nur auf dein Geld abgesehen hat oder nicht.

Tarver war von Anfang an der freundliche Junge von nebenan, das kann man nicht anders sagen. Geduldig, hilfsbereit und liebenswert – so könnte man ihn mit ein paar Worten beschreiben. Ob er im echten Leben das Mädel bekommen würde? 😀

Kritisieren muss ich allerdings ein wenig den Schluss: Der kam mir nämlich fast ein bisschen zu schnell und auch dies SF-Komponente schob sich wieder in den Vordergrund. Hier habe ich – muss ich gestehen – einiges nicht verstanden und habe daher auch nicht nachvollziehen können, warum schlussendlich die Ereignisse so passieren. Da dieser Teil aber nur der Auftakt zu einer Trilogie ist und ich gesehen habe, dass im dritten Teil die beiden Helden wieder vorkommen, gehe ich davon aus, dass wir in den beiden anderen Teilen weitere Details und Erklärungen bekommen :).

Mein Fazit:

“These broken Stars” ist ein wunderschöne, zum Teil fast poetisch erzählte Geschichte, die man auch als Nicht-Science Fiction-Fan lesen kann, weil das Setting im All keine große Rolle spielt. Das Ende lässt einige Fragen offen, aber das ist nachvollziehbar, da dies nur der Auftakt zu einer Trilogie ist …

  • ★★★★
  • Gebunden
  • 496 Seiten
  • Carlsen
  • 978-3551583574
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Rezension Nadine Erdmann – CyberWorld 1.0: Mind Ripper

Andreas Suchanek hat es mit seinem Verlag Greenlight Press wieder einmal geschafft: Kaum hatte er die neue Jugend-SF-Serie “CyberWorld” vorgestellt, war ich auch schon angefixt :D. Umso mehr habe ich mich dann gefreut, als ich erfahren habe, dass es bei LB eine Leserunde geben würde UND dass ich dabei sein durfte :).

Zum Inhalt:

Wir schreiben das Jahr 2038: Jemma, Jamie und Zach leben in London, sind Fans von CyberGames und spielen regelmäßig. Eines Tages kommt ihnen zu Ohren, dass drei Jungen nach dem Besuch der CyberWorld ins Koma gefallen sind und nicht mehr ansprechbar sind. Man munkelt, dass ein neues unbekanntes Game dafür verantwortlich sein könnte, in dem der sogenannte Mind Ripper sein Unwesen treibt. Die Parallelen sind auffällig und so beginnen die drei zusammen mit zwei anderen Jungen – Will und Ned – nach ersten Hinweisen zu suchen …

Meine Meinung:

Das Cover ist der Hammer! Schon als ich es das erste Mal auf Facebook gesehen hatte, musste ich es mir genauer ansehen. Der düstere Himmel, die Skyline von London und die Nullen und Einsen, die im Matrix-Stil über die Mitte laufen – nicht zu vergessen der Untertitel “Mind Ripper”. Daher startete ich mit dem Buch auch relativ rasch und las wirklich in fast jeder freien Minute (sogar am Handy bzw. am Tablet, obwohl ich das eigentlich nicht so leiden kann :D).

Der Einstieg erfolgt sehr direkt in das Leben in der Zukunft und in die CyberWorld, wo Jemma, Jamie und Zach zusammen ein Online-Fantasy-Rollenspiel “erleben”. Ich bin zwar selbst kein Gamer, aber dass so ein Setting für eine spannende Geschichte gut sein kann, wissen wir spätestens seit “Erebos” von Ursula Poznanski.

Was gibt es zu den Charakteren zu sagen? Jemma und Jamie sind Zwillinge, Zach gleichzeitig der feste Freund und beste Freund seit Kindergartentagen von Jamie. Jamie selbst ist seit einem Autounfall, bei dem seine Mutter gestorben ist, körperlich eingeschränkt und braucht im echten Leben entweder einen Rollstuhl oder Krücken, um sich zu bewegen. Diese Einschränkung sorgt dafür, dass er sich besonders gern in der CyberWorld – kurz C-World genannt – aufhält, weil er dort das Gefühl hat, ein normaler Mensch zu sein.

Im Lauf der Geschichte erleben alle drei erste Höhen und Tiefen, die zum Teil sehr eindringlich geschrieben sind. Diese Szenen (Liebe, Streit, Diskussionen, Versöhnung etc.) sind meiner Meinung nach die ganz große Stärke der Autorin, da fiel es nicht schwer, alle drei Charaktere rasch ins Herz zu schließen.

Für die Spannung sorgten vor allem die Szenen, die in der C-World spielten, die Monster, die unsere Helden bekämpfen müssen und die Hinweise, die sie sammeln. Und verständlicherweise sorgen Will und Ned, mit denen sie zusammen arbeiten, für Fragen. Ob man ihnen trauen kann oder nicht, tja, das müsst ihr beim Lesen dann selbst herausfinden :).

Kommen wir zu meinen Kritikpunkten: Eine Schwäche sehe ich im Aufbau des Romans bzw. im Wechsel der Handlung zwischen realer und virtueller Welt. Während die virtuelle Welt die Spannung aufbaute, nahm die reale sie aufgrund der eher langen, “ruhigen” Szenen wieder heraus. Daher fehlte mir an manchen Stellen dieses gewisse Erschauern, das mich durchgehend 100%ig gefesselt hätte … Das düstere Cover weckte offensichtlich bei mir in dieser Hinsicht gewisse Erwartungen, die das Buch dann für mich nicht so ganz erfüllen konnte.

Auch das Ende entsprach nicht unbedingt dem, was ich mir erwartet hatte. So viel kann ich aber auf jeden Fall sagen, ohne zu spoilern: Ich weiß nicht, ob ich so gehandelt hätte, wie die drei Protagonisten es schlussendlich getan haben …

Eines noch ganz zum Schluss für diejenigen, die das Gefühl haben, den Roman zu kennen: “Mind Ripper” erschien ursprünglich als Teil der Reihe “Fateful Future”, da Nadine Erdmann ihre ersten literarischen Schritte als Selfpublisherin gemacht hat.

Mein Fazit:

“CyberWorld 1.0: Mind Ripper” ist der Auftaktband einer neuen SF-Reihe bei Greenlight Press. Obwohl der Roman meiner Meinung nach noch beim Spannungsaufbau einige Schwächen aufweist, hat es mir viel Freude gemacht, die ersten Abenteuer von Jemma, Jamie und Zach im Jahr 2038 zu verfolgen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht und was sich Autorin Nadine Erdmann noch alles für ihre Protagonisten ausgedacht hat.

  • ★★★★
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Rezension Allan J. Stark – Asgaroon “Die Abenteuer des Dominic Porter”

Dank des Papierverzierer Verlags habe ich wieder einmal die Gelegenheit erhalten, in eine neue SF-Serie hineinzuschnuppern. Ich bin zwar nach wie vor bekennende “Heliosphere 2265”-Leserin, aber neugierig bin ich immer :). Daher auch ein besonderes Dankeschön an den Verlag!

Zum Inhalt:

Asgaroon spielt etwa 3000 Jahre in der Zukunft. Die Menschen sind in einen Konflikt zwischen zwei Alienrassen hineingezogen worden, die ihren Krieg gegeneinander schon eine gefühlte Ewigkeit führen. Sowohl Akkato als auch Keymon sehen die menschliche Rasse anfangs als Ameisen, die zertreten werden, wenn sie im Weg sind … Mit der Zeit ändern die Akkato jedoch ihre Meinung und so gelingt es dem jungen Soldaten Dominic Porter, auf eines der Schiffe der Akkato versetzt zu werden …

Meine Meinung:

“Die Eroberer” ist der erste Band aus der Serie “Asgaroon – Die Abenteuer des Dominic Porter”. Es gibt allerdings noch weitere Romane von demselben Autor, die unter dem Namen “Asgaroon” vertrieben werden. Diese spielen im selben Universum, haben allerdings mit Nea eine andere Heldin als Dominic. Dominics Erlebnisse sind also eine Art Spin-Off, die man unabhängig von den anderen Asgaroon-Abenteuern lesen kann – deswegen auch der Untertitel “Die Abenteuer des Dominic Porter” :).

Wer die normale Serie nicht kennt, braucht sich allerdings keine Sorgen machen, der Einstieg in den Heftroman gestaltet sich einfach und man erfährt auch als Neuleser alles, was es zum Verständnis der Geschichte braucht. Der Roman beginnt in der Gegenwart, wo Dominic auf ein neues Raumschiff unter dem Kommando der Akkato versetzt wird, um dann nach ca. einem Drittel in die Vergangenheit zu schwenken und die Erzählung zu beginnen, wie es dazu kommt, dass Dominic sich von den Akkato anheuern lässt.

Vorab eines: Ich weiß, dass es nicht leicht, einen Auftakt zu einer Serie zu schreiben. Schon gar nicht unter den gegebenen Umständen, dass hier – weil Spin-Off – gleichermaßen bereits Asgaroon-Kenner als auch Neuleser angesprochen werden sollen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass hier einiges hätte besser gelöst werden können …

Kommen wir einmal zu den Dingen, die mir sehr gut gefallen haben: Das Setting beispielsweise. Aliens, die die Menschen nicht einmal zur Kenntnis nehmen, weil so unbedeutend – das hat einfach was, da konnte ich einfach nur grinsen :D. Hier nicht an Douglas Adams und die aufgrund einer geplanten Umfahrungsstraße zerstörten Erde zu denken, fällt schwer! Der Konflikt der beiden Alienrassen sorgt außerdem dafür, dass die Menschen gezwungen sind, neue Wege zu gehen, um zu überleben … Parallelen zur aktuellen Flüchtlingskrise sind unübersehbar – und hier spielt SF immer wieder seine Stärken aus, finde ich, uns einen Spiegel vorzuhalten :).

Auch Dominic als Charakter hat Potenzial. Der Schwenk in die Vergangenheit zeigt ihn, wie er als junger Mensch einmal war, als jugendlicher Soldat, der kurz vor dem Abschluss der Akademie steht. Was wohl alles passiert ist, dass es ihn so verändert hat? Die weiteren Bände werden es wohl zeigen, schätze ich.

Allerdings muss ich auch etwas Kritik anbringen, da mir beim Lesen einige Fehler aufgefallen sind.  Natürlich tut dies dem Lesefluss nicht unbedingt Abbruch, aber ich empfand es an einigen Stellen etwas störend … Da waren beispielsweise Dinge wie das wechselnde Alter des Helden (Anfangs ist er 23, dann heißt es, er ist schon 10 Jahre dabei, nachdem er mit 18 die Akademie verlassen hat) oder die teilweise sehr großzügige Beistrichsetzung.

Was ich ebenfalls nicht besonders gut fand, ist das Ende. Mir ist klar, dass es gerade bei einer fortlaufenden Serie nicht so leicht ist, aber ich bin kein Fan davon, wenn mitten in einer Szene die Handlung abbricht. Jedes Mal habe ich das Gefühl, dass hier ein paar Zeilen Text fehlen, die das Ende etwas “runder” hätten gestalten können. Ich habe das zwar mittlerweile schon öfter gesehen, auch bei Roman-Mehrteilern, aber es gefällt mir trotzdem nicht.

Mein Fazit:

“Die Eroberer” ist der Auftakt zu einer neuen, interessanten SF-Serie, die definitiv Potenzial nach oben hat. Vom Aufbau her zeigt dieser erste Roman in meinen Augen allerdings einige Schwächen, die es noch auszumerzen gilt.

  • ★★★★★
  • Taschenbuch
  • 114 Seiten
  • Papierverzierer Verlag
  • 978-3959627016
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Rezension Adam Christopher – Empire State

Wie ihr wisst, habe ich eine Kooperation mit dem Papierverzierer Verlag und habe daher auch den Newsletter des Verlags abonniert. Vor nicht allzu langer Zeit trudelte dabei eine Werbung für “Empire State” von Adam Christopher herein und ich war nach dem Lesen des Inhalts sofort neugierig auf das Buch :).

Zum Inhalt:

New York in den 30er Jahren. Gewaltverbrechen, Schmuggel und Flüsterkneipen blühen dank der Prohibition auf. Die Superhelden der Stadt, Skyguard und Sciencepirate, bekämpfen sich lieber gegenseitig, als gegen die Kriminalität vorzugehen. Als Rex, ein kleiner Gauner, dahinterkommt, wer Sciencepirate in Wirklichkeit ist und sie tötet, ahnt er noch nicht, welche Folgen das für ihn und viele andere New Yorker haben wird …

Meine Meinung:

Ich gebe zu, ich habe mich dieses Mal wirklich anstrengen müssen, eine Inhaltsangabe zu schreiben, die nicht so viel vom Inhalt verrät wie der eigentliche Klappentext. Aber ich rate hier dringend davon ab, den vorab zu lesen! Er erleichtert zwar das Verständis für einige, etwas verwirrende Ereignisse am Anfang des Buchs, jedoch nimmt er in Summe fast die Hälfte der gesamten Geschichte vorweg – und das sollte dann ja doch nicht sein … Nehmt es also ruhig hin, dass ihr euch am Anfang erst eimmal nicht auskennt, die Auflösung ist dann nur umso genialer :).

Neben Rex, den wir gleich am Anfang kennenlernen, taucht übrigens noch ein zweiter Charakter auf, der den Leser die längste Zeit im Buch begleitet: der Privatdetektiv Rad Bradbury. Wie in einem ganz klassischen Krimi neigt er dazu, zu viel zu trinken und zu wenig Geld zu haben. Bis eine Unbekannte auftaucht, die ihm einen Aufrtag gibt, eine verschwundene Frau zu suchen. Pech für Brad, dass er diese zusammen mit einem Freund schon recht bald als Leiche findet …

“Empire State” ist damit also nicht nur ein Mix aus Science Fiction und Steampunk (Einige technische Dinge tauchen auf, die es so in dieser Zeit eigentlich gar nicht geben dürfte), sondern mischt auch Elemente aus dem guten alten Schwarzweiß-Krimi hinein, wo es so richtig zur Sache geht :).

Schon diese Mischung alleine macht es schwer, “Empire State” wirklich einzuordnen, im Gegenteil, eigentlich stellt der Roman einen wilden Genre-Mix dar, den man wohl am ehesten noch lose in den Bereich der Phantastik einsortieren sollte. Der Autor Adam Christopher war mir bisher zwar nicht bekannt, jedoch werde ich ihn ganz bestimmt, im Auge behalten, da ich diese Mischung in einem Roman wirklich sehr, sehr genial fand!

So ganz nebenbei lernt man auch einiges über die Stadt New York, wo der Roman spielt. Der Titel des Romans – “Empire State” – ist so etwas wie der Spitzname der Stadt (falls ihr euch schon mal gefragt haben solltet, warum das Empire State Building eigentlich so heißt, wie es heißt). Die Szenerie ist meiner Meinung auch einer der Pluspunkte des Romans. Mehr als einmal hatte ich beim Lesen nämlich das Gefühl, an der Seite des Detektivs durch das dunkle und finstere New York zu spazieren und damit ein Stück Geschichte der Stadt kennenzulernen!

Ein wenig Kritik muss ich allerdings auch anbringen. Brads Charakter war für mich auch nicht immer stimmig, das fiel mir besonders an einer ganz bestimmten Stelle auf, wo er eine Information bekommt, die mehr oder weniger alles über den Haufen wirft, woran er bisher geglaubt hat, bleibt er erstaunlich cool. Kein ungläubiges Abstreiten oder sonst irgendwie eine emotionale Reaktion, die man in diesem Moment für normal gehalten hätte, nein, ist halt auf einmal alles ganz anders und gut so. Als Detektiv hätte ich ihn mir einfach anders vorgestellt, kritischer – und vor allem neugieriger …

Auch der Schluss konnte mich nicht so ganz begeistern. Es ist zwar sehr spannend umgesetzt, weil man nicht weiß, wie Christopher sich das “Happy End” vorstellt, trotzdem ist das Ende auf einmal recht abrupt da. Alles löst sich für einige Hauptcharaktere ziemlich schnell in Wohlgefallen auf, während das Schicksal einiger Nebenfiguren im Dunkeln bleibt, von denen ich trotzdem gern gewusst hätte, was mit ihnen passiert …

Mein Fazit:

Der Auftakt des Romans ist unheimlich stark, vieles ist zwar bis zur Mitte des Buches unklar, was aber der Spannung keinen Abbruch tut. Man fragt sich die ganze Zeit, was eigentlich los ist und begleitet Rad Bradbury nur zu gern durch die Geschichte. Allerdings gab es für mich an einigen Stellen auch einige Schwächen und auch der Schluss hätte für mich besser ausgearbeitet sein können. Da “Empire State” allerdings der Debutroman von Adam Christopher ist, bin ich zuversichtlich, dass wir hier noch Verbesserungen erwarten dürfen und vergebe gerne 4 Sterne :).

  • ★★★★
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