Rezension Andreas Suchanek – Das Erbe der Macht “Aurafeuer”

Im Bereich der Phantastik ist Andreas Suchanek mittlerweile ja beileibe kein Unbekannter mehr. Sein Verlag Greenlight Press vertreibt mittlerweile mehrere Serien, die im Bereich SF, Fantasy, Steampunk, NearFuture und Krimi zuhause sind. Seit bald zwei Jahren lese ich die meisten davon, daher war ich natürlich neugierig, was Andreas uns mit “Das Erbe der Macht” bringen wird.

Zum Inhalt:

Alex’ Welt gerät von einem Moment auf den anderen komplett aus den Fugen. Er erfährt, dass er ein sogenannter Lichtkämpfer ist und magische Fähigkeiten verliehen bekommen hat. Zusammen mit anderen Magiern kämpft er gegen die Dunkelheit, die alles daran setzt, die magische Barriere, die die Aktivitäten der Magier vor den Blicken der normalen Menschen verbirgt, zu zerstören …

Meine Meinung:

Andreas versteht es wie immer blendend, den Leser sofort in die Geschichte hineinzuziehen. Man stolpert quasi an der Seite von Alex in eine komplett neue Welt hinein, die erst einmal total fremd ist. Lichtkämpfer, Schattenkämpfer, geheimnisvolle Unsterbliche, ein Wall, der die Magie vor den Blicken der Menschen verbirgt. und eine dritte Partie, wo man im Dunkeln gelassen wird, auf wessen Seite sie eigentlich steht – das alles erwartet einen in der neuen Urban-Fantasy-Serie.

Es ist damit eigentlich auch alles da, um eine tolle, spannende Geschichte mit interessanten Charakteren zu schaffen. Irgendwie hatte ich beim Lesen aber immer wieder das Problem, dass mich das Tempo überforderte. Neue Figuren, neue Geheimnisse, sehr, sehr viel Information – darauf sollte man sich auf jeden Fall einstellen, wenn man diesen Band in die Hand nimmt. Jetzt im Nachhinein habe ich allerdings das Problem, das alles geistig zu “sortieren”. Mehr als einmal dachte ich mir, wow, toll, genial – nur um dann wieder das Gefühl zu haben, das geht mir jetzt zu schnell.

Wäre hier vielleicht doch ein Doppelband besser gewesen, um die neue Welt etwas langsamer vorzustellen? Ich habe jedenfalls im Vorfeld absichtlich vermieden, auf Facebook genauere Details nachzulesen (Ich habe nicht einmal die Leseprobe weit gelesen, weil ich mir die Spannung erhalten wollte), um die Spoiler-Gefahr weitestgehend zu reduzieren. Vielleicht hätte ich es aber doch tun sollen, denn – wie bereits gesagt – ich habe mich an manchen Stellen etwas “überfahren” gefühlt.

Ich weiß, ein Einstiegsband in eine neue Serie ist nie leicht. Einerseits sollen die Figuren vorgestellt, die Welt eingeführt, erste Geheimnisse erwähnt und noch der Leser mit einer spannenden Handlung bei der Stange gehalten werden. Geheimnisse und spannende Handlung bekommt von mir 5 Sterne, die Charaktere kamen mir aber ingesamt etwas zu kurz. Manche werden überhaupt nur kurz erwähnt, tauchen noch gar nicht auf …

Als verkappte Germanistin sind mir hier auch ungewohnt viele Tippfehler und holprige Wendungen aufgefallen, die ich sonst so von Andreas eigentlich gar nicht kenne. Dies hat bei mir den Eindruck verstärkt, dass dieser erste Band ein wenig unter Zeitdruck entstanden ist.

Ich möchte jetzt allerdings nicht nur kritisieren, denn das Setting beispielsweise gefällt mir sehr gut. Da bin ich mir sicher, dass sich da noch einige interessante (Teil)Geschichten ergeben werden, während gleichzeitig das große Ganze Stück für Stück weitererzählt wird. Dies hat Andreas schon eindrucksvoll bei “Heliosphere 2265” und bei “Ein M.O.R.D.s-Team” unter Beweis gestellt, daher bin ich mir sicher, dass wir hier noch eine Steigerung, ach was sage ich, Steigerungen erwarten dürfen :).

Mein Fazit:

“Aurafeuer” ist der Auftaktband zur neuen Urban-Fantasy-Serie von Andreas Suchanek, der in meinen Augen zwar einige Schwächen aufweist, wo ich mir aber sicher bin, dass wir insgesamt eine interessante und spannende Geschichte erwarten dürfen.

  • ★★★★★
  • E-Book
  • 120 Seiten
  • Greenlight Press
  • B01K5J6LEE
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Rezension Amie Kaufman & Meagan Spooner – These broken Stars

Ich weiß gar nicht mehr, wann mir “These broken Stars” das erste Mal in der Bloggerwelt begegnet ist … Das blaugrüne Originalcover mit den beiden schwebenden Helden ist mir jedenfalls im Gedächtnis geblieben, weil es definitiv herausragt. Als ich daher entdeckt habe, dass es das Buch bei Netgalley als E-Book gibt, musste ich sofort anfragen – die Neugier war einfach zu groß :). Vielen Dank daher sowohl an das Portal als auch an Carlsen, dass ich das Buch auf meinem Reader bzw. Tablet lesen durfte!

Zum Inhalt:

Major Tarver Merendsen und Lilac LaRoux verbindet eigentlich nicht viel. Sie ist das einzige Kind eines mächtigen und einflussreichen Mannes, während er sich im Krieg ausgezeichnet hat. Was sie allerdings zusammenschweißt, ist der Flug bzw. der Absturz des Raumschiffs Icarus. Auf einem unbekannten Planeten sind sie auf einmal aufeinander angewiesen und müssen sich helfen, um zu überleben …

Meine Meinung:

Ich gebe zu, dass ich mir anfangs nicht sicher war, ob ich das Buch wirklich lesen wollte. Es klang mir ein wenig zu vorhersehbar – Junge und Mädchen müssen wie Robinson Crusoe sich zusammentun und was passiert bei so einem Szenario in einem Jugendbuch? Na klar, sie verlieben sich :). Warum ich das Buch jetzt doch gelesen habe, ist allerdings leicht erklärt: Ich habe mich (wieder einmal) vom Hype anstecken lassen :D. Und da ich SciFi ja nicht ablehnend gegenüberstehe, ganz im Gegenteil, war es an der Zeit, dem Buch eine Chance zu geben :).

Die Geschichte wird immer abwechselnd aus der Sicht von Lilac und Tarver erzählt, angefangen bei ihrem ersten Treffen auf der Icarus. Dazwischen gestreut sind kurze Dialoge, wo man schon recht bald erkennt, dass Tarver zu den Ereignissen auf dem Planeten befragt wird. Mit wem er spricht, wurde er mir allerdings erst im Lauf der Handlung wirklich klar, daher sage ich jetzt einmal dazu auch nichts weiter 😉 …

Dass zwei Autorinnen an dem Buch geschrieben haben, merkt man als Leser eigentlich nicht wirklich. Zumindest mir ist es nicht aufgefallen, der Schreibstil ist einfach und klar und das Buch lässt sich sehr rasch und flüssig lesen – ich hatte es mehr oder weniger innerhalb von zwei Tagen durch :).

Was mir auch sehr gut gefallen hat, sind die Bilder, die die beiden in meinem Kopf entstehen haben lassen: Die Beschreibungen der Landschaft, der Stimmungen und der Gefühle waren für mich zum Teil sogar fast ein bisschen poetisch, ich hatte mehrmals beim Lesen das Gefühl, mich in einem Gedicht zu bewegen. Action und Dramatik gibt es in diesem Buch zwar schon auch, aber eigentlich nur am Anfang und ein wenig am Ende, das Buch lebt viel mehr von dem, was zwischen den Zeilen zwischen den beiden Figuren passiert.

Wobei es mir vor allem Lilac am Anfang nicht leicht gemacht hat: Reich, verwöhnt und zickig ist noch harmlos … Gott sei Dank bleibt das allerdings nicht so – und man bekommt relativ bald einen Blick auf ihr wahres Wesen, das deutlich freundlicher ist. An manchen Stellen tat sie mir dann sogar fast ein bisschen leid, es muss schon schwer sein, wenn man immer im Hinterkopf überlegen muss, ob es das Gegenüber nur auf dein Geld abgesehen hat oder nicht.

Tarver war von Anfang an der freundliche Junge von nebenan, das kann man nicht anders sagen. Geduldig, hilfsbereit und liebenswert – so könnte man ihn mit ein paar Worten beschreiben. Ob er im echten Leben das Mädel bekommen würde? 😀

Kritisieren muss ich allerdings ein wenig den Schluss: Der kam mir nämlich fast ein bisschen zu schnell und auch dies SF-Komponente schob sich wieder in den Vordergrund. Hier habe ich – muss ich gestehen – einiges nicht verstanden und habe daher auch nicht nachvollziehen können, warum schlussendlich die Ereignisse so passieren. Da dieser Teil aber nur der Auftakt zu einer Trilogie ist und ich gesehen habe, dass im dritten Teil die beiden Helden wieder vorkommen, gehe ich davon aus, dass wir in den beiden anderen Teilen weitere Details und Erklärungen bekommen :).

Mein Fazit:

“These broken Stars” ist ein wunderschöne, zum Teil fast poetisch erzählte Geschichte, die man auch als Nicht-Science Fiction-Fan lesen kann, weil das Setting im All keine große Rolle spielt. Das Ende lässt einige Fragen offen, aber das ist nachvollziehbar, da dies nur der Auftakt zu einer Trilogie ist …

  • ★★★★
  • Gebunden
  • 496 Seiten
  • Carlsen
  • 978-3551583574
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Rezension Nadine Erdmann – CyberWorld 1.0: Mind Ripper

Andreas Suchanek hat es mit seinem Verlag Greenlight Press wieder einmal geschafft: Kaum hatte er die neue Jugend-SF-Serie “CyberWorld” vorgestellt, war ich auch schon angefixt :D. Umso mehr habe ich mich dann gefreut, als ich erfahren habe, dass es bei LB eine Leserunde geben würde UND dass ich dabei sein durfte :).

Zum Inhalt:

Wir schreiben das Jahr 2038: Jemma, Jamie und Zach leben in London, sind Fans von CyberGames und spielen regelmäßig. Eines Tages kommt ihnen zu Ohren, dass drei Jungen nach dem Besuch der CyberWorld ins Koma gefallen sind und nicht mehr ansprechbar sind. Man munkelt, dass ein neues unbekanntes Game dafür verantwortlich sein könnte, in dem der sogenannte Mind Ripper sein Unwesen treibt. Die Parallelen sind auffällig und so beginnen die drei zusammen mit zwei anderen Jungen – Will und Ned – nach ersten Hinweisen zu suchen …

Meine Meinung:

Das Cover ist der Hammer! Schon als ich es das erste Mal auf Facebook gesehen hatte, musste ich es mir genauer ansehen. Der düstere Himmel, die Skyline von London und die Nullen und Einsen, die im Matrix-Stil über die Mitte laufen – nicht zu vergessen der Untertitel “Mind Ripper”. Daher startete ich mit dem Buch auch relativ rasch und las wirklich in fast jeder freien Minute (sogar am Handy bzw. am Tablet, obwohl ich das eigentlich nicht so leiden kann :D).

Der Einstieg erfolgt sehr direkt in das Leben in der Zukunft und in die CyberWorld, wo Jemma, Jamie und Zach zusammen ein Online-Fantasy-Rollenspiel “erleben”. Ich bin zwar selbst kein Gamer, aber dass so ein Setting für eine spannende Geschichte gut sein kann, wissen wir spätestens seit “Erebos” von Ursula Poznanski.

Was gibt es zu den Charakteren zu sagen? Jemma und Jamie sind Zwillinge, Zach gleichzeitig der feste Freund und beste Freund seit Kindergartentagen von Jamie. Jamie selbst ist seit einem Autounfall, bei dem seine Mutter gestorben ist, körperlich eingeschränkt und braucht im echten Leben entweder einen Rollstuhl oder Krücken, um sich zu bewegen. Diese Einschränkung sorgt dafür, dass er sich besonders gern in der CyberWorld – kurz C-World genannt – aufhält, weil er dort das Gefühl hat, ein normaler Mensch zu sein.

Im Lauf der Geschichte erleben alle drei erste Höhen und Tiefen, die zum Teil sehr eindringlich geschrieben sind. Diese Szenen (Liebe, Streit, Diskussionen, Versöhnung etc.) sind meiner Meinung nach die ganz große Stärke der Autorin, da fiel es nicht schwer, alle drei Charaktere rasch ins Herz zu schließen.

Für die Spannung sorgten vor allem die Szenen, die in der C-World spielten, die Monster, die unsere Helden bekämpfen müssen und die Hinweise, die sie sammeln. Und verständlicherweise sorgen Will und Ned, mit denen sie zusammen arbeiten, für Fragen. Ob man ihnen trauen kann oder nicht, tja, das müsst ihr beim Lesen dann selbst herausfinden :).

Kommen wir zu meinen Kritikpunkten: Eine Schwäche sehe ich im Aufbau des Romans bzw. im Wechsel der Handlung zwischen realer und virtueller Welt. Während die virtuelle Welt die Spannung aufbaute, nahm die reale sie aufgrund der eher langen, “ruhigen” Szenen wieder heraus. Daher fehlte mir an manchen Stellen dieses gewisse Erschauern, das mich durchgehend 100%ig gefesselt hätte … Das düstere Cover weckte offensichtlich bei mir in dieser Hinsicht gewisse Erwartungen, die das Buch dann für mich nicht so ganz erfüllen konnte.

Auch das Ende entsprach nicht unbedingt dem, was ich mir erwartet hatte. So viel kann ich aber auf jeden Fall sagen, ohne zu spoilern: Ich weiß nicht, ob ich so gehandelt hätte, wie die drei Protagonisten es schlussendlich getan haben …

Eines noch ganz zum Schluss für diejenigen, die das Gefühl haben, den Roman zu kennen: “Mind Ripper” erschien ursprünglich als Teil der Reihe “Fateful Future”, da Nadine Erdmann ihre ersten literarischen Schritte als Selfpublisherin gemacht hat.

Mein Fazit:

“CyberWorld 1.0: Mind Ripper” ist der Auftaktband einer neuen SF-Reihe bei Greenlight Press. Obwohl der Roman meiner Meinung nach noch beim Spannungsaufbau einige Schwächen aufweist, hat es mir viel Freude gemacht, die ersten Abenteuer von Jemma, Jamie und Zach im Jahr 2038 zu verfolgen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht und was sich Autorin Nadine Erdmann noch alles für ihre Protagonisten ausgedacht hat.

  • ★★★★
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Rezension Allan J. Stark – Asgaroon “Die Abenteuer des Dominic Porter”

Dank des Papierverzierer Verlags habe ich wieder einmal die Gelegenheit erhalten, in eine neue SF-Serie hineinzuschnuppern. Ich bin zwar nach wie vor bekennende “Heliosphere 2265”-Leserin, aber neugierig bin ich immer :). Daher auch ein besonderes Dankeschön an den Verlag!

Zum Inhalt:

Asgaroon spielt etwa 3000 Jahre in der Zukunft. Die Menschen sind in einen Konflikt zwischen zwei Alienrassen hineingezogen worden, die ihren Krieg gegeneinander schon eine gefühlte Ewigkeit führen. Sowohl Akkato als auch Keymon sehen die menschliche Rasse anfangs als Ameisen, die zertreten werden, wenn sie im Weg sind … Mit der Zeit ändern die Akkato jedoch ihre Meinung und so gelingt es dem jungen Soldaten Dominic Porter, auf eines der Schiffe der Akkato versetzt zu werden …

Meine Meinung:

“Die Eroberer” ist der erste Band aus der Serie “Asgaroon – Die Abenteuer des Dominic Porter”. Es gibt allerdings noch weitere Romane von demselben Autor, die unter dem Namen “Asgaroon” vertrieben werden. Diese spielen im selben Universum, haben allerdings mit Nea eine andere Heldin als Dominic. Dominics Erlebnisse sind also eine Art Spin-Off, die man unabhängig von den anderen Asgaroon-Abenteuern lesen kann – deswegen auch der Untertitel “Die Abenteuer des Dominic Porter” :).

Wer die normale Serie nicht kennt, braucht sich allerdings keine Sorgen machen, der Einstieg in den Heftroman gestaltet sich einfach und man erfährt auch als Neuleser alles, was es zum Verständnis der Geschichte braucht. Der Roman beginnt in der Gegenwart, wo Dominic auf ein neues Raumschiff unter dem Kommando der Akkato versetzt wird, um dann nach ca. einem Drittel in die Vergangenheit zu schwenken und die Erzählung zu beginnen, wie es dazu kommt, dass Dominic sich von den Akkato anheuern lässt.

Vorab eines: Ich weiß, dass es nicht leicht, einen Auftakt zu einer Serie zu schreiben. Schon gar nicht unter den gegebenen Umständen, dass hier – weil Spin-Off – gleichermaßen bereits Asgaroon-Kenner als auch Neuleser angesprochen werden sollen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass hier einiges hätte besser gelöst werden können …

Kommen wir einmal zu den Dingen, die mir sehr gut gefallen haben: Das Setting beispielsweise. Aliens, die die Menschen nicht einmal zur Kenntnis nehmen, weil so unbedeutend – das hat einfach was, da konnte ich einfach nur grinsen :D. Hier nicht an Douglas Adams und die aufgrund einer geplanten Umfahrungsstraße zerstörten Erde zu denken, fällt schwer! Der Konflikt der beiden Alienrassen sorgt außerdem dafür, dass die Menschen gezwungen sind, neue Wege zu gehen, um zu überleben … Parallelen zur aktuellen Flüchtlingskrise sind unübersehbar – und hier spielt SF immer wieder seine Stärken aus, finde ich, uns einen Spiegel vorzuhalten :).

Auch Dominic als Charakter hat Potenzial. Der Schwenk in die Vergangenheit zeigt ihn, wie er als junger Mensch einmal war, als jugendlicher Soldat, der kurz vor dem Abschluss der Akademie steht. Was wohl alles passiert ist, dass es ihn so verändert hat? Die weiteren Bände werden es wohl zeigen, schätze ich.

Allerdings muss ich auch etwas Kritik anbringen, da mir beim Lesen einige Fehler aufgefallen sind.  Natürlich tut dies dem Lesefluss nicht unbedingt Abbruch, aber ich empfand es an einigen Stellen etwas störend … Da waren beispielsweise Dinge wie das wechselnde Alter des Helden (Anfangs ist er 23, dann heißt es, er ist schon 10 Jahre dabei, nachdem er mit 18 die Akademie verlassen hat) oder die teilweise sehr großzügige Beistrichsetzung.

Was ich ebenfalls nicht besonders gut fand, ist das Ende. Mir ist klar, dass es gerade bei einer fortlaufenden Serie nicht so leicht ist, aber ich bin kein Fan davon, wenn mitten in einer Szene die Handlung abbricht. Jedes Mal habe ich das Gefühl, dass hier ein paar Zeilen Text fehlen, die das Ende etwas “runder” hätten gestalten können. Ich habe das zwar mittlerweile schon öfter gesehen, auch bei Roman-Mehrteilern, aber es gefällt mir trotzdem nicht.

Mein Fazit:

“Die Eroberer” ist der Auftakt zu einer neuen, interessanten SF-Serie, die definitiv Potenzial nach oben hat. Vom Aufbau her zeigt dieser erste Roman in meinen Augen allerdings einige Schwächen, die es noch auszumerzen gilt.

  • ★★★★★
  • Taschenbuch
  • 114 Seiten
  • Papierverzierer Verlag
  • 978-3959627016
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Rezension Adam Christopher – Empire State

Wie ihr wisst, habe ich eine Kooperation mit dem Papierverzierer Verlag und habe daher auch den Newsletter des Verlags abonniert. Vor nicht allzu langer Zeit trudelte dabei eine Werbung für “Empire State” von Adam Christopher herein und ich war nach dem Lesen des Inhalts sofort neugierig auf das Buch :).

Zum Inhalt:

New York in den 30er Jahren. Gewaltverbrechen, Schmuggel und Flüsterkneipen blühen dank der Prohibition auf. Die Superhelden der Stadt, Skyguard und Sciencepirate, bekämpfen sich lieber gegenseitig, als gegen die Kriminalität vorzugehen. Als Rex, ein kleiner Gauner, dahinterkommt, wer Sciencepirate in Wirklichkeit ist und sie tötet, ahnt er noch nicht, welche Folgen das für ihn und viele andere New Yorker haben wird …

Meine Meinung:

Ich gebe zu, ich habe mich dieses Mal wirklich anstrengen müssen, eine Inhaltsangabe zu schreiben, die nicht so viel vom Inhalt verrät wie der eigentliche Klappentext. Aber ich rate hier dringend davon ab, den vorab zu lesen! Er erleichtert zwar das Verständis für einige, etwas verwirrende Ereignisse am Anfang des Buchs, jedoch nimmt er in Summe fast die Hälfte der gesamten Geschichte vorweg – und das sollte dann ja doch nicht sein … Nehmt es also ruhig hin, dass ihr euch am Anfang erst eimmal nicht auskennt, die Auflösung ist dann nur umso genialer :).

Neben Rex, den wir gleich am Anfang kennenlernen, taucht übrigens noch ein zweiter Charakter auf, der den Leser die längste Zeit im Buch begleitet: der Privatdetektiv Rad Bradbury. Wie in einem ganz klassischen Krimi neigt er dazu, zu viel zu trinken und zu wenig Geld zu haben. Bis eine Unbekannte auftaucht, die ihm einen Aufrtag gibt, eine verschwundene Frau zu suchen. Pech für Brad, dass er diese zusammen mit einem Freund schon recht bald als Leiche findet …

“Empire State” ist damit also nicht nur ein Mix aus Science Fiction und Steampunk (Einige technische Dinge tauchen auf, die es so in dieser Zeit eigentlich gar nicht geben dürfte), sondern mischt auch Elemente aus dem guten alten Schwarzweiß-Krimi hinein, wo es so richtig zur Sache geht :).

Schon diese Mischung alleine macht es schwer, “Empire State” wirklich einzuordnen, im Gegenteil, eigentlich stellt der Roman einen wilden Genre-Mix dar, den man wohl am ehesten noch lose in den Bereich der Phantastik einsortieren sollte. Der Autor Adam Christopher war mir bisher zwar nicht bekannt, jedoch werde ich ihn ganz bestimmt, im Auge behalten, da ich diese Mischung in einem Roman wirklich sehr, sehr genial fand!

So ganz nebenbei lernt man auch einiges über die Stadt New York, wo der Roman spielt. Der Titel des Romans – “Empire State” – ist so etwas wie der Spitzname der Stadt (falls ihr euch schon mal gefragt haben solltet, warum das Empire State Building eigentlich so heißt, wie es heißt). Die Szenerie ist meiner Meinung auch einer der Pluspunkte des Romans. Mehr als einmal hatte ich beim Lesen nämlich das Gefühl, an der Seite des Detektivs durch das dunkle und finstere New York zu spazieren und damit ein Stück Geschichte der Stadt kennenzulernen!

Ein wenig Kritik muss ich allerdings auch anbringen. Brads Charakter war für mich auch nicht immer stimmig, das fiel mir besonders an einer ganz bestimmten Stelle auf, wo er eine Information bekommt, die mehr oder weniger alles über den Haufen wirft, woran er bisher geglaubt hat, bleibt er erstaunlich cool. Kein ungläubiges Abstreiten oder sonst irgendwie eine emotionale Reaktion, die man in diesem Moment für normal gehalten hätte, nein, ist halt auf einmal alles ganz anders und gut so. Als Detektiv hätte ich ihn mir einfach anders vorgestellt, kritischer – und vor allem neugieriger …

Auch der Schluss konnte mich nicht so ganz begeistern. Es ist zwar sehr spannend umgesetzt, weil man nicht weiß, wie Christopher sich das “Happy End” vorstellt, trotzdem ist das Ende auf einmal recht abrupt da. Alles löst sich für einige Hauptcharaktere ziemlich schnell in Wohlgefallen auf, während das Schicksal einiger Nebenfiguren im Dunkeln bleibt, von denen ich trotzdem gern gewusst hätte, was mit ihnen passiert …

Mein Fazit:

Der Auftakt des Romans ist unheimlich stark, vieles ist zwar bis zur Mitte des Buches unklar, was aber der Spannung keinen Abbruch tut. Man fragt sich die ganze Zeit, was eigentlich los ist und begleitet Rad Bradbury nur zu gern durch die Geschichte. Allerdings gab es für mich an einigen Stellen auch einige Schwächen und auch der Schluss hätte für mich besser ausgearbeitet sein können. Da “Empire State” allerdings der Debutroman von Adam Christopher ist, bin ich zuversichtlich, dass wir hier noch Verbesserungen erwarten dürfen und vergebe gerne 4 Sterne :).

  • ★★★★
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Rezension Kevin J. Anderson – Resurrection Inc.

Ich hatte Anfang dieses Jahres angekündigt, dass ich eine Kooperation mit dem Papierverzierer Verlag eingegangen bin. Vielleicht erinnert ihr euch? Mittlerweile habe ich das erste Buch gelesen, das mir der Verlag zur Verfügung gestellt hat: “Resurrection Inc.” von Kevin J. Anderson.

Der Autor selbst ist im Phantastik- bzw. SF-Bereich schon lange kein Unbekannter mehr. Wenn ihr die “Dune”-Reihe kennt, werdet ihr auch schon von ihm gehört bzw. gelesen haben. Der Autor hat aber auch diverse Star Wars- und Akte X-Romane veröffentlicht (und ich vermute, durch letztere wurde ich wohl auf den Autor aufmerksam).

“Resurrection Inc.” ist sein erstes Werk, das im Original 1988 erschien, aber nie auf Deutsch übersetzt wurde – bis der Papierverzierer Verlag sich des Buches annahm :).

Zum Inhalt:

In naher Zukunft leben die Menschen in großen Metroplex-Gemeinschaften, wo die Kluft zwischen Arm und Reich sehr, sehr deutlich aufklafft. Die beliebteste Religion stellt nicht mehr das Christentum, sondern der Neo-Satanismus. In dieser Umgebung hat das Unternehmen Resurrection Inc. einen Prozess entwickelt, mit dem es gelingt, verstorbene Menschen mittels Mikrochip und Prozessor in eine Art lebende Tote zu verwandeln.

Eine entsprechende Programmierung sorgt dafür, dass sie gehorsam die Befehle ihrer neuen Besitzer ausführen – sie werden zu perfekten Dienern. Danal ist einer von ihnen, aber mit ihm stimmt etwas nicht, denn er hat auf einmal Erinnerungen an früher und an seinen gewaltsamen Tod. Nun stellt sich die Frage, wer ihn tot sehen wollte und warum …

Meine Meinung:

Zu Beginn erzählt Anderson die Geschichte aus der Perspektive von drei Personen, dem Techniker Rodney Quick, dem Soldaten Jones und dem Diener Danal. Jones ist derjenige, der Danals toten Körper findet und zu Resurrection Inc. bringt, während Rodney dafür verantwortlich ist, dass Danal mit einem neuen synthetischen Herz als Diener wiederauferstehen kann.

Die Geschichte wird also anfänglich aus der Perspektive dieser drei Personen erzählt, erst später kommen noch andere Figuren hinzu, während andere sterben (Dies hatte für mich ein wenig Ähnlichkeit mit den verschiedenen Blickwinkeln, mit denen “Das Lied von Eis und Feuer” erzählt wird).

Nach und nach wird der Leser in diese dystopische Welt hineingezogen, in der einzelne Menschen extrem reich und mächtig sind und dadurch die Gesellschaft manipulieren können, wie sie wollen. Mit den zunehmenden Erinnerungen von Danal erfährt der Leser immer mehr, wie Religion und Kapitalismus miteinander verwoben sind, um die Menschen von ihren wirklichen Problemen abzulenken und unter Kontrolle zu halten.

Was ich wirklich großartig fand, war, dass Anderson mit diesem Roman seiner Zeit eigentlich weit voraus war. Auch wenn das Internet in dem Roman nicht mit Tablets und anderen mobilen Geräten genutzt wird, sondern nur mit Terminals, darf man nicht außer Acht lassen, wann der Roman entstanden ist. 1988 war das Internet gerade mal auf wenige Menschen beschränkt, die dazu überhaupt Zugang hatten …

Weniger gut gefallen hat mir jedoch, dass ich das Gefühl hatte, dass der Autor die Spannung nicht durchgehend halten konnte. Einzelne Szenen fand ich sehr, sehr interessant und fesselnd, andere habe ich eher überflogen, da ich das Gefühl hatte, dass sich Anderson immer wieder in Details verloren hat. Ein klein wenig Straffung und Konzentration auf den Hauptstrang der Handlung um Danal (Warum kann er sich erinnern? Wer war er früher?) hätte dem Roman gut getan, auch hätte die Auflösung um Danals Identität für meinen Geschmack durchaus erst etwas später kommen dürfen.

Eine Sache muss ich leider auch noch bemängeln – und zwar ist das das zum Teil wirklich befremdlich klingende Deutsch. Manche Sätze waren für meinen Geschmack sehr verworren und umständlich, ich kann aber nicht beurteilen, ob dies durch die Übersetzung kam oder ob diese Ausdrucksweise schon im Original auftauchte.

Auch den Schluss fand ich nicht so extrem gelungen, muss ich gestehen. Zwar wurden für mich alle offenen Fragen beantwortet, doch kam er für meinen Geschmack fast ein bisschen abrupt. Ein, zwei Sätze zum Abrunden haben mir hier einfach gefehlt.

Mein Fazit:

Anderson erzählt eine wirklich faszinierende, zum Teil sogar visionäre Geschichte, die es durchaus Wert ist, gelesen zu werden. Allerdings gibt es sowohl beim Handlungsaufbau als auch in der deutschen Übersetzung einige Mängel, die für mich den Lesespaß an einigen Stellen getrübt haben.

  • ★★★★★
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Rezension James Frey – Endgame “Die Auserwählten”

Bei diesem Buch handelt es sich um den ersten Teil einer Trilogie, der letztes Jahr im Herbst erschienen ist. Seither ist es ungelesen auf meinem SuB gelegen, bis ich es jetzt für den Juli bei der “Ich entscheide, was du liest”-Challenge ausgesucht bekommen habe.

Zum Inhalt:

Die Welt steht am Abgrund, denn 12 Meteoriten rasen auf die Erde zu und schlagen an verschiedenen Stellen auf unserem Planeten ein. Mit ihnen kommt die Erkenntnis, dass Endgame begonnen hat – das ultimativ letzte Spiel, das bestimmt, wer lebt und wer stirbt. Warum? Weil 12 Spieler nun gegeneinander antreten müssen, die jeweils eines der ältesten Menschheitsgeschlechter repräsentieren. Am Ende gibt es nur einen Sieger, der damit bestimmt, welches Geschlecht überleben wird …

Meine Meinung:

Zugegeben, der Inhalt klingt so kurz beschrieben schon ein wenig abgefahren, aber es hörte sich für mich trotzdem spannend an, da ich wusste, dass die Spieler in dem Roman auch verschiedene kryptographische Rätsel lösen und eine Aufgabe erfüllen müssen, um zu gewinnen. Diese Aufgabe besteht darin, als erster drei verschiedene Schlüssel zu finden … Erwartet habe ich mir daher ein interessantes, intelligentes und abwechslungsreiches Jugendbuch, in dem die Jugendlichen gegeneinander antreten müssen, um zu gewinnen.

Bekommen habe ich eine Geschichte, die mich aus verschiedenen Gründen sehr enttäuscht hat – ich war zwischendurch sogar fast so weit, das Buch (bzw. den E-Book Reader) in die Ecke zu pfeffern und stattdessen um ein neues Buch für die Challenge zu bitten. Das nur vorab zur Info, wie sehr ich mich geärgert habe!

Der Schreibstil war das erste, der mich abstieß. Ich meine, ich erwarte hier keine hochkünstlerische Literatur, aber die Art und Weise, wie Frey den Roman angelegt hat, erinnert mehr an den Stil eines Grundschülers als an einen Autor, der sein Handwerk versteht. Zitat gefällig? Dies ist der Anfang eines der Kapitel:

“Marcus Loxias Megalos langweilt sich. Er kann sich nicht erinnern, dass er sich mal nicht gelangweilt hat. Die Schule ist langweilig. Die Mädchen sind langweilig. Fußball ist langweilig.” (ca. Seite 9)

Kurze, einfache Sätze, soweit das Auge reicht. Verständlicherweise leicht zu lesen, aber ich hatte mir doch ein bisschen mehr erwartet, muss ich gestehen.

Als nächstes fiel mir der Zahlentick auf – auch hier ein kleines Zitat, um zu verdeutlichen, worauf man sich einstellen muss:

“Sarah und Jago finden sich in demselben Raum wie Kala wieder. Es ist 3:29:54 Uhr morgens. Kala ist vor genau 10 Minuten und 14 Sekunden gesprungen.” (ca. Seite 117)

Anfänglich noch schräg, nervt das zusehends – denn es taucht immer wieder auf. Ich erinnere mich auch an eine Beschreibung, wo das Alter der Erde erwähnt wird. Die Zahl 4,5 Milliarden wird hier ausgeschrieben – und das ist eine Zahl mit einigen Nullen hinten dran …

Aber jetzt zur Handlung. Der Autor wechselt relativ rasch die Blickwinkel, da jedes Kapitel aus dem Blickwinkel eines anderen Spielers erzählt wird. Da bald die ersten Bündnisse gebildet werden, muss man sich nach einer bestimmten Zeit eigentlich nur fünf der insgesamt 12 Namen merken – das geht dann Gott sei Dank etwas besser. Anfänglich hatte ich aber Probleme, mir die einzelnen Charaktere vorzustellen, da sie alle bis auf einen relativ eindimensional blieben.

Obwohl jeder Spieler am Anfang einen Hinweis bekommen hat, wie der erste Schlüssel zu finden ist, konzentrieren sich einige der Spieler relativ rasch darauf, die anderen Kontrahenten auszuschalten – das bedeutet, es wird gekämpft, geschossen und gerungen, was das Zeug hält.

Zeitweise hatte ich das Gefühl, mitten in den Kampfszenen eines Actionfilms gelandet zu sein. Einige Male musste ich dabei auch an das Schlachten beim Beginn der Spiele in “Die Tribute von Panem” denken … Ich traue mich sogar zu sagen, dass diese Gewaltszenen vor allem ab der Hälfte den Roman komplett dominieren. Dies sorgt zwar für sehr viel Dramatik, war mir irgendwann aber einfach zu anstrengend. Einige Szenen, wo man auch als Leser dazwischen einfach ein bisschen Luft holen konnte, fehlten komplett, so wirkte die Geschichte von Kapitel zu Kapitel immer hektischer.

Die bereits erwähnten Rätsel kommen zwar vor (für den Leser in Form von Koordinaten, Links und Rätselbildern), werden aber wenig in den Roman integriert. Der Leser erfährt beispielsweise nicht, warum einzelne Spieler eine Lösung und damit eine weitere Station auf ihrer Reise finden. Mitraten gibt es nur in Form der bereits angesprochenen Text- und Bilderrätsel, die aber – wenn man nun mitraten will – den Lesefluss unterbrechen. Entweder lesen oder rätseln – beides geht (eigentlich) nicht.

Selbst mit dem Schluss konnte ich mich nicht wirklich anfreunden. Er wirkte wie aus einem schlecht gemachten Science-Fiction-Film, da der Autor einen der bekanntesten mystischen Orte der Welt als Showdown für seinen Roman gewählt hat. Was genau passiert, verrate ich natürlich nicht – aber dieses Ende passte zum restlichen Buch, setzte dem Ganzen für mich einfach nur noch die Krone auf …

Mein Fazit:

Wer bei diesem Buch eine Schnitzeljagd rund um den Erdball im Stil von Dan Brown (oder in dem Fall wohl eher Indiana Jones) erwartet, liegt völlig daneben. Stattdessen bekommt man ein Buch gewordenes Gemetzel, kaum Tiefgang und lieblos beschriebene Charaktere.

Ich habe lange überlegt, für wen dieses Buch wirklich interessant sein könnte – vielleicht fühlen sich hier männliche Leser eher angesprochen? Für mich war das jedenfalls ein ganz gewaltiger Griff ins Klo, wie er mieser gar nicht sein konnte …

Den einen Stern bekommt das Buch von mir, weil zumindest die Print-Ausgabe wirklich wunderschön gestaltet ist. Ich hatte sie mittlerweile zweimal in der Hand, der goldene Umschlag und die Prägung mit dem Logo und den kleinen antik aussehenden Buchstaben ist wirklich sehr edel! Daher finde ich es umso trauriger, dass der Inhalt meiner Meinung nach so wenig dem Äußeren entsprechen kann.

  • ★★★★
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