Rezension David Mitchell – Der Wolkenatlas

David Mitchells “Wolkenatlas” lag eigentlich schon auf meinem SuB, seit ich zum ersten Mal die Verfilmung im Kino gesehen hatte … Seither war ich wieder einmal neugierig, wie unterschiedlich Verfilmung und Original sein würden :).

Zum Inhalt:

Es ist hier wirklich schwer, etwas zum Inhalt zu sagen, wenn ich nicht gleich einen ganzen Roman schreiben möchte. Der Roman enthält insgesamt sechs Geschichten, die vom 19. Jahrhundert bis in eine unbekannte Zukunft reichen und die alle miteinander durch bestimmte Dinge verflochten sind …

Ein Anwalt, ein Komponist, eine Journalistin, ein Verleger, ein Klon und ein Ziegenhirte erzählen auf unterschiedliche Art und Weise ihre Geschichte, am Anfang in Form eines Tagebuchs, dann mit Briefen, durch einen Thriller, mit einer Erzählung in Ich-Form, mit einem Interview und letztendlich wieder durch eine Erzählung einen Teil ihres Lebens.

Meine Meinung:

“Der Wolkenatlas” ist ein Roman, wo es mir nicht leicht fällt, eine Bewertung abzugeben. Ich teile auf der einen Seite die Begeisterung derjenigen, die das Buch für genial halten – der unterschiedliche Schreibstil und der Aufbau des Buchs sprechen für sich. Jede Geschichte wird nämlich bis zur Mitte erst einmal zur Hälfte erzählt, beginnend im 19. Jahrhundert reist der Leser bis in die ferne Zukunft, dann folgen die zweiten Hälften, bis man wieder im 19. Jahrhundert am Ende angelangt ist (Man könnte also fast sagen, das Buch ist “symmetrisch” aufgebaut :D).

Auf der anderen Seite kann ich auch die Kritik vieler Leute nachvollziehen. Da Mitchell jede Geschichte authentisch schreibst, ist vor allem der Stil aus dem 19. Jahrhundert (inklusive der Rechtschreibung!) und die Erzählung aus der fernen Zukunft (ein sehr verstümmeltes Deutsch) gewöhnungsbedürftig und durchaus anstrengend zu lesen.

Sieht man aber einmal darüber hinweg und nimmt sich die Zeit, die Zusammenhänge zu erfassen, merkt man erst, wie ungewöhnlich dieses Buch ist. Mitchell hat jede Menge Details in jede Geschichte eingearbeitet, die mir erst jetzt beim Lesen aufgefallen sind. Dadurch dass der Film mit der “Symmetrie” des Romans bricht und alle sechs Geschichten parallel erzählt, geht einiges von diesen Details im Film verloren (beispielsweise das halbierte Tagebuch des Anwalts) …

Warum ich keine fünf Sterne vergebe, hängt damit zusammen, dass ich einige Male das Gefühl hatte, dass sich Mitchell bei manchen Dingen zu sehr ins Detail verloren hat. Hie und da ein wenig kürzen hätte manchen Passagen sicher nicht geschadet, da ich relativ lange für dieses Buch brauchte, wusste ich beispielsweise am Ende nicht mehr genau, wer die Nebencharaktere in den einzelnen Geschichten waren und welche Rolle sie für den Fortgang der Geschichte darstellten.

Mein Fazit:

“Der Wolkenatlas” ist meiner Meinung nach kein Roman, den man mal eben nebenher lesen kann. Im Gegenteil, hier muss man sich wirklich Zeit nehmen und sich auf die Geschichte(n) einlassen, um die Genialität hinter dem Buch zu verstehen. Den einen Stern Abzug gibt es eigentlich nur dafür, dass ich zwischendurch einige Male die Übersicht verloren habe, wer wo wann wie etwas zu den Geschichten beizutragen hat.

Meine Bewertung:

  • ★★★★
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Rezension Cassandra Clare & Holly Black – Magisterium: Der Weg ins Labyrinth

“Magisterium” ist mir schon vor einer ganzen Weile ins Auge gestochen. Kunststück, bei dem Cover :). In der Zwischenzeit habe ich es als Hörbuch geschenkt bekommen und jetzt endlich zu Ende gehört.

Zum Inhalt:

Callum Hunt ist zwölf, hat ein lahmes Bein und auch sonst nicht viel Abwechslung in seinem Leben. Eines Tages jedoch ändert sich das, als er ins Magisterium gerufen wird, einer Schule für angehende Magier, die unter der Erde liegt. Sein Vater hat Magier zeit seines Lebens schlecht gemacht und ermahnt Cal eindringlich, die Prüfung für die Aufnahme in die Schule zu vermasseln. Trotz seiner schlechten Ergebnisse wird Cal aufgenommen und muss sich in einer für ihn komplett neuen Welt zurecht finden.

Meine Meinung:

Ich habe viele Rezensionen gelesen, die in dem Buch Ähnlichkeiten zu Harry Potter gesehen haben. In meinen Augen stimmt dies zumindest teilweise. Manche Dinge, die in dem Roman vorkommen, haben eine Entsprechung bei Harry Potter, manche nicht. Man sollte sich aber beim Lesen nicht zu sehr darauf versteifen, danach Ausschau zu halten, denn das trübt den Lesespaß (oder in meinem Fall den Hörspaß).

“Magisterium” startet mit einem Prolog, dessen Botschaft eigentlich erst gegen Ende des Romans klar wird. Bis dahin dürfen wir miterleben, wie Cal ins Magisterium kommt, neue Freunde gewinnt, einige Details über den magischen Krieg lernt, der trotz Waffenstillstands im Geheimen weitertobt, und sich nicht immer so ganz an die Regeln der Schule hält. Die Magie basiert hier auf fünf Elementen, Erde, Wasser, Feuer, Luft und Chaos.
Der Spruch “Feuer will brennen, Wasser will fließen, Luft will schweben, Erde will verbinden, Chaos will verschlingen” wird für Cal bald schon allgegenwärtig.

Man sieht, die Geschichte lässt sich viel Zeit, um in Fahrt zu kommen, für meinen Geschmack fast schon ein bisschen zu lange. Die ersten Hintergrundinfos erfährt der Leser bzw. der Hörer eigentlich erst nach der Mitte des Buches, bis dahin halten sich die Autorinnen sehr ausführlich damit auf, die ersten Tage von Cal, Tamara und Aron (seinen Freunden) in der Schule zu beschreiben. Natürlich wichtig, keine Frage, aber so richtig spannend wird es erst eigentlich gegen Ende des Romans. Erst hier werden erste Antworten auf die Fragen geliefert, die Cal und den Leser beschäftigen.

Das Hörbuch existiert derzeit in zwei verschiedenen Fassungen: Eine mit einer Dauer von 7 Stunden und eine mit einer Dauer von 9 Stunden. Die längere Fassung ist exklusiv bei Audible erhältlich. Gesprochen werden beide Fassungen von Oliver Rohrbeck. Hörspielfans kennen ihn wohl noch in seiner Rolle des Justus Jonas in “Die 3 ???”, er ist aber auch als Synchronsprecher von Ben Stiller bekannt und beliebt. Da verwundert es jetzt sicher auch nicht, wenn ich sage, dass er seine Arbeit großartig macht :). Für mich auch ein Grund, auf die Hörfassung zu warten, denn ich höre ihm wirklich sehr gerne zu.

Mein Fazit:

“Magisterium: Der Weg ins Labyrinth” ist ein schöner Einstieg in eine neue Welt von Magie und Geheimnissen, der man aber anmerkt, dass es der Auftakt zu einer neuen Reihe ist. Ein wenig mehr Spannung und etwas weniger Erklärung hätten der Geschichte durchaus gut getan. Einen zusätzlichen Stern bekommt die Hörfassung wegen Oliver Rohrbeck.

  • ★★★★★
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Rezension George R. R. Martin – Wild Cards: Das Spiel der Spiele

Dieses Buch hatte ich eigentlich auch schon seit Herbst auf meinen SuB liegen, habe es jetzt aber bei einer Lesechallenge auf Lovelybooks zum Lesen ausgesucht bekommen :).

Zum Inhalt:

Durch das Wild Card-Virus sind kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs 90 Prozent der Bevölkerung von New York getötet worden, der Rest ist mutiert und einige wenige haben spezielle Fähigkeiten erhalten. Diese neuen Helden werden Asse genannt. Bei “American Hero”, einer Castingshow im amerikanischen Fernsehen, werden einige dieser Asse in Teams aufgeteilt, die gegeneinander antreten müssen, um einen Gewinner zu ermitteln und herauszufinden, wer der nächste “American Hero” ist …

Meine Meinung:

Normalerweise lese ich schon Lesermeinungen und Rezensionen, ehe ich mich dafür entscheide, ein neues Buch zu kaufen oder nicht. Bei diesem Buch habe ich es allerdings nicht getan, was im Nachhinein gesehen für mich ein Fehler war. Denn wenn ich es getan hätte, hätte ich schon früher gewusst, was es mit “Wild Cards” wirklich auf sich hat. Der Ausdruck “Mogelpackung” hat sich mir nämlich schon recht bald aufgedrängt.

“Wild Cards: Das Spiel der Spiele” besteht aus einzelnen Kurzgeschichten von verschiedenen Autoren, George R.R. Martin steuert allerdings nur eine einzige bei. Der Ausdruck “Herausgegeben von” steht über dem Namen von Martin auf dem Cover so unauffällig, dass man ihn ziemlich gut übersehen kann, wenn man nicht genau schaut. Hier möchte der Verlag wohl ganz offensichtlich mit Martins Namen noch ein paar Leser an Land ziehen …

Ich möchte auch jedem raten, der dieses Buch lesen will, sich ein wenig mit dem Hintergrund des “Wild Cards”-Universums zu beschäftigen. In der Wikipedia steht nämlich, dass Martin diese Anthologie schon seit 1987 herausbringt und dass es mittlerweile 21 Bände davon gibt. “Das Spiel der Spiele” ist Band 18 aus dieser Reihe und erschien unter dem Namen “Straight ahead” bereits 2008. Der Roman steigt also mittendrin ein und geht relativ wenig auf den Hintergrund der Entstehung des “Wild Cards”-Universums ein (bis auf das etwas magere Vorwort gleich zu Beginn).

Die Geschichte geht anfänglich auf die unterschiedlichen Teilnehmer der Castingshow ein, jeder Autor steuert mit seiner Kurzgeschichte einen Teil zum großen Ganzen bei und stellt “seinen” Charakter vor. Damit erfahren wir zumindest von einigen der insgesamt 28 Asse ein wenig mehr über ihren Hintergrund und warum sie an der Show teilnehmen. Gegen Mitte des Buchs wechselt dann die Handlung nach Ägypten, wo einige der bereits aus der Show ausgeschiedenen Asse versuchen, auf Seiten der Einwohner gegen einen arabischen Kalif vorzugehen, der das Land besetzen will (wenn ich es richtig verstanden habe). Ab hier werden dann aus den in der Show vorgetäuschten Kämpfe auf einmal echte Kriegshandlungen …

Ich muss ganz offen zugeben, dass ich die Begeisterung vieler Leser nicht nachvollziehen kann. Ich finde zwar die Idee des “Wild Cards”-Universums super (sie erinnerte mich sehr an die X-Men und ihre unterschiedlichen Fähigkeiten), aber die Art der Umsetzung ist so gar nicht meins. Die Kurzgeschichten führen zwangsläufig dazu, dass es keinen einheitlichen Stil im Roman gibt. Zwei Geschichten sind beispielsweise im Präsens verfasst, während die restlichen im Imperfekt geschrieben wurden. Der rote Faden ist zwar vorhanden, jedoch hängen die einzelnen Kapitel (Geschichten) nur lose zusammen und auch die plötzliche Richtungsänderung bei der Handlung nach Ägpypten war für mich sehr verwirrend. Man hat auch nicht die Gelegenheit, sich auf einzelne Figuren zu konzentrieren, da die Handlung aus der Sicht verschiedener Helden und Kämpfer beschrieben wird und daher permanent wechselt.

Mein Fazit:

Ich glaube, wenn ich dieses Buch jetzt nicht im Rahmen einer Challenge ausgesucht bekommen hätte, hätte ich es möglicherweise nicht zu Ende gelesen. So habe ich vor allem die zweite Hälfte jetzt mehr überflogen als richtig gelesen, weil ich elendslange Beschreibungen von Kampfhandlungen einfach nicht mag … Ich vergebe zwei Sterne, weil ich die Idee von “Wild Cards” eigentlich gut finde, nur hat mir die Umsetzung nicht gefallen.

  • ★★★★★
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Rezension Bea Rauenthal – Dreikönigsmord

“Dreikönigsmord” von Bea Rauenthal wird vom Verlag als sogenannter Zeitreisekrimi beworben – und da ich das Thema Zeitreisen schon immer faszinierend fand, konnte ich jetzt einfach nicht anders, als meiner Neugier nachzugeben :). Das Hörbuch gibt es leider nur als gekürzte Fassung, da ich das Original aber nicht kenne, kann ich nicht beurteilen, was für die Hörfassung alles entfernt wurde.

Zum Inhalt:

Josepha “Jo” Weber und Lutz Jäger, zwei Kommissare aus Ebersheim, werden zu einer Leiche in ein Kloster gerufen. Vor Ort stellt sich heraus, dass der Tote bereits mehrere Jahrhunderte begraben war, also kein Fall für die zwei. Ein wenig später haben beide zusammen einen Autounfall und als sie wieder zu sich kommen, befinden sie sich im Jahr 1380 und der Tote entpuppt sich als junger Mann, der mit einem Messer erstochen wurde. Jo und Lutz sind nun gezwungen, ohne moderne technische Hilfsmittel herauszufinden, wer den Jungen umgebracht hat, ansonsten kommen sie nicht in ihre eigene Zeit zurück.

Meine Meinung:

Ich bin mir nicht so sicher, ob der Begriff “Zeitreisekrimi” hier wirklich gerechtfertigt ist. Die Zeitreise nimmt in dem Roman eigentlich nur einen kleinen Anteil ein und ist nur Mittel zum Zweck, einen Krimi im Mittelalter mit zwei Personen zu erzählen, die mit den Ansichten und Vorstellungen des 21. Jahrhunderts aufgewachsen sind.

Anfangs brauchte ich etwas Zeit, mich an die Stimme Dana Geisslers zu gewöhnen. Sehr oft klingt sie relativ streng, fast schon unfreundlich, obwohl sie es perfekt versteht, den unterschiedlichen Charakteren eine bestimmte Stimmlage zu verleihen. Nach der ersten Stunde hatte ich mich an ihre Sprechweise gewöhnt, aber zu meinen Lieblingssprechern wird sie wohl nicht werden.

Der Krimi startet eher bedächtig und ruhig, wie man es auch von vielen anderen Mittelalterkrimis kennt, allerdings sind mir hier ein paar Dinge aufgefallen, die ich merkwürdig fand. Jo und Lutz erwachen nämlich in den Körpern von anderen Personen, die aber zufälligerweise denselben Namen wie sie selbst tragen? Und sie haben auch keinerlei Probleme, die Leute jener Zeit zu verstehen und sich mit ihnen zu unterhalten? Wenn mich mein Geschichtsunterricht nicht ganz im Stich lässt, hat es doch um diese Zeit in Deutschland noch gar keine einheitliche deutsche Sprache gegeben …

Befremdlich fand ich auch, dass Jo in der Rolle einer Tuchhändlerswitwe bei den Ermittlungen am Anfang gleich zweimal betont, dass sie auf ihren Ruf achten soll – einige Zeit später geht sie ungeniert in ein Männerbordell und unterhält sich dort mit einem “Lustknaben”? Ruiniert so etwas nicht den Ruf einer angesehenen Dame?

Und eine dritte Sache hat mir auch nicht so gut gefallen: An mehr als einer Stelle geben beide zu, dass sie aus einer Zeit, aus einer fernen Zukunft stammen – und die Leute reagieren entweder ungläubig oder lassen sich nach einem “Beweis” (Jo entwaffnet jemanden mit Aikido) recht leicht überzeugen? Der Vorwurf der Hexerei taucht schlussendlich schon auf, aber eigentlich erst sehr spät – und nicht wegen der Magie, die Zeit zu überwinden …

Die Geschichte fesselte mich aber immerhin genug, dass ich am Ende wissen wollte, wer derjenige ist, der für die Morde (Ja, im Lauf der Geschichte geschehen noch weitere Morde) verantwortlich ist. Die Auflösung kommt dann relativ rasch, selbst das Motiv des Mörders wird ohne große Ankündigung präsentiert – irgendwie schade, denn Hinweise darauf gab es eigentlich nicht und so konnte man eigentlich nur raten, ob genau diese Person etwas mit den Morden zu tun haben würde oder nicht.

Mein Fazit:

Den Roman als Zeitreisekrimi zu bezeichnen, ist meiner Meinung nach zu hoch gegriffen. Als Mittelalterkrimi ist das Hörbuch unterhaltsam, wenn die Geschichte auch einige Ungereimtheiten aufweist, mit denen ich mich nicht so richtig anfreunden konnte.

An dieder Stelle möchte ich ausnahmsweise ein Buch empfehlen, das meiner Meinung nach den Titel “Zeitreisekrimi” deutlich mehr verdient hat: “Der Funke des Chronos” von Thomas Finn.

  • ★★★★★
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Rezension Felicity Green – Das Geheimnis von Connemara “Eichenweisen”

Ich hatte das Glück, bei der Leserunde auf Lovelybooks noch nachträglich einsteigen zu dürfen, da eine der Gewinnerinnen ihr E-Book anscheinend nicht wollte. Ja, ja, Glück muss man halt haben, wenn man schon im Newsstream auf dem Portal immer irgendetwas Interessantes verpasst :).

Zum Inhalt:

Alice ist gerade mit der Schule fertig geworden und schmiedet mit ihren Freundinnen fleißig Pläne, was und wo sie studieren wollen. Ein Unfall bringt allerdings alles durcheinander: Als Alice aus dem Koma erwacht, spricht sie in einer unverständlichen Sprache und versteht auf einmal auch ihre Umgebung nicht mehr. In ihren Träumen taucht ein ihr unbekannter Junge namens Dylan auf, der sie darin Ciara nennt. Nach einiger Zeit erfährt sie, dass diese Sprache Irisch ist. Um mehr darüber herauszufinden, beschließt sie kurzentschlossen, ihre Pläne über den Haufen zu werfen, um vor Ort in Irland zu studieren und mehr über Ciara und Dylan zu erfahren.

Meine Meinung:

In diesem Fall machte mich der Titel neugierig, das kann ich ganz klar sagen, da mich der Name ja immer wieder in der Leserunde “anlachte”. Das Cover fand ich schön und geheimnisvoll, aber erst die Leseprobe fesselte mich schlussendlich so sehr, dass ich bei der schon laufenden Leserunde auf Lovelybooks mitmachen wollte.

Felicity Green hat einen schönen Schreibstil, der der Zielgruppe (Jugendroman) sehr gut angepasst ist. Ich bin zwar schon ein wenig aus dem Alter draußen, habe mich aber trotzdem davon begeistern lassen. Als Erwachsene würde ich zwar einen anspruchsvolleren Stil vorziehen, das hat aber die Freude beim Lesen nicht getrübt. Man kommt sehr rasch in die Geschichte hinein und beginnt mit Alice mitzufiebern, als sie sich auf die Suche nach Antworten auf ihre Fragen macht.

Einige Formulierungen fand ich ein wenig befremdlich, denn Schlussfolgerungen kann man nur ziehen, nicht machen (Seite 79). Genauso fand ich auch “wegschmeißen” und “flutschen” an dieser Stelle fast ein bisschen zu viel Umgangssprache (Seite 82). Mir ist aber durchaus bewusst, dass solche Dinge nur mich stören und vielen anderen wahrscheinlich nicht einmal auffallen :D.

Ach ja, noch eine Sache fällt mir gerade wieder beim Schreiben ein: Warum ist da eigentlich die Rede von der “Fresher’s Woche”? Sollte das nicht eher heißen “Fresher’s Week”? Eine Erklärung, was es damit auf sich hat, folgt nämlich eh sofort. Da finde ich es in Ordnung, wenn man den Ausdruck vollständig auf Englisch verwendet.

Wer Irland kennt, wird zusätzlich seine Freude haben, denn Felicity lässt einige Szenen in Dublin bzw. in Connemara in Roundstone spielen. Das Trinity College bzw. die Ha’Penny Bridge spielen in Dublin eine größere Rolle, während Felicity in Roundstone vor allem den Strand und die Umgebung des Dorfes beschreibt. Für mich ein zusätzlicher Pluspunkt, da ich die Gegend durch einen Urlaub dort ein wenig kenne – ich konnte mir die beschriebenen Szenen dann noch bildlicher vorstellen :).

Das Buch endet übrigens mit einem recht fiesen Cliffhanger. Wer so etwas nicht mag und das Warten nicht ertragen möchte, sollte eher warten, bis zumindest der zweite Band “Efeuranken” im März erschienen ist.

Mein Fazit:

Ein guter (Jugend)Roman, der zu fesseln versteht und neugierig auf die Fortsetzung macht, die Gott sei Dank nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.

  • ★★★★
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Rezension Andreas Suchanek – Heliosphere 2265 “Das dunkle Fragment”

Ich gebe zu, vor einigen Jahren habe ich SF und Phantasy fast ausschließlich in Form von Romanheften gelesen. Perry Rhodan, Maddrax, Sternenfaust, ich habe sie mir alle sehr gerne und regelmäßig zum Lesen geholt :). Nach und nach wurden die Serien dann aber entweder eingestellt oder ich habe das Interesse an ihnen verloren (so wie bei Sternenfaust beispielsweise).

Heliosphere 2265 erinnert mich an einigen Stellen an genau diese Serie – Sternenfaust. Das ist aber nicht im negativen Sinn gemeint, denn mir hat die Serie am Anfang wirklich Spaß gemacht. Ich mag meine SF halt “übersichtlich” – Raumschlachten, Aliens, interessante Charaktere, gemischt mit ein paar Rätseln (Als Leser will man ja überlegen, was da auf einen noch alles zukommt), aber zu verworren soll es für mich auch nicht sein :D.

Zum Inhalt:

Worum geht es bei Heliosphere 2265? Eine neue Mannschaft aus Personen mit sehr unterschiedlichem Hintergrund wird auf einem Schiff mit einem neuen Antrieb – Interlink genannt – auf ihre erste Mission geschickt. Sie entdecken ein havariertes Schiff in einem unbewohnten System, deren Mannschaft offensichtlich geistig verwirrt Selbstmord begangen hat. Und auf einem der Planeten existiert ein unbekanntes Artefakt, das mit dieser Entwicklung zu tun haben könnte …

Meine Meinung:

Andreas Suchanek versteht es ausgezeichnet, uns sowohl einige der  Besatzungsmitglieder und ihre inneren Konflikte als auch eine interessante Story zu präsentieren, die neugierig auf den zweiten Teil macht. Ich für meinen Teil halte den ersten Band einer neuen Serie sogar für den schwersten überhaupt, denn einerseits muss man ja einmal in die neue Serie einführen – erklären, worum es geht – und andererseits genügend Dinge im Dunkeln lassen, dass man als Leser dabei bleiben und weiterlesen möchte.

Schwächen habe ich für mich persönlich eigentlich nur bei den Handlungen des Captains entdeckt, weil ich nicht nachvollziehen konnte, wie jemand relativ kaltblütig Crewmitglieder in den Tod schicken kann, wo er gerade einige Szenen zuvor darunter leidet, dass er in der Vergangenheit für den Tod von so vielen Kameraden verantwortlich ist … Das erscheint mir auch jetzt beim Schreiben der Rezension noch immer wie ein Widerspruch.

Mein Fazit:

Andreas Suchanek liefert einen gelungenen Auftakt zu seiner SF-Serie “Heliosphere 2265” ab. Die handelnden Charaktere werden vorgestellt, von einigen erfährt man auch schon einige Details. Die Geschichte startet spannend und nimmt uns mit in ein fremdes System, wo wir zusammen mit der Crew das Rätsel um ein fremdes Artefakt lösen müssen. Wer SF in der Tradition von Perry Rhodan, Maddrax oder Sternenfaust mag, ist hier genau richtig!

  • ★★★★
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