Rezension Nadine Erdmann – CyberWorld 5.0: Burning London

Mittlerweile hat die Reihe um die CyberWorld von Nadine Erdmann auch schon Band 5 erreicht. Die Autorin hat sich ja von Band zu Band kontinuierlich gesteigert, deswegen war ich schon sehr neugierig, was sie uns mit “Burning London” nun Neues serviert.

Der Klappentext:

Nach den dramatischen Ereignissen in Yonderwood hoffen Jemma, Jamie, Zack und ihre Freunde eigentlich bloß auf Ruhe, die Rückkehr in den Alltag und einen coolen Ausflug nach CyberLondon, der neuen Simulationswelt in der CyberWorld.

Doch was als netter Abend in der CyberCity geplant war, wird schon bald zu einem tödlichen Wettlauf gegen die Zeit, denn Terroristen kapern die Stadt – und sie kennen kein Erbarmen …

Meine Meinung:

Es gibt Bücher, wo ich mittlerweile den Klappentext nicht mehr lese. Absichtlich nicht, um wirklich absolut jeden Spoiler zu vermeiden. Die “CyberWorld”-Reihe gehört da mittlerweile dazu. Jetzt im Nachhinein denke ich mir, dass ich es vielleicht doch hätte tun sollen, denn so wäre der Schock vielleicht nicht ganz so groß gewesen …

Zwar erinnert uns die Autorin mehr als einmal daran, dass hier nur das virtuelle London von Terroranschlägen betroffen ist, aber ihre plastischen Beschreibungen der Zerstörung, des Leids und des Schreckens werden wohl auch nach dem Lesen nach lange Zeit in mir nachhallen.

Trotzdem finde ich es gut, dass uns Nadine Erdmann uns dieses Mal wirklich nichts schenkt. Bereits nach den ersten Kapiteln ist man als Leser voll im neuen Abenteuer drin, ist gleichzeitig fasziniert, begeistert und abgestoßen in einem.

Zusammen mit unseren vier Helden Jemma, Jamie, Ned und Zack begibt man sich auf das Abenteuer quer durch das virtuelle London und kann gar nicht anders, als mitzufiebern und zu lesen und zu lesen und zu lesen … Ganz ehrlich: Pausen sind mir dieses Mal wirklich schwer gefallen!

Obwohl “Burning London” uns von Anfang an auf eine sehr action-reiche Achterbahnfahrt schickt, nimmt sich die Autorin auch hier wieder Zeit, gefühlvolle Szenen einzubauen. Ich will hier nicht näher darauf eingehen, welche ich meine (Spoiler-Alarm, ihr wisst schon). Aber da war einige dabei, die mich wirklich sehr gerührt haben, eine hat mir sogar kurz einige Tränchen in die Augen gedrückt.

Besonders gut hat mir dabei gefallen, dass damit dieses Mal auch einige der Nebenfiguren etwas mehr Tiefe bekommen haben. Das macht jetzt schon neugierig, wie es mit ihnen in den zwei noch kommenden Bänden weitergehen wird.

Das Ende kam für meinen Geschmack zwar ein wenig abrupt, ich sehe das jetzt aber nicht als großen Schönheitsfehler an. Das lässt sich leicht verschmerzen und ich vergebe tatsächlich ein weiteres Mal mit gutem Gewissen fünf Sterne :).

Mein Fazit:

Mit “CyberWorld 5.0: Burning London” legt uns Nadine Erdmann jetzt schon den fünften Band ihrer Reihe vor. Auch wenn ich mir hier mehr als einmal dachte, recht starken Tobak für ein Jugendbuch serviert zu bekommen, spreche ich gern eine Empfehlung aus – auch für erwachsene Leser.

  • ★★★★★
  • E-Book
  • 284 Seiten
  • Greenlight Press
  • 978-3958342835
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Rezension Marc-Uwe Kling – QualityLand

Wieder einmal hat mich die Buchblogger-Community neugierig auf ein Buch gemacht, ich gebe es zu. Daher entschied ich mich, ebenfalls ins QualityLand von Marc-Uwe Kling zu reisen, um zu sehen, was an dem Buch dran ist :).

Das Spannende dabei: Das Buch gibt es in zwei verschiedenen Ausgaben, man kann also quasi auf der hellen oder der dunklen Seite der Macht unterwegs sein, um der Geschichte zu folgen. Nachdem ich das Buch als E-Book gelesen habe, machte es nicht so viel Unterschied.

Auch im E-Book befindet sich übrigens am Ende ein Link, mit dem man sich die kleinen Änderungen zur jeweils anderen Version ansehen kann, diese sind aber in meinen Augen nicht so groß, als dass man wirklich beide Fassungen gelesen haben muss.

Zum Inhalt:

In der Welt von Peter Arbeitsloser haben die Konzerne und die Maschinen die Weltregentschaft übernommen. Algorithmen bestimmen, was die Menschen wollen und brauchen – sogar bei der Partnersuche. Fake News, personalisierte Werbung und zielgesteuerte Meinungsmache sind an der Tagesordnung. Inmitten dieses vermeintlich perfekten Systems passiert etwas, dass es daher gar nicht geben dürfte: Peter erhält ein Produkt, dass er nicht haben möchte …

Meine Meinung:

Ich lese immer wieder gerne Dystopien – warum nicht einmal in Verbindung mit einer Satire? Daher fand dieses Buch recht schnell seinen Weg zu mir. Die ersten Seiten ließen sich auch recht schnell lesen … Wobei mir beim Lesen schon immer wieder mal das Lachen im Hals steckenblieb, denn ich finde diese Zukunftsvision in einigen Bereichen erstaunlich realistisch. Das QualityLand, in dem Online Shops schon wissen, was man möchte, ehe man es selbst weiß? Ganz bestimmt der feuchte Traum eines jeden Shopbetreibers 🙂 …

Die Idee, mit Algorithmen vorherzusagen, was uns interessiert, begegnet uns schon heute tagtäglich bei den Vorschlägen in Shops. Kunde, du hast X in deinen Warenkorb gelegt, vielleicht interessiert dich auch Y? Genau diese Dinge treibt Kling in seinem Roman in meinen Augen sehr gekonnt auf die Spitze. Der Satire ist es natürlich auch geschuldet, dass die meisten Menschen im Roman diese Dinge nicht mehr hinterfragen, sondern einfach hinnehmen.

Was mich leider an dem Buch weniger begeistern konnte, war die Geschichte selbst. Bis zur Mitte kam ich eigentlich recht schnell und dann fing es an, sich für mich zu ziehen. Dies hing wohl auch damit zusammen, dass ich zu keiner der Figuren eine Beziehung aufbauen konnte, sie wirkten auf mich mehr wie ein Mittel zum Zweck, um bestimmte Situationen zu beschreiben. Die Androiden, die Peter in seinem Keller versteckt, weil sie eigentlich vom System ausgemustert wurden, waren für meinen Geschmack einfach zu überzogen, um mich bis zum Ende des Buches durchgehend begeistern zu können.

Auch den Fortgang der Geschichte in der zweiten Hälfte des Buches fand ich nicht unbedingt gelungen. Ich will hier nicht unbedingt spoilern, deswegen sage ich nicht so viel dazu, aber wenn man schon so wie ich einige Dystopien gelesen hat, überrascht einen das Ende nicht so wirklich.

Was mir aber gefallen hat, waren die Zwischenkapitel mit den Forenbeiträgen oder der Werbung. Marc-Uwe Kling hat sich hier wirklich viel Mühe gegeben, ein stimmiges System zu schaffen. Die Erzählweise ist dabei sehr unterschiedlich, von Erzählung über (Foren)Kommentare bis Sachbericht ist alles dabei. Der Schreibstil ist dabei großteils sehr einfach, wobei ich aber vermute, dass das durchaus gewollt ist.

“Keep it simple and stupid” – das sogenannte KISS-Prinzip ist in der Wirtschaft gang und gäbe, wenn es darum geht, zu einem Problem eine möglichst einfache Lösung anzustreben. Und genau darum geht es ja auch in diesem vermeintlich perfekten QualityLand …

Mein Fazit:

Marc-Uwe Kling entwirft in seinem Buch “QualityLand” ein durchaus interessantes Bild, wie in naher Zukunft unsere Welt aussehen könnte. Leider kann die Handlung diser Satire nicht ganz mithalten, vor allem in der zweiten Hälfte des Buchs verschenkt der Autor leider in meinen Augen Potenzial.

  • ★★★★★
  • E-Book
  • 384 Seiten
  • Ullstein
  • 978-3843715973
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Rezension Caroline Brinkmann – Die Perfekten

Dank diverser Vorschauen wurde ich schon recht früh auf “Die Perfekten” von Caroline Brinkmann aufmerksam. Umso mehr überraschte mich, dass Bastei sich dieses Mal entschieden hat, einer deutschen Autorin in diesem Umfang in ihr Programm aufzunehmen. Aber zurecht :). Ich lese sehr gerne immer wieder Dystopien, aber diese hier hat es geschafft, mich an einigen Stellen immer wieder zu überraschen.

Zum Inhalt:

Rain wächst in einer Gesellschaft auf, die von ihrer Einteilung in Gen-Klassen dominiert wird. Je nachdem ob Menschen über gute oder schlechte Gene verfügen, können sie aufsteigen und Erfolg haben oder nicht. Auf der untersten Stufe stehen die Unsichtbaren, die sogenannten “Ghosts”, Menschen, die nicht registriert sind und nicht gefunden werden wollen. Rain ist so ein Ghost. Aber dann unterläuft ihr eines Tages ein Fehler: Sie vertraut jemandem, den sie gern hat …

Meine Meinung:

Ich muss gestehen, Caroline Brinkmann war mir als Autorin bisher gänzlich unbekannt. Und das, obwohl “Die Perfekten” nicht ihr erstes Buch ist. Aber immerhin ihre erste Dystopie. Die Idee, Menschen in eine Art Kastensystem anhand ihrer Gene einzuteilen, sprach mich jedoch an und deswegen wollte ich das Buch unbedingt lesen.

Das Bedürfnis, sich genetisch zu verbessern, ist in der Evolution schon jahrtausendelang verankert, die Vorstellung, genetische vererbbare Krankheiten auszumerzen, bestimmt ein Wunsch vieler werdender Eltern. Daher fand ich die Idee zu dieser Geschichte auch nicht so weit hergeholt wie die anderer Dystopien.

Die Autorin hat sich in diesem Zusammenhang einiges Interessantes einfallen lassen und geht sehr gekonnt auf das Leben der Menschen ein, die in dieser zukünftigen Welt als “minderwertig” angesehen werden: Menschen mit Gen-Klasse 2 und 3 werden benachteiligt, müssen in Zirkeln leben, die Smog, schmutziges Wasser und eine schlechte ärztliche Versorgung haben. Nur Menschen der Klasse 1 haben es gut und Luxus um sich, wohin man schaut. Ganz an der Spitze stehen die sogenannten “Gesegneten”, die von der übrigen Bevölkerung fast wie Götter verehrt werden.

In diesem spannungsgeladenen Umfeld siedelt Caroline Brinkmann ihre Protagonistin Rain an, ein Mädchen, das es von Anfang an in ihrem Leben nicht leicht hat. Als Ghost ist sie nicht registriert, muss permanent aufpassen, nicht von umherfliegenden Drohnen erfasst und entlarvt zu werden. Trotzdem ist sie mit ihrem Leben zufrieden, hat neben ihrer Mutter Storm eine kleine Fuchsmanguste namens Cassiopaio zum Freund.

Die Ereignisse geraten in Bewegung, als Rain den Fehler macht, sich mit Lark anzufreunden, einem Jungen, der wie sie im Zirkel Grey lebt. Da seine kleine Schwester Rose als 3 eingestuft wurde, setzt er alles daran, die Situation für sich und seine Familie zu verbessern. Trotz ihres unterschiedlichen Hintergrunds freunden sich die beiden an. Dies geht solange gut, bis Lark gezwungen wird, eine schwerwiegende Entscheidung zu treffen.

Als ich angefangen habe, das Buch zu lesen, hatte ich anfangs nur durchschnittliche Erwartungen, zu viele Dystopien arbeiten mit denselben Eckdaten wie “Die Tribute von Panem”. Die ersten Beschreibungen, die Zirkel, das ungerechte System, die Armut und Benachteiligung auf der einen Seite, der Luxus und Reichtum auf der anderen Seite, das erinnerte sehr an diese Trilogie.

Trotzdem ertappte ich mich irgendwann auf einmal, dass ich mich schwertat dabei, das Buch für eine Weile wegzulegen. Dies ist in meinen Augen vor allem den Charakteren geschuldet. Sehr bald entwickelt man Sympathien für alle Beteiligten, auch die Nebenfiguren sind liebevoll gezeichnet.

Hier ist meiner Meinung auch die ganz große Stärke dieser Dystopie zu sehen: Niemand ist nur böse, niemand nur gut. Jeder hat mit seinen ganz eigenen Dämonen zu kämpfen, während er verzweifelt versucht, das Richtige zu tun, und sich dabei weiter entwickelt. Selbst Rain ist im Verlauf der Handlung nicht frei von dunklen Gedanken. Das finde ich realistisch dargestellt, denn so ist nunmal die Wirklichkeit, das Leben geht auf und ab und selbst die Guten sind nicht immer nur gut.

Die Entwicklung der Geschichte selbst entfaltete schon recht bald eine Sogwirkung, der ich mich nur schwer entziehen konnte, obwohl mit bekannten (und vielleicht ein wenig klischeehaften) Elementen gearbeitet wird. Welche das sind, verrate ich jetzt bewusst nicht, da das für meinen Geschmack etwas zu viel spoilert. Dass ich eine Zeit lang bei etwa zwei Dritteln des Buches feststeckte, hatte nicht mit der Geschichte zu tun, eher dass ich eine gewisse Leseauszeit gebraucht habe.

Das Ende, ja, das kann man wohl als Cliffhanger bezeichnen, als offenes Ende. Trotzdem wäre ich nicht traurig gewesen, wenn es dabei geblieben wäre. In meinen Augen muss eine Geschichte nicht immer bis zum Ende auserzählt werden. Aber gut, in der Zwischenzeit wurde bekannt, dass es 2018 mit Rain und Lark weitergehen wird. Wir dürfen also gespannt sein, was sich die Autorin für uns Leser ausdenkt.

Mein Fazit:

Caroline Brinkmann hat mit “Die Perfekten” eine spannende und interessante Geschichte geschaffen, die mich als Leserin sehr schnell in ihren Bann ziehen konnte. Punktabzug gibt es eigentlich nur wegen der Details, die mich an einigen Stellen zu sehr an “Die Tribute von Panem” erinnert haben.

  • ★★★★
  • E-Book
  • 605 Seiten
  • One by Bastei Entertainment
  • 978-3732548316
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Rezension Kerry Drewery – Marthas Widerstand

“Marthas Widerstand” entdeckte ich irgendwann dieses Jahr bei einer der Vorschauen, die ein anderer Buchblogger gepostet hatte. Und das Thema des Buchs sprang mich sofort an, da ich solche Geschichten einfach nur liebe.

Zum Inhalt:

Die 16jährige Martha wird mit der Waffe in der Hand vor der Leiche von Jackson Paige verhaftet. Sie legt ein umfassendes Geständis ab und wird – dem Rechtssystem entsprechend – eine Woche lang in eine Zelle gesteckt. Jeden Tag kommt sie in eine andere kleinere Zelle, bis sie am Ende in der letzten, der Zelle 7, hingerichtet werden soll.

Über ihren Tod entscheidet allerdings kein Richter und auch kein Geschworener, sondern ein Televoting! Wer es sich leisten kann, darf darüber abstimmen, ob Martha leben oder sterben soll. Doch Martha hat ein Geheimnis – und sind die Dinge tatsächlich immer so, wie sie zu sein scheinen?

Meine Meinung:

Grundsätzlich mag ich Dystopien sehr. Aus dem einfachen Grund, weil es mich immer wieder fasziniert, was ein Autor sich ausdenkt, wie sich eine Welt entwickeln könnte. Seit “Die Tribute von Panem” ist das Genre aber so klischeebeladen, dass man langsam, aber sicher das Gefühl bekommt, dass hier nichts mehr Neues drinsteckt. Dass es aber auch anders geht, beweist Kerry Drewery in “Marthas Widerstand” sehr eindrucksvoll.

Denn Martha ist nicht die einzige Heldin dieser Geschichte. Neben ihr werden andere Figuren wie beispielsweise die psychologische Betreuerin Eve Stanton eingeführt, die schon bald Verdacht schöpfen, dass bei diesem Mord nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Auf der anderen Seite steht die Öffentlichkeit, die durch eine show-ähnliche Sendung namens “Death of Justice” gezielt manipuliert wird, das Mädchen zum Tod auf dem elektrischen Stuhl zu verurteilen.

Der Schreibstil der Autorin wechselt immer wieder die Perspektive, denn mal wird aus der ersten, mal aus der dritten Person erzählt. Das führt dazu, dass sich die Blickwinkel immer wieder ändern. Am besten haben wir aber die Szenen bei der TV-Sendung gefallen, denn diese werden ähnlich einem Drehbuch erzählt. Die Dialoge der Moderatoren mit ihren Studiogästen werden nur durch Anweisungen und kurze Beschreibungen unterbrochen, damit bekommen diese Szenen fast den Charakter einer Live-Übertragung.

Gerade die Dialoge sind es auch, die meiner Meinung nach die ganz große Stärke dieses Buchs ausmachen. Denn gerade Martha stellt viele kluge Fragen, die es wert sind, dass man sich aus Leser Gedanken macht. Wie sieht es mit der Macht der Medien aus? Wie werden Menschen manipuliert? Warum hinterfragen so wenige dieses Rechtssystem? Denn dass auch dieses System Fehler hat, erschließt sich dem Leser schon ziemlich bald.

Dies ist meiner Meinung nach auch vielleicht das einzige, was man dieser Geschichte vielleicht negativ ankreiden kann. Denn ich hatte schon recht früh ein Gefühl dafür, was im Hintergrund abgelaufen ist. Da es allerdings ein Jugendbuch ist, denke ich nicht, dass man dies der Autorin wirklich zum Vorwurf machen kann.

Aber kommen wir zu den positiven Dingen zurück: Erfrischend anders ist auch die Liebesgeschichte, denn Martha hat bereits einen Freund zu dem Zeitpunkt, wo die Geschichte beginnt. In Rückblenden erfährt der Leser, wie es zum Kennenlernen kam und wer er ist. Wunderschön, aber auch traurig sind hier vor allem die Szenen im Gefängnis, wo sich Martha darüber Gedanken macht, ob sie ihn noch einmal sehen wird, noch einmal mit ihm reden wird, das trieb mir vor allem am Ende tatsächlich ein klein wenig die Tränen in die Augen …

Der Schluss selbst rief ein paar zwiespältige Gefühle in mir hervor, denn einerseits ist die Geschichte abgeschlossen, andererseits auch wieder nicht. Als Cliffhanger würde ich das Ende nicht sehen, aber es bleiben einige Fragen offen. Ursprünglich war wohl gedacht, das Buch als Einzelroman zu veröffentlichen, in der Zwischenzeit ist aber eine Fortsetzung angekündigt worden.

Mein Fazit:

“Marthas Widerstand” ist für mich eine Dystopie, die sich wohltuend aus der Menge der übrigen Bücher in diesem Genre abhebt. Im Gegensatz zu vielen Autorinnen verlässt die Autorin die gewohnten Bahnen und schafft es gekonnt, eine spannende Geschichte zu erzählen UND viele Fragen zu stellen, die den Leser nachdenklich werden lassen.

  • ★★★★★
  • E-Book
  • 447 Seiten
  • Bastei Entertainment
  • 978-3732540327
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Rezension Amie Kaufman & Meagan Spooner – These broken Stars

Ich weiß gar nicht mehr, wann mir “These broken Stars” das erste Mal in der Bloggerwelt begegnet ist … Das blaugrüne Originalcover mit den beiden schwebenden Helden ist mir jedenfalls im Gedächtnis geblieben, weil es definitiv herausragt. Als ich daher entdeckt habe, dass es das Buch bei Netgalley als E-Book gibt, musste ich sofort anfragen – die Neugier war einfach zu groß :). Vielen Dank daher sowohl an das Portal als auch an Carlsen, dass ich das Buch auf meinem Reader bzw. Tablet lesen durfte!

Zum Inhalt:

Major Tarver Merendsen und Lilac LaRoux verbindet eigentlich nicht viel. Sie ist das einzige Kind eines mächtigen und einflussreichen Mannes, während er sich im Krieg ausgezeichnet hat. Was sie allerdings zusammenschweißt, ist der Flug bzw. der Absturz des Raumschiffs Icarus. Auf einem unbekannten Planeten sind sie auf einmal aufeinander angewiesen und müssen sich helfen, um zu überleben …

Meine Meinung:

Ich gebe zu, dass ich mir anfangs nicht sicher war, ob ich das Buch wirklich lesen wollte. Es klang mir ein wenig zu vorhersehbar – Junge und Mädchen müssen wie Robinson Crusoe sich zusammentun und was passiert bei so einem Szenario in einem Jugendbuch? Na klar, sie verlieben sich :). Warum ich das Buch jetzt doch gelesen habe, ist allerdings leicht erklärt: Ich habe mich (wieder einmal) vom Hype anstecken lassen :D. Und da ich SciFi ja nicht ablehnend gegenüberstehe, ganz im Gegenteil, war es an der Zeit, dem Buch eine Chance zu geben :).

Die Geschichte wird immer abwechselnd aus der Sicht von Lilac und Tarver erzählt, angefangen bei ihrem ersten Treffen auf der Icarus. Dazwischen gestreut sind kurze Dialoge, wo man schon recht bald erkennt, dass Tarver zu den Ereignissen auf dem Planeten befragt wird. Mit wem er spricht, wurde er mir allerdings erst im Lauf der Handlung wirklich klar, daher sage ich jetzt einmal dazu auch nichts weiter 😉 …

Dass zwei Autorinnen an dem Buch geschrieben haben, merkt man als Leser eigentlich nicht wirklich. Zumindest mir ist es nicht aufgefallen, der Schreibstil ist einfach und klar und das Buch lässt sich sehr rasch und flüssig lesen – ich hatte es mehr oder weniger innerhalb von zwei Tagen durch :).

Was mir auch sehr gut gefallen hat, sind die Bilder, die die beiden in meinem Kopf entstehen haben lassen: Die Beschreibungen der Landschaft, der Stimmungen und der Gefühle waren für mich zum Teil sogar fast ein bisschen poetisch, ich hatte mehrmals beim Lesen das Gefühl, mich in einem Gedicht zu bewegen. Action und Dramatik gibt es in diesem Buch zwar schon auch, aber eigentlich nur am Anfang und ein wenig am Ende, das Buch lebt viel mehr von dem, was zwischen den Zeilen zwischen den beiden Figuren passiert.

Wobei es mir vor allem Lilac am Anfang nicht leicht gemacht hat: Reich, verwöhnt und zickig ist noch harmlos … Gott sei Dank bleibt das allerdings nicht so – und man bekommt relativ bald einen Blick auf ihr wahres Wesen, das deutlich freundlicher ist. An manchen Stellen tat sie mir dann sogar fast ein bisschen leid, es muss schon schwer sein, wenn man immer im Hinterkopf überlegen muss, ob es das Gegenüber nur auf dein Geld abgesehen hat oder nicht.

Tarver war von Anfang an der freundliche Junge von nebenan, das kann man nicht anders sagen. Geduldig, hilfsbereit und liebenswert – so könnte man ihn mit ein paar Worten beschreiben. Ob er im echten Leben das Mädel bekommen würde? 😀

Kritisieren muss ich allerdings ein wenig den Schluss: Der kam mir nämlich fast ein bisschen zu schnell und auch dies SF-Komponente schob sich wieder in den Vordergrund. Hier habe ich – muss ich gestehen – einiges nicht verstanden und habe daher auch nicht nachvollziehen können, warum schlussendlich die Ereignisse so passieren. Da dieser Teil aber nur der Auftakt zu einer Trilogie ist und ich gesehen habe, dass im dritten Teil die beiden Helden wieder vorkommen, gehe ich davon aus, dass wir in den beiden anderen Teilen weitere Details und Erklärungen bekommen :).

Mein Fazit:

“These broken Stars” ist ein wunderschöne, zum Teil fast poetisch erzählte Geschichte, die man auch als Nicht-Science Fiction-Fan lesen kann, weil das Setting im All keine große Rolle spielt. Das Ende lässt einige Fragen offen, aber das ist nachvollziehbar, da dies nur der Auftakt zu einer Trilogie ist …

  • ★★★★
  • Gebunden
  • 496 Seiten
  • Carlsen
  • 978-3551583574
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Rezension Nadine Erdmann – CyberWorld 1.0: Mind Ripper

Andreas Suchanek hat es mit seinem Verlag Greenlight Press wieder einmal geschafft: Kaum hatte er die neue Jugend-SF-Serie “CyberWorld” vorgestellt, war ich auch schon angefixt :D. Umso mehr habe ich mich dann gefreut, als ich erfahren habe, dass es bei LB eine Leserunde geben würde UND dass ich dabei sein durfte :).

Zum Inhalt:

Wir schreiben das Jahr 2038: Jemma, Jamie und Zach leben in London, sind Fans von CyberGames und spielen regelmäßig. Eines Tages kommt ihnen zu Ohren, dass drei Jungen nach dem Besuch der CyberWorld ins Koma gefallen sind und nicht mehr ansprechbar sind. Man munkelt, dass ein neues unbekanntes Game dafür verantwortlich sein könnte, in dem der sogenannte Mind Ripper sein Unwesen treibt. Die Parallelen sind auffällig und so beginnen die drei zusammen mit zwei anderen Jungen – Will und Ned – nach ersten Hinweisen zu suchen …

Meine Meinung:

Das Cover ist der Hammer! Schon als ich es das erste Mal auf Facebook gesehen hatte, musste ich es mir genauer ansehen. Der düstere Himmel, die Skyline von London und die Nullen und Einsen, die im Matrix-Stil über die Mitte laufen – nicht zu vergessen der Untertitel “Mind Ripper”. Daher startete ich mit dem Buch auch relativ rasch und las wirklich in fast jeder freien Minute (sogar am Handy bzw. am Tablet, obwohl ich das eigentlich nicht so leiden kann :D).

Der Einstieg erfolgt sehr direkt in das Leben in der Zukunft und in die CyberWorld, wo Jemma, Jamie und Zach zusammen ein Online-Fantasy-Rollenspiel “erleben”. Ich bin zwar selbst kein Gamer, aber dass so ein Setting für eine spannende Geschichte gut sein kann, wissen wir spätestens seit “Erebos” von Ursula Poznanski.

Was gibt es zu den Charakteren zu sagen? Jemma und Jamie sind Zwillinge, Zach gleichzeitig der feste Freund und beste Freund seit Kindergartentagen von Jamie. Jamie selbst ist seit einem Autounfall, bei dem seine Mutter gestorben ist, körperlich eingeschränkt und braucht im echten Leben entweder einen Rollstuhl oder Krücken, um sich zu bewegen. Diese Einschränkung sorgt dafür, dass er sich besonders gern in der CyberWorld – kurz C-World genannt – aufhält, weil er dort das Gefühl hat, ein normaler Mensch zu sein.

Im Lauf der Geschichte erleben alle drei erste Höhen und Tiefen, die zum Teil sehr eindringlich geschrieben sind. Diese Szenen (Liebe, Streit, Diskussionen, Versöhnung etc.) sind meiner Meinung nach die ganz große Stärke der Autorin, da fiel es nicht schwer, alle drei Charaktere rasch ins Herz zu schließen.

Für die Spannung sorgten vor allem die Szenen, die in der C-World spielten, die Monster, die unsere Helden bekämpfen müssen und die Hinweise, die sie sammeln. Und verständlicherweise sorgen Will und Ned, mit denen sie zusammen arbeiten, für Fragen. Ob man ihnen trauen kann oder nicht, tja, das müsst ihr beim Lesen dann selbst herausfinden :).

Kommen wir zu meinen Kritikpunkten: Eine Schwäche sehe ich im Aufbau des Romans bzw. im Wechsel der Handlung zwischen realer und virtueller Welt. Während die virtuelle Welt die Spannung aufbaute, nahm die reale sie aufgrund der eher langen, “ruhigen” Szenen wieder heraus. Daher fehlte mir an manchen Stellen dieses gewisse Erschauern, das mich durchgehend 100%ig gefesselt hätte … Das düstere Cover weckte offensichtlich bei mir in dieser Hinsicht gewisse Erwartungen, die das Buch dann für mich nicht so ganz erfüllen konnte.

Auch das Ende entsprach nicht unbedingt dem, was ich mir erwartet hatte. So viel kann ich aber auf jeden Fall sagen, ohne zu spoilern: Ich weiß nicht, ob ich so gehandelt hätte, wie die drei Protagonisten es schlussendlich getan haben …

Eines noch ganz zum Schluss für diejenigen, die das Gefühl haben, den Roman zu kennen: “Mind Ripper” erschien ursprünglich als Teil der Reihe “Fateful Future”, da Nadine Erdmann ihre ersten literarischen Schritte als Selfpublisherin gemacht hat.

Mein Fazit:

“CyberWorld 1.0: Mind Ripper” ist der Auftaktband einer neuen SF-Reihe bei Greenlight Press. Obwohl der Roman meiner Meinung nach noch beim Spannungsaufbau einige Schwächen aufweist, hat es mir viel Freude gemacht, die ersten Abenteuer von Jemma, Jamie und Zach im Jahr 2038 zu verfolgen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht und was sich Autorin Nadine Erdmann noch alles für ihre Protagonisten ausgedacht hat.

  • ★★★★
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Rezension Amy Ewing – The White Rose

Mit “The White Rose” legt Amy Ewing bereits den zweiten Band ihrer Juwel-Reihe vor (die im Englischen übrigens “The Lone City” heißt). Band 1 habe ich letztes Jahr auf Englisch verschlungen, war damals allerdings nur mäßig begeistert, besonders die Liebesgeschichte konnte mich nicht wirklich begeistern (Ich sage nur: Instalove!).

Trotzdem war ich neugierig genug, dass ich beschloss, Band 2 ebenfalls auf Englisch eine Chance zu geben. Wer sich die Spannung erhalten will, sollte übrigens nicht weiterlesen, da ich doch auf einige Dinge aus dem Buch eingehen werde …

Zum Inhalt:

Violet ist gefangen, Ash im Kerker. Ihr bleibt nur noch die Hoffnung auf Flucht mit der Hilfe von Lucien und Garnet. Violet weigert sich allerdings, ohne Ash und Raven das Juwel zu verlassen. So beginnt eine gefahrenvolle Reise für die drei, um der Willkür und der Tyrannei der Herzogin vom See zu entgehen …

Meine Meinung:

“Die weiße Rose” beginnt genau dort, wo “Das Juwel” geendet hat – bei der Szene, wo Violet mit Garnet mittels des Arkanums spricht (das lustigerweise im Englischen Arkana heißt). Wer also Band 1 noch nicht kennt, hat hier definitiv den Vorteil, direkt anschließen zu können. Trotzdem fiel es mir auch nach einem guten Dreivierteljahr Pause nicht schwer, wieder in die Geschichte hinein zu kommen. Einige Namen und Bezeichnungen waren mir entfallen, aber das war beim Lesen rasch wieder da.

Kam mir Violet in Band 1 zeitweise sehr naiv und dumm vor (Ich denke da nur an eine ganz bestimmte Liebes- und Sexszene), gestaltet Ewing ihre Protagonistin in diesem Teil bereits deutlich erwachsener und reifer. Dies merkt man bereits an der Stelle das erste Mal, wo Violet ihren Willen durchsetzt, um Ash aus dem Gefängnis zu holen.

Auch über Raven und ihre Freundschaft erfahren wir einiges mehr, Raven war ja als Surrogat den unterschiedlichsten Foltern ausgesetzt und hat nun Schwierigkeiten, sich wieder in der normalen Welt zurechtzufinden. Trotzdem wird sie zu einer wertvollen Helferin, was die Flucht durch die unterschiedlichen Kreise betrifft, um dem Einfluss des Adels zu entgehen. Dabei wird klar, dass es bereits länger unter der Oberfläche gärt, viele Bewohner der einzigen Stadt wollen sich nicht mehr mit dem herrschenden System abfinden.

Aus diesem Grund erhalten die drei nicht nur von Lucien und Garnet Hilfe, sondern auch von anderen Leuten, die der “Gesellschaft des schwarzen Schlüssels” (Im Englischen “Society of the Black Key” genannt) angehören. Zu dieser Gruppe gehört auch Sil, die Violet zeigt, wer sie eigentlich ist und wo ihre wahren Kräfte liegen.

Sil ist daher auch diejenige, die Violet (und damit auch uns) verrät, wer bzw. was die Surrogate eigentlich waren, ehe die Adeligen begonnen haben, die Kräfte der jungen Frauen für ihre Zwecke zu nutzen bzw. zu pervertieren. Diese Kapitel fand ich persönlich am interessantesten, aber auch am kritischsten, da Violet mehr oder weniger auf einmal zur magischen Superheldin wird – und dies natürlich relativ rasch und ohne größere Probleme (Im Gegensatz zu Sil, die diese Kräfte erst mühsam erlernen musste).

Trotzdem bleibt die Herzogin vom See in der Zwischenzeit nicht untätig, auch wenn wir das nur indirekt mitbekommen. Besonders das Ende zeigt dies sehr schön, als Violet klar wird, was die Herzogin genau getan hat … Der Schluss ist daher wie auch beim ersten Band relativ offen, hört aber nicht mitten in der Szene auf, daher finde ich ihn deutlich gelungener! Auf jeden Fall habe ich mich bei dem Gedanken ertappt, dass ich am liebsten sofort weitergelesen hätte :).  Trotzdem ist noch ein wenig Geduld angesagt, der dritte Teil “The Black Key” erscheint auf Englisch erst im Herbst …

Für alle, die die Liebesgeschichte zwischen Ash und Violet im ersten Band nicht mochten, habe ich außerdem eine gute Nachricht: Sie tritt hier zugunsten der Handlung deutlich in den Hintergrund! Es gibt eigentlich nur eine einzige Szene, wo die beiden miteinander intim werden wollen – und selbst dann werden sie gestört :D.

Mein Fazit:

“Die weiße Rose” ist in meinen Augen deutlich besser als “Das Juwel”. Offensichtlich hat die Autorin die Stärken der Geschichte erkannt und sich auf die Dinge konzentriert, die die Dystopie wirklich interessant machen. Lediglich die Tatsache, dass Violet jetzt zu einer Art Superheldin wird, konnte mich nicht so sehr begeistern, aber damit kann ich leben, wenn uns die Autorin einen gelungenes Ende für die spannende Geschichte schenkt :).

  • ★★★★
  • Taschenbuch
  • 320 Seiten
  • HarperCollins
  • 978-0062414755
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