Rezension Amie Kaufman & Meagan Spooner – These broken Stars

Ich weiß gar nicht mehr, wann mir “These broken Stars” das erste Mal in der Bloggerwelt begegnet ist … Das blaugrüne Originalcover mit den beiden schwebenden Helden ist mir jedenfalls im Gedächtnis geblieben, weil es definitiv herausragt. Als ich daher entdeckt habe, dass es das Buch bei Netgalley als E-Book gibt, musste ich sofort anfragen – die Neugier war einfach zu groß :). Vielen Dank daher sowohl an das Portal als auch an Carlsen, dass ich das Buch auf meinem Reader bzw. Tablet lesen durfte!

Zum Inhalt:

Major Tarver Merendsen und Lilac LaRoux verbindet eigentlich nicht viel. Sie ist das einzige Kind eines mächtigen und einflussreichen Mannes, während er sich im Krieg ausgezeichnet hat. Was sie allerdings zusammenschweißt, ist der Flug bzw. der Absturz des Raumschiffs Icarus. Auf einem unbekannten Planeten sind sie auf einmal aufeinander angewiesen und müssen sich helfen, um zu überleben …

Meine Meinung:

Ich gebe zu, dass ich mir anfangs nicht sicher war, ob ich das Buch wirklich lesen wollte. Es klang mir ein wenig zu vorhersehbar – Junge und Mädchen müssen wie Robinson Crusoe sich zusammentun und was passiert bei so einem Szenario in einem Jugendbuch? Na klar, sie verlieben sich :). Warum ich das Buch jetzt doch gelesen habe, ist allerdings leicht erklärt: Ich habe mich (wieder einmal) vom Hype anstecken lassen :D. Und da ich SciFi ja nicht ablehnend gegenüberstehe, ganz im Gegenteil, war es an der Zeit, dem Buch eine Chance zu geben :).

Die Geschichte wird immer abwechselnd aus der Sicht von Lilac und Tarver erzählt, angefangen bei ihrem ersten Treffen auf der Icarus. Dazwischen gestreut sind kurze Dialoge, wo man schon recht bald erkennt, dass Tarver zu den Ereignissen auf dem Planeten befragt wird. Mit wem er spricht, wurde er mir allerdings erst im Lauf der Handlung wirklich klar, daher sage ich jetzt einmal dazu auch nichts weiter 😉 …

Dass zwei Autorinnen an dem Buch geschrieben haben, merkt man als Leser eigentlich nicht wirklich. Zumindest mir ist es nicht aufgefallen, der Schreibstil ist einfach und klar und das Buch lässt sich sehr rasch und flüssig lesen – ich hatte es mehr oder weniger innerhalb von zwei Tagen durch :).

Was mir auch sehr gut gefallen hat, sind die Bilder, die die beiden in meinem Kopf entstehen haben lassen: Die Beschreibungen der Landschaft, der Stimmungen und der Gefühle waren für mich zum Teil sogar fast ein bisschen poetisch, ich hatte mehrmals beim Lesen das Gefühl, mich in einem Gedicht zu bewegen. Action und Dramatik gibt es in diesem Buch zwar schon auch, aber eigentlich nur am Anfang und ein wenig am Ende, das Buch lebt viel mehr von dem, was zwischen den Zeilen zwischen den beiden Figuren passiert.

Wobei es mir vor allem Lilac am Anfang nicht leicht gemacht hat: Reich, verwöhnt und zickig ist noch harmlos … Gott sei Dank bleibt das allerdings nicht so – und man bekommt relativ bald einen Blick auf ihr wahres Wesen, das deutlich freundlicher ist. An manchen Stellen tat sie mir dann sogar fast ein bisschen leid, es muss schon schwer sein, wenn man immer im Hinterkopf überlegen muss, ob es das Gegenüber nur auf dein Geld abgesehen hat oder nicht.

Tarver war von Anfang an der freundliche Junge von nebenan, das kann man nicht anders sagen. Geduldig, hilfsbereit und liebenswert – so könnte man ihn mit ein paar Worten beschreiben. Ob er im echten Leben das Mädel bekommen würde? 😀

Kritisieren muss ich allerdings ein wenig den Schluss: Der kam mir nämlich fast ein bisschen zu schnell und auch dies SF-Komponente schob sich wieder in den Vordergrund. Hier habe ich – muss ich gestehen – einiges nicht verstanden und habe daher auch nicht nachvollziehen können, warum schlussendlich die Ereignisse so passieren. Da dieser Teil aber nur der Auftakt zu einer Trilogie ist und ich gesehen habe, dass im dritten Teil die beiden Helden wieder vorkommen, gehe ich davon aus, dass wir in den beiden anderen Teilen weitere Details und Erklärungen bekommen :).

Mein Fazit:

“These broken Stars” ist ein wunderschöne, zum Teil fast poetisch erzählte Geschichte, die man auch als Nicht-Science Fiction-Fan lesen kann, weil das Setting im All keine große Rolle spielt. Das Ende lässt einige Fragen offen, aber das ist nachvollziehbar, da dies nur der Auftakt zu einer Trilogie ist …

  • ★★★★
  • Gebunden
  • 496 Seiten
  • Carlsen
  • 978-3551583574
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Rezension Nadine Erdmann – CyberWorld 1.0: Mind Ripper

Andreas Suchanek hat es mit seinem Verlag Greenlight Press wieder einmal geschafft: Kaum hatte er die neue Jugend-SF-Serie “CyberWorld” vorgestellt, war ich auch schon angefixt :D. Umso mehr habe ich mich dann gefreut, als ich erfahren habe, dass es bei LB eine Leserunde geben würde UND dass ich dabei sein durfte :).

Zum Inhalt:

Wir schreiben das Jahr 2038: Jemma, Jamie und Zach leben in London, sind Fans von CyberGames und spielen regelmäßig. Eines Tages kommt ihnen zu Ohren, dass drei Jungen nach dem Besuch der CyberWorld ins Koma gefallen sind und nicht mehr ansprechbar sind. Man munkelt, dass ein neues unbekanntes Game dafür verantwortlich sein könnte, in dem der sogenannte Mind Ripper sein Unwesen treibt. Die Parallelen sind auffällig und so beginnen die drei zusammen mit zwei anderen Jungen – Will und Ned – nach ersten Hinweisen zu suchen …

Meine Meinung:

Das Cover ist der Hammer! Schon als ich es das erste Mal auf Facebook gesehen hatte, musste ich es mir genauer ansehen. Der düstere Himmel, die Skyline von London und die Nullen und Einsen, die im Matrix-Stil über die Mitte laufen – nicht zu vergessen der Untertitel “Mind Ripper”. Daher startete ich mit dem Buch auch relativ rasch und las wirklich in fast jeder freien Minute (sogar am Handy bzw. am Tablet, obwohl ich das eigentlich nicht so leiden kann :D).

Der Einstieg erfolgt sehr direkt in das Leben in der Zukunft und in die CyberWorld, wo Jemma, Jamie und Zach zusammen ein Online-Fantasy-Rollenspiel “erleben”. Ich bin zwar selbst kein Gamer, aber dass so ein Setting für eine spannende Geschichte gut sein kann, wissen wir spätestens seit “Erebos” von Ursula Poznanski.

Was gibt es zu den Charakteren zu sagen? Jemma und Jamie sind Zwillinge, Zach gleichzeitig der feste Freund und beste Freund seit Kindergartentagen von Jamie. Jamie selbst ist seit einem Autounfall, bei dem seine Mutter gestorben ist, körperlich eingeschränkt und braucht im echten Leben entweder einen Rollstuhl oder Krücken, um sich zu bewegen. Diese Einschränkung sorgt dafür, dass er sich besonders gern in der CyberWorld – kurz C-World genannt – aufhält, weil er dort das Gefühl hat, ein normaler Mensch zu sein.

Im Lauf der Geschichte erleben alle drei erste Höhen und Tiefen, die zum Teil sehr eindringlich geschrieben sind. Diese Szenen (Liebe, Streit, Diskussionen, Versöhnung etc.) sind meiner Meinung nach die ganz große Stärke der Autorin, da fiel es nicht schwer, alle drei Charaktere rasch ins Herz zu schließen.

Für die Spannung sorgten vor allem die Szenen, die in der C-World spielten, die Monster, die unsere Helden bekämpfen müssen und die Hinweise, die sie sammeln. Und verständlicherweise sorgen Will und Ned, mit denen sie zusammen arbeiten, für Fragen. Ob man ihnen trauen kann oder nicht, tja, das müsst ihr beim Lesen dann selbst herausfinden :).

Kommen wir zu meinen Kritikpunkten: Eine Schwäche sehe ich im Aufbau des Romans bzw. im Wechsel der Handlung zwischen realer und virtueller Welt. Während die virtuelle Welt die Spannung aufbaute, nahm die reale sie aufgrund der eher langen, “ruhigen” Szenen wieder heraus. Daher fehlte mir an manchen Stellen dieses gewisse Erschauern, das mich durchgehend 100%ig gefesselt hätte … Das düstere Cover weckte offensichtlich bei mir in dieser Hinsicht gewisse Erwartungen, die das Buch dann für mich nicht so ganz erfüllen konnte.

Auch das Ende entsprach nicht unbedingt dem, was ich mir erwartet hatte. So viel kann ich aber auf jeden Fall sagen, ohne zu spoilern: Ich weiß nicht, ob ich so gehandelt hätte, wie die drei Protagonisten es schlussendlich getan haben …

Eines noch ganz zum Schluss für diejenigen, die das Gefühl haben, den Roman zu kennen: “Mind Ripper” erschien ursprünglich als Teil der Reihe “Fateful Future”, da Nadine Erdmann ihre ersten literarischen Schritte als Selfpublisherin gemacht hat.

Mein Fazit:

“CyberWorld 1.0: Mind Ripper” ist der Auftaktband einer neuen SF-Reihe bei Greenlight Press. Obwohl der Roman meiner Meinung nach noch beim Spannungsaufbau einige Schwächen aufweist, hat es mir viel Freude gemacht, die ersten Abenteuer von Jemma, Jamie und Zach im Jahr 2038 zu verfolgen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht und was sich Autorin Nadine Erdmann noch alles für ihre Protagonisten ausgedacht hat.

  • ★★★★
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Rezension Amy Ewing – The White Rose

Mit “The White Rose” legt Amy Ewing bereits den zweiten Band ihrer Juwel-Reihe vor (die im Englischen übrigens “The Lone City” heißt). Band 1 habe ich letztes Jahr auf Englisch verschlungen, war damals allerdings nur mäßig begeistert, besonders die Liebesgeschichte konnte mich nicht wirklich begeistern (Ich sage nur: Instalove!).

Trotzdem war ich neugierig genug, dass ich beschloss, Band 2 ebenfalls auf Englisch eine Chance zu geben. Wer sich die Spannung erhalten will, sollte übrigens nicht weiterlesen, da ich doch auf einige Dinge aus dem Buch eingehen werde …

Zum Inhalt:

Violet ist gefangen, Ash im Kerker. Ihr bleibt nur noch die Hoffnung auf Flucht mit der Hilfe von Lucien und Garnet. Violet weigert sich allerdings, ohne Ash und Raven das Juwel zu verlassen. So beginnt eine gefahrenvolle Reise für die drei, um der Willkür und der Tyrannei der Herzogin vom See zu entgehen …

Meine Meinung:

“Die weiße Rose” beginnt genau dort, wo “Das Juwel” geendet hat – bei der Szene, wo Violet mit Garnet mittels des Arkanums spricht (das lustigerweise im Englischen Arkana heißt). Wer also Band 1 noch nicht kennt, hat hier definitiv den Vorteil, direkt anschließen zu können. Trotzdem fiel es mir auch nach einem guten Dreivierteljahr Pause nicht schwer, wieder in die Geschichte hinein zu kommen. Einige Namen und Bezeichnungen waren mir entfallen, aber das war beim Lesen rasch wieder da.

Kam mir Violet in Band 1 zeitweise sehr naiv und dumm vor (Ich denke da nur an eine ganz bestimmte Liebes- und Sexszene), gestaltet Ewing ihre Protagonistin in diesem Teil bereits deutlich erwachsener und reifer. Dies merkt man bereits an der Stelle das erste Mal, wo Violet ihren Willen durchsetzt, um Ash aus dem Gefängnis zu holen.

Auch über Raven und ihre Freundschaft erfahren wir einiges mehr, Raven war ja als Surrogat den unterschiedlichsten Foltern ausgesetzt und hat nun Schwierigkeiten, sich wieder in der normalen Welt zurechtzufinden. Trotzdem wird sie zu einer wertvollen Helferin, was die Flucht durch die unterschiedlichen Kreise betrifft, um dem Einfluss des Adels zu entgehen. Dabei wird klar, dass es bereits länger unter der Oberfläche gärt, viele Bewohner der einzigen Stadt wollen sich nicht mehr mit dem herrschenden System abfinden.

Aus diesem Grund erhalten die drei nicht nur von Lucien und Garnet Hilfe, sondern auch von anderen Leuten, die der “Gesellschaft des schwarzen Schlüssels” (Im Englischen “Society of the Black Key” genannt) angehören. Zu dieser Gruppe gehört auch Sil, die Violet zeigt, wer sie eigentlich ist und wo ihre wahren Kräfte liegen.

Sil ist daher auch diejenige, die Violet (und damit auch uns) verrät, wer bzw. was die Surrogate eigentlich waren, ehe die Adeligen begonnen haben, die Kräfte der jungen Frauen für ihre Zwecke zu nutzen bzw. zu pervertieren. Diese Kapitel fand ich persönlich am interessantesten, aber auch am kritischsten, da Violet mehr oder weniger auf einmal zur magischen Superheldin wird – und dies natürlich relativ rasch und ohne größere Probleme (Im Gegensatz zu Sil, die diese Kräfte erst mühsam erlernen musste).

Trotzdem bleibt die Herzogin vom See in der Zwischenzeit nicht untätig, auch wenn wir das nur indirekt mitbekommen. Besonders das Ende zeigt dies sehr schön, als Violet klar wird, was die Herzogin genau getan hat … Der Schluss ist daher wie auch beim ersten Band relativ offen, hört aber nicht mitten in der Szene auf, daher finde ich ihn deutlich gelungener! Auf jeden Fall habe ich mich bei dem Gedanken ertappt, dass ich am liebsten sofort weitergelesen hätte :).  Trotzdem ist noch ein wenig Geduld angesagt, der dritte Teil “The Black Key” erscheint auf Englisch erst im Herbst …

Für alle, die die Liebesgeschichte zwischen Ash und Violet im ersten Band nicht mochten, habe ich außerdem eine gute Nachricht: Sie tritt hier zugunsten der Handlung deutlich in den Hintergrund! Es gibt eigentlich nur eine einzige Szene, wo die beiden miteinander intim werden wollen – und selbst dann werden sie gestört :D.

Mein Fazit:

“Die weiße Rose” ist in meinen Augen deutlich besser als “Das Juwel”. Offensichtlich hat die Autorin die Stärken der Geschichte erkannt und sich auf die Dinge konzentriert, die die Dystopie wirklich interessant machen. Lediglich die Tatsache, dass Violet jetzt zu einer Art Superheldin wird, konnte mich nicht so sehr begeistern, aber damit kann ich leben, wenn uns die Autorin einen gelungenes Ende für die spannende Geschichte schenkt :).

  • ★★★★
  • Taschenbuch
  • 320 Seiten
  • HarperCollins
  • 978-0062414755
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Rezension Allan J. Stark – Asgaroon “Die Abenteuer des Dominic Porter”

Dank des Papierverzierer Verlags habe ich wieder einmal die Gelegenheit erhalten, in eine neue SF-Serie hineinzuschnuppern. Ich bin zwar nach wie vor bekennende “Heliosphere 2265”-Leserin, aber neugierig bin ich immer :). Daher auch ein besonderes Dankeschön an den Verlag!

Zum Inhalt:

Asgaroon spielt etwa 3000 Jahre in der Zukunft. Die Menschen sind in einen Konflikt zwischen zwei Alienrassen hineingezogen worden, die ihren Krieg gegeneinander schon eine gefühlte Ewigkeit führen. Sowohl Akkato als auch Keymon sehen die menschliche Rasse anfangs als Ameisen, die zertreten werden, wenn sie im Weg sind … Mit der Zeit ändern die Akkato jedoch ihre Meinung und so gelingt es dem jungen Soldaten Dominic Porter, auf eines der Schiffe der Akkato versetzt zu werden …

Meine Meinung:

“Die Eroberer” ist der erste Band aus der Serie “Asgaroon – Die Abenteuer des Dominic Porter”. Es gibt allerdings noch weitere Romane von demselben Autor, die unter dem Namen “Asgaroon” vertrieben werden. Diese spielen im selben Universum, haben allerdings mit Nea eine andere Heldin als Dominic. Dominics Erlebnisse sind also eine Art Spin-Off, die man unabhängig von den anderen Asgaroon-Abenteuern lesen kann – deswegen auch der Untertitel “Die Abenteuer des Dominic Porter” :).

Wer die normale Serie nicht kennt, braucht sich allerdings keine Sorgen machen, der Einstieg in den Heftroman gestaltet sich einfach und man erfährt auch als Neuleser alles, was es zum Verständnis der Geschichte braucht. Der Roman beginnt in der Gegenwart, wo Dominic auf ein neues Raumschiff unter dem Kommando der Akkato versetzt wird, um dann nach ca. einem Drittel in die Vergangenheit zu schwenken und die Erzählung zu beginnen, wie es dazu kommt, dass Dominic sich von den Akkato anheuern lässt.

Vorab eines: Ich weiß, dass es nicht leicht, einen Auftakt zu einer Serie zu schreiben. Schon gar nicht unter den gegebenen Umständen, dass hier – weil Spin-Off – gleichermaßen bereits Asgaroon-Kenner als auch Neuleser angesprochen werden sollen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass hier einiges hätte besser gelöst werden können …

Kommen wir einmal zu den Dingen, die mir sehr gut gefallen haben: Das Setting beispielsweise. Aliens, die die Menschen nicht einmal zur Kenntnis nehmen, weil so unbedeutend – das hat einfach was, da konnte ich einfach nur grinsen :D. Hier nicht an Douglas Adams und die aufgrund einer geplanten Umfahrungsstraße zerstörten Erde zu denken, fällt schwer! Der Konflikt der beiden Alienrassen sorgt außerdem dafür, dass die Menschen gezwungen sind, neue Wege zu gehen, um zu überleben … Parallelen zur aktuellen Flüchtlingskrise sind unübersehbar – und hier spielt SF immer wieder seine Stärken aus, finde ich, uns einen Spiegel vorzuhalten :).

Auch Dominic als Charakter hat Potenzial. Der Schwenk in die Vergangenheit zeigt ihn, wie er als junger Mensch einmal war, als jugendlicher Soldat, der kurz vor dem Abschluss der Akademie steht. Was wohl alles passiert ist, dass es ihn so verändert hat? Die weiteren Bände werden es wohl zeigen, schätze ich.

Allerdings muss ich auch etwas Kritik anbringen, da mir beim Lesen einige Fehler aufgefallen sind.  Natürlich tut dies dem Lesefluss nicht unbedingt Abbruch, aber ich empfand es an einigen Stellen etwas störend … Da waren beispielsweise Dinge wie das wechselnde Alter des Helden (Anfangs ist er 23, dann heißt es, er ist schon 10 Jahre dabei, nachdem er mit 18 die Akademie verlassen hat) oder die teilweise sehr großzügige Beistrichsetzung.

Was ich ebenfalls nicht besonders gut fand, ist das Ende. Mir ist klar, dass es gerade bei einer fortlaufenden Serie nicht so leicht ist, aber ich bin kein Fan davon, wenn mitten in einer Szene die Handlung abbricht. Jedes Mal habe ich das Gefühl, dass hier ein paar Zeilen Text fehlen, die das Ende etwas “runder” hätten gestalten können. Ich habe das zwar mittlerweile schon öfter gesehen, auch bei Roman-Mehrteilern, aber es gefällt mir trotzdem nicht.

Mein Fazit:

“Die Eroberer” ist der Auftakt zu einer neuen, interessanten SF-Serie, die definitiv Potenzial nach oben hat. Vom Aufbau her zeigt dieser erste Roman in meinen Augen allerdings einige Schwächen, die es noch auszumerzen gilt.

  • ★★★★★
  • Taschenbuch
  • 114 Seiten
  • Papierverzierer Verlag
  • 978-3959627016
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Rezension Fredrik T. Olsson – Das Netz

Fredrik T. Olsson ist mir schon mit seinem Roman “Der Code” aufgefallen. Mittlerweile ist bereits das zweite Buch von ihm – “Das Netz” – bei Piper erschienen, welches ich jetzt dank Netgalley als Rezensionsexemplar lesen durfte … Vielen Dank dafür!

Zum Inhalt:

William Sandberg, ehemaliger Kryptologe beim schwedischen Militär, bekommt eine mysteriöse Nachricht, dass er sich am Bahnhof mit jemandem treffen soll. Wer derjenige ist und warum er um ein Treffen bittet, ist mysteriös. Als William am Bahnhof eintrifft, ist alles ganz anders: Der Unbekannte taucht nicht auf, dafür aber die Polizei, die Sandberg verhaftet. Und noch während Sandberg verhört wird, fällt in ganz Südschweden der Strom aus …

Meine Meinung:

Ich gebe zu, ich hatte am Anfang so meine Probleme, in die Geschichte einzusteigen. Olsson pflegt einen recht eigenwilligen Schreibstil, verwendet recht ungewöhnliche Metaphern, die mich mehr als einmal beim Lesen innehalten ließen und überlegen, ob ich das auch so sagen würde …

Darüber hinaus bleiben viele Dinge relativ lange im Dunkeln. Wer ist beispielsweise der Mann, der ganz am Anfang im Prolog umkommt? Und warum? Die Antwort auf diese Frage bekommt der Leser, aber erst relativ spät.

Dafür nimmt sich Olsson viel Zeit, die Charaktere einzuführen. Der Hauptcharakter William Sandberg erinnerte mich zeitweise an die depressiven und gebrochenen Kommissare der Skandinavienkrimis (Hier scheint Olsson wohl von Krimi schreibenden Kollegen geprägt worden zu sein?). Seine Ehe ist kaputt, seine Frau Christina von Zuhause ausgezogen und die gemeinsame Tochter lebt auf der Straße und hat keinen Kontakt zu den Eltern mehr.

Kommt die erste Hälfte des Romans eher ruhig und bedächtig daher, obwohl immer wieder mit Action-Sequenzen durchsetzt, wird es in meinen Augen erst ab der zweiten Hälfte so wirklich interessant, weil man nun die ersten Antworten auf die Fragen bekommt.

Das war für mich auch der Zeitpunkt, wo ich merkte, dass es mir immer schwer fiel, das Buch wegzulegen. Da die einzelnen Kapitel nicht übermäßig lang waren, ging mir immer wieder der Gedanke “Ein Kapitel geht schon noch” durch den Kopf 🙂 … Denn ab hier nimmt die Geschichte dann auf einmal eine Wendung, die ich so persönlich nicht kommen habe sehen. Zu sehr ins Detail will ich jetzt nicht gehen, weil das sonst einem Spoiler gleich kommen würde, aber ich musste mehrmals an einen sehr bekannten SF-Action-Film der 80er Jahre denken :).

Das Ende war irgendwie nicht ganz nach meinem Geschmack, gebe ich zu. Es war zwar realistisch, denn ja, so würden wir Menschen uns verhalten, aber ein Teil von mir hat sich trotzdem gewünscht, dass es anders – positiver – enden würde. Nichtsdestotrotz hat es mich nachdenklich zurückgelassen und ich habe ein wenig darüber nachgedacht, was wohl wäre, wenn so etwas wirklich passieren würde :).

Mein Fazit:

Ein ungewöhnlicher Roman, bei dem auch ein klein wenig SF in die Geschichte vermischt ist, dem man aber vor allem am Anfang viel Zeit geben muss. Es braucht eine Weile, ehe man wirklich versteht, worauf der Autor am Ende hinaus will.

  • ★★★★
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Rezension Sophie Jordan – Infernale

Ich muss sagen, Sophie Jordan und ich hatten keinen guten Start miteinander … Ihre Firelight-Trilogie und ich – das war nichts. Da habe ich nach dem ersten Teil schon aufgegeben, weil die Geschichte für mich einfach viel zu viel Potenzial verschenkt hatte. “Infernale” ist in dieser Hinsicht aber ganz anders 🙂 …

Hier hatte ich dafür das Problem, dass ich mich nicht entscheiden konnte, wie ich die Geschichte “angehen” wollte. Am Ende hatte ich jetzt das Hörbuch in der deutschen (und leider gekürzten) Fassung vor mir liegen, weil ausgeliehen, und das englische E-Book. Entschieden habe ich mich am Ende doch für das Hörbuch, während ich in das E-Book immer wieder hineingeblättert habe, um zu sehen, was ausgelassen wurde.

Zum Inhalt:

Davy ist ein ganz normales, 17jähriges Mädchen, das Träume, einen Freund und sehr viele romantische Vorstellungen von der Liebe hat. Dies wird von einem Moment auf den anderen zerstört, als sie erfährt, dass ihr Gentest positiv ist. Sie hat das sogenannte Homicidal Tendency Syndrome, kurz HTS, im Volksmund auch Mördergen genannt. Sie muss auf eine öffentliche High School wechseln, verliert den Kontakt zu ihren früheren Freunden und muss sich auf ein komplett neues Leben einstellen, das nichts mehr mit dem zu tun hat, was sie bisher gekannt hat …

Meine Meinung:

Schon als ich die ersten Rezensionen las, wurde ich neugierig. Der Plot klang ansprechend und definitiv nach etwas anderem, was derzeit so bei den Dystopien auf den Markt kommt … Schon mal vorab: Wann genau “Infernale” spielt, ist nicht erkennbar, aber die Vorstellung ist erschreckend realistisch, also vermute ich, es sind vielleicht 10 oder 15 Jahre in der Zukunft – nicht mehr.

Da es eine Dystopie ist, ist die Gesellschaftsentwicklung in den USA dementsprechend düster. Die Kriminalität nimmt überhand und die normale Bevölkerung ist dementsprechend eingeschüchtert und verängstigt. Die sogenannte Wainwright Agency übernimmt es, die Bewohner des Landes zu testen und festzustellen, ob sie HTS positiv oder negativ sind … Wer normal ist, hat nichts zu befürchten, aber wehe denjenigen, die positiv getestet werden!

Zu viel ins Detail will ich jetzt gar nicht gehen, da es einen Spoiler darstellen würde, aber mir wurde mehrmals übel. Gerade die kleinen Zwischenkapitel (die im Hörbuch leider gänzlich fehlen, aber viel über das aussagen, wie es in der Welt von Davy zugeht) drehten mir immer wieder den Magen um – und ich kann gut verstehen, warum manche Blogger das Szenario mit der Judenverfolgung im dritten Reich verglichen haben.

Selbst jetzt wirkt diese Welt noch immer nach, mache ich mir Gedanken darüber, ob wir es auch im echten Leben soweit kommen lassen würden … Für meinen Geschmack ist das leider ziemlich realistisch, auch wenn die Idee, dass ein solches Mördergen existiert, (hoffentlich?) wirklich in den Bereich der Fiktion gehört. Dass aber Menschen – von Hass, Angst und Verunsicherung getrieben – andere drangsalieren können, hat uns die Geschichte ja schon eindringlich bewiesen. Wobei ich der Meinung bin, dass man jeden Menschen dazu bringen kann, einen anderen zu töten – egal, ob er nun so ein Gen besitzt oder nicht. Es bedarf nur der richtigen Mechanismen dazu.

Kommen wir zu dem, was mir weniger gefallen hat: Die Heldin – wieder einmal. Ja, Davina ist ein Wunderkind und behütet aufgewachsen, ja, sie hat Vorurteile gegenüber HTS Trägern und muss damit erst einmal fertig werden, dass die Welt sich auf einmal um 180 Grad gedreht hat. Trotzdem ist dies keine Entschuldigung dafür, wie blauäugig sie durch manche Szenen stolpert – und das obwohl sie innerhalb des Buches mehr als einmal darauf aufmerksam gemacht wird, dass sie diese oder jene Dinge in ihrer Situation nicht tun sollte. Gerade gegen Ende gab es eine Szene, wo für mich als Leser nur allzu ersichtlich war, worauf es hinauslaufen würde – und sie denkt natürlich trotzdem, dass es jetzt bergauf geht und alles wieder besser wird. Oh Mann!

Auch dieses “Ja, alle anderen HTS Träger sind böse, gewaltig und gemein, nur ich nicht” nervte mich irgendwann zusehends. Hier war für mich einfach keine Weiterentwicklung des Charakters zu sehen, ganz im Gegenteil. Je weiter die Handlung fortschreitet, desto mehr wird Davy zu einem naiven und weinerlichen Mädchen, das nicht versteht, dass die Gesellschaft sie loswerden will … Bis zum Schluss habe ich nicht ganz verstanden, warum Sean, der Junge, in den sie sich verliebt, seinerseits Gefühle für sie entwickelt, wo er ihr doch permanent den A… retten muss. Beschützerinstinkt? Denn alles andere ergibt für mich nicht wirklich Sinn.

Das Ende der Geschichte ist relativ offen, aber nicht so ein deutlicher Cliffhanger wie in anderen Reihen, die derzeit am Markt sind. Teil 2 ist auf Englisch bereits letztes Jahr erschienen … Ob ich ihn lesen bzw. hören werde, habe ich aber noch nicht entschieden, da die Meinungen dazu auf vielen englischsprachigen Buchblogs eher negativ waren (Anscheinend nimmt die Handlung einen komplett neuen Verlauf, der mit dem ersten Teil nicht mehr viel zu tun hat). Mal sehen, vielleicht schaue ich mich nach einer englischen Leseprobe um und entscheide dann 😀 …

Jetzt noch einmal zum Hörbuch: Sprecherin Friederike Walke macht ihre Sache wirklich sehr gut. Die Art und Weise, wie sie in den knapp 6,5 Stunden Laufzeit den unterschiedlichen Charakteren Stimme und Gefühl verleiht, verdient großes Lob! Angst, Zorn und Panik – alles bringt sie in den Dialogen so gekonnt rüber, dass ich beim Hören einige Male sogar zusammengezuckt bin. Daher gibt es für die Hörbuchfassung definitiv einen Stern mehr – für die Kürzungen kann die Sprecherin ja schließlich nichts :).

Mein Fazit:

“Infernale” hat eine tolle, nachdenklich machende Story, leidet aber daran, dass die charakterliche Entwicklung der Heldin einfach nicht vorankommt. Die Sprecherin jedoch macht einen wirklich tollen Job, es macht wirklich Spaß, ihr zuzuhören!

  • ★★★★
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Rezension Adam Christopher – Empire State

Wie ihr wisst, habe ich eine Kooperation mit dem Papierverzierer Verlag und habe daher auch den Newsletter des Verlags abonniert. Vor nicht allzu langer Zeit trudelte dabei eine Werbung für “Empire State” von Adam Christopher herein und ich war nach dem Lesen des Inhalts sofort neugierig auf das Buch :).

Zum Inhalt:

New York in den 30er Jahren. Gewaltverbrechen, Schmuggel und Flüsterkneipen blühen dank der Prohibition auf. Die Superhelden der Stadt, Skyguard und Sciencepirate, bekämpfen sich lieber gegenseitig, als gegen die Kriminalität vorzugehen. Als Rex, ein kleiner Gauner, dahinterkommt, wer Sciencepirate in Wirklichkeit ist und sie tötet, ahnt er noch nicht, welche Folgen das für ihn und viele andere New Yorker haben wird …

Meine Meinung:

Ich gebe zu, ich habe mich dieses Mal wirklich anstrengen müssen, eine Inhaltsangabe zu schreiben, die nicht so viel vom Inhalt verrät wie der eigentliche Klappentext. Aber ich rate hier dringend davon ab, den vorab zu lesen! Er erleichtert zwar das Verständis für einige, etwas verwirrende Ereignisse am Anfang des Buchs, jedoch nimmt er in Summe fast die Hälfte der gesamten Geschichte vorweg – und das sollte dann ja doch nicht sein … Nehmt es also ruhig hin, dass ihr euch am Anfang erst eimmal nicht auskennt, die Auflösung ist dann nur umso genialer :).

Neben Rex, den wir gleich am Anfang kennenlernen, taucht übrigens noch ein zweiter Charakter auf, der den Leser die längste Zeit im Buch begleitet: der Privatdetektiv Rad Bradbury. Wie in einem ganz klassischen Krimi neigt er dazu, zu viel zu trinken und zu wenig Geld zu haben. Bis eine Unbekannte auftaucht, die ihm einen Aufrtag gibt, eine verschwundene Frau zu suchen. Pech für Brad, dass er diese zusammen mit einem Freund schon recht bald als Leiche findet …

“Empire State” ist damit also nicht nur ein Mix aus Science Fiction und Steampunk (Einige technische Dinge tauchen auf, die es so in dieser Zeit eigentlich gar nicht geben dürfte), sondern mischt auch Elemente aus dem guten alten Schwarzweiß-Krimi hinein, wo es so richtig zur Sache geht :).

Schon diese Mischung alleine macht es schwer, “Empire State” wirklich einzuordnen, im Gegenteil, eigentlich stellt der Roman einen wilden Genre-Mix dar, den man wohl am ehesten noch lose in den Bereich der Phantastik einsortieren sollte. Der Autor Adam Christopher war mir bisher zwar nicht bekannt, jedoch werde ich ihn ganz bestimmt, im Auge behalten, da ich diese Mischung in einem Roman wirklich sehr, sehr genial fand!

So ganz nebenbei lernt man auch einiges über die Stadt New York, wo der Roman spielt. Der Titel des Romans – “Empire State” – ist so etwas wie der Spitzname der Stadt (falls ihr euch schon mal gefragt haben solltet, warum das Empire State Building eigentlich so heißt, wie es heißt). Die Szenerie ist meiner Meinung auch einer der Pluspunkte des Romans. Mehr als einmal hatte ich beim Lesen nämlich das Gefühl, an der Seite des Detektivs durch das dunkle und finstere New York zu spazieren und damit ein Stück Geschichte der Stadt kennenzulernen!

Ein wenig Kritik muss ich allerdings auch anbringen. Brads Charakter war für mich auch nicht immer stimmig, das fiel mir besonders an einer ganz bestimmten Stelle auf, wo er eine Information bekommt, die mehr oder weniger alles über den Haufen wirft, woran er bisher geglaubt hat, bleibt er erstaunlich cool. Kein ungläubiges Abstreiten oder sonst irgendwie eine emotionale Reaktion, die man in diesem Moment für normal gehalten hätte, nein, ist halt auf einmal alles ganz anders und gut so. Als Detektiv hätte ich ihn mir einfach anders vorgestellt, kritischer – und vor allem neugieriger …

Auch der Schluss konnte mich nicht so ganz begeistern. Es ist zwar sehr spannend umgesetzt, weil man nicht weiß, wie Christopher sich das “Happy End” vorstellt, trotzdem ist das Ende auf einmal recht abrupt da. Alles löst sich für einige Hauptcharaktere ziemlich schnell in Wohlgefallen auf, während das Schicksal einiger Nebenfiguren im Dunkeln bleibt, von denen ich trotzdem gern gewusst hätte, was mit ihnen passiert …

Mein Fazit:

Der Auftakt des Romans ist unheimlich stark, vieles ist zwar bis zur Mitte des Buches unklar, was aber der Spannung keinen Abbruch tut. Man fragt sich die ganze Zeit, was eigentlich los ist und begleitet Rad Bradbury nur zu gern durch die Geschichte. Allerdings gab es für mich an einigen Stellen auch einige Schwächen und auch der Schluss hätte für mich besser ausgearbeitet sein können. Da “Empire State” allerdings der Debutroman von Adam Christopher ist, bin ich zuversichtlich, dass wir hier noch Verbesserungen erwarten dürfen und vergebe gerne 4 Sterne :).

  • ★★★★
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